15.02.2019

Das Wort zum Freitag – „Religion und Humor“ oder auch „Das Leben ist ein Heidenspaß“



An den Universitäten enden die Semester, die Klausuren beginnen, darum auch das Wort etwas später als normal.
Ich möchte hier etwas tun, was sonst hier nicht getan wird. Diese Woche wurden die Trilogverhandlungen zu Artikel 13 der europäischen Urheberrechtsreform abgeschlossen.
Quelle
Viele Nutzer des Internets sehen darin eine große Bedrohung. Hier gibt es einmal die change.org-Kampagne und einmal die Möglichkeit die Abgeordneten direkt zu kontaktieren.
Innerhalb der Anhängerschaft ist ja durchweg gebräuchlich sich im World Wide Web zu bewegen und auch parodistische Inhalte zu erstellen und zu teilen, dies könnte durch die Einführung des Artikel 13 in seiner derzeitigen Form eingeschränkt werden. Da die Kirche ihre Ursprünge nun mal im Internet hat gilt es aus meiner Sicht dieses zu schützen. (Wobei ich es auch gut fände, wenn die Konkurrenz der christlichen Kirchen wegen Kopien unserer Werke etwas eingeschränkt würde.)
Kommen wir zurück zu Themen der Kirche:
  • Jens Spahn, man kann dem Herrn Spahn ja vieles vorwerfen, aber Vernunft sicher nicht. Vertritt er doch seinen Glauben voll und ganz (ebenso: Thema Abtreibung), so wechselt er sobald es um ihn selbst geht auch gleich die Perspektive. Die vermeintlich erste gute Initiative kommt jetzt mit dem Verbot der "Konversionstherapie" (vgl. taz). Plötzlich kritisiert er auch die Haltung der Kirche, aber statt Konsequenzen zu ziehen bleibt er lieber den Kirchen treu ergeben und fährt ihre Linie wo es für ihn persönlich nur irgendwie möglich ist. Das Motto lautet hier wohl "Freiheit ist stets meine Freiheit über der der anderen."
  • Auch hier ein zweiter Werbeblock: In Frankfurt gibt es am 26.02.2019 einen kostenlosen Themenabend mit der Frage: "Darf man Über(sic!) Religion spotten?" Vielleicht finden sich ja ein paar Piraten um gemeinsam vollkommen ernst dem Gespräch zu lauschen und sich auch selbst einzubringen. Es sieht ja zumindest bei der Teilnehmerliste(unter anderem Dr. Michael Schmidt-Salomon) so aus als ob das kein abgekartetes Spiel wäre.
  • Zuletzt zur Entwicklung des Vereins. Wir nähern uns gerade (trotz einiger Austritte) der Mitgliedernummern in der oberen Hälfte der dreistelligen Zahlen, ich bin zuversichtlich die 500 noch im ersten Halbjahr 2019 zu vergeben. Deshalb wird es auch mal Zeit die Anregung der Titel die im Zuge der letzten Mitgliederversammlung aufkam umzusetzen. Schreibt gerne eine Mail wenn ihr Vorschläge habt wie wir die Positionen benennen wollen und wenn wir schon dabei sind, habt ihr eine Idee wie ihr die 500 feiern wollt? Soll die Nummer 500 etwas besonderes bekommen? Sagt eure Meinung.

07.02.2019

Das Wort zum Freitag - Aktiver Ruhrpott



Von nah und fern segelten Pastafaris an, sie kamen aus dem Ruhrgebiet und Iserlohn, Düsseldorf, Wuppertal sowie Köln. Standesgemäß waren viele als Piraten gekleidet, die Anderen trugen zumindest die Insignien unseres nudeligen Monsters.


Im Restaurant "Mathes Nudeltöpfchen" war schon alles für ein gemeinsames Nudelmahl und die Nudelmesse vorbereitet. Ein mit maritimen Bildern geschmückter Raum bot genügend Platz, denn zu diesem Treffen heuerten 15 Pastafaris an. Vor kurzer Zeit erst vom FSM erleuchtete Pastafaris trafen nun auf erfahrene Seebären und Piratinnen.

Nach einer gelungenen Vorstellungsrunde konnte die Nudelmesse starten. Nudler war wieder Bruder Stellinus. 
Nach einem gemeinsamen Monsterunser ging es für die Besatzung auf eine spannende Schatzsuche: 
Da leider kein Schiff zur Suche bereit stand (ist in Wuppertal auch kaum möglich :)), stellte der Nudler den Piraten drei Schatzfragen aus dem Piratenleben. So konnten die Pastafaris sich vor unserem lieben Monster als wahre Anhänger beweisen. Da zu allen Schatzfragen die Lösungen genannt werden konnten, bekamen die erfolgreichen Schatzjäger je eine Flasche standesgemäßen "Störtebeker"- Bieres.



Anschließend wurde im Rahmen der Predigt das Thema "Was ist im Pastafaritum heilig?“ ausführlich erläutert.




„Im Evangelium nach Bobby Henderson taucht im Zusammenhang mit dem Pastafaritum nur die Kapitelüberschrift „Die Heilige Nudel“ auf. Hier wird die Schöpfungsgeschichte erklärt. Alle anderen Erwähnungen beziehen sich nur auf andere Religionen.

Die ALWMs geben uns aber Hinweise:
„I. Am Liebsten Wäre Mir, wenn ihr euch nicht wie frömmlerische, selbstgerechte Esel benehmen könntet, sobald ihr Meine Nudelige Göttlichkeit beschreibt. Falls manche Leute nicht an mich glauben, ist das okay. Ehrlich. So eitel bin Ich nicht. Außerdem: Um die geht es gar nicht, also bleibt beim Thema. 
II. Am Liebsten Wäre Mir, wenn ihr Meine Existenz nicht benutzt zur Unterdrückung, Unterwerfung, Bestrafung, Entleibung und/ oder um zu anderen gemein zu sein. Ich brauche keine Opfer, und Reinheit ist etwas für Bier und Trinkwasser, nicht für Menschen.“

Der Sinn dieser ALWMs kann gedeutet werden als: 
„Heilig – unheilig? Rein – unrein? - Dies sind im Zusammenhang mit dem FSM vollkommen irrelevante Unterscheidungen!“

Führen wir nur einmal ein kleines Gedankenexperiment durch:
Wir nehmen an, dass das Nudelwasser für die in der Nudelmesse verwendeten Nudeln „heilig“ wäre. (Per Definition und Sprachgebrauch kann etwas nur heilig oder unheilig sein. „Ein wenig heilig“ geht ebenso wenig, wie „ein wenig schwanger“!) 
Bei einem Nudelmahl in der Nudelmesse würde nun ein Becher mit „heiligem“ Nudelwasser verwendet. Mit dem „heiligen“ Nudelwasser würde die „Heiligkeit“ (Was auch immer dieses"heilig" sein mag!) auf den Pastafari übertragen. Wir hätten nun „heiliges“ Nudelwasser, einen „heiligen“ Pastafari und ein „heiliges“ Nudelwassergefäß, denn auch dieses wäre da vom „heiligen Nudelwasser“ berührt. Würde nun der Rest des Nudelwassers ausgegossen, so wäre der Ausguss ebenfalls „heilig“ und natürlich auch die Kanalisation, durch die das „heilige“ Nudelwasser fließt. Im Weiteren würden dann auch die Kläranlage, der aufnehmende Fluss, das aufnehmende Meer und die aus dem Meer aufsteigenden Wolken „heilig“. Diese Wolken würden dann natürlich „heiligen“ Regen auf die Welt regnen. 
Die Folge: 
Nach kurzer Zeit ist die gesamte Erde heilig! Eine wirklich skurrile Idee; denn damit verliert dann die Unterscheidung „heilig – unheilig“ vollkommen den Sinn. 

(Übrigens: Andere Religionen stehen „wirklich“ vor diesem Problem und müssen daher genaue Regeln befolgen, wie sie mit religiösen (d.h. magischen) Handlungen die „Heiligkeit“ von Objekten wieder entfernen. (Also im Klartext: Mit „magischen Handlungen“ wird eine Fähigkeit eines Gottes nachgeahmt – zum Beispiel  eine Kirche für die religiöse Nutzung zu weihen - , um dann mit einer weiteren „magischen Handlung“ die erste Handlung wieder ungeschehen zu machen, wenn die Kirche nicht mehr eingesetzt wird. Geschieht diese Entweihung nicht, würden bei einem Abbruch der Kirche "heilige Steine" zur Deponie gefahren!)

Darüber hinaus wird der Begriff „heilig“ in fast allen Religionen dazu genutzt, sich selbst und seine Ansichten, Gebäude und Gebräuche zu erhöhen und unangreifbar zu machen. Wer immer wagt „Heiliges“ anzugreifen gilt als Ketzer und darf von den Gläubigen verfolgt werden. (Siehe Mohammed-Karikaturen oder die christlichen Ketzer des Mittelalters wie z.B. Giordano Bruno.) 

All diese Überlegungen führen uns dahin, dass dem Sinn der ALWMs I und II klar widersprochen wird. Daher hat „Heiligkeit“ im pastafarianischen Glauben kein Platz!

Unser liebes Monster sieht also in unserem Glauben keine Notwendigkeit für heilige Dinge, heilige Rituale oder heilige Menschen!“


Nach dem Glaubensbekenntnis zu unserem Monster begann die schon lang erwartete Kommunion mit Bier und Nudeln. Zum Ende der Nudelmesse hörten die Piraten die Lesung aus dem Evangelium unseres Propheten Bobby zum Thema "Grog"!

Da unsere Kaperfahrer nun auch genügend Durst und Hunger hatten, wurde es im Anschluss doch teilweise recht ruhig, denn die köstlichen Nudelgerichte und Nudeltöpfchen wurden zu den großen Bierhumpen gereicht.

Aber dann ging es erst richtig los: die Schiffsjungs und -mädchen hatten Fragen und bekamen viele viele Antworten. Gemeinsame Treffen wurden vereinbart (Piratenmarkt auf Burg Blankenstein), Informationen ausgetauscht und die Leistungsfähigkeit der 3-D-Drucker bewundert (auf den Tischen lagen verschiedene Piratenfische, Embleme unseres lieben Monsters, Untersetzer in Monsterform u.ä.).

Nach dreieinhalb Stunden ging ein piratiger, monstermäßiger Abend zu Ende.

Ein Beitrag von Bruder Stellinus.

31.01.2019

Das Wort zum Freitag - House of One / Facebooklogik


Ich habe es verbockt. Verzeiht mir, Brüder und Schwestern. Ja, es gibt viel zu kritisieren und Erik hat das im letzen Wort ganz vorzüglich getan. Und doch, einst lag so viel Hoffnung im "House of One".

Allerdings hieß das Projekt damals noch nicht so, sondern "Bet- und Lehrhaus Berlin". Es war eben nicht nur das Haus des Einen geplant, sondern das Haus aller Götter und Religionen. Nur für die Startphase sollte erst einmal auf Jahwe, drei Drittel Jahwe bzw. Allah beschränkt werden. Dann sollten alle Götter mit einziehen können.


Bis zu diesem Brief:





Die Antwort war freundlich, neben der Satzung lag auch noch einiges Infomaterial bei, aber als Mitglied wollte man uns erst  mal nicht haben.

Jetzt, als House of One, scheint man sich komplett von dem Allgötterprojekt verabschiedet zu haben, der Name ist Programm. Dabei hätte das so ein schöner Göttereintopf werden können, und ich habe das versaut.

Wie kann ich das nur wieder gut machen?

Vielleicht mit einer kurzen Abhandlung zur Facebooklogik?


Dort war ich für drei Tage gesperrt. Ich hatte unser Wort geteilt und das Bild widersprach den Vorschriften für Nacktheit. Jedenfalls auf unserer Facebookseite, wo der Beitrag auch gelöscht wurde, in der Gruppe und auf meinem Profil gab es keine Probleme.

Also habe ich auf unserem Berliner Blog  das Bild bearbeitet und zum größten Teil verwaschen. Elli Spirelli hat es wieder auf die Facebookseite gestellt und dort lief es dann großartig. So großartig, dass die Aufforderung kam


Na, da gabs doch nur eins, ran an die Werbung. Nun war ja das Bild so, wie es sein sollte. Oder doch nicht?

So, so, Bilder müssen also vollständig und unverfälscht sein.
Aber wenn ich das mache, werde ich doch gesperrt. 😱
Wenn ich es nicht mache, darf ich nicht werben. 😰

Ich stecke tief im Dilemma, aber:


Hauptsache, ihr habt Spaß! 😈

25.01.2019

Das Wort zum Freitag - Wieder mal das liebe Geld

Pavillon auf dem Bauplatz, Quelle

Vor einer Woche begab es sich also, dass man in Berlin den Vorbereitungen zum Bau des "House of One" startete.

Okay, aber welcher "One"? Und was bedeutet das alles?

Erstmal ist den Medien zu entnehmen, was der Spaß denn kosten soll: 40 Mio.
"Stolzer Preis" denke ich mir und lese weiter, die Hälfte zahlen die Initiatoren. ("Und die andere Hälfte deren Gott?" - "Ach nein, der Staat und das Land.")

Versteht mich nicht falsch, ich bin für Kultur, sehr sogar, mache ich doch selbst (Klein-)Kunst. Eine Sporthalle zum Üben ist immer gut oder für andere Kulturschaffende ein Atelier oder gar bezahlbarer Wohnraum, müssen doch die meisten Künstler zwischen neuer Farbe und Essen wählen. Da sind die 20 Mio. die der Steuerzahler aufwendet natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein und doch wären sie ein Anfang. Man steckt sie aber lieber in ein Gebäude für 3 Karnevalsvereine.

Doch auch hier ist die Geschichte nicht vorbei. Denn es sind wieder nur Gemeinden die hier zusammenarbeiten, für die Christen sind Protestanten vertreten, bei den Juden immerhin die Jüdische Gemeinde Berlin und das Abraham Geiger Kolleg und für die Muslime das Forum Dialog.

Wie sehr sich die einzelnen Glaubensrichtungen hier vertreten fühlen vermag ich nicht zu beurteilen. Aber man kann sich das ja nüchtern ansehen.
  • Protestanten und Katholiken haben sich ja schon immer minder gut verstanden, das ist klar.
  • Das Forum Dialog ist laut taz eine Gemeinde die der Gülen-Bewegung nahesteht. Was wohl DITIB dazu sagt?
Das Forum Dialog ist auch schon vom Verfassungsschutz geprüft worden, kritische Stimmen gibt es viele.

Aber was soll meine Kritik denn? Es ist doch ein tolles Projekt, ein "House of One" wo alle willkommen sind und eins werden. Großartig, ich freue mich auf die Einladung an uns zu vielen Dialogen, ganz offen, bei einem Bierchen, oder für die Antialkoholiker, ob selbst gewählt oder "von oben" verordnet halt was anderem. Ich kann mir nicht vorstellen, dass "One" etwas anderes bedeutet als "Gesellschaft" es geht mit Sicherheit als EINE Gesellschaft miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über seinen Glauben und seine Werte zu unterhalten.

Oh... Es geht darum, dass Christen, Juden und Muslime unter einem Dach sind?

Also wieder viel Zirkus um den abrahmitischen, also unnudeligen, also falschen Gott.

Vielleicht sollte man sich eher an diesem Artikel (auf Englisch) orientieren, der leider satirischer Natur ist. Oder sich das letzte Wort zum Freitag noch einmal ansehen.