06.09.2013

Das Wort zum Freitag - Gleiches Recht für alle Religionen



Wenn wir, liebe Brüder und Schwestern, gleiches Recht für alle Religionen fordern, müssen wir uns erst einmal fragen: Gibt es überhaupt ungleiches Recht zwischen den Religionen?

Schauen wir uns doch einfach mal an, welche Vorteile christliche Kirchen gegenüber unserer haben.

Es fängt ganz klein an, mit der Taufe.
Eine kirchliche Zeremonie führt zu einer rechtlich anerkannten Mitgliedschaft in einer Kirche und in Folge zu kräftigen Finanzschüben in die Kirchenkassen, denn daraus begründet sich die Pflicht zur Zahlung von Kirchensteuer.

Es geht weiter mit dem Religionsunterrichtvom Staat, und damit von uns, finanzierte Mission. Nur deshalb, um missionieren zu können, findet der in nach Religionen und Konfessionen geteilten Gruppen statt.

In der Armee gibt es die  Militärseelsorge.
Natürlich auch wieder fast völlig vom Staat und damit auch von uns Pastafari bezahlt.

In Krankenhäusern, im Gefängnis und bei der Polizei gibt es die
Sonderseelsorge. Natürlich auch wieder finanziert von....

Geborene Sitze in öffentlichen Gremien, vom Rundfunkbeirat über die Jugendhilfeausschüsse bis hin zum Fernsehbeirat garantieren, dass ein Christ auch in seiner Freizeit optimal betreut wird und nebenher noch vermieden werden kann, dass durch all zu kritische Beiträge seine Gefühle verletzt werden. Zusätzlich gibt´s noch kostenlose Sendezeit für die Kirchen in Funk- und Fernsehen. Natürlich wieder finanziert von uns.

Sucht ein Christ Arbeit, wird er, dank des kirchlichen Sonderarbeitsrechtes, vor uns bevorzugt. Kirchliche Betriebe und Einrichtungen dürfen sich, sonst strikt verboten, ihre Mitarbeiter nach der Weltanschauung aussuchen. Natürlich dürfen die dann auch keine Betriebsräte wählen oder gar streiken.

Bei so vielen Vorteilen kann man als Christ sicher  verschmerzen, dass der Staat ihm gleich die Kirchensteuer über das Finanzamt abzieht.  Es bekommt ja seine Kirche und immerhin darf er, wieder auf Kosten der Allgemeinheit, die sogar noch von der Steuer absetzen.

Die Kirchen sparen durch Steuereinzug vom Staat viel  Geld, auch wenn der nicht ganz umsonst ist. Ein Vergleich mit Österreich, wo die Kirchen eigene Ämter zum Einzug betreiben müssen, hat ganz klar gezeigt, die deutschen Kirchen müssten unter diesen Bedingungen ein Mehrfaches von dem ausgeben, was sie jetzt als Entschädigung an den Staat zahlen.

Für uns alle ist hier eine Verletzung des Rechts, seine Weltanschauung nicht offenbaren zu müssen, gegeben. Denn um den Steuereinzug durch den Staat gewährleisten zu können, muss man die  zwangsweise gegenüber Ämtern und seinem Arbeitgeber angeben.

Besonders die Großkirchen, aber auch andere Religionsgemeinschaften, haben also nicht nur Vorteile gegenüber uns, nein, wir finanzieren ihnen diese Vorteile sogar mit unserem Geld.

Das heißt, wir werden nicht nur diskriminiert, sondern auch ausgebeutet!

Natürlich muss sich das ändern. In Österreich versuchen die Almisten, eine Sekte von Nudelsiebträgern, gerade, als Religion anerkannt zu werden. Sollten wir diesen Weg auch gehen? Sollten wir auch versuchen, all diese Privilegien für uns zu bekommen.

Ich sage euch: Nein, das ist nicht unser Weg. Aus zwei Gründen:
Er ist sehr mühevoll und hat wenig Aussicht auf Erfolg, vor allem aber beendet er die Ungerechtigkeit nicht, die dann weiterhin zwischen Gruppen mit unterschiedlicher Weltanschauung bestehen würden.
Wir sind keine Christen, wir gehören zu den Guten. Wir wollen keine Vorteile für uns, sondern eben diese Gleichbehandlung für alle.

Nun sagen Befürworter der Kirchenprivilegien, es wäre auch Gleichbehandlung möglich, wenn alle nach einem gleichen Maßstab gefördert würden. Dabei denken sie zuerst an die Mitgliederzahl. Aber wie ließen sich Mitgliederzahlen vergleichen, wenn die Mitgliedschaft bei den einen durch einen bei der Taufe automatisch abgeschlossenen Zwangsvertrag begründet wird, bei anderen aber vom mündigen Bürger selbst beantragt werden muss?

Nein, ein solches System der Gleichbehandlung auf gleicher Förderung kann nicht funktionieren. Es gibt es auch nicht. Die Evangelische Kirche bekommt trotz geringerer Mitgliederzahl mehr Geld vom Staat, als die Katholische. Die Höhe der Förderung wird nur durch Lobbyarbeit festgelegt.

Unser Staat soll weltanschaulich neutral sein. Neutral bedeutet, sich nicht einzumischen, weder fördernd, noch benachteiligend. Ein Staat verhält sich im Krieg neutral, indem er keine Kriegspartei unterstützt, nicht, in dem das bei allen tut. Genau so hat es bei den Weltanschauungen zu sein.

Weg mit all den Kirchenprivilegien, weg auch mit dem Sonderstatus der Körperschaft des öffentlichen Rechts, und Einbeziehung aller Vereinigungen die den haben in das Vereinsrecht.

Nicht wir müssen den Status der Kirchen bekommen, sondern die Kirchen unseren.

Macht die Kirchen zu Vereinen und fördert diese nur noch genau so, wie jeden anderen Verein....
....und, vor allem, lasst sie so, wie jeden anderen Verein auch, Rechenschaft für die Verwendung der Mittel ablegen.

Nur so ist wahre Gleichberechtigung aller Weltanschauungen möglich.

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