01.08.2013

Das Wort zum Freitag - Selig im Monster ruhen

Beatification of John Paul II

Ihr wisst ja, dass ich erst zu glauben begann, als ich von der Existenz des FSM erfuhr, also mit fast 50 Jahren. All das viele Wissen um und über Religionen mit ihren Ritualen interessierte mich bis dahin gar nicht. So bin ich all den im frühesten Kindesalter indoktrinierten Mitmenschen benachteiligt und verschaffe mir nach und nach einen Überblick. Das geschieht immer dann, wenn etwas Unverständliches mir im täglichen Leben begegnet, so in diesem Falle die Selig- und im Folgenden Heiligsprechung des ehemaligen Führers der weltgrößten religiösen Sekte, Papst Johannes Paul II.
  
Ich las kürzlich, dass besagter Papst nun bald heilig gesprochen werden soll. Voraussetzung ist ein Märtyrertod oder das Vollbringen zweier Wunder. Da er bekanntlich den Märtyrertod nicht starb, müssen ihm irgendwie zwei vollbrachte Wunder zugesprochen werden. Das ist einfach, wir kennen ja schon aus der Vergangenheit den Einfallsreichtum der Katholiken, obwohl Einfallsreichtum hier wohl nicht ganz ausgereicht hat. Es erfolgt nämlich eine Prüfung durch Mediziner. Im Folgenden werde ich euch mal die zwei "Wunder" nennen. Da kann sich dann jeder seinen Reim darauf machen.

1. Dem Papst soll die Spontanheilung an der französischen Oberschwester Marie Simon-Pierre, die an Parkinson litt, gelungen sein.

2. Der Papst soll eine Frau aus Costa Rica, die an einer Gehirnverletzung litt, genau am Tage seiner Seligsprechung, dem 01.05.2011, geheilt haben.

Für die Katholiken ist die Heiligsprechung eines der wichtigsten Bestanteile ihres Glaubens. So schaffen sie sich Götzen, die sonst eigentlich für sie verboten sind. Warum sollen sie dann also diese "Wunder" nicht schlucken. Der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge. Obendrein wird versichert, dass alles sehr ausgiebig nach strengen Regeln, Prüfungen, Forschungen und was immer erforderlich ist, über viele Jahre ein etwa 70-köpfiges Gremium mit sinnlosen Arbeiten zu betrauen, vonstatten geht.

Am 13.05.2005 starb Johannes Paul II. Mit seiner Heiligsprechung wird im November 2013 spekuliert. Man spricht von einer Blitz-Heiligsprechung, denn eigentlich halten sich die Würdenträger länger an dieser Geschichte fest. Daseinsberechtigungsnachweise brauchen eben.

In der letzten Stufe des Prozederes kommt der Advocatus Diaboli ins Spiel. Er hat sich gegen die Beweisführung zu stellen und muss am Ende sicher verlieren, denn sonst könnte ja die Heiligsprechung nicht stattfinden.
  
Selig- und Heiliggesprochene folgen den Spuren des Herrn. Ihr Lebensziel erreichen sie in der Herrlichkeit des ewigen Lebens. Sie sind den Katholiken Vorbild, quasi ein Gottesbeweis. Hierbei werden Selige nur örtlich begrenzt verehrt, Heilige hingegen verehrt die Kirche weltumfassend.

Definition des Dudens zur Gottseligkeit:

vom Glauben an Gott erfüllt,
jemanden durch päpstlichen Akt in den Stand begrenzt lokaler Verehrungswürdigkeit erheben.
  
Definition des Dudens zur Seligkeit:

Drückt aus, dass die beschriebene Person in etwas schwelgt, sich dem verbunden fühlt oder dem dadurch ausgelösten Gefühl bereitwillig hingibt.

Diese Definition beschreibt doch unser Verhältnis zum Monster ganz genau, oder?! Danach kann sich jeder Pastafari gern richten, ob er Ihm nun nahe sein möchte oder auch mal nicht. Es bedarf keiner zeitraubenden Erforschungen oder Bestimmungen, wir leben den Moment im Einklang mit unserem geliebten Monster, feiern unseren Piratenkult und trinken dereinst mit ruhigem Gewissen einen am Biervulkan.

Dass Johannes Paul II nicht auf seiner erträumten Wolke landen wird, ist für uns Pastafari sicher. Die gibts einfach nicht.
Aber auch manche gläubige Katholiken fragen sich, ob er seine Heiligsprechung himmlisch genießen kann, wenn sie zurückblicken auf seine Amtszeit und seinen Umgang mit der Thematik der vielen Missbrauchsopfer. Hätte er in dieser Angelegenheit mehr Rückgrat gezeigt, wäre das in meinen Augen ein wirkliches, echtes Wunder gewesen. 
  
RAmen



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