09.02.2012

Das Wort zum Freitag


PIRATEN UND FASCHING

Es ist wieder so weit. Die Narren gewinnen die Oberhand. Arrrgh!

Karneval, Fasching, Fastnacht, wie immer man es nennen möchte, hat eine lange Tradition. Viele kluge Leute haben sich darüber die Köpfe zerbrochen und Geschichtsforschung betrieben. Es wurden Theorien aufgestellt und wieder verworfen. Stunden könnte man in den Archiven stöbern. Wer hat dafür schon Zeit?! Damit euch, liebe Brüder und Schwestern diese langwierigen Studien erspart bleiben, habe ich mich mal geopfert und bei Wiki nachgelesen. Natürlich steht da viel zu viel, als dass ich alles wiedergeben könnte. Ich will auch gar nicht, denn wir Piraten nehmen uns ja nur das, was uns in den Kram passt. Arrrgh!

Da sich ja die Fünfte Jahreszeit über einen sehr langen Zeitraum entwickelte und regionsbezogen diverse Bräuche in das närrische Treiben einflossen, kann man eigentlich nur verallgemeinern.

Selbstredend wurde das Wort Fastnacht erforscht. Man kam zu dem Schluss, dass es sich aus der Fastenzeit herleiten lässt. Uninteressant für uns Piraten! Verwerfen wir gleich wieder!

Dann stellte man irgendwann auch eine Verbindung zu dem Wort Fass her. Diese wurde leider wieder verworfen. Aber das war doch wohl sicher eine vorschnelle Fehleinschätzung?! Fass – einfach piratig. Das verwerfen wir auf gar keinen Fall!!!

Des Weiteren leitete man Fasching vom Wort Fastenschank her, letzter Ausschank von Rum vor dem Fasten. Können wir schon wieder ignorieren. Piraten, die auch nur zeitweise ohne Rum überleben könnten, sind einfach nicht denkbar.

Aber jetzt kommt´s. Es gab da den Begriff carrus navalis = Schiffskarren. Soll einen Schiffskarren auf Rädern beschreiben, der bei Festumzügen den Wiederbeginn der Schiffsfahrt einleiten sollte. Klar, dass das dann widerlegt wurde. Zu piratig für die ängstlichen Landratten.

Hingegen reden sie einem ein, dass die Ableitung des im Mittelalter gebrauchten Begriffes carne levare = Fleisch wegnehmen herrühren soll. Die wollen uns bloß schwächen und verweichlichen. Soll ein Pirat gar Puddingsüppchen schlürfen? Unvorstellbar. Arrrgh!

Wie clever die Kirche im Mittelalter war, ist ja bekannt. Neu für mich war, dass die mittelalterliche Fastnacht auf die augustinischen Lehren vom Zwei-Staaten-Modell zurückgeführt wird. Wiki schreibt „Die Fastnacht steht daher für die civitas diaboli, den Staat des Teufels. Daher wurde die oftmals ausartende Fastnacht von der Kirche als didaktisches Beispiel geduldet, um zu zeigen, dass die civitas diaboli wie auch der Mensch vergänglich ist und am Ende Gott siegreich bleibt. Mit dem Aschermittwoch musste daher die Fastnacht enden, um die unausweichliche Umkehr zu Gott zu verdeutlichen. Während die Kirche bei gotteslästernden Szenen während der Fastnacht untätig blieb, wurde ein Weiterfeiern der Fastnacht in den Aschermittwoch hinein streng verfolgt.“ - Falscher Glaube!

Für uns Piraten nehme ich aus all dem Gelesenen heraus, dass u.a. die Verhöhnung der Machthaber in der Faschingszeit üblich war. Verhöhnung … das liegt uns doch. Gebt eurem Affen Zucker, beschränkt euch nicht nur auf die Politiker. Macht die Nacht zum Tag. Seid ausgelassen und lasst reichlich Rum durch eure Kehlen rinnen. Nehmt euch die Weiber oder Kerle, wie es euch beliebt und seid mit ihnen närrisch nach Herzenslust. Unser Monster wird es uns danken. Für den Rest übernehme ich jedoch keine Garantie.

Eins noch! Nicht alle Piraten, die euch in der Faschingszeit begegnen, sind auch Pastafari.

RAmen

Eure Elli

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