20.06.2013

Das Wort zum Freitag - Zipser Gespannschaft

Fast immer, und das ist ja auch der Sinn, geht es im Wort zum Freitag um weltanschauliche Fragen. Man könnte fast denken, Pastafari beschäftigen sich mit nichts anderem. Doch, doch, tun sie. Reichlich sogar. Denn das Leben soll in erster Linie Spaß machen. 

Weil uns unser Urlaub sehr viel Spaß gemacht hat und weil es oft auch Spaß macht, Urlaubsberichte zu lesen, gibt es nun den ersten Teil unseres Urlaubsberichtes.

Jahrelang fahren wir nach Ungarn. Oft über Polen und die Slowakei. Dabei kamen wir immer durch eine Gegend, die uns so wohl von der Landschaft, als auch von den schnuckligen kleinen Häuschen her sehr sympathisch war. Sogar eine große Burg gab es dort. Beim Suchen nach der stellte ich fest, es ging um die Zipser Gespannschaft

Wir wollten wieder nach Ungarn in die Zemplener Berge fahren und diesmal sollte es unsere Abschiedsfahrt werden, also war es die letzte Möglichkeit bei der Durchfahrt mal in Zips anzuhalten. Über das Internet fanden wir eine Pension die noch die gewünschten 3 Tagen Platz für uns hatte und los gings. 

Das Wetter haben wir bis nach Zips mitgenommen. Die Berge der Hohen Tatra, die man sonst von Käsmark und Umgebung aus stolz in den Himmel ragen sieht, haben wir nur am ersten Tag kurz gesehen. 



Auch unser Quartier in Tvarozna fand ich nicht gleich. Ich hatte auf GoogleMaps nachgesehen, wusste, das liegt am Dorfende und fuhr schnurstracks dort hin. Doch davon gabs wohl mehrere. Es wäre besser gewesen, einfach den kleinen Schildern zu folgen, die sicher dort hin führten. Aber wir fanden es dann doch und waren ringsherum hoch zufrieden. Das ganze Grundstück bis in die Zimmer war mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, wenn auch nicht unbedingt nach unserem Geschmack. Aber das Gefühl der Leere, das Hotelzimmer bieten, hatte man nie. Das wichtigste waren aber Jan und Anna, die den Laden schmissen. Hervorragend. Für 20,- Euro gab´s nicht nur Halbpension, also früh eine reichliche Platte und Abends 3-Gänge Menü, sondern auch Unterkunft und vor allem, einen Menge Herzlichkeit. Jan spricht deutsch, gab Tipps für Ausflüge, half hausgeschlachtete Wurst und besondere Spirituosen zu kaufen und fuhr uns mit seinem Jeep sogar durch das ehemalige Militärgelände hinter den Bergen. Hier hatte sich die Natur wunderbar ausgebreitet und es gab immer wieder schöne Ausblicke. 


Manchmal sogar mit einem Hauch Sonne. 


Käsmark selbst, die Stadt zu der Tvarozna gehört, ist wirklich sehr sehenswert. Bei den Durchfahrten war uns immer eine große Kirche aufgefallen. Wir waren ganz sicher, die war, bei ihrem Baustil und dem angefügten "Minarett" eine ehemalige Moschee. Weit gefehlt. Sparsame Käsmarker Bürger hatten sich einfach vom Haufbaurat einen Entwurf erbeten, den der mal für den Orient gemacht hatte, aber nicht losgeworden war. Nun gab er ihn kostenlos ab. Diese Kirche ist die neue evangelische Kirche. Weil die Evangelen dort einst nicht gut gelitten waren, mussten sie ihre erste Kirche nur aus Holz und ohne Turm vor den einstigen Stadtmauern bauen. Auch die ist sehr sehenswert. Fotos haben wir leider nicht, weil wir vergeblich auf besseres Fotowetter warteten. Aber diesen phantastischen Musiker, der sich an einer Ecke der Altstadt passend präsentiert hat, konnten wir uns nicht entgehen lassen. Wir haben ihm mindestens eine halbe Stunde zugehört.








Auf der Rückfahrt ins Quartier haben wir noch Ausschau nach guten Standorten für Fotos der Tatra gesucht und auch gefunden. Wie ihr schon wisst, vergeblich. Aber ein paar andere Schnappschüsse sind dabei noch entstanden.




Immer wieder waren wir von den Wiesen fasziniert. Immer sehr durchwachsen mit verschiedenen Wiesenblumen und Kräutern, immer mindestens kniehoch. Ein Traum, auch wenn man hier auf dem Bild nicht viel davon sieht.



Am nächsten Tag sollte es zur Zipser Burg gehen. Jan überzeugte uns, dass die Burg Lubau (Stara L´ubovna) sich mehr lohnen würde. Wir haben es nicht bereut, seinem Rat gefolgt zu sein. Gleich neben der Burg gab es noch ein kleines Museumsdorf, das uns aber nicht so interessiert hat. Die Burg  selbst war wirklich ansehenswert. Gruppen von Schulklassen waren im Anmarsch, alle wurden vom Burgherrn empfangen.


So wie er am Eingang, standen an vielen Punkten weitere Führer in historischen Trachten bereit, um Erläuterungen zu geben. Manche konnten das sogar in Deutsch. Wir bekamen ein Faltblatt mit Infos zu all diesen Punkten  und konnten so unabhängig laufen. Es gab viele interessante Punkte. Auch fürs geistige Wohl hatten die Burgherren gesorgt, es gab sogar eine Brauerei und  eine Brennerei.



Für viele der Kinder und auch für mich war der Höhepunkt aber die Falknerei. Obwohl mir die Vögel dort schon irgendwie leid taten. Aber stolze Tiere waren es trotzdem.




Auch am letzten Tag besserte sich das Wetter nicht wesentlich. Immer wieder Regen. Deshalb folgten wir nochmal Jans Rat, uns einmal Levoca anzusehen. Er hatte uns erzählt, dort gibt es jedes Jahr eine große Prozession. Aus bis zu 40 km im Umkreis kommen die Leute zu Fuß angelaufen, wenn die Glocken rufen. Nichts für uns. Auch die großen Bauten um den Marktplatz nicht, was vielleicht auch mit daran lag, dass dort gebaut wurde. Aber die kleinen Seitengassen haben es uns angetan.







 Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Sarospatok/Ungarn. Dort wollten wir noch mal alte, liebgewordene Plätze besuchen. Den Bericht darüber gibts nächste Woche.










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