28.12.2013

Gute Fahrt, Al Zarkawi!


Wann es den ersten Kontakt zwischen uns gab, weiß ich nicht mehr. Aber es hat nicht lange gedauert, und Al Zarkawi, der Papa der italienischen Pastafari, hat mir vorgeschlagen, eine länderübergreifende europäische Sektion zu gründen. Ich habe das abgelehnt, weil mir der organisatorischen Aufwand im Verhältnis zum zu erwartenden Nutzen zu hoch war. Warum nicht einfach die Zusammenarbeit stärken und warten, was sich entwickelt?

Und es hat sich entwickelt. Es war seine Idee, die Achse Rom - Berlin wieder neu zu beleben. So ganz passte uns der Name aber doch nicht und wir grübelten, wie man das so hinbekommen kann, dass es sowohl in italienisch als auch in deutsch keinen Anschein von nationalistischen Tendenzen erweckt. PastAchse Berlin - Rom passte in beiden Sprachen und wir hatten unser erstes Gemeinschaftswerk vollbracht.

So waren wir ständig in der Diskussion und lernten uns trotz Sprachproblemen immer besser kennen. Da war es fast logisch, dass auch eine ernsthafte Einladung zum Pastafaritreffen der Italiener kam. Aber irgendwie war es nicht die richtige Zeit und Italien weit weg von der Uckermark. So habe ich Al Zarkawi nie persönlich kennen gelernt. Aber muss man das, um Freundschaft zu entwickeln?

Wir haben uns immer wieder auf facebook getroffen, wir haben gesehen, was der andere macht, wie sich die Gruppen entwickeln und auch immer mehr ein Stück Persönliches entdeckt. Wie stolz war Al Zarkawi jedesmal, wenn er wieder ein neues Bild von seiner kleinen Tochter ins Netz stellen konnte.

Er hat sich gefreut, als wir unsere CD veröffentlicht hatten, und, obwohl er kein Wort deutsch konnte, gleich 4 Stück bestellt. Ich habe mich mächtig gefreut,  wie fesch er und seine Truppe immer als Piraten waren und was für einen tolle Papsstab Al Zarkawi hatte. Genau so über die Post, die noch im September aus Rom bei uns ankam. Nur was es mit der großen hölzernen Gabel auf sich hat, die einer der Italiener immer trägt, konnte mir Al Zarkawi  nicht sagen. Aber das wollte er noch heraus bekommen.

Von ihm werde ich es nicht mehr erfahren. Heute wird Al Zarkawi in Rom beerdigt. Er lag, das ist alles, was ich bisher weiß, einige Wochen im Krankenhaus und es konnte ihm nicht mehr geholfen werden.

Aber etwas anderes weiß ich nun. Als es vor einiger Zeit eine Diskussion um Trauer gab war meine feste Meinung, die ist zu einem großen Teil Selbstmitleid und im Bewusstsein dessen müsste sie vermeidbar sein. Es ging um selbstbestimmten Freitod am Lebensende und dort mag das möglich sein. Jetzt bin ich einfach nur traurig.

Gute Fahrt zum Biervulkan, mein Bruder und Freund Al Zarkawi.




24.12.2013

Maria´s Sohn



Meine heutige Geschichte geht weit zurück, sie trug sich zu, als es die Zeitrechnung noch gar nicht gab. Es gab aber schon Pastafari. Die wussten das noch nicht, hatte ES sich doch noch gar nicht offenbart. Zu allen Zeiten gab es aber schon Menschen, die nach Seinen flauschigen moralischen Standards lebten. Manchmal waren es sogar welche, die offiziell zu anderen Religionen gehörten. Von solch einer Pastafarina erzähle ich euch jetzt.

Zu jener Zeit gab es viele Religionen. Jeder lebte seinen Glauben nach dem vermeintlichen Willen seines Gottes oder aber nach seinem eigenen. Berührungen zwischen den verschiedenen Glaubensrichtungen gab es ständig und auch entsprechenden Austausch. Nur eine Gruppe, die Juden, wollten lieber unter sich bleiben. Das war für die anderen kein Problem, denn die strengen Regeln des Judentums sagten ihnen nicht im geringsten zu. Allerdings konnte es gelegentlich schon vorkommen, dass ein besonders hübsches Judenfräulein einem stattlichen Piraten zur Verlockung wurde und er sie letztlich zum Weibe nahm.

Auch Maria, eine bildhübsche Jüdin, war auf dem besten Wege, sich so einen Ritter der Meere zu angeln. Sie war jung und lebenslustig. Ihr genügte es nicht mehr, gierige Männerblicke auf sich gerichtet zu sehen. Sie wollte endlich wissen, wie es ist, mit einem Manne zusammen zu sein und sich dem Liebesrausch mit Haut und Haaren hinzugeben. Leider gab es in ihrer Religion da so manch unüberwindbares Hindernis. Keusch sollte aber wollte sie nicht sein. Sie hielt die Augen offen nach einem Manne, der sich über alle strengen Regeln hinweg setzen würde und begegnete eines Abends einem Piraten auf Landgang. Sie plauderten und flirteten. Schnell stellte Mary fest, dass dieser junge Mann ganz anders war, als die, die in ihrem Umfeld zu finden waren. Das gefiel ihr, das wollte sie und so ging sie mit ihm in sein Quartier und verbrachte die Nacht mit ihm, endlich am Ziel ihrer Wünsche angekommen. Ansgar, der Pirat, freute sich über seine besonders hübsche und gar nicht zimperliche Freundin, die ihn nun immer wieder besuchen kam. Doch das Glück hielt nicht lange an.

Auch andere Burschen des Dorfes bemerkten Marias Schönheit und wollten ebenfalls mit ihr zusammen sein. Die war sehr geschmeichelt und neugierig, wie die Freuden, die sie gerade erst entdeckt hatte, wohl mit weiteren Männern wären. Bald siegte ihre Neugier und sie wendete sich auch anderen Freibeutern zu. Sie lebte wie in einem Rausch und bemerkte zu spät, dass sie sich bald einen Ruf einhandelte, wie sie ihn lieber nicht haben sollte. Es kam, wie es kommen musste, sie wurde schwanger.

Nun war guter Rat teuer. Sie brauchte einen Partner, der sie zur Frau nahm und für sie und das ungeborene Kind sorgen würde. Dazu hatten die Burschen, die sich zuvor gern mit ihr vergnügten, nun aber nicht die geringste Lust. Es gab aber eine Sitte zu jener Zeit, dass allen, die ein Kind gezeugt, sich aber nicht zu ihm bekannt hatten, die Vorhaut abgeschnitten wurde, damit sich diese Jünglinge nicht mehr in dem Maße am Sex erfreuen konnten, wie es das Spaghettimonster vorgesehen hatte. 



Die Juden, die gemerkt hatten, wo Maria immer hin gegangen war, wollten deshalb das ganze Seeräuberdorf umstellen, allen 200 Männern die Vorhäute abschneiden und diese dem zum Brautgeschenk machen, der Maria heiraten würde.

Als das Monster das vernahm, kippte es vor Schreck fast vom Firnament. Am folgenden Tag besah es sich die liebe Maria aus der Nähe, beobachtete sie eine ganze Weile und merkte, wie sie immer noch heftig mit jedem Piraten schön tat, der ihr in die Quere kam. Als sich endlich eine Gelegenheit bot, sie allein anzutreffen, zeigte ES sich ihr und richtete vier Worte an sie: „Sag mal, gehts noch?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, packte unser Fliegendes Spaghettimonster sie mit Seinen Nudeligen Anhängseln und setzte sie dort ab, wo sie her kam. Nicht jedoch, ohne ihr eine Geschichte ins Ohr zu flüstern.



Maria lächelte, und jeder, der dieses Lächeln sah, musste ihr alles glauben. So hatte ES es gefügt. Sie suchte sich eine Höhle, die sie vom Ziegenhüten kannte. In die Krippe, die dort noch stand, legte sie nach einer völlig schmerzfreien Geburt ihren Sohn, den sie Jesus nannte.

23.12.2013

Schön wars....


...auf dem Lucia - Weihnachtsmarkt. 

Wir waren rechtzeitig da und hatten so noch etwas Zeit, uns erst einmal mit einem Glühwein vorzuwärmen.




Wem die Wärme von innen nicht reichte, der konnte sich auch noch von außen wärmen. Die Plätze waren ständig besetzt.





Wie immer empfingen wir die Besucher wieder am Eingang Knaackstraße.

Weil wir aber gemerkt hatten, auch auf dem Markt selbst konnte man gut ins Gespräch kommen, waren zwei von uns immer wieder auch dort unterwegs.




Die Taktik ging voll auf. Unsere Flyer, je 250 Stück von der wahren WeinAchtsGeschichte und  unsere neuen Vorstellungsflyer, waren in knapp 1 1/2 Stunden alle. Auch die Fleischbällchen hatten fast bis zum Schluss gereicht und wir führten einige nette Gespräche. Vor allem das mit einem Herrn, der schon vor hatte, eine humanistische Partei zu gründen, war überaus interessant.


Wir konnten etwas zeitiger als geplant ins Knofel umziehen, um unsere Satzungsänderung über die Bühne zu bringen. Das ging schnell, nun können unsere Mitglieder auch elektronische abstimmen, und pures Wohlfühlen war angesagt: Knoblauchbier, Knoblauchschnaps, Knoblauchkräuterschnaps, gebackenen und frittierten Knoblauch zum knabbern und Knoblauchspaghetti zum Sattwerden. Was will das Herz mehr?



Na etwas, was uns fehlt, seit unser Stammitaliener zu  gemacht hat: ein neues Stammlokal. Kurze Absprache mit dem Wirt, der schmunzelte, als ich ihm die Nudelmessen erklärte, die wir hier gern ab und an halten würden, und wir hatten es gefunden.



Ein schöner Abschluss für 2013. Möge 2014 für uns und für euch genau so erfolgreich werden, wie es dieses Jahr war.

20.12.2013

Das Wort zum Freitag - Wenn das dritte Lichtlein brennt.....

.....wird sich entspannt zurückgelehnt. 



Dann wird geschmunzelt darüber, was andere, die nicht im einzig wissenschaftlichen Glauben zu Hause sind, so alles anstellen, um nur irgendwie in ihrem Unglauben verharren  zu können. 

Die sich oft so stolz gebärdenden Muslime zeigen sich dabei als regelrechte Angsthasen. Der indonesische Gelehrtenrat verbietet Weihnachten. Gelehrtenrat? 
Ja, doch, die haben tatsächlich ein Buch gelesen. Sie können es sogar auswendig. 

Sie haben auch Angst, ihr Allahgott hätte nicht gerade den Längsten. Deshalb müssen sie den ganzen Terror,  den der Jahwegott schon mal selbst erledigt, übernehmen. Nun haben andere Angst vor Radikalisierung junger Moslems. Nö, nö, noch kein Schluss mit der Angst. Nun sind wieder die Moslems dran. Die haben große Angst, dieser Nachschub an Radikalen könnte ausbleiben. Das könnte passieren, wenn der Islam insgesamt reformiert und auf seine barmherzigen Seiten begrenzt wird. Doch der Koordinationsrat der Muslime will keine Theologie der Barmherzigkeit und fordert die Absetzung des liberalen Professors Khorchide, der die propagiert. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass sie halt unter Gelehrten etwas anderes verstehen als die, die wenigstens teilweise versuchen wissenschaftlich zu arbeiten.

Angst haben aber nicht nur die Muslime. Bei den Christen scheint es nicht anders zu sein und die umgekehrt genau solche Angst vor dem Islam zu haben. Wobei ich das dort wirklich gut verstehen kann wenn sie fordern: Die Kirchen nicht zur Propagandeplattform für den Islam machen.  Sie haben es auch so schon schwer genug. Es war ein bitterer Herbst für die Kirche. Katholische Verbote schwächen den Glauben so sehr, da kann wohl selbst eine SMS von Jesus II das Ruder nicht mehr herumreißen. Dabei helfen unsere Politiker tatkräftig wie nie dabei, den maroden Kahn auf Kurs zu halten. Bei denen zählt das Motto: So viel Religion war selten. 

Das macht nun wieder mir Angst, liebe Brüder und Schwestern.

Angst vor all den Religionen, die nicht so tolerant sind, nicht solche flauschigen moralischen Standards haben und nicht so fest auf dem Boden der Wissenschaft stehen, wie unsere. 

Deshalb lasst uns dafür sorgen, dass sich unsere Werte durchsetzen  und uns als Piraten die krummen Deals mit der Kirche hinterfragen.

In dem Sinne wünsche ich euch ein tolles drittes Pastat und ein lustiges, genussvolles Lichterfest. Achtet den Wein.



18.12.2013

Weihnachtsmarktaktion 2013





Auch in diesem Jahr sind wir wieder auf dem Lucia-Weihnachtsmarkt um Fleischbällchen und unsere Wahre Weihnachtsgeschichte unter die Leute zu bringen.


Wir treffen uns jetzt am Sonnabend, den 21. 12.2013 um 15:00 Uhr am Eingang Knaackstraße 97 der Kulturbrauerei Berlin. Dort werden wir etwa eine Stunde Flyer und Fleischbällchen verteilen, dann mal selbst über den Markt gehen und schließlich ins "Knofel" umziehen. Da wollen wir nach einem kurzen offiziellen Teil in den Abend rutschen. Wenn ihr Lust habt, auch mit einer kleinen Messe.



Gäste sind sowohl auf dem Weihnachtsmarkt als auch im Knofel herzlich willkommen.

13.12.2013

Allen Pastafari ein uriges 2. Pastat





Mir hat es eine ganz besondere Überraschung gebracht. Unser aller Bundeskanzlerin hat sich an mich gewandt und um Hilfe gebeten. Danke an Bruder Girandole alla Napoli, der das ursprünglich an ihn fehlgeleitete Schreiben an mich weiter geschickt hat.


Seht selbst:







Sogar ihre Glocke schwingt sie für mich. Wer könnte da widerstehen? Lasst uns diesen erfundenen Nikolaus jagen und die wahre WeinAchtsGeschichte verbreiten.


Wir machen das wieder am nächsten Sonnabend, den 21.12.2013 ab 15:00 Uhr auf dem Lucia Weihnachtsmarkt der Kulturbrauerei Berlin, Eingang Knaackstraße.


Jeder, der uns dabei helfen möchte, ist herzlich willkommen.


12.12.2013

Das Wort zum Freitag - Mut sich einzubringen

Heute, liebe Gemeinde, möchte ich euch Mut zusprechen und Hoffnung geben. 
Mut, auch in kleine Dinge, die viele übersehen, als  wichtig anzunehmen und Hoffnung, daraus möge etwas erwachsen. 


Auch ich,  muss ich zugeben, war ein Zweifler. Auch ich war nicht sicher, ob es sich lohnt eine Mail an den SWR zu schreiben, weil mir etwas aufgefallen war. Etwas, was in der Diskussion auf Facebook und anderswo viele als unbedeutend angesehen haben. Nicht alle, aber, wie ich fand, viel zu viele.  Eine Moderatorin des SWR hatte in einer Sendung ein übergroßes, deutlich sichtbares Kreuz getragen und ich darin eine Verletzung der weltanschaulichen Neutralität gesehen, zu der alle öffentlich-rechtlichen Sender verpflichtet sind. 



Deshalb hatte ich an den Intendanten geschrieben.



Ich war, gebe ich zu, auch hoffnungslos, als ich nach zwei Wochen noch immer keine Antwort hatte. Doch das Monster lehrte mich wohl nur, die nicht zu schnell zu verlieren. 

Nun kam die Antwort, und, wie ich finde, eine ungemein sachliche. Ich fühle mich in meinem Anliegen jedenfalls ernst genommen. Nun hoffe ich nicht nur auf weitere Wirkung meines Schreibens, sondern auch darauf, dass diese Geschichte auch euch veranlassen könnte, euch in öffentliche oder halböffentliche Debatten einzubringen. Wer daran Interesse hat und auf Facebook ist, findet z.B. hier genug Material. 

Hier nun die Antwort des Senders:



Sehr geehrter Herr Weida,


Haben Sie besten Dank für Ihre Zuschrift an den Intendanten des SWR, in der Sie sich kritisch mit der ARD Buffet Moderatorin Evelyn König und ihrem Halsschmuck, einem großen Kreuz, auseinander setzen.


Als zuständige Hauptabteilungsleiterin für das ARD Buffet möchte ich Ihnen gerne antworten. Frau König trägt die Kette als Modeschmuck und verbindet damit keinerlei Botschaft, ich habe mich lange mit ihr darüber unterhalten.
Ob man das nun mag oder nicht, das Kreuz ist inzwischen auch ein säkulares Modemotiv geworden, wie das Peacezeichen und anderes mehr.


Gleichwohl haben Sie mit Ihrer Zuschrift berechtigerweise dafür sensiblisiert, dass man das Kreuz, selbst wenn es durch Größe und Machart als modisches Accessoire kenntlich wird, auch als  Symbol und somit als Botschaft und demonstrative Maßnahme deuten könnte.


Unsere Moderatoren, auch Frau König, werden in Zukunft noch mehr darauf achten, in ihrem  Erscheinungsbild derartige Missverständisse auszuschließen.
Ich darf Ihnen abschließend versichern, dass Frau König mit dem Kreuz völlig arglos umgegangen ist und niemanden provozieren wollte. Sie wird es in Zukunft in der Sendung nicht mehr tragen.

Damit, hoffe ich, sind Ihre Zeilen hinreichend beantwortet. Ich danke Ihnen für Ihr kritisches Interesse an unserer Sendung und hoffe, Sie bleiben uns ein wacher, treuer Zuschauer.
Mit besten Grüßen


Sylvia Storz
HA Service und Familie


Was sagt ihr dazu? Ich finde die Mail und die angesprochene Sensibilisierung für weltanschauliche Problematik als durchaus glaubhaft. Deshalb habe ich in meiner Antwort auch auf die am Ende der Sendung beim gemeinsamen Essen gebrauchte Floskel "Gesegneten Appetit" hingewiesen. 




09.12.2013

Mitgliederversammlung der KdFSM Deutschland e.V.

Hier die letzte Rundmail sozusagen als öffentliche Zustellung. Bitte beachtet, dass die sich nur an die Vereinsmitglieder richtet, nicht an die Mitglieder auf Facebook.
Zur Weihnachtsmarktaktion sind aber auch die herzlich willkommen. 
;)

Liebe Vereinsmitglieder,

inzwischen haben wir auch die Gaststätte für die sicher notwendige außerordentliche Mitgliederversammlung gefunden.

Deshalb hier noch mal alles auf einen Blick:

Mitgliederversammlung
am 14.12.2013 um 15:00 Uhr in Templin, Schulzenfelde 9. 
Tagesordnung: 1. Satzungsänderung (s.u.)
                       2. Sonstiges
Übernachtung ist nach Anmeldung kostenlos möglich.


Da wir bei der Mitgliederversammlung sicher nicht die für eine gültige Satzungsänderung notwendige Anzahl an anwesenden Mitgliedern erreichen werden, folgt satzungsgemäß innerhalb von 14 Tagen die


Außerordentliche Mitgliederversammlung
am 21.12.2013 um 17:00 Uhr in Berlin, 10439 Berlin, Wichertstraße 33, im Knofel http://www.knoblauchrestaurant.de

Tagesordnung ist die gleiche. Diese Versammlung ist unabhängig von der Anzahl der Anwesenden beschlussfähig. Trotzdem würden wir uns sehr freuen, wenn möglichst viele von euch dabei sein könnten oder wenigstens per Stimmdelegierung dabei sind.

Vorher treffen sich alle, die Lust dazu haben, um 15:00 Uhr in der Kulturbrauerei, Eingang Knackstraße, zu unserer jährlichen Weihnachstmarktaktion. http://fsm-uckermark.blogspot.de/2012/12/aufklarung-auf-dem-lucia-weihnachtsmarkt.html


Hier auch noch mal die von uns vorgeschlagene Satzungsänderung:

Es soll der Vorschlag, den wir vom Amtsgericht bekommen haben, übernommen und in die Satzung eingepasst werden. Dazu würden wir die um den neuen § 14 "Formen der Mitgliederversammlung" ergänzen. Alle weiteren §§ werden in der Zählung dementsprechend verändert.  Die komplette  neue Satzung ist im Anhang, hier der eingeschobene Paragraph <<...>>

§ 14 Formen der Mitgliederversammlung

„Die Mitgliederversammlung ist entweder im virtuellen Verfahren oder im Präsenzverfahren zu berufen. Für beide Verfahrensweisen gelten für die Abstimmung folgende Regeln:

a) Die Berufung erfolgt per E-Mail, Telefax oder Brief durch den Vorsitzenden.

b) Der Vorsitzende gibt die vorläufig durch ihn festgesetzte Tagesordnung bekannt und gibt den Mitgliedern Gelegenheit, die Aufnahme weiterer Punkte binnen zwei Wochen in die Tageordnung zu beantragen. Die Mitglieder können die Aufnahme weiterer Punkte beantragen; in eiligen Fällen kann der Vorsitzende eine Tagesordnung festsetzen, ohne Gelegenheit zur Aufnahme weiterer Punkte zu geben.

Verspätet eingegangene Anträge finden keine Berücksichtigung. Der Vorsitzende kann hiervon Ausnahmen machen, wenn die Verspätung genügend entschuldigt wird oder andere Gründe, insbesondere die Verfahrensökonomie die Aufnahme des Punkts rechtfertigen. Der Vorsitzende entscheidet nach billigem Ermessen.

c) Nach Ablauf der zwei Wochen hat der Vorsitzende die endgültige Tagesordnung bekannt zu geben, die einzelnen zur Entscheidung stehenden Fragen zu formulieren und alle Mitglieder binnen zwei Wochen zur verbindlichen Abstimmung über die einzelnen Punkte aufzufordern.

d) Die Mitglieder können über die einzelnen Punkte abstimmen, indem sie den Ersten Vorsitzenden in Schriftform, per Telefax oder per E-Mail unterrichten, wie sie in den einzelnen zur Entscheidung stehenden Punkten entscheiden. Für die Fristwahrung ist der Zeitpunkt des Zugangs der Stimmabgabe beim Ersten Vorsitzenden entscheidend. Eine verspätete oder/und formwidrige Stimmabgabe gilt als Enthaltung.

Im Übrigen und im Präsenzverfahren gelten die nachfolgenden Regeln der § 15 - 18

06.12.2013

Pastat, Pastat



Heute, liebe Brüder und Schwestern, tapfere Freibeuterinnen und Piraten, feiern wir das erste Pastat und zünden die erste Kerze an.


Wir wünschen euch uns uns eine spannende Zeit bis zum Licherfest. Legt euch immer mal unsere Pastafari-CD ein und genießt Lieder wie dieses von Käpt´n Chaos und Lady Miracula


05.12.2013

Das Wort zum Freitag - Der Stiefel des Niklas



Heute möchte ich euch die sehr alte Geschichte vom alten Niklas erzählen. Die wenigsten kennen sie noch, aber irgend wie kommt sie euch sicher ein wenig bekannt vor.
Niklas war Pirat und Pastafari wie du und ich. Er fuhr jahrein, jahraus zur See und konnte sich nichts besseres vorstellen. Am wohlsten fühlte er sich, wenn er in die Masten steigen konnte. Je stärker der Wind blies, desto besser fühlte er sich. Klettern konnte er wie ein Affe. Immer war er zuerst am Mastkorb, hielt Ausschau nach allem, was er mit bloßem Auge erfassen konnte. Sehnsucht nach dem Land verspürte er nicht, war rundum glücklich und zufrieden mit seinem Platz in der Welt.

Leider hält das Leben nicht immer nur Gutes für einen bereit. So kam es, dass bei einem sehr heftigen Orkan auf Deck alles drunter und drüber ging. Hohe Wellen schlugen über das Schiff. Das Wasser spritzte nur so. Die gesamte Mannschaft war auf Deck, um dem Orkan die Stirn zu bieten. Den Bruch eines Mastes konnten sie jedoch nicht verhindern. Er krachte auf die Planken, riss einige Piraten zu Boden und landete mit voller Wucht auf dem linken Bein von Niklas. Das ging nicht gut aus. Das Bein war gebrochen, ein offener Bruch. Natürlich wurde er sofort von der Last des Balkens befreit und unter Deck gebracht. Mit einer medizinischen Versorgung, wie wir sie heute kennen, konnte er allerdings nicht rechnen. Es dauerte nicht lange und eine schlimme Entzündung plagte ihn. Weit weg vom Land blieb letztlich keine Wahl. Das Bein musste amputiert werden, wollte man ihn retten. Also geschah es.

Wir alle kennen lustige Bilder von Piraten mit Holzbeinen. In Wahrheit aber sah es um die nicht mehr so lustig aus. Sie mussten lernen, sich mit einem Bein und Krücken fortzubewegen. Auf Schiffen waren sie oft nur noch ein Hindernis. Dann wurden sie künftig an Land gelassen und mit Aufgaben betraut, die sie noch bewältigen konnten. Hängen gelassen wurden sie nicht. Pastafari waren schon immer füreinander da.

Niklas wurde also eine Landratte. Er flickte Fischernetze, reparierte kaputte Waffen, strickte warme Pullover und Mützen für seine Kameraden oder unterstützte die Weiber in seinem Dorf, wenn die anderen Piraten auf See waren. Zu tun gab es wirklich genug für ihn.

Sah man ihn allerdings in der Abenddämmerung auf der Bank vor seiner Kate sitzen, machte er keinen sehr glücklichen Eindruck. Oft zog er dann den Stiefel von seinem gesunden Bein, streckte es aus und beobachtete traurig die Bewegung seiner Zehen. Blickte er auf, starrte er wehmütig aufs Meer. Meist nickte er irgendwann auf seiner Bank ein, bis ihn die Kälte weckte.

Es dauerte nicht lange und man begann über ihn zu tuscheln. Saß man abends noch auf einen Plausch in irgendwo beisammen, sprach man schon über ihn. Auch in der unmittelbaren Nachbarschaft war er eines Abends Thema. Einige Weiber fanden sich bei Peppi, der Frau seines Nachbarn ein. Peppi hatte ihre drei Jungen ins Bett geschickt und freute sich auf ein gemütliches Schwätzchen unter Freundinnen. Sie glaubte, dass die schon lange schliefen, wie das Jungen im Alter zwischen 6 und 9 Jahren in der Regel tun. Die aber lauschten neugierig dem Gerede der Erwachsenen, die sich langsam Sorgen um Niklas machten. Da die Kinder nicht jedes Wort verstehen konnten, glaubten sie, dass die Gemeinde der Pastafari mit Niklas nicht einverstanden war, weil er durch sein Verhalten die gute Stimmung drückte.

Die drei Lausbuben glaubten nach ihrem Lauschangriff im Recht zu sein, Niklas etwas zu ärgern. Ihre kindlichen Streiche drehten sich häufig um den Stiefel von Niklas. Sie versteckten ihn, buddelten ihn bis zur Hälfte in dem kleinen Blumenbeet vor dem Haus ein, stopften alles Mögliche und Unmögliche hinein oder stülpten ihn gar auf einen Ast des in der Nähe stehenden Baumes. Immer wieder hatten sie neue Ideen, warteten dann vom sicheren Versteck aus auf das Erwachen von Niklas und lachten sich eins. Sie prahlten damit sogar vor den anderen Kindern, die sich bald anschlossen.

Niklas beschwerte sich nicht, wurde aber noch trauriger, denn er hatte den Kindern ja nichts getan. Ganz langsam hegte er eine Abneigung gegen alle Kinder der Siedlung.

Als dann Ende November/Anfang Dezember alle Piraten die Saison auf See beendeten und zu ihren Familien zurück kehrten, wurde wie immer ein großes Begrüßungsfest am Lagerfeuer abgehalten. Natürlich wollte da auch Niklas nicht fehlen. All die Geschichten, die er nun zu hören bekam, ohne selbst dabei gewesen zu sein, brachten ihn doch dem Fahren auf dem Meer ein kleines Stück näher.

Es wurde gemütlich und warm am Feuer. In alter Gewohnheit zog Niklas seinen Stiefel aus. In alter Gewohnheit konnten die Nachbarjungen nicht widerstehen, ihm einen Streich zu spielen. Sie suchten einen alten Zapfhahn aus dem Schuppen, bohrten ein Loch in den Stiefel und steckten den Zapfhahn dort hinein. Dann füllten sie den Stiefel mit Bier und stellten ihn mitten auf die Festtafel. Es dauerte ein Weilchen, ehe der Streich bemerkt wurde. Es dauerte aber nicht lange, die Übeltäter auszumachen und sie zur Rede zu stellen. An der Feier durften die drei Witzbolde nicht mehr teilnehmen und wurden gleich in die Kate geschickt. Das hatten sie nun davon. Alle anderen hörten schöne Geschichten, sangen und tanzten bis in die Nacht hinein und sie drückten sich die Nasen an der Fensterscheibe platt.

Am kommenden Morgen knöpfte ihr Vater sie sich nochmals vor, wollte genau wissen, was sie sich dabei dachten und hielt ihnen anschließend eine Standpauke, die sich gewaschen hatte. Langsam begriffen die Jungen, dass Pastafari niemals Leute, die anders sind, anders denken oder anders aussehen, erniedrigen, ärgern oder veralbern. Der Vater trug seinen Söhnen auf, sich bei Niklas zu entschuldigen und sich wieder mit ihm zu versöhnen. Das fiel den Jungen sehr schwer. Sie schämten sich und versuchten sich deshalb zu drücken. Also besprachen sie miteinander, wie sie es wohl am besten anstellen sollten. Bald hatten sie die rettende Idee.

Als Niklas wieder auf seiner Bank eingenickt war, stibitzten die Jungen erneut den Stiefel, putzten ihn blitzblank, füllten ihn mit Obst, Gebäck, Nüssen und sogar einem Glas Marmelade und einer Flasche Wein. Dazu schrieben sie eine lange Entschuldigung und stellten schnell den Stiefel vor die Tür, damit Niklas ihn beim Aufwachen auch ja gleich fand. Sein Erwachen warteten sie diesmal lieber nicht ab.

Als Niklas wach wurde und den Stiefel fand, huschte ein sehr glückliches Lächeln über sein Gesicht. Noch in dieser Nacht, es war der 5. Dezember, begann er den Ofen zu heizen und eine Riesenschüssel Pfefferkuchen zu backen. Als sie im Ofen waren, setzte er sich an den Tisch und schrieb auf, was er erlebte. Er schrieb sich seinen ganzen Kummer von der Seele, schrieb aber auch, wie sehr er sich über die Aufmerksamkeit der Kinder freute und wie er sich revanchieren wird. Dann stopfte er das beschriebene Papier in eine Flasche und verschloss diese sorgfältig.

Die Pfefferkuchen waren inzwischen fertig. Er nahm sie aus dem Ofen und wickelte jeden in ein Stück Papier. Dann wühlte er alle linken Socken aus seiner Truhe. Er brauchte sie ja schon lange nicht mehr und sockenfressende Monster in der Waschmaschine gab es damals noch nicht. Jeder Pfefferkuchen wurde in einen Socken gestopft und anschließend in einen großen Korb gelegt. Die Flasche kam dazu. Niklas zog sich warme Sachen an und verließ die Kate, um an jede Klinke der Häuser seiner Siedlung, in denen es Kinder gab, die Socken mit den Pfefferkuchen zu hängen. Jedes Kind sollte bedacht werden. Auf diese Art wollte er ihnen zeigen, dass er nicht mehr traurig ist.

Bevor Niklas wieder in die warme Kate zurückkehrte, schmiss er seine Flasche weit hinaus ins tosende Meer. Er war nun mit sich und der Welt im Reinen.

Am Morgen des 6. Dezember gab es nur glückliche Kinder.

Die Flasche muss irgendwo gestrandet sein, wo man die Botschaft von Niklas übernahm. Warum sonst werden überall am 05. Dezember geputzte Stiefel vor die Tür gestellt, die dann am anderen Morgen mit Süßigkeiten gefüllt sind?

Euch ein schönes Erstes Pastat und natürlich auch einen Pfefferkuchen in Stiefel oder Socke.







28.11.2013

Das Wort zum Freitag - Elch Edvin und das Pastat



Weshalb Pastafari im Dezember gern rote Mützen tragen, wisst ihr ja schon. Wisst ihr auch, weshalb die Kinder der Pastafari gern Mützen oder Haarreifen mit Geweihen tragen? Nein? Dann will ich es euch erzählen.

Vor vielen vielen Jahren gab es einen Piraten Namens Cox Nudler. Cox heißt auf norwegisch Steuermann. Sein Vorname ist über die Jahre in Vergessenheit geraten, da alle ihn nur Cox riefen.

Dieser Cox war ein recht lustiger Geselle. Er war beliebt bei Jung und Alt, denn er wusste sie alle stets mit sehr abgefahrenen Geschichten zu unterhalten. Cox, eine Art norwegischer Käptn Blaubart, konnte nämlich flunkern, dass sich die Balken bogen.

Ging Cox in der Pastatzeit von Bord, um es sich in seiner warmen Kate gemütlich zu machen, lauerten schon alle Kinder der Umgebung, dass er sich ans Feuer setzte. Es dauerte nicht lange und er wurde von ihnen umringt. Sie drängten ihn dann so lange, bis er nachgab und ihnen eine Geschichte erzählte. Ähnlich erging es Cox, sobald er sich aus dem Haus begab. Erblickten ihn die Kinder, setzten sie alles daran, ihn in ihre Kate zu zerren, damit er ihnen am Feuer mit seinen Geschichten wieder mal einen Bären aufbinden konnte.

Cox war groß und stattlich und schon von Weitem auszumachen, ähnlich eines Leuchtturms. Alle erkannten ihn an seinem dick gestrickten Pullover. Auf der Brust prankte ein riesiger Elch mit einer roten Nase. Auf dem Kopf trug er stets eine gestrickte rote Wollmütze mit einer großen weißen Bommel drauf.

„Warum trägst du immer diesen Elch auf der Brust“, fragten die Kinder. Da lehnte er sich zurück, stopfte sein Pfeifchen, zog eine Augenbraue hoch und blinzelte die Kinder an. Eine kleine Weile dachte er nach. So fing es immer an. Die Kinder waren ganz still und starrten gebannt auf seinen Mund und schon begann er zu erzählen:

„Als ich ein Junge war, ging ich nur so zu meinem Vergnügen gern in den Wald hinein. Ich war gut zu Fuß und konnte mich schon damals ausgezeichnet orientieren. So kam es nicht selten vor, dass ich morgens los lief und erst in der Dämmerung nach Hause kam. Ich suchte mir meist in der Mittagszeit eine Lichtung und setzte mich ins Dickicht am Rande. Dabei beobachtete ich die Tiere des Waldes. Von ihnen kann man nämlich sehr viel lernen. Irgendwann kamen dann auch mal Elche vorbei. So riesig, wie die waren, hatte ich großen Respekt. Da bemerkte ich einen ganz jungen Elch. Er zog ein Bein nach und sah sehr gequält aus. Als ich genauer schaute, erkannte ich eine Tierfalle an seinem Hinterbein. Er war schon ganz schwach, konnte der Herde kaum noch folgen. Die großen Tiere trabten langsam weiter, entfernten sich aber zusehends von dem kleinen Elch. Da fasste ich mir ein Herz, ging langsam auf ihn zu und sprach beruhigend auf ihn ein. Er sah mich aus traurigen Augen an, konnte sich kaum noch auf den Beinen halten. Blut sickerte aus dem verletzen Bein. Ich gab ihm zu verstehen, dass er ruhig sein soll, wenn ich ihm helfe. Er nickte stumm und ergab sich in sein Schicksal. Da griff ich mit aller Kraft in das Eisen und stemmte es auf. Schnell zog der kleine Elch sein Bein heraus und sank erschöpft zu Boden. Ich riss sofort einen Hemdsärmel ab, machte daraus schmale Streifen und umwickelte das verletze Bein. Auch eine Schiene legte ich ihm aus einem gerade gewachsenen Ast an. Zum Glück hatte ich in meinen Hosentaschen stets Taschenmesser, Strippe und Süßkram. So konnte ich nach fachmännischer Wundversorgung dem Elch sogar noch etwas Zuckerzeug in die Gusche schieben. Er verschlang es geradezu und sah danach gleich besser aus. Ich erklärte ihm, dass ich jetzt täglich zu dieser Lichtung kommen werde, um nach der Wunde zu schauen. Er nickte, schien mich zu verstehen. Ich fragte, ob er auch einen Namen hat. Da schrieb er mit einem Vorderhuf den Namen „Edvin“ in den Sand. Ich war verblüfft.

Die anderen Elche bemerkten wohl das Fehlen des kleinen Edvin, kamen zurück, um nach ihm zu schauen. Mir wurde ganz mulmig zumute. Das war nicht nötig, denn die klugen Tiere erkannten, was geschehen war, kamen langsam an mich heran und stupsten mit ihren langen Elchnasen liebevoll gegen meine Hand. Das kitzelte etwas und ich musste lachen. Das Eis war gebrochen. Ich verabschiedete mich fürs erste und machte noch einmal allen eindringlich klar, sich morgen hier wieder einzufinden. Dann ging ich nach Hause.

Täglich ging ich nun in den Wald, traf Edvin und seine Freunde. Das tat ich so lange, bis Edvin wieder ganz gesund war. Am letzten Tag verabschiedeten wir uns besonders herzlich, denn meine neuen Freunde wollten nun weiter ziehen. Es war aber kein Abschied für immer, wie sich nach Jahren heraus stellte.

Die Jahre vergingen, ich wurde erwachsen, fuhr zur See als Steuermann. Ihr wisst ja, ich war ein wandelndes Navigationssystem. Gegen das Wetter konnte ich aber leider nicht an. Einmal, gerade als wir zum Pastat nach Hause segeln wollten und schon fast die Küste erreichten, wurde es so kalt, dass unser Schiff vom Eis eingeschlossen wurde. Wir kamen nicht vor und nicht zurück. Eine ganze Woche steckten wir schon so fest. Die Vorräte gingen langsam zur Neige. Da entdeckte ich am Ufer eine Gruppe von Elchen. Ich hatte nichts zu verlieren und rief nach Edvin. Es hätte ja sein können, dass er unter ihnen war. Nach so vielen Jahren hätte ich ihn sicher nicht mal aus der Nähe erkannt. Ich rief also mehrfach seinen Namen. Aber nichts geschah. Am folgenden Morgen aber stand Edvin da und mit ihm seine Gefährten. Sie hatten außerdem alle in erreichbarer Nähe befindlichen Elche zusammen getrommelt. Sämtliche Elche legten sich nun auf das kalte Eis und bildeten eine lange Kette bis ans Ufer. Sie tauten mit ihrer Körperwärme das Eis auf und schafften uns eine Fahrrinne. Edvin war besonders wagemutig. Er, inzwischen zu einem sehr stattlichen Elchbullen herangewachsen, stieg ins kalte Wasser und schob das Schiff von hinten an. So kam es langsam in Fahrt und bald schon erreichten wir das Ufer.

Erst jetzt sah ich, dass Edvin eine ganz rote Nase hatte. Sie war ihm im eiskalten Wasser etwas erfroren. Das tat mir mächtig leid. Ich bedankte mich sehr bei Edvin. Der begann auf einmal zu mir zu sprechen. Er dankte mir für meine Hilfe, als ich noch ein Junge war und beteuerte, dass er die rote Nase nicht so schlimm findet. Es macht ihn einmalig und obendrein kann ich ihn daran von jetzt an immer erkennen. Ich schlang meine Arme um seinen Hals und wir verabschiedeten uns, nicht ohne uns gegenseitig ein schönes Pastat zu wünschen. Noch am selben Abend bat ich meine Mutter, mir einen dicken Pullover zu stricken, der auf der Brust das Bild eines Elches zeigt. Auch wenn ich Edvin nie vergessen werde, so sollen doch auch all die Menschen um mich herum ihn sehen und das, was ich erlebte, ihren Kindern und Kindeskindern erzählen, wenn es mich schon nicht mehr gibt.“

Die Geschichte hat den Kindern so sehr gefallen. Auch sie gingen zu ihren Müttern, wünschten sich Pullover mit Elchmotiven oder Mützen mit Elchgeweihen. Sie hatten die Botschaft verstanden, die Cox Nudler ihnen vermittelte.

Cox lebt schon lange nicht mehr, die Kinder sind inzwischen Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großeltern von Kindern, die diese Geschichte noch kennen. Seht euch um, in der Pastatzeit werdet ihr so manches Kind, sogar Erwachsene mit Elchmützen oder zumindest roten Mützen sehen. Pullover mit Elchen auf der Brust werden hier und da getragen. Man nennt sie heute Norweger Pullover, nach dem Land, aus dem die Geschichte von Cox Nudler und seinem Elch Edvin stammt.

Erzählt auch ihr die Geschichte euren Kindern und habt ein schönes Pastat.




21.11.2013

Das Wort zum Freitag - Weida ./. Stadt Templin VI



Pünktlich zum Wort zum Freitag kam die Ablehnung meines Widerspruchs. 
Auf den ersten Blick fallen mir zwei Sachen auf:


1. Auf Seite 2, zweiter Abschnitt, wird scheinbar wieder auf den völlig falschen Sachverhalt zurückgegriffen den die Stadt behauptet und dem ich schon hier widersprochen habe.  Scheinbar versucht man im Rathaus so falsche Fakten zu schaffen. Es wird also auch ein weiteres Schreiben an den Bürgermeister zu meiner, immer noch nicht beantworteten, Dienstaufsichtsbeschwerde nötig. 


2. Auf Seite 4, erster Abschnitt, wird mein Argument, es käme nicht darauf an, ob Religionsgemeinschaften Kopfbedeckungen vorschreiben, sondern nur, ob sich der einzelne Gläubige dazu verpflichtet fühlt, geantwortet:


Dieses Argument ist insoweit zurück zu weisen, dass die religös bedingte Verpflichtung zum Tragen einer bestimmten Kopfbedeckung im vorliegenden Fall für die Beurteilung der Sachlage als maßgebliches Tatbestandsmerkmal entscheidend ist. 


Für mich hat das den Aussagewert: Es ist so, weil es so ist. Andere sehen das auch anders.




 




15.11.2013

Das Wort zum Freitag - Das Neutralitätsgebot des öffentlich - rechtlichen Rundfunks



Evelin König, Moderatorin bei ARD-Buffet, trug ein nicht übersehbares großes Kreuz. Das nicht zum ersten Mal, ein Anlass für mich, auf der fb-Seite der Sendung nachzufragen, ob das nicht dem Neutralitätsgebot widerspricht. Wie die Likes zu dieser Frage zeigen, scheint das nicht nur meine Meinung zu sein.

Aber es gab auch, an anderen Orten, Vorwürfe, das würden nur fundamentalistische Atheisten so sehen, mir würde es an Toleranz mangeln oder ich sei überempfindlich.

An letzterem könnte durchaus was dran sein. Denn wir selbst waren schon zwei Mal Opfer dieser fehlenden Neutralität. Das macht vielleicht empfindlicher. Oder Berichte wie dieser: Kirche im TV: Wer macht es und wer zahlt?
Das muss empfindlich machen, wenn festgestellt wird, dass den Kirchen die Kosten für die Übertragung der sonntäglichen Gottesdienste von im Schnitt 100.000 Euro ohne jeden rechtlichen Zwang einfach erlassen werden. Andere Kirchensendungen kommen hinzu, finanziert von unseren Gebühren, die ohne diese Großzügigkeit niedriger wären.

Ich sehe meine Frage jedenfalls als berechtigt an und weil auf der Facebookseite immer noch keine Antwort kam, schreibe ich nun an den Intendanten des SWR:


Sehr geehrter Herr Boudgoust,


als relativ regelmäßiger Zuschauer beim ARD-Buffet ist mir aufgefallen, dass Moderatorin Evelin König wiederholt ein übergroßes Kreuz trägt. Letztmalig am 08.11.2013.

Auf der Facebookseite der Sendung habe ich deshalb angefragt, ob darin nicht ein Verstoß gegen das Neutralitätsgebot des öffentlich rechtlichen Rundfunks zu sehen wäre. Völlig unabhängig von der Intention mit der Frau König es trägt, ist es zweifellos das markanteste Zeichen einer Religion.

Leider gab es auf meine Frage auf Facebook bisher keine Reaktion des Senders.

Deshalb möchte ich nun Sie fragen:

Ist das Tragen von religiösen oder anderen weltanschaulichen Symbolen durch Angehörige einer öffentlich - rechtlichen Fernsehanstalt während einer Sendung, in der sie als solche tätig sind, nicht ein Verstoß gegen das Neutralitätsgebot?

Mit freundliche Grüßen
Rüdiger Weida




11.11.2013

Das Marzianifest



Wer von euch Pastafari weiß eigentlich noch, woher das Marzianifest seinen Namen hat?

Wir alle kennen die Marziani. Sie erinnert uns irgendwie an die Mittelgräte eines Piratenfisches.

Vor so langer Zeit, dass die Geschichte fast in Vergessenheit geriet, zog ein sehr alter und sehr hungriger Mann durch die Straßen seiner Stadt. Es war November, ein besonders nasskalter. Seine Beine trugen ihn kaum noch, als er gegen den Sturm ankämpfte. So klopfte er an die Türen der Häuser, um nach Essbarem zu fragen. Aber er hatte wenig Glück. Einen einzigen Fisch bekam er geschenkt. Den verschlang er heißhungrig und steckte dann die Gräten in seine Manteltasche. Er wollte sich ein Feuer machen und die Gräte auskochen, um so noch ein heißes Getränk zu bekommen, das ihn wärmen sollte.

Als er so am Feuer saß, kamen Kinder vorbei. Sie hatten sich beim Spielen verspätet, es war ihnen kalt und so setzten sie sich kurz mit ans Feuer, um sich zu wärmen. Als sie sahen, was für eine karge Mahlzeit da am Entstehen war, fassten sie den Entschluss, den Alten einfach mit nach Hause zu nehmen.

Im November, dem Monat, in dem die Piratenweiber Nudelvorräte für das ganze Jahr bereiten, ist es warm in jeder Kate. Außerdem fällt immer mal was ab für einen, dem die Knochen schon fast klappern, weil kein Gramm Fett mehr auf seinen Rippen ist.

So wurde der Fremde freundlich aufgenommen und bekam einen ordentlichen Teller Nudeln vorgesetzt. Mit dem noch unverarbeiteten Teig formten die Kinder die Nudeln in neuer Form, um ihrer Mutter Marzia zu zeigen, woraus der Alte sich Suppe kochte. 

Das rührte die Mutter so sehr, dass sofort weitere Nudeln formte, die dann bald überall Marziani genannt wurden. Als sie getrocknet waren, stopfte sie so viele in die Taschen des Alten, dass die Taschen fast die Form von zwei Fleischbällchen hatten. Er sollte so schnell nicht wieder Hunger verspüren.

Als sie ihm jedoch ein Nachtlager anbieten wollte, denn es war inzwischen stockfinster, verabschiedete sich der Alte. Er musste weiter, hatte ein paar Orte weiter eine kranke Frau zu versorgen. Das gutherzige Piratenweib schickte die Kinder auf den Boden, um die Laternen zu holen. Sie sollten den Alten noch ein Stück Wegs aus der dunklen Siedlung der Piraten begleiten, damit er heil zu seiner Kate fand.

All das geschah am 11. November und wurde von Generation zu Generation weiter erzählt. Seither feiern alle Pastafari den 11. November, indem sie sich abends ums Feuer versammeln. Ein großer Kessel mit Marziani köchelt und auch andere Leckereien werden gereicht. Jeder darf sich bedienen, ob arm oder reich. Alle Menschen der Umgebung sollen teil haben an der Freude der Piraten.

Geht das Fest seinem Ende entgegen, bekommt jeder, der es verlässt, eine Marziani in die Jackentasche gesteckt, damit ihm niemals die Pasta ausgeht. Dieser Brauch hat sich bis heute erhalten, wie auch Lampionumzüge der Kinder.


07.11.2013

Das Wort zum Freitag - Weida ./. Stadt Templin V

Gestern hatte ich wieder Post in der Sache. Nicht so ganz was Entscheidendes, aber immerhin per Einschreiben mit Rückschein verschickt.
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Eigentlich sehe ich keine große Notwendigkeit zu antworten. Ich hatte ja schon meine grundsätzlichen Einwände benannt. Letztlich wird die Sache sowieso nur über Gericht entschieden werden können. Damit aber nicht unnütze Wartezeit verstreicht, geht morgen folgende Antwort raus:

Sehr geehrte Frau.....


meine wesentlichen Einwände habe ich bereits im Widerspruch an den Bürgermeister Templin erläutert:



- Das Grundgesetz schreibt die uneingeschränkte Gleichbehandlung von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften vor. Unabhängig davon, als was wir uns sehen, hätten Sie also auch die Möglichkeit prüfen müssen, ob wir als Angehörige einer Weltanschauungsgemeinschaft Anspruch auf ein Passbild mit weltanschaulicher Kopfbedeckung haben könnten.
- Religionsfreiheit/Weltanschauungsfreiheit ist ein Individualrecht, nicht das Recht von Gruppen. Es kommt nicht darauf an, ob Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften das Tragen von Kopfbedeckungen vorschreiben, sondern nur darauf, wozu sich der Einzelne verpflichtet fühlt. 

Ich bitte Sie jedoch um eine möglichst schnelle Antwort, um nicht noch mehr Zeit bis zur wohl notwendigen gerichtlichen Klärung verstreichen zu lassen.


Mit freundlichen Grüßen
Rüdiger Weida


Was bisher geschah:

Weida ./. Stadt Templin I

Weida ./. Stadt Templin II

Weida ./. Stadt Templin III

Weida ./. Stadt Templin IV

31.10.2013

Das Wort zum Freitag - Halloween....


...ist nicht nur einer unserer wichtigsten Feiertage, liebe Schwestern und Brüder, nein, es ist auch eine wunderbare Bestätigung für die Wahrheit unserer einzig wissenschaftlichen Religion:

-> Jeder weiß, die Erde wird wärmer, weil es zu wenig Piraten gibt
-> Jeder weiß, das Monster möchte deshalb, dass wir uns als Piraten zeigen
-> Jeder weiß, Halloween ist die Anzahl der Piraten besonders hoch und

--> Jeder weiß, nach Halloween wird es immer kälter. 

Welche andere Religion könnte mit solchen schlagenden Beweisen aufwarten?


Und doch feiern auch andere an diesem Tag ihre Feste. Eigentlich nicht wichtig, aber weil wir ein aufgeschlossenes Völkchen sind, möchte ich doch mal kurz Allerheiligen erwähnen. War das damals ein Durcheinander mit der Feierei, als noch jeder einzelne Heilige persönlich seinen Tag hatte. So ein Durcheinander, dass es selbst einem Papst einmal zu viel wurde. Kurzerhand hat er beschlossen, all die Tausenden Heiligen des Uraltgroßmütterchens katholische Kirche auf einen Tag zu legen. In bewährter christlicher Tradition auf einen, der vorher heidnisch belegt war. 

Aber auch die Evangelen feiern mit. Na gut, einen Tag später. Dafür haben sie sich was ganz besonderes ausgedacht. Sie feiern sozusagen ihren Gründervater, den Jähzornmönch Martin Luther. Was uns zeigt, wenn sie sogar den feiern, müssen sie ganz schön scharf auf einen Feiertag gewesen sein. Oder haben sie einfach vergessen, wofür Luther stand außer für eine Reformation des Katholizismus? 

Da helfen wir doch gern mit ein paar Zitaten nach, zumal die, ganz passend zu Halloween, wirklich richtig gruslig sind. Und sogar ein kleines Vorwort habe ich noch für euch:

"Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in Deutschland die Synagogen. Vom deutschen Volk wird ... die Macht der Juden auf wirtschaftlichem Gebiet im neuen Deutschland endgültig gebrochen und damit der gottgesegnete Kampf des Führers zu völligen Befreiung unseres Volkes gekrönt. In dieser Stunde muss die Stimme des Mannes gehört werden, der als der Deutschen Prophet im 16. Jahrhundert einst als Freund der Juden begann, der getrieben von seinem Gewissen, getrieben von den Erfahrungen und der Wirklichkeit, der größte Antisemit seiner Zeit geworden ist, der Warner seines Volkes wider die Juden."
(Der evangelisch-lutherische Landesbischof Martin Sasse aus Eisenach im Vorwort zu seiner Schrift "Martin Luther und die Juden - Weg mit ihnen!", Freiburg 1938)



Luther als Antisemit

"...Summa, liebe Fürsten und Herren, so Juden unter sich haben, ist euch solcher mein Rath nicht eben, so trefft einen bessern, daß ihr und wir alle der unleidlichen teuflischen Last der Juden entladen werden, und nicht vor GOtt schuldig und theilhaftig werden alle der Lügen, des Lästerns, Speiens, Fluchens, so die rasenden Juden wider die Person unsers HErrn JEsu Christi, seiner lieben Mutter, aller Christen, aller Obrigkeit, und unser selbst so frei und muthwillig treiben, keinen Schutz noch Schirm, noch Geleit, noch Gemeinschaft sie haben lassen, auch nicht euer und eurer Unterthanen Geld und Güter durch den Wucher ihnen dazu dienen und helfen lassen. ...

... Erstlich, dass man ihre Synagoga oder Schulen mit Feuer anstecke und was nicht brennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacken davon sehen ewiglich. Und solches soll man tun unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien ... 

Zum anderen, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben dasselbige drinnen, was sie in ihren Schulen treiben. Dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder einen Stall tun ... 
Zum dritten, dass man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein ... 
Zum vierten, dass man ihren Rabbinern bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren ... 
Zum fünften, dass man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe. Denn sie haben nichts auf dem Lande zu schaffen, weil sie nicht Herrn noch Amtleute noch Händler oder desgleichen sind. Sie sollen daheim bleiben ... 
Zum sechsten, dass man ... nehme ihnen alle Barschaft und Kleinod an Silber und Gold und lege es beiseite zum Verwahren. Und ist dies die Ursache, alles was sie haben (wie droben gesagt) haben sie uns gestohlen und geraubt durch ihren Wucher...

 ....Unsere Oberherren, so Juden unter sich haben, wünsche ich und bitte, daß sie eine scharfe Barmherzigkeit wollten gegen diese elenden Leute üben, wie droben gesagt, ob's doch etwas (wiewohl es mißlich ist) helfen wollte, wie die treuen Aerzte thun, wenn das heilige Feuer in die Beine kommen ist, fahren sie mit Unbarmherzigkeit und schneiden, sägen, brennen Fleisch, Adern, Bein und Mark ab. Also thue man hie auch, verbrenne ihre Synagogen, verbiete alles, was ich droben erzählt habe, zwinge sie zur Arbeit, und gehe mit ihnen um nach aller Unbarmherzigkeit; wie Mose that in der Wüste und schlug 3000 todt, daß nicht der ganze Haufe verderben müßte. Sie wissen wahrlich nicht, was thun, wollen's dazu wie die besessenen Leute nicht wissen, hören, noch lernen. Darum kann man hie keine Barmherzigkeit üben, sie in ihrem Wesen zu stärken. Will das nicht helfen, so müssen wir sie wie die tollen Hunde ausjagen, damit wir nicht, ihrer greulichen Lästerung und aller Laster theilhaftig, mit ihnen GOttes Zorn verdienen und verdammt werden. Ich habe das Meine gethan; ein jeglicher sehe, wie er das Seine tue. Ich bin entschuldigt."
(Von den Juden und ihren Lügen)
"Ganz gewiss! Ich wollte einem solchen eine Maulschelle geben. Wenn ich könnte, würde ich ihn zu Boden werfen und in meinem Zorn mit dem Schwert durchbohren. Da es nämlich nach menschlichem und göttlichem Recht erlaubt sei, einen Straßenräuber zu töten, viel mehr einen Gotteslästerer." (Auf die Frage, ob es erlaubt sein, einem gotteslästernden Juden einen Faustschlag zu versetzen)

 Luther als Hexenverfolger 

"Die Zauberinnen sollst Du nicht leben lassen... Es ist ein gerechtes Gesetz, daß sie getötet werden. Sie richten viel Schaden an... sie können auch ein Kind bezaubern... schaust du solche Weiber an, wirst du sehen, daß sie ein teuflisches Gesicht haben. Ich habe deren etliche gesehen... man töte sie nur...Ich habe etliche zu vermahnen, daß viele Wettermacherinnen sind, die nicht allein die Milch stehlen, sondern auch die Leute schießen (Anm."Hexenschuß")... Wenn sie sich nicht bekehren, werden wir sie den Folterknechten befehlen."

 Luther als Bauernschlächter

"Es ist besser, wenn Tyrannen hundert Ungerechtigkeiten gegen das Volk verüben, als dass das Volk eine einzige Ungerechtigkeit gegen die Tyrannen verübt."
"Drum soll hier erschlagen, würgen und stechen, heimlich oder öffentlich, wer da kann, und daran denken, daß nichts Giftigeres, Schädlicheres, Teuflischeres sein kann als ein aufrührerischer Mensch; (es ist mit ihm) so wie man einen tollen Hund totschlagen muß: schlägst du (ihn) nicht, so schlägt er dich und ein ganzes Land mit dir."(Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern)

 "Wenn es rechtmäßig zugeht, hat die Obrigkeit mit ihren Untertanen nichts anderes zu tun, als das Recht zu bewahren, Gericht zu halten und Urteile zu fällen. Wenn sie sich aber empören und auflehnen, wie es jüngst die Bauern taten, ist es recht und billig, gegen sie mit Gewalt vorzugehen....
Man darf dem Pöbel nicht zuviel pfeifen, er wird sonst gern toll. Es ist billiger, ihm zehn Ellen abzubrechen, als ihm in einem solchen Falle eine Handbreit, ja, die Breite eines Fingers einzuräumen. Und es ist besser, wenn ihm die Tyrannen hundertmal unrecht tun, als dass sie dem Tyrannen einmal unrecht tun. Denn weil ja das Unrecht gelitten werden muss, so ist vorzuziehen, durch die Obrigkeit zu leiden, als dass die Obrigkeit durch die Untertanen zu leiden hat. Denn der Pöbel besitzt und kennt kein Maß. In jedem einzelnen stecken wohl mehr als fünf Tyrannen, So ist es besser, von einem Tyrannen, d. h. von der Obrigkeit, Unrecht zu leiden als von unzähligen Tyrannen, d. h. vom Pöbel....
Es ist eine verdammte, verfluchte Sache mit dem tollen Pöbel. Niemand kann ihn so gut regieren wie die Tyrannen. Die sind der Knüppel, der dem Hund an den Hals gebunden wird. Könnten sie auf bessere Art zu regieren sein, würde Gott auch eine andere Ordnung über sie gesetzt haben als das Schwert und die Tyrannen. Das Schwert zeigt deutlich an, was für Kinder es unter sich hat, nämlich nichts als verdammte Schurken, wenn sie es zu tun wagten. Darum rate ich, dass ein jeder, der hier mit einem guten Gewissen handeln und das Rechte tun will, mit der weltlichen Obrigkeit zufrieden sei und sich nicht an ihr vergreife.
(Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526)


"Prediger sind die größten Totschläger..... Ich, Martin Luther, hab im Aufruhr alle Bauern erschlagen, denn ich hab sie heißen totschlagen; alle ihr Blut ist auf meinem Hals. Aber ich weise es auf unseren Herrn und Gott, der hat mir das zu reden befohlen."

Luther als Frauenfeind

"Eine Frau hat häuslich zu sein, das zeigt ihre Beschaffenheit an; Frauen haben nämlich einen breiten Podex und weite Hüften, daß sie sollen stille sitzen."  

 "Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, dass die Männer durch sie geboren werden."

"Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Lass sie nur tot tragen, sie sind darum da."

Luther als Erzieher

"Ein toter Sohn ist besser als ein ungezogener."


Das schockt ganz schön, stimmts? Man kann Luther vielleicht ehren, immerhin hat er durch die Vereinheitlichung der deutschen Sprache bei der Bibelübersetzung wirklich etwas positives geleistet. Vielleicht kann man ihn, so man gläubig ist, auch ehren für seinen Kampf gegen bestimmte Auswüchse in der katholischen Kirche. Als Gesamtperson, für den Einfluss auf den Zeitgeist seiner Zeit der, siehe die Einführung, bis heute reicht, verdient er wohl eher Acht und Bann.

Außer an Halloween, da passt er wieder prima.