26.02.2009

Evolutionstag statt Christi Himmelfahrt!


Vor 200 Jahren wurde Charles Darwin geboren, vor 150 Jahren erschien sein Buch „Über die Entstehung der Arten“, das den Beginn der modernen Evolutionstheorie markiert. Diese mittlerweile durch unzählige Fakten gestützte Theorie hat unser Weltbild revolutioniert. Letztlich sind wir erst seit der Formulierung der Evolutionstheorie in der Lage, uns in dieser Welt zu verorten. Darwins Erkenntnisse helfen uns zu verstehen, wer wir sind und woher wir stammen.

Das Darwin-Jahr 2009 bietet einen hervorragenden Anlass, um den enormen Erkenntnisgewinn, der mit der Entwicklung der Evolutionstheorie verbunden war und ist, in stärkerem Maße gesellschaftlich zu verankern. Eine Möglichkeit hierfür ist die Einrichtung eines offiziellen Feiertags, an dem wir der Tatsache gedenken, dass wir allesamt „Kinder der Evolution“ sind – hervorgegangen aus einem ziellosen, immer wieder von Massenaussterben begleiteten und doch ununterbrochenen Staffellauf des Lebens, der von den ersten einzelligen Organismen der Urerde bis zu uns führte.

Am „Evolutionstag“ soll gefeiert werden, dass wir endlich den kindlichen Narzissmus überwunden haben, der uns dazu verleitete, unsere Art als „Krone der Schöpfung“ zu betrachten. Schließlich wissen wir heute, dass wir nur eine von Millionen Lebensformen auf diesem Staubkorn im Weltall sind. Und so stolz wir auch immer auf unsere „kulturellen Leistungen“ sein mögen, im Grunde sind wir kaum mehr als die „Neandertaler von morgen“.

Da nicht zu erwarten ist, dass die gesetzgebenden Länder den „Evolutionstag“ als zusätzlichen Feiertag einführen werden, bietet sich die offizielle Umbenennung eines bereits bestehenden christlichen Feiertags an. Der dafür am besten geeignete Kandidat ist unseres Erachtens „Christi Himmelfahrt“. Hierfür sprechen folgende Gründe:

1. „Christi Himmelfahrt“ ist einer der neun bundeseinheitlich geltenden Feiertage. Der an seine Stelle tretende „Evolutionstag“ könnte somit ebenfalls bundesweit gefeiert werden.

2. An „Christi Himmelfahrt“ unternehmen heute viele Familien Ausflüge in die Natur. Angemessener kann ein „Evolutionstag“ kaum begangen werden!

3. Die Mehrheit der in Deutschland lebenden Christen glaubt nicht mehr an das Glaubensdogma der leiblichen Auffahrt Jesu in den sogenannten „Himmel“. Es bietet sich daher an, an die Stelle eines überkommenen Mythos, an den nur noch eine verschwindende Minderheit zu glauben vermag, einen Gedenktag zu setzen, der von der Mehrheit der hier lebenden Menschen nachvollzogen werden kann.

4. Es gibt in Deutschland mittlerweile mehr konfessionsfreie Menschen als Katholiken oder Protestanten. Auf das konfessionsfreie Drittel der Gesellschaft müsste aus Fairnessgründen auch ein Drittel der gesetzlichen Feiertage zugeschnitten sein. Davon sind wir jedoch noch meilenweit entfernt! Die Umbenennung von „Christi Himmelfahrt“ in „Evolutionstag“ wäre ein erstes Anzeichen dafür, dass dieser Staat in seiner Feierkultur nicht nur gläubige Christen respektiert, sondern auch die vielen Millionen Bundesbürger, die eine dezidiert säkulare Weltsicht vertreten.

Wir fordern deshalb den Bundesrat und die zuständigen Landespolitiker dazu auf, die gesetzliche Umbenennung von „Christi Himmelfahrt“ in „Evolutionstag“ in die Wege zu leiten!

Wenn Sie die Petition unterschreiben oder den gegenwärtigen Stand der Unterschriftenaktion betrachten möchten, benutzen Sie bitte folgenden Link: http://giordano-bruno-stiftung.org/p_eday/petitionbook.php



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Kommentare:

  1. "Spaghettimonster" schreibt man zusammen.

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  2. Man vielleicht, aber da stehen wir doch völlig drüber.
    Liegt bestimmt an der Evolution? :-)

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