13.07.2011

Durchbruch für Pastafari in Österreich

Stolz konnten wir deutschen Pastafari auf uns sein. Wir waren die ersten im deutschsprachigen Raum, die sich in Gemeinden zu organisieren begannen, die ersten, die in Presse, Funk und Fernsehen erwähnt wurden, die ersten die einen Verein gründeten und es mit diesem schafften, wegen Förderung religiöser Zwecke als gemeinnützige Körperschaft anerkannt zu werden und auch die ersten, die zu Vorträgen an Universitäten und ihre theologischen Fakultäten eingeladen wurden. Niemand, nicht die schweizer und nicht die österreicher Pastafari konnten da annähernd mithalten.

Bis jetzt. Ein EinzelPirat aus Wien hat das alles getoppt! Niko Alm, Vertreter der Giordano Bruno Stiftung in Österreich, Vorsitzender
des Zentralrats derKonfessionsfreien (Die Konfessionsfreien) in Österreich und bekennender Pastafari hat für die Anerkennung des einzigwissenschaftlichen Glaubens den Marsch durch die Institutionen angetreten und erfolgreich beendet.

Niemand hatte dies wohl für möglich gehalten, als er seinen Plan, sich mit einem Nudelsieb als religiöse Kopfbedeckung fotografieren und so auf die Fahrerlaubnis bringen zu lassen, öffentlich verkündete. Nun ist es, nach gut 3 Jahren, vollbracht. Nach zunächst ablehnender Haltung der Behörden, nach Vorladung zum Psychiater, der seine Zurechnungsfähigkeit bestätigen musste, hat er nun seinen Führerschein mit Nudelsiebbild erhalten.


Ihr, meine Brüder und Schwestern in Deutschland, der Schweiz und natürlich auch in Österreich, eifern wir ihm nach. Nutzen wir Nikos Vorarbeit, um unserer Religion mehr und mehr zur ihr zweifellos zustehenden Anerkennung zu verhelfen. Lassen auch wir uns unsere Fahrerlaubnis oder unseren Personalausweis nur noch mit religiöser Kopfbedeckung ausfertigen. Ich werde das jedenfalls beantragen.



Ob mein Bild dann so aussehen wird ist allerdings fraglich. Ich finde, der Piratenhut hat klare Vorteile. Er ist besser zu tragen, er ist, vor den sicher kritischeren deutschen Behörden, aus dem Evangelium des FSM heraus besser zu begründen und kleidsamer scheint er mir auch zu sein. :)

Für die, die sich anschließen möchten, noch ein paar Begründungen für eventuell intolerante Behördenvertreter:

  1. Das Beispiel Niko Alm.
  2. Der Führerschein ist ein europäischer, er muss also auch europaweit nach den gleichen Kriterien ausgestellt werden.
  3. Geduldet werden religiöse Kopfbedeckungen, nicht Kopfbedeckungen anerkannter Religionsgemeinschaften oder gar Körperschaften des öffentlichen Rechts. Also zieht das Argument, mit dem deutsche Behörden schon einmal einen Versuch unterbunden haben, nicht.
  4. Falls sie das doch nicht akzeptieren: der Kopftuchvergleich. Das wird anerkannt, obwohl keine der islamische Organisation einen Status als Amtskirche oder ähnliches hat sondern, genau wie die Kirche des FSM Deutschland, nur gemeinnützige Vereine sind.
  5. Eine Mitgliedschaft in irgendeiner Vereinigung kann nicht zur Bedingung für die Ausstellung eines Führerscheins oder Ausweises gelten. Das gleich aus mindestens zwei Gründen: weil diese Forderung weder in den Hinweisen zur Ausstellung eines Führerscheins oder Personalausweises enthalten ist und weil mit dem Kopftuch und den Islamvereinen wieder ein passender Vergleich zu ziehen ist und Gleichberechtigung eingefordert werden kann.

Natürlich freuen wir uns über Jede und Jeden, der bei uns Mitglied werden möchte, um mit uns gemeinsam unsere Nudelmessen zu feiern oder auch, um gemeinsam mit uns weiter und intensiver an der Anerkennung unserer Religion zu arbeiten.

...und nun ran an die Anträge – auf Führerschein, auf Personalausweis oder auf Mitgliedschaft in der „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V.“

Oops, den letzten gibt’s so noch gar nicht. Muss ich unbedingt nachholen. Dann wird der auf der rechten Seite unter KdFSM Deutschland als Link abrufbar sein. Bis dahin genügt auch eine formlose Anfrage.

Nachtrag:
Die Bedeutung des Nudelsiebs im Pastafaritum
He boild for your sins?

Kommentare:

  1. Pastafarianism is an organized religion now? I'm out!

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  2. das ganze pasta dingens ist ja schon sehr interesant und ich finde es gut das der "obrigkeit" mal der spiegel vorgehalten wird, ABER das "fliegende spaghettimonster"?
    Was finden atheisten so toll an diesem namen, auch hört man immer wieder vom "flying teapot" bzw von der "fleigenden teekanne"?
    Liebe atheisten, lasst euch doch mal ewtas neues einfallen, oder hapert es bei euch an der kreativität?
    letzteres ist an mit sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit der fall, aber das ist schon okay, es muss ja nicht jeder kreativ sein und als atheist verbietet sich das sogar, wurde das universum ja auch nicht kreiert sonder ist durch zufall entstanden, auch das könnt ihr gerne glauben, ist eure sache!
    Was mich stört ist eure einfallslosigkeit und was mich sogar noch mehr stört ist eure anti-christliche haltung, denn die ist nicht hilfreich!
    Warum?
    Ich als christ würde gern seite and seite mit atheisten gegen die islamisierung kämpfen, das wird aber durch die haltung vieler atheisten unmöglich.
    Beispiel: Auf anti-islm demos sieht man immer häufiger leute mit plakaten "es gibt keinen Gott" und da kann ich mich als christ einfach nicht dazustellen.
    Warum schaffen es atheisten nicht, ihre "anti-weltanschauung" zu hause zu lassen, ich als christ kann gegen den Islam protestieren ohne dabei andere ideologien oder glaubensgemeinschaften zu beleidigen, ich kann auch jesus aus dem spiel lassen. Es gibt unendlich viele kritikpunkte gegen den islam, die nichts mit Gott zu tun haben, aber dennoch suchen sich viele atheisten genau diese anti-gott argumantation aus um den islam zu kritisieren und erkennen dabei nicht das sie die anti-islamische protestbewegen schwächen weil sie die schnittmenge verkleinern. Also liebe atheisten, gegen den islam brauchen wir jedwede hilfe die wir bekommen können, daher lasst eure anti-christliche propaganda zu hause, damit wir gemeinsam gegen die islamisierung kämpfen können und versteht doch das wir als christen nicht seite and seite mit atheisten, die mit anti-gott parolen herumwedel, kämpfen wollen und können. Ist das denn so schwer zu verstehen?

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  3. Lieber Peter,

    danke für deinen ausführlichen Kommentar. Du hast sicher Recht, so einfallsreich wie die Christen, die sich, und das schon vor 2000 Jahren so viele tolle Geschichten ausgedacht haben, sind wir nicht. Da verstehe ich es schon, wenn du etwas vermisst.

    Natürlich hast du Recht, so etwas wie die Erde kann nicht durch Zufall entstanden sein. Da muss ein Schöpfer her. Aber welcher? Fragen wir die Wissenschaft. Dort kommt man an der Stringtheorie nicht vorbei. Was aber sind Strings? Klitzekleine Spaghetti. Na, ist das nicht ein deutlicher Hinweis darauf, wer der Schöpfer war.

    Bei den Atheisten, denke ich, täuscht du dich. Die haben keine Anti-Weltanschauung, ganz einfach weil Atheismus keine Weltanschauung ist. Zu einer solchen gehören eine Vielzahl von Werten und eine gemeinsame Ethik. Atheisten haben das nicht, die sind in diesen Fragen absolut unterschiedlich. Sie haben nur eins gemeinsam: sie erkennen keine Götter an.
    Nein, es ist nicht schwer zu verstehen, dass Christen, jedenfalls manche, nicht mit Leuten zusammenarbeiten wollen, die ihren Gott nicht akzeptieren. Das ist gängige Praxis. Wird es aber nicht mehr lange sein können, sonst haben sie bald niemand mehr, mit dem sie noch zusammenarbeiten können.

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  4. Lieber Bruder_Spaghettus:

    Ich habe schon etliche diskussionen mit atheisten geführt, moralisches absolut, nullthese etc.pp, macht wenig sinn und muss es auch nicht, denn es ist okay unterschiedlicher meinung zu sein, wichtig ist, das man die jeweils andere meinung respektiert und nicht runtermacht, zumindest halte ich das für den richtigen weg.

    Thema: atheisten & christen gegen islamisierung:

    Ich versuch es diesmal etwas kurz und bündig.

    Ich möchte gerne weiterhin öffentlich gegen die islamisierung dtl. und des westens im allg. protestieren, werde aber daran gehindert, weil auf anti-islamisierungs veranstaltungen zunehmend mit anti-gott slogans herumgewedelt wird, ich kann mich aus gewissensgründen nicht neben jemanden stellen der gegen die islamisierung mit einem anti-gott plakat wedelt anstatt mit einem anti-sharia plakat zu wedeln.

    Kannst du das verstehen und falls nicht, warum nicht?

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  5. Hallo Peter,

    ich habe schon verstanden, worum es dir geht. Du versuchst, zum gemeinsamen Kampf der dt. Atheisten mit den Christen gegen Islamisierung aufzurufen.Wenn du deine Gewissensgründe höher stellst, als das Ziel, Islamisierung zu verhindern, ist das doch ganz allein deine Sache. Atheisten,oder jedenfalls viele der Aktiven, haben ebenfalls ihre Gewissensgründe. Für die ist es undenkbar, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. Da gilt eher: Willst du den Koran verbrennen, nimm zum Anzünden die Bibel.

    Kannst du das verstehen und falls nicht, warum nicht?

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    1. bist du gegen den Islam an sich oder gegen die radikalen? den das eine wäre sehr blöd und im anderen würde ich dir zustimmen

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    2. Wir sind gegen Dogmen, damit auch gegen dogmatische Religionen, wie sie besonders die Abrahamiten verkörpern.

      Diese Dogmen behindern gesellschaftliche Entwicklung, sind also auch schädlich, wenn sie nicht zu unmittelbarer Gewalt führen.

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  6. Wie weit geht eigentlich die Ökumene bei den Pastafaris? Reicht es, wenn wir Brot bei unserem Ritus mit Tomatensauce essen?

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  7. ...und vergib uns unsere Reiskugeln, wie auch wir vergeben den Kartoffelessern...

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