01.04.2013

Passtah-Montag



Liebe Brüder und Schwestern, lest euch bitte diesen Artikel über das noch heute in Ungarn übliche Locsolás durch. 


Bruder Spaghettus und ich verweilten schon mehrmals zur Passtah-Zeit in Ungarn und erlebten diesen Brauch mit. Anfänglich fanden wir ihn sehr schön. Alle Männer  gingen auf Tour, alle Frauen blieben zu Hause und bewirteten die Besucher mit roten Eiern und Osterschinken....und mit Palinka. Auf diese Weise sieht man Verwandte und/oder Freunde wieder, die man ansonsten nicht so häufig zu Gesicht bekommt und erfährt Neuigkeiten, die sich im Laufe eines Jahres zugetragen haben. Am nächsten Tag, wenn die Männer wieder nüchtern sind, werden die dann mit ihren Frauen ausgetauscht. 

Wie ihr dem obigen Link entnehmen konntet, ist das ein sehr alter heidnischer Brauch. Ich schlug mal in meinem Buch „Pastafari damals und heute“ nach und mein Verdacht wurde bestätigt. Auch wir Pastafari pflegten diesen Brauch lange Zeit. Immer die Hütten dicht am Meer, war ja auch schnell und ohne Extrakosten genügend Wasser zur Hand. Piraten, zu jedem Gaudi bereit, ließen auch diesen Spaß nicht aus. Vor Übermut über die ersten wärmenden Sonnenstrahlen und die damit verbundenen aufkeimenden Frühlingsgefühle suchten und fanden die heißspornigen jungen Piraten schnell einen Weg, um in Kontakt mit den jungen Weibern zu kommen. Diese kreischten zwar bei jeder nassen Dusche, fühlten sich aber genau so wohl, nach dem langen Winter in der einsamen Stube endlich wieder von jungen Piraten geneckt zu werden.

Der Ordnung halber wollte ich euch die Historie nicht vorenthalten. Gleichzeitig möchte ich aber die Nachteile dieses Brauches nicht verschweigen.

Bespritzen mit Wasser ist in Ordnung. Nimmt man aber Kölnisch Wasser oder übelst süßes Maiglöckchenparfüm u.ä., dann hört der Spaß auf. Am Ende des Tages ist es vorbei mit lieblich riechenden Blumen. Da stinkt eine jede Maid wie ein Wiedehopf. Zum Glück bekommen ihre Angetrauten davon nicht mehr viel mit. Diese sind ja von Haus zu Haus gezogen, haben Leckereien angeboten bekommen und dazu immer mindestens einen Schnaps. Nur ganz harte Typen erlebten da den Abend noch bei vollem Bewusstsein.

In Ungarn wird der Brauch aus den letztgenannten Gründen von vielen Familien nicht mehr gern betrieben. Bei schönem Wetter verkrümeln sie sich, bewaffnet mit großen Picknickkörben oder gar dem Bograc, dem Kessel,  und suchen ihr Heil in der Natur. Sie kehren erst spät abends heim und verhalten sich muxmäuschenstill, um nicht am Ende doch noch in die so ungeliebte Falle zu tappen. Trotzdem kann es sich ereignen, dass einer Frau an den darauffolgenden Tagen irgend ein Spaßvogel über den Weg läuft, der noch Reste von Maiglöckchenparfüm in der Tasche hat und das unbedingt auf ihrem Kopf in großen Mengen abladen muss.

Für euch waren wir dabei, für euch haben wir getestet, sind aber zu dem Schluss gekommen, dass diese alte Piratentradition nicht ohne Grund verschütt gegangen ist.

Machen wir es eher wie die Ungarn, die diesen Tag in Familienverbänden oder mit Freunden in der freien Natur verbringen. Das ist doch ein schöner Ausklang des Passtah-Festes.
Wer sich aber doch als echter Pirat zeigen möchte, sollte diese Variante wählen. :)

Ramen

Eure Elli.

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