23.03.2017

Das Wort zum Freitag - Religionsunterricht oder Ethik?



Auf Facebook schildert eine Mutter die Probleme ihre Sohnes im Ethikunterricht und bittet um Ratschläge.

Bisher war der Sohn, der auch schon eine Weile bei uns mit liest, im katholischen Religionsunterricht. Dort sollte und wollte er sich ein Bild über Religionen machen. Das hat er und ist nun in der 7. Klasse in den Ethikunterricht gewechselt. Der Lehrer ist ihm sympathisch, aber weil der Muslim ist, im Unterricht muslimische Praktiken wie das Tragen des Kopftuches befürwortet sowie bemängelt, dass es keinen muslimischen Religionsunterricht gibt, traut er sich nicht offen zu diskutieren. Das kommt aus der Zeit beim katholischen Unterricht, wo er diese Erfahrungen gemacht hat. Die Mutter schreibt:

"Mein Sohn kann seine Meinung über Religionen nicht frei äußern. Das stört ihn. Er könnte das bei einem gläubigen katholischen Lehrer auch nicht. Damit hat er bereits genug Erfahrung. Deshalb wünscht er sich einen glaubensneutralen Lehrer."

Er hat Angst vor schlechten Noten und vielleicht, davon spricht die Mutter nicht, auch vor den muslimischen Mitschülern anschließend auf dem Schulhof. Das sei nur als Möglichkeit erwähnt, die wohl nicht sehr groß ist. Wieder die Mutter:

"Er hat eine nicht christliche Mitschülerin. Alle anderen sind Muslime. Das ist in unserer Stadt halt so. Und es gibt hier wirklich keine Probleme unter Schülern und im Alltag. Ich glaub manchmal, dass wir die einzige Stadt sind, die wirklich friedlich multikulti lebt"

Statt Vorschlägen bekommt die Mutter erst einmal Vorwürfe: "Pfui die bösen Muslime! Auch noch Ethik Unterricht unterwandern die schon. Kann es sein, dass ihr einfach islamophob seid?"
Es wird diskutiert, ob die Schule ein Wunschkonzert ist oder ob nicht jeder einfach so durch müsse, wie es ist. Ratschläge kommen erst sehr viel später.

Ist das tatsächlich so? Kann man sich halt die Lehrer und den Unterricht nicht wünschen, wie man ihn möchte?
Aber klar kann man das. Man kann sogar selbst versuchen, zu ändern. In der Schule wie überall.

Die Frage ist, wohin soll es sich bewegen mit dem Religionsunterricht?

Wenn Gläubige den befürworten ist nachvollziehbar. Nie kann man Kinder besser indoktrinieren als in diesem Alter.

Aber auch unter Humanisten gibt es Befürworter des Reliunterrichts. Die haben im Wesentlichen drei Argumente:

1. Es ist gut, wenn neutral über Religion aufgeklärt wird

Schule ist Ländersache und die Ansätze in den einzelnen Ländern unterschiedlich. Immer aber läuft der Unterricht unter voller Kontrolle der Religionsgemeinschaften, die sogar entscheiden, ob der jeweilige, vom Staat bezahlte, Lehrer geeignet ist oder nicht. Es ist also zu erwarten, dass klar parteiischer Unterricht erfolgt.


So sieht es auch Wikipedia: "Religionsunterricht wird in der Regel aus der bekennenden Warte einer Lehrkraft erteilt, die der betreffenden Religionsgemeinschaft angehört. Somit gibt der Religionsunterricht von vornherein nicht vor, von einem neutralen Standpunkt aus erteilt zu werden." 
Natürlich gibt es graduelle Unterschiede. Jeder Relilehrer hat auch selbst die Möglichkeit, seinen eigenen Unterricht in bestimmten Grenzen zu entscheiden. Sollte er sich aber gegen die Interessen der Religionsgemeinschaften wenden, droht deren Widerspruch gegen seine Beschäftigung in der Schule.

Was sind nun deren Interessen? Die Deutsche Bischofskonferenz hat formuliert:

"Die Kirche entspricht ihrem Auftrag, wenn durch ihre Beteiligung am Religionsunterricht
gesellschaftskritische und humanisierende Impulse des Evangeliums wirksam werden können und einer Verengung des Denk- und Fragehorizontes der Lernenden auf Zweckrationalität gewehrt wird. Die Kirche darf sich nicht auf die Pflege weltloser Religiosität abdrängen lassen. Der uneigennützige Dienst am einzelnen Menschen und an der Gesellschaft hat positive Rückwirkungen für diejenigen, die ihn ausüben: Die Zielsetzung des Religionsunterrichts zwingt dazu, den Zusammenhang des christlichen Glaubens mit grundlegenden menschlichen Fragen zu bedenken."

So, so, Rationalität soll verhindert werden. Schönes Lernziel.
Wer aus obigem Grund immer noch meint, Unterricht in Aberglauben )* sei was Tolles, sollte sich noch die Frage stellen, warum, wenn nicht aus Gründen der Mission, wird in den allermeisten Ländern Religionsunterricht nach Konfessionen getrennt erteilt?
)* Karl Heinz Deschner: "Dass Glaube etwas ganz anderes sei als Aberglaube, ist unter allem Aberglauben der größte."

2. Unsere Kultur fußt auf dem Christentum, es ist nicht schlecht, wenn da Hintergrundwissen vermittelt wird.
Hier ist als erstes interessant, dass nur auf eine Religion abgestellt wird. Wieso nicht auch auf den Islam? Aufklärung und Humanismus wurden in großem Umfang geprägt von alten philosophischen Schriften, die im Christentum vernichtet und im Islam überliefert wurden.
Vor allem aber sind es eben diese Werte von Aufklärung und Humanismus die, Monster sei Dank, schon ziemlich lange unsere Kultur prägen und geholfen haben.
Was über das Christentum noch vermittelt werden sollte, passt locker in andere Fächer wie Kultur, Geschichte und Ethik. Gleiches gilt für alle anderen Religionen.

3. Wenn liberale Religion im Unterricht vermittelt wird, hilft das anderswo, Vermittlung radikaler Religion zu verhindern.

Auch hier wird im Wesentlichen nur auf eine Religion abgestellt. Durch Vermittlung eines liberalen Islams soll fundamentaler und gewaltbereiter Islam verhindert bzw. eingegrenzt werden.

Kann das funktionieren?

Es hat immer in allen Religionen gewaltlose oder zumindest gewaltarme Strömungen gegeben. Nie waren sie es, die sich durchgesetzt haben. Wenn das Christentum heute zumindest in Europa im Wesentlichen moderat auftritt, ist das nicht das Verdienst einer moderaten Strömung des Christentums, welche sich hier durchgesetzt hätte. Es ist allein das Verdienst der umgebenden Zivilgesellschaften und Staaten, die es in ihre Grenzen verwiesen und zu moderatem Auftreten gezwungen haben. Es sind nicht christliche Werte, die sich durchgesetzt haben. Im Gegenteil. Es sind, siehe oben, die des Humanismus. Werte, die von den Kirchen bis auf den Tod, was leider wörtlich zu nehmen ist, bekämpft worden. Erst als sich diese gegen den erklärten Willen der Geistlichkeit durchgesetzt hatten und anerkannt waren, haben die Kirche angefangen, sie als ihre Werte zu reklamieren und so den Eindruck zu erwecken, unsere gesellschaftlich Entwicklung sei ihnen zu verdanken.

Warum sollte das beim Islam anders sein? Wäre es nicht viel sinnvoller, den fundamentalen, gewaltbereiten Islam durch einen verpflichtenden Ethikunterricht inhaltlich zu bekämpfen?
Durch einen Unterricht, der nicht Klassen aufteilt, der nicht klar macht, ihr seid ihr und wir sind wir sondern der gleiche Werte für alle vermittelt?

Für mich ist das die einzig vernünftige Lösung.


Ein solcher Ethikunterricht muss nicht etwa wertneutral sein. Im Gegenteil. Er muss die Werte des Grundgesetzes und der Menschenrechte als verbindlich vermitteln.
Das kann auch ein Lehrer, der nicht Humanist, sondern religiös ist. Zu fordern, nur Lehrer mit einer entsprechenden Weltanschauung dürften bestimmten Unterricht erteilen, würde unserer Forderung widersprechen, eben diese weltanschauliche Benachteiligung abzuschaffen.
Zwingende Voraussetzung ist nur eins, er muss sich Religion gegenüber neutral verhalten.

Das hat der Lehrer oben nicht getan.
Es ist schwer, der Mutter eine Empfehlung zu geben. Die ist ja immer auch abhängig von den persönlichen Eigenschaften der Mutter wie des Sohnes.

Ich würde versuchen, mit dem Lehrer ein Elterngespräch zu führen. Dabei darf es nicht darum gehen, was der Lehrer unterlassen sollte. Vielmehr sollte die Erwartungshaltung der Mutter und des Sohnes erklärt und gefragt werden, wie sich die am besten umsetzen lassen. Vor allem die des Sohnes, ohne Angst diskutieren und auch kritisieren zu können.

Vielleicht lässt sich so schon ein Weg finden. Auf jeden Fall sollte dabei klar werden, was für Anschauungen und Absichten der Lehrer selbst hat. Vielleicht sind die sonst gar nicht so übel.
Wenn aber doch, hilft wohl nur der Weg zum Direktor oder Schulamt. Der könnte hart werden, denn bei der Klassenzusammensetzung werden sich kaum Mitstreiter finden lassen. Vielleicht wäre es dann doch besser, sich mit dem Unterricht abzufinden und die Diskussionen, die der Sohn gerne hätte, anderswo zu führen.

Falls aber doch der Kampf aufgenommen werden soll, kann dieses kleine Buch viel helfen.











16.03.2017

Das Wort zum Freitag - Das Fliegende Spaghettimonster - Teil II



Projektarbeit Teil II von David Altenkamp, EKG Barsbüttel


  • Bibelanalyse
  • Das Fliegende Spaghettimonster und seine Präsentation in Deutschland
  • Feiertage/Passtahfest
  • Blaudonnerstag
  • Garfreitag
  • Ramendan
  • Was bedeutet „Ramen“?
  • Pastat/Weinachten
  • Dokumentation/Fazit


    -------> Teil I
Bibelanalyse
Das Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters von Bobby Henderson (auch bekannt als „die Spaghettibibel“) ist das offizielle Glaubensbuch der Pastafarianer. Es ist unterteilt in mehrere Abschnitte, wie z.B. „Evolution – was steckt dahinter?“ oder „Erklärung des Pastafarianismus: Die Heilige Nudel“. 

Der Autor Henderson veröffentlichte das Buch im Jahr 2006, nachdem er einen Satirebrief an das Kansas School Board schrieb, in welchem er die Unterrichtung der Theorie des Fliegenden Spaghettimonsters, kurz FSM, forderte. In seinem Buch zitiert er den ehemaligen amerikanischen Präsidenten George W. Bush und weist damit auf seine Grundeinstellung „Du glaubst an Gott, wir glauben an das Fliegende Spaghettimonster“ hin: „Bildung bedeutet auch, die Menschen mit unterschiedlichen Lehrmeinungen zu konfrontieren.“ (Das Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters, Henderson, 2006, S. 13) Er bezeichnet ihn hier satirisch als „heimlichen Pastafarianer“. 

Darauf folgen Erklärungen Hendersons zu alternativen Theorien. Er zeigt auf, dass sowohl die Schöpfungstheorie der Kreationisten, als auch die Evolutionstheorie beide unbewiesen sind und somit auch die gleiche Wertigkeit verdienen. Er stellt weiterhin Theorien zur Schwerkraft auf und gibt an, der festen Überzeugung zu sein, das Fliegende Spaghettimonster drücke einen mit seinen Nudeligen Anhängseln auf die Erdoberfläche: „Was, wenn Es uns in Wahrheit mit seinen Nudeligen Anhängseln auf die Erdoberfläche drückt?“ (Das Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters, Henderson, 2006, S. 16) 

Mir fällt auf, dass „Es“ auf Grund des Heiligtums und der Vergötterung des Fliegenden Spaghettimonsters, das in diesem Fall gemeint war, großgeschrieben wurde. Das gibt es durchaus auch in anderen Religionen, wie z.B. in der christlichen Bibel, in welcher es oft heißt „HERR“, womit in dem Fall der Gott der christlichen Glaubensrichtung gemeint ist. 

Nach einem offenen Brief von Ferris P. Longshanks, eines Mitglieds im Schulbeirat in Amerika, und einem kleinen Abschnitt über das Thema SuperScience, folgt: „Evolution – was steckt dahinter?“ (S. 34-50) Bevor der Autor auf das Thema „natürliche Auslese“ näher eingeht, schreibt er eine kurze Einleitung. Diese berichtet von Henderson selbst, der sich mit dem Thema Evolution auseinandersetzt und dass er zu dem Schluss gekommen ist, Evolution sei in keinster Weise dazu da, um das Leben friedvoller und befriedigender zu gestalten. Er drückt sich hier klar und deutlich aus und man merkt, welch starken Willen er besitzt, den Menschen auf der Welt seine Gedanken mitzuteilen. Außerdem schreibt er sehr grob, fast schon aggressiv: „Kann die Evolution mein Leben in irgendeiner Weise befriedigender gestalten? Stellt mir die Evolution das Essen auf den Tisch? Kann sie die Welt vor der globalen Erwärmung retten? Die Antwort ist stets ein entschiedenes Nein!“ (Das Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters, Henderson, 2006, S. 34) 

Auch auf den folgenden Seiten setzt er seine deutlichen Worte fort und widerlegt die Erklärungen von Wissenschaftlern zur Entstehung des Schnabeltiers. Er fragt sich zuerst, wie es denn sein kann, dass das Schnabeltier das einzige Säugetier mit so einem Schnabel ist und kommt zu dem Schluss, das Schnabeltier wurde vom FSM erschaffen, weil dieses, im Gegensatz zu Wissenschaftlern, einen ausgeprägten Sinn für Humor besitzt. Außerdem meint er, die meisten Wissenschaftler seien Perverse und belegt seine Theorie durch den Umstand, dass die Bakterienart „Staphylokokken“ im Englischen in etwa sowas wie „Powerpenis“ bedeutet. In echt leitet sich das Wort aus dem Altgriechischen ab und bedeutet in etwa sowas wie „Weintraubenkern“. Ich denke hier liegt eine bewusste Fehlinterpretation Hendersons des Wortes vor und er bezieht sich auf das englisch-umgangssprachliche Wort „cock“, was unter anderem so viel bedeutet wie „Schwanz“. 

Es ist zu sagen, dass das Buch bis zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich auf Widerlegungen Bobby Hendersons von verschiedenen Theorien ausgelegt ist, bzw. auf das Näherbringen der Glaubensrichtung des FSM. Ich persönlich finde das Buch bisher sehr unterhaltsam. 

Der nächste Abschnitt, der noch zum Thema Evolution gehört, handelt vom Menschen und seinen Vorfahren. Und wieder beginnt die Henderson-typische Widerlegung von Theorien. Diesmal besagen diese, der Mensch und der Schimpanse hätten vor mehreren Jahrmillionen einen gemeinsamen Vorfahren gehabt. Er führt das Argument der Wissenschaftler an, dass diese behaupten, es könne gar nicht anders sein, da die DNA der Menschen zu 95% mit jener der Schimpansen übereinstimmt. Dennoch kann diese Argumentation Henderson scheinbar nicht überzeugen, denn er schreibt: „Dabei stimmt unsere DNA zu 99,9% mit jener der Piraten überein. Ich frage Sie: Wer ist als Vorfahre plausibler? Und sind nicht die Piraten das Auserwählte Volk des FSMs?“ (Das Evangelium des FSM, S. 40) Zu seinem Text kann man ein Bild sehen, welches einen Piraten und einen Menschen zeigt. Zwischen ihnen sind Pfeile zu sehen, die in Richtung des Menschen zeigen. Das Bild soll nicht mehr tun, als die Abstammung des Menschen vom Piraten noch einmal zu verdeutlichen. Im Folgenden werden verschiedene menschliche Körperteile beleuchtet und so die Theorie der Abstammung des Piraten nochmals verstärkt und veranschaulicht. Hierbei kommt Henderson auf Ideen, dass die Männliche Brustwarze früher als „tragbare Wetterstation“ genutzt wurden und die Piraten anhand der Härte ihrer „Nippel“ die äußere Kälte bestimmen konnten. Diese Analyse soll als kleiner Vorgeschmack dienen, aber nicht zu viel vorwegnehmen. 

Daher habe ich beschlossen, mich nun anderen Themen zu widmen und die Bibelanalyse so stehen zu lassen. Dazu ist zu sagen, dass ich das Buch von Bobby Henderson sehr empfehlen kann und es seine knapp acht Euro allemal wert ist.


Das Fliegende Spaghettimonster und seine Präsentation in Deutschland
Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland hat durch Bobby Henderson und Rüdiger Weida eine eigene Website bekommen. Ich habe mich gefragt, wie diese Satirereligion es schafft, anerkannt zu werden und sich in der Gesellschaft zu etablieren. Ein wichtiger Punkt ist hier die Präsentation, die man wohl am besten auf www.pastafari.eu verfolgen kann:

Auf der Website entdeckt man zuerst einmal zehn Überschriften (von „Nudliges“ bis „CD“), die man sich einzeln genauer anschauen kann. Um kurz auf die Aufmachung einzugehen, diese ist sehr schlicht gehalten, ein wenig verschnörkelte Schrift, welche aber gut lesbar bleibt. Darüber findet man ein kleines Bild, das das Fliegende Spaghettimonster zeigt. Will man sich nun ein wenig genauer informieren, klickt man auf die einzelnen Punkte: Bei „Nudliges“ findet man das Monsterunser, das auf dem christlichen Vaterunser aufbaut, das Glaubensbekenntnis und verschiedene Erklärungen zur Religion des Fliegenden Spaghettimonsters im Allgemeinen. Außerdem ist ein Abschnitt über die religiöse Kopfbedeckung und obwohl viele Menschen denken, die religiöse Kopfbedeckung der Pastafarianer sei ein Nudelsieb, wird hier erklärt, dass dem nicht so ist. Es gab einmal einen österreichischen Pastafari namens Niko Alm, der sich auf seinem Führerschein mit einem Nudelsieb als Kopfbedeckung fotografieren lassen hat. Er gab an, seine Religion schreibe ihm vor, so eine Kopfbedeckung zu tragen und erreichte, dass die einst in Brandenburg gegründete Religion viel populärer wurde. Auch auf der Webseite findet Niko Alm unter genannten Punkten seine Erwähnung. Die eigentliche Kopfbedeckung der Pastafari ist also kein Nudelsieb, sondern lediglich ein Piratentuch oder eine Kappe, um sich wie ein Pirat zu kleiden.

Feiertage/Passtahfest
Sogar eigene Feiertage hat das Fliegende Spaghettimonster. Eins der Wichtigsten ist eindeutig das sog. „Passtahfest“. Dieses Fest wird zur Zeit um Ostern gefeiert und hält mehrere Tage an.
Das „Passtahfest“ lehnt sich an das jüdische „Passahfest“ an, das ebenfalls um Ostern herum gefeiert wird.

Blaudonnerstag
Der erste Tag dieses Fests wird Blaudonnerstag genannt. Hierbei gedenken die Pastafari den Piraten, die vor langer Zeit im Kampf für das Pastafaritum auf hoher See ihr Leben lassen mussten. Auf Grund dieser Umstände gibt es den Brauch, dass an diesem Tag nur Lebensmittel eingenommen werden, die „ihm das blaue Meer schenkt.“ (http://www.pastafari.eu/index.php?kategorie=12&sub=feiertage) Hiermit ist hauptsächlich der Verzehr von Fisch gemeint, aber diejenigen, die keinen Fisch mögen oder essen, dürfen stattdessen andere blaue Getränke zu sich nehmen. Weitere Bräuche sind: Das Werfen einer Fischgräte ins Feuer. Dies tat man früher im Aberglauben, dadurch vor Krankheiten geschützt zu werden. Auch kann man Gerstensaft trinken, was das Meer durch das Nehmen der Schaumkronen und somit folgender Beruhigung symbolisch entspannt.
Der „Blaudonnerstag“ parodiert den „Gründonnerstag“ des christlichen Glaubens, der dem „Karfreitag“ vorangeht.

Garfreitag
Auf den Blaudonnerstag des Passtahfests folgt nun der „Garfreitag“. Diesen feiert man auf Grund der Annahme, dass an diesem Tage erstmals eine Nudel richtig gegart wurde. Am Abend werden Freunde eingeladen, man isst gemeinsam und macht Musik, tanzt und feiert. Das Passtahfest findet dann mit dem „Passtahsonntag“ seinen Abschluss. Hier wurden früher von den Piraten kleine Schätze versteckt, die von den Piratenkindern gefunden werden sollten. Der Brauch des christlichen Osterfests, für die Kinder Süßigkeiten zu verstecken und ihnen zu erzählen, der Osterhase wäre das gewesen, wird damit erklärt, dass die Piraten später so verarmt sind, dass sie sich keine Schätze mehr für die armen Piratenkinder leisten konnten. In ihrer Scham sollen sie die Osterhasengeschichte erfunden haben.
Der „Garfreitag“ ist an den christlichen Feiertag „Karfreitag“ angelehnt.

Ramendan
Das Ramendan-Fest ist eine Anspielung auf das islamische Fest des Fastens „Ramadan“, doch bei den Pastafarianern wird nicht gefastet, sondern in Gedenken an die Studiumszeit, bei der oft das nötige Kleingeld fehlte, um sich versorgen zu können und oft auf Instant-Nudelprodukte, die gar nicht richtig satt machten, zurückgegriffen werden musste, werden Instant Nudeln verzehrt. Das aber nur zwei bis drei Tage im Monat, damit keine gesundheitlichen Schäden vom Konsumenten davongetragen werden.


Was bedeutet „Ramen“?
Sowohl Ramendan, als auch das Glaubensbekenntnis und das Monsterunser der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland beinhalten das Wort „Ramen“. Ramendan ist sogar danach benannt, aber was soll das eigentlich bedeuten? Hat das überhaupt etwas mit Nudeln zu tun? Ja, hat es, denn Ramen sind eine eigene Art japanischer Nudeln, die für die Japaner wohl wie Fastfood für die Amerikaner und Europäer sind. In Japan gibt es sehr viele Stehimbisse, die sich auf eine Ramen-Nudelsuppe spezialisiert haben, aber auch normale Restaurants, die Ramen anbieten. Die Ramen-Nudelsuppe ist in Japan eines der bekanntesten und beliebtesten Nudelgerichte, sowohl, wenn es mal schnell gehen soll, als auch bei einem gemütlichen Abend im Restaurant.

Pastat/Weinachten
Im Winter waren früher die Piraten gezwungen, Nudeln selbst herzustellen, um sich versorgen zu können. Es wurde kalt, windig, oft fiel Schnee. Das führte dazu, dass sich die Piraten nicht mehr mit Lebensmitteln aus dem Meer (Fischen etc.) versorgen konnten. Und da es zu der Zeit der Piraten noch keine Supermärkte gab, in welchem man sich für den Dezember mit Nudelvorräten eindecken konnte, mussten die Piratenweiber schließlich ihre eigenen Nudeln herstellen. Der Dezember wird von den Pastafarianern, auf Grund der fleißigen Nudelproduktion, „Fröhliche Nudelzeit“ genannt. Nebenbei trifft man während der Fröhlichen Nudelzeit Vorbereitungen für das Nudlige Lichterfest, wie ganz viele Kekse zu backen, damit man auch reichlich Gebäck genießen kann. Auch der Adventskranz findet mit dem bunten Lichterkranz seinen satirischen Vergleich. Jeder Pastafari zündet jeden Freitag im Dezember eine Kerze von diesem an, damit er weiß, wann das Nudlige Lichterfest gefeiert werden kann. Im Christentum wird jeden Sonntag eine Kerze angezündet, um die Adventstage zu feiern. Doch Weinachten gibt es so im Pastafaritum zu heutiger Zeit nicht mehr, dieses wird jetzt Nudliges Lichterfest genannt.



Dokumentation/Fazit
Da Alma und ich beide nach den Sommerferien neu auf die Schule gekommen sind, bot es sich an, die Projektarbeit gemeinsam zu erledigen. Herr Kelting sprach uns diesbezüglich am Anfang des Schuljahres an und lieferte uns mit der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters direkt einen Themenverschlag, den wir beide in Ordnung fanden. Ich hatte von dieser Organisation vorher aber keine große Ahnung, vielleicht hatte ich von ihr gehört. Während der Ethikwoche ließ uns Herr Kelting zwei Tage vom Unterricht freistellen, um die Projektarbeit zu starten. In dieser Zeit fingen Alma und ich an, uns einzulesen und uns erste Gedanken zu machen. Wir haben uns in der Zeit danach regelmäßig abgesprochen, um Themen einzuteilen oder zu erfragen, wie weit der Andere mit seinen Themen ist. Grundsätzlich haben wir aber zu Hause gearbeitet, jeder einzeln. Außerdem hat mir die Projektarbeit am Anfang noch Spaß gemacht, aber gegen Ende ist mir klar geworden, dass ich mehr Struktur und Linearität brauche, als bei einer solchen Projektarbeit gegeben. So fühlt es sich an, als käme ein unglaublich großer Berg auf einen zu, den man nicht abwenden könnte. Wahrscheinlich liegen mir solche Projektarbeiten generell nicht, auch wenn ich das Thema in manchen Aspekten sehr ansprechend fand, manche hingegen haben mein Interesse nicht wecken können, bzw. sie waren anstrengend zu bearbeiten, wie z.B. Teile der Bibel, weshalb
ich mich auch dazu entschlossen habe, nicht das ganze Buch zu analysieren, wobei das mit Sicherheit schon um die 20 Seiten umfasst hätte.

09.03.2017

Das Wort zum Freitag - Das Fliegende Spaghettimonster



Wie wir immer mehr feststellen, ist unser Monster aus dem Schulunterricht nicht mehr weg zu denken. Immer öfter bekomme ich Anfragen von Schülern und auch Lehrern, manchmal dann auch Rückmeldungen. Ganz besonders gefreut habe ich mich über die von Alma Bleschke. Sie und David Altenkamp von der 10a der EKG Barsbüttel haben da toll was hingelegt. Die Arbeit ist nicht nur gut, sondern auch so umfangreich, dass ich heute nur den ersten Teil veröffentliche. Der zweite kommt dann nächste Woche.


Projektarbeit Teil I von Alma Bleschke

  • 1.Was ist das?
  • 1.2. Warum gibt es dann diese Religion?
  • 2. Wie(so) alles begann
  • 3. FSM – Deutschland und Amerika im Vergleich
  • 3.1. Kirche des Fliegendem Spaghettimonsters in Deutschland
  • 4. Erfolge in verschiedenen Staaten
  • 5. Aktionen
  • 5.1. Wie sich die Kirchen finanzieren
  • 6. Weshalb Religionskritik berechtigt ist
  • 7. Schlussbetrachtung
  • Quellen


Das Fliegende Spaghettimonster ist eine Religion’, würden deren Anhänger wahrscheinlich antworten, ‚eine Religion gleichberechtigt neben anderen Religionen’.
Denn sie haben eine Weltanschauung, deren Grundlage der Glaube an eine bestimmte überirdische, übernatürliche Kraft ist: das Fliegende Spaghettimonster.
Diese Kraft beruht: ,,auf intuitiver und individueller Erfahrung. Damit verbunden sein kann der Glaube an heilige Objekte.(www.wikipedia.org/wiki/Religion, 03.01.2017) Objekte sind hier bspw. Nudeln.
In den USA ist das Fliegende Spaghettimonster eine (anerkannte) Religion. In Deutschland ist es jedoch offiziell nur als gemeinnützig anerkannte Körperschaft zu bezeichnen.*

Die Pastafari, wie ihre Anhänger sich selbst nennen, sind im Eigentlichen wissenschaftlich orientierte Atheisten (**Atheist = griechisch=kein Gott: jemand, der nicht glaubt, dass es einen Gott gibt), die auf besondere Art und Weise eine Weltanschauung verbreiten wollen. Ihr Ziel ist die Förderung wissenschaftlicher Weltanschauungen. An dieser Stelle kann man sich fragen:
1.2. Warum gibt es dann überhaupt diese „Religion“?
Und wieso geben sich die Pastafari als feste Glaubensanhänger aus? Und...
Wenn sie die wissenschaftlichen Weltanschauungen fördern wollen, wieso verbreiten sie diese dann nicht einfach?
Mit Fakten und wissenschaftlich belegten Theorien und Argumenten versuchen Nichtgläubige, darunter auch Wissenschaftler, Gläubige zu überzeugen, ihre Religion kritisch zu betrachten und nicht einfach alles zu glauben, was ihnen die Vertreter ihrer Religion, ihrer Kirche und deren Schriften weißmachen wollen.
Die Pastafari wählen einen anderen Weg: Satire**. Die Religion des Fliegenden Spaghettimonsters an sich dient ihnen dabei als Instrument.
Sie kritisieren die anderen Religionen, ihre Rechte und ihre Theorien, ohne sie direkt anzugreifen.

Indem sie einfordern, dass ihre (satirisch-kritische) Religion auf eine Stufe mit anderen Religionen gestellt wird und dies auch in etlichen Rechtsstreiten für die Allgemeinheit versuchen durchzusetzen, bezwecken sie, die Absurdität von Glaubensvorstellungen aufzuzeigen. Die Inhalte ihrer „Religion“ werben für Offenheit.


Dafür unternahmen sie verschiedene Aktionen wie zum Beispiel ein Rechtsstreit, der dazu führte, dass die religiöse Kopfbedeckung der Pastafari auf dem Personalausweis getragen werden darf, oder jene Erlaubnis, dass das Schild der Ankündigung der ,,Nudelmesse“ am selben Pfahl wie auch die Gottesdienste der anderen Religionen hängen durfte.*


Sie gehen also mit Satire an das Thema heran weil die vielen wissenschaftlichen Studien mit Beweisen und logisch hergeleiteten Argumenten wenig bei denen bewirken, die standhafte Gläubige sind. Außerdem zeigen sie sich öffentlich zum Beispiel auf Weihnachtsmärkten, um dort die nach ihrem Glauben ,,wahre“ Version der Weihnachtsgeschichte
(bzw. WeinAchtsgeschichte) zu erzählen.



Die christliche Kirche ist aber auch so weit in unserer Kultur und unseren Köpfen verankert, dass sich auf dem anderen, nicht satirischen, Weg kaum etwas verändern lässt. Viele Deutsche - Atheisten sowie Gläubige - sind der Auffassung, dass man nichts gegen diese Religion sagen kann und zum Beispiel dagegen, dass es Religionsunterricht gibt, in dem die Religion so beschrieben wird, als wäre sie die Wahrheit (wie in den USA), weil Religion eben etwas ist, was nichts mit Konkretem zu tun hat, sie über dem Rest steht.
Die Pastafari versuchen den ihrer Meinung nach unberechtigten Respekt vor Religion abzubauen. Sie wollen zeigen, dass Religionen mit ihren Mythen und heiligen Schriften genauso seriös oder unseriös sind, wie die Religion des Fliegendes Spaghettimonsters.


2.Wie(-so) alles begann

Manche Menschen glauben extremer und manche weniger extrem.
Die von jedem Zweifel befreiten Gläubigen gehen sogar so weit, dass sie die Evolutionstheorie von Charles Darwin infrage stellen oder gar für falsch halten und stattdessen daran glauben, dass Gott die Welt in sieben Tagen erschaffen hat. Diese Menschen werden Kreationisten genannt. In den USA ist eine starke Verbreitung des Kreationismus zu beobachten. Es gibt sogar ein Museum, das die Entstehung der Welt auf Grundlage der Bibel erklärt und dabei von Tatsachen spricht (Abb.4, Abb.5)



Außerdem wollen die Kreationisten die Schöpfungslehre in den Biologieunterricht einbinden, mit der Begründung, dass es nicht schaden kann, eine Theorie mehr zu lernen. Im Staat Kansas, USA, wurde dies am 08.11.2005 durchgesetzt. EIN DENKWÜRDIGER MOMENT, DENN...Als Protest hatte sich der Wissenschaftler Bobby Henderson etwas ausgedacht: Wenn man behaupten kann, dass das Christentum mit seiner Bibel auf wahren Tatsachen beruht, dann könnte man ja auch genauso gut ein Fliegendes Spaghettimonster für die Gottheit des Universums halten. Warum also nicht? Und so schrieb er in einem offenem Brief 2005 an die Schulbehörde in Kansas, ob man nicht auch die Theorie der Entstehung der Erde mit den Kräften des Fliegenden Spaghettimonsters in den Schulen lehren könne. Es würde ja nicht schaden, wenn die Kinder eine weitere, dritte Theorie lernen. Damit war der Grundstein für die Bewegung gelegt, sie entfachte viel Aufregung. Begeisterte Leser und Journalisten erschufen kreative Namen in der Presse, beispielsweise ,,The Cult of Oregano Orthodox“, ,,The Moomin Church of His Spaghettiness“ oder die ,,SPAM“ (The Spaghetti & Pulsar Activating Meatballs) und Wortspiel, deutsch: Die spaghetti- und pulsaraktivierenden Fleischbälle.



3.FSM - Deutschland und Amerika im Vergleich



Der ,Flying-Spaghetti-Monsterism’, kurz ,FSMism’, entwickelte sich weiter und fand immer mehr Anhänger, bis er in Europa und Deutschland ankam.
Der Name FSM blieb derselbe. Es gibt jedoch markante Unterschiede zwischen dem amerikanischen FSM und dem deutschen. Zuallererst ist FSM in den USA als Religion anerkannt. Der Grund dafür ist, dass in den USA Kirche und Staat gesetzlich strikt getrennt sind. Deswegen ist die gesetzliche Hürde dafür, etwas als Religion zu bezeichnen, deutlich niedriger. Die sich selbst Religion nennende Bewegung ,,Scientology“ ist in den USA auch als Religion anerkannt, in Deutschland aber nur als Verein, für Viele ist es eine Sekte. Ein weiterer Unterschied ist, dass sich die deutsche Gemeinde größtenteils unabhängig weiterentwickelt und viele Eigenheiten der Religion selbst erfunden hat.
In Deutschland ist FSM inzwischen ein gemeinnütziger Verein. Laut den Aussagen Rüdiger Weidas, bzw. Bruder Spaghettus, Vereinsvorsitzendem FSM Uckermark, passt das Wort ,,Verein" nicht so recht mit der Bewegung zusammen. Die Pastafari so beschreibt er, sind Einzelkämpfer. Das soll bedeuten, dass eher Einzelne, Motivierte in Deutschland (und auch Europa) verstreut Aufstände machen, ihren eigenen Protest anbringen.  Trotzdem ist das Format ‚Verein’ vorteilhaft. Ein besonderer Vorteil erweist sich, wenn man beispielsweise Veranstaltungen organisiert. Passiert dort etwas, dann kann man nicht persönlich dafür belangt werden, das liefe über den Verein. 


3.1. Kirche des Fliegendem Spaghettimonsters in Deutschland
Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters in Deutschland hat sich, wie bereits erwähnt, recht unabhängig von der amerikanischen entwickelt. Somit haben ihre Anhänger ihre eigenen Interpretationen, aber eben auch Ausschmückungen und kleine Ideen mit einfließen lassen. Um einige Beispiele zu nennen: das ,,Wort zum Freitag“, Feiertage, Gottesdienstbestandteile und die meisten Lieder.
Diese Ausschmückungen scheinen auf den ersten Blick nicht sinnvoll, sind aber essentiell für die Parodie. Sie tragen dazu bei, die FSM so wie eine Religion aussehen zu lassen. Die Details, die dämlich bis lustig und damit provokant gewollt sind, sollen sehr deutlich zeigen, dass die ,,Ausschmückungen“ von z.B. dem Christentum gleich seriös, dämlich, legitim oder das Gegenteil davon sind.
Manche Lieder, Gebete oder Gebote haben jedoch vorrangig einen anderen Zweck, beispielsweise das Glaubensbekenntnis, das Lied ,,Verkehrt“ und die 8 “Am Liebsten Wäre Mirs“. Hier werden Werte wie Toleranz, Offenheit und Gleichberechtigung vermittelt.

Ist es denn nun eine Religion?

Nein, denn: 
Es ist nur eine Parodie auf die anderen REligionen,  mit der sie wissenschaftliche
Weltanschauungen fördern wollen.

Ja, denn:
In ihrer Satire streben sie, mit der Religion eine Stufe gestellt zu werden, sprich:
offiziell so genannt zu werden, also eine zu sein


4. Erfolge in verschiedenen Staaten

Sie streben danach, sie sind es (noch) nicht. Wie nah sie der Gleichstellung mit den anderen Kirchen gekommen sind, ist in jedem Land unterschiedlich. Hier sind nur ein paar Beispiele von den wichtigsten Erfolgen der Pastafari.*

  • In den USA seit 2015 als eine Religion anerkannt.
  • In Deutschland ist sie seit 2006 als gemeinnütziger Verein ,, Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters e.V.“ eingetragen und seit 2011 als gemeinnützige Körperschaft  anerkannt.
  • In Polen wurde die Anerkennung 2012 angeleiert und 2013 (mit der Begründung, es sei keine Religion, sondern Religionskritik) abgelehnt. Die Sache wird nun vor Gericht verhandelt.
  • In Österreich wurde der Antrag auf Anerkennung 2015 beantragt und abgelehnt, mit der Begründung, es fehle die religiöse Lehre. Auch hier wurde ein Gerichtsverfahren eröffnet.
  • In Lettland geschah Ähnliches wie in Polen und Österreich am 19. Oktober 2016.
  • In den Niederlanden im Handelsregister eingetragen
  • In Russland seit Juli 2013 als Religion registriert. Dort kämpfen sie besonders für Rechte für Homosexuelle.**
  • Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters in Neuseeland ist rechtlich als Religion anerkannt. Auf der Welt wurde die erste rechtlich anerkannte Eheschließung von der Kirche des FSM am 16. April 2016 in Neuseeland durchgeführt (Abb.7).

5.Aktionen

Auf der Website ,,www.pastafari.eu“ und in sozialen Medien berichtet zum Beispiel Rüdiger Weida, auch bekannt als Bruder Spaghettus, von politischen Aktionen, die organisiert und umgesetzt wurden. Hier einige Auszüge: ,,(...)
  • 05.05.2011 Lesung an der HumboldtUni Berlin
„Geschlechterrollen und Geschlechterrealitäten der Pastafari“
  • 4./5.06.2011 Teilnahme am Kirchentag in Dresden
incl. Nudelmesse in der Religionsfreien Zone (...)
  • 25.07.2011 Antrag auf Führerschein mit Piratentuch
  • 23.08.2011 Wir zahlen alle – Wie sich die Kirchen finanzieren
Ein Vortrag mit Dr. Carsten Frerk in Templin (siehe 3.2.)
  • 28.08.2011 Piratenführerschein erhalten (...)
22.09.2011 Teilnahme an AntiPapstDemo in Berlin:


  • (... )03.12.2011 Weihnachtsmarktaktion Lucia Weihnachtsmarkt
  • 03.12.2011  „Vrijdenker“,
  • Die Monatszeitschrift der niederländischen atheistisch-humanistischen
  • Vereinigung "De Vrije Gedachte" berichtet ausführlich über die KdFSM Deutschland.
  • Februar 2010 Nudeltaufe - die erste Taufe in Seinem Namen

  • Nimms - Leicht - Stuhl statt Beichtstuhl [Abb.10]


eine gemeinsame Aktion mit den Evolutionären Humanisten Berlin-Brandenburg e.V. anlässlich des Diözesanen Weltjugendtages Berlin.


5.1. Wie sich die Kirchen finanzieren

Die Tabelle zeigt, wie viel Steuergeld der Staat den Kirchen pro Jahr erlässt. Insgesamt sind dies 19.290.000.000 Euro.


Im Vergleich die Einnahmen der Kirchensteuer :
Die evangelische Kirchen nimmt 4,4 Milliarden Euro ein und
die katholische Kirche 4,9 Milliarden Euro.
Der Auszug zeigt einen wichtigen Grund für die Arbeit der Pastafari auf. Denn die Kirchen bekommen neben der Anerkennung reichlich finanzielle Mittel vom Staat.


6. Weshalb Religionskritik berechtigt ist

Das Folgende nochmals ausführlicher zu erläutern mag repetitiv klingen. Aber nach vielen Gesprächen mit Familienangehörigen und anderen Menschen meines Bekanntenkreises habe ich häufiger die Erfahrung gemacht, dass die Begründung der Satire nicht deutlich wurde. Manche Christen verstanden nicht, weshalb die Kirche, auch wenn sie einen wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft leistet [und eine so lange Tradition hat], gerechtfertigt auf die Schippe genommen werden kann oder darf. Darum stelle ich hier noch einmal ausführlicher dar, weshalb Satire, der Meinung der Pastafari nach, in diesem Fall gerechtfertigt (bzw. wichtig) ist.

Zuallererst möchte ich verdeutlichen, dass ich mich in dieser Projektarbeit nicht mit den positiven Aspekten von Religion bzw. Christentum beschäftigt habe.
Im Gegenteil kritisiere ich die negativen Aspekte der Kirche und ihre Verbindung zum Staat (siehe auch „Staat und Kirche“ im Anhang).
Dies hat den Hintergrund, dass die Anhänger der Satirereligion FSM eben diese Seite aufzeigen wollen und ihnen die Kritik an Religion als zu selten und unwirksam vorkommt.*

Es muss jedoch trotzdem berücksichtigt werden, dass die Kirche bzw. Religion enorm ehrbare und wichtige Aspekte beinhaltet und der Gemeinschaft beiträgt. Diese Seite wird hier schlicht nicht beleuchtet (Begründung und mehr dazu siehe Schlussbetrachtung).

Der Sinn der Satire des FSM ist allerdings meines Verständnis’ nach nicht Religionen schlecht zu reden, sondern die Makel und die Position der Religion im Staat zu kritisieren um die Verbesserung und die Unterscheidung / Distanzierung von der Wissenschaft zu fördern.**
Der deutsche Staat gibt jährlich Milliarden von Geldern an die Kirchen aus.***
Rechtlich gibt es Vorteile für evangelische und katholische Christen der BRD und umgekehrt oft drastische Nachteile für die Anders-/ Nichtgläubigen. Denn, wenn Menschen keiner oder einer anderen Religion als der mehrheitlichen, im Staat verankerten, angehören, müssen sie z.B. trotzdem (in Form von Steuern) Geld an diese zahlen. Auch ob man einen Studiums- oder Arbeitsplatz bekommt, kann manchmal von der Religion abhängig gemacht werden, natürlich hörte man von den Fällen vor ein paar Jahren mehr als heute, aber es ist noch aktuell.
Diese und weitere Beispiele verstoßen gegen Artikel 3 im Grundgesetz nach dem jeder gleichberechtigt ist, egal welcher (...) Religion er angehört.
Jeder soll für sich frei entscheiden können, ob oder welcher Religion er angehören möchte, ohne Nachteile dadurch erleiden zu müssen. Dies scheint den Pastafari erstrebenswert.

Ein weiterer Grund für Religionskritik ist, die Glaubwürdigkeit der Kirche infrage zu stellen. Insbesondere die heiligen Schriften wie die Bibel sind, sachlich betrachtet, höchst minderwertige Quellen. Sie weisen laut Quellenkritik keinen bestimmten Autor auf. Inhalte wurden über Generationen mündlich weitergegeben, das viel später Aufgeschriebene wurde viele Male übersetzt (,fast immer von Männern, was erheblichen Einfluss auf die Darstellung der Gleichberechtigung der Geschlechter hat,) und von den ersten Verschriftlichungen beziehungsweise ,Originalen’ gibt es nur wenige Bruchstücke, und deren Echtheit ist fraglich. Es gibt keinen Beleg dafür, dass die Bibel eine glaubwürdige Quelle ist.

Und doch glauben so viele Menschen daran.

Ein Sinn von Religion ist wohl auch, sich sicher zu fühlen, Antworten auf Fragen in der heiligen Schrift oder beim s.g. ,unfehlbaren’ Papst zu finden, die sich nicht erklären lassen.
Doch hier könne man die Frage stellen:
Sollte man sich nicht eher damit abfinden, dass nicht alles auf der Welt erklärbar ist?

Anstatt Dogmen zu schaffen, die man verinnerlichen soll ohne sie zu hinterfragen?

Die Pastafari denken, es ist sehr wichtig, dass wir Unerklärliches unerklärt lassen und mit wissenschaftlichen Methoden untersuchen, um Entwicklung zu ermöglichen, damit die Ideen nicht im Keim schon ersticken.
So auch Rüdiger Weida, Vorsitzender der KdFSM,:
,, „Das Allerschlimmste an Religionen ist, dass sie für alles eine Antwort bieten. So findet keine Entwicklung statt.“ Bruder Spaghettus [Rüdiger Weida] dagegen ermuntert seine Pastafaris zu zweifeln: „Unsere Religion kennt keine Dogmen.(...)“ “
Die Religion des FSM zeigt, dass im Vergleich keine der Kirchen auf glaubwürdigen Quellen basiert. Keine mehr als die andere.
Dass Vieles an Religionen nicht beweisbar ist, ist allgemein bekannt.
Der Spruch: ,,Glauben kannst du in der Kirche.“ des Volksmundes verdeutlicht dies.
Das allein scheint für die Meisten noch kein Grund, einen solchen Aufstand zu machen.

Die negativen Aspekte sind so nah und offensichtlich. Ein Blick in die Nachrichten und man sieht von Krieg und Leid geprägte Bilder der aktuellen islamischen Terrorakte,
Menschen, die auf Grund ihres Glaubens bereit sind, sich selbst umzubringen und dabei viele, unbeteiligte Menschen mit in den Tod zu reißen.

Das Dogma, dass sich eine Religion für die einzig Wahre erklärt und alle anderen als schlecht, ist oft die Ursache für Folter, Morde und Krieg.
Aktuell ist es z.B. der s.g. Islamische Staat, der den Dschihad, d.h. heilige Krieg, gegen die Ungläubigen führt. [Und von dem sich viele Jugendliche aus Europa angesprochen fühlen.]
Zu Hitlerzeiten wurde Völkermord an Menschen jüdischen Glaubens begangen.
In der katholischen Kirche gab es viele Fälle sexuellen Missbrauchs.
Weil das so angeblich im Koran steht, werden Mädchen in Afrika brutal ihre Genitalien teilweise oder ganz entfernt ,,in den meisten Fällen vor Beginn oder während der Pubertät. Dies wird überwiegend ohne medizinische Begründung durchgeführt, ist meist mit starken Schmerzen verbunden, kann schwere körperliche und psychische Schäden verursachen und führt nicht selten zum Tod(…)“ 


Im Judentum und im Islam ist die Beschneidung bei Jungen weit verbreitet, ein Eingriff, der im Zusammenhang zum Recht auf freie Religionsausübung in Deutschland seit 2012 als religiöse Beschneidung erlaubt ist, wenn er nach Regeln der Ärztlichen Kunst erfolgt.
Die Liste der Gräueltaten, die in „gutem Glauben“ verübt wurden und werden und schreckliches Leid zur Folge hatten und haben, ist lang, und leider noch nicht abgeschlossen.
Sie wird wohl nie auch nur annähernd abgeschlossen sein. Denn diese Gräueltaten werden oft verschwiegen, nur selten angezeigt, oder finden erst gar kein Gehör.
Weil das Siegel der Religion darüber steht, scheint es meist gerechtfertigt, oder zumindest hinnehmbar. Mit dem Attribut „religiös“ wird wesentlich weniger dagegen unternommen, mehr geduldet oder erduldet.
All dies wird verschwiegen, man spricht nicht gern darüber. Doch ich denke, den vielen Schicksalen ist man es schuldig. Vielleicht kann man etwas verändern, dafür sorgen, dass in der Zukunft weniger dergleichen passiert. zum Beispiel, für ein Gesetz eintreten, dass die körperliche Unversehrtheit von Minderjährigen über das der Rechtmäßigkeit religiöser Beschneidung stellt.

Einfach ist es zu sagen: ,,Soll doch jeder glauben, was er will,’ solange er andere Menschen* nicht damit belästigt, niemanden in seiner Freiheit und Würde einschränkt.’

Religionen zu kritisieren ist auf der ganzen Welt sehr heikel, da die meisten Befürworter außerordentlich stark überzeugt und oft vielzählig sind. Man macht sich dabei sehr unbeliebt, bringt sich sogar in manchen Kulturen in Gefahr. Und am Ende überzeugt man dennoch nur Wenige.
Darum ist es meiner Meinung nach wichtig, dass sich Menschen trotzdem trauen, für eine dogmenfreie Welt zu kämpfen ohne blinden Glauben.
So wie die Anhänger der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters.
Ramen.

7. Schlussbetrachtung

Ich habe mich stark bemüht, die Arbeit sachlich zu halten. Bei diesem Thema ist es allerdings ausgesprochen schwer, den eigenen, persönlichen Standpunk gänzlich zu vertuschen. Ein Hauptgrund dafür ist, dass ich mich darauf konzentriert habe, den Standpunkt der KdFSM zu erläutern und verständlich zu machen.
Das Format dieser Schulprojektarbeit reicht für eine ausreichende Gegendarstellung leider nicht aus.
Dafür möchte ich mich bei allen jenen entschuldigen, die sich verletzt fühlen, weil die Projektarbeit nur eine einseitige Darstellung bietet.
Ich würde mich sehr über eine ausführliche Gegendarstellung freuen.
Denn ich bin der Meinung, dass man sich immer beide Seiten der Medaille anschauen, ernst nehmen und hinterfragen sollte, um sich eine eigene Meinung zu bilden.

Eure Meinungen bitte an





Quellen:




  • FRERK, Carsten:,,Violettbuch Kirchenfinanzen. Wie der Staat die Kirche finanziert.“ Aschaffenburg, Alibri, 2010.









NICKLIS, Petra

  • SPIEGELONLINE: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestag-beschliesst-neues-beschneidungsgesetz-a-872547.html,07.01.2017

















  • [Mehrere siehe Link: Einzelnachweise:] https://de.wikipedia.org/wiki/Satire, 11.01.2016


  • Abbildung/Deckbatt: http://images4.fanpop.com/image/photos/22200000/Flying-Spaghetti-Monster-church-of-the-flying-spaghetti-monster-22291114-595-476.jpg, 08.01.2017

  • Abbildung 1: http://vignette1.wikia.nocookie.net/monsterwiki/images/c/c4/Spaghettimonster.jpg/revision/latest?cb=20100806075809&path-prefix=de, 08.01.2016