21.06.2012

Das Wort zum Freitag



Pflanzen kennen keine Grenzen.

Sie wachsen einfach dort, wo der Samen des vergangenen Jahres hin trieb. Ganz stimmt das nicht, denn natürlich müssen sie auf den richtigen Boden fallen und auch die Umweltbedingungen müssen passen. Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, sterben schon mal Arten aus. Andererseits entstehen durch Mutation neue. Bieten diese Mutationen Vorteile gegenüber alten Arten, setzen sich die neuen durch und verdrängen die alten.

Wie ist das aber mit den  Menschen und, vor allem, ihren Religionen? Ist es da genau so?

Ich denke, ja.
Religionen können Zusammenhalt und Identität stiften, führen aber durch Dogmen auch zu Spaltung, Ausgrenzung und letztlich feindlicher Auseinandersetzung. Ihre Grundlagen sind allerdings völlig unwissenschaftlich. Spielte dies in früheren Zeiten noch keine große Rolle, so haben sich jetzt diese Umweltbedingungen geändert. Bildung hat sich durchgesetzt. Wo die den Boden für Religion ändert, kann deren Samenkorn nur noch schlecht aufgehen. Globalisierung beginnt die Umweltbedingungen für Religion zu ändern. Spaltung, Ausgrenzung und feindliche Auseinandersetzung werden so zum klaren Nachteil.

Zeit für eine neue Religion! Eine, der der bildungsgetränkte Boden nicht schadet,  sondern sogar nützt. Eine, die nicht durch Dogmen ausgrenzt, Konflikte vermeidet und so auch unter den neuen Umweltbedingungen gedeiht. Kurz, eine wie sie unser Prophet Bobby Henderson uns verkündet hat.

Seine Argumente gaben uns die Kraft, einen neuen Weg zu beschreiten. Durch ihn fanden wir zu unserem einzig wissenschaftlichen Glauben an unser FSM, und nicht nur wir, weltweit bekannten und bekennen sich kluge Menschen zum Pastafaritum und natürlich zum Fliegenden Spaghettimonster. Obwohl Es nicht wünscht, dass wir missionieren, wird die Gemeinde der Pastafari täglich größer. Das geschieht auf ganz friedliche Weise. Wir verbreiten unseren Glauben, indem wir über ihn erzählen. Wir halten Nudelmessen dort ab, wo andere Menschen sind. Wir verschanzen uns nicht in Gemäuern, die nur uns gehören, sondern lassen jeden, der es will, an unseren Ritualen teil haben.

Egal, ob es bei den Leuten gut oder schlecht ankommt, es regt zum Nachdenken an. Es kann Grenzen verrücken, sogar umstoßen. Selbst diejenigen, die beleidigt sind, weil ihnen der Spiegel ihrer Religion vorgehalten wird, kommen nicht umhin, statt nur zu glauben auch mal zu denken. Wir tun ja letztlich nichts anderes, als sie selbst. Wir basteln uns unsere Religion zusammen, bis sie für uns passt.

Das Schöne dabei ist, dass unser Monster uns erlaubt, ja sogar gebietet, an allem zu zweifeln, letztlich sogar an Ihm selbst. Das bringt uns immer voran. Deshalb sind wir auch so stark. Wir müssen nicht an alten und längst überholten Regeln und Vorschriften festhalten, wie die Abrahamiten. Wir dürfen uns weiter entwickeln und wir tun das auch.

Pastafari brauchen keine Grenzen. Sie wachsen unbeschwert und ohne Dogmen. Ist das nicht ein erstrebenswertes Ziel für alle Menschen?

Das meint jedenfalls eure Elli S.

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