17.07.2014

Das Wort zum Freitag - monströs religiös

vom T-Shirt zur Nudeltour 2012


MONSTRÖS

Was bedeutet dieses Wort?

Nach dem Duden:

1. „wie ein Monster beschaffen, wirkend; von scheußlichem, furchterregendem Aussehen [und    unförmiger, übergroßer Gestalt]
2. in seinem Ausmaß, Umfang, Aufwand übersteigert, übermäßig groß, überaus aufwendig [und daher erschreckend, bedrohlich, erdrückend wirkend]
3. ungeheuerlich, unglaublich, empörend

Synonyme für monströs sind dort:

enorm, gewaltig, gigantisch, imposant, kolossal, mächtig, massig, riesenhaft, sehr groß, überdimensional, übergroß, von beachtlichem/ungeheurem Ausmaß, wuchtig; (gehoben) kolossalisch; (bildungssprachlich) titanisch; (oft emotional) riesig; (umgangssprachlich emotional verstärkend) riesengroß, empörend, himmelschreiend, skandalös, unglaublich; (umgangssprachlich, meist abwertend) unmöglich; (emotional) unverschämt; (abwertend) hanebüchen, unerhört, ungeheuerlich

Woher „monströs“ aber wirklich kommt, steht in keiner Erläuterung im Netz.

Große Ähnlichkeit zu den Wörtern „fürstlich“, „königlich“,  „göttlich“ ist durchaus gegeben. Diesen Wörtern entnehmen wir die Bedeutung, bestens zu leben, eben so, wie man sich das sorglose Leben von Fürsten, Königen oder Göttern vorstellt.
Ihr, meine klugen Brüder und Schwestern, habt natürlich schon lange erkannt, wovon das Wort „monströs“ abgeleitet wurde, nämlich von unserem geliebten Monster.

Anders als der Duden behauptet hat es aber keinen negativen Anstrich. Es beschreibt die übermäßige Größe unseres FSM. Im Gegensatz zu fürstlichem, königlichem und göttlichem Leben beinhaltet das monströse Leben ein Leben, wie es in unserem Evangelium beschrieben ist. Monströse Religiösität besteht darin, dass jeder sich bemüht, nach den Acht  Am Liebsten Wäre Mirs zu leben und alles zu tun, um die Erderwärmung zu stoppen. Das heißt, sich, wo es nur geht, als Pirat zu zeigen. Natürlich beinhaltet monströses Leben auch Spaß und Freude, Bier, Tomatensaft und unsere geliebte Pasta.

Ihr zweifelt daran? Nun denn! Zweifeln ist des Pastafari Pflicht. Aber das hat doch was, oder?

Eure Elli Spirelli

10.07.2014

Das Wort zum Freitag - Unglaublicher Glaube?




Frater Carbonara hat mir einen Artikel aus der Printausgabe seiner Heimatzeitung zugeschickt: "Unglaublicher Glaube".

Eigentlich toll, wenn jetzt immer mehr über uns Pastafari geschrieben wird. Weniger schön, wenn dabei nicht richtig recherchiert und in der Folge einiges falsch dargestellt wird. Leider war das hier der Fall und ich habe mich gezwungen gesehen, eine Richtigstellung bei der entsprechenden Zeitung zu fordern.

Schade, dass ich hier nicht den ganzen Artikel einstellen darf. Ein Zitat daraus vom Verfassungsrechtler und Präsidenten des letzten Kirchentages in Hamburg werde ich aber wohl bringen dürfen: "Man darf sich über eine solche Spaßtruppe freuen". Hört sich erst mal gut und tolerant an. Aber vielleicht verkennt er uns doch ein bisschen, denn er meint weiter: "...und sollte sich als Christ nicht provozieren lassen. Wenn die sich selber  nicht so ganz ernst nehmen, sollten andere das auch nicht tun."

Hier mein Brief an "Sonntag Aktuell"

Sehr geehrte Redaktion,

als mir ein Pastafari unter Ihrem Leserkreis den Artikel „Unglaublicher Glaube“ von Markus Brauer vom 6. Juli 2014 zuschickte, hatte ich zunächst erwartet, etwas über das Christentum, den Islam oder Scientology zu lesen. Dann habe ich voll Freude festgestellt, sie haben einen Glauben aufgegriffen, der immer mehr an Bedeutung gewinnt, das Pastafaritum. So sollte Dienst am Leser aussehen.

Allerdings sollte der auch auf der Basis von Fakten, und nicht auf in großem Umfang falsch dargestellten Zusammenhängen erfolgen. Damit meine ich nicht, dass unsere Glaubensinhalte, wenn man sie objektiv betrachtet, keineswegs unglaublicher als andere sind. Überschriften sollen wirken, so kann ich die durchaus akzeptieren. Es befinden sich jedoch einige Falschdarstellungen in Ihrem Artikel, die klargestellt werden müssen.

Es stimmt, die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland ist seit 2006 eingetragener Verein und seit 2011 anerkannte gemeinnützige Körperschaft. Damit sind wir die einzige juristische Person des Pastafaritums im deutschsprachigen Raum.  Die Zeit, als die  nur 40-50 Mitglieder hatte, ist allerdings lange vorbei.

Falsch ist es, wenn Sie Jörg Steinhaus als dessen Sprecher darstellen.
Richtig ist, der ist ganz normales Mitglied unserer Kirche und was er Ihrem Journalisten gesagt hat, deshalb nicht mehr als seine private Meinung, die wir inhaltlich kaum teilen.

So ist es falsch, dass wir austesten wollen, ob eine solche Gemeinschaft als Religion anerkannt werden kann.
Richtig ist, wir verstehen uns nicht als Religions- sondern als Weltanschauungsgemeinschaft. Das ist per öffentlich lesbarer Satzung leicht festzustellen:
 „Zweck des Vereins ist die Förderung von religiösen Zwecken in ihrer Gleichbehandlung mit wissenschaftlich orientierten Weltanschauungen und bei einem besonderen Schwerpunkt auf dem evolutionären Humanismus der Giordano Bruno Stiftung.
In diesem Sinn verstehen wir uns als Weltanschauungsgemeinschaft.“

Es ist ebenfalls falsch, dass „eine gewisse Ernsthaftigkeit nicht ganz vorhanden ist“.
Richtig ist, auch wenn wir mit viel Freude und Spaß unser Anliegen betreiben, nehmen wir das doch sehr ernst.

Erstaunt war ich auch über Ihre Behauptung, „dieser Ulk“ wäre völlig sinnfrei. Ich vermute, Sie beziehen sich da auf unsere Glaubensinhalte. In dem Fall muss ich Ihnen recht geben, möchte aber darauf hinweisen, dass das kein Alleinstellungsmerkmal ist, sondern gemeinsames Merkmal aller Weltreligionen.

Richtig ist allerdings, wir Pastafari streben nicht die Anerkennung als Religion und Körperschaft des öffentlichen Rechts an. Wir fordern vielmehr die Gleichbehandlung von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaft auf unserer Ebene. Nicht wir wollen den Status der Großkirchen als KdÖR, sondern diese sollen gemeinnützige Vereine werden.  Wahre Gleichberechtigung ist nicht möglich, indem man allen alle Privilegien zuerkennt. Sie ist nur möglich, wenn es keine Privilegien mehr gibt.

Richtig ist auch, wir feiern regelmäßig Nudelmessen. Nicht nur das, wir heiraten auch nach pastafarianischem Ritus und auch unsere Kinder taufen wir nach diesem.
Falsch ist aber, dass wir dabei Nudelsiebe tragen. Das gilt bei uns als Blasphemie. Das Spaghettimonster möchte, dass wir als Piraten die Erderwärmung stoppen und wir folgen diesem klaren Wunsch.
Das Nudelsieb als Kopfbedeckung ist nur eine aus Unwissenheit in Österreich entstandene Unsitte.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Schreiben einige grundlegende Irrtümer klären konnte und bitte Sie, dieses zur Richtigstellung des Sachverhaltes, z.B. als Leserbrief, zu veröffentlichen.


Rüdiger Weida
Vorsitzender des KdFSM Deutschland e.V.
www.pastafari.eu










07.07.2014

Pastafaritreffen und Kirchweihe am 13. und 14. September in Templin


Wir laden euch ein, am Gründungsort unserer Kirche, in Templin, zwei Tage mit uns zu feiern. Dafür erheben wir einen Teilnehmerbeitrag von 12,- Euro und bieten dafür sonnabends ein Piratenabendbrot aus dem Kessel, Frühstück und Mittagessen am Sonntag, Mineralwasser und Platz für euer Zelt bzw. Schlafsack. Andere Getränke bringt jeder selbst mit. 

Der Höhepunkt der Feier wird am Sonnabend um 16:00 Uhr die Kirchweihe sein. In einem Raum in unserem umgebauten Stall wird zukünftig jeden Freitag eine Nudelmesse angeboten werden. Das soll dann auch an den Schildern an den Eingangsstraßen der Stadt mit verkündet werden, neben denen der Evangelen, Katholiken und Baptisten, die schon jetzt dort stehen. 

Natürlich werden die jeweiligen Pfarrer ebenso wie die Honoratioren der Stadt zur Kirchweihe und zu einem anschließenden Sektempfang eingeladen. 

Der ist auch für euch umsonst. :) Aber meldet euch bitte an. Auf Grund der örtlichen Gegebenheiten müssen wir die Teilnehmerzahl begrenzen. Mail an kdfsmd[et]gmx(punkt)de

03.07.2014

Das Wort zum Freitag - Das Monster in die Welt tragen


Ja, es gibt weltweit schon Millionen Pastafari und in Deutschland schon Tausende. Aber das ist noch nicht genug. Noch sind nicht alle Nudeln richtig gegart und noch immer versuchen Ungläubige uns mit Hilfe des Staates ihre falschen Götzen als Gott zu verkaufen.

Aber das, liebe Schwestern und Brüder, wird nicht so bleiben, verfliegt deren heiliger Geist doch immer mehr. Die Besten unter ihnen haben sich eh schon längst vom kirchlichen Beliebigkeitsmainstream genau so abgesetzt, wie von den freikirchlichen Fundamentalisten und praktizieren ihren eigenen, persönlichen Glauben.
Es ist , so scheint es, vielleicht gar nicht mehr notwendig, darauf hinzuweisen, was bei ihnen alles falsch läuft. Zumal noch ein anderer Trend uns zu Gute kommt, vegetarische oder gar vegane Ernährung greift immer mehr um sich. Wer das ernst nimmt, ist schon vor dem falschen Götzen geschützt, denn er wird nie zum Kannibalen werden und ein Abendmahl verweigern, bei dem Fleisch und Blut gereicht werden. Bei uns, wo es da Bier von Seinem Biervulkan und Nudel von Seinen nudligen Anhängseln gibt, ist er jedoch bestens aufgehoben und wir freuen uns, wenn er auf seine Spaghetti mit Tomatensoße Tofubällchen legt.

Die Zeit läuft also für uns. Aber reicht es, wenn nur die Ungläubigen schwach werden? Brauchen wir nicht auch selbst Stärke? Müssen wir uns nicht immer mehr in die Gesellschaft einbringen?

Auch hier, ihr Piraten und Freibeuterinnen, scheint die Zeit für uns zu laufen. Wie es aussieht, sind wir dabei, auch zwei bisher von Christen besetzte Bastionen zu stürmen: Das Kinderzimmer und die Schule. Und das mit Glanz und Gloria, denn diese SpaghettiMonster-Spieluhr fetzt einfach nur.

In der Schule werden immer mehr Vorträge über unser Monster und unseren Glauben gehalten. Das zeigen die Anfragen, die ich bekomme und in denen um Auskunft gebeten wird. Da fragt David vom Technischen Gymnasium: "Moin, ich bin derzeit im Werte und Normen Kurs an einem Referat über die Pastafari beschäftigt und wollte mal fragen, ob man hier noch ein paar Informationen rauskitzeln könnte". Natürlich hat er die bekommen und dann auch die fertige Präsentation geschickt. Wer die evtl. für ähnliche Zwecke gebrauchen könnte, kann mal bei mir anfragen, ich leite dann weiter.
Nun haben sich auch noch Jens und Jakob von der FH Erfurt gemeldet: Dort, so hatte ich den Eindruck, mussten erst mal die "zuständigen Stellen" überzeugt werden bevor sie ihren Vortrag verschriftlicht abgeben durften. Danach schrieben sie:

"....Wir gestalten den Vortrag so, dass wir im zweiten Teil die kritische Parodie der Religion darstellen und im ersten Teil die Religion als solche vorstellen und mittels Definitionen und so weiter versuchen die Religion des FSM als Religion zu begründen. 
Ein paar Fragen sind uns allerdings noch offen geblieben und genau diese würden wir gerne von Ihnen beantwortet haben..."

Und weil diese Fragen vielleicht auch für euch interessant sind, stelle ich sie hier samt Antworten ein.

Frage 1: Werden Kinder bei Ihnen wirklich mit Nudelwasser getauft?  Gab es schon einmal eine solche Zeremonie? Wenn Ja welche Bedeutung hat diese?

Ja, machen wir. Die Taufe gilt bis zum 14. Geburtstag und verfällt dann automatisch. Will der ehemalige Jungpastafari weiter Pastafari bleiben, muss er sich neu dazu bekennen. Damit vermeiden wir, dass Eltern für ihre Kinder etwas abschließen, was nicht mehr oder nur unter Kosten rückgängig gemacht werden kann.

Die Zeremonie gabs schon, zu sehen auf youtube unter "Nudeltaufe"


Frage 2: Da wir zukünftig in einer Kita arbeiten werden, stellen wir uns auch die Frage ob es irgendwelche Besonderheiten für ein Kind der Pastafaris im Kindergarten zu beachten gibt.

Es hat das Recht, zu Mittag immer Pasta zu fordern, besonders an Freitagen, unserem heiligen Tag, sollte das selbstverständlich sein. Außerdem hat es beim Kinderfasching das Recht, als einziger als Pirat/in zu gehen. ;)


Frage 3: Weiterhin kam es uns so vor, als ob die Religion des FSM bewusst auf die OFFENSICHTLICHE/DIREKTE Kritik gegen andere Religionen verzichtet. Ist das Ihrer Meinung nach so? Und wenn ja warum tut sie das? 

Wir halten diese Kritik nicht für nötig, die machen sich doch selbst genug unmöglich. ;)


Ansonsten hoffen wir, dass über das Nachdenken über den Sinn unserer "Religion" bei den Leuten auch das Nachdenken über den Sinn anderer Religionen einsetzt.


Frage 4: Haben Anhänger Ihrer Religion irgenwelche Probleme mit öffentlichen Einrichtungen oder anderen Religionen? Werden SIe häufig kritisiert? Nimmt man diese Religion in Deutschland ernst?

Ja, wir haben massive Probleme. Unsere religiöse Kopfbedeckung wird auf Ausweisen nicht anerkannt (ich führe deshalb gerade einen Prozess gegen die Stadt Templin), das Wort zum Freitag wird nicht im Fernsehen gesendet und manche Medien boykottieren uns. 
Frage 5: In wie weit wirkt sich Ihre Religion auf Ihren Alltag aus? Hat sich etwas verändert seid dem Sie diesen Glauben haben?

Ich esse mehr Pasta und bin glücklicher.
Vor allem aber habe ich durch diesen Glauben eine Unmenge interessanter Menschen kennen gelernt und gute Freunde gefunden.
Frage 6: Beten Sie in aller Ernsthaftigkeit das Monster an? Z.B. Sitzen Sie alleine zu Hause und beten das Monsterunser? Oder haben Sie da immer einen ironischen Aspekt im Hinterkopf?

Wir dürfen gar nicht ernsthaft anbeten, denn das Monster hat uns zu immerwährendem Zweifel verpflichtet. Wir haben an allem zu zweifeln, letztlich sogar an IHM selbst.
Frage 7: (bezieht sich auf Frage 6)  Leben Sie die Religion auch privat aus? Oder dient die Religion nur als kritische Ausdrucksform in der Öffentlichkeit?

Natürlich lebe ich diese Religion auch privat. Sie hat ja viel mehr zu bieten als nur die Pflicht zum Zweifel. Vor allem die 8 Am Liebsten Wäre Mirs zu befolgen ist immer ratsam und nützlich. 

Frage 8: Sympathisiert Ihre Religion mit der deutschen Partei "Die Piraten" ? Uns ist aufgefallen, dass es dort einige Übereinstimmungen gibt.

Unsere Kirche ist politisch neutral. Tatsächlich finden die Piraten bei uns aber sehr viele Anhänger. Das liegt jedoch nicht daran, dass sie "Piraten" sind, sondern daran, dass sie sich als einzige Partei glaubhaft für die Trennung von Religion und Staat einsetzen.


Frage 9: Was finden Sie besonders wichtig/erwähnenswert an der Religion? Was würden Sie der Welt sagen, was Ihre Religion für Sie persönlich darstellt?

Wie jede Relgion bietet auch unsere Gemeinschaft. Wir haben viele Feiertage, die wir gemeinsam begehen, wir haben viele Zeremonien, die wir durchführen, wir besuchen uns usw.

Im Gegensatz zu anderen Religionen hat unsere aber nichts Einengendes. Wir bauen nicht auf Angst (Hölle), wir haben flauschige moralische Standards und unser Gott ist nicht der strafende Übervater, sondern eher der Kumpel von nebenan. Er ist nicht vollkommen und macht auch mal Fehler. Deshalb haben wir auch kein Problem mit der Theodizee.

Ansonsten sind wir

- die einzig wissenschaftliche Religion, denn wir sind zum Zweifel verpflichtet,
- die ehrlichste Religion, denn wir geben als einzige zu, unser Gott ist ein Monster,
- die mit den besten Jenseitsversprechungen (Biervulkan, Stripperfabrik)
- die toleranteste, dann in SEINEM Namen wurde noch nie ein Krieg geführt, jemand getötet oder auch nur geschlagen
- die einzige für Veganer, denn bei uns gibt es zum Abendmahl nicht Blut und Fleisch, sondern Bier und Spaghetti(ohne Ei)
- die glaubwürdigste Religion, denn obwohl wir uns bemühen, die anderen an Absurdität zu überbieten, gelingt es uns nicht
- die sicherste Religion, denn wir geben die "Gott zurück Garantie".       Probiert uns aus, und wenn es euch nicht gefällt, garantieren wir, euer alter Gott nimmt euch zurück

26.06.2014

Das jugendliche Wort zum Freitag - Werdet Piraten


Heute möchte ich einmal den Trend unserer Tagespresse übernehmen und nur die Leser zwischen 6 und 13 Jahren ansprechen. Auch wenn ich mich nicht, wie die Tagespresse, im jugendlichen Jargon üben werde (geht sowieso nach hinten los), bin ich sicher, dass ihr mich trotzdem verstehen werdet. Falls nicht, übersetzt ihr es einfach für euch selbst so, dass ihr Lust habt, bis zum Ende zu lesen. Wäre ja gelacht, wenn wir das nicht hinbekämen.

Unsere Tagespresse bemüht sich, junge Leser für das tägliche Zeitunglesen zu begeistern und bringt deshalb täglich Beiträge, die euch Jugendliche ansprechen sollen. Dafür hat sie eine ganze Seite eingeräumt, die letzte.

Die Themen sind vielschichtig. Es gibt Aktuelles, Lehrreiches, Spaßiges und Rätsel. Soweit gut, schliche sich da nicht immer wieder gern der religiöse Werbeblock ein und selbstredend versteht die Redaktion unter „religiös“ die Geschichte der evangelischen und katholischen Kirche.

Nach meinem Empfinden gehört das zwar in der Form nicht in eine Tagespresse, brachte mich aber auf die Idee, hier, wo Glaubenssachen zu Hause sind, pastafarianische Glaubenssachen, auch mal das Wort zum Freitag speziell für euch, die ihr zwischen 6 und 13 Jahren seid, kund zu tun. Alle anderen Junggebliebenen dürfen natürlich auch lesen. ;)

Damit es nicht langweilig wird, hier eine Auflockerung. Manche werden jetzt meckern, das ist doch nichts für Kinder. Ich bin mir sicher, ihr selbst seht das anders. :)



Na, hatte ich Recht? So kann das Leben Spaß machen und doch nützlich sein. 

Etwas möchte ich euch zum Schluss noch ganz stark ans Herz legen, denn so will es unser Monster und so ist es gut:

1. Egal, was ihr im Evangelium lest, egal was ihr im Leben hört und man euch einzutrichtern versucht, zweifelt, zweifelt, zweifelt, auch wenn es letztlich an Ihm selbst ist.
Sucht immer selbst den Weg zu Erkenntnis und Wahrheit. Ganz besonders aber rate ich euch, misstraut ganz besonders allen, die behaupten, sie hätten diese Wahrheit bereits gefunden. Sie lügen, und das ganz besonders, wenn sie behaupten, die hätten diese Wahrheit in uralten, göttlichen Büchern gefunden.

Götter sind nie zur Schule gegangen, die können also gar nicht schreiben. :)


Eure Elli Spirelli

19.06.2014

Das Wort zum Freitag - Weida ./. Stadt Templin VIII


Als mir die Stadt Templin meinen Ausweis mit piratiger Kopfbedeckung verwehrte, wurde ich gleichzeitig darauf hingewiesen, dass ich mit Auslaufen meines Ausweises im Juni 2014 einen neuen bräuchte. Sonst würde ich mich strafbar machen und eine Ordnungsstrafe folgen.

Also lies ich mir was einfallen, wie der Ausweis, der ja nur die Zwischenlösung sein soll, doch irgendwie unser Monster ehren könnte. Irgendwann kam mir die Idee mit der Haarschleife mit Spaghettimonster im Bart. Ich habe überall nachgelesen, nirgends wurden Haarschleifen verboten. Zu dem gleichen Ergebnis kam auch der Landkreis, bei dem die Stadt Templin nachgefragt hatte und so habe ich nun einen neuen Ausweis:


Sieht doch gar nicht so schlecht aus, oder?



Die Freude währe aber nicht lange, ich bekam Post vom Verwaltungsgericht Potsdam. In der Anlage ein Schreiben der Stadt Templin:

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Der Hammer war aber das Schreiben des Verwaltungsgerichtes selbst:

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Das von uns angestrebte Verfahren soll also eingestellt werden. Ein Unding. Es kann nicht sein, dass man, wenn man einem Hinweis auf rechtswidriges Verhalten durch eine Behörde folgt, einen Anspruch auf Rechtsschutz verliert. Das würde ja bedeuten, ich müsste mich bewusst rechtswidrig verhalten, um diesen Anspruch nicht zu verlieren. So etwas kann weder der Gesetzgeber noch die Gerichte wollen.

Entsprechend habe ich geantwortet:



VG 8 K 4253/13 Weida ./. Bürgermeister der Stadt Templin
Ihr Schreiben vom 16.05. 2014
Sehr geehrter Herr Burchards,
mein Rechtsschutzinteresse bestand von Anfang an nicht in der Ausstellung eines beliebigen Ausweises, sondern in der eines Ausweises, auf dem ich auch auf dem Passfoto die Kopfbedeckung tragen darf, die ich meinen religiös-weltanschaulichen Überzeugungen gemäß ständig in der Öffentlichkeit trage.

An dem Sachverhalt, dass mir der Bürgermeister der Stadt Templin das verwehrt, hat sich nichts geändert.

Mein Antrag auf einen neuen Ausweis ohne Kopfbedeckung habe ich nur gestellt, weil ich bei der Ablehnung des anderen darauf hingewiesen worden bin, dass ich mit Ablauf der Gültigkeit des jetzigen ordnungsrechtlich verfolgt werden kann. Da mein Ausweis nur noch bis Juni 2014 gültig war, habe ich den neuen ausschließlich beantragt, um dieser Verfolgung zu entgehen. In obiger Sache lag noch kein Termin vor und es war klar abzusehen, dass die anstehende Entscheidung nicht mehr rechtzeitig erfolgen würde, um nicht einen längeren Zeitraum ganz ohne gültigen Ausweis zu sein. Das wollte ich vermeiden.

Falls das ein Fehler war, bin ich gern bereit nochmals einen Antrag auf Ausstellung eines Personalausweises mit Kopfbedeckung zu stellen und notfalls ein neues Verfahren zu eröffnen. Ich bitte jedoch darum, sowohl aus Zeit- als auch aus Kostengründen, weiteres Bestehen des Rechtsschutzinteresses festzustellen. Haarschlingen kommen in meinem Glauben nicht vor. Meine kann deshalb keinesfalls, wie vom Bürgermeister der Stadt Templin scheinbar vermutet, als Ersatz für die verweigerte Kopfbedeckung gesehen werden, sondern lediglich als modischer Gag.
Mit freundlichen Grüßen
Rüdiger Weida
Nun bin ich mal gespannt, ob diese Erklärung ausreicht. Wenn nicht, bliebe noch eine Beschwerde über die Einstellung.

Sollte auch der nicht stattgegeben werden, bleibt nur eins. Nach Auskunft der Beamtin der Stadt kann man sich so oft man möchte ohne zeitlichen Mindestabstand einen neuen Ausweis beantragen. Der hätte dann wieder Kopfbedeckung und ich dann Zeit bis 2024. So lange ist der jetzige noch gültig. Genug Zeit also, um in Ruhe auf den Gerichtstermin zu warten und nicht noch einmal in die gleiche Falle zu laufen. 

12.06.2014

Das Wort zum Freitag - Keine Rechtspersönlichkeit für Nudelsiebträger in Österreich




Unsere almistischen Glaubensbrüder aus Österreich hatten beantragt, als Religionsgemeinschaft anerkannt zu werden. Wie heute unter Bruch des Amtsgeheimnisses bekannt wurde, wurde ihnen diese Anerkennung versagt. Da die Ablehnung noch nicht offiziell zugestellt ist, können über die Gründe noch keine konkreten Angaben gemacht werden.  Die Rede ist vom Fehlen einer religiösen Lehre bzw. formellen Fehlern in der Satzung und falscher Verwendung des Begriffs Kirche, der nur christlichen Religionsgemeinschaften zustände. Unbeeindruckt will die KdFSMÖ einen neuen Antrag stellen. Wir drücken die Daumen.

Ob dieser Antrag Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Ist doch nicht auszuschließen, ja für gläubige Pastafari sogar als sicher anzunehmen, dass ES selbst es so gefügt hat, um ein klares Zeichen gegen das blasphemische Nudelsieb zu setzen. Wer klar und bewusst gegen Seinen Willen verstößt als Pirat zu helfen, die Erderwärmung zu stoppen, kann einfach nicht mit Seiner Unterstützung rechnen.

Können wir aus diesem Geschehen etwas für uns selbst entnehmen? Schließlich gehen wir einen anderen Weg, und das gleich in zwei wichtigen Fragen. 


Erstens haben wir uns nie als Religions-, sondern als Weltanschauungsgemeinschaft verstanden und das auch klar und deutlich in unserem Satzungsziel vermerkt. 
Wir leben, im Unterschied zu den Almisten, unsere Religion. Wir feiern regelmäßig Nudelmessen, wir taufen unsere Kinder und wir heiraten nach dem Ritus unserer Kirche. Ja, Kirche. Ganz offiziell heißen wir so und sind so auch anerkannte gemeinnützige Körperschaft geworden. Zumindest in Deutschland ist Kirche kein geschützter Begriff. 

Wir tragen unsere Kopfbedeckungen regelmäßig zu diesen gemeinsamen Zeremonien, oder sogar, wie ich, immer in der Öffentlichkeit, ob beim Autofahren, Spazierengehen oder in Amtsstuben. Damit ist zumindest die Grundvoraussetzung erfüllt, wenn man seine weltanschauliche Kopfbedeckung auch auf Ausweisdokumenten tragen möchte: man muss sie auch regelmäßig tragen. Könnt ihr euch vorstellen, dass sich jemand wirklich immer in der Öffentlichkeit mit Nudelsieb auf dem Kopf als Geschirrständer präsentiert? Mal ganz davon abgesehen, dass das Nudelsieb nun wirklich keine Kopfbedeckung ist und somit schon den formalen Anforderungen widersprechen dürfte. Unsere Chancen stehen also auf jeden Fall besser, wenn wir um unsere Gleichberechtigung kämpfen. 

Weil wir zweitens aus den Lehren der Geschichte gelernt haben, was es bringt, wenn man einem falschen Führer aus Österreich nachläuft und deshalb das Nudelsieb in der Küche lassen, können wir auch Seiner Unterstützung sicher sein. Wenn Es nicht gerade Nietzsches Motto "Was mich nicht tötet, macht mich stark" folgt, können wir also trotz der Schlappe der almistischen Schwestern und Brüder in Österreich durchaus weiter auf einen Erfolg in unserem Rechtsstreit hoffen.