01.04.2013

Protest der Kirchen gegen Zeitumstellung


Foto: Storkk

Seit 1980 wird in Deutschland an der Uhr gedreht, damals noch in beiden deutschen Staaten. Eine Umstellung, die von Anfang an auch Gegner hatte. 

Nachdem sich der vermutete wirtschaftliche Nutzen nicht eingestellt hatte sondern sogar das Gegenteil eintraf, werden diese Gegner immer mehr. Doch die wirtschaftliche Betrachtung allein reichte bisher nicht, um die Zeitumstellung wieder abzuschaffen. 

Nun kommt neue Hoffnung durch ein eindeutiges Zeichen beider deutscher Großkirchen auf, wenn auch mit unterschiedlicher Begründung. 

Prälat Wendlin Knoch betont, dass er nicht nur für seine Erzdiözese Köln und nicht nur in dieser Funktion, sondern auch als Wissenschaftler spricht, wenn er die umgehende Abschaffung fordert: "Die Zeit ist von Gott gesetzt. Nur er kann sie nehmen und geben." Weiter führt er aus, Gott habe mit dem Opfertod Jesu einen klaren Bezugspunkt festgelegt, den Menschen nicht verschieben dürfen. "Eine willkürliche Zeitumstellung durch die Menschen entwertet dieses hohe Opfer, ja, es macht den Opfertod sinnlos." Weil aber nicht sein kann, dass Jesus umsonst ans Kreuz geschlagen wurde, müsse diese umgehend abgeschafft werden.

Wie nicht anders zu erwarten, geht die EKD mit diesem Thema pragmatischer um. Für sie zählen nicht so sehr theologische, sondern ganz praktische Erwägungen. Nach Ansicht des badischen evangelischen Landesbischofs Ulrich Fischer  wird in der Kirche zu wenig gelacht. Zugleich äußert er aber Verständnis: "Es kommt immer wieder vor, dass durch Zeitumstellung uns Christen eine Stunde eines uns sehr wichtigen Feiertages verloren geht." Als Beispiel führte er den diesjährigen Karfreitag an und fordert: "Um unsere Religionsausübung ungestört vollziehen zu können brauchen wir dringend eine gesetzliche Regelung, die diese Umstellung untersagt."  Solche Regelungen seinen gutes Recht und gute Praxis


Nun, mit dieser Unterstützung der Kirchen, ist zu erwarten, dass es wirklich bald mit der Zeitumstellung vorbei ist. Zunächst nur in Deutschland, dann wird das auch für Europa gemerkelt. Das Ende der Zeigerdreherei wird bereits vom politischen Arm der Kirchen eingeläutet. Nachdem in den letzten Jahren nur ein einsamer Rufer seine Stimme erschallen ließ, hat sich nun die Junge Union angeschlossen. Sie fordert laut und deutlich, die Sommerzeit zur ganzjährigen Zeit zu erheben. Damit hat sie bereits Erfolg gehabt. 

Der Deutschlandrat der JU, Ebner, teilte mit, dass ein kleiner Parteitag der CSU dem Ansinnen am Wochenende zugestimmt hat. Demnach soll künftig nur noch die Sommerzeit gelten, auf die am Ostersonntag wieder umgestellt wird.



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