10.05.2012

Das Wort zum Freitag

Nein, nein, keine Angst, ich bin nicht vom einzig wissenschaftlichen Glauben abgefallen. Ich bin noch immer fest unter den nudligen Anhängseln des einzig wahren Gottes, unseres Monster-Kumpels. Das ist gleich der erste Grund, warum ich Jahwe sage, wenn ich von dem alten Zausel der Bibel spreche. Mein Gott ist das FSM.
Noch wichtiger erscheint mir der zweite Grund. Es sind tausende von Göttern und Göttinnen, die auf Erden angebetet wurden und werden, wenn man die hinduistischen Vielformen und Halbgötter mitzählt, sogar Millionen. Kein Mensch sieht mehr durch und selbst die Göttersuchmaschine hilft nicht in jedem Fall weiter. Da muss es doch zwingend in die Irre führen, wenn man einfach nur von Gott spricht ohne klar zu sagen, von welchem. Ich weiß, das tut es nicht. In unseren Breiten wird bei Gott automatisch auf Jahwe abgestellt, in letzter Zeit auch immer mehr auf seine Neuauflage als Allah. Genau das ist für mich der wichtigste Grund Jahwe zu sagen.

Ältere von uns mit der rechten geographischen Herkunft werden sich noch erinnern, denn auch im nichtreligiösesten Völkchen der Welt war das gleiche Prinzip gültig: Es gibt zu einem Oberbegriffe mehrere passende Möglichkeiten aber nur eine ist gemeint, wenn der Oberbegriff gebraucht wird. In dem Fall war das die Partei, fest reserviert für die SED. 
Ich kann mich nicht erinnern, dass es dazu einen Beschluss des Zentralrats gegeben und die Stasi dessen Umsetzung kontrolliert hätte. Es waren wohl einfach die gleichen Mechanismen, die Jahwe die Monopolstellung bei "Gott" verschafft haben. Die Mächtigen haben einfach alle anderen als bedeutungslos oder gar nicht existent unter den Tisch fallen lassen, und die Oberbegriffe monopolistisch gebraucht. Das hat das Volk hat  übernommen. Um zu zeigen, dass man dazu gehört oder einfach, weil es so einfacher ist. Veilleicht auch was ganz anderes, ich weiß es nicht. 
Was ich aber genau weiß, das ist das Zeichen von diktatorischen politischen oder ideologischen Systemen, die nur eine Meinung gelten lassen. Es ist das Zeichen für Gesellschaften, die Vielseitigkeit verdammen und klare Ausrichtung an einer vorgeschriebenen Meinung fordern. Es ist das Zeichen für eine Gesellschaft, in der ich nicht gern leben möchte. 
Sicher dürfte sein, wenn dieser einseitige Herrschaftsanspruch verfällt, ändert sich auch wieder der Sprachgebrauch und Vielseitigkeit zieht ein. Vielleicht ist es aber auch möglich, mit Änderung des Sprachgebrauchs den einseitigen Herrschaftsanspruch zu schwächen und so zu helfen, ihn abzuschaffen. Auf jeden Fall, liebe Brüder und Schwestern, zeigen wir, wenn wir die Zuschreibung von Oberbegriffen auf Unterbegriffe nicht mehr akzeptieren, dass wir mit diesem System nicht einverstanden sind. Auch das ist doch schon was. 

Deshalb bitte ich euch, lasst uns alle Jahwe sagen.

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