21.02.2013

Das Wort zum Freitag - Das Monster in die Schulen tragen



Jeder von euch, da bin ich sicher, liebe Brüder und Schwestern, kennt die enge Verbindung, die unsere Religion zu Bildung und Schulen hat. Jeder weiß, erst als Kreationisten es geschafft hatten, in Kansas die Schöpfungslehre der Bibel als gleichberechtigte Lehre zur Evolutionstheorie Darwins in den Biologieunterricht zu bringen, hat sich unser göttliches FSM offenbart. Bobby Henderson, unser Prophet, hat die Nachricht von der wahren Schöpfung der Erde erfahren, sofort an das Schulboard in Kansas geschrieben und gebeten, auch unsere Lehre den Schülern zu vermitteln. Es kann ja nur gut sein, wenn die aus  verschiedenen Angeboten wählen können, so seine Begründung. 

Wir deutschen Pastafari haben diesen Bildungsaspekt bisher ganz zweifellos etwas vernachlässigt. Um so erfreuter bin ich, wenn ich euch heute stolz melden kann, damit ist es vorbei. 

Eine kleine, tapfere Grundschule widersetzt sich erfolgreich den Bestrebungen, die Schule durch Pflicht zu weltanschaulicher Neutralität zu einem Ort der Wertelosigkeit zu machen. Mutig wurde dort in feierlicher Prozession mit den örtlichen Pfarrgemeinden ein Kreuz in die Räumlichkeiten getragen und für eine Woche aufgestellt. 

Noch ist zwar nicht ganz klar, was genau hinter dieser Aktion steckt, aber ich bin mir sicher, es kann sich nur um ein Projekt handeln. Dort soll wohl den Kindern durch wertneutrale Vorstellung verschiedenster Religionen, ganz im Sinne unseres Propheten, die Möglichkeit gegeben werden, sich  die richtige zu suchen. Alles andere wäre in öffentlichen Einrichtungen verbotene Mission und ist im deutschen Bildungswesen undenkbar. 

Deshalb habe auch ich mich gleich an die Direktorin gewandt und unsere Mitarbeit erklärt:

Philip-Keim-Schule Diedenbergen
Schulleiterin Frau Elke Dick
Oberer Haingraben 1
65719 Hofheim


Betreff: Ihr Schulprojekt zu Religionen
Sehr geehrte Frau Dick,

mit Freude haben wir zur Kenntnis genommen, wie Sie in Ihrer Schule zusammen mit religiösen Gemeinschaften deren religiöse Zeremonien praktiziert und ihr religiöses Symbol aufgestellt haben.
Da öffentliche Schulen der religiösen Neutralität des Staates verpflichtet sind, sind wir sicher, hier geht es nicht um Mission. Auch in Anbetracht der Tatsache, dass das aufgestellte Kreuz nur eine Woche stehen soll, gehen wir vielmehr davon aus, Sie möchten ihren Schülern nach und nach wertneutral die in Deutschland praktizierten Religionen vorstellen.

Selbstverständlich werden auch wir, die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland, eine wegen Förderung religiöser Zwecke gemeinnützige Körperschaft, an diesem Projekt teilnehmen.
Bitte teilen Sie uns die Woche mit, in der unsere noch recht neue Religion, der aber weltweit bereits über 30 Millionen Menschen angehören, an Ihrer Schule vorgestellt werden soll.

Wir gehen davon aus, dass Sie Art und Weise der Vorstellung wie üblich den Religionsgemeinschaften in Eigenverantwortung überlassen. In unserem Fall würden wir im Rahmen einer Heiligen Nudelmesse mit den Kindern zusammen ein Spaghettimonster fertigen, und es anschließend mit unserem zweiten wichtigen Symbol, dem Piratenfisch, eine Woche in der Schule sichtbar anbringen.

Selbstverständlich werden wir auch das Schulamt und die örtlichen Medien informieren, um das öffentliche Interesse für Ihr tolles Projekt und unsere Beteiligung daran zu wecken.


Mit freundlichen Grüßen
Rüdiger Weida
Vorsitzender KdFSM Deutschland 


Möge das Monster mit uns sein.





Kommentare:

  1. Nein, ich werde noch bis Mitte der Woche warten und dann nachstoßen.

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  2. Leider gab es bisher noch keine Reaktion. Ich habe heute deshalb nochmals an die Direktorin geschrieben:

    Sehr geehrte Frau Dick,

    leider haben Sie bis heute nicht auf unser Angebot zur Teilnahme an Ihrem Schulprojekt geantwortet.

    Da es für die Schüler nur von Vorteil sein kann, wenn sie möglichst viele weltanschaulich-religiöse Lebenshaltungen kennen lernen, möchte ich unsere Bereitschaft teilzunehmen, nochmals bekunden.

    In der Hoffnung auf eine baldige Antwort

    Rüdiger Weida
    Vors. KdFSMD e.V.
    gemeinnützige Körperschaft

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