21.03.2019

Das Wort zum Freitag - Bruder Spaghettus bei Teckel TV


Schön war´s beim Teckel TV. Tolle Kneipe, tolle Gäste, ein super vorbereiteter Moderator und interessante Unterhaltungen. Mit Oliver Bröcker z. B., der mir erzählt hat, wie begeistert er war, als er vor zwei Jahren bei einem Dreh in Templin unsere Nudelmessenhinweisschilder gesehen hat. Die Flyer und Aufkleber gingen weg wie warme Semmeln und auch für das eine oder andere Selfie war ich gefragt. Ein rundum schöner Abend, da hat sogar der Zigarettenrauch weniger gestört als sonst.

Ich hoffe, ihr könnt etwas davon nachvollziehen. Das Wort zum Freitag gibts heute als Video:



15.03.2019

Das Wort zum Freitag - Zahlengesichter - Gastbeitrag BfG Bayern

Ahoi,

Nachdem ich es vor zwei Wochen nicht geschafft habe ein Wort überhaupt zu veröffentlichen hier erst mal ein Gastbeitrag der uns aktuell erreicht hat.

Wie ihr schon dem Video entnehmen könnt geht es um den Missbrauch in der kath. Kirche. Insbesondere im Bistum Regensburg. Aber was schreibe ich hier lange rum. Entert doch einfach die Seite die das Bistum... äh, der Bund für Geistesfreiheit erstellt hat (hier noch das langweilige kath. Original).

Mir gefällt die Aktion jedenfalls auf den ersten Blick sehr, ich werde auch noch die eine oder andere Minute auf der Seite lesen. Danach kann man hier auch noch eine Petition unterzeichnen.

Ohne viele Umschweife noch ein verhältnismäßig trockenes, piratiges Wochenende.

07.03.2019

Das Wort zum Freitag - Gottes missbrauchte Dienerinnen



Eigentlich hatte ich ein anderes Thema für heute. Aus aktuellem Anlass habe ich das verschoben: Ich habe mir gerade den gleichnamigen Bericht von arte angesehen. Den sollte jeder gesehen haben. Zeit dafür ist noch bis 03.05.19, dann wird er aus der Mediathek genommen.

Mich hat der Bericht erschüttert, ich bin immer noch leicht aufgewühlt. Klar, der Missbrauchsskandal an Kindern ist vielleicht noch heftiger. Aber das kann und sollte man erstens nicht gegeneinander aufwiegen, und zweitens kam der scheibchenweise, wirkte also nicht ganz so wie Dampfhammer.


Arte hat sich 1:36 h Zeit genommen, um jahrelange Recherchen schlüssig zusammen zu fassen. Das von vorn bis hinten völlig glaubwürdig. Besonders gelungen fand ich die Darstellung, wie dieser sexuelle Missbrauch von Nonnen bis hin zur Zwangsprostitution institutionalisiert war. Seit mindestens 20 Jahren lagen erste Anzeigen beim Vatikan vor. Wie bei den Kindern wurde auch hier alles gedeckelt. Nonnen, die schwanger wurden, mussten ihre Kinder zur Adoption frei geben oder abtreiben. Oft wurden sie anschließend von ihren Orden ausgeschlossen und saßen mittellos auf der Straße. Eine besondere Form des Missbrauchs gab es in Aidsgebieten. Da konnten die armen Priester aus Furcht nicht mehr zu Prostituierten gehen, also mussten die Nonnen ran. Kann man doch verstehen, oder? Die, denen das gemeldet wurde, hatten jedenfalls Verständnis. Für die Priester, versteht sich, nicht für die Nonnen.


Das führt mich zum nächsten Punkt. Arte hat es hervorragen verstanden klar zu machen, warum die Opfer im kirchlichen Gefüge nahezu chancenlos waren. Das Gemenge von gewohnter Unterordnung, Gelöbnis, äußerem Druck und Liebe zu Kirche bzw. zu Jesus war zu dicht. Beeindruckend war da die Aussage einer deutschen Ordensfrau. Für sie war nicht die Vergewaltigung das Schlimmste, sondern der Verlust der Jungfräulichkeit. Die hatte sie Jesus versprochen. War sie nun noch seine Braut? Hatte sie ihn verraten? Bei mir kam nie der Gedanke auf: selbst schuld, warum seid ihr in dem Verein. Dafür eine Menge Verständnis.


Aber auch eine Menge Wut. Auf die Täter, auf die Verschweiger, auf die Institution und auf den Papst selbst.

Der war zwar auf Druck von außen bereit, sich mit zwei Opfern zu treffen, allerdings nur im Geheimen. Also genau das, was alle anderen vor ihm auch schon gemacht haben: sich entschuldigen aber nicht dazu stehen und, vor allem, nichts ändern.

Für mich ist klar, diese weltgrößte Verbrecherorganisation Kirche ist nicht reformierbar. Zu stark sind die Seilschaften, zu stark der Drang, nach außen makellos da zu stehen und viel zu gering der Wunsch, wirklich etwas ändern zu wollen. Auch beim ehemaligen Hoffnungsträger Papst Franziskus.


Da hilft wirklich nur noch eins, das zu tun, was man mit kriminellen Organisationen tut: sie zerschlagen. Bei der Mafia versucht man das schon lange. Die Kirche ist noch schlimmer und das schon ewig. Raub, Betrug, Erpressung, Mord, alles wird geboten. Sie muss aufgelöst werden, ihr Vermögen ersatzlos eingezogen, die Archive geöffnet und Täter bestraft.


Leider eine Utopie. Überall ist die Kirchenlobby am Werk und mit der Politik verwoben. Aber wir können eins klar machen:


Wer diese Kirche in irgend einer Weise fördert, unterstützt eine kriminelle Vereinigung.


Egal ob Staaten ihr finanzielle Zuwendungen, Begünstigungen oder Sonderrechte gewähren, egal ob Privatleute für die Kirche werben, sie verteidigen oder für sie spenden, sie alle machen sich mitschuldig an ihren Verbrechen.


Wenn wir das immer mehr in die Köpfe bekommen, haben wir schon einiges geschafft.

21.02.2019

Das Wort zum Freitag - Hoher Besuch aus Nischni Nowgorod



Endlich angekommen. Michail und Maxim waren trotz Strapazen gut drauf. Es waren schon Besucher aus vielen Ländern hier, aber immer in Verbindung mit einem Aufenthalt in Deutschland. Anders die beiden Brüder, die waren tatsächlich, nur um nach Templin zu kommen, nach Berlin geflogen. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich sie überredet das zu tun, wenn alles schön grün ist und man gemütlich draußen sitzen kann. So haben sie dann doch etwas gefroren und konnten gar nicht so recht verstehen, warum es mir gefällt, so weit draußen zu wohnen. 



Natürlich ging es erst einmal in die Kirche zur Besichtigung. Nach einer kurzen Aufwärmung, mit ersten Getränken in der Küche, war dann die Messe dran. Wir wollten die auch filmen, ich habe meine Kamera aufgestellt und auf den Knopf gedrückt. Leider war es nicht der für den Film, sondern für Bilder. Vielleicht hatte das auch was Gutes, so bleibt euch mein Radebrech-Englisch erspart.




Nach der Messe gabs die Gastgeschenke. Von uns unsere Bandanas, CDs, Flyer, Aufkleber und Button....



...von Nischni Nowgorod schöne Magnettafeln mit dem Monster und die Mitgliedsurkunde für mich. 


Damit war der offizielle Teil vorbei. Maxim wollte unbedingt mal in ein typisch deutsches Restaurant. Die große Auswahl haben wir da nicht in Templin, aber genau so hatte er es sich unseres vorgestellt und das Essen kam gut an. 

Vor allem hatten wir nun aber auch einmal Zeit, uns über unsere länderspezifischen Voraussetzungen und Ansichten zu unterhalten. 


In Nischni Nowgorod gibt es die wahrscheinlich weltweit zweite Kirche des FSM. Es ist eine Bar, die Michail betreibt und die voll auf Pastafari ausgerichtet ist. Jeden Freitag trifft sich dort die örtliche Crew. Auch in Russland gibt es Piraten, aber die Mehrzahl steht auf Nudelsieb.  Ist ja gar kein Problem, sondern sogar gut, wenn das Pastafaritum so etwas beliebig wird, meinte Michail. Schließlich haben wir keine Dogmen, also können wir tun und lassen, was wir wollen. Vielleicht habe ich ihn mit meiner Meinung, keine Dogmen zu haben bedeutet nicht, keine Regeln zu haben, doch ein bisschen zum Nachdenken gebracht. Keine Dogmen zu haben bedeutet nur, seine Regeln immer wieder zu prüfen und bei neuen Erkenntnissen oder Bedingungen entsprechend anzupassen. 


Interessant ist auch der Kirchenaufbau in Russland. Eine gemeinsame Kirche gibt es dort nicht, nur verschiedene örtlich anerkannte Gruppen. Erst, wenn die 10 Jahre lang bestanden haben, kann daraus eine landesweite Kirche werden. Deshalb, und wegen Uneinigkeiten unter den Gruppen, gibt es auch keinen Pastarchen für ganz Russland. Ein erster Versuch scheiterte daran, dass der gewählte Kandidat erst 17 war. Das führte zu Protesten und zur Abwahl. Zur Wahl eines neuen kam es nicht mehr.

Die Gruppe um Michail und Maxim ist auf jeden Fall die aktivste im Land und so wohl Michail als Pastarch von Nischni Nowgorod auch die wichtigste Ansprechperson für Russland. Außer unserer Sveti Spaghetti natürlich, die auch diesen Kontakt zu Stande gebracht hat.


Zum Abschied musste selbstverständlich noch ein Bild mit den Nudelmessehinweisschildern her. Ohne das ist kein Templinbesuch perfekt.






Wer sich noch mehr für die russischen Verhältnisse interessiert und etwas die Sprache kann, sollte sich hier umsehen:  http://xpalmm.ru

Aber auch Bilder gucken lohnt sich da.

Hier zum Abschluss noch einen Bericht von Michail über seinen Besuch hier.


edit: Nachdem Michail dieses Wort gelesen hatte, hat er mir noch ein Bild von unseren Gastgeschenken geschickt. Die waren eigentlich zum Gebrauch gedacht, aber nun hängen sie, ordentlich gerahmt, als Decko an der Tempelwand.



Macht irgendwie auch richtig was her.