05.12.2008

Petition des KdFSM BB e.V. zum Erhalt des Pflichtfaches Ethik




Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister Wowereit,
Sehr geehrter Herr Senator Böger,
Sehr geehrte Mitglieder des Abgeordnetenhauses,


Satire ist unser Wort. Manchmal ist es jedoch notwendig, klar und unmissverständlich zu sprechen.

Unter falschen Argumenten und somit unter Irreführung der Berliner Bevölkerung versucht die Initiative „Pro Reli“ die von ihr eingeleitete Volksabstimmung tendenziell zu lenken.

Bitte sorgen Sie dafür, dass diese falschen Argumente in der breiten Öffentlichkeit richtig gestellt werden.

Wer, wie Pro Reli, konfessionellen Religionsunterricht von konfessionell gebunden Lehrern durchführen will, kämpft nicht für Wahlfreiheit, sondern für die Möglichkeit zur Mission.

Wer, wie Pro Reli, gemeinsamen Ethikunterricht verhindern will, will nicht zusammenführen, sondern teilen.

Wer, wie Pro Reli, religiöse Werte als alleinigen ethischen Rahmen festlegen möchte, will nicht die Öffnung in die Gesellschaft, sondern fördert die Entwicklung von Parrallelgesellschaften.

Wir sind der festen Überzeugung, eine wirklich aufgeklärte Bevölkerung wird den Zielen „Pro Relis“ nicht mehrheitlich zustimmen.

Es ist anzunehmen, Pro Reli und die Kirchen werden, auch unter dieser Erwartung, versuchen sich mit Ihnen zu vergleichen.

Bitte wiederholen Sie hier nicht den Fehler Brandenburgs. Schaffen Sie Rechtssicherheit, indem Sie notfalls den vollständigen Rechtsweg in Anspruch nehmen.

Das gemeinsame, für alle verpflichtende Fach Ethik darf nicht kirchlichen Interessen geopfert werden.

Im Namen unserer Mitglieder



Rüdiger Weida
Vorsitzender
Kirche des Fliegenden Spaghetti Monsters Berlin Brandenburg e.V.

Tendenziöser RBB


„Pro Reli“, eine Initiative die mit kirchlicher Unterstützung und mit geschickt manipulativen Behauptungen das Pflichtfach Ethik an Berliner Schulen beseitigen will, erregt zur Zeit die Gemüter von Berlinern. So auch die von uns, dem KdFSM Berlin-Brandenburg e.V.

Wir wollten uns aber nicht nur erregen, sondern auch was tun.
Mit einer kleinen Gegendemo zur Eröffnung der zweiten Stufe des angestrebten Volksbegehrens. Das der Hausherr der Gedächntiskirche, an der das stattfand, was gegen unsere Anwesenheit hatte und uns bereits nach nicht einmal 5 Minuten ein Hausverbot aussprach, fanden wir noch normal.

Schön fanden wir die Reaktionen des größten Teils des Publikums. Interessiert hörten sie unsere Argumente und von vielen gab es Beifall. Oder Zuspruch, als die Polizei uns kritisch unter die Lupe nahm.

Am schönsten war jedoch das Interesse des Polyluxteams. Das machte nicht nur ein Interview, sondern auch viele Aufnahmen von uns. Über 20 min waren wir so beschäftigt. Zum Schluss gab´s sogar noch eine gemeinsame Aufnahme mit Sprechern der Initiative und uns als deren Gegener.

Ganz traurig war dann aber der Abend vor dem Fernseher, als die angekündigte Sendung kam. Nichts war da von uns zu sehen.



Dann kam die nächste Aktion. „Pro Reli“ nutzte einen Schülergottesdienst in der St. Marienkirche um anschließend eine Petition an den Vertreter des Regierenden Bürgermeisters zu übergeben. Klar, da waren auch wir wieder zur Stelle. Erst vor der Kirche, dann mit einer eigenen Petition gemeinsam mit „Pro Reli“ vor dem Berliner Rathaus. Beides vorher ordentlich angemeldet.

Wieder war ein Dreierteam vom RBB vor Ort, um Berlin zu informieren. Schon vor der Kirche wurden wir vom Chef des Teams recht mürrisch begrüßt. Es war ihm deutlich anzusehen, er kannte uns schon und mochte uns nicht. Unser Infomaterial, das wir ihm in die Hand drückten, gab er ungelesen an Passanten weiter.

Der dicke Hund kam aber vor dem Roten Rathaus. Entsprechend der Absprache warteten wir bis „Pro Reli“ seine Petition übergeben hatte und machten dann das gleich mit unserer. Der Kameramann, der alles aufgenommen hatte, wollte auch über uns berichten und begann, auch die Übergabe unserer Petition zu filmen. Was nicht nur normal, sonder auch Plicht des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ist. Schließlich soll das allseitig, vielschichtig und wahrheitsgemäß berichten.

Sein Chef sieht das offensichtlich anders.
Mit einem klar und deutlich zu vernehmenden „Die wollen wir nicht“ brachte er die Kamera zum Abschwenken. Scheinbar hat er es nicht so mit der wahrheitsgemäßen und somit vollständigen Berichterstattung. Sonst würde er nicht ganz bewusst der Gegenmeinungen die Darstellung verweigern, Teile der Wahrheit ausblenden und so tendenziös berichten.

Oder war das gar nicht sein eigenes Handeln sonder bewusste Vorgabe des RBB?

Ist der RBB in Sachen „Pro Reli“ klar auf Seiten der Gegner des Pflichtfaches Ethik?

Handelt der RBB gegen seinen öffentlichen Auftrag?

Auch gut möglich.