31.07.2020

Das Wort zum Freitag - Aber die Kirchen tun doch so viel Gutes


Die Zeiten der Volkskirche sind vorbei. Noch nie gab es so viele Kirchenaustritte wie im letzten Jahr. Kirchenvertreter sind besorgt und versuchen mit vielen Mitteln gegenzusteuern, im Kirchenkreis Mecklenburg werden sogar 42 Kirchen zu zeitweiligen Kinosälen. Es scheint alles nichts zu helfen, fast die Hälfte der verbliebenen Schäfchen denkt trotzdem daran, die Herde zu verlassen.

Auf der anderen Seite organisieren sich immer mehr Humanisten auf verschiedensten Ebenen. In ihren Organisationen wachsen die Mitgliederzahlen.

Trotzdem scheint beides den Einfluss der Kirchen auf die Politik nicht zu mindern, sondern eher noch zu stärken. Liegt es daran, dass trotz des Wachstums bei den Humanisten deren Gesamtzahl, der Förderkreis der giordano bruno stifung z.B. hat gerade die 10.000erMarke geknackt, im Vergleich doch noch niedrig ist?
Sie können also noch lange nicht den Druck auf die Politik ausüben, wie es der riesige kirchliche Lobbyistenapparat tut.

Mir scheint das nicht die einzige Ursache zu sein. Bald werden die Konfessionslosen bundesweit in der Mehrheit sein, in manchen Großstädten sind sie es schon jetzt. Ob nun aus traditionell geprägt, als Folge der geschickten kirchlichen Selbstdarstellung oder einfach aus Unwissen über tatsächliche Gegebenheiten, für viele ist klar: Die Kirchen tun doch so viel Gutes.

Es stimmt, die Kirchen tun auch Gutes. Aber sie tun es vor allem mit dem Geld der Anderer, vor allem der öffentlichen Hand. Caritas und Diakonie geben nicht einmal 2% an Eigenmitteln für die Arbeit des jeweiligen Sozialkonzerns auf. Verschwindend wenig für den ungeheueren Werbeeffekt, den sie damit für sich erreichen. Ganz abgesehen davon, dass Kirche auch einiges tun, was sich als überaus schädlich für die Gesellschaft erweist. Das dürfte das Gute zumindest neutralisieren.

Noch ein zweite Ansicht ist bei Konfessionslosen oft zu beobachten: Ich bin nicht gläubig, was geht es mich also an, was die machen?

Auch hierfür könnte mangelndes Wissen die Ursache sein. Die Kirchen sind so fest in den Gesetzgebungsprozess in Deutschland eingebunden, dass sie über diesen Weg das Leben aller, nicht nur das der Gläubigen, beeinflussen. Ganz massiv sieht man das beim Ringen um die Präimplantationsdiagnostik, damals wie heute. Man sieht es in der Debatte und in der Praxis der Schwangerschaftsunterbrechung und man erkennt es im Ringen um ein selbstbestimmtes Sterben.

Das sind nur die wichtigsten Beispiele, die Kirche hat wirklich überall ihre Finger im Spiel. Oft sogar so, dass selbst ihre Mitglieder nicht damit klar kommen, und dann sagen ausgerechnet Humanisten: "Ach, was geht es mich an, was die Kirche macht?"

Erst wenn wir es schaffen, immer mehr Konfessionlose aus dieser passiven Haltung in eine aktive zu bringen, werden wir es auch schaffen, den Einfluss der Kirchen auf die Politik und damit auf die Gesellschaft spürbar zu vermindern.

23.07.2020

Das Wort zum Freitag - Scientology Sex Skandal

aus der Reihe "Oldies but Goldies"



Unfassbar! Uns wurde ein Foto zugespielt, das ein völlig neues Licht auf den Umgang Scientologys mit Sex wirft.

Bisher war nur bekannt, ST nutze Wissen über sexuelle Details dazu, Gegner zum Schweigen zu bringen. Bei Nicole Kidman z.B. Der Sohn Ron L Hubbards wird sogar zitiert: «Du hast die volle Kontrolle über jemanden, wenn du jedes Detail über sein Sexleben und seine Phantasien aufgezeichnet hast. Der Fokus liegt bei Scientology auf Sex. Sex, Sex, Sex.»

Wie lässt sich nun dieses schockierende Foto einordnen? Kommen nun über führende Mitglieder der Sekte selbst Details ans Licht, die geeignet sein könnten, sie für ihre Funktion untragbar zu machen, ja die ganze Organisation in einen Strudel zu reißen? 

Ein führendes Mitglied der Sekte, Sabine Weber, Vizepräsidentin der Scientology Deutschland in Berlin, ist dort klar und eindeutig zu erkennen. Lächelnd und offensichtlich glücklich. In einer Umgebung, in der von ihr alles andere zu erwarten wäre. Die Erklärung, dass sich Sabine einfach was Flottes fürs Schlafzimmer ausleihen wollte, ist wohl kaum glaubhaft.

Leider ist es uns nicht gelungen, unserem Informanten mehr als dieses Bild zu entreißen. Mehr als die 200.000 Euro aus unserer Portokasse, die ihm viel zu wenig waren, wollten wir dann doch nicht für nähere Hintergrundinformationen ausgeben.
Wozu auch. Die Fragen, die nun unbedingt gestellt werden müssen, können auch so gestellt werden:

Was macht S. in solcher Umgebung? 
Was hat es mit den 20.000 Sexvideos auf sich? 
Sind das welche von deutschen Bürgern die damit gezwungen werden sollen, ST als Religion, als Kirche, gar als von SEINEN nudligen Anhängseln getragen, hinzustellen? 
Oder sind es Videos von Sektenmitgliedern um die am Ausstieg zu hindern? 
Sind es gar Videos von Mitgliedern aus dem innersten Kreis die diese im internen Machtkampf einsetzen wollen?
Aber warum befinden sich diese Videos dann im Verleih?

Natürlich kann alles auch ganz anders sein. Es könnte sich um wissenschaftliche Videos von Paarungsversuchen Außerirdischer handeln. Um eine Versuchsreihe Xenus den Sex seiner Untertanen so zu gestalten, dass Nachwuchs ausgeschlossen ist. Um Lehrvideos sozusagen, die ihm sein Problem der Überbevölkerung vom Hals schaffen sollten. Dann macht es auch Sinn, dass sich die Videos im Verleih befinden. Ihr wisst schon, warum. :-))
Bis heute gibt’s viel zu viel Scientologen.

Erstveröffentlichung am 16.06.2008

16.07.2020

Das Wort zum Freitag - Der Trutzorden der Weisen Retter des Heiligen Glases



Einer ergreifenden Zeremonie durften die Teilnehmer der Nudelmesse letzten Freitag in Templin beiwohnen.

Bojenkommandant Holger musste vor den Nudler treten. Der hatte das Zeremonienschwert in der Hand und forderte ihn auf, sein Haupt zu senken. Nach je zwei Schwertschlägen mit der flachen Klinge auf beide Schultern und gegen die Stirn kamen von Bruder Spaghettus die entscheidenden Worte:

"Nun, Bojenkommandant Holger, erhebe dein Haupt als "Großer Spaghettone des schäumenden Hefegetränks vom Trutzorden der Weisen Retter des Heiligen Glases"" )*. Das Große Konklave der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland hat beschlossen, dich für deine Verdienste um die Gestaltung unserer Webseite als vierten Retter in diesen uralten pastafarianischen Orden aufzunehmen."

Ich könnt euch sicher vorstellen, wie berührt der vorher nichtsahnende Bojenkommandant war. Nun steht er an der Seite der Großen Spaghettona des schäumenden Hefegetränks Elli Spirelli und Farfallina Carbonara sowie des Großen Spaghettone des schäumenden Hefegetränks Dr. Winfried Rath, die bereits 2016 anlässlich des 10jährigen Bestehens unserer Kirche in den Orden aufgenommen wurden.

Mögen Seine nudligen Anhängsel sie alle Zeit sanft berühren, sie stärken und immer den rechten Weg finden lassen.







)*  Orden haben in den Kirchen eine lange Tradition. Begründet wurde die, es wird niemanden wundern, wieder einmal von den Urpastafari, und zwar genau mit dem "Trutzorden der weisen Retter des Heiligen Glases".

Anlass war der Urknall. Ihr erinnert euch, unser liebes Monster hatte sich nach der Schaffung der Erde am Biervulkan verlustiert. So sehr, dass es aus seinem Bettchen fiel, auf das Firmament knallte und so den Urknall schuf. Das hat ein paar Piraten nachdenklich gemacht. Wo ist den jetzt das Glas, aus dem ES sein Bier geschlürft hat? Dieses Glas, benutzt von IHM, muss doch etwas ganz besonderes sein. Was, wenn es den Pinguinen oder den Kleinwüchsigen in die Hände fallen würde? Das darf nie geschehen und um das zu verhindern, war der Orden eine einleuchtende Lösung. Doch davon ein andermal mehr, das ist eine Geschichte für sich.

Was aber noch interessant ist, irgendwie ist zwar der Orden in Vergessenheit geraten, aber die Geschichte eines besonderen, von einem Gott genutzten Trinkgefäßes hatte sich, wenn auch in einer völlig absurden Art, erhalten. Die Ungläubigen gründeten einen neuen Orden, um dieses Gefäß zu suchen. Wahre Wunderdinge versprachen sie sich von ihm. Allein, gefunden haben sie ihn nie, trotz ihrer großen roten Kreuze auf ihren Gewändern. Die gehen übrigens auf die alte Sitte zurück, Töpfe, Kannen und große Gläser auf die Zäune an den Häusern zu stülpen. Waren da noch Rotweinreste drin, färbten die das Holz. Rote Kreuze stellen also einen Zaunspfahl und ein Stück der Querhölzer dar, an denen die festgemacht sind.

Na, da habt ihr wieder was dazu gelernt, stimmts?
Mich würde es freuen.

09.07.2020

Das Wort zum Freitag - Marias Sohn

aus der Reihe "Oldies but Goldies"



Meine heutige Geschichte geht weit zurück, sie trug sich zu, als es die Zeitrechnung noch gar nicht gab. Es gab aber schon Pastafari. Die wussten das noch nicht, hatte ES sich doch noch gar nicht offenbart. Zu allen Zeiten gab es aber schon Menschen, die nach Seinen flauschigen moralischen Standards lebten. Manchmal waren es sogar welche, die offiziell zu anderen Religionen gehörten. Von solch einer Pastafarina erzähle ich euch jetzt.

Zu jener Zeit gab es viele Religionen. Jeder lebte seinen Glauben nach dem vermeintlichen Willen seines Gottes oder aber nach seinem eigenen. Berührungen zwischen den verschiedenen Glaubensrichtungen gab es ständig und auch entsprechenden Austausch. Nur eine Gruppe, die Juden, wollten lieber unter sich bleiben. Das war für die anderen kein Problem, denn die strengen Regeln des Judentums sagten ihnen nicht im geringsten zu. Allerdings konnte es gelegentlich schon vorkommen, dass ein besonders hübsches Judenfräulein einem stattlichen Piraten zur Verlockung wurde und er sie letztlich zum Weibe nahm.

Auch Maria, eine bildhübsche Jüdin, war auf dem besten Wege, sich so einen Ritter der Meere zu angeln. Sie war jung und lebenslustig. Ihr genügte es nicht mehr, gierige Männerblicke auf sich gerichtet zu sehen. Sie wollte endlich wissen, wie es ist, mit einem Manne zusammen zu sein und sich dem Liebesrausch mit Haut und Haaren hinzugeben. Leider gab es in ihrer Religion da so manch unüberwindbares Hindernis. Keusch sollte aber wollte sie nicht sein. Sie hielt die Augen offen nach einem Manne, der sich über alle strengen Regeln hinweg setzen würde und begegnete eines Abends einem Piraten auf Landgang. Sie plauderten und flirteten. Schnell stellte Mary fest, dass dieser junge Mann ganz anders war, als die, die in ihrem Umfeld zu finden waren. Das gefiel ihr, das wollte sie und so ging sie mit ihm in sein Quartier und verbrachte die Nacht mit ihm, endlich am Ziel ihrer Wünsche angekommen. Ansgar, der Pirat, freute sich über seine besonders hübsche und gar nicht zimperliche Freundin, die ihn nun immer wieder besuchen kam. Doch das Glück hielt nicht lange an.

Auch andere Burschen des Dorfes bemerkten Marias Schönheit und wollten ebenfalls mit ihr zusammen sein. Die war sehr geschmeichelt und neugierig, wie die Freuden, die sie gerade erst entdeckt hatte, wohl mit weiteren Männern wären. Bald siegte ihre Neugier und sie wendete sich auch anderen Freibeutern zu. Sie lebte wie in einem Rausch und bemerkte zu spät, dass sie sich bald einen Ruf einhandelte, wie sie ihn lieber nicht haben sollte. Es kam, wie es kommen musste, sie wurde schwanger.

Nun war guter Rat teuer. Sie brauchte einen Partner, der sie zur Frau nahm und für sie und das ungeborene Kind sorgen würde. Dazu hatten die Burschen, die sich zuvor gern mit ihr vergnügten, nun aber nicht die geringste Lust. Es gab aber eine Sitte zu jener Zeit, dass allen, die ein Kind gezeugt, sich aber nicht zu ihm bekannt hatten, die Vorhaut abgeschnitten wurde, damit sich diese Jünglinge nicht mehr in dem Maße am Sex erfreuen konnten, wie es das Spaghettimonster vorgesehen hatte. 



Die Juden, die gemerkt hatten, wo Maria immer hin gegangen war, wollten deshalb das ganze Seeräuberdorf umstellen, allen 200 Männern die Vorhäute abschneiden und diese dem zum Brautgeschenk machen, der Maria heiraten würde.

Als das Monster das vernahm, kippte es vor Schreck fast vom Firnament. Am folgenden Tag besah es sich die liebe Maria aus der Nähe, beobachtete sie eine ganze Weile und merkte, wie sie immer noch heftig mit jedem Piraten schön tat, der ihr in die Quere kam. Als sich endlich eine Gelegenheit bot, sie allein anzutreffen, zeigte ES sich ihr und richtete vier Worte an sie: „Sag mal, gehts noch?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, packte unser Fliegendes Spaghettimonster sie mit Seinen Nudeligen Anhängseln und setzte sie dort ab, wo sie her kam. Nicht jedoch, ohne ihr eine Geschichte ins Ohr zu flüstern.


Maria lächelte, und jeder, der dieses Lächeln sah, musste ihr alles glauben. So hatte ES es gefügt. Sie suchte sich eine Höhle, die sie vom Ziegenhüten kannte. In die Krippe, die dort noch stand, legte sie nach einer völlig schmerzfreien Geburt ihren Sohn, den sie Jesus nannte.

Erstveröffentlichung 26.12.2013