13.05.2009

Schützt die Bibel



Nicht jeder Glauben ist so eindeutig, nicht jede Schrift so klar und unveränderbar wie unsere.
Besonders die Bibel der Christen wurde immer mehr dem Zeitgeschmack geopfert, immer mehr angepasst und weichgespült. Wie konnten diese stolzen Gläubigen sich dazu hergeben, nicht mehr die Moral der Gesellschaft zu bestimmen und dazu, wie in alten Zeiten, den nötigen Druck aufzubauen. Nein, sie beugen sich vielmehr dem Druck der Gesellschaft, die diese einst so gewaltbereite Glaubensgemeinschaft unter das Joch der Ethik des Humanismus gezwungen hat.

"Was gehen uns die Christen an, sie beten doch zum Götzen?" mögt ihr euch, liebe Glaubensbrüder und Schwestern, fragen. Zu Recht. Der Untergang dieses falschen Glaubens ist weder aufzuhalten noch zu bedauern.

Muss das aber so geschehen, wie es Sekten und Atheisten schon mehrfach gefordert haben und immer wieder fordern? Soll es tatsächlich so sein, dass das heilige Buch der Christen nicht mehr dazu dienen darf, ungläubige Kinder zu missionieren?

Auch wenn wir selbst keine missionierende Gemeinschaft sind, sind religiöse Gefühle nicht im § 166 StGB besonders geschützt? Wollen diese Kreise, die jetzt fordern, die Bibel auf den Index der Jugendgefährdenden Schriften zu setzen, auch gleich diesen Paragraphen mit abschaffen?

Als Begründung soll die Tatsache dienen, dass religiöse Gefühle nicht schützenswerter wären als andere auch. Wo kämen wir da hin? Gerade Gefühle, die in keiner Weise nachvollziehbar sind und deshalb weit weniger ernst genommen werden als andere, brauchen den besonderen Schutz.

Eine abenteuerliche und nicht hinnehmbare Begründung also.

Deshalb bitte ich euch, ja, erwarte ich von euch, euer Herz zu verhärten wenn, obwohl die Argumente richtig und die Aussagen wahr sind, jetzt nicht mehr nur gefordert wird, die Bibel Kindern vor zu enthalten, sondern sie nur noch mit folgendem Aufruck auszuliefern:


WARNUNG!
Dies ist ein fiktives Werk.
NEHMEN SIE ES NICHT WORTWÖRTLICH.

Allgemeine Gefahren:
Dieses Buch enthält Texte, welche Selbstmord beschreiben oder fördern, Inzest, Sodomie, Sadomasochismus, Sexuelle Aktivitäten in gewalttätigem Kontext, Mord, morbide Gewalt, Benutzen von Drogen und Alkohol, Voyeurismus, Rache, Untergraben von Autoritäten, Gesetzlosigkeit, das Verletzen von Menschenrechten und Gräueltaten.

Besondere Gefahren:
Personen, die diesem Buch für längere Zeit, vor allem während der Entwicklungsjahre der Kindheit ausgesetzt werden, neigen zu Wahnvorstellungen, Halluzinationen, verringerten kognitiven und der objektiven Vernunft zuzurechnenden Fähigkeiten, und, in extremen Fällen, zu krankhaften Verhaltensstörungen, wie Hass, Bigotterie, Engstirnigkeit, Frömmelei, religiöse Verblendung und Gewalt, begleitet von Fanatismus, Mord und Völkermord.

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