09.07.2020

Das Wort zum Freitag - Marias Sohn

aus der Reihe "Oldies but Goldies"



Meine heutige Geschichte geht weit zurück, sie trug sich zu, als es die Zeitrechnung noch gar nicht gab. Es gab aber schon Pastafari. Die wussten das noch nicht, hatte ES sich doch noch gar nicht offenbart. Zu allen Zeiten gab es aber schon Menschen, die nach Seinen flauschigen moralischen Standards lebten. Manchmal waren es sogar welche, die offiziell zu anderen Religionen gehörten. Von solch einer Pastafarina erzähle ich euch jetzt.

Zu jener Zeit gab es viele Religionen. Jeder lebte seinen Glauben nach dem vermeintlichen Willen seines Gottes oder aber nach seinem eigenen. Berührungen zwischen den verschiedenen Glaubensrichtungen gab es ständig und auch entsprechenden Austausch. Nur eine Gruppe, die Juden, wollten lieber unter sich bleiben. Das war für die anderen kein Problem, denn die strengen Regeln des Judentums sagten ihnen nicht im geringsten zu. Allerdings konnte es gelegentlich schon vorkommen, dass ein besonders hübsches Judenfräulein einem stattlichen Piraten zur Verlockung wurde und er sie letztlich zum Weibe nahm.

Auch Maria, eine bildhübsche Jüdin, war auf dem besten Wege, sich so einen Ritter der Meere zu angeln. Sie war jung und lebenslustig. Ihr genügte es nicht mehr, gierige Männerblicke auf sich gerichtet zu sehen. Sie wollte endlich wissen, wie es ist, mit einem Manne zusammen zu sein und sich dem Liebesrausch mit Haut und Haaren hinzugeben. Leider gab es in ihrer Religion da so manch unüberwindbares Hindernis. Keusch sollte aber wollte sie nicht sein. Sie hielt die Augen offen nach einem Manne, der sich über alle strengen Regeln hinweg setzen würde und begegnete eines Abends einem Piraten auf Landgang. Sie plauderten und flirteten. Schnell stellte Mary fest, dass dieser junge Mann ganz anders war, als die, die in ihrem Umfeld zu finden waren. Das gefiel ihr, das wollte sie und so ging sie mit ihm in sein Quartier und verbrachte die Nacht mit ihm, endlich am Ziel ihrer Wünsche angekommen. Ansgar, der Pirat, freute sich über seine besonders hübsche und gar nicht zimperliche Freundin, die ihn nun immer wieder besuchen kam. Doch das Glück hielt nicht lange an.

Auch andere Burschen des Dorfes bemerkten Marias Schönheit und wollten ebenfalls mit ihr zusammen sein. Die war sehr geschmeichelt und neugierig, wie die Freuden, die sie gerade erst entdeckt hatte, wohl mit weiteren Männern wären. Bald siegte ihre Neugier und sie wendete sich auch anderen Freibeutern zu. Sie lebte wie in einem Rausch und bemerkte zu spät, dass sie sich bald einen Ruf einhandelte, wie sie ihn lieber nicht haben sollte. Es kam, wie es kommen musste, sie wurde schwanger.

Nun war guter Rat teuer. Sie brauchte einen Partner, der sie zur Frau nahm und für sie und das ungeborene Kind sorgen würde. Dazu hatten die Burschen, die sich zuvor gern mit ihr vergnügten, nun aber nicht die geringste Lust. Es gab aber eine Sitte zu jener Zeit, dass allen, die ein Kind gezeugt, sich aber nicht zu ihm bekannt hatten, die Vorhaut abgeschnitten wurde, damit sich diese Jünglinge nicht mehr in dem Maße am Sex erfreuen konnten, wie es das Spaghettimonster vorgesehen hatte. 



Die Juden, die gemerkt hatten, wo Maria immer hin gegangen war, wollten deshalb das ganze Seeräuberdorf umstellen, allen 200 Männern die Vorhäute abschneiden und diese dem zum Brautgeschenk machen, der Maria heiraten würde.

Als das Monster das vernahm, kippte es vor Schreck fast vom Firnament. Am folgenden Tag besah es sich die liebe Maria aus der Nähe, beobachtete sie eine ganze Weile und merkte, wie sie immer noch heftig mit jedem Piraten schön tat, der ihr in die Quere kam. Als sich endlich eine Gelegenheit bot, sie allein anzutreffen, zeigte ES sich ihr und richtete vier Worte an sie: „Sag mal, gehts noch?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, packte unser Fliegendes Spaghettimonster sie mit Seinen Nudeligen Anhängseln und setzte sie dort ab, wo sie her kam. Nicht jedoch, ohne ihr eine Geschichte ins Ohr zu flüstern.


Maria lächelte, und jeder, der dieses Lächeln sah, musste ihr alles glauben. So hatte ES es gefügt. Sie suchte sich eine Höhle, die sie vom Ziegenhüten kannte. In die Krippe, die dort noch stand, legte sie nach einer völlig schmerzfreien Geburt ihren Sohn, den sie Jesus nannte.

Erstveröffentlichung 26.12.2013

03.07.2020

Das Wort zum Freitag - Freiluftsaison eröffnet



Es war verrückt. 
Für letzten Freitag gab es Anfragen von zwei Gruppen und einem Einzelkämpfer zur Nudelmesse. Da mussten wir uns was einfallen lassen. Weil unsere Kirche zu klein und die Abstandsregelung zu groß ist, wird es mit der Standardmesse immer noch nichts. Aber der Wetterbericht hatte Sonne versprochen, und wir deshalb eine Messe im Freien.

Die zweite Gruppe, vier Jungs mit ihren Mopeds, kamen dann allerdings erst mit mehr als 2 Stunden Verspätung. Ihr Bikerhotel hatte morgens die Türen gut verschlossen und ehe sie geöffnet wurden, war schon einige Zeit ins Land gegangen. Für sie, die nun sowieso Zeitdruck hatten, gab es nur eine Besichtung. Mit allen anderen haben wir pünktlich begonnen.


Natürlich gab es auch hier erst eine Kirchenbesichtigung. Dabei musste ein wichtiger Akt vollzogen werden: Die Gäste dürfen sich immer vom Altar das Bier wählen, das später beim Heiligen Abendmahl verwendet wird. 


Ansonsten lief fast alles wie auch die Messen in der Kirche. Eröffnet wurde sie mit dem Ruf des Nudelsiebes.



Nach der Lobpreisung der Reliquien kam das gemeinsame Glaubensbekenntnis, natürlich mit der entsprechenden Haltung der Hand.


Nun waren alle zum Heiligen Abendmahl befähigt und wir starteten mit Nudeln von Seinen nudligen Anhängseln










Zum Runterspülen folgte Bier von Seinem Biervulkan. Ihr seht, bei uns gibt es keinerlei kannibalistische Tendenzen. Unser Abendmahl ist auch für Veganer geeignet.





Hier gab es eine Abweichung zur Standardmesse. Wegen Corona bekam jeder sein eigenes Trinkgefäß.











Alle hatten ihre Kehlen gut befeuchtet und deshalb klappte es auch wirklich prima mit dem künstlerischen Höhepunkt der Messe. Wir sagen gemeinsam die ersten beiden Strophen des Liedes Nr. 9 aus dem Pastafarianischen Liederbuch, "Ein bissfest Burg ist unser Gott" von Dr. Martin Nudler aus dem Jahre 1515.



Zum Abschluss wie immer das MonsterUnser. 



Anschließend, inzwischen waren noch zwei weitere Gäste und ein Hund eingetroffen, gab es noch eine längere Diskussionrunde unter dem Nußbaum. Man sieht es an den Gesichtern, da wurde es auch mal ernst. Hier ging es wohl gerade um die vielen Privilegien der Kirchen, vielleicht auch um die Verfolgung von Andersgläubigen durch Christen und die massive Ausrottung anderer Religionen unter Theodosius

Letztlich waren doch alle wieder fröhlich, die Gruppe hat sich noch mal per Mail für das Highlight ihres Urlaubs bedankt und der Radfahrer ist inzwischen Vereinsmitglied geworden. Das macht Mut für die Zukunft.

Deshalb verkünden wir hiermit: 

Für alle Gruppen, die sich anmelden, gibt es trotz Corona eine Freilandnudelmesse.....so lange es das Wetter zulässt. Bei der Genauigkeit der heutigen Wetterberichte weiß man das zwei Tage vorher schon recht sicher. 

Bis denne



02.07.2020

Deutscher mit Piratenhut auf Personalausweis




Nun hat es auch in Deutschland der erste Pastafari mit der korrekten Kopfbedeckung auf den Ausweis geschafft.
Wie uns Bruder Slow berichtet, war das gar nicht mal so schwierig. Er war aber auch gut vorbereitet.

Um Einwänden wegen Schattenwurf auf dem Gesicht zu entgehen, hatte er seinen Dreispitz mit der Breitseite nach vorn aufgesetzt.
So war in dieser Richtung klar Schiff gemacht.

Natürlich hat die Amtsperson einmal gefragt, was das soll. Slow verwies auf seine religiösen Gefühle, worauf es eine kurze Beratung mit einer weiteren Amtsperson im Nebenzimmer gab, ob das geht. Die zuckte nur mit den Schultern.

Aber da konnte unser Bruder helfen und verwies auf die ausgehängte Tafel, auf der klar eine Frau mit Kopftuch zu erkennen war. Es ging also.

Nun noch die Prüfung am PC, ob das Bild allen übrigen Anforderungen entsprach und das war`s.

Ohne jede weiter Nachfragen oder Schwierigkeiten konnte Bruder Slow seinen Personalausweis später in Empfang nehmen.

Darauf eine lautes "Biereluja"!

26.06.2020

Das Wort zum Freitag - I, Pastafari, letzte Klappe




Über „I, Pastafari“ habe ich schon berichtet. Zuletzt ging es um die Premiere des Films in Deutschland und um den Film selbst.

Heute geht es um den Ressigeur Michael Arthur, der gerade dabei ist, die europäischen Geldgeber seiner Crowdfundingcampagne auf Indiegogo  auf das Glatteis zu führen.

Dort wurde zugesichert, die bekommen alle einen digitalen Download des Films. Dass es den geben wird, habe ich schon bezweifelt, als Mike angekündigt hatte, seinen Film den großen Streamingdiensten anzubieten.
Spätestens bei der Premiere in Europa, hätte es diesen Download für alle Geldgeber geben müssen. Weil da nichts kam, habe ich Mike vor ca. drei Wochen auf Facebook gebeten, das endlich zu veranlassen. Dabei erklärte ich ihm, dass es mir nicht nur um mich geht.

Ich hatte seine Geldsammlung beworben und auch sonst unterstützt. Manche werden nur deshalb daran teilgenommen haben und vor denen stehe ich jetzt mit in der Verantwortung.

Der Beitrag stand eine Weile online, sonst kam keine Reaktion. Inzwischen scheint er gelöscht worden zu sein.
Der Grund war sicher die Mail, die ich am 23.06.20 schrieb. Wegen der fehlenden Reaktion mussten schärfere Geschütze her:

„Hallo Mike,

ich hatte dich auch schon auf Facebook gebeten, mir und den anderen Geldgebern den versprochenen Screener zum Download zu schicken.
Ich hatte dir auch gesagt, dass wir darauf als zugesicherte Leistung deines Crowdfunding einen Rechtsanspruch haben.

Leider hast du darauf noch nicht reagiert. Deshalb bitte ich dich, mir den Download bis spätestens 12.06.2020 zu ermöglichen.
Sollte das bis dahin nicht geschehen sein, werde ich dich bei der Polizei wegen Betrugs anzeigen.
Danach würde ich den Screener vor Gericht einklagen.

Bruder Spaghettus / Rüdiger Weida“

Da hatte ich wohl die richtige Sprache gefunden. Jetzt gab es eine Reaktion, sogar mehrere.

Zuerst meldete Paypal, dass „I, Pastafari Documentary“ meinen Beitrag zum Crowdfunding zurück überwiesen hat, dann kam eine Mail von Indiegogo und irgendwann wurden auch meine Beiträge zum Thema auf der Facebookseite des Films gelöscht.
Indiegogo, die Sammelplattform, informierte über einen neuen Eintrag:

„Screeners

All of you should have received your screener for the film by now since the film has been released in most regions. One backer of this campaign has complained that I offered downloads instead of screeners. This is true, but after some comments about "pirating" the film were made publicly, I elected to send screeners instead as a safety measure. If you donated to this indiegogo campaign, and would like a download instead of a screener of the film, just send me an email at ipastafaridoc@gmail.com and I'll refund from your donation the cost for you to buy a download of the film from Amazon/iTunes, which is 10 EUR. Apologies for any confusion, and thank you again for supporting this project. „

Nun ja, dass das vermutete Pirating, das dann doch keins war, der Anlass für Mikes Meinungsänderung war, mag man glauben oder nicht.
Wundern muss man sich, warum er nicht gleich jedem Geldgeber die 10 Euro automatisch zurück überwiesen hat. So viele (77) waren es nicht, dass das nicht möglich sein sollte.

Aber es gab nun eine Möglichkeit, doch noch an den zugesicherten Download zu kommen. Dachte ich zumindest.
Ich habe mich bei Amazon eingeloggt und den Film gesucht. Es gab die Optionen „Ansehen“ und „Kaufen“. Allerdings kam nach dem Kauf kein Downloadlink, sondern lediglich die Frage, ob ich den Film gleich ansehen wollte.

Etwas ratlos habe ich im Netz gesucht und das gefunden:

„Doch selbst wenn du einen Amazon Prime-Film gekauft hast, so darfst du nicht aus den Augen verlieren, dass dir das Werk dann tatsächlich "nur" virtuell gehört. Solltest du dein Amazon-Konto jemals löschen, so hast du auch keinen Zugriff mehr auf deine Watchlist. Daher solltest du dir gut überlegen, ob du dir ein Werk virtuell zulegen, oder dir lieber die DVD oder Blue-ray kaufen möchtest.“

Nichts also mit dem angeblichen Download. Auch bei Itunes nicht.

Nachdem Mike die europäischen Geldgeber erst verarscht hat, indem er stillschweigend allen statt dem Downloadlink nur einen zum einmaligen Ansehen des Films geschickt hat, verarscht er sie nun ein zweites Mal.

Mir war es wichtig, euch das mitzuteilen. Ich denke, damit bin ich meiner Verantwortung euch gegenüber nachgekommen. Jeder, den es betrifft, kann nun mit diesem Wissen anfangen, was er möchte. Mir ist der Download wichtig und ich werde weiter darauf bestehen, anderen vielleicht nicht. Es ist ja auch ein bisschen Arbeit, das durchzusetzen.