29.02.2012

Warum ich kein Christ sein kann

Eine Lesung mit Prof. Dr.-Ing. Uwe Lehnert aus seinem gleichnamigen Buch am 28.02.2012 im Historischen Rathaus Templin

Lesungen im säkularen Umfeld dürften in der Provinz eher selten sein. Da gibt es einfach nicht die Organistationen, die das durchführen, da gibt es aber auch nicht das bereits interessierte Publikum wie in Großstädten. Werbung ist also besonders wichtig. Deshalb sollte nicht nur der Hinweis in der Lokalzeitung stehen, die Lesung kam ebenfalls auf den offiziellen Veranstaltungskalender der Stadt und natürlich habe ich auch reichlich Plakate und Flyer verteilt. Im Rathaus, im Multikulturellen Zentrum, im Seniorenclub, in dessen Räumen die Veranstaltung stattfand, und natürlich auch in der Tourismusinformation. Weil ich wegen eines Druckfehlers die Flyer austauschen wollte, habe ich nach zwei Tagen noch mal die Runde gedreht. Alle Flyer, immhin 60 Stück, waren weg. Donnerwetter, mit solchem Interesse hatte ich nicht gerechnet. Das konnte dann doch ein knackevoller Saal werden. Jedenfalls, wenn nicht Mitbürger, denen der Titel vielleicht nicht so zugesagt hat, einfach alle Flyer entsorgt hatten. 

Bei Beginn der Veranstaltung wurde klar, es wird wohl eher Letzteres der Fall gewesen sein. Nur die vorderen Reihen waren, nach der üblichen Aufforderung doch dort zusammen zu rücken, besetzt. Es wurde trotzdem oder vielleicht sogar gerade deshalb, eine sehr interessante Lesung. Das lag an der klaren und präzisen Führung von Uwe Lehnert, der immer wieder mit Graphiken die Struktur seiner Lesung verdeutlichte und auch wichtige Abschnitte zum Mitlesen einblendete, das lag am brisanten Thema und an den Gästen. Ganz besonders an einer Gruppe von Baptisten. Einige von ihnen waren schon bei unserer letzten Lesung dabei und sorgten dort für etwas Wirbel.

Ein völlig anderes Miteinander erlebten wir nun. Natürlich waren in der Diskussion die Positionen nicht anzunähern. Aber wie die unterschiedlichen Ansichten vertreten wurden, wie wirklich versucht wurde, auf die Argumente zu reagieren und nicht den weltanschaulichen Gegner zu verurteilen, das war schon nicht schlecht. 

Wer Lehnters Buch oder ihn selbst kennt, weiß, er argumentiert nur mit Fakten, vermeidet Polemik und legt so den Grundstein zu einem sachlichen Klima. Das allein war es jedoch nicht.
Als ich ihm am Ende der Veranstaltung für seinen Lesung dankte, auch dafür, dass er dabei größtmögliche Rücksicht auf die klamme Kasse unseres Vereins genommen hatte, bedankte ich mich anschließend auch bei der Baptistengruppe. Ich war wirklich beeindruckt, wie sie die teilweise für sie recht harten Fakten aufgenommen hatten und wie sie diese sogar in vielen Fällen akzeptierten. Das fand ich nicht nur respektabel, das habe ich ihnen auch gesagt. Darauf erklärten auch sie, bei der letzten Lesung wäre es recht unglücklich gelaufen und sie wären auch deshalb heute erschienen, um zu zeigen, dass sie uns wahrnehmen und auch gesprächsbereit sind. Wir haben uns nicht nur freundlich voneinander verabschiedet, es wurden sogar gegenseitig Bücher getauscht. Obwohl da nicht ganz sicher ist, ob die auch gelesen werden, ausgeschlossen ist es nicht. Vor allem ging aber so der Abend viel angenehmer zu Ende, als bei damals. 

Um die gute Stimmung nachklingen zu lassen, dachte der säkulare Teil der Besucher sogar über einen gemeinsamen Entspannungstrunk in einer Gaststätte nach. Die Zeit war jedoch schon recht fortgeschritten und alle etwas in Eile. Es wurde jedoch vereinbart, sich demnächst zu einem ersten Atheistenstammtisch zu treffen. Vielleicht wird sogar ne Tradition daraus, auch wenn betont wurde, dass ja gar nicht alle Atheisten wären. Da wird uns aber schon ein Name einfallen, der jedem gerecht wird. ;)

27.02.2012

Sind wir, die Kirche des FSM Deutschland e.V., wohltätig?

Eine nicht leicht zu beantwortende Frage. Sicher ist, wir sind eine gemeinnützige Körperschaft und zwar  wegen Förderung "gemeinnütziger und kirchlicher Zwecke". Aber ist gemeinnützig auch gleich wohltätig?

Ab heute weiß ich ganz genau, wir sind es nicht. Und das ist gut so. Unser Lokalblatt, der "Uckermarkkurier" mit seiner "Templiner Zeitung" hat mir die Augen geöffnet. :))))



23.02.2012

Das Wort zum Freitag

Islamischer Ehrenmord und christliches Familiendrama?

Es war eine kleiner Artikel, der mich auf das Thema brachte, und eine sich daraus ergebende Diskussion auf Facebook. Grundschüler mit Migrationshintergrund haben gegenüber anderen Schülern einen in der Nähe der Schule begangenen Ehrenmord gerechtfertigt und die grundsätzlich für gut geheißen. Schüler im Alter von bis zu 10 Jahren, ein Alter, bei dem man davon ausgehen kann, sie haben nur das wiedergegeben, was sie im Elternhaus erfahren haben. Die Schule reagierte prompt, sie versuchte sich mit einem Brief an eben diese Elternhäuser zu wenden. Eine, wie ich finde, prima Aktion. Es reicht nicht, Ehrenmorde zu verfolgen, es sollten auch die Anschauungen, die diesen rechtfertigen, gewandelt werden.
Welche Anschauungen sind das aber? Ist Ehrenmord wirklich ein typisch islamisches Problem und seine Ursache in dieser Religion zu suchen?
Der erste Teil der Frage lässt sich klar beantworten. Ehrenmord ist tatsächlich ein Phänomen, das in erster Linie in islamischen Gesellschaften vorkommt. Paktistan fällt hier besonders negativ auf. Dort sind in den ersten neun Monaten des Jahres 2011 mindestens 675 Frauen und minderjährige Mädchen familiären Ehrenmorden zum Opfer gefallen. Aber es gibt Ehrenmorde nicht ausschließlich dort. Auch in katholisch geprägten Ländern wie Brasilien, Ekuador und sogar in Italien kommen sie vor. Sogar in Deutschland, wenn dort auch ausschließlich durch Migranten. Noch ein anderes Indiz, dass Ehrenmord seine Ursache nicht im Islam hat ist die Tatsache, dass es ihn schon lange vor dem Islam gab. Patriarchalische Gesellschaften mit ihrem Besitzanspruch an die Frauen, haben durch unsinnige Ehrenkodexe diese Sonderform des Mordes hervorgebracht, der neben dem Schutz der Ehre auch der Aufrechterhaltung der Herrschaft der Männer und der Kontrolle weiblicher Sexualität dient.
Klarer Freispruch also für den Islam? Nein, denn immerhin gibt es tatsächlich islamische Gelehrte und islamische Organisationen, die nicht nur der Meinung sind, der Islam rechtfertige Ehrenmorde, sondern er fordere sie sogar. Vor allem aber ist der Islam ein System, das nicht nur solche patriarchalischen Gesellschaften konserviert und fördert, er gibt auch mit vielen Aussagen eben dem Denken recht, das die Frau als Eigentum des Mannes sieht, das die Sexualität der Frau unter die Kontrolle des Mannes stellt und das angestammteEhrvorstellungen mit gesellschaftlich akzeptierten religiösen Werten in eine enge Verbindung bringt, da der Koran und die Überlieferung für das sittsame Verhalten der Frau zahlreiche Vorschriften enthalten.
Hier trifft er sich nun wieder mit dem Christentum, weshalb es mich nicht wundert, wenn außerhalb des islamischen Gebietes ausgerechnet in katholischen Ländern ebenfalls Ehrenmorde vorkommen. Wenn das weitaus weniger sind, liegt das sicher nicht am Christentum selbst, sondern an Aufklärung und Humanismus, die der christlichen Religion schon lange das Setzen von Wertmaßstäben abgenommen haben. 
Mein klares Fazit deshalb:
Weder Islam noch Christentum sind die Ursachen für Ehrenmorde, aber beide begünstigen sie.

Deshalb gilt es auch aus diesem Grund für die Verringerung des Einflusses von Religion auf Gesellschaft zu kämpfen.
Ach ja, fast hätte ich die Überschrift vergessen, die ich selbst gewählt habe. Man hört immer wieder, was bei den Muslimen Ehrenmord genannt wird, nennen wir bei den Christen/in Europa/bei uns einfach Familiendrama. Wer wirklich so denkt, hat das Wesen von Ehrenmorden nicht ansatzweise verstanden. Aber das Thema führe ich nicht mehr selbst aus, sondern setze einen Link
Hier noch eine Aufstellung weiterer, zum Teil bereits im Text gesetzter interessanter Links zum Thema:

Der Ehrenmord  Eine sehr aufschlussreiche Arbeit des Islaminstituts
Soll man Ehrenmorde überhaupt Ehrenmorde nennen?
Ehrenmorde in Deutschland  Eine Studie des BKA 







22.02.2012

Jahresmitgliederversammlung incl. Nudelmesse

Ein Jahr geht schnell vorbei und die satzungsgemäße Mitgliederversammlung steht wieder an. Natürlich, wie immer, mit Nudelmesse und für Gäste offen. 
Wir treffen uns 
am Sonnabend, d. 25.02.2012 
um 15:00 Uhr 
im "Mona Lisa" auf der Frankfurter Allee 49, Ecke Samariterstraße. 
Anschließend ziehen wir weiter zum Bandwettbewerb, bei dem Cpt. Nodus mit Anandamid in die nächste Runde einziehen möchte.
Bei der Vereinsversammlung gibts diesmal nichts Großes. Keine Satzungsänderung, keine Wahl, nur Jahresbericht des Vorstandes und Haushaltsplanung. Weil ich bei der Aufstellung des Jahresberichtes richtig begeistert war, was wir im letzten Jahr alles gemacht und erreicht haben, stellen ich meinen "Schmierzettel" für den Bericht gleich mal hier ein:

Jahresbericht 2011 des KdFSM Deutschland e.V.

19.02.2011 Nudelmesse
26.02.2011 Stellungnahme der Kirche des FSM Berlin – Brandenburg e.V.
zum Urteil des BAG zur Kündigung wegen Arbeitsverweigerung aus Glaubensgründen

02.04.2011 Jahresmitgliederversammlung/Nudelmesse
Aus dem KdFSM Berlin-Brandenburg wird der KdFSM Deutschland e.V.

12.04.2011 Fernsehnudelmesse HR

13.04.2011 Wir sind gemeinnützig
"Die Körperschaft Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V. dient nach der eingereichten Satzung ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten
gemeinnützigen und kirchlichen
Zwecken im Sinne der §§ 51 ff AO und zu den in §5 Abs. 1 Nr. 9 KStG bezeichneten Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen."

05.05.2011 Lesung an der HumboldtUni Berlin
„Geschlechterollen und Geschlechterrealitäten der Pastafari“
http://fsm-uckermark.blogspot.com/2011/05/geschlechtervorstellungen-und.html

4./5.06.2011 Teilnahme am Kirchentag in Dresden
incl. Nudelmesse in der Religionsfreien Zone

09.06.2011 „Monster Unser und Nudelsauce – Evolutionärer Humanismus“
Ein Hörstück von Sandra Babing läuft auf Kulturradio

11.06.20111 Vereinsversammlung/Nudelmesse
Satzungsänderung zur Gemeinnützigkeit

25.07.2011 Antrag auf Führerschein mit Piratentuch

23.08.2011 Wir zahlen alle – Wie sich die Kirchen finanzieren
Ein Vortrag mit Dr. Carsten Frerk in Templin

28.08.2011 Piratenführerschein erhalten
http://fsm-uckermark.blogspot.com/2011/08/done.html

27.08.2011 Nudelmesse zum Papstbesuch in der Z-Bar
Spiegel Online und hpd berichten im Video
http://fsm-uckermark.blogspot.com/2011/09/mit-dem-fliegenden-spaghettimonster-und.html

29.08.2011
Bericht über KdFSM auf HitradioFFH

22.09.2011 Teilnahme an AntiPapstDemo in Berlin

22.10.2011 Weihe der Dresdner Gemeinde
http://fsm-uckermark.blogspot.com/2011/10/dresdner-gemeinde-geweiht.html

19.11.2011 Nudelmesse

03.12.2011 Weihnachtsmarktaktion Lucia Weihnachtsmarkt

03.12.2011 Im „Vrijdenker“, der Monatszeitschrift der niederländischen atheistisch-humanistischen Vereinigung "De Vrije Gedachte" erscheint ein ausführlicher Artikel über die KdFSM Deutschland.

20.02.2012

2. Säkulare Lesung des KdFSM Deutschland e.V.

Hier gibt es das Buch und auch sehr hilfreiche Rezensionen, wie die von Joe.M., der u.a. schreibt:

"...Wem Richard Dawkins "Gotteswahn" zu akademisch und Christopher Hitchens "Der Herr ist kein Hirte" zu polemisch ist, der wird die sachliche, fast zurückhaltende und stets um Verstehen der Gegenseite bemühte Art Uwe Lehnerts zu schätzen wissen. Der Autor betont im Klappentext, dass er weder Theologe noch Philosoph ist, sondern nur ein "ganz normaler Mensch wie Du und ich", der sich seinen Unmut über den christlichen Glauben und diese Kirche von der Seele schreiben wollte. Er habe das Buch in der Absicht verfasst, ein durchdachtes Urteil über Gott, Christentum und die Kirche zu bilden. Es sei ein Buch für Menschen, die der Kirche kritisch bis ablehnend gegenüber stehen und für ihre Einstellung Argumente suchen.

Dies alles ist dem Autor in ganz hervorragender Weise gelungen. Das Buch gefällt mir grade weil es leicht verständlich geschrieben ist und komplizierte Sachverhalte aus Wissenschaft, Philosophie und Religionsgeschichte in komprimierter Form akribisch zu erklären weiß..."

19.02.2012

Seine Schöpfung


Was kann ein gläubiger Pastafari besseres tun, als all die Schönheit, die um uns ist, zu betrachten und zu teilen. Dies alles ist SEIN Werk, dies ist SEINE Schöpfung und wo könnten wir IHM besser begegnen, ES besser preisen als damit, diese zu achten und zu beachten. Nie und nimmer kann soviel Schönheit, soviel Erhabenheit das Werk zufälliger Evolution sein, wie es wertlose Gottlose behaupten.

Zeigen wir den Ungläubigen diese Schönheit, machen wir ihnen klar, wie sie in der Kunst, der Wissenschaft, der Philosophie aber vor allem in der Natur und in uns selbst zu finden ist. Nur der wahren Erkenntnis völlig Unfähige könnten ES dann noch verleugnen.

18.02.2012

Giordano Bruno Ehrung in Berlin


Giordano Bruno wurde von der Inquisition der Ketzerei und Magie als schuldig befunden, aus der Kirche ausgestoßen, dem weltlichen Gericht überstellt und von diesem am 17.02.1600 auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Seinen Todestag nahmen Humanisten der EHBB zum Anlass, um Giordano Bruno und mit ihm alle, die auf Grund ihrer Weltanschauung von den Kirchen diskriminiert, gefoltert oder gar zu Tode gebracht wurden, zu ehren. Etwa 60 Berliner und Brandenburger folgten dem Aufruf. Auch die Kirche des FSM hatte eine kleine Delegation geschickt.

Wir fanden uns am Denkmal Giordano Brunos in Berlin am Potsdamer Platz ein. Philipp Möller, Vorsitzender der Evolutionären Humanisten, würdigte uns allen zur Erinnerung noch einmal dessen Leben und Schaffen. Anschließend legten wir einen Kranz am Fuße des Denkmals nieder. Jeder Teilnehmer gedachte dem Mut all derer, die den Kirchen ohne Rücksicht auf Gefahr und Leben die Stirn boten, indem er eine Blume am Denkmal niederlegte. Die gemeinsame Schweigeminute wurde von Linus Heilig auf der Klarinette umrahmt.
Die Gedenkstunde hat uns nicht nur daran erinnert, was mutige Menschen im Kampf gegen Unterdrückung und Diskriminierung durch die Kirche zu leisten im Stande waren, sie hat uns auch zusammengeführt, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Das wurde im Anschluss an die Veranstaltung dann auch genutzt. Wer Lust auf mehr hatte, verließ den doch etwas zugigen Ort des Gedenkens und fand sich in einem gemütliches Lokal ein, um den Abend mit Freunden und Gleichgesinnten ausklingen zu lassen.

16.02.2012

Das Wort zum Freitag

Save Hamza Kashgari!
Was, wir sollen helfen, einen Moslem zu retten, der von anderen Moslems zu Tode gehetzt werden soll? Sollen wir die nicht einfach ihr Ding unter sich ausmachen lassen? Wir verlangen ja schließlich auch, dass sich niemand in unsere Angelegenheiten einmischt.
Berechtigte Fragen. Wie immer helfen da nur zwei Sachen, die richtige Antwort zu finden: Ein erster tiefer Blick in uns selbst und ein zweiter tiefer Blick in unsere Heiligen Schriften.
Als ich gestern im Spiegel las "Zehntausende fordern in einer Facebook-Gruppe die Bestrafung des saudi-arabischen Journalisten Hamsa Kaschgari, weil er den Propheten Mohammed beleidigt haben soll. Sie wollen ein Exempel statuieren und verlangen die Hinrichtung des 23-Jährigen. Kaum einer stellt sich dem Hass entgegen." brauchte ich nicht erst tief in mich blicken. Sofort kam das Entsetzen, das Bedürfnis zu helfen und das Unverständnis, dass Facebook diese Seite im Netz lässt.
Das ist die normale Reaktion eines jeden Menschen der mit ansehen muss, wenn ein anderer Mensch so gejagt wird. Wir sind völlig von selbst alle altruistisch und helfen uns gegenseitig, da braucht es nicht erst aufgesetzte Moralvorstellungen.
Wieso kann dann aber eine solch große Masse Menschen jagen? Das ist nicht schwer. Der gejagte Mensch darf nur nicht mehr als Mensch wahrgenommen werden. Religionen, aber auch andere Weltanschauungen mit alleinigem Wahrheitsanspruch eignen sich hervorragend dazu, aus Menschen erst Andere, dann Feinde und schließlich Unmenschen zu machen, bei denen unsere angeborene Hilfsbereitschaft nicht mehr greift.
Wenn dieser Mechanismus bei mir als Pastafari nicht wirkt, muss das Ursachen haben. Blicken wir in unser Evangelium. Dort lesen wir gleich im ersten AmLiebstenWäreMir "Am liebsten wäre mir, wenn ihr euch nicht wie frömmlerische, selbstgerechte Esel benehmen könntet, sobald ihr Meine Nudelige Göttlichkeit beschreibt. Falls meine Leute nicht an mich glauben, ist das okay. Ehrlich. So eitel bin Ich nicht. Ausserdem: Um die geht es gar nicht, also bleibt beim Thema."
Auch das zweite AmLiebstenWäreMir gibt eine eindeutige Antwort auf unsere Frage:"Am liebsten wäre mir, wenn ihr Meine Existenz nicht benutzt zur Unterdrückung, Unterwerfung, Bestrafung, Entleibung und/oder um zu anderen gemein zu sein. Ich brauche keine Opfer, und Reinheit ist etwas für Bier und Trinkwasser, nicht für Menschen."
So eine klare Aufforderung, uns alle gemeinsam als Menschen zu sehen, gibt es in keiner anderen Religion. Wenn wir dann noch bedenken, Monster hat nicht mal eine Hölle geschaffen, sondern nimmt auch die Ungläubigen mit in Seinen Himmel auf, bleibt nicht der mindeste Zweifel.

Wir müssen Hamza Kashgari helfen.
Die Frage ist nur, wie? Da, muss ich zugeben, bin ich selbst noch etwas ratlos.
Das erste, was ich gestern gemacht habe war, der Facebookgruppe "Save Hamza Kashgari" beizutreten. Nur ein symbolischer Akt, aber auch die sind wichtig. Tretet auch ihr dieser Gruppe bei, ladet eurer Freunde ein, helft sie bekannter zu machen und so ein virtuelles Gegengewicht zu bilden zu
Wie kann es sein, dass Facebook diese Gruppe überhaupt im Netz lässt? Ich vermute nicht, aus Gründen der Presse- oder Meinungsfreiheit. Jemand zu Tode zu hetzen dürfte dadurch nicht gedeckt sein. Entweder ist es ihnen einfach egal, oder sie wollen es sich dort nicht mit der Mehrheit verscherzen.
Zeigen wir Facebook, dass es noch eine viel größere Mehrheit gibt. Melden wir die Seite. Dazu auf das Feld mit dem kleinen Rädchen neben "Gruppenbeitritt beantragen" klicken und die Gruppe melden. Dann kann sich jeder aussuchen, ob er "Hassreden" oder "Gewalt und verletzendes Verhalten" wichtiger findet.
Ich habe mich für "Gewalt - Glaubhafte Androhung von Gewalt" entschieden.
Vielleicht zeigt es auch Wirkung, sich direkt an die Saudi-Arabische Botschaft zu wenden. Auf der Seite, zu der man Bemerkungen über diese Botschaft machen kann, gibt es schon eine Menge Unterstützung für Hamsa Kaschgari.
Wirkungsvoller wird es aber wohl sein, sich an die Botschaft direkt zu wenden. Entweder unter den dort angegebenen Möglichkeiten, oder an das Kulturbüro der Botschaft. Ich habe meine Mail an 'deemb@mofa.gov.sa' geschickt:

Sehr geehrte Exzellenz,
die derzeitige Hexenjagd in Ihrem Land bestätigt auf´s trefflichste die Behauptungen all derer, die den Islam als unmenschlich, ungerecht und lebensfeindlich hinstellen. Mehr noch, dieser Vorgang zeigt, dass Religion in erster Linie tötet, statt Leben zu schützen. Das trifft mich als Pastafarianer, einem Anhänger der friedlichsten Religion der Welt in deren Namen noch nie ein Krieg geführt, noch nie jemand ermordet, ja noch nicht einmal geschlagen, gefoltert oder sonst gequält wurde, besonders.
Ich fordere Sie deshalb auf, helfen Sie diesen Wahnsinn zu stoppen. Helfen Sie denen in Ihrem Land, die den Islam liberal gestalten möchten. Helfen Sie aber vor allem, einen unsinnigen Tod auf dem Altar des "wahren" Islam zu verhindern.

Last but not least wäre noch die Aktion von Amnesty International zu empfehlen. Falls jemand noch andere Ideen hat, immer rein damit in die Kommentare.

Edit: Manuel hat mich noch auf folgende Petitionen aufmerksam gemacht und aufgefordert, diese mit zu unterzeichnen:
http://www.facebook.com/groups/217865731642049/

https://www.change.org/petitions/king-abdullah-immediately-release-journalist-hamza-kashgari


http://www.thepetitionsite.com/1/death-calls-for-saudi-poet-and-blogger/


http://www.change.org/petitions/saudi-government-interpol-and-malaysian-government-freedom-for-hamza-kashgari



Auch eine deutsche Facebookgruppe, in der versucht wird, konkrete Aktionen zu verabreden, gibt es inzwischen.

14.02.2012

Noch mal Aussenseiter Spitzenreiter

Das neue Team legt wirklich tüchtig los. Nicht nur die Sendung selbst haben sie runderneuert, auch sonst wirds moderner. Jetzt werden sogar die einzelnen Beiträge auf youtube gestellt. 

Das ist nicht nur prima Service, das gibt auch einen kleinen Überblick, welcher Beitrag am meisten ankommt. Da können wir voller Stolz registrieren, wir liegen im Moment mit über 200 Aufrufen deutlich vor dem Uboot, das etwa halb so viel hat. Die anderen sind noch weiter abgeschlagen. Damit das so bleibt, veröffentliche ich hier auch noch mal das MDR Video. Immer schön fleißig klicken. ;)

09.02.2012

Das Wort zum Freitag


PIRATEN UND FASCHING

Es ist wieder so weit. Die Narren gewinnen die Oberhand. Arrrgh!

Karneval, Fasching, Fastnacht, wie immer man es nennen möchte, hat eine lange Tradition. Viele kluge Leute haben sich darüber die Köpfe zerbrochen und Geschichtsforschung betrieben. Es wurden Theorien aufgestellt und wieder verworfen. Stunden könnte man in den Archiven stöbern. Wer hat dafür schon Zeit?! Damit euch, liebe Brüder und Schwestern diese langwierigen Studien erspart bleiben, habe ich mich mal geopfert und bei Wiki nachgelesen. Natürlich steht da viel zu viel, als dass ich alles wiedergeben könnte. Ich will auch gar nicht, denn wir Piraten nehmen uns ja nur das, was uns in den Kram passt. Arrrgh!

Da sich ja die Fünfte Jahreszeit über einen sehr langen Zeitraum entwickelte und regionsbezogen diverse Bräuche in das närrische Treiben einflossen, kann man eigentlich nur verallgemeinern.

Selbstredend wurde das Wort Fastnacht erforscht. Man kam zu dem Schluss, dass es sich aus der Fastenzeit herleiten lässt. Uninteressant für uns Piraten! Verwerfen wir gleich wieder!

Dann stellte man irgendwann auch eine Verbindung zu dem Wort Fass her. Diese wurde leider wieder verworfen. Aber das war doch wohl sicher eine vorschnelle Fehleinschätzung?! Fass – einfach piratig. Das verwerfen wir auf gar keinen Fall!!!

Des Weiteren leitete man Fasching vom Wort Fastenschank her, letzter Ausschank von Rum vor dem Fasten. Können wir schon wieder ignorieren. Piraten, die auch nur zeitweise ohne Rum überleben könnten, sind einfach nicht denkbar.

Aber jetzt kommt´s. Es gab da den Begriff carrus navalis = Schiffskarren. Soll einen Schiffskarren auf Rädern beschreiben, der bei Festumzügen den Wiederbeginn der Schiffsfahrt einleiten sollte. Klar, dass das dann widerlegt wurde. Zu piratig für die ängstlichen Landratten.

Hingegen reden sie einem ein, dass die Ableitung des im Mittelalter gebrauchten Begriffes carne levare = Fleisch wegnehmen herrühren soll. Die wollen uns bloß schwächen und verweichlichen. Soll ein Pirat gar Puddingsüppchen schlürfen? Unvorstellbar. Arrrgh!

Wie clever die Kirche im Mittelalter war, ist ja bekannt. Neu für mich war, dass die mittelalterliche Fastnacht auf die augustinischen Lehren vom Zwei-Staaten-Modell zurückgeführt wird. Wiki schreibt „Die Fastnacht steht daher für die civitas diaboli, den Staat des Teufels. Daher wurde die oftmals ausartende Fastnacht von der Kirche als didaktisches Beispiel geduldet, um zu zeigen, dass die civitas diaboli wie auch der Mensch vergänglich ist und am Ende Gott siegreich bleibt. Mit dem Aschermittwoch musste daher die Fastnacht enden, um die unausweichliche Umkehr zu Gott zu verdeutlichen. Während die Kirche bei gotteslästernden Szenen während der Fastnacht untätig blieb, wurde ein Weiterfeiern der Fastnacht in den Aschermittwoch hinein streng verfolgt.“ - Falscher Glaube!

Für uns Piraten nehme ich aus all dem Gelesenen heraus, dass u.a. die Verhöhnung der Machthaber in der Faschingszeit üblich war. Verhöhnung … das liegt uns doch. Gebt eurem Affen Zucker, beschränkt euch nicht nur auf die Politiker. Macht die Nacht zum Tag. Seid ausgelassen und lasst reichlich Rum durch eure Kehlen rinnen. Nehmt euch die Weiber oder Kerle, wie es euch beliebt und seid mit ihnen närrisch nach Herzenslust. Unser Monster wird es uns danken. Für den Rest übernehme ich jedoch keine Garantie.

Eins noch! Nicht alle Piraten, die euch in der Faschingszeit begegnen, sind auch Pastafari.

RAmen

Eure Elli

04.02.2012

Seine Schöpfung


Was kann ein gläubiger Pastafari besseres tun, als all die Schönheit, die um uns ist, zu betrachten und zu teilen. Dies alles ist SEIN Werk, dies ist SEINE Schöpfung und wo könnten wir IHM besser begegnen, ES besser preisen als damit, diese zu achten und zu beachten. Nie und nimmer kann soviel Schönheit, soviel Erhabenheit das Werk zufälliger Evolution sein, wie es wertlose Gottlose behaupten.

Zeigen wir den Ungläubigen diese Schönheit, machen wir ihnen klar, wie sie in der Kunst, der Wissenschaft, der Philosophie aber vor allem in der Natur und in uns selbst zu finden ist. Nur der wahren Erkenntnis völlig Unfähige könnten ES dann noch verleugnen.

02.02.2012

Das Wort zum Freitag

Wer hat den unglaublichsten Glauben?

Was sich die Fernsehfritzen und -Friedas von "Außenseiter Spitzenreiter", der Kultsendung des MDR, so alles einfallen lassen. Ohne Rücksicht auf religiöse Gefühle behaupten sie, wir, ja, wir Pastafari hätten den unglaublichsten Glauben.
Madeleine Wehle war bei uns. So schlecht schien es ihr an Bord gar nicht gefallen zu haben. Das haben wir gemerkt und so war es auch gestern Abend und, in der Wiederholung, heute Morgen in der Flimmerkiste zu sehen.

Pastafari ist sie noch nicht geworden, aber das Wort zum Freitag darf man auch als Gast mal halten. Vor allem, wenn man es so gekonnt macht:





Herzlichen Dank an den, der das Video bei youtube eingestellt hat.
Wer lieber Bilder guckt, auch da habe ich was gefunden, als ich heute rumgegoogelt habe.