29.09.2016

Das Wort zum Freitag - In eigener Sache



"Ich weiß schon, warum ich keine Gruppen oder Foren administrieren möchte :-) Und ich werde auch keinen Verein gründen...."

Das hat mir ein altgedientes Mitglied als Reaktion auf eine Diskussion in unserer Facebookgruppe geschrieben. Ich kann das gut nachvollziehen. Manchmal habe auch ich die Nase voll.
Es gibt, das scheint ein ehernes Gesetz zu sein, immer mal wieder Trouble in Gruppen. Mal haben Leute etwas falsch verstanden, mal wollen sie sich für etwas "revanchieren", mal einfach Spaß an der Aufregung haben oder was auch immer. Dann wird wild diskutiert und oft endet das in persönlichen Angriffen.

In solchen Momenten fragt man sich echt, warum tust du dir das eigentlich an?
So wie in dem Fall jetzt. Ein Fotograf hatte unsere Demo in Detmold fotografiert und uns seine Bilder kostenlos zur Verfügung gestellt mit der Bitte, bei deren Veröffentlichung seinen Namen zu nennen. Ein völlig normale Vorgang und ich habe mich sehr über sein Entgegenkommen gefreut.
Leider sahen das zwei Teilnehmer der Demo, ausgerechnet die zeitweiligen Träger unseres Transparentes "Wider den Unglauben", nicht so. Sie fanden die Forderung des Fotografen ebenso unverschämt wie meinen Hinweis, die bitte nicht ohne dessen Namen weiter zu teilen. Schließlich hätte der Fotograf sie auch nicht gefragt, ob sie fotografiert werden wollen.

Sie haben von mir verlangt, sie auf allen Bildern, die wir irgendwo veröffentlichen, unkenntlich zu machen. Was zumindest bei einem der beiden völlig unnötig war, denn der hatte sich mit Perücke und falschen Bärten schon selbst unkenntlich gemacht. Dem anderen habe ich nun ein Bärtchen angemalt. Ich finde, so sieht er viel lustiger aus.

Es stimmt, jedem steht das Recht am eigenen Bild zu. Aber es gibt eben auch Ausnahmen. Sonst wäre z.B. Pressefotografie gar nicht mehr möglich. Eine dieser Ausnahmen ist die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen, Aufzügen und Ähnlichem. Also auch bei einer Demo. Ganz besonders noch dann, wenn man sich als Träger der Losung der Demo in deren erster Reiche besonders positioniert hat.

Wie immer gab es noch andere, die das nicht wussten, es gab welche, die offensichtlich Spaß am Streit hatten und welche, die einfach rumalbern wollten. Elli Spirelli und ich waren mit der Hochstimmung von Detmold, die Feier hatte wirklich allen ganz groß gefallen, gerade im Kurzurlaub in Polen. Die Hochstimmung war zumindest bei mir schlagartig weg, ich musste mich um Zeugs kümmern, das einfach nur unsinnig und lästig war. In dem Fall wurde der Perücken- und Bartträger wegen wiederholtem Verstoß gegen die Gruppenregeln und Aufforderung, diese einzuhalten, aus der Facebookgruppe ausgeschlossen.

Ja, ich weiß, der sehr, sehr gute Vereinsvorsitzende erklärt in solchen Fällen geduldig und immer wieder, warum die Lage so ist, wie sie nun mal der Gesetzgeber vorgibt. Ich bin da nicht immer so geduldig, in dem Fall hatte das aber auch schon ein sehr sachkundiger Mitdiskutant  vergeblich versucht. Wenn dann noch von diesem Verpixelung fordernden Mitglied, das noch nie etwas für den Verein getan hatte, außer Beitrag zu zahlen, Belehrungen kommen, wie der Vorstand den Verein zu führen hätte, kann das einem schon sauer aufstoßen. Jede Woche habe ich zwei feste Termine in Sachen Monster: Donnerstags das Wort zum Freitag schreiben und freitags die Nudelmesse in der Kirche. Ich mache die Pressearbeit, führe die Mitgliederliste, versende die Briefe an die Neumitglieder, bestelle Flyer und Aufkleber und suche Leute, die diese entwerfen, ich kontrolliere das Bankkonto, fahre durchs Land um Hochzeiten oder Nudelmessen zu halten, organisiere Veranstaltungen, moderiere die Facebookgruppe und unsere Seite dort und habe in der Aufzählung hier bestimmt noch dies und das vergessen. Das sind mindestens 10 Stunden, in manchen Zeiten auch 20 in der Woche Dienst am Verein und dem Monster.

Das mache ich, weil es in den allermeisten Fällen wirklich Spaß macht. Aber dann kommen halt auch mal solche Zeiten, in denen ich so richtig die Nase voll habe.

Und dann kommt ihr und baut mich wieder auf. So wie ein langjähriges Vereinsmitglied, das zum letzten Streit bei Facebook schrieb:

Hmmm, das Freibeutertum nebst dem vermuteten Gedankengut scheint mir die Tage in dieser illustren Gruppe etwas abhanden gekommen zu sein? Auf der einen Seite fand ich den einen oder anderen Kommentar durchaus erheiternd - obwohl er unter Umständen vielleicht gar nicht diese Intention hatte ...? Pastafari, die in einer, UNSERER geschlossenen Gruppe, Bildrechte einklagen wollen und auf eine Verpixelung der eigenen Person bei Veröffentlichungen von öffentlichen Gruppenveranstaltungen bestehen, zeigen zumindest in meinen Augen eher wenig piratenhaftes - aber vielleicht geht es ja auch nur mir so ... Im Übrigen ist für mich die Moderation unseres Zeremonienmeisters sicherlich nicht unantastbar - aber passend. Danke Dir Rüdiger auf diesem Wege für Dein Engagement und den gewaltigen Zeitaufwand, meinen Respekt! Und ..., wer das alles ganz anderes sieht, es gibt sicherlich noch unzählige Religionen zu entdecken oder in´s Leben zu rufen? Es grüßt der Bruder Candele fest im Glauben .
Dieser Beitrag hatte mit großem Abstand die meisten Likes.
Damit ist dann auch meine Frage von oben beantwortet: In solchen Momenten fragt man sich echt, warum tust du dir das eigentlich an?

Weil ihr mich dann wieder aufbaut und es mir wieder Spaß macht.

Dafür ein herzliches Dankeschön an euch. Die Reise geht weiter.




22.09.2016

Das Wort zum Freitag -
10 Jahre Kirche des FSM Deutschland e.V.



Urzelle der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V. war die Gemeinde Uckermark, die schon Ende 2005 ins Web trat. Aus ihr und den zwischenzeitlich entstandenen Gemeinden Barnim und Berlin wurde am 16.09.2006 die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Berlin - Brandenburg e.V. gegründet. Neun Piraten und Freibeuterinnen trafen sich damals dazu in Templin. Inzwischen hat sich der Verein deutschlandweit geöffnet, heißt entsprechend auch Kirche des FSM Deutschland e.V. und hat inzwischen rund 300 Mitglieder. 

Nicht nur auf diesem Gebiet war die Vereinsgeschichte ein voller Erfolg. Nirgendwo muss man noch ausführlich erklären, wer wir sind und was wir wollen. Durch kontinuierliche Arbeit wurden wir bekannt und waren immer wieder in den Medien, in Deutschland und weltweit. 


Wenn das kein Grund ist, zu feiern.....


Wir hatten gefragt, wer die Organisation vor Ort übernimmt und dann zwischen zwei Möglichkeiten gewählt. So kamen wir nach Detmold... und das war auch gut so. Die Vorbereitung klappte wie am Schnürchen, ebenso dann das Treffen selbst. 





Die ersten waren schon freitags angereist, Programm gab es erst ab Sonnabend. Nach einem kurzen ersten Kennenlernen in der Jugendherberge ging´s zum Ausflug in die Externsteine. Da gab es mieses Wetter, aber trotzdem gute Stimmung. 


Wieder zurück in der Herberge wurde erst mal der Grill angeschmissen. Es gab ausreichend Salate und Beilagen und gesättigt trafen sich dann alle im gemieteten Veranstaltungsraum.


Bruder Spaghettus begrüßte die Anwesenden und bedankte sich mit Monsterschokolade bei denen, die am Treffen mitgewirkt hatten. Drei Mitglieder wurden in den Orden der Hüter des Heiligen Hefegetränkes aufgenommen, den die Kirche neu stiftete. Dazu ein andermal mehr. 



Außerdem konnten sich den ganzen Abend über interessierte Pastafari von Evelin Frerk fotografieren und in Who is Hu aufnehmen lassen.



Dann kam der Höhepunkt des Abends, die szenische Inszenierung mit Videoclips, animierten Dokumentationen, Kirchen- und Kinderliedern von Carsten Frerk zum Thema "Kirchenrepublik Deutschland". Da konnte einem, trotz der Lockerheit der Darstellung, schon richtig Angst werden. 

Das sollte sich jeder anhören, es ist zu komplex um die Inhalte hier wieder zu geben. Jedenfalls lag richtig Feuer in der Luft. 




Das war das richtige Stichwort für Sophie Rolling Seas und Erik Eliche. Zu mittelalterlich-piratiger Musik lieferten sie eine spektakuläre Feuershow. Nicht nur wir sahen begeistert zu, sondern auch die anderen Gäste der Herberge, staunten und jubelten. 

Nach einem gemeinsamen Test, ob denn das heilige Getränk der Pastafari auch gute Qualität hat, ging es ziemlich spät in die Hängematten.
Aber Piraten sind standfest. Alle erschienen pünktlich zum Frühstück und so war es kein Problem, ebenfalls pünktlich am Treffpunkt zu unsere Demo zu sein. 



Dort gab es zwei Überraschungen. 
Die Polizei, wegen der wir extra unsere Waffen zu Hause gelassen hatten, war gar nicht da. Sie fuhr lediglich später einmal am Marktplatz vorbei, als wir dort unsere Messe hielten. 





Die zweite Überraschung waren die Teilnehmer. Detmold scheint keinesfalls, wie oft behauptet, nur aus Tiefgläubigen zu bestehen. Es kamen immer mehr Piraten und Interessierte, die sich uns anschlossen. Auch DIE PARTEI hatte eine Abordnung geschickt, um uns zum 10. Jahrestag zu gratulieren. So waren es dann wohl etwa fünfzig Demonstranten, die lautstark auf der Straße ihren Willen bekundeten, etwas gegen den Unglauben und die immer stärker werdende Pastafarianophobie in Deutschland tun zu wollen.


Auf dem Markplatz angekommen, enterten wir erst mal das Rathaus. Das erregte Aufmerksamkeit und immer mehr Publikum fand sich ein. Natürlich wurden die sofort informiert und mit Flyern versorgt, welche auch gern genommen wurden. Genau so gern wurden Handys und Fotoapparate gezückt und Filme und Fotos gemacht.



Dann war es so weit, die Veranstaltung konnte beginnen. Als erstes mussten zwei neue Vereinsmitglieder ein Gottesgericht bestehen. Nur so, mit Hilfe des Monsters, können wir ja wissen, ob jemand wirklich zu uns passt oder nicht. Auf ein besonders langes Spaghetti mussten Penne gefädelt und alles dann waagerecht gen Himmel gehalten werden. Hält das Spaghetti so lange, wie die Geprüften brauchen, um zu sagen: "Oh Monster, wir grüßen dich", war der Test bestanden.


Jetzt war es Zeit für die Messe.



Von unserem Heiligen Nudelholz wurde das Glaubensbekenntnis verlesen und von allen nachgesprochen. 



Bannerträger Erik Eliche hatte von seinem Standpunkt eine guten Überblick.
Die Akustik auf dem Platz war fantastisch. So konnte er auch hören, wie wir unten alle gemeinsam die ersten beiden Strophen des Liedes Nr. 9 unseres Pastafarianischen Liederbuches, "Ein bissfest Burg ist unser Gott", sangen. Es muss wahrhaft erhebend für ihn gewesen sein. 





Dann gab es das Heilige Abendmahl, Nudel von Seinen nudligen Anhängseln und Bier von Seinem Biervulkan. Völlig ohne kannibalistische Tendenzen  auch für Veganer geeignet. 



Alle in Gebetshaltung. Warum genau, weiß ich jetzt nicht mehr. Diese Situation gab es mehrmals.
Aber eins weiß ich noch. Es war ein wunderschönes Wochenende mit einem gelungenen Höhepunkt auf dem Marktplatz Detmold. Das wollte wohl auch das Monster so, denn es hatte uns strahlenden Sonnenschein geschickt.

Bleibt nur noch zu sagen: Wer´s verpasst hat, hat was verpasst.


Vielleicht sehen wir uns ja im nächsten Jahr. Es könnte sein, dann treffen wir uns mal in Bayern.



Ein besonderer Dank an Evelin Frerk, Detlef Steinert und David Bärwald  die uns ihre Bilder überlassen haben. Ganz besonders gefreut habe ich mich über die von David Bärwald. Der hat uns völlig ungefragt seine Bilder zugeschickt.

Falls noch jemand Bilder hat, immer her damit. Die werden dann ggf. so wie die von Evlin Frerk, noch nachträglich eingestellt und kommen in das Album des Treffens, das wir noch auf Facebook anlegen werden. Natürlich jeweils mit Namensnennung des Fotografen.


16.09.2016

Das Wort zum Freitag - Auf der Schokoladenseite




Klar, es war nur eine Frage der Zeit, bis auch unser göttliches Monster dereinst auf der Schokoladenseite des Lebens stehen würde. 
Vor allem, das es bei uns Pastafari ja schon von Anfang an dort war. 

Nun hat es sich aber auch außerhalb durchgesetzt. Nein, noch nicht bei den Behörden, aber im alltäglichen Leben.

Da gibt es in Moskau einen pastafarianischen Imbiss, 




in Hamburg versucht man mit der direkten Ansprache an Pastafari Nudeln an den Mann zu bringen



und wenn man bei amazon "Spaghettimonster"

ein gibt, wird man von dem Angebot fast schon erschlagen. Kaum zu glauben, dass es sich da bei den Verkäufern immer um Pastafari handelt, die den einzig wissenschaftlichen Glauben unter 
die Leute bringen wollen. Da haben einfach clevere Typen erkannt, mit IHM lässt sich gut verdienen. 

Verdienen will natürlich auch Tini Tortelini, muss sie sogar, wenn sie ihre Leute bezahlen möchte.
Aber dieser altgedienten Piratin geht es um weit mehr. Sie möchte zeigen, wie süß, cremig und lecker das Leben mit IHM sein kann. Sie hat sich ins Zeug gelegt, gebastelt und probiert. 
Sie hat sich nicht von Rückschlägen entmutigen lassen, am Design gearbeitet und die Rezeptur verfeinert.

Überzeugt euch selbst, hier findet ihr die Tafeln. Besser gehts doch gar nicht, oder?