29.07.2011

Das Wort zum Freitag


Anders Arschloch


Manchmal, liebe Piraten und Freibeuterinnen der Meere, stehen selbst solch kampferprobte Typen wie wir ratlos in der Flaute.



Mir ging es so, als ich die Nachricht vom Terrorakt des menschlichen Totalversagers Anders Arschloch las. Natürlich kam auch bei mir sofort die Frage nach dem Warum. Das scheint inzwischen recht klar zu sein. Er sah es als den Weg, den er beschreiten musste, um als heiliger Krieger gegen Islam und "Multikulturalismus" zu kämpfen. Nicht als Nazi, aber schon mit viel ultrarechtem Gedankengut, nicht als christlicher Fundamentalist, aber schon als wertkonservativer Christ. Welche Anschauung überwiegt, ist egal, wie gut beide zusammen passen und sich ergänzen können, wird hier nicht zum ersten Mal deutlich.



Norwegen hat eine große Solidarität erfahren und selbst geübt. Es ist zu bewundern, wie gekonnt und besonnen sich dieses Land dem Unfassbaren stellt. Vereinzelte Stimmen, die aufgeschreckt härtere Strafen fordern, die darüber reden, Norwegen nach A.A. zu ändern, können sich nicht durchsetzen. Das Land steht zu der Toleranz, Offenheit, Meinungsfreiheit und Demokratie, für die es bekannt ist.



Völlig anders der deutschsprachige Raum. Dort schreckt es erst mal auf, als vermeldet wird, „Mutmaßlicher Täter offenbar christlicher Fundamentalist“. Das kann nicht sein, denn „fundamentalistische Christen gibt es nicht“. Damit sich der Gedanke gar nicht erst fest setzt, es könnte doch anders sein, gab es in Österreich sogar eine Medienrundmail mit der Bitte, den Attentäter nicht christlich zu nennen. In Deutschland scheint es solche Rundmails gar nicht erst zu brauchen. Dort setzt sich der „Massenmörder“ im Sprachgebrauch durch. Manchmal wird auch das rechtsradikal betont, obwohl schnell klar ist, das trifft es  nicht.



Bei so viel an unsachlichen Reaktionen ist es kein Wunder, wenn die Meute schnell die Auslöser für den Terrorversuch ausgemacht hat: Neben all den Seiten, die den Islam kritisieren, vor allem Sarrazin und Broder . Schließlich hat sich auf den Letzteren das norwegische Würstchen sogar berufen. Dann kann das gar nicht anders sein, das hatte ich schon in der DDR gelernt, wo Nietzsche das Böse an sich war, weil die Nazis sich auf den berufen hatten.

Daran wird auch Broders Antwort nichts ändern können.



Wenn das die Schuldigen sind, müssen dann diese Seiten nicht dicht gemacht, Sarrazin und Broder nicht nach SaudiArabien abgeschoben oder zumindest mundtot gemacht werden? 

Was aber, wenn es gar nicht an denen lag? Was, wenn das völlige Versagen großer Teile der Eliten und unserer etablierten Parteien die Ursache ist? Haben die nicht durch ihre Verweigerung, Probleme bei der Integration und mit dem Islam überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, geschweige denn die öffentlich zu diskutieren, die Hauptschuld? Nur weil sie sich diesen Themen verweigert und jene, die sie doch ansprachen, sogar bestraft haben, sind andere am Rand des demokratischen Spektrums durch Aufnahme eben dieser Themen erst stark geworden.

Wo Probleme sind, müssen die benannt und ohne Rücksicht auf öffentliches Meinungsdiktat auch analysiert werden. Denen, die das tun, wie Sarrazin und Broder, gilt mein Dank, unabhängig davon, ob ihre Aussagen und Schlüsse richtig oder falsch sind. Mit diesen Aussagen gilt es sich auseinander zu setzten, nicht mit den Personen.



Lernen wir von Norwegen. Schützen auch wir unsere Demokratie, Offenheit und Meinungsfreiheit. Machen wir mit, wenn etwas ernsthafter nachgedacht und nicht nur auf der Basis irgendeiner Ideologie verdammt wird.



Noch etwas gibt es, wobei die, die es können, mitmachen sollten. Eine sehr sympathische Aktion von Anonymus findet euer


26.07.2011

Hilfe für Valentin Abgottspon


ES muss mal wieder kräftig am Biervulkan zugeschlagen haben. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass es mich erst jetzt auf ein Hilferersuchen eines schweizer Bruders aufmerksam werden lässt.
.
Valentin Abgottspon hat durch eine Aktion auf sich aufmerksam gemacht, die alle unsere mit lustigen Führerscheinen weit in den Schatten stellt. Eine Aktion, die zwar auch Zustimmung erfahren hat, aber leider bei weitem nicht das positive Echo wie die Führerscheinaktion. Dafür aber unglaubliche Anfeindung bis zu Selbstmordempfehlungen brachte und sogar die Entlassung und damit existenzielle Bedrohung. Alles nur, weil der Lehrer Valentin Abgottspon von seinem in der Schweiz verbrieftem Recht Gebrauch gemacht und das Kreuz in seinem Klassenzimmer von der Wand genommen hat.

Nun, nachdem auch ich über seine Bitte um Hilfe gestolpert bin, habe ich sofort gespendet und bitte euch, Valentin ebenso zu helfen, sein ihm zustehendes Recht auch einklagen zu können.

25.07.2011

Piratenführerschein - Der Antrag


Es wurde wohl langsam Zeit, nach meinem Aufruf und dessen Medienecho endlich selbst zu handeln und Linguine nicht allein im Regen stehen zu lassen.

Geregnet hat es zur Zeit genug, die Ausstellung der Fotogruppe des Kunstvereins Templin, bei der auch ich einige Bilder zeige, hatte viel Zeit gekostet, war nun aber aufgebaut und am Sonnabend im hiesigen Rathaus eröffnet worden. Das bringt doch bestimmt ein paar Pluspunkte, dachte ich mir. Also ran an die Kanonen.

Erst mal galt es, beim Fotografen Munition zu fassen. War gar nicht so einfach. Den, zu dem ich wollte, gibt’s wohl schon seit Jahren nicht mehr, der nächste hatte erst am Nachmittag geöffnet, aber beim letzten hatte ich Glück. Freundlich wurde ich gebeten, das Kopftuch abzunehmen. Natürlich wollte ich so auf das Passbild, wie es unser Monster sich von uns wünscht: im Piratenoutfit. Meine Erklärung, es handele sich bei diesem Tuch um eine religiöse Kopfbedeckung, löste einen kurzen Moment des Zögerns aus, wurde dann aber ohne jede Bemerkung einfach akzeptiert.

Munition war gefasst, ab aufs Meldeamt. Dort wurde ich, natürlich immer noch mit Piratentuch, freundlich darauf hingewiesen, dass man meinen Antrag zwar entgegennehmen und an die Führerscheinstelle weiterleiten könne, aber die selbst sei in Prenzlau. Wenn es Fragen gäbe, womit wohl zu rechnen war, müsste ich eh dort hin. Tja, das war´s dann mit dem Heimvorteil.

Ab ins Auto also und zur Führerscheinstelle der Kreisverwaltung. Dort kam ich gleich dran.


Ich hatte mich vorbereitet und die Fotomustertafel, den Artikel aus Focus Online, in dem ein ADAC-Experte gute Chancen für einen Piratenführerschein sah, die Anerkennung der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V. als gemeinnützige Körperschaft (s.o.) sowie das Evangelium des FSM mit in meiner Umhängetasche. Als ich das Tuch als Teil meiner Religion erklärte, Artikel und Bescheinigung auf den Tisch legte, vermutete der Herr: „Ach, Sie sind wohl auch einer von denen mit dem Nudelsieb.“

War ich ja gar nicht, sondern einer von denen mit dem Piratenoutfit. Weshalb ich auch erklärte, das wäre nur ein Irrtum gewesen und tatsächlich müssten wir Pastafari Piratentuch oder -hut tragen. Dies nachzuweisen, wollte ich das Evangelium hervornehmen.  Das brauchte ich dann aber gar nicht. Vielleicht war ihm die Tatsache, dass die Bescheinigung mich als Vorsitzenden der Kirche des FSM Deutschland nannte, ausreichend genug sich zu sagen „Der muss es ja wissen.“

Damit war das Thema auch schon durch. Ich bekam eine Plastikkarte, musste damit zum Rechnungsautomaten um zu bezahlen und mit der Quittung wieder zurück. Da fragte dann die Kollegin am Schreibtisch gegenüber noch mal nach, was es denn mit unserem Glauben auf sich hätte, um dann zu resümieren: „Mir ist eigentlich egal, was jeder glaubt. Manchmal hilft es vielleicht sogar, zu glauben.“ Um mir dann voll zuzustimmen als ich meinte: „Ja, vor allem an sich selbst“.

Mein Sachearbeiter stellte mich noch darauf ein, bei mir würde es etwas länger dauern, wahrscheinlich so 4 Wochen. Nicht wegen des Piratentuchs, sondern weil meine Fahrerlaubnis noch in Dresden ausgestellt war und sie deshalb erst mal von dort die Unterlagen anfordern müssten. Vier Wochen, das lässt sich doch aushalten, oder?

Ihr seht, so schwierig ist das gar nicht. Deshalb bitte ich euch noch mal, unterstützt, ebenso wie ich, Linguine, indem ihr nachzieht. Schickt mir eure Berichte und, wenn möglich, auch eure Passbilder, damit ich sie hier veröffentlichen kann. Getreu dem alten Seeräubermotto: Ein Spaghetti bricht leicht, aber eine Packung hält schon was aus.

Wer möchte, bekommt von mir im Namen unserer Körperschaft eine Bestätigung, dass Piratentuch und -hut für uns religiöse Kopfbedeckungen sind. Sicher ist es für unsere Kirchenmitglieder leichter, sich als religiös auszuweisen. Aber auch Freibeuter sind echte Pastafari und nur auf das Religiössein kommt es an, nicht auf eine Mitgliedschaft.

Zum Schluss noch einen kleinen Tipp. Als ich fragte, was denn die Zusendung des Führerscheins kosten würde, schließlich sind es von hier bis Prenzlau rd. 50 km, bekam ich die Antwort: „Bei Umtausch wird grundsätzlich nicht versandt, da muss immer persönlich abgeholt werden“. Also bitte nicht geduldig Jahre warten, ob der Ausweis nun kommt oder nicht, sondern immer mal wieder nachfragen. ;)

21.07.2011

Das Wort zum Freitag

Die Rolle des Nudelsiebs im Pastafaritum

Eine hochwissenschaftliche Schrift auf fundierter theologischer Basis – oder umgekehrt.


Warum diese Schrift?

Bislang wurde dem Nudelsieb im Pastafaritum keinerlei Sonderrolle zugeschrieben. Das hat sich durch eine gelungene Aktion eines bis dato als solchem unbekannten Pastafari aus Österreich geändert. Bruder Niko, nennen wir ihn so, bis er sich in alter Tradition einen starken Piraten- oder einen leckeren Pastanamen gegeben hat, ist durch diese Aktion nicht nur der nach unserem Propheten Boby Henderson bekannteste Pastafari der Welt geworden, Bruder Niko hat nicht nur sein bis dahin im Pastafaritum eher unbedeutendes Heimatland zur pastafarianischen Weltmacht gemacht, er hat auch dem Pastafaritum selbst neuen Schwung verliehen.

Dafür gebührt ihm all unser Dank und unsere Anerkennung.

Weiterhin hat Bruder Niko das Nudelsieb als Kopfbedeckung der Pastafari eingeführt, viele Nachahmer gefunden und damit auch die Notwendigkeit dieser Schrift begründet. Alle gläubigen Pastafari wissen, ES fordert von uns Pastafari das Tragen von Piratenhut oder Piratentuch. Wie nun umgehen mit den sich daraus entwickelnden Fragen?

Es kann nur eine Antwort geben: durch wissenschaftliche Beweisführung!


Theologische Beweisführung

Der Theologie als oberste und Voraussetzung jeder Wissenschaft muss zwingend die erste Aussage zugedacht werden. Was also steht in den Schriften? Ganz klar sind wir angewiesen, uns als Piraten zu kleiden. Das schließt deren Kopfbedeckung mit ein. Die religiöse Kopfbedeckung der Pastafari ist somit einzig Piratentuch oder Piratenhut.
Es steht aber auch geschrieben, wir haben an allem zu zweifeln, jedes zu hinterfragen und kein Dogma zu dulden. Wir selbst legen seit unserer Gründung darauf großen Wert. Das bedeutet jedoch nicht, einfach nach Gutdünken neue Dogmen aufzustellen, alte Traditionen zu brechen und neue Trends zu kreieren, das bedeutet ernsthaft zu prüfen und dann zu befinden. Wenn es also gute Gründe gibt, Piratenhut und Piratentuch durch Nudelsieb zu ersetzen, darf sich kein Pastafari dem verschließen. Suchen wir nachfolgend solche Gründe.

Historische Beweisführung

In der Geschichte gab es in allen Religionen immer wieder Abspaltungen vom alten Glauben. So entstand der Begriff Sekte. Diese Abspaltungen ließen sich  auf unterschiedliche Auslegung der Schriften zurückführen und fanden so ihre Begründung. Teilweise wurden dazu sogar neue Schriften, wie das Buch Mormon, geschaffen.
Im Falle des Nudelsiebes ist wohl davon auszugehen, Bruder Niko hat als damaliger Neupastafari einfach aus Unwissen die falsche Kopfbedeckung gewählt.
Eine historische Begründung lässt sich also nicht finden.

Atheistische Beweisführung

Ja, die bräuchten wir nicht. Aber es gibt immer wieder Pastafari, die sich ebenfalls als Atheisten sehen. So unerträglich das auch erscheint, wir haben sie zu respektieren und zu berücksichtigen. Für Atheisten muss beides völlig sinnlos scheinen, Piratenhut und Nudelsieb und doch gibt es gerade für sie eine absolut nachvollziehbare Begründung für das Piratentum.
Das Pastafaritum entwickelte sich als Antwort auf das Vordringen von Kreationismus und Intelligent Dessign in den Biologieunterricht in Kansas. Es war und ist aber noch mehr. Es zeigt ganz klar die Aberwitzigkeit kreationistischer „wissenschaftlicher“ Beweise, bei denen Zusammenhänge hergestellt werden, die einfach nicht existieren. Genau um das aufzuzeigen, um die Sinnlosigkeit von Kreationismus und ID klar werden zu lassen, hat sich der Physiker Bobby Henderson der gleichen Methode bedient und zwei Graphiken verbunden, die absolut nichts miteinander zu tun haben: Das Aussterben der Piraten und das Ansteigen der Erderwärmung. Getreu kreationistischer Methodik lässt das nur einen Schluss zu: Die Erderwärmung ist Folge des Aussterbens der Piraten.
Da Pastafari die Erde retten möchte ist es ihre höchste Pflicht, zu all ihren religiösen Handlungen und an ihren Feiertagen das Kleid der Piraten zu tragen und so gleichzeitig allen Ungläubigen zu zeigen, wie sinnlos Kreationismus und ID sind.
Das Piratenoutfit ist also geradezu der Grundpfeiler des Pastafaritums.

Empirische Beweisführung

Es ist überall, wo sich Pastafari treffen, klar zu beobachten, wie wohl sie sich im Piratenoutfit fühlen. Es ist überall, wo sich Pastafari im Piratenoutfit in der Öffentlichkeit zeigen, zu beobachten, wie diese neugierig und offen darauf reagiert, sich gut ansprechen lässt oder sogar selbst aktiv Kontakt sucht.
Nudelsiebe lassen sich nicht nur sehr viel schwerer auf dem Kopf tragen, es ist auch zu befürchten, die obigen positiven Effekte beim Tragen in der Öffentlichkeit lassen sich nicht annähernd erreichen.

Innerkirchliche Beweisführung
Zu allen Zeiten haben die Kirchen, um attraktiv zu werden oder ein Alleinstellungsmerkmal zu haben, Reliquien geschaffen und aufbewahrt. Auch in der Kirche des FSM Deutschland ist das so. Nie jedoch ist die Standardkopfbedeckung der Gemeindeglieder zu solchen Ehren gekommen. Piratenhut und Piratentuch scheinen als Reliquien eher ungeeignet.
Hier hat das Nudelsieb, getragen vom bekanntesten Pastafari der Neuzeit bei der Aktion, die ihn dazu gemacht hat, allerbeste Chancen. Vor allem natürlich das Originalsieb selbst. Aber nur nicht zu zaghaft. Auch bei den Christen gibt es so viele Teile vom Kreuz Christi, dass man mit diesen Kreuze für die ganze Via Appia von Rom bis Capua zusammenstellen könnte. Es ist also völlig in Ordnung, wenn jede Gemeinde, die das möchte, ein Originalsieb in ihren Reliquienschrein legt.

Länderspezifische Beweisführung

Wenn ein Land nahezu aus dem Nichts mit an die Spitze einer Bewegung gestellt wird, macht das dessen Bewohner stolz. Auf das Ereignis, das dies vollbracht hat, auf den oder die, die das Ereignis vollbracht haben und ein bisschen auch mit auf sich selbst, auf den Umstand, Teil dieser einen Gemeinschaft zu sein. Diese Gemeinschaft sucht sich Symbole, bringt die auf Fahnen und Banner, gibt sich so zu erkennen und schafft ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Dieses Gefühl ist mehr als wichtig. Es ermöglicht es auch gemeinsam zu bleiben und für die Sache zu stehen, wenn die erste große Begeisterung, die von dem Ereignis ausgegangen ist, verebbt. Welches Symbol könnte da besser geeignet sein, als eins, was Teil des Ereignisses war. Hier hat das Nudelsieb großes Potential.

Fazit
Durch die einzigartige Stringenz unseres Glaubens, die maßgeblich auf dem Piratenoutfit beruht, durch das Wohlgefühl, dass sein Tragen vermittelt, durch die Achtung, die man mit seinem Tragen in der Öffentlichkeit erwirkt und durch die ehrenhafte Tradition, die man mit ihm aufrecht erhällt, kommt für Pastafari in aller Welt keine andere Kopfbedeckung als der Piratenhut oder das Piratentuch in Frage.

Durch die hohe Symbolkraft, die vor allem in Österreich im Nudelsieb steckt, durch die Möglichkeit sich über diese Symbolkraft zusammen zu schließen und gemeinsam auch weniger günstige Zeiten zu überstehen, ist das Nudelsieb bestens geeignet in Reliquienschränken, auf Bannern, Logos und ähnlichem die Pastafari des Alpenlandes zu einen und ihnen landeseigene Identität zu geben.

In der Hoffnung, diese meine erste wissenschaftliche Arbeit möge auf große Resonanz, gepaart mit eben so großer Zustimmung, stoßen, verbleibe ich als euer

Bruder Spaghettus.

Anmerkung für deutsche Universitäten:

Angesichts der gallopierenden Inflation bei Doktortiteln bitte ich davon abzusehen, mir diesen auf Grund dieser zweifelsfrei ausschließlich selbst verfassten und allerhöchsten Ansprüchen genügenden Arbeit zu verleihen. 
 
Einen Ehrendoktor bin ich hingegen gern bereit anzunehmen, da dieser nicht geeignet scheint, die Gruppe um VroniPlag von der Arbeit an ähnlichen Projekten wie Matthias Pröfrock, Uwe Brinkmann, Silvana Koch-Mehrin, Jorgo Chatzimarkakis, Bijan Djir-Sarai; Margarita Mathiopoulos, Matthias Pröfrock und Veronica Saß abzuhalten.

20.07.2011

Keine Werbung

sag ich mir immer, wenn mal wieder von youtube ne Meldgung wie diese kommt:

 Ihr Video FSM - Vortrag an der Humboldt - Universität Teil 1 <http://www.youtube.com/watch?v=UevITtARnNA>  auf YouTube kommt für das YouTube-Partnerprogramm in Betracht. 

Nee, Werbung mag ich nicht so.  Auch nicht, wenn mich jemand direkt anschreibt:

"Bestimmt hast Dus mitbekommen, dass unser religionskritisches Album THE?BOOK (wenn auch ganz ohne Satire , aber ohne ErbArMEN ) nun in der preorderphase ist.

Wollte Dich nur bitte, wenn Du uns etwas unterstützen könntest und wölltest, den Preorderlink (siehe mein profil) mal mit zu teilen und Freunden weiterzuempfehlen - ist superwichtig, da wir das Album erst ab etwa 100 Vorbestellern in Auftrag ans Presswerk geben können"


Ist ja geradezu unverschämt, einem tiefgläubigen Pastafari ein reiliginskritisches Mediabook andrehen zu wollen. Da steckt ganz klar das böse Spaghettieeis dahinter. Was ist das nur für ein Typ, dachte ich mir, muss ja schlimme Musik sein wenn die niemand freiwillig kaufen will. Also so richtig was für nen schönen Verriss. :)

Nun suche ich die ganze Zeit nach Ausreden.

Klar, ist an sich von der Art und Weise, wie die das angepackt haben, schon ne klasse Sache. Klar, so was braucht schon Unterstützung.
Klar, die Musik hat mich, ob das nun zutrifft oder nicht, mal ein bisschen an The Nice, mal wieder an King Crimson erinnert.
Klar, es ist auch ein tolles 54seitiges Booklet dabei in dem die ersten hundert Besteller auch noch namentlich erwähnt werden. 
Ja, für Vorbesteller ist sogar ein "blutiger Kreuzigungsnagel" beigelegt.


Aber, so frage ich euch ihr meine Schwestern und Brüder, sind das Gründe genug um mir zu verzeihen, wenn ich mir einfach das Album bestellt habe?



19.07.2011

Linguines Führerschein 2: Kleines Update

Wieder kam eine Mail von unserer tapferen Piratin Linguine. Diesmal mit ganz, ganz zartem Hoffnungsschimmer:

Guten Abend Bruder Spaghettus,

einen kleinen Erfolg konnte ich heute verzeichnen.

Um nicht wieder abgespeist zu werden wie bei dem letzten Versuch der Führerscheinbeantragung, habe ich heute Vormittag mit dem Straßenverkehrsamt in einem anderen Ort telefoniert. Dem freundlichen Sachbearbeiter habe ich die Situation, wie ich sie erlebte, beschrieben und nachgehakt, ob ich auch bei diesem Standort auf diese Ablehnung stoßen werde. (Etwas provokant muss ich gestehen.)

Offenbar war dieser wesentlich toleranten und hat sich für die Bearbeiterin entschuldigt. Zusätzlich hat er mir den Namen einer dort tätigen Beamtin gegeben, mit der er persönlich reden wolle, dass der Antrag wenigstens angenommen werde.

Er kam aber nicht drum herum mich darauf aufmerksam machen zu wollen, dass ich mit dem Bild das große Risiko eingehe, dass der Antrag NICHT genehmigt wird.

Das Risiko gehe ich aber gerne ein und notfalls müssen die eben jemanden zusätzlich einstellen, der/die sich mit meinen täglichen Anrufen und Besuchen beschäftigt. Am besten einen Psychologen, der meinem Gequengel standhalten kann ohne verrückt zu werden.


In dem Sinne rAmen. Es geht voran.

Neue Gemeinden braucht das Land

....und, Monster sei Dank, sind auch schon welche im Werden.

Bayern ist mit ner richtigen Homepage ins Netz getreten. Ich wollte sie gleich in meine Links bei Gemeinden und Kirchen aufnehmen, habe sie auch ins Sideboard eingetragen, nur angezeigt wird sie nicht. Das kann doch nur am bösen Spaghettieis liegen, oder sinds doch die Pinguine?

Dann gibts den Link eben jetzt hier:


Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters - Außenstelle Bayern

Noch im Werden ist die Hamburger Seite. Dort werkelt Monsignore Tortiglioni .
Wenn die fertig ist, kommt sie natürlich auch zu den Links. Falls nicht das Gleiche läuft, wie oben. :(

18.07.2011

Deutsche Behörden verstoßen wiederholt gegen Religionsfreiheit.

Nachdem bereits im Jahre 2008 deutsche Behörden einem Pastafari sein Recht verweigerten, sein Bekenntnis auch auf dem Personalausweis abzulegen und sich dort mit seiner, von seinem Gott vorgeschriebenen Kopfbedeckung, dem Piratenhut, auf dem Passbild abbilden zu lassen, haben sie scheinbar nichts dazu gelernt. 

Trotz der inzwischen in Österreich eindeutig erfolgten Feststellung, dass solche Kopfbedeckungen auf dem EU-Führerschein erlaubt sind und obwohl auch von der Bundesdruckerei ausdrücklich auf den gleichen Text verwiesen wird, verweigerten sie nun einer Pastafari sogar schon die Abnahme des Antrags bzw. dieses Passbildes. Doch Linguine wird sich nicht unterkriegen lassen. Hier ihr Bericht:

Guten Morgen Bruder Spaghettus,

wie letzte Woche angekündigt war ich Freitag beim Straßenverkehrsamt und wollte einen neuen Führerschein beantragen.

Bewaffnet mit einem Lichtbildausweis und einem abgelaufenen Personalausweis betrat ich das Gebäude der Führerscheinstelle. Auch eine nette Beamtin nahm mich nach nur kurzer Zeit in Empfang und wollte meinem Wunsch, einen neuen Führerschein zu bekommen, nachkommen. Anfänglich etwas schüchtern übergab ich den Personalausweis um meine Identität zu bestätigen. Trotz des Hinweises, dass dieser abgelaufen ist, gab es diesbezüglich keine Probleme und nach ein paar Eingaben am PC war alles soweit geregelt. Ich wurde darauf hingewiesen, dass die Prozedur eine Gebühr erfordert, was mich nicht wirklich verwunderte.

Dann folgten weitere Eingaben in ihren PC und die Sachbearbeiterin frage nach einem biometrischen Foto. Jetzt fängt die eigentliche Geschichte erst an. Nach kurzem Schmunzeln gab mir die Frau das Bild zurück und fragte, ob ich sie "auf den Arm nehmen" wolle. Da auf dem Bild mein Gesicht, trotz des Piratenhutes und des flauschigen Piraten-Sweaters gut erkennbar und in keiner Weise verdeckt ist, verstand ich ihre Auffassung nicht.

Ich zitiere (so gut wie möglich):"Das Bild auf dem Führerschein ist ein Ausweis, welcher nicht dafür gedacht ist seiner Vorliebe für Karneval Ausdruck zu verleihen."

Etwas geknickt und ein wenig beleidigt machte ich sie auf den auf den Präzedenzfall aus Österreich aufmerksam, wo bekanntlich die gleichen Regeln herrschen. Davon hat sie -oder wollte sie- noch ni(e)/cht gehört haben. Auch meine Argumentation, dass ich laut den EU-Richtlinien auch auf dem Führerscheinbild eine religöse Kopfbedeckung tragen darf (und meine auch erläuterte), wurde ignoriert. (Bzw. schüttelte sie ihren Kopf, was ich wohl als Unverständnis deuten kann.)

Grade als ich mit der Argumentation beginnen wollte, bat sie mich aus ihrem Büro und ließ mich mit den Worten:"Versuchen sie es doch mal bei einem anderen Amt, vielleicht können sie die zum Narren halten". (Nicht wörtlich aber nicht höflicher.)


So schnell gebe ich mich aber nicht geschlagen und versuche mich beim nächsten Straßenverkehrsamt zu behaupten...


Bitten wir unser Monster um Beistand für unsere Schwestern und leisten wir den selbst, indem auch wir ihr nachtun. Ich habe mir das für nächste Woche fest vorgenommen.
.

Hier noch mal die eindeutigen Aussagen der Bundesdruckerei:

Kopfbedeckungen sind grundsätzlich nicht erlaubt. Ausnahmen sind insbesondere aus religiösen Gründen zulässig. In diesem Fall gilt: das Gesicht muss von der unteren Kinnkante bis zur Stirn erkennbar sein. Es dürfen keine Schatten auf dem Gesicht entstehen.



Dort steht nur, dass Ausnahmen zulässig sind, nicht aber, dass sie gewährt werden müssen. Da diese jedoch Muslimen grundsätzlich gewährt werden, steht uns das im Rahmen des Gleichbehandlungsgebotes ebenso zu.


Wacken 2011 mit FSM - Lounge

Pastafari und Jünger der Teekanne haben in diesem Jahr auf Wacken ihre eigene, feine Lounge.

Bruder Abraham und seine Crew sind schon gespannt, ob sie dort noch auf andere Pastafari treffen. Aber immer dran denken: Nur Pastafari im Piratenoutfitt sind echt. Also Piratenhut auf, Piratentuch um oder wenigstens Augenklappe tragen. Waffen sind dort ja verboten. ;)

15.07.2011

Zwischenruf



Weils hier gerade so gut läuft, mal schnell Werbung für unsere nächste Nudelmesse. Wir, der Kirche des FSM Deutschland e.V., sind Mitglied des "Bündnis gegen die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes"

Das organisiert nicht nur die große Demo am 22.09.11 sondern führt schon im Vorfeld Veranstaltungen durch.  Unsere findet am 27. August in der Z-Bar in Berlin Mittte, Bergstr. 2 statt. Einlass ab 20:00 Uhr, Beginn 20:30 Uhr.

Es gibt das volle Programm, also Glaubensbekenntnis, Lobpreisung der Reliquien, MonsterUnser, Abendmahl und natürlich eine Predigt. Die wird sich dann nicht nur auf die Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes beschränken. ;)
Wer schon mal gucken möchte, wie so was in etwa läuft:

 
Eintritt ist nicht nur frei, für Piraten  gibt es sogar kostenlos unsere allseits beliebten Fleischbällchen.

14.07.2011

Das Wort zum Freitag

Müssen Pastafari Nudelsiebe als Kopfbedeckung tragen?


Es war schon mal Thema, das Gute-Frage-Net. Es ging darum, dass dort auch kräftig missioniert wird. Auch darum, dass dort schnell mal Fragen gelöscht werden. Sehr oft ist das einzusehen, wenn welche doppelt gestellt werden, eigentlich keine Fragen sind oder durch googeln ganz leicht selbst beantwortet werden können. Auch Fragen, die als diskriminierend oder verletzend empfunden werden sind schnell weg.

Schlimm ist nur, dass auch dort, wie fast überall in unserer Gesellschaft, mit sehr unterschiedlichem Maß gemessen wird. Ob das nun daran liegt, dass der jeweilige Mod oder UserMod gerade gläubig ist oder ob einfach, ebenfalls wie fast überall in unserer Gesellschaft, Religiösen ein Sonderstatus zugestanden wird, ist schwer zu beurteilen.

Glaubt ihr nicht? Hätte ich auch nicht geglaubt. Aber als ich auf die Frage gestoßen bin „Atheisten? Wie findet ihr sie? Gehören sie überhaupt in die Gesellschaft?“ war ich schon etwas erstaunt. Wenn es um Gläubige gegangen wäre, so mein Eindruck, wäre die schon längst gelöscht. Wie kann man einen Eindruck zur Gewissheit machen? In dem Fall, indem ich einfach die Frage gestellt habe: „Gläubige? Wie findet ihr sie? Gehören sie überhaupt in die Gesellschaft?“. Natürlich habe ich das bei der Atheistenfrage angekündigt: „Würde eine Frage "Gehören Christen eigentlich in die Gesellschaft oder gehören sie verboten" stehen bleiben? Ich probiere es einfach mal aus. :)

"Ich war erstaunt, wie schnell ich da Antworten bekam. Immerhin 15 in nicht mal einer Viertelstunde. Nur eine von einem scheinbar Gläubigen: „JEDER glaubt an etwas. Ob nun an Gott, Allah, Geld, "nichts"...jeder hat in gewisser Weise einen Glauben. Sieh' dich um, wie viele sagen denn so oft "Ich glaube..."?
Allerdings, spricht es wirklich für einen tiefen Glauben, wenn man fragt, ob man selbst verboten gehört, weil man glaubt? Ich denke nicht. Ich bin selbst sehr gläubig, und lebe meinen Glauben auch offen...niemand hat mich bisher aufgrund dessen angegriffen, wozu auch? Es gibt für tiefen Glauben keine Angriffsfläche.“ schrieb Tankredis. 

Alle anderen schienen mir von Ungläubigen zu kommen. Nicht einer von ihnen fand, Gläubige passten nicht in die Gesellschaft. 

Harry83 äußerte sogar Respekt: „ Also ich glaube weder an Gott noch an den Teufel. Ich kann es einfach nicht, weil ich diese Personen noch nie gesehen habe. Aber ich ziehe den Hut vor Menschen, die einen tiefen Glauben haben können. Der Glaube darf gar nicht verboten werden! Warum auch? Wer glauben kann, hat meinen Respekt!“ Ähnlich Doukarim: „Ich finde jeden ok. Kommt darauf an ob er ein Fanatiker ist oder nicht. Natürlich ist sowas in der Gesellschaft erwünscht und sollte nicht verboten sein. Ich bin übrigens nicht gläubig.“

Goldfasan sah das differenzierter: „wenn ihr an den christlichen gott glaubt, kann ich mit euch leben, wenn ihr an den antichristen(allah) glaubt und fundamentalisten seid, eher nicht so“. DonRamon ebenso: „Ich habe keine Probleme mit Leuten, die an was auch immer glauben, solange sie mich nicht bekehren oder sonstwie einschränken wollen, ist mir das so lang wie breit! Lediglich diese Zwangsbekehrer wie Jehovis und Konsorten, kann ich nicht ab... Und warum sollten Gläubige nicht in die Gesellschaft gehören? Das sind doch keine Aliens.“ 

Die Forderung, nicht missioniert zu werden, kam immer wieder. 

„Solange mich jemand mit seinem Glauben nicht bedrängt, ist es mir egal woran und wie stark er glaubt“ meinte GermanGirl2011. 

Nazfatar schließt sich an: „ich finde sehr gläubige Menschen ziemlich interessant (positiv gesehen)! Ich finde einfach dass sie teilweise Ansichten haben, die wirklich Sinn machen und zu Seelenfrieden führen können. So lange wie sie mich nicht bedrängen bzw propaganda betreiben ist alles super!“ 

Ebenso amigo06: „Solange du, als tiefgläubige/r, nicht versuchst mir deinen Glauben als das Alleinige einreden versuchst, habe ich keine Probleme mit dir.“ 
haemoglobinboy: „viel zu viel schubladendenken. ich persönlich hätte kein problem damit, solange keiner auf die absurde idee kommt, mich bekehren zu wollen.“
googleme: "Der Glaube (egal welcher) ist Teil der Gesellschaft, auch wenn manche Extremen zu sehr dafür oder dagegen sprechen und viele Auffassungen veraltet sind. Ich bin der Meinung, jeder soll glauben was er/sie will, sollte sich und seinen Glauben aber niemandem aufzwingen, denn genau so kommt es zu Konflikten."

Noch konkreter wird Tanzcafe: „Is mir egal, solange sie sich aus der Politik raushalten. Denn die betrifft alle und Gläubige sind da viel zu unlogisch. Glaube ist absolut privat und hat im öffentlichen Umfeld nichts verloren!“

Die Antwort von Koechlein1948 könnte man fast als Zusammenfassung nehmen: „Eigentlich sind die sogenannten Ungläubigen so tolerant,das ihnen ein paar Gläubige nicht im Wege stehen.“
 
Alles Antworten, die zeigen, Atheisten haben keine Probleme mit Gläubigen, sondern nur mit Mission. Alles Antworten, die in keiner Weise diskriminierend empfunden werden können. Trotzdem warnt mich babulja: „Spaghettus, jetzt gibt es wieder Zoff im GF – Äther!“ 

Den gabs dann auch, kurz und schmerzlos. Nach nur 15 min ofline war meine Frage gelöscht. Die entsprechende Frage, ob Atheisten in die Gesellschaft gehören, war zu dem Zeitpunkt schon 13 Stunden im Netz. Ganz kurz, der Zusammenhang der beiden Fragen war wohl jemand aufgefallen, konnte ich sie nicht aufrufen, danach war sie wieder erreichbar. Immerhin kann man so noch den knappen Kommentar von Charlyweisswas auf meine Ankündigung lesen: „Cool. Ist gelöscht worden. Nach nicht einmal 15 Minuten.
q.e.d.“

Mein Schluss aus dem Ganzen: Würden die Gläubigen nicht missionieren, hätten sie nicht solche Sonderstellung in der Gesellschaft, würde es den bewussten Atheismus, der sich jetzt immer mehr zeigt, gar nicht geben.

Ja, ich weiß, ihr fragt euch schon die ganze Zeit, wieso kümmere ich mich heute im Wort zum Freitag so um die Belange des Unglaubens. Wollte ich eigentlich nicht. Aber dann kam der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Nicht nur die Atheisten, sondern auch wir Pastafari werden dort diskriminiert. Nach nur drei sachlichen Antworten und noch viel schneller als meine Frage, wurde kurz darauf auch eine von Charlyweisswas gelöscht. Eine, die aktuell berechtigter ist als jede andere, eine, die unbedingt beantwortet werden muss: „Ist es für Pastafari Pflicht, ein Nudelsieb bei Passbildern auf dem Kopf zu tragen?“ Jetzt versteht ihr mich, stimmts.

Damit ihr nicht um die Antwort kommt, gibt’s die halt hier:


Nein, müssen sie nicht. 

Natürlich ist jeder angehalten, nach außen auch seine tiefe Verwurzelung im Glauben zu zeigen. Manche glauben, das müssten sie mit einem Nudelsieb tun. Das ist aber nur eine aus Unwissenheit in Österreich entstandene Unsitte. ES, unser geliebtes Monster, steht aber unheimlich auf Piraten. Jeder weiß, dass die Erderwärmung stattfindet, weil es heute davon zu wenig gibt. Für alle, die die stoppen und somit den Wunsch des Monsters erfüllen wollen, sind natürlich deren Hüte und Tücher erste Wahl. Weil die auch viel handlicher, kleidsamer und schützender sind, findet das ausgesprochen gut euer


13.07.2011

Focus online

hat mich heute angerufen. Naja, jedenfalls ne Journalistin von dort. Sie wollte wissen, wie ich die Lage in Deutschland einschätze bzw. ob ich dort mit ähnlichen Aktionen rechne. Klar tue ich das, habe es ja selbst vor. Die Überschrift "Spaghetti-Kirche verhöhnt Behörden" geht zwar voll am Anliegen vorbei, aber sonst gibt der Artikel einiges her. Vor allem die Recherchen zum eventuellen Erfolg derer, die dem Aufruf unten folgen könnten, sind recht interessant. Kurzfazit: Durchaus nicht ausgeschlossen.




Also ran an die Papier, wer nicht wagt kommt nie an Biervulkan und Stripperfabrik.

Durchbruch für Pastafari in Österreich

Stolz konnten wir deutschen Pastafari auf uns sein. Wir waren die ersten im deutschsprachigen Raum, die sich in Gemeinden zu organisieren begannen, die ersten, die in Presse, Funk und Fernsehen erwähnt wurden, die ersten die einen Verein gründeten und es mit diesem schafften, wegen Förderung religiöser Zwecke als gemeinnützige Körperschaft anerkannt zu werden und auch die ersten, die zu Vorträgen an Universitäten und ihre theologischen Fakultäten eingeladen wurden. Niemand, nicht die schweizer und nicht die österreicher Pastafari konnten da annähernd mithalten.

Bis jetzt. Ein EinzelPirat aus Wien hat das alles getoppt! Niko Alm, Vertreter der Giordano Bruno Stiftung in Österreich, Vorsitzender
des Zentralrats derKonfessionsfreien (Die Konfessionsfreien) in Österreich und bekennender Pastafari hat für die Anerkennung des einzigwissenschaftlichen Glaubens den Marsch durch die Institutionen angetreten und erfolgreich beendet.

Niemand hatte dies wohl für möglich gehalten, als er seinen Plan, sich mit einem Nudelsieb als religiöse Kopfbedeckung fotografieren und so auf die Fahrerlaubnis bringen zu lassen, öffentlich verkündete. Nun ist es, nach gut 3 Jahren, vollbracht. Nach zunächst ablehnender Haltung der Behörden, nach Vorladung zum Psychiater, der seine Zurechnungsfähigkeit bestätigen musste, hat er nun seinen Führerschein mit Nudelsiebbild erhalten.


Ihr, meine Brüder und Schwestern in Deutschland, der Schweiz und natürlich auch in Österreich, eifern wir ihm nach. Nutzen wir Nikos Vorarbeit, um unserer Religion mehr und mehr zur ihr zweifellos zustehenden Anerkennung zu verhelfen. Lassen auch wir uns unsere Fahrerlaubnis oder unseren Personalausweis nur noch mit religiöser Kopfbedeckung ausfertigen. Ich werde das jedenfalls beantragen.



Ob mein Bild dann so aussehen wird ist allerdings fraglich. Ich finde, der Piratenhut hat klare Vorteile. Er ist besser zu tragen, er ist, vor den sicher kritischeren deutschen Behörden, aus dem Evangelium des FSM heraus besser zu begründen und kleidsamer scheint er mir auch zu sein. :)

Für die, die sich anschließen möchten, noch ein paar Begründungen für eventuell intolerante Behördenvertreter:

  1. Das Beispiel Niko Alm.
  2. Der Führerschein ist ein europäischer, er muss also auch europaweit nach den gleichen Kriterien ausgestellt werden.
  3. Geduldet werden religiöse Kopfbedeckungen, nicht Kopfbedeckungen anerkannter Religionsgemeinschaften oder gar Körperschaften des öffentlichen Rechts. Also zieht das Argument, mit dem deutsche Behörden schon einmal einen Versuch unterbunden haben, nicht.
  4. Falls sie das doch nicht akzeptieren: der Kopftuchvergleich. Das wird anerkannt, obwohl keine der islamische Organisation einen Status als Amtskirche oder ähnliches hat sondern, genau wie die Kirche des FSM Deutschland, nur gemeinnützige Vereine sind.
  5. Eine Mitgliedschaft in irgendeiner Vereinigung kann nicht zur Bedingung für die Ausstellung eines Führerscheins oder Ausweises gelten. Das gleich aus mindestens zwei Gründen: weil diese Forderung weder in den Hinweisen zur Ausstellung eines Führerscheins oder Personalausweises enthalten ist und weil mit dem Kopftuch und den Islamvereinen wieder ein passender Vergleich zu ziehen ist und Gleichberechtigung eingefordert werden kann.

Natürlich freuen wir uns über Jede und Jeden, der bei uns Mitglied werden möchte, um mit uns gemeinsam unsere Nudelmessen zu feiern oder auch, um gemeinsam mit uns weiter und intensiver an der Anerkennung unserer Religion zu arbeiten.

...und nun ran an die Anträge – auf Führerschein, auf Personalausweis oder auf Mitgliedschaft in der „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V.“

Oops, den letzten gibt’s so noch gar nicht. Muss ich unbedingt nachholen. Dann wird der auf der rechten Seite unter KdFSM Deutschland als Link abrufbar sein. Bis dahin genügt auch eine formlose Anfrage.

Nachtrag:
Die Bedeutung des Nudelsiebs im Pastafaritum
He boild for your sins?

08.07.2011

Das Wort zum Freitag


Der Papst kommt.....


….und geht auch wieder. Sogar aus dem Bundestag, in dem er als erster geistlicher (oops, fast hätte ich geistiger geschrieben) Führer reden darf. Warum also viel Aufhebens davon machen? Warum sogar ne Gegendemo?

Aber halt, spricht der Papst überhaupt als geistlicher Führer und ist das überhaupt eine Gegendemo, die am 22. September in Berlin stattfinden wird?

Die Katholen haben es ja besonders mit der Dreifaltigkeit ihres Gottes. Das setzt sich beim Papst fort. In dem manifestieren sich der geistliche Führer, das Staatsoberhaupt des Vatikanstaates und der HeiligeStuhl. Komischer Name, der wohl daher kommt, dass die meisten Päpste zu Lebzeiten nicht mehr so lange stehen können und nach Lebzeiten heilig gesprochen werden.Sonst ist er ein ähnlich undurchschaubares Konstrukt wie der Heilige Geist. Wobei der Stuhl, der heilige jedenfalls, internationales völkerrechtliches Subjekt ist, dem Geist also einiges voraus hat. Der Heilige Stuhl hat, im Gegensatz zum Vatikanstaat, so ziemlich überall Botschaften. Wird nicht über die der meiste interstaatliche Verkehr abgewickelt? Redet der Papst also als Heiliger Stuhl im Bundestag? Wenn ja, warum?

„Der Bundestag kann sich einen erzählen lassen, von wem er will.
Der Papst ist nicht irgendein Typ, sondern … der Chef des ältesten Ladens auf diesem Planeten und nicht der Gottseibeiuns oder das Oberhaupt des Reich des Bösen.
Dem kann man ruhig mal ein wenig zuhören - davon wird man nicht blöd.“
sagt mir ein Atheist in einer Diskussion. Ich antworte:

„Der Bundestag hat eine Geschäftsordnung und eine Tradition, die klar sagt, wer dort wann sprechen kann. Der Staat hat sich weltanschaulich neutral zu verhalten, also hat weder der Heilige Stuhl noch das Oberhaupt der Katholen da was zu suchen. Bleibt nur noch das Staatsoberhaupt. Da ist nun überaus zweifelhaft, warum man ausgerechnet dem Chef des einzigen europäischen Staates, der die Menschenrechte weder anerkennt noch praktiziert, die Ehre eines Auftritts im Bundestag zukommen lässt.“

Bis jetzt habe ich noch keinen Grund gefunden, der die Rede des Papstes vor dem Bundestag rechtfertigt. Auch einen Sinn, etwas, was für unser Land erreicht werden könnte, finde ich nicht. So ist das für mich nur eine einzige, riesige Werbeaktion für einen Glauben, den mehr als 2/3 der Deutschen nicht teilen. Tendenz steigend. Somit, eben wegen der weltanschaulichen Neutralität des Staates, völlig ungerechtfertigt.

Wenn es deshalb Widerstand gegen diese steuerfinanzierte Werbung gibt, finde ich das nur verständlich. Das sehen nicht nur viele Säkulare so, auch die Vertreter anderer Glaubensrichtungen stehen dem zumindest zurückhaltend gegenüber. Im Gegenzug gibt es auch Atheisten, die nichts einzuwenden haben und sogar völliges Unverständnis darüber äußern, dass die Papstrede umstritten ist:
„Muss man aber ... so tun, als ob die Kirche von heute die von vor 500 Jahren wäre? Muss man sich wie ein Löwe gebärden, der gegen die weltanschauliche Oberautorität kämpft, obwohl man doch eher ein Kätzchen ist, das ein wenig mit einer seit langem im Abstieg befindlichen Einrichtung mit an vielen Stellen kaum noch spürbarem Einfluss spielt?“

Sollten wir also einfach vorbeiziehen lassen, was eh vorbei zieht und den Bundestag machen lassen, wozu er lustig ist? Der Bundestag soll das Volk vertreten, nicht sich selbst. Deshalb ist es, nicht nur bei diesem Thema, richtig und sogar notwendig, ihm durch Äußerungen bis hin zu Demonstrationen klar zu machen, was Teile des Volkes von seinen Aktionen halten.

Deshalb beteiligen auch wir, die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland, uns an der Demo „Der Papst kommt“. Eine Demo von bereits mehr als dreißig Organisationen, selbst christlichen, unter Federführung des LSVD und CSD.
Es ist gut, dass die das übernommen haben. Da ist die notwendige Erfahrung, das ist auch ein professioneller Koordinator und wer weiß ob sonst jemand überhaupt noch so eine Demo auf die Beine gestellt hätte.
Es hat aber auch den Nachteil, dass es eben keine Gegendemo zum Auftritt des Papstes im Bundestag ist, sondern eine gegen die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes. Die ist wirklich menschenfeindlich, aber eben nicht nur die. Es gäbe noch viel mehr zu kritisieren. Was die eine oder andere Organisation wohl auch während der Demonstration tun wird. Auch auf den Bühnen wird über mehr geredet werden.

Nur eins, was wir so gern gemacht hätten, wird es nicht geben: Eine Nudelmesse. Zu religionskritisch befand die Arbeitsgruppe zum Bühnenprogramm. Schade, nach dem überwältigenden Erfolg auf dem Kirchentag in Dresden hätten wir auch Berlin gern die einzig wissenschaftliche Religion näher gebracht.

Als echte Gläubige und dazu noch die einzig wahren wissen wir, ES will uns nur prüfen, will uns durch Widerstand fit machen und stärken. So haben wir uns im kleinen Kino der Z-Bar eingemietet und werden unsere Nudelmesse zum Papstbesuch dort abhalten. Natürlich mit allem Drum und Dran: Glaubensbekenntnis, Lobpreisung der Reliquien, Monsterunser, Abendmahl und auch wieder mit den immer sehr beliebten Fleischbällchen, die, ebenso wie der Eintritt, kostenlos sind. Klar, ne Predigt darf auch nicht fehlen und in der wird es um die Sexualpoliltik der Kirche gehen. Auch um die.

Wer mit uns Messe halten will und langfristig plant, ist schon jetzt ganz herzlich eingeladen am 27. August ab 20:00 Uhr in der Z-Bar in der Bergstr. 2 in Berlin Mitte dabei zu sein. Für die Kurzplaner bringen wir uns später noch mal in Erinnerung.