31.05.2012

Das Wort zum Freitag

Wandermissionar - bald wieder im Osten Deutschlands unterwegs?

Mission unpossible?

Oops, gerade stelle ich fest, es ist wieder Donnerstag. Das Wort zum Freitag muss geschrieben werden. Noch habe ich nicht mal ein Thema. Da fällt mir eine Nachricht ein, die ich vor einiger Zeit auf radioeins gehört habe. Die richtig einzuordnen, war dann gar nicht mehr schwer. Man hört es ja von allen Seiten: Die Ostdeutschen sind ein gottloses Volk. Ja, sogar die gottloseste Region auf unserem Planeten überhaupt.  


"Ich glaube nicht an Gott", sagen in Ostdeutschland 52,1 Prozent der Befragten, in Westdeutschland nur 10,3 Prozent, während dies in Russland 6,8, in den USA drei und auf den Philippinen 0,7 Prozent erklären. (weltonline


Der große Traum der Kirchen, mit dem Fall der Mauer würde hinter ihr auch der Atheismus fallen, hat sich nicht erfüllt. Im Gegenteil. Weltweit, auch im bundesdeutschen Osten, ist der Glaube an Gott rückläufig. Sogar die Freikirchen, die im Gegensatz zu den Großkirchen eher Zulauf haben, bauen dort ab. Nur eine Kirche hat es geschafft, da Boden unter die Füße zu bekommen. :)

Dass die neuen Bundesländer als Missionsgebiet gesehen werden müssen, hatten sowohl die Evangelen als auch die Katholiken schon lange erkannt. Manche betonen, die Kirche sollte nicht als eine weitere von vielen Sozialhilfeorganisationen wahrgenommen werden, sondern als Verkünder einer Botschaft. Andere sehen das anders.  Immerhin beziehen die Kirchen den wesentlichen Teil der Anerkennung, die sie noch erfahren, aus ihrer Sozialarbeit. Zwar unverdient, denn Caritas und Diakonie, die größten Sozialkonzerne der Welt, bringen dafür nicht einmal 2% aus eigenen Mitteln auf. Aber nutzen lässt es sich alle Mal, und nahezu kostenlose Mission ist doch die beste. Aber wie? Da gehen die Meinungen bei Kirchens auseinander. Klar ist nur, es wird schwierig werden:  


"Wenn Ostdeutschland nun Missionsland ist", so Tiefensee, "dann trifft christliche Verkündigung erstmalig nicht auf andere Religionen, sondern auf ein stabiles areligiöses Milieu." 


Da muss man sich schon was einfallen lassen. Unverfängliche Weiterbildungsangebote mit unterschwelligen Angeboten könnten helfen: 

Für alle, die mehr wissen wollen, bietet die Kirche in Sachsen Glaubenskurse für Erwachsene an, Unterrichtseinheiten für verschiedene Zielgruppen und mit unterschiedlichen Themen, in denen die Menschen ganz einfach lernen, was die Symbole und Begriffe des Christentums bedeuten. Diese Kurse haben zwei Ziele: erstens Bildung, zweitens - hoffentlich - das Bekenntnis der einzelnen Teilnehmer zum christlichen Glauben....
Einen etwas anderen "Missions"-Ansatz beschreibt Albrecht Steinhäuser für die Landeskirchen in Sachsen-Anhalt: Hier kommen die Menschen aus eigenem Antrieb, sie sammeln sich um die historischen Kirchengebäude in ihren Städten und Dörfern. Nicht um Gottesdienst zu feiern, sondern weil sie sagen: Wir müssen unsere Kirche erhalten als Ort der Gemeinschaft, als Zentrum. "Die Kirche ist für die Identität eines Ortes wichtig", erklärt Steinhäuser, "und der zweite Schritt wäre die Erkenntnis, das es auch um den Inhalt des Glaubens geht." (evangelisch)

Den großen Wurf hat jetzt aber Berlin versucht. In der Aktion Laib und Seele bezahlen andere Lebensmittel, die die Kirchgemeinden dann austeilen. Nicht mal die Kosten für die Werbung für ihre Aktion müssen sie selbst tragen, denn der rbb beteiligt sich an ihr. Was die Frage aufwirft, ob er als öffentlich-rechtliche und somit zu weltanschaulicher Neutralität verpflichtete Anstalt das überhaupt darf. Auf der Website der Aktion ist schnell zu erkennen, hier geht es nicht nur, vielleicht nicht mal zuerst um soziale Hilfe:


Friederike Sittler predigte in der Kirchengemeinde Heilig Geist in Berlin-Charlottenburg. Die Predigt zum Nachlesen und Hören finden Sie hier

Na, immerhin habe ich dadurch über radioeins von der Aktion erfahren und so mein Thema für das heutige Wort zum Freitag gefunden. 
Ja, Piraten, da könnte ich doch fast wieder locker und froh werden, nicht in Berlin zu wohnen sondern in den einsamen Weiten der Uckermark. War ich gerade auch. Doch dann fiel mir die Mail einer Freundin ein, die wohl aus der Entfernung besser gesehen hat, was auch hier passiert

Nun bin ich nur noch froh über meinen festen und unzerkochbaren Glauben an Es, unserer geliebtes Monster. Weil ich weiß, bei euch ist das nicht anders, bin ich nun wieder richtig froh und genieße die vergeblichen Versuche, das Rad  der Zeit rückwärts zu drehen.

Euer



27.05.2012

Warum wir heute Piratendankfest feiern




Piratendankfest? Noch nie gehört, wird sich mancher jetzt sagen. Kein Wunder, es wurde eben erst (wieder-)entdeckt. Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen, wie es dazu kam.

Elli Spirelli hatte eine sinnreiche Abhandlung über das gegenwärtig an diesem Tag gefeierte Pfingsten verfasst. Dieses christliche Fest ist jedem ein Begriff. Die wenigsten werden aber wissen, auch hier haben die Christen nur ein bereits existierendes Fest anderer übernommen und mit ihren religiösen Phantasien neu gestaltet. In dem Fall war es, wie Elli festgestellt hatte, das Schawuot, einstmals ein  Erntedankfest der Juden.  Als alte Piratenbraut war ihr sofort klar, wenn die Christen das nur von anderen geklaut hatten, wird es höchste Zeit, nun unsererseits dieses Fest zu kapern. Nur wie? Sie hatte um eure Ideen gebeten und Bruder Al Dente gab den entscheidenden Anstoß:

Na, machen wir doch einfach wieder das draus, was es mal war: 'n Erntedankfest! Was könnte man denn gleich mal ernten zu dieser Jahreszeit? Rum, äh Ruhm vielleicht oder mal zur Abwechslung Dank (für die Frühjahrsbestellung zum Beispiel - nein, nicht die bei Neckermann, die auf den Feldern natürlich)oder brüllendes Gelächter, das all die Religioten dieser Welt an diesem Tage ernten sollten. 

Ich war sofort begeistert: Danke für die Idee. Die lässt sich gut verarbeiten. ;) Ja, da ergibt sich regelrecht eine logische Beweiskette. Dank deiner Erkenntnis, dass es um diese Zeit noch nicht recht was ernten gibt, müssen wir also vom herkömmlichen Erntedank abrücken. Was aber könnte dann gemeint sein? Es muss sich doch jedem sofort erschließen: Den Dank für die Ernte, die die tapferen Piraten nach ihrer ersten Frühjahrskaperfahrt mit nach Hause bringen. Wer wollte sich dem erdrückenden Indiz verschließen. Deshalb lasst uns in Zukunft nicht mehr Pfingsten, sondern Piratendank feiern. :)


Mancher wird nörgeln und sagen, für uns als einzige wissenschaftliche Religion ist das nicht Beweisführung genug. Es fehlt noch die entscheidende Plausibilitätskontrolle. Richtig. Aber wie sollte die ein Problem sein? Selbst Christen werden zugeben müssen, unsere Begründung ist so viel mehr plausibler als ihre, dass man schon zwingend von Wahrheit sprechen muss. 

Vergleichen wir. 
Auf der einen Seite die Geschichte von tapferen Piraten, die, nach der ersten erfolgreichen Kaperfahrt nach der Winterpause, im Frühjahr beladen mit dem so dringend nötigen Proviant für die Familien, mit Süßigkeiten für die Kinder, mit hübschen Kleidern und Schmuck für die Frauen und mit Rum- und Weinfässern für die Männer, jubelnd im Heimathafen begrüßt wurden. Wer wollte zweifeln, dass dieser Jubel sich zum Fest, zum Piratendankfest, steigerte und Tradition wurde. Wer würde da nicht absolut sicher werden, wenn er erkennt, hier schließt sich ein naturgegebener Kreis zum Fest der letzten Kaperfahrt im Jahr, zu unserem Nudligen Lichterfest Weinachten.  


Nun die Geschichte der Christen. Da opfert ein gedreifachter Gott ein Drittel(Sohn) von sich am Kreuz, nur weil die anderen zwei Drittel (Vater und Heiliger Geist) so die Strafe der Erbsünde von den Menschen nehmen wollen. Eine Strafe, die der Gott mit multipler Persönlichkeitsstörung selbst verhängt hat, die er also auch selbst ohne jeden Hokuspokus einfach wieder zurücknehmen könnte. Das klingt doch völlig abgefahren, ließe sich aber immerhin noch erklären, wenn der gedreifachte Gott masochistische Tendenzen hat und zwei Drittel sich einfach köstlich darüber amüsieren, das letzte Drittel zu foltern und zu töten. Weiter ließe sich so auch erklären, warum die zwei Drittel das eine Drittel dann doch wiederbelebt haben. Nee, nicht wegen drückender Gewissensbisse. Die brauchten einfach wieder ein Opfer für weitere Masospielchen. Davon erfahren wir nur nichts mehr, weil sich die Drittel seither überhaupt nicht mehr zeigen oder äußern. 



Aber wenn dann noch ein Drittel dieses Gottes als Schnaps gebrannt und aus einer Taubenflasche als Heiligergeist über die Leute geschüttet wurde, ist dies doch einfach grenzenlos absurd und unglaubwürdig. Daran ändert sich auch nichts wenn man weiß, dass dieser Heilige Geist noch heute gebrannt und, allerdings in normalen Flaschen, für 2,99 verkauft wird. 


  
Deshalb, liebe Pastafari, können wir nun behaupten, auch höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen zu genügen. Wir können nun behaupten, es gibt in diesen Tagen nur eine Wahrheit und nur ein Fest:

24.05.2012

Das Wort zum Freitag

Aus einer taubenähnlichen Flasche wurde Heiliger Geist (Himbeergeist) ausgegossen


Da ja nun das Pfingstfest ins Haus steht und ich bisher weitestgehend vom christlichen Glauben verschont blieb, sah ich für uns Pastafari mal im Internet nach, was Pfingsten eigentlich bedeuten soll.
Auch hier stellte sich wieder heraus, dass die Christen nur ein Fest anderer gekapert haben. Diesmal das jüdische Wochenfest Schawuot. Es wurde am fünfzigsten Tag nach Ostern = Pessach = Passtah gefeiert, ein Erntedankfest, da die mit der Pessach beginnenden Weizenernte abgeschlossen ist.  
Der Bibel ist nun zu entnehmen, dass die Kumpels von Jesus, ihr wisst schon, die Jünger, lustlos herum lungerten, da ihr Anführer sie nicht mehr bespaßte, weil ans Kreuz genagelt. Es musste eine gute Geschichte her, um wieder besser drauf zu kommen.
Die Geschichte um die Auferstehung Christi an Ostern, ein Dauerbrenner bis heute, kam da gerade recht. Lt. Bibel traf man sich regelmäßig. Bei diesen Treffen soll man sich mehrmals an der Gegenwart des Auferstandenen in der Runde erfreut haben. Junge, müssen die hackesteif gewesen sein.
Diese Ziehungen fanden wohl so lange statt, bis man sich nach einer Pause sehnte. Zuvor ließ man es noch mal richtig krachen und nannte es Christi Himmelfahrt.
Die Treffen müssen vortrefflich gewesen sein, denn schon nach 10 Tagen Abstinenz hatte man wieder Lust, sich zu treffen. Eine weitere Begründung musste her, wie man den Drang zu ausschweifenden Trinkgelagen rechtfertigen kann.
Sie behaupteten also, die Nähe Gottes erfahren zu haben, durch ein Ereignis, das sie verwandelte, besser, mutiger machte. Natürlich mussten sie diese neue Mär in die Welt hinaus tragen. Als Transporteur suchten sich die lieben Jünger Jesu dazu den Pfingsttag, das jüdische Erntedankfest aus, um sich in Jerusalem erneut in liebgewordener Gemeinschaft zu versammeln:
Apostelgeschichte 2, 1- 14:
1 Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander.
2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.
3 Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen,
4 und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.
5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.
6 Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
7 Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa?
8 Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache?
9 Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, 10 Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom,
11 Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden.
12 Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden?
13 Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.
Müssen wir hier noch deutlicher werden? Punkt 13 – voll wie die Haubitzen, Mutti wartet zu Hause mit dem Nudelholz und man hat keine passende Ausrede parat, warum man so drauf ist und überhaupt ...
Die Punkte 1 – 12 sind schon ziemlich abgefahren. Heute hätte man damit keine Piratin überzeugt. Aber vielleicht waren damals die Mädels ja noch sehr leichtgläubig oder einfach nur froh, ihre Trunkenbolde wieder zu haben.
Seither wird dieses Pfingstfest als "Geburtstag der Kirche" bezeichnet und begangen. (Was natürlich, wie jeder spätestens seit Bergmeiers „Schatten über Europa“ weiß, nichts als Legende ist. Es war der Kaiser Theodosius, der die sich seit ewig streitenden Bischöfe befriedete, indem er die katholische Kirche als Staatskirche gründete und dabei gleich den Arianismus, dem noch Kaiser Konstantin anhing, verbot.)
Die Kirche erinnert an Pfingsten immer daran, dass die Jünger Jesu nach seinem Tod und seiner Auferstehung den Heiligen Geist auf sich herabkommen spürten und verkündeten seither die Taten Jesu.
Piratenhut ab! Das haben die gut zurecht gebastelt. Da wir Piraten aber keine noch so irre Geschichte erdenken müssen, um mal einen auf die Lampe zu gießen, könnt ihr das eben Gelesene gern auch ganz schnell wieder vergessen.
Habt einen schönen Freitag und genießt den arbeitsfreien Montag, der uns gegeben wurde, weil Christen so schön flunkern können. Und falls jemand von euch eine Idee hat, wie wir nun wir umgekehrt diesen Tag von den Christen kapern können, immer her mit dem Vorschlag.
RAmen

21.05.2012

Seine Schöpfung

Laubfrosch mit Fliege



Was kann ein gläubiger Pastafari besseres tun, als all die Schönheit, die um uns ist, zu betrachten und zu teilen. Dies alles ist SEIN Werk, dies ist SEINE Schöpfung und wo könnten wir IHM besser begegnen, ES besser preisen als damit, diese zu achten und zu beachten. Nie und nimmer kann soviel Schönheit, soviel Erhabenheit das Werk zufälliger Evolution sein, wie es wertlose Gottlose behaupten.

Zeigen wir den Ungläubigen diese Schönheit, machen wir ihnen klar, wie sie in der Kunst, der Wissenschaft, der Philosophie aber vor allem in der Natur und in uns selbst zu finden ist. Nur der wahren Erkenntnis völlig Unfähige könnten ES dann noch verleugnen.

17.05.2012

Das Wort zum Freitag




Wie weise unser Fliegendes Spaghettimonster die Welt geordnet hat, zeigt sich an diesem Feiertag, den Es für uns schuf. Da hat es  zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. 
Erstens zeigt es so, wie wichtig Ihm Gleichberechtigung ist. Nicht nur uns Frauen gebührt ein Tag der besonderen Ehre, sondern auch den Männern. Die ziehen, mit frischem Grün am feinen Outfit, in Gruppen durch die Landschaft und haben ihre Verpflegung direkt am Mann. Ein Verhalten, das schon zur Tradition geworden ist. Wenn diese Tradtition sich immer mehr dahin ändert, dass nicht nur Männer, sondern ganze Familien an diesem Tag unterwegs sind, zeigt das nur, wie sehr Sein Wunsch nach Gleichberechtigung von den Menschen akzeptiert wird. 
Weiterhin hat Es es mit diesem Tag auf´s Vortrefflichste verstanden, Theorie und Praxis zusammen zu führen. Ist doch dieser Tag für uns Pastafari ein willkommener Anlass,  mal wieder eine größere Wartung am Biervulkan vorzunehmen und die Stripperfabrik auf Vordermann zu bringen.

Ich bin sicher, euch fällt noch mehr ein, warum  dieser Feiertag gewürdigt werden muss. 

Regelrecht entsetzt war ich hingegen, als ich gerade aus der Presse erfahren musste, wie eine verirrte Truppe Abergläubiger versucht, diesen Tag zu nutzen, um ihre, zwar lustigen, aber doch so an den Haaren herbeigezogenen Lehren unter das Volk zu bringen. 

Christen, so nennen sie sich, tun so, als wäre heute ihr Feiertag. Deshalb haben sie sich eine irre Geschichte ausgedacht und behaupten, ihr Namensgeber, der Göttersohn Jesus Christus, ist zurückgekehrt zu seinem Vater in den Himmel. Genau 39 Tage nach dem Passtahfest. Das fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond,  also frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April. Nach dem Neuen Testament der Christen (das alte hatte ihr Gott wohl geändert, weil sein Sohn nicht ganz so wollte wie der Vater) hat Jesus da den Tod überwunden. Muss ihn viel Überwindung gekostet haben, wieder ins Vaterhaus zurück zu kehren. Über einen Monat hat er mit sich gerungen. Auch das zeigt klar das gestörte Verhältnis zwischen Vater und Sohn. Dann, an einem Donnerstag, zwischen dem 30. April und 3 Juni, soll er sich ins Hotel "Papa" aufgemacht haben. Wohl auch, weil er inzwischen von dem geänderten Testament erfahren hatte und nun die Angst da war, völlig enterbt zu werden.

So richtig toll muss der Empfang dann auch nicht gewesen sein. Noch ganze 40 Tage, nachdem er wieder bei Papi eingezogen war, hat es ihn sehr zu seinen alten Kumpels, altmodisch Jünger genannt, gezogen. Immer wieder hat er sich mal bei ihnen blicken lassen. Hat wohl mehr Spaß gemacht, mit denen um die Häuser zu ziehen als Harfe spielen zu lernen. Dann hat er aber doch klein bei gegeben. Zur Belohnung soll er im Himmel auf den Platz zur Rechten Gottes erhoben worden sein, nahm dann also, wie in der Antike üblich, den Platz des Thronfolgers bzw. Ehrengastes ein. Ich vermute ja eher, der Alte wollte so seinen Sprößling ein bisschen unter Kontrolle halten und vom schädlichen Einfluss der Peers, vor allem der lockeren Maria Magdalena, fernhalten. Jahwe wollte ja die schwer erkämpfte Position als Sologott nicht wieder durch ne Unmasse von Enkeln abgeben.

Klar, die Christens behaupten da etwas anderes: "Ihn, der sich selbst erniedrigt hat und gehorsam geworden ist bis zum Tode am Kreuz, hat Gott über alle erhöht und ihm einen Namen gegeben, der größer ist als alle Namen Das läuft also eher darauf, dass Papa Sohni für seinen Gehorsam belohnt hat. Recht verworren sind auch die Vorstellungen, wie der Sohnemann wieder zurück ins Elternhaus geholt wurde.

Bis heute wird debattiert über das Verhältnis von Auferstehung und Himmelfahrt Christi. Sicher gibt es wichtigere Themen, aber man kann ja mal. Die Traditionalisten sind nicht der Meinung, dass die Auferstehung Jesu Christi am Passtahsonntag erfolgte. Er soll nach seinem Kreuzestod am Garfreitag  in ein Jenseits hinabgestiegen sein, das Reich der Toten. Die Höllenfahrt Jesu soll nicht all zu lange gedauert haben, denn am dritten Tage soll er bereits wieder zu den Lebenden auferstanden sein. Als Himmelfahrt zählt der Aufstieg in ein in der Höhe befindliches Jenseits 40 Tage nach der Auferstehung, ohne zu sterben. 

Damit es aber nach wie vor spannend bleibt, verkünden die modernen Theologen die Gemeinsamkeit von Auferstehung und Himmelfahrt. 

Lirum larum Löffelstiel ... wie herum auch immer ... es wird als Sieg angesehen, dass olle Jehova seinen Sohn erfolgreich von den Peers getrennt hat, als Triumph über alle Jugendgruppen dieser Welt. Ein krasses Beispiel, wie Aberglauben eine ganz normale, wenn auch gestörte, Vater - Sohn - Beziehung ins esotherische abgleiten lässt.

Was können wir glücklich sein, hier im Besitz der unverfälschten, reinen Wahrheit zu sein und so über diesen Unsinn herzlich lachen zu können.

RAmen


Eure Elli S.

10.05.2012

Das Wort zum Freitag

Nein, nein, keine Angst, ich bin nicht vom einzig wissenschaftlichen Glauben abgefallen. Ich bin noch immer fest unter den nudligen Anhängseln des einzig wahren Gottes, unseres Monster-Kumpels. Das ist gleich der erste Grund, warum ich Jahwe sage, wenn ich von dem alten Zausel der Bibel spreche. Mein Gott ist das FSM.
Noch wichtiger erscheint mir der zweite Grund. Es sind tausende von Göttern und Göttinnen, die auf Erden angebetet wurden und werden, wenn man die hinduistischen Vielformen und Halbgötter mitzählt, sogar Millionen. Kein Mensch sieht mehr durch und selbst die Göttersuchmaschine hilft nicht in jedem Fall weiter. Da muss es doch zwingend in die Irre führen, wenn man einfach nur von Gott spricht ohne klar zu sagen, von welchem. Ich weiß, das tut es nicht. In unseren Breiten wird bei Gott automatisch auf Jahwe abgestellt, in letzter Zeit auch immer mehr auf seine Neuauflage als Allah. Genau das ist für mich der wichtigste Grund Jahwe zu sagen.

Ältere von uns mit der rechten geographischen Herkunft werden sich noch erinnern, denn auch im nichtreligiösesten Völkchen der Welt war das gleiche Prinzip gültig: Es gibt zu einem Oberbegriffe mehrere passende Möglichkeiten aber nur eine ist gemeint, wenn der Oberbegriff gebraucht wird. In dem Fall war das die Partei, fest reserviert für die SED. 
Ich kann mich nicht erinnern, dass es dazu einen Beschluss des Zentralrats gegeben und die Stasi dessen Umsetzung kontrolliert hätte. Es waren wohl einfach die gleichen Mechanismen, die Jahwe die Monopolstellung bei "Gott" verschafft haben. Die Mächtigen haben einfach alle anderen als bedeutungslos oder gar nicht existent unter den Tisch fallen lassen, und die Oberbegriffe monopolistisch gebraucht. Das hat das Volk hat  übernommen. Um zu zeigen, dass man dazu gehört oder einfach, weil es so einfacher ist. Veilleicht auch was ganz anderes, ich weiß es nicht. 
Was ich aber genau weiß, das ist das Zeichen von diktatorischen politischen oder ideologischen Systemen, die nur eine Meinung gelten lassen. Es ist das Zeichen für Gesellschaften, die Vielseitigkeit verdammen und klare Ausrichtung an einer vorgeschriebenen Meinung fordern. Es ist das Zeichen für eine Gesellschaft, in der ich nicht gern leben möchte. 
Sicher dürfte sein, wenn dieser einseitige Herrschaftsanspruch verfällt, ändert sich auch wieder der Sprachgebrauch und Vielseitigkeit zieht ein. Vielleicht ist es aber auch möglich, mit Änderung des Sprachgebrauchs den einseitigen Herrschaftsanspruch zu schwächen und so zu helfen, ihn abzuschaffen. Auf jeden Fall, liebe Brüder und Schwestern, zeigen wir, wenn wir die Zuschreibung von Oberbegriffen auf Unterbegriffe nicht mehr akzeptieren, dass wir mit diesem System nicht einverstanden sind. Auch das ist doch schon was. 

Deshalb bitte ich euch, lasst uns alle Jahwe sagen.

09.05.2012

08.05.2012

WHO IS HU



Wer ist Humanist?

Wer das schon immer mal wissen wollte, hat jetzt eine Möglichkeit sich zu informieren. Seit Kurzem ist WHOISHU im Netz. Das Internetportal der Fotografin Evelin Frerk zeigt "Gesichter gegenwärtiger Humanisten, Agnostiker und Atheisten". 
Die unterschiedlichsten Personen mit den unterschiedlichsten Biografien sind dort zu sehen und, leider nur teilweise, auch zu lesen. Nicht jeder hat leider die Chance zur Kurzvorstellung genutzt oder die Fragen zu "Epikurs Garten" beantwortet. Fragen, die einen kleinen Überblick über persönliche Einstellungen und Motive geben. Natürlich waren Elli S. und ich da vorbildlich. :)
Falls ihr aktive Humanisten kennt, die dort mit hineingehören oder falls ihr selbst einer seid, das Projekt läuft ständig weiter. Einfach das Kontaktformular nutzen und bei Evelin Frerk melden. Die ist viel unterwegs, und so kann es eine Weile dauern, bis es was mit den Aufnahmen wird. Aber irgendwann wird es so weit sein. Dann, so bitte ich euch, macht euch auch die kleine Mühe, dort etwas über euch zu sagen. Es ist einfach schöner wenn man mehr als nur ein Bild als Information hat und wer von uns ist nicht selbst auch ein kleines bisschen neugierig?


06.05.2012

Nudlig war´s

Da keiner vorhersehen konnte, dass unser schon heilig gewordener Treff, das Mona Lisa in Berlin, sich IHM zu Ehren einer Renovierung unterzog, mussten wir kurzfristig umplanen. Auf der Suche nach einer Gaststätte die würdig erschien, als Rahmen unserer heiligen Handlung zu fungieren, landeten wir in der Trattoria Libau und blieben so im Kultstadtbezirk.



Das gewinnende Äußere, welches uns Piraten eigen ist, machte es uns auch hier wieder leicht, Wohlwollen zu erlangen. Wir wurden freundlich bedient, es wurde besonders gut für uns gekocht und wir hatten obendrein einen Tisch mit Anschluss zur  Straße.

So verbunden mit der Außenwelt, konnten wir direkt die Ungläubigen ansprechen und unsere Flyer übergeben. Neugierig genug wurde ja immer zu uns geschaut, nicht nur, als wir die Nudelmesse zelebrierten.

 
Nun werden alle Gaststätten dieser Welt aber erst mal auf uns Pastafari verzichten müssen. Hätten wir vorhergesehen, was für ein schöner Sommertag uns da lachte, hätten wir schon da die Freiluftnudelmessensaison eröffnet. Ganz Berlin schien sich im Freien auszutoben. Unser Monster muss da wohl wieder mal am Biervulkan gedöst haben. Sonst hätten wir doch ein eindeutiges Zeichen erhalten, IHM unter freiem Himmel zu huldigen. Manchmal ist ES aber auch sehr schusselig.

Egal, wir hatten eine schöne Zeit und schmiedeten schon Pläne für die kommende Messe im Park. Bis dahin allen Pastafari eine sonnige Zeit.

Eure Elli S.

03.05.2012

Das Wort zum Freitag

aus der Reihe "Basteln mit Elli S."
Der Sommer kehrt nun ein und es drängt die Piraten ins Freie. Die Zeit bis zum Freitag ist knapp und der Piratenhut eindeutig zu warm. Also muss schnellste Abhilfe geschaffen werden. Hier kommt meine Anleitung zu einem zünftigen Piratentuch:
Zutaten:
Schere, 
Stoff in den Abmaßen 85 x 85 cm
Nadel
Textilmalstift

und so geht es:
Kapert eine alte Tischdecke oder ein abgetragenes Hemd oder T-Shirt. Günstig ist  leichtes Material für den Sommer. Schneidet euch nun ein Quadrat mit dem Abmaßen 85 x 85 cm oder gleich ein Dreieck. Schon seid ihr fertig.
Wer es individueller gestalten möchte, kann die Ränder ausfransen. Gut macht sich hierbei eine Stopfnadel als Hilfsmittel.
Wer möchte, der umsäumt es mit der Nähmaschine im Zick-Zack-Stich oder klappt einen Saum 2 x ein. Wer in der Schule Handarbeitsunterricht hatte, kennt sicher noch die Stiche zur Umsäumung von Stoffen. Sollte hier Hilfe von Nöten sein, sagt es mir. Auch da kann ich nachhelfen.
Habt ihr einen hellen Farbton für euer Tuch gewählt, könnt ihr gleich mit dem Stift wahlweise das FSM oder den Piratenfisch an geeigneter Stelle platzieren. Die einfachste Variante hier auf dem Foto:
Sollte euer Tuch aber dunkel sein, nehmt einen kleinen Fetzen hellen Stoff (altes Taschentuch z.B.) und zeichnet darauf euer Lieblingsmotiv. Dann schneidet ihr es aus, umsäumt oder franst ebenfalls leicht aus und näht es am Tuch fest.
Hier die wohl bekannteste Variante eines selbst gebastelten Piratentuches:
Da es ja den strengen Blicken der Polizei ausgesetzt ist, BS trägt es auf seinem Fahrelaubnisbild, habe ich ordentlich umsäumt.

Euch wünsche ich viel Spaß bei euren ureigenen Kreationen und natürlich einen entspannten Freitag bei reichlich Pasta und Bier.

Eure Elli

02.05.2012

Religion ist Privatsache



Wir Pastafari sind nicht nur überall, wir helfen uns auch überall. 
Jetzt mit der Aufforderung an unsere österreichischen Leser mit ihrer Stimme zwei Initiativen zu helfen, die es unbedingt verdient haben, anerkannt zu werden. 
Bereits im September 2011 hatten wir euch gebeten, der Kirche des FSM Austria zu helfen,  religiöse Bekenntnisgemeinschaft zu werden. Damals fehlten noch weit über 100 Stimmen,  um das erste Ziel auf diesem Weg zu erreichen. 
Nun sind es nur noch 8, jawohl, nur noch 8 Stimmen die benötigt werden. 
Nie war der Satz "Auf deine Stimme kommt es an" leichter zu veranschaulichen als hier. 

Aber auch ein andere Initiative steht kurz vor dem Ziel. Eine, bei der ihr euch vielleicht fragen werdet, wie kann ein strenggläubiger Pastafari wie ich nur deren Behauptung "Religon ist Privatsache" unterstützen?
Die Erklärung ist ganz einfach. Die Gleichberechtigung, die wir immer wieder für uns im Verhältnis zu anderen Religionen einfordern, wirklich zu erreichen, ist nur auf einem Weg möglich. Genau auf dem Weg, Religion völlig zu privatisieren und jegliche öffentliche Förderung an alle Religionsgemeinschaften einzustellen. 
Auch hier ist das Ziel fast erreicht. Nur 11 Stimmen fehlen dort noch. 
Die müssen allerdings bis zum 15. Mai zusammen gekommen sein, sonst ist der Anlauf gescheitert. 

Lasst das nicht zu. Helft mit eurer Unterschrift dieser Initiative und damit uns selbst.

Seine Schöpfung