30.10.2014

Das Wort zum Freitag - Der direkte Draht zu Ihm



Wischen ist für viele von uns schnöde nervige Hausarbeit. Aber das täuscht, liebe Brüder und Schwestern. Auch ich fand das Wischen nicht gerade besonders aufregend. Allerdings bin ich jüngst von Ihm erleuchtet worden. Ich wischte so vor mich hin, die Hände hatten zu tun, die Beine folgten und der Kopf hatte Pause. Halbherzig und halb dösend bearbeitete ich den Fußboden. Da kam es, das Zeichen, dass überfallartig meinen dösenden Zustand beendete.
Ich sah mir also meinen fransigen Mop genauer an. Falls ihr auch wollt, seht hier

Nudlige Anhängsel“, schoss es mir unterm Piratenkopftuch hervor. Ein Zeichen!

Noch nie benutzte ich meinen Mop trocken, um den Staub von einer Ecke in die andere fliegen zu lassen und schaute nachdenklich in den Wischeimer mit Wasser. Unser Monster liebt das Wasser und die Piraten. Früher belächelte ich alle Hausfrauen, die sich bei staubiger Arbeit ein Kopftuch in piratiger Manier umbanden. Jetzt ist mir klar, dass sie Pastafari waren, die aber aufgrund ihrer Unorganisiertheit nicht zu erkennen waren. Eine Hausfrau kommt bekanntlich wenig herum und stand damals obendrein ohne Internet und Smartphone o.ä. da. Außerdem wäre es bei der älteren Generation sicher nicht ganz ungefährlich gewesen, sich als Pastafari erkennen zu geben.

Ich tauchte also mit einem breiten Lächeln im Gesicht die nudligen Anhängsel meines Monstermops ins angewärmte Nass. Etwas Luxus darf schon sein. Mit großer Freude setzte ich meine Arbeit fort, bis aller Staub entfernt war. Die Staubteilchen, die die direkte Verbindung zu Ihm hätten verwirbeln oder gar verhindern können, waren beseitigt.

Jetzt, da ich meine Erkenntnisse aufschreibe, um sie mit euch zu teilen, überkommt mich das unbändige Verlangen, sofort den Monstermop zu holen, das Piratentuch zu binden und mich der Hausarbeit zu widmen. Seid also nicht böse, dass ich mich heute kurz fasse und tut es mir ggf. nach. So haben wir alle am Freitag den direkten Draht zu Ihm geebnet.

Ramen


Eure Deckschrubberin Elli

23.10.2014

Das Wort zum Freitag - Im Namen der Nudel



Es kommt spät heute, das Wort zum Freitag. Dafür ist es aber ein ganz besonders schönes. 

Decksmann Sprottenköder wurde vom IHM erleuchtet. Die Worte flossen nur so aus ihm heraus und wurden zur Melodie. Schön, wie da die Finger über die Saiten und noch so manches andere glitten. 

Freuet euch, Pastafari, auf "Im Namen der Nudel"






16.10.2014

Das Wort zum Freitag - Missionieren



Manche Pastafari denken ja, wir missionieren nicht. Doch, nur halt anders.

Für alle von euch, die es nicht so mit dem Studium unseres Evangeliums haben, hier mal ein Auszug zum Thema „Propaganda“.

Dass wir keine Dogmen haben, ist inzwischen ja jedem klar. Wir behaupten nicht, in allen Dingen Recht zu haben. So denken nur Vollidioten, schreibt Bobby Henderson und so steht es in unserem Evangelium:

„Pastafarianer sind keine Vollidioten. Wir überbringen nur Sein Wort und lassen die Menschen dann selbst entscheiden.“

Natürlich heißen wir Menschen, die sich für unseren Glauben interessieren, willkommen. Wir erläutern auch gern unsere Überzeugung. Es kann ja sein, dass Andersgläubige konvertieren wollen, wenn sie vom FSM erfahren. Immerhin gibt es die Gott-zurück-Garantie, sollten sie uns einen Monat lang ausprobieren. Ich bin sicher, dass der alte Gott diese Menschen sofort wieder aufnimmt. Aber wer will schon zurück, wenn er  die Vorzüge des FSMismus kennt.

In unserem Evangelium steht, dass wir Vertrauen zu Andersgläubigen bilden sollen. Mit der Gott-zurück-Garantie ist somit der Anfang gemacht. Das Evangelium warnt aber auch, Mitgliedern mancher Religionen mit Vorsicht zu begegnen.

Also
Zielobjekt geschickt auswählen,
Kontaktaufnahme nur in belebter Gegend,
beste Wahl ist Piraten-Outfit, zumindest aber freundliche, gepflegte Präsentation.

Hilfreich sind die Hinweise, wie wir uns bei Anhängern der unterschiedlichen Religionen verhalten sollten.

Religiöse Menschen nehmen an, dass ihr Glaube etwas Gutes ist. Also glauben sie, Beweise brauchen sie nicht. Da wir Pastafari jedoch die Herausforderung lieben,
sollten wir der Versuchung ruhig nachgeben und den Kontakt zu religiösen Menschen suchen.

Der Glaube eines Christen beispielsweise  entbehrt jeder rationellen Grundlage. Nimmt der Christ die Existenz des FSM an, muss er noch lange nicht von seinem dogmatischen Glauben ablassen. Die meisten Christen sind daran gewöhnt, sich nicht mehr selbst um ihre moralischen Werte kümmern zu müssen. Wir brauchen ihnen also nur zu sagen, was sie denken sollen. Damit würden wir allerdings gegen unsere eigenen Prinzipien verstoßen, denn wir haben keine Dogmen. Zumindest können wir mit dem Verständnis derjenigen unter den Christen rechnen, die nicht davor zurück schrecken, in der Öffentlichkeit zu missionieren, dazu sogar Regierungsposten missbrauchen. Die haben sicher vollstes Verständnis, wenn wir es auch tun. Nie sollten wir im Gespräch mit einem Christen vergessen, die Gemeinsamkeiten, wie ein Jenseits im Himmel, zu erwähnen. Aber bitte nicht gleich von Biervulkan oder gar Stripperfabrik sprechen, besonders nicht, wenn ein älteres Mütterchen unser Gesprächspartner ist.
 Knifflig wird es, wenn Jesus ins Gespräch kommt.  Macht dem Christenmenschen klar, dass das Monster allmächtig ist, sich also durchaus als Jesus hätte verkleiden können, um die Glaubenssache, die heute Basis des Christentums ist, anzuschieben. Folgerichtig bleibt da nur das Konvertieren.
Modernen Christen könnt ihr getrost fragen, was Jesus heute tun würde, denn wir gehen davon aus, er wäre heute Pastafarianer. Keine Dogmen, keine Kriege oder krumme Sachen, die in seinem Namen betrieben werden. Das wäre sicher nach seinem Geschmack.

Hinweise, wie  Muslime überzeugt werden können, Pastafarianer zu werden, fand ich im Evangelium nicht. Eine Gemeinsamkeit fand ich heraus, das Tragen von Kopftüchern. Allerdings werden Kopftücher nur von den Frauen getragen und auch anders, als wir Piraten das üblicher Weise tun. Unsere sich ähnelnden Feiertage Ramadan und Ramendan bieten in meinen Augen nicht die besten Argumente, zum FSM zu konvertieren. Aber Pastafari sind erfinderisch. Sollte sich euch eine Gelegenheit bieten, werdet ihr vielleicht mit Seiner Hilfe das Unmögliche möglich machen können.

Mormonen diskutieren ihren Glauben gern an den Haustüren Fremder.  Es dürfte sie also nicht stören, würden wir ebenfalls unangemeldet bei ihnen klingeln, möglichst sehr früh, um die Wichtigkeit des Gespräches zu vermitteln. Zur eigenen Sicherheit sind allerdings immer die Hände des Mormonen im Auge zu behalten. Hat er zu früher Stunde noch nicht  die für ihn wie Crack wirkende Orangenlimonade getrunken, könnte es sein, dass er hinter einer süßlich lächelnden Fassade überlegt, wo er seine Waffe hat. Im Hinterhalt könne eine seiner Ehefrauen  lauern. Bei schlechtem Gefühl sofort Rückzug, denn auf Monsters Hilfe ist nicht zu jeder Zeit Verlass. Der geduldige Pastafari wartet auf eine neue Gelegenheit.

Den Pastafari zeichnet ein subtiles Vorgehen aus. Wir analysieren unser Gegenüber und wählen dann die passende Botschaft. Wir greifen nicht an, wie die Zeugen Jehovas, die ähnlich der Drückerkolonnen daher kommen und einem auch noch den Tag verhageln, indem sie uns mit der Fahrt in die Hölle drohen.

Den Hindu könnt ihr locken, indem ihr ihm irgend ein Bild eines typischen Hindugottes  zeigt. Macht ihm die auffallende Nudeligkeit seiner Anhängsel bewusst. So habt ihr den ersten Pluspunkt. Bedenkt auch, es gibt mehrere Millionen Hindus in Indien. Hier könnt ihr bei guter Argumentation das Weltklima schlagartig verbessern.

Ganz einfach dürfte es sein, Buddhisten zu überzeugen. Der Buddhismus ist ebenfalls sehr friedlich.  Ständig wird meditiert, so dass kaum Zeit zur Nahrungsaufnahme bleibt. Hier ist der Angriff mit dem gefüllten Nudeltopf das Allheilmittel. Gebt dem Buddhisten reichlich Pasta. Er wird dadurch, ähnlich wie beim Meditieren, in eine Art Sättigungskoma fallen und so erleuchtet werden.

Im Weiteren könnt ihr im Evangelium nachlesen, welche Argumentation zu raten wäre, kommt ihr mit  Dschaina, einem Schinto oder Rastafari ins Gespräch. Die Argumentation erspare ich uns, denn es wird eher selten passieren, dass sie uns über den Weg laufen. Was die Scientologen angeht, so rät Bobby uns, lieber einen großen Bogen um sie zu machen.

Ihr habt sicher erkannt, wie wir Andersgläubige auf unsere Seite ziehen können.

Erstens: Gemeinsamkeiten finden und aufzählen
Zweitens: Mit Unterschieden nicht zu stark mit der Tür ins Haus fallen
Drittens: Klare Vorteile des Pastafarianismus herausarbeiten.

Auf alle Fälle solltet ihr bei Fehlschlägen nie resignieren. Wartet geduldig und versucht es wieder, immer meinem Leitsatz folgend: „Früher oder später kriegen wir sie alle.“

09.10.2014

Das Wort zum Freitag - Führerschein wegen Nudelsieb eingezogen

Piraten stoppen die Erderwärmung
Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wurde einem Almisten, der mit vorläufigem Führerschein unterwegs war, dessen Verlängerung verweigert, weil er nicht auf sein Nudelsieb auf dem Kopf verzichten wollte. 'Pastafarian' loses driver's licence over holy colander hat titelt CTV News. Begründet wurde die Ablehnung damit, dass Obi Canuel die Pflicht zum Tragen des Siebes nicht nachweisen konnte.

Tatsächlich besteht diese Pflicht auch nicht. Das Nudelsieb als pastafarianische Kopfbedeckung hat Niko Alm erfunden, als er als Mitbegründer des österreichischen „Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien“ gegen eben diese protestieren wollte. Da er nicht wusste, was Pastafari wirklich tragen müssen, hat er sich für das Nudelsieb entschieden, als er seinen Führerschein beantragt und letztlich auch bekommen hat. Ein genialer Coup, den wir alle gefeiert haben. Daran ändert es auch nichts, wenn in Österreich vergessen wurde, die Bestimmungen für Passfotos auch auf Führerscheinfotos festzulegen und so letztlich die Bewilligung gar nicht als religiöse Kopfbedeckung erfolgte. In der Alpenrepulblik kann einfach jeder sich etwas auf den Kopf setzen, wenn es nicht das Gesicht bedeckt oder beschattet.

Die Pflicht zum Tragen von Nudelsieben könnte sich also lediglich auf Tradition berufen. Die ist zwar verbreitet, aber doch noch recht kurzlebig. Schwierig, damit Behörden zu überzeugen.


Wir von der Kirche des FSM Deutschland sehen es seit je her als unsere Pflicht, Piratenkluft zu tragen. Wir lieben Fotos, wie die der italienischen Gemeinde, die sich unübertrefflich als Gruppe in Piratenkleidung präsentiert. Das hat in unseren Augen beinahe etwas Majestätisches, wenn es nicht so piratig wäre. Solche Piraten strahlen Würde aus, erreichen Aufmerksamkeit und werden deshalb auch ernst genommen und gern angesprochen, was eine gute Grundlage für das Verbreiten des Pastafaritums ist.
Als braver Pastafari lese ich ab und an im Evangelium, um euch, liebe Brüder und Schwestern, die ihr lieber in eurer Freizeit am Biervulkan nascht, oder anderweitig zu tun habt, die eine oder andere wichtige Passage nahe zu bringen bzw. ins Gedächtnis zurück zu rufen. Lieben wir Piraten auch das Lotterleben, so wollen wir doch unsere Mission nicht ganz aus den Augen verlieren. Dafür hat das Monster das Volk der Piraten schließlich auserwählt. Diese Ehre wollen wir nicht unverdient genießen.


Ein überaus eindeutiger Beweis zur Wichtigkeit des Tagens von Piratenkleidung (mindestens Kopftuch oder Augenklappe) ist das Diagramm, das uns zeigt, wie die Erderwärmung ab dem 19. Jahrhundert nach Pasta drastisch anstieg, gefolgt von zahlreichen Naturkatastrophen. Gleichzeitig zeigt das Diagramm in erschreckenden Zahlen den Rückgang der Piraten. All das passiert nur, weil es heute zu wenig Piraten gibt. So steht es klar im Evangelium und heilige Bücher lügen nicht.

Noch wichtiger als das Diagramm selbst sind jedoch die nachfolgenden Worte, aus denen sich ganz klar die Pflicht zum Tragen von Piratenkluft, also auch von entsprechenden Kopfbedeckungen, ergibt.

Sicher ist Ihnen nun klar, dass diese alternative Theorie Verbreitung finden muss. Vergessen Sie dabei nie, dass die Nachvollziehbarkeit der Beweise ganz im Ermessen des Fliegenden Spaghettimonsters liegt. Außerdem zeugt es von mangelndem Respekt, unseren Glauben zu verbreiten, ohne Ornat Seiner Wahl zu tragen – die Kluft der Piraten. Das lässt sich gar nicht genug betonen, allerdings leider nicht näher erklären, weil hier der Platz dafür nicht reicht. Die präzise Erklärung lautet: Es wird böse, wenn wir es nicht tun.“

Wollen wir das, die wir friedliebend sind und von seiner flauschigen Nachgiebigkeit tagein tagaus profitieren? Tun wir Ihm doch diesen kleinen Gefallen, der für das Weltklima so wichtig ist. So, wie jeder von euch ein Nudelsieb im Geschirrständer hat, findet er sicher auch ein Kopftuch in irgend einer Truhe. (Ansonsten meldet euch, wir schicken euch Bandanas zum Unkostenbeitrag von nur 7,00 € + Versandkosten.) Das reicht ja schon, um jemand zum Piraten zu machen.

Denkt mal über meine Worte nach

Eure Elli


05.10.2014

Montag die BZ Berlin kaufen

...dann lohnt es sich ganz besonders. Der Bericht von unserer Nudelmesse zum Tag der deutschen Einheit wird drin sein. Im Laufe des Tages wird auch das Video auf die BZ-Seite gestellt.Hier schon mal ein paar private Bilder


Luftpirat war der Nudler

Bruder Spaghettus der Koch

hier im Interview

                                Bier gabs natürlich auch               Musikpirat war der Hüter des Feuers


02.10.2014

Das Wort zum Tag der Einheit - Öffentliche Finanzierung unseres Kirchentages





Was hat die deutsche Einheit uns Pastafari gebracht? Eine schwierig zu beantwortende Frage, denn vor der Einheit gab es uns ja so noch nicht. Auch wenn es rein spekulativ bleibt, wir müssen überlegen, wie es uns wohl in der DDR gegangen wäre. Ähnlich wie den christlichen Kirchen? Denen hat auch der SED-Staat mit jährlichen Millionenüberweisungen aus dem Staatshaushalt die Existenz versüßt, denen hat auch der Arbeiter- und Bauernstaat Sonderrechte eingeräumt.

Wären wir zu bestimmten Zeiten, so Wiki, wie die Christen verfolgt worden? Dazu kommentiere ich einfach die entsprechenden Beispiele aus der Onlineenzyklopädie:
 

Bestimmte berufliche Karrieren, vorwiegend im Staatsdienst oder in leitenden Funktionen, waren Christen bzw. Mitgliedern einer Kirche weitgehend verschlossen. In anderen Bereichen wie der Post oder der Deutschen Reichsbahn waren sie erheblichem Druck ausgesetzt.

Das galt nicht nur für Christen, sondern für alle, die nicht in der SED waren. In Einzelfällen war auch eine Blockpartei ausreichend. 

- Jugendlichen konnte von Schulen und Ausbildungsstätten mit Nichtzulassung zur Erweiterten Oberschule oder zum Studium gedroht werden, wenn sie den Kontakt zur Kirche nicht aufgäben. 

Dafür kenne ich selbst ein Beispiel. Allerdings wurde Jugendlichen auch wegen anderer Sachen gedroht, diese Zulassung zu verweigern. Das galt immer, wenn man etwas machte, was dem Staat nicht genehm war. Dafür kenne ich genug Beispiele.

- Kirchlich aktive Personen und kirchliche Mitarbeiter wurden häufig von der Stasi überwacht und zum Teil durch gezielte, auch informelle Maßnahmen unter Druck gesetzt. Besonders beliebt war es, missliebige Geistliche in der Kirche zu diskreditieren und durch die Kirche disziplinieren zu lassen. Auch gelang es der Stasi, in den Kirchen selbst inoffizielle Mitarbeiter anzuwerben beziehungsweise dort zu platzieren, unter ihnen einflussreiche Mitglieder von Gemeindekirchenräten und Synoden. 

Auch das galt nicht nur für kirchlich aktive Personen, sondern für alle aktiven Personen, die dem Staat suspekt waren. Hier handelte es sich nicht um spezielle Christenverfolgung, sondern um die in der DDR üblichen Mechanismen. Das normale, angepasste Kirchenmitglied oder der Durchschnittspfarrer hatte eher nichts zu fürchten. 

- Wie alle anderen Zeitungen unterlagen auch die Kirchenzeitungen der Zensur. Sie konnten nur abonniert werden. Ein öffentlicher Verkauf von Kirchenzeitungen an Postzeitungskiosken erfolgte in der DDR nicht. 

Ganz richtig: Genau wie alle anderen Zeitungen. 

- Die Kirchen wurden gedrängt, sich ausschließlich religiösen Themen zuzuwenden.


Sehr vernünftig, oder?

Auch Kirchentage gab es in der DDR, allerdings nicht zentral, sondern auf Bezirksebene. Den einzigen Katholikentag nannten die Katholiken aus Rücksicht auf die SED lieber nicht so, aber es gab ihn.
Ob diese Tage auch vom Staat bezuschusst wurden, weiß ich nicht.

Heute ist das eindeutig. Selbst die mehr als klamme Stadt Leipzig hat trotz allen Protestes aus der Bevölkerung beschlossen, den Katholikentag 2016 mit 1 Million Euro zu unterstützen. Begründung des Oberbürgermeisters: "
Es wäre die falsche Botschaft, wenn wir einer religiösen Minderheit gegenüber treten und ihr unsere Unterstützung versagen würden. Nicht Übermut hat hier seinen Platz, Großmut ist gefragt"

Und hier, liebe Schwestern und Brüder, liegt unsere Chance. Auch wir sind eine Minderheit und können also auf volles Verständnis hoffen. Tragen auch wir unseren Kirchentag, und zwar gleich den 2015, in Leipzig aus.

Ich habe jedenfalls schon einmal einen Brief an das Stadtoberhaupt vorbereitet. Den werde ich erst nächste Woche abschicken, weil ich vermute, der eine oder die andere von euch hat da noch Ideen, wie wir unseren Antrag weiter begründen können. Dann geht er auf die Reise und ich werde ganz ernsthaft nachstoßen, falls keine oder eine unbefriedigende Antwort kommt. 



Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Jung,

voller Freude haben wir wahrgenommen, wie vorbildlich Sie sich für die Förderung von Minderheiten einsetzen und die kommunale Mitfinanzierung des Katholikentages durchgesetzt haben.

Wir haben deshalb unseren Kirchentag 2015 ebenfalls nach Leipzig gelegt. Weil auch wir noch eine Minderheit darstellen, haben wir keine Zweifel, ebenfalls Ihre Unterstützung zu erhalten. Auch deshalb nicht, weil wir, bescheiden und entsprechend unserer Anhängerzahl, nur 1000,- Euro beantragen.
Bewusst verzichten wir also auf die Argumentation, dass kleinere Minderheiten größerer Unterstützung bedürfen.

Außerdem versichern wir, keine pauschale Verpflegung anzubieten und kein Massenquartier zu nutzen, so dass diese Summe in vollem Umfang wieder dem Leipziger Kleingewerbe zu Gute kommt und entsprechend auch als indirekte Wirtschaftsförderung verstanden werden kann.

Sollte dieser Antrag nicht formgerecht sein, sind wir gern bereit, ihn in ähnlicher Weise einzubringen, wie es bei dem zum Katholikentag geschehen ist. Bitte teilen Sie uns in dem Fall mit, wie genau der ausgesehen hat.

Minderheiten brauchen, wie Sie richtig erkannt haben, nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch gesellschaftliche Anerkennung und Förderung. Deshalb bitten wir Sie schon jetzt, die Eröffnungsrede unseres Pastafaritages 2015 zu halten.

In Vorfreude auf unser persönliches Kennenlernen

Rüdiger Weida
Vorsitzender der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland
Gemeinnützige Körperschaft

26.09.2014

Presseecho


Gleich zwei Mal sind wir in diesem Monat in der Presse. Eigentlich hatte ich auf drei Mal getippt, aber unser angepasstes Lokalblatt fand die Eröffnung der ersten pastafarianischen Kirche wohl zu unpassend und ungehörig für die Provinz, um darüber zu berichten.

Die "Welt" sah das anders, hat ein Team vorbei geschickt und per Video über uns berichtet. Ich finde, der Aufwand hat sich gelohnt. Die "Welt" ist ja eher konservativ, die Videoabteilung versucht da etwas gegen zu halten. Mir gefällt der kleine Film. Aber ein Makel hat er doch, ihr seht es auf dem Bild. Er ist erst 8 Mal auf fb geteilt, einmal auf Twitter und auf g+ noch gar nicht.
Das muss sich ändern und ich bin sicher, ihr helft da tüchtig mit.

Ebenfalls um die Kirchweihe geht es in einem Artikel im "Liberal", der Vierteljahreszeitschrift der Friedrich Naumann Stiftung. 



Aber noch um weit mehr, das Bild ist nur ein kleiner Ausschnitt eines sechsseitigen Berichts. Da gibt es ein Interview mit Niko Alm, in dem mehr der liberale Politiker beleuchtet wird. Über uns wir ausführlich berichtet und auch über wichtige Aktionen, die wir bisher gemacht haben. Es gibt Absätze über Kirchenprivilegien, Sonderrechte von Religionsgemeinschaften, den Karfreitag 2013 in Bochum mit der Aufführung von "Das Leben des Brian" und etwas zum schwindenden Anspruch von Religion in der Gesellschaft. Mit einem Zitat aus einer Studie des Sinus - Instituts zu diesem Thema, das diesen Abschnitt schließt, schließe auch ich meinen Artikel

"Die lebensweltliche Einbettung von Religion ist weitgehend verloren gegangen,[...] der katholische Glaube und sein Regelwerk tragen nur noch bei wenigen unmittelbar zum Sinn des Lebens bei"