08.03.2012

Das Wort zum Freitag - Frauentag, Gleichberechtigung und Quotenregelung


Internationaler Frauentag

was für ein Tag. Auch ich komme nicht umhin, den zum Thema des heutigen Wortes zum Freitag zu machen. Dabei ist dieses Thema für uns Pastafari eigentlich völlig uninteressant. Bei uns gilt seit eh und je, wir sehen auf die Person, nicht auf das Geschlecht. Na ja, jedenfalls wenn es darum geht, danach zu sehen, wo wir jemand an Bord einsetzen. Da kommt einfach jeder da hin, wo seine Fähigkeiten am besten zum Tragen kommen. Egal ob uns ein Bart wächst oder nicht, wer besser kochen kann, kommt in die Kombüse, wer besser klettern kann, in die Wanten, wer besser sehen kann, in den Ausguck, wer besser schießen kann an die Kanonen und wer am besten mit Karte und Kompass umgeht, an das Steuer. Natürlich darf und  muss jeder überall mithelfen, wenn besondere Manöver oder Situationen das erfordern.
Das ist bei uns selbstverständlich, aber noch längst nicht überall. Ja, ich vermute fast, außer bei uns wird überall auf der Welt die Besatzung noch in Männlein und Weiblein unterteilt wie vor tausenden Jahren. Sicher eine Nebenwirkung der Religionen, besonders der abrahamitischen, die verlangen, das Leben nach den Regeln auszurichten, die bei ihrer Entstehung im Umkreis gerade üblich waren. Dummerweise waren das patriarchalische. Matriarchalische wären wohl auch nicht viel besser gewesen. Beide teilen nach dem ein, was zwischen den Beinen hängt oder fehlt und beide schreiben danach feste Rollen und Rechte zu. Weil es aber patriarchalische waren, ist es richtig, wenn wir heute einen Frauentag haben und nicht einen Männertag.
Jedenfalls wenn man den Frauentag als Tag sieht, an dem auf fehlende Gleichberechtigung von Frauen hingewiesen werden soll. Viele sehen es einfach als einen Tag, an dem man den Frauen einfach dafür dankt, dass sie da sind. Auch das hat seine Berechtigung, allerdings dann nur in Verbindung mit einem Männertag.   Mit der Gleichberechtigung sieht es wirklich noch übel aus. Besonders in Ländern, in denen Religion den Alltag bestimmt, gibt es schlimme Beispiele. Da dürfen Frauen nicht Auto fahren, da brauchen Frauen vor Gericht mehr Zeugen als Männer, da werden Frauen noch zwangsverheiratet (Männer allerdings auch) und, Gipfel der Grausamkeit, da wird noch die Genitalverstümmelung von Frauen praktiziert. Auch Knaben werden unsinnigerweise beschnitten, die Folgen sind aber viel geringer um direkt zu vergleichen. Wenn in diesen Gebieten Frauen ihren Tag feiern, gehört dazu Mut. Dort wird dann zu Recht gefordert, diese Gleichberechtigung endlich herzustellen. Gleichberechtigung im wahren Sinne des Wortes: Keine Unterscheidung mehr im geltenden Recht zwischen Leuten mit und ohne Brüsten. Eine Forderung, die selbstverständlich wie das Ramen in der Nudelmesse ist.

In Gesellschaften, in denen die Macht der Religionen im täglichen Leben schwindet, ist man sehr viel weiter. Dort konnten sich Frauenbewegungen etablieren. Es ging um rechtliche Gleichstellung, um sexuelle Selbstbestimmung  und darum, die patriarchalischen Rollenbilder aufzulösen. Die Bewegungen wurden mächtig und veränderten das, was schon lange anders hätte sein sollen. Rechtliche Gleichstellung ist   deshalb heute in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Fast, denn nachdem die traditionelle Frauenbewegung ihr Ziel erreicht hat, ist eine neue, der Feminismus, an ihre Stelle getreten. Nicht mehr Gleichberechtigung ist das Ziel, sondern Emanzipation. Was als Benachteiligung von Frauen gesehen wird, es oft auch ist, soll durch gesetzliche Regelungen geändert werden. Regelungen, die wie selbstverständlich die gerade erst erreichte rechtliche Gleichstellung wieder aufheben. Die angedachte Quotenregelung für Frauen in Führungsetagen ist ein treffliches Beispiel. Wobei ich da was nicht ganz verstehe, warum nur für Führungsetagen? Wenn schon Quote, dann doch überall, in der Stadtreinigung, dem Stahlwerk, dem Bau, auf dem Fernlaster, in der Armee aber natürlich auch im Kindergarten, beim Friseur, beim Psychologiestudium oder bei Sorgerechtsstreitigkeiten. Spätestens jetzt wird ersichtlich, Quoten in allen Bereichen sind wenig sinnvoll. Anders geht es aber nicht wenn wir die Gleichberechtigung ernst nehmen. Weshalb nur eine Schlussfolgerung bleibt, Quoten sind generell nicht sinnvoll. Manches lässt sich nicht gesetzlich regeln, manches braucht seine Zeit. Kommen wird es, wenn die Ausgangsbasis, die volle rechtliche Gleichberechtigung, stimmt. Was dann noch fehlt, ist nur das rechte Beispiel.

Deshalb, liebe Brüder und Schwestern, setzen wir unsere Kraft dafür ein, dass sich alle an uns, den Pastafari, ein Beispiel nehmen. Leisten wir so unseren Beitrag für eine Gesellschaft, in der jeder, unabhängig von Äußerlichkeiten und auch Fähigkeiten als gleichberechtigtes Mitglied gilt und nur daran gemessen wird, ob sein Handeln unser Schiff flott hält und voran bringt...

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