30.06.2011

Das Wort zum Freitag

Netzwerke

kommen immer mehr ins Gerede. Die einen verteufeln sie und sehen in ihnen nur den Datenkraken, für andere sind sie ein völlig normales Kommunikationsmittel. Fakt dürfte sein, wer Nachrichten an den Mann oder die Frau bringen möchte, wer Infos außerhalb der meist der Zelbstzensur unterworfenen Medienlandschaft sucht und sich unabhängig informieren möchte, kommt an ihnen nicht vorbei. Klar denkt da jeder zuerst an Facebook. Aber es gibt noch andere. Ich bin seit einiger Zeit auch auf  dem GuteFrageNetz unterwegs. Dort geht es darum, Antwort auf eigene Fragen zu finden oder anderen diese zu beantworten. Eigentlich. Tatsächlich wird auch kräftig missioniert und weltanschaulich diskutiert. Oft werden Fragen, die zu sehr in die Richtung gehen, gleich wieder gelöscht, wohl ebenso oft wird angemahnt, solche Fragen zukünftig nicht mehr zu stellen.

Mir ist das noch nicht passiert, was wohl einfach daran liegt, dass ich hauptsächlich Antworten gebe. Manche locker aus der Hand, mit anderen muss ich mich richtig beschäftigen. Hier habe ich euch mal eine kleine Auswahl zusammengestellt, und weil dort nicht nur meine Antworten interessant sind und es zu manchen auch kleine Diskussionen gab, die Fragen mit den entsprechenden Links unterlegt.

Religionen ? Islam ? Judentum ? Was haltet ihr davon ?
Es gibt nur eine Religion, die wirklich Vorteile bietet: Das Pastafaritum. Dort ist oberstes Gebot, keine Dogmen zu akzeptieren. Alle anderen Religionen, ganz besonders die von dir aufgezählten Abrahamiten, sind in der Summe immer schädlich für gesellschaftliche Entwicklungen. Ganz einfach, weil sie die mit ihren Dogmen und Denkverboten verhindern.
Viele behaupten, die Religionen hätten die Moral gebracht. Das ist grundfalsch. Die gabs schon lange vor Religion und Thora, Bibel oder Koran. Sogar, wie beim Codex Hammurapi , schon niedergeschrieben.
Letztlich zeigt ein Satz am besten, warum Religion nicht nur verzichtbar, sondern wirklich schädlich ist:
Gute Menschen tun Gutes, böse Menschen Böses. Damit aber gute Menschen Böses tun, brauchts die Religion.

Wenn man Blut spendet, welcher chrisliche wert spiegelt sich in der Handlung?

Überhaupt kein christlicher Wert, sonder das altruistische Prinzip, das, evolutionär angelegt, durch Humanismus und Aufklärung noch verstärkt wurde. Jeder, der einem anderen hilft, stärkt damit auch die eigene Gruppe, kann damit rechnen, im Fall der Blutspende sogar ganz direkt, notfalls selbst Hilfe zu bekommen.
Das Christentum fällt in Sachen Blut vor allem durch den Kanibalismus der Eucharistie auf, in der sich angeblich Wein in Blut von Jesus verandelt und getrunken sowie Kekse in Fleisch von Jesus verwandelt und gegessen werden. Ekliger Brauch.

Wozu das alles, wenn es Menschen irgendwann nicht mehr gibt?

..ich vermute, du suchst den Sinn eines Lebens als Mensch einfach auf der falschen Stufe, nämlich dem der Species, also der Menscheit. Auf dieser Ebene gibt es tatsächlich keinen Sinn, genau so wenig wie einen Sinn für die Existenz von Vögeln oder Fuchsbandwürmern.
Denn Sinn des Lebens kann man nur auf der Ebene des Individuums finden. Dazu ist ein Gott nicht nötig, sondern einfach die Verwendung der Sinne. Nicht umsonst gehören die Worte Sinn und Sinne zusammen. Sinn gibt es nur, wo er mit den Sinnen erfasst werden kann.
Wo genau da jeder seinen Sinn des Lebens findet ist sehr unterschiedlich. Ich finde, Epikur hat es schon vor mehr als 2000 Jahren gut auf den Punkt gebracht: Freude zu maximieren und Leid zu minimieren. Wenn dir das bei dir selbst gelingt, wirst du automatisch auch auf andere so wirken. So kommt dann deine eigene Zufriedenheit allen zugute.

Gehört der Islam zu Deutschland ?

Was bedeutet "gehört zu Deutschland"?
In der normalen Bedeutung ganz sicher. Da gehört alles zu Deutschland, was es in Deutschland gibt, vom Islam bis zum Fuchsbandwurm.
In der unterlegten Bedeutung, er ist wünschenswert, ganz sicher nicht. Genau so wenig wie alle Religionen. (Außer natürlich meiner)
In der dritten möglichen Bedeutung, er bestimmt mit über das Leben in Deutschland, leider wieder ja. Bereits jetzt wird im deutschen Recht ganz offiziell schon nach der Scharia entschieden, wird durch den Islam in Deutschland die Gleichberechtigung aufgehoben, werden im Namen des Islam Morde und Anschläge geplant usw.
Insgesamt also wohl, leider Monsters, diese totalitäre Lehre gehört zu Deutschland.

Was die Deutschen denken Meditation? 

In Deutschland gibt es keine Pflicht, dass alle Deutschen das Gleiche denken müssen. Das kann jeder halten, wie er will. Sogar über was Bestimmtes gar nicht nachzudenken ist möglich, und in dem Fall wohl sogar angebracht. 

 Was ist gott für ein geschlecht? 

Gott ist geschlechtslos. Sonst wäre er nicht so ausgesprochen lustfeindlich.

Ist das Fleisch von Christen nd Juden auch Helal?

"Das ist bei Christen und Juden nicht anders, als sonst. Wenn sie richtig geschlachtet werden, ist ihr Fleisch auch halal." 

23.06.2011

Das Wort zum Freitag

Doppelt kommt es heute daher, das unverzichtbare Wort. Nein, nicht jeder Satz zweimal, auch wenn das vielleicht dem Einen oder der Anderen durchaus helfen könnte,  besser zu verstehen. ;)

Gleich zwei Themen stehen an. Doch, doch, so viel auf eimal verkraftet ihr. SEINE nudligen Anhängsel werden schon auf die  richtigen Rezeptoren drücken. Damit es noch leichter geht, halte ich mich auch kurz und knapp.

Der Papst kommt!



Das wird sich wohl nicht verhindern lassen, auch wenn das Geld, das für den Besuch des großen Diktators des kleinsten "Volkes", um rund 1000 Hanseln soll es sich handeln, anderweitig viel besser angelegt wäre. Dazu zum Beispiel, öffentlichen Druck auf den Vatikan aufzubauen, um als letzter europäischer Staat endlich auch die Charta der Menschenrechte zu unterzeichnen und umzusetzen. Oder aber dafür, dass Bundestagsabgeordnete, die sich weigern, einem solchen Wahlmonarchen durch ihre Anwesenheit bei seiner Rede vor dem Bundestag auch noch Respekt zu bezeugen, wegen Ihrer Abwesenheit keine Abzüge bei den Diäten erhalten. Die Regionalgruppe München der Giordanao Bruno Stiftung hat eine Petition in diesem Sinne eingebracht.

Feiertage über alles?

Das war ja ne richtige Serie, die wir jetzt hatten. Erst Piraticus Seefahrt, zu der, wohl weil Piraten das Urbild des echten Mannes sind, viele auch Männertag sagen, dann Pfingsten und zuletzt Welthumanistentag. Ja, der passt nicht so ganz ins Bild. Welttage gibts kostenlos um die Ecke und arbeitsfrei sind sie auch nicht. Aber ich fand ihn aus einem Grund wichtig mit reinzunehmen: Um zu zeigen, die meisten Feiertage sind ideologisch - religiöser Natur. Nun gibt es immer mehr Religionen in D, immer mehr Weltanschauungsgemeinschaften, die denen gleichgesetzt sind und, vor allem, diese Gleichsetzung auch einfordern. Noch überwiegt das Christentum, doch beim Anteil der Feiertage bereits deutlich mehr als im Bevölkerungsanteil. Über die Einführung eines islamischen Feiertags wird schon offen diskutiert. Die Humanisten möchten einen Evolutionstag. Müssten da nicht auch wir Pastafari unseren arbeitsfreien Feiertag forden? Den "Sprich wie ein Pirat-Tag" am 19. September zum Beispiel?

Ich denke nicht. Wir, die einzig wirklich wissenschaftliche, dogmenfreie Religion, scheinen mir dazu berufen, diesen Feiertagszwist zu beenden. Irgendwie hab ich auch schon eine Idee wie. Lasst uns einfach auf alle Feiertage verzichten, die religiös-ideologisch begründet sind. Lasst uns dafür welche einführen, die wirklich alle ansprechen.
Wir hatten gerade zum Mittsommer eine Dreitagesparty. Da hätten wir schon den ersten "wahren" Feiertag. Welche hättet ihr noch? Her mit euren Vorschlägen. Wenn wir genug zusammen haben, könnten auch wir mal ne Feiertagspetition im Bundestag starten. :)

22.06.2011

Dresden - einen neue Gemeinde im Netz



 Na gut, es hat den Staat mehrere Millionen gekostet. Aber nun, Dank des Kirchentages, gibt es auch in Dresden eine Gemeinde der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters. Das war´s doch glatt wert, oder?

Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters - Sektion Dresden


08.06.2011

Kirchentag 2011 in Dresden - die Heilige Nudelmesse

Vielen Dank, Sacha. Dank deiner Videoschnippsel konnte ich hier ein kleine Impressionn von unserer Heiligen Nudelmesse, gehalten anlässlich des Kirchentages 2011 in der Religionsfreien Zone des GeFAHR e.V.



07.06.2011

Programmempfehlung

Vom 6.  bis 10. Juni werden täglich um 14.10 Uhr vom rbb Kulturradio Hörstücke von Sandra Babing zum Thema "Glaube in Berlin" ausgestrahlt. Besonders wichtig der 09. Juni, wenn es unter dem Titel "Monster Unser und Nudelsauce- Evolutionärer Humanismus" um uns geht.

 Hier das ganze Programm, jede Sendung geht 5 min.


      6. Juni: Schwitzhütte und Medizinrad - Der Bärenstamm
      7. Juni: Derwische und Dikhr - Islamischer Sufismus
      8. Juni: Blots und Symbelrunden
                 – Vorchristliches Asatru-Heidentum
      9. Juni: Monster unser und Nudelsauce
                 – Evolutionärer Humanismus
    10. Juni: Baha’u’llah und Bab
                 – Die internationale Bahá'i-Gemeinde

 

Es wäre schön, wenn jemand das digital aufnehmen könnte. 


06.06.2011

Mission possible - Pastafari auf dem Kirchentag II


Nun war er also da, unser großer Tag. Der begann erst mal mit einem kleinen Schreck. Ausgerechnet heute, als wir dran waren, waren die Veranstaltungen nicht im kleinen, sondern im Großen Kinosaal der Schauburg. Wir waren auch noch als erste dran, konnten also nicht auf Gäste der Vorveranstaltung hoffen. Entsprechend nervös waren wir, als 5 min vor Beginn knapp mehr als 10 Leute da waren. Sascha gab uns den Tipp, einfach noch etwas zu warten, die Leute kämen immer später. Recht hatte er, aber dann ging es hintereinander weg mit unseren Fleischbällchen. 
10 min nach der Zeit war dann der Saal gut gefüllt, Sascha von den Gastgebern, dem GeFAHR e.V. Dresden, gab ne kurze Einführung und los gings:

"Liebe Brüder und Schwestern, tapfere Freibeuterinnen und Piraten, bekehrenswerte Gäste. Ja, wir sagen es offen, Sinn eines Kirchentages ist die Mission und wir sind hier, um zu missionieren. Eigentlich wollten wir das auf traditionelle Art tun, die Türen schließen und mit einem Scharfrichter von Mann zu Frau gehen um die Frage zu stellen: Glaubst du, oder willst du dran glauben? Leider hat das Ordnungsamt unseren Antrag nicht genehmigt. Also müssen wir es anders versuchen.....Wir sind die einzige Religion, die wissenschaftlich ist, denn wir sind dem Zweifel verpflichtet. Wir geben im Gegensatz zu den anderen Religionen ehrlich zu, unser Gott ist ein Monster, sind also der Wahrheit verpflichtet. Wir haben die besten Jenseitsversprechungen: Biervulkan und Stripperfabrik....Wir haben die besten Reliquien und die größten Wunder. ...". 

Mit fassungslosem Staunen und von tiefer Ehrfurcht ergriffen, lauschte das festlich gekleidete Auditorium.
Wer in der Eile, noch rechtzeitig zur Heiligen Messe zu kommen, nicht mehr die Zeit für dem Anlass entsprechende Kleidung hat, schmückte sich mit einem Piratenfähnchen, das wir in jedes Fleischbällchen geschlagen hatten. Der Erfindungsreichtum SEINER Anhänger ist unendlich.
 
Als Elli Spirelli dann noch in gekonnt betonter Weise klar gemacht hatte, welch ein Wunder es ist, wenn ES deutlich sichtbar bei unserer Gründungsmesse mit SEINEN nudligen Anhängseln die Piratenflagge gesegnet hat, war wohl schon fast jeder überzeugt. Unsere dritte Reliquie, war in seinem Wunder aber so groß, dass Elli gar nicht viel sagen brauchte. Eine Rumflasche, die bei einem Piratentreffen verschlossen bleibt, die dann der Gastgeber tatsächlich nicht selbst trinkt, sondern sie zur nächsten Messe wieder mitbringt wo sich das ganze wiederholt, ein größeres Wunder ist schlicht weg nicht denkbar.
Als dann der Aufruf kam, nach vorn zu kommen, sich zu bekehren und gemeinsam mit uns das Glaubensbekenntnis abzulegen, setzte eine Bewegung ein, die uns kurz fassungslos machte. Die Ungläubigen drängten sich auf den Treppen und strömten auf die Bühne, so stark war ihre Sehnsucht, endlich Teil unserer wissenden Gemeinschaft zu werden. Wie leid es uns tat, das nicht mal alle auf die Bühne passten und etliche noch auf den Treppen stehen mussten. Um so lauter und deutlicher schallten die Worte, die uns zum Pastafari machen und mit denen wir unseren Glauben immer wieder erneuern, durch das Haus: "Ich glaube an das Fliegende Spaghettimonster, die Mutter, der niemals die Energie ausgeht, die Gebärende des sphärenklingenden Himmels und der evolutionsfreien Erde.. " 


Doch damit nicht genug. Einer der Leute, die auf der Bühne standen, war sogar extra aus Frankfurt/Main angereist. Nicht nur um seinen Unglauben abzulegen und Pastafari zu werden, sondern sogar um unserer Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters e.V. einer wegen Förderung kirchlicher Zwecke als gemeinnützig anerkannten Körperschaft, beizutreten. Das bedarf natürlich besonderer Qualitäten. Um die zu prüfen, musste er sich dem Gottesgericht unterwerfen. Dabei müssen Penne auf ein Spaghetti gefädelt und dann damit unser Monster gegrüßt werden. Hält das Spaghetti, hat er bestanden. Hält es nicht, gibt es weitere Spaghetti. 
Hier hat es gleich beim ersten Mal geklappt. Natürlich braucht ein Pastafari auch einen Namen und natürlich erhält er den in einer Taufe. Unsere Wissenschaftler haben in ausgiebigen Selbstversuchen festgestellt, eine solche Taufe wirkt viel besser, wenn sie innerlich und selbstbestimmt vorgenommen wird....und so hat sich denn Bootsmann Bucatini seinen neuen Namen selbst mit einer Flasche Bier von SEINEM Biervulkan verliehen. 

Alle anderen mussten auf ihr Bier bis zum heiligen Abendmahl warten. Das begann dann auch gleich. Erst mal mit einer kleinen Panne. Weil unsere geweihten Nudeln natürlich kostbar sind, werden die genau abgezählt wenn sie gekocht werden. Wir hatten so mit maximal 10 Abendmahlsgästen gerechnet, vorsichtshalber aber doch 30 gekocht. Oh, wie haben wir uns verschätzt. Gleich war uns klar, die langen nie und nimmer. So verzichteten wir auf den sonst üblichen Ablauf, bei dem jeder vor dem Nudler kniet und zu dessen Worten: "Nudel von SEINEN nudligen Anhängseln" bei gefalteten Händen ein Spaghetti einzieht. Statt dessen ging hier der Nudler von Frau zu Mann, jeder knipste sich ein halbes Spaghetti ab. Klar, die Worte wurden auch hier gesprochen und nach der ersten Runde war ich schon fast heißer.

Die entscheidende Runde mit "Bier von SEINEM Biervulkan" stand aber noch bevor. Ihr ahnt es, dabei musste mehrmals nachgeschenkt werden. Als ich am Ende den Abendmahlskelch leeren durfte, war nicht mehr viel drin.Hier hatte ich Gelegenheit, die Glaubensfestigkeit der Neupastafari zu testen. Mit großem Erfolg. Als ich bei mir den Abendmahlsspruch änderte in: "Bier von meinem Biervulkan" erkannten alle den Fehler. "Blasphemie" hieß es da und "Steinigt ihn". Ein hohes Gefühl beschlich mich über soviel Stärke im Glauben.

Der Schluck Bier war aber genug, um mich für die abschließende Predigt zu stärken. Die Losung des Kirchentages "..da wird auch dein Herz sein" und die geniale Antwort des GeFAHR e.V. in Bezug auf die religionsfreie Zone in der Schauburg "..und da wird dein Hirn sein" gaben eine prima Vorlage. Brauchen wir nicht eigentlich beides, Gefühl und Verstand? Ist nicht das wichtig und z.B. die Diskussion um den fehlenden freien Willen völlig Wurst? Mir jedenfalls, und ich denke, ich liege da nicht falsch. Denn wenn es den freien Willen gibt, braucht mich die Diskussion nicht zu scheren, und wenn es ihn nicht gibt, kann ich halt nicht anders. Aber ich kann mich im Willen frei fühlen. Nämlich dann, wenn ich trotz des Wissens, der hat natürlich Ursachen und kommt nicht aus dem leeren Raum heraus, das Gefühl habe, mich ohne äußeren Zwang entscheiden zu können. Der Mensch entscheidet mehr über das Gefühl als über das Wissen. Und doch ist Gefühl ohne Wissen, Herz ohne Hirn, alles andere als gut. Mit dem einem Gedicht von Reiner Kunze ging die Predigt und auch die Messe zu Ende. Nachdem uns schon vor der Messe ein Journalist von der Morgenpost interviewt hatte, wartete nun schon ein Radioreporter aus FFM auf uns. Wir hatten nicht mal Zeit, die Rekordkollekte zu zählen, die in meinem Piratenhut lag. Mehr als eine halbe Stunde O-Ton hat der von uns aufgenommen und auch versprochen, uns mitzuteilen, wann es gesendet wird.


Das Beste vom Abend kam aber noch. Ein Pastafari, Wirtschaftsstudent in Dresden, hatte geduldig auf uns gewartet um sich über unseren Verein zu erkundigen. Auch er wird eintreten. Noch besser: er wird sich auch bemühen, in Dresden eine Gemeinde zu gründen. Als Florian gegangen war, kam Dirk. Mit einem konkreten Angebot zur pastafarianischen Zusammenarbeit mit seinem Verein. Sogar auf dem Weg zum Auto wurden wir noch mal angesprochen, und ein weiterer Pastafari erklärte seinen Wunsch, auch Mitglied unserer Kirche zu werden.

Drei Tage Dresden, der Kirchentag und auch die Feiern mit Freunden hatten uns etwas geschafft und unsere Heilige Messe mich noch mal richtig ins Schwitzen gebracht, denn die sparsamen Techniker hatten sowohl Klimaanlage als auch Zwangsbelüftung ausgeschaltet. Trotzdem hat sie uns so begeistert, dass die Euphorie noch die ganze Fahrt zurück in die Uckermark anhielt. Dort angekommen, huldigten wir IHM mit einem Trunk aus dem Biervulkan um dann zufrieden und glücklich ins Nest zu fallen und süß von Fleischbällchen zu träumen.







 .

05.06.2011

Mission possible - Pastafari auf dem Kirchentag I

Da waren wir also, auf dem Kirchentag. Auf Einladung von GeFAHR e.V., dem Organisator der Religonsfreien Zone in der Schauburg Dresden, waren wir angereist. Weil das keine Gegenveranstaltung war und Religiöse keinesfalls ausgeschlossen, durften wir dort eine Nudelmesse halten. Noch war es aber nicht so weit. Deshalb mischten wir uns erst mal unters Kirchenvolk. Überall wimmelte es von deren grünen Schals. Weil sich manche von ihnen aber als heimliche Piraten outeten, indem sie den Schal als Kopftuch trugen, fühlten wir uns richtig heimisch und hissten erst mal unsere Flagge vor der Frauenkirche.
Die Kirche hatte sogar ne Speakers Corner eingerichtet, die haben wir aber nicht getestet. Nette christliche Fräulein in weißen Kleidern, mit denen man sich fotografieren lassen konnte, standen herum. Vielleicht lag es daran, dass russische Touristen unbedingt auch ein Foto mit uns wollten. Nicht jeder wollte unsere Flyer haben.

Wir hatten 200 Einladungen zur Nudelmesse in der Schauburg mit und 100 zur Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters. Einige wurden wir aber doch los und oft gab es dabei interessante und sogar nette Gespräche. Mit einem christlichen Paar hatten wir ein recht ausführliches über Moral und Ethik. Klar gab es da keinen Konsens in der Begründung, in dem was wir wollten, schon.






Nachdem wir ein paar mal um die Frauenkirche rum waren, gings auf die Brühlsche Terasse.
Auch dort gab es wieder Gespräche.Genau das ist auch der Grund, warum wir solche Flyeraktionen richtig gerne machen.


Da gibts immer wieder Überraschungen. Wenn wir erst mal als welche von der Kirche oder gar als Sekte angenommen werden, wenn andere völlig fassungslos sind und nicht wissen, ob sie uns als Religion oder Spinner nehmen sollen oder wenn jemand, von dem wir dachten, der nimmt nie nen Flyer von uns, sogar danach fragt, uns gleich als Pastafari erkennt und noch mehr über unseren Glauben wissen will.

So wanderten  wir im Dienst der einzig wissenschaftlichen Religion langsam weiter. Auf der Augustusbrücke wehte nicht nur der Wind heftig, es war auch ziemlich laut. Von einer Bühne neben einem Riesenkreuz am Elbufer hämmerten Bässe. Die waren wohl dringend nötig, denn die paar Leutz, die da rum saßen, sahen ziemlich müde aus.

Nachdem wir auch auf der Hauptstraße und dem Albrechtplatz fleißig geflyert hatten, wurde die Tasche immer leichter. Den Rest legten wir beim Stand des GeFAHR e.V. vor der Schauburg mit ab. Mit monstergefälligem Werk hatten wir den Tag verbracht. Nun fühlten wir uns richtig wohl und freuten uns schon auf die Nudelmesse am nächsten.
Den Bericht darüber, so unsere Internetanschluss es will, gibts morgen im zweiten Teil.

04.06.2011

++Eilmeldung++ Kirchentag: FSM schlägt Jesus um Längen ++ Eilmeldung++


+ mehr als 50 Dresdener legen Glaubensbekenntnis ab und werden Pastafari + Rekordkollekte nach Nudelmesse + Gründung einer Dresdener Gemeinde in Sicht + Kirchentag, wir danken dir +

Ausführlicher Bildbericht morgen.

02.06.2011

Das Wort zum Freitag

Heute, am Tag, an dem ganz Deutschland feiert, ist das Thema für das Wort zum Freitag schnell gefunden:

Pirtaticus Seefahrt.

Er war es, dem wir an diesem Tag gedenken. Beginnt doch unser Evangelium nicht umsonst mit seinen Worten:

Am Anfang war das Wort, und das Wort war „Arrrgh!“ (Piraticus 13:7)

Ich sehe das Staunen in Euren Augen. Was, Piraticus Seefahrt? Feiert ganz Deutschland heute nicht Christi Himmelfahrt? Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Piraten gesteuertes Schiff hört nicht auf, der christlichen Okkupation  Widerstand zu leisten. Denn wisset, Brüder und Schwestern, diese Christen und ihre Kirchen haben nicht nur die wesentlichen Teile ihres Glaubens aus anderen Religionen abgekupfert, sie haben auch uralte Feste und Feiern besetzt. Sogar den Geburtstag ihres Heilands haben sie vom Sommer in den Winter verschoben, nur um Weihnachten für sich zu reklamieren.

Richtig, ein unwürdiges Verhalten. Aber ein lehrreiches. Zeigt es doch klar auf, keine Religion ist so vertrauenswürdig wie unsere. Noch mehr aber zeigt es auf, dass Volkes Inneres sich nicht betrügen lässt. Schon seit langem ist es Tradition, an diesem Tag einer wesentlichen piratischen Tradition, der des Biergenusses, zu folgen. Ganze Heerscharen machen sich auf den Weg um so unbewusst den Biervulkan zu preisen, den Spieß umzudrehen und  den Christen dieses  Fest zu entreißen. Lasst es uns in das Bewusstsein aller noch Unbewussten einprägen:

Wir feiern Piraticus Seefahrt!