12.12.2013

Das Wort zum Freitag - Mut sich einzubringen

Heute, liebe Gemeinde, möchte ich euch Mut zusprechen und Hoffnung geben. 
Mut, auch in kleine Dinge, die viele übersehen, als  wichtig anzunehmen und Hoffnung, daraus möge etwas erwachsen. 


Auch ich,  muss ich zugeben, war ein Zweifler. Auch ich war nicht sicher, ob es sich lohnt eine Mail an den SWR zu schreiben, weil mir etwas aufgefallen war. Etwas, was in der Diskussion auf Facebook und anderswo viele als unbedeutend angesehen haben. Nicht alle, aber, wie ich fand, viel zu viele.  Eine Moderatorin des SWR hatte in einer Sendung ein übergroßes, deutlich sichtbares Kreuz getragen und ich darin eine Verletzung der weltanschaulichen Neutralität gesehen, zu der alle öffentlich-rechtlichen Sender verpflichtet sind. 



Deshalb hatte ich an den Intendanten geschrieben.



Ich war, gebe ich zu, auch hoffnungslos, als ich nach zwei Wochen noch immer keine Antwort hatte. Doch das Monster lehrte mich wohl nur, die nicht zu schnell zu verlieren. 

Nun kam die Antwort, und, wie ich finde, eine ungemein sachliche. Ich fühle mich in meinem Anliegen jedenfalls ernst genommen. Nun hoffe ich nicht nur auf weitere Wirkung meines Schreibens, sondern auch darauf, dass diese Geschichte auch euch veranlassen könnte, euch in öffentliche oder halböffentliche Debatten einzubringen. Wer daran Interesse hat und auf Facebook ist, findet z.B. hier genug Material. 

Hier nun die Antwort des Senders:



Sehr geehrter Herr Weida,


Haben Sie besten Dank für Ihre Zuschrift an den Intendanten des SWR, in der Sie sich kritisch mit der ARD Buffet Moderatorin Evelyn König und ihrem Halsschmuck, einem großen Kreuz, auseinander setzen.


Als zuständige Hauptabteilungsleiterin für das ARD Buffet möchte ich Ihnen gerne antworten. Frau König trägt die Kette als Modeschmuck und verbindet damit keinerlei Botschaft, ich habe mich lange mit ihr darüber unterhalten.
Ob man das nun mag oder nicht, das Kreuz ist inzwischen auch ein säkulares Modemotiv geworden, wie das Peacezeichen und anderes mehr.


Gleichwohl haben Sie mit Ihrer Zuschrift berechtigerweise dafür sensiblisiert, dass man das Kreuz, selbst wenn es durch Größe und Machart als modisches Accessoire kenntlich wird, auch als  Symbol und somit als Botschaft und demonstrative Maßnahme deuten könnte.


Unsere Moderatoren, auch Frau König, werden in Zukunft noch mehr darauf achten, in ihrem  Erscheinungsbild derartige Missverständisse auszuschließen.
Ich darf Ihnen abschließend versichern, dass Frau König mit dem Kreuz völlig arglos umgegangen ist und niemanden provozieren wollte. Sie wird es in Zukunft in der Sendung nicht mehr tragen.

Damit, hoffe ich, sind Ihre Zeilen hinreichend beantwortet. Ich danke Ihnen für Ihr kritisches Interesse an unserer Sendung und hoffe, Sie bleiben uns ein wacher, treuer Zuschauer.
Mit besten Grüßen


Sylvia Storz
HA Service und Familie


Was sagt ihr dazu? Ich finde die Mail und die angesprochene Sensibilisierung für weltanschauliche Problematik als durchaus glaubhaft. Deshalb habe ich in meiner Antwort auch auf die am Ende der Sendung beim gemeinsamen Essen gebrauchte Floskel "Gesegneten Appetit" hingewiesen. 




Kommentare:

  1. "...das Kreuz ist inzwischen auch ein säkulares Modemotiv geworden, wie das Peacezeichen und anderes mehr." Ach was? Dann hat wohl bald auch das Eiserne Kreuz nichts mehr mit der Bundeswehr zu tun - als "modisches Accessoire" ist es ja in der Tat ziemlich verbreitet. Und wenn ich gar an die Neonazis denke, hat dieses seltsame Argument einen ganz besonderen Haken.

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    1. Sicher gibt es bei beidem Leute, die das mehr als modischen Schmuck tragen.
      Aber du hast schon Recht, warum es jemand trägt ändert nicht das Mindeste an der Symbolik, die dahinter steht.

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