02.08.2010

Vom Lesen heiliger Schriften

Darf man als Pastafarianer auch die heiligen Bücher des Unglaubens lesen? Die Bibel der Christen zum Beispiel?

Ja, ich weiß, an Hand unserer obersten Direktive "Keine Dogmen" ist die Antwort recht einfach. Also frage ich lieber, ist das Lesen ungläubiger Phantasien empfehlenswert?

Ich denke, ja. Wir Pastafari sind so fest im Glauben, dass uns solche Märchen in keiner Weise beeinflussen können. Aber sie können Freude bringen. Ist es nicht einfach gleichzeitig süß und lachhaft, was manche Religionen so Glauben machen wollen? Schon die Standardwerke sind oft gar köstlich. Alles wird geboten. Von blankem  Horror über Sex und Crime bis hin zu einfältigen Wundermärchen.

Ganz sicher bin ich, wenn das auch noch so witzig, ironisch und entlarvend aufbereitet ist, wie in der Reimbibel .
Etwas, das klingt, als hätte ES, unser göttliches Monster, hier die Feder geführt. Deshalb werde ich jetzt  in Abständen immer mal etwas daraus hier veröffentlichen.

Herzlichen Dank an den Autor für seine Erlaubnis.  Heute gehts um:



Das Theodizee-Problem

Es ist um uns nicht gut bestellt,
voll Elend ist die ganze Welt.
Und was wir lesen in der Bibel
ist damit meistens kompatibel.

Drum haben viele schon gedacht,
hat Jahwe wirklich so viel Macht?
Warum zeigt ER nicht mehr Erbarmen
mit all den Kranken und den Armen?

Ein güt’ger Gott, der kann und will,
das wär’ fürwahr ein Gott mit Stil.
Ich kenne keinen solchen Gott,
der Christengott verdient nur Spott:

Ein Gott, der will, jedoch nicht kann,
ist nämlich ziemlich ärmlich dran.
Ein Gott, der kann, jedoch nicht will,
nützt uns auf Erden auch nicht viel.

Ein Gott, der weder will noch kann,
ist lächerlich, ein Hampelmann.
Ich höre, was der Pfarrer spricht, 
doch dieses überzeugt mich nicht.


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