07.02.2013

Das Wort zum Freitag - Selbstmordattentäter

"Was soll denn dieses Thema bei uns Pastafari?" werdet ihr, liebe Brüder und Schwestern, euch jetzt fragen. Sind doch unsere flauschigen moralischen Standards, unsere sprichwörtliche Toleranz und unsere von Dogmen freie, dem Zweifel verpflichtete wissenschaftliche Religon ein Garant, die wird es bei uns nie geben. 
Neulich , als das Gespräch darauf kam, was eine echte Religion auszeichnet, wurden unter anderem auch Selbstmordattentäter genannt. Da auch wir eine echte, vollwertige Religion sind, lohnt es sich doch, diesen Gedanken näher zu betrachten.

Fragen wir uns zunächst, ob solche Attentate denn tatsächlich Zeichen einer jeder Religion oder doch zumindest der abrahamistischen sind, an denen wir uns hauptsächlich orientieren. 



Im Islam sind Selbstmordattentate zu allgegenwärtig um darauf näher eingehen zu müssen. Aber wie steht es mit Juden und Christen und sind Selbstmordattentate überhaupt auf religiöse Ursachen zurück zu führen?


Als erstes in der Literatur überliefertes Selbstmordattentat können wir eins sehen, dass sowohl in der jüdischen Tora als auch im christlichen Alten Testament mit zur religiösen Leitschnur beider Religionen gehört:


Simson aber sprach zu dem Knabe, der ihn bei der Hand leitete: Laß mich, das ich die Säulen taste, auf welchen das Haus steht, daß ich mich dranlehne. 27. Da Haus aber war voll Männer und Weiber. Es waren der Philister Fürsten alle da und auf dem Dach bei dreitausend, Mann und Weib, die zusahen, wie Simson spielte. 28. Simson aber rief den HERRN an und sprach: HERR HERR, gedenke mein und stärke mich doch, Gott, diesmal, daß ich für meine beiden Augen mich einmal räche an den Philistern! 29. Und er faßte die zwei Mittelsäulen, auf welche das Haus gesetzt war und darauf es sich hielt, eine in seine rechte und die andere in seine linke Hand, 30. und sprach: Meine Seele sterbe mit den Philistern! und neigte sich kräftig. Da fiel das Haus auf die Fürsten und auf alles Volk, das darin war, daß der Toten mehr waren, die in seinem Tod starben, denn die bei seinem Leben starben. Richter 16 26. 
Christen könnte sich bei entsprechender Auslegung auch auf Jesus berufen : 

"Niemand hat größere Liebe denn die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde." Johannes 15.13

Natürlich ist das keine direkte Aufforderung zu Selbstmordanschlägen, aber eine Möglichkeit, sie zu entschuldigen und zu begründen. Falls es denn überhaupt von Christen begangene Selbstmordanschläge nicht nur in biblischen Sagen, sondern auch in der Realität gibt. 

Ich habe dazu gefunden, erste christlich motivierte gab es in der Antike durch die "Soldaten Christi" in Nordafrika. 

Doch auch in der Neuzeit gibt es christlichen Terror und Christen waren an Selbstmordanschlägen beteiligt bzw. haben welche geplant.
Beim Projekt "Selbstopfer" der Nazis handelt es sich nicht um ein christliche motiviertes Projekt, aber es dürften dort viele Christen dabei gewesen sein, und zwar freiwillig. (Atheisten waren allgemein unerwünscht, in Spezialeinheiten und in der SS wurden sie nicht aufgenommen, wenn es bekannt war. Die NSDAP erwartete nach 1936, dass ihre Mitglieder sich zu Gott bekennen und nicht Agnostiker oder Atheisten wurden.
Völlig eindeutig ist die christliche Motivation aber bei diversen USamerikanischen Sekten: 
"Etliche religiöse Extremisten bereiten sich darauf vor, im prophezeiten Waffengang zwischen Gott und Satan als Märtyrer zu enden", heißt es in dem Millenniums-Report zu den rund tausend religiösen und rassistischen US-Kulten. sagt der Spiegel dazu.

1999 wurde wegen Vorbereitung eines großen Terroraktes, bei dem auch ein kollektiver Selbstmordanschlag vermutet wurde, eine Gruppe Concerned Christians aus Israel ausgewiesen. Zu deren Motivation wieder der Spiegel:
In sechs Wochen bricht das neue Jahrtausend an, ein Datum, das viele fundamentalistische Christen mit der Rückkehr des Messias verbinden.
Dann beginnt, so steht es in der Johannes-Offenbarung des Neuen Testaments, die letzte große Schlacht zwischen den Mächten Gottes und der Saat des Bösen, und die Endzeitjünger haben keinen Zweifel daran, dass jeder Buchstabe davon wahr wird.
Heute wird die übergroße Mehrheit der Selbstmordattentate, jedoch nicht alle, von Muslimen begangen. Der oft gebrachte Satz "Nicht alle Muslime sind Terroristen, aber alle Terroristen sind Muslime" ist eindeutig falsch.

Auch bei Muslimen liegt es wohl nicht zuerst am Glauben. Der bietet, wie auch in obigen Fällen, nur Motivation und Entschuldigung, und das wahrscheinlich besonders gekonnt. Ich vermute, es liegt zuerst an ihrer Situation. Die islamische Welt steht auf vielen Gebieten als klarer Verlierer da, sowohl kulturell als auch wirtschaftlich und militärisch. Sie sind so deutlich unterlegen, dass wohl zutrifft, was Wiki schreibt: 



Selbstmordattentate sind heute eine wachsende militärische Taktik terroristischer Gruppen. Ihre Zunahme wird durch den von wirtschaftlicher und informationeller Globalisierung ermöglichten Widerstreit konkurrierender Ideologien begründet. Dazu kommt die heute größere Offenlegung wirtschaftlicher Disparitäten..... Militärstrategisch sind Selbstmordattentate und andere vergleichbare Aktionen wie asymmetrische Kriegführung ausrüstungsmäßig Unterlegener gegenüber waffentechnisch höhergerüsteten, dafür aber andere schwache Seiten aufweisenden Feinden, von Wichtigkeit..
Natürlich gibt es auch noch andere Faktoren, warum heute in allererster Linie Muslime Selbstmordanschläge begehen. Meine Ausführungen sollen die keinesfalls, auch nicht ansatzweise, entschuldigen, sondern nur erklären und zeigen, das religiöse Fundamentalisten, egal welchen Glaubens, zu allem fähig sind.

Sie sollen aber auch zeigen, warum wir nicht nur wegen unserer flauschigen moralischen Standards und unserer sprichwörtlichen Toleranz keine Selbstmordattentäter haben, sondern sie auch nicht brauchen. Wir sind im  Kampf der Relgionen keinesfalls die, denen der Untergang droht. Wir werden immer mehr und immer mehr anerkannt. 

Sieger brauchen keine Selbstmordanschläge, sie schunkeln lieber bei schöner Volksmusik. :)




Kommentare:

  1. Ich stimme zu, teurer Bruder, und hatte in der Tat vor, just hierzu alsbald zu bloggen. Nur den allerletzten Satz verstehe ich nicht... VOLKSMUSIK?! Ja, bist du denn von allen guten Monstren verlassen?

    Käptn Kaos

    AntwortenLöschen
  2. Ich doch nicht, die Islamisten:

    Der Islamist, das ist ein armer Wicht,
    Die gute Laune kennt er nicht.
    Hat keine schöne Volksmusik,
    Drum führt er gern Guerilla-Krieg. ;)

    AntwortenLöschen
  3. Volksmusik als das letzte Wort zum Thema Selbstmordattentat? Ist das Thema nicht so schon brutal genug? Muss es auch noch um Folter erweitert werden? Shanties wären doch saicher angebrachter!

    AntwortenLöschen
  4. Sag das Rebers.

    Aber ich finde den Song Klasse, so wie er ist.
    Du nicht?

    Mal davon abgesehen, dass ich wirklich nichts gegen Volksmusik habe, nur was gegen volkstümliche Musik. Ein, wie ich finde, wichtiger Unterschied.

    AntwortenLöschen
  5. Die Option auf Selbstmordattentate und Bombenanschläge sollten wir uns in jedem Fall offen halten. Und schon gar nicht aus Kostengründen davor zurückschrecken. In www.atzes-satire-blog.de (hat nichts mit dem unsäglichen Atze Schröder zu tun!) gibt es demnächst eine Anleitung zum Bau einer kostengünstigen Bombe in Heimarbeit.
    tapis

    AntwortenLöschen