15.11.2018

Wort zum Freitag - Pastafarikale Predigt



zur Hochzeit von
Bruder Pasta L'adoratore und Bruder Pasta Amico Intimo
am 03. Novemer 2018
in Templin

von
Kassandra Krautfleckerl

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Liebe Piratinnen und Piraten, liebes Bräutigampaar,

ich möchte meine Predigt beginnen mit einem Wort aus dem "Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters". Dort heißt es im Goldmann Taschenbuch, Seite 60, Abschnitt 2:

"In Wahrheit verbirgt sich das FSM überall um uns herum. Und Es hat Hinweise hinterlassen wie Brotkrumen, um uns den Weg zu Seiner Ewigen Nudeligkeit zu weisen."

Wort des lebendigen Spaghettimonsters.

Auf der Suche nach einem Brotkrumen war auch ich, als ich mich fragte, was ich Bruder Pasta L'adoratore und Bruder Pasta Amico Intimo anlässlich ihrer Trauung mit auf den Lebensweg geben sollte. In seiner unendlichen Güte warf mir das Spaghettimonster einen seiner Brotkrumen in den Weg.

Es gab in diesem Jahr neben der Hochzeit von Bruder Pasta L'adoratore und Bruder Pasta Amico Intimo eine weitere bedeutende Trauung. Im Mai gaben sich in der Drachentöter-Kapelle von Schloss Windsor eine amerikanische Seifenoper-Darstellerin und ein britischer Blaublütler mit Hang zu Sexparties das Ja-Wort, Harry und Meghan. Für die Predigt hatte man den Chef der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von Amerika eingekauft, den afroamerikanischen Bischof Michael Bruce Curry. Wie ein Vulkan brach er los und sorgte bei den eher gediegenen britischen Hochzeitsgästen für einige Verwirrung. Bischof Curry predigte über die Macht der Liebe, die er selbstverständlich seinem christlichen Gott als zentrale Eigenschaft zuordnete. 

"Stellt euch eine Welt vor, in der alle auf dem Weg der Liebe sind", sagte Curry. "
"Wenn alle auf dem Weg der Liebe sind, wird auf dieser Welt niemals wieder ein Kind hungrig ins Bett gehen."
 "Wenn alle auf dem Weg der Liebe sind, werden wir unsere Schwerter und Schilde niederlegen und nie wieder Krieg führen."
"Wenn alle auf dem Weg der Liebe sind, gibt es genug Platz für alle Kinder Gottes, denn wenn alle auf dem Weg der Liebe sind, werden wir einander behandeln wie Mitglieder einer einzigen großen Familie."

Als ich die Worte des Bischofs hörte und seinen schon fast pastafarianisch-paradiesisch zu nennenden Vulkanausbruch miterlebte, dachte ich mir: Wie Recht er doch hat. Um wie vieles schöner wäre diese Welt, wenn es mehr Liebe gäbe. Doch dieser arme Bischof sucht die Liebe beim falschen Gott.

"Wenn alle auf dem Weg der Liebe sind, wird auf dieser Welt niemals wieder ein Kind hungrig ins Bett gehen", sagt Bischof Curry.
-> Ich sage: Seit zweitausend Jahren hatte der christliche Gott nun Zeit, einen vernünftigen Ernährungsplan für die Menschheit aufzustellen, doch noch immer krepieren Kinder in Afrika elend an Mangelernährung. Kein Wunder bei einer Religion in deren rituellem Zentrum ein Stück Esspapier steht. Liebe sieht anders aus. Unser Spaghettimonster weiß das und versorgt die Welt liebevoll mit kalorienreichen Nudeln, auch wenn Ungläubige diesen Liebesbeweis nicht als solchen erkennen.

"Wenn alle auf dem Weg der Liebe sind, werden wir unsere Schwerter und Schilde niederlegen und nie wieder Krieg führen", sagt Bischof Curry.
-> Ich sage: Im Namen des christlichen Gottes wurde jahrhundelang gemetzelt und gemordet, was das Zeug hielt. Christliche Waffensegnungen gehörten in Deutschland noch vor nicht allzu langer Zeit zum kirchlichen Tagesgeschäft. Und tatsächlich glauben Christen, dass ihr Gott für die Liebe steht? Nein, liebe Brüderinnen und Brüder, es gibt nur einen einzigen Gott, in dessen Namen noch niemals ein Krieg geführt wurde, und das ist das Fliegende Spaghettimonster!

"Wenn alle auf dem Weg der Liebe sind, gibt es genug Platz für alle Kinder Gottes, denn wenn alle auf dem Weg der Liebe sind, werden wir einander behandeln wie Mitglieder einer einzigen großen Familie", sagt Bischof Curry.


- Ich sage: Welch ein Hohn, dies ausgerechnet als christlicher Bischof von sich zu geben! Man stelle sich vor, Bruder Pasta L'adoratore und Bruder Pasta Amico Intimo würden dem christlichen Irrglauben anhängen und hätten um eine kirchliche Trauung in einer christlichen Kirche gebeten. Mit freundlichen Segenswünschen hätte man sie davongejagt, weil ihre Geschlechtsorgane nicht fortpflanzungskompatibel sind. Bedeutet das im Christentum, für alle Kinder Gottes Platz zu haben und sie wie Familienmitglieder zu behandeln? Unserem Monster dagegen ist es vollkommen egal, ob bei einem Menschen eher obenrum oder eher untenrum was baumelt. "Kriegt es endlich in eure Dickschädel: Frau = Mensch. Mann = Mensch. Gehüpft wie gehoppelt." heißt es im Dritten "Am Liebsten Wäre Mir". Und unsere Monster meint das ebenso ernst wie seine Anhänger. Das bedeutet es, Mitglied der großen pastafarianischen Familie zu sein und von der Liebe des Spaghettimonsters umhüllt zu sein.


Natürlich gibt es noch so viel mehr Beweise Seiner Liebe:
-> Ohne das Spaghettimonster, das uns mit seinen Nudeligen Anhängseln sanft zur Erde drückt, würden wir bekanntlich in den Weltraum driften. - Was zwar eine schöne Aussicht verspricht, auf Dauer jedoch relativ tödlich wäre.
-> Während Hardcore-Christen noch immer den Klimawandel leugnen, ist unser Spaghettimonster schon viel viel weiter. In Seiner unendlichen Güte hat es uns sogar schon einen Weg hinaus aus der Klima-Misere gewiesen. Noch dazu einen so einfachen, dass ihn selbst Kleinkinder an Halloween und Karneval gehen: Das Anlegen von Piratenkleidung.
-> Nicht zuletzt betonen die Christen immer wieder stolz, dass ihr Gott sie nach seinem Ebenbild geschaffen habe. Wir Pastafari wissen, dass unser Gott dies nicht getan hat – und wir sind ihm unendlich dankbar dafür.

Trotz all dieser untrüglichen Beweise, dass es in Wahrheit das Spaghettimonster ist, dass auf der Welt die Liebe verbreitet, hat sich unsere Konkurrenz auf dem Weltanschauungsmarkt erdreistet, die Liebe für ihre Gottheit zu reklamieren. Es ist Zeit, dem entschieden entgegenzutreten und der Welt zu verkünden, dass allein das Spaghettimonster Liebe ist.

Und doch, liebe Brüder und Schwestern, weiß ich, dass es nicht einen unter uns gibt, der nicht schon einmal an Seiner Liebe gezweifelt hat. Denn, seien wir ehrlich, es ist nicht immer leicht, Pastafari zu sein.

Es gibt Menschen, die uns wegen unseres Glaubens und unserer Kleidung verlachen, die den Pastafarianismus nicht ernst nehmen und ihn in den Dreck ziehen. Einige sehen auch mitleidig auf uns herab, weil sie denken, wir würden die Piratenkluft nicht freiwillig tragen. Sie meinen, unser pastafarianisches Umfeld oder ein irrsinniger Aberglaube hätte uns in die Piratenkluft gezwungen. Doch wir hängen keinem Irrglauben an, sondern dem einzig wissenschaftlichen Glauben. Die Piratenkluft haben wir freiwillig gewählt. Aus Vernunft. Weil wir wissen, dass wir damit die Welt verändern können – und nicht nur wegen der paradiesischen Verheißung von 72 Strippern. (Und noch mehr, falls Bedarf besteht.)

Ich selbst gestehe freimütig, dass ich in der vergangenen Woche eine tiefe Glaubenskrise durchlebt habe. Und ich bin mir fast sicher, dass es vielen von Euch ebenso ergangen ist. Wie kann das Spaghettimonster zulassen, dass das Bundesverfassungsgericht unsere Verfassungsbeschwerde abweist? Wie kann es sein, dass die Richter nicht erkennen, dass wir eine Weltanschauungsgemeinschaft sind? "Monster, wo bist du?!", rief ich zum Himmel, als mich die schlechte Nachricht erreichte. Doch ich erhielt keine Antwort.

Also tat ich, was jeder Pastafari tun sollte, wenn ihn der Zweifel übermannt: Ich aß Nudeln. Und da wurde mir plötzlich eine wundersame Erleuchtung zuteil. Plötzlich wusste ich, dass ich die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in einem völlig falschen Licht betrachtet hatte. Was, frage ich Euch, dürfen wir als Pastafari niemals haben? – Dogmen! Wir sind zu stetem Zweifel verpflichtet. Das ist der Kern unseres Glaubens. Daraus folgt: Wer zweifelt, der ist im Herzen bereits Pastafari. Und nun frage ich Euch weiter: Was bedeutet es, dass die Richter des Bundesverfassungsgerichts daran ZWEIFELN, dass wir eine Weltanschauungsgemeinschaft sind? Bierelujah, sage ich, meine Freunde! Durch diesen Zweifel haben sie bewiesen, dass auch sie bereits von den Nudeligen Anhängseln des Spaghettimonsters berührt wurden. Sie wissen es nur noch nicht!

In diesem Sinne, liebes Bräutigampaar, möchte ich Euch auf den gemeinsamen Lebensweg mitgeben, dass Ihr niemals den Mut verlieren möget. Bereits der Prophet Bobby - gepriesen sei sein Name -  sagte im Siebten "Was würde ein Pirat tun": "Will man das Piratenleben leben, muss man auch das ewige Arrrgh!!! akzeptieren."

Doch das Arrrgh ist niemals von Dauer. Solltet Ihr jemals an Euch, Eurer Ehe oder gar am Spaghettimonster zweifeln, so seid gewiss, dass bereits dieser Zweifel der Beweis ist, dass das Spaghettimonster Euch liebt. Denkt stets daran: Ihr seid zwei von jenen Brotkrumen, die unser Monster hinterlassen hat, um uns den Weg zu Seiner Ewigen Nudeligkeit zu weisen. Möget Ihr diesen Weg stets gemeinsam gehen, bis der Biervulkan dereinst Euren Durst stillt.

RAmen.



08.11.2018

Das Wort zum Freitag - Hochzeit mit Zugabe


Schlimmer hätte es nicht anfangen können. Gerade waren die ersten Hochzeitsgäste eingetroffen, da kam die Nachricht, andere sind auf der Autobahn liegen geblieben. Glücklicherweise nur mit defektem Anlasser. 


Von da an war das Monster aber voll bei uns. Alle anderen kamen heil an und die Stimmung war sofort riesig. Auch das Fernsehteam war genau so unauffällig, wie bei der Absprache ausgemacht. Ihr Bericht ist toll geworden, was mit besonders freut, weil wir noch keine Bilder von der Hochzeitsfotografin bekommen haben. So können wir euch wenigstens den zeigen. Kurz sind auch die Hochzeitstorten zu sehen. Die sahen einfach toll aus.



Bei der Demo für unsere Gleichberechtigung am nächsten Tag war die Fotografin schon nicht mehr dabei, und wir haben selbst geknippst. Start war das Neue Rathaus. Dort hatte ich beim letzten Besuch Kreidezeichen über der Tür entdeckt. Die waren nicht, wie ich dachte, Gaunerzinken, sondern irgend ein katholischer Zauber. Weil so etwas in öffentlichen Gebäuden nichts zu suchen hat, mussten wir den unschädlich machen. Das ging nur mit einer kompletten Weihe des ganzen Hauses. Mit Dudelsack und Nudelwasser ging es zunächst zu einer Ecke des Hauses. Mit einem Segensspruch wurde diese mit SEINEM Wasser besprengt. 


Das wiederholte sich an der anderen Ecke.



Letztlich beteten wir gemeinsam vor dem Eingang: Oh du unser Monster, mögest du allen falschen Zauber von diesem Hause nehmen und machen, dass in ihm nur noch weise und bürgernahe Entscheidungen getroffen werden. 


Als es dann weiter Richtung Maria-Magdalenen-Kirche ging, hatte sich uns schon eine Gruppe Radfahrer angeschlossen. Da war die Reporterin des Nordkuriers schon weg, die in ihrem Bericht von 14 Teilnehmern sprach. Die Berliner Zeitung hat uns noch einen mehr zugebilligt. Tatsächlich waren wir 18 und auf dem Marktplatz zur Messe sogar über zwanzig. 



Die Polizei war auch gut und locker drauf und hat uns sicher geleitet.



 Einen Zwischenhalt gab es noch an der Kirche.



Anlass war dieses Werbeplakat. Das hatten wir, ganz entsprechend der Bestimmungen, am ersten Mast der mindestens 10m von der Kreuzung weg ist, aufgehangen.
Von allen aufgehangenen Plakaten war dies das einzige, was gestohlen wurde. Wir hängten es neu auf und zur Demo hing es noch. Als wir es abnehmen wollten, war es wieder verschwunden. Ich werde wohl mal bei der Pfarrerin nachfragen, ob sie uns helfen kann, die wieder zu beschaffen.


Die Messe auf dem Marktplatz kam gut an, auch Landratten haben am Abendmahl teilgenommen.
Vor allem aber haben wir nun in Templin eineinhalb neue Pastafari. Einer wird sogar Vereinsmitglied. Auch ein Almist war dabei, erkennbar am Nudelsieb. Unser Bruder kommt aus Russland und sicher werden wir auch ihn einmal wieder sehen. Vielleicht schenken wir ihm dann  eine Bandana.




01.11.2018

Das Wort zum Freitag - Auf zum Europäischen Gerichtshof


unter Verwendung eines Bildes von Cédric Puisney

Es ist mir ein dringendes Bedürfnis, diesem Wort eine Erklärung voran zu stellen:

Ich bin kein Verschwörungstheoretiker!

Zu dieser Vermutung könnte vielleicht der eine oder andere regelmäßige Leser kommen. Habe ich doch bereits einmal darüber berichtet, wie eine hochgradig abergläubische Person, Schwester einer Bischöfin und damals Kulturministerin von Brandenburg, regelwidrig unsere Nudelmessenhinweisschilder verboten hat.

Nun hat wiederum eine hochgradig abergläubische Person, aktives Mitglied einer katholischen Studentenverbindung, verhindert, dass über die Rechtmäßigkeit dieser Schilder, verbunden mit unserem Status als Weltanschauungsgemeinschaft, höchstrichterlich entschieden wird. Da könnte man schnell zum Schluss kommen, hier hat sich jemand gegen uns verschworen.

Was so ähnlich klingt, ist aber etwas anderes.
Sabine Kunst, jetzt Chefin der Humboldt Uni Berlin, und Ferdinand Kirchof, Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichtes, frönen zwar einem ähnlichen, doch nicht dem gleichen Aberglauben.


Sabine Kunst hat seinerzeit ihre Entscheidung zwar falsch, aber immerhin begründet.
Ferdinand Kirchof hat davon Abstand genommen.

Sabine Kunst hat eine einsame Entscheidung getroffen.
Ferdinand Kirchof hat gemeinsam mit Richterin Ott und Richter Christ (!) entschieden.

Sabine Kunst hat höchstwahrscheinlich in klarer Verteidigungshaltung ihrer eigenen Weltanschauung kompetenzüberschreitend eine andere bewusst benachteiligt.
Bei Ferdinand Kirchhof sehe ich das anders.
Bei einem noch amtierenden stellvertretenden Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes kann man davon ausgehen, dass er privat und dienstlich trennen kann. Schwer könnte dass allerdings werden, wenn höchste Richter eng mit der Kirche zusammenarbeiten und sich sogar willig vom Papst persönlich einseifen lassen, wie einst in Freiburg geschehen. Vielleicht liegen auch dort die Gründe für Entscheidungen wie diese:
"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen, weil eine weltanschauliche Betätigung des Beschwerdeführers nicht plausibel gemacht wurde. Von einer Begründung im Übrigen wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen. Diese Entscheidung ist unanfechtbar."

Entscheidungen des BVerfGG sind immer unanfechtbar, das hat mich nicht getroffen. Als völlige Missachtung der durch die eingereichte Verfassungsbeschwerde gut begründeten Interessen unserer Weltanschauungsgemeinschaft empfand ich jedoch, dass keine Begründung geliefert wurde. Das Gesetz lässt das zu, aber in unserer Beschwerde ging es auch um Grundsätzliches, wie um die genaue Definition von Weltanschauungsgemeinschaft. Da sollte schon ein bisschen mehr kommen, als diese drei Sätze.

Wir hatten uns beim höchsten deutschen Gericht mehr versprochen. Wir waren sicher, es wird zumindest verhandelt. Die Hoffnung, dann auch ein positives Urteil zu bekommen, war nicht all zu groß. Dazu kennen wir die KirchenrepublikDeutschland zu gut.

So sehen wir dann auch diese Abweisung der Beschwerde eher positiv. Wir waren von Anfang an darauf eingestellt, auch auf europäischer Ebene unser Recht zu suchen. Dort werden wir nun sehr viel früher sein. Bis zu einer Verhandlung vor dem BVerfG hätte es noch Jahre gedauert, die wir nun sparen.

Auch Polen und die Niederlande streiten bereits. Doch es gibt einen wesentlichen Unterschied. Die streiten für die Anerkennung als Religion, wir für die als Weltanschauungsgemeinschaft. Es wird darauf ankommen, diesen Unterschied richtig heraus zu arbeiten.

Aber es kommt auf noch viel mehr an. Auch die europäischen Richter könnten selbst abergläubisch sein, auf jeden Fall sind sie so sozialisiert. Aberglauben durchzieht noch heute unsere und andere Gesellschaften und ist zum Teil sogar wieder im Anstieg.
Lasst uns darum kämpfen, jeder an seinem Platz mit seinen Mitteln, dass wir diesen Aberglauben klar als solchen benennen. Es gibt keinen Grund, zwischen der Angst vor schwarzen Katzen, Wahrsagen, Voodoo, Hexerei und anderem oder organisiertem Aberglauben, wie ihn die Religionen bieten, einen Unterschied zu machen.

Nehmen wir dem Aberglauben den Respekt, den manche ihm noch entgegen bringen. Klären wir auf, dass mehrere tausend Jahre alte Regeln nicht taugen, heutige Gesellschaften zu lenken, sondern diese behindern.

Aber, und das ist ganz wichtig, bieten wir auch etwas, was den Einzelnen wie die Gesellschaft vorwärts bringt. Bieten wir unterschwellig unsere 8 ALWM´s an und machen wir mit den 10 Angeboten des evolutionären Humanismus weiter.
Dieser Humanismus, der sich ständig selbst an aktuellen Erkenntnissen erneuert, ist das, was wir zu bieten haben.

Nehmt es an und tragt es weiter.



26.10.2018

Wort zum Freitag – Weltnudeltag



Das Wort zum Freitag schließt den Weltnudeltag ab, der am 25.10. gefeiert wird. Damit sind die Nudeln und mit ihnen sicher auch das Monster, das erste Lebensmittel mit weltweitem Feiertag.

Passend zur Feier des Tages gibt es auch Neuigkeiten aus der Welt des Rechts. Die Richter des Bundesarbeitsgerichts in Sachen Kirchenarbeitsrecht, haben entschieden, ob die Kirchen in Stellenausschreibungen generell auf die Religionszugehörigkeit der Bewerber Augenmerk legen dürfen. Auch hier haben die Kirchen, wie immer, mit aller Kraft versucht, ihre ungerechten Regeln, die keine vernünftige Grundlage haben bis zum Letzten zu verteidigen, statt mit der selbst gepredigten Offenheit und Nächstenliebe, musste nun wieder ein Gericht, hier über den Umweg des EuGH, der Vernunft Gehör verschaffen.

Umso mehr stellt sich wieder einmal die Frage, wo denn bitte der Grund für diese absurde Forderung war. Die Stelle war nicht mit der Verbreitung der Glaubenslehre beauftragt, trotzdem wurde irrwitzigerweise wieder einmal indirekt unterstellt, man könne als Atheist, mehr noch als Nichtchrist, keine höheren moralischen Werte haben.

So zeigt sich auch zum Weltnudeltag wieder einmal wer Wasser predigt und Wein trinkt. Könnte es besser zusammenkommen?

Eigentlich kaum, genießt euren Freitag, auf das Urteil erstmal einen großen Teller Nudeln!(ee)