05.01.2012

Das Wort zum Freitag

Nudelleserei

Unser Feiertag am 13.01., ein Tag, an dem der Aberglaube groß geschrieben wird, brachte mich nicht dazu, über den Aberglauben nachzudenken. Das gelang vor einigen Tagen meiner Kollegin. Sie erzählte mir, dass sie am Wochenende nun endlich wieder waschen kann. Ich fragte, ob ihre Waschmaschine nicht funktioniert. Nein, die Waschpause hat sie sich selbst auferlegt. Als ich fragte, warum sie das tat, erzählte sie mir, dass man zwischen Weihnachten und Neujahr nicht waschen soll. Ich erkundigte mich nach dem Grund. Da musste sie passen, teilte mir aber mit verheißungsvollem Blick mit, dass das nicht gut ist. Sie wollte mal ihre alte Tante fragen, denn die Alten des Dorfes wissen so etwas bestimmt. Meine Kollegin fügte dann noch hinzu, dass auch der Verzehr von Hülsenfrüchten nicht erlaubt sei.

Nun war meine Neugier geweckt. Da ich als Pastafari ja, wie schon im Glaubensbekenntnis manifestiert, an das world wide web glaube, zog ich das Internet zu Rate.

Leute, da taten sich mir Welten auf. Wenn die hie und da aufgerufenen Geschichten auch leicht abweichen, so ähneln sie sich doch.

Wäsche soll man nicht aufhängen, weil Wotans wildes Heer in den Nächten zwischen Weihnachten und Neujahr, auch Rauhnächte genannt, unterwegs ist. Weiße Leinentücher könnten die wilden Reiter anlocken. Die nähen dann im darauffolgenden Jahr Leichentücher.

Falls ihr noch mehr davon braucht, nutzt das Internet. Ich habe mich zwar beim Lesen teilweise köstlich amüsiert, war aber sehr befremdet, wie sich solche Schauermärchen bis in die heutige Zeit retten konnten und obendrein auch noch von nicht wenigen Menschen ernst genommen werden.

All die heidnischen Bräuche wurden im Laufe der Jahrhunderte leicht verändert, von den Christen für ihre Zwecke zurechtgestutzt oder ausgeweitet, je nach Bedarf. Die Sache an sich finde ich sehr in Ordnung. Die einst schwer arbeitenden Menschen – keine Waschmaschinen, Geschirrspüler, elektrische Haushaltshilfen – sollten wenigstens mal an den wichtigsten Festtagen ausruhen dürfen. Urlaub war damals ja auch Fehlanzeige. Also erfanden kluge Köpfe diese Gebote und Verbote in den Rauhnächten.

In den Köpfen vieler geistern heute noch diese Ge- und Verbote herum. Wie blöde Schafe halten sich die Leute daran und kennen noch nicht einmal den Grund. Schon der Gedanke, dass da etwas Nachteiliges geschehen könnte, reicht aus. Wenngleich ich zuerst völlig fassungslos war, so bin ich doch jetzt sehr begeistert.

Die größten Geschichtsfälscher, die Christen, machten sich den alten Aberglauben zu Nutzen und bauten ihn zu ihren Zwecken aus oder um. Das können wir Pastafari doch auch. Werde mal mit unserer Forschungsabteilung in Verbindung treten. Aber auch eure guten Ideen sind gefragt. Ihr wisst ja, wir veröffentlichen gern auch eure Arbeiten auf www.pastafari.eu.


Eure Elli

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