28.02.2013

Das Wort zum Freitag - Hat Papst Bendikt XVI den Glauben verloren?




Ein sehr alter Mann, dem sein Amt zu beschwerlich wurde, zog für sich den vernünftigen Schluss, sich zur Ruhe zu setzen. Das ist gut so, das hat er verdient. Jeden, der in der Lage ist, selbst zu erkennen, wann seine Zeit des Ruhestandes gekommen ist, bewundere ich.
  
In diesem besonderen Falle aber sei mir die Frage erlaubt, liebe Brüder und Schwestern:

"Darf das der Papst?"
  
Viele Fragen kreisen durch meinen Kopf. Helft mir, Brüder und Schwestern, Licht in das Dunkel zu bringen. Die Kath. Kirche kann ich schlecht fragen, die rückt sich ja jedes Problem passend zurecht.

Am meisten frage ich mich, glaubt der Papst eigentlich noch an seinen Gott?
  
Wenn ja, müsste er dann nicht demütig warten, bis dieser ihn zu sich holt und darauf vertrauen, dass Gott weiß, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist?
  
Wirkt es nicht wie eine Klatsche in das Antlitz Gottes, wenn seine Nr. 1 sich über den so Allmächtigen stellt und einfach tut, was er will?
  
Kann es gar sein, dass der Papst sein Amt so schlecht wie nie zuvor andere Päpste geführt hat und Gott ihm die Botschaft des Abdankens höchstselbst ins Ohr flüsterte, weil Gott einfach keinen Bock darauf hatte, Benedikt schon so nahe an seiner Seite zu haben?

Heute ist der Papst den letzten Tag im Amt. Heute scheint nach vielen grauen und düsteren Tagen endlich die Sonne. Können wir das Gott zuschreiben, der sich freut, olle Benidikt endlich die Direktleitung gekappt zu haben?

Irgendwie habe ich eher das Gefühl, dass das Monster unsere zahlreichen Gebete nach Licht und wonach sonst auch immer erhörte. Eine neue Zeit bricht an, für uns eine gute. Gönnen wir dem alten Mann also seinen Lebensabend. Mal sehen wieviel Spaß uns der neue Papst bringen wird? Wir sind da.

RAmen

27.02.2013

Der Aufnahmeantrag

Ich hatte es ja schon geschrieben, zur Zeit haben wir starken Zuwachs. 


Unsere Facebookgruppe hat in der letzten Woche über 50 neue Mitglieder zu verzeichnen. Aber nicht nur dort interessieren sich immer mehr Menschen für uns, auch die Anträge auf Aufnahme in unsere Kirche werden mehr. 

Einen so schönen, wie den hier, haben wir aber noch nie bekommen. Geschrieben mit echter Tinte auf Urkundenpapier und versiegelt. Ich war so begeistert, dass ich ihn euch unbedingt zeigen möchte. 





Allein den wunderbar verzierten Anfangsbuchstaben so zeichnen zu können, ist ein klarer Hinweis, Girandoles alla Napoli gehört zu uns wie das RAmen zum Monster. Da macht es auch überhaupt  nichts, wenn der Bruder sich wohl von der Website der EvKdFSMiD (Erste Vereinigten Kirche des FSM in Deutschland), dem Unternehmen von Bruder Bucatini, in die Irre führen lassen hat, denn nur dort gibt es einen Papst. Wobei diese Verwechslung verständlich ist, denn wir arbeiten zusammen und überlegen sogar, uns zu vereinigen. Dann würde unsere Website www.pastafari.eu auf der besser eingeführten Adresse venganz.info laufen. 

Wir waren jedenfalls richtig stolz auf so einen schönen Antrag. Natürlich würden wir davon gern mehr haben. :)
Aber wer nicht so viel Aufwand treiben möchte, kann es sich auch einfacher machen. Der kann auch online ausgefüllt werden. Inzwischen ist dort der Satz

"Ich akzeptiere, daß es eine steuerlich absetzbare Spendenquittung nur für freiwillige Spenden, nicht für die Aufnahmegebühr oder den Mitgliedsbeitrag geben kann. " 

überholt. Seit 2012 dürfen wir beides von der Steuer absetzen. Das geht sogar ohne Spendenquittung, einfach über den Einzahlungsbeleg. Na, jedenfalls, wenn ihr nicht gleich über 200,- Euro spendet. ;)

25.02.2013

Mit dem Monster von Gipfel zu Gipfel



Ein dem Monster vertrauender Bergkletterer wird sicher zum nächsten Gipfel geleitet - vom Monster höchstselbst!



Dieses beeindruckende Fotodokument, rückseitig versehen mit folgendem Text, hat Dr. Bert Fritz, ein treuer Pastafari, gefunden und uns zugeschickt. 

Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters ist die einzige wahre Kirche!

Unser anbetungswürdiges Monster gleitet , wenn wir wollen, täglich geschmeidig auf unseren Teller.

Wir behaupten nicht, dass es woanders sei als auf unserem Teller, wir können es ansehen, riechen, und es stärkt uns direkt!

Es hat keine Mutter und es erneuert sich doch andauernd.

Seit das Monster endeckt wurde, wird gerechterweise auch diese Religion gelehrt. Je mehr den Schülern vorgestellt werden, desto weniger Zeit für die eigentliche Bildung wird übrigbleiben. Was überleben wird, wird der direkte Anblick der Spaghetti auf dem Teller sein!

Das Monster glaubt an die Auferstehung des Geistes, die weltweite Kirche des fliegenden Spaghettimonsters, an Bier und Tomatensauce und an ein fröhliches Leben bis an sein seliges Ende.

RAmen

Ein Dokument des Urpastafaritums? Was meint ihr? Wer sich noch nicht sicher ist, sollte unbedingt dieses Video ansehen und dabei SEIN Werk preisen. Dann wird über euch die Erkenntnis kommen. 



Nachtrag:


Gerade hat sich bei mir mein fb-Freund Folkmar Drechsel gemeldet. Er ist es, der dort gerade springt. :) Wer das Bild aber gedruckt und mit dem Text versehen hat, weiß auch er nicht.


Zum Sprung selbst hat er geschrieben:


"Das war am 08.10.1976 Sprung 3 vom Massiv zur Falkenspitze im Bielatal. Wir haben den Sprung als 55. gemacht, nachdem der Erste, Anton Lexa,  es am 21.05.1956 eingeleitet hat.


Dass in 20 Jahren so wenig gesprungen sind zeigt, dass es gar nicht so ungefährlich ist. In 20 m Höhe sind bei vier Schritt Anlauf drei Meter zu überspringen.

Übrigens müsste dort wo mein linker Fuss ist, der Gipfel schon sein. Dort war der Sprung zu Ende, denn ich habe den Absprung verzögert und bin durch den Schwung fast aus dem Stand gesprungen. Anscheinend war das Monster da und hat mich geschoben, denn ich hatte den Eindruck als würde ich einen Schubs von hinten bekommen und bin dann auf den Knien gelandet. Normalerweise kommt man mit den Füssen auf."

Und ich bin jetzt ganz hin und weg, wie das Monster es hier gefügt hat. Ein Freund schickt mir Text und Bild und ein anderer sagt: He, das bin ja ich. :)

24.02.2013

ProChrist? ProPasta!



ProChrist?

Nein, wir machen ProPasta in Frankfurt! :)

Am Sonntag, den 3.3. um 19:30 Uhr findet in Frankfurt in der Ev. Kirchengemeinde Nord-Ost (Wingertstr. 15) ein PublicViewing mit PublicPraying im Rahmen der evangelikalen Veranstaltung ProChrist statt. Dagegen wäre an sich nichts einzuwenden - nur: die Armen beten den falschen Gott an! Wir müssen sie unbedingt aufklären, dass nur das Fliegende Spaghettimonster der alleinige Heilsbringer ist, und dass der Weg zu IHM nur durch die Stripperfabrik führt. (Denn wie heißt es oder heißt es nicht im Evangelium? "ICH bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Monster denn durch die Stripperfabrik.  [Luigi 14:6]") 



Auf, ihr Gläubigen Pastafari, zeigt wie wichtig und lebendig unsere Religion ist.


Ein Pastafari aus München hat bereits seine Teilnahme angekündigt und sucht eine Mitfahrgelegenheit.

Wer kann helfen? 

Macht auch ihr mit bei dieser Aktion und meldet euch hier an, damit Schwester Farfallina Carbonara die ungefähre Anzahl der Teilnehmer planen kann.


Nachtrag:

Inzwischen verleumden uns böswillige Christen als Atheisten und unsere Arbeit am Biervulkan des Monsters als Störung.
Wo bleibt der Respekt vor unseren religiösen Empfindungen? Ein klarer Versuch, die Religionsfreiheit zu stören.

Idea Newsticker

21.02.2013

Das Wort zum Freitag - Das Monster in die Schulen tragen



Jeder von euch, da bin ich sicher, liebe Brüder und Schwestern, kennt die enge Verbindung, die unsere Religion zu Bildung und Schulen hat. Jeder weiß, erst als Kreationisten es geschafft hatten, in Kansas die Schöpfungslehre der Bibel als gleichberechtigte Lehre zur Evolutionstheorie Darwins in den Biologieunterricht zu bringen, hat sich unser göttliches FSM offenbart. Bobby Henderson, unser Prophet, hat die Nachricht von der wahren Schöpfung der Erde erfahren, sofort an das Schulboard in Kansas geschrieben und gebeten, auch unsere Lehre den Schülern zu vermitteln. Es kann ja nur gut sein, wenn die aus  verschiedenen Angeboten wählen können, so seine Begründung. 

Wir deutschen Pastafari haben diesen Bildungsaspekt bisher ganz zweifellos etwas vernachlässigt. Um so erfreuter bin ich, wenn ich euch heute stolz melden kann, damit ist es vorbei. 

Eine kleine, tapfere Grundschule widersetzt sich erfolgreich den Bestrebungen, die Schule durch Pflicht zu weltanschaulicher Neutralität zu einem Ort der Wertelosigkeit zu machen. Mutig wurde dort in feierlicher Prozession mit den örtlichen Pfarrgemeinden ein Kreuz in die Räumlichkeiten getragen und für eine Woche aufgestellt. 

Noch ist zwar nicht ganz klar, was genau hinter dieser Aktion steckt, aber ich bin mir sicher, es kann sich nur um ein Projekt handeln. Dort soll wohl den Kindern durch wertneutrale Vorstellung verschiedenster Religionen, ganz im Sinne unseres Propheten, die Möglichkeit gegeben werden, sich  die richtige zu suchen. Alles andere wäre in öffentlichen Einrichtungen verbotene Mission und ist im deutschen Bildungswesen undenkbar. 

Deshalb habe auch ich mich gleich an die Direktorin gewandt und unsere Mitarbeit erklärt:

Philip-Keim-Schule Diedenbergen
Schulleiterin Frau Elke Dick
Oberer Haingraben 1
65719 Hofheim


Betreff: Ihr Schulprojekt zu Religionen
Sehr geehrte Frau Dick,

mit Freude haben wir zur Kenntnis genommen, wie Sie in Ihrer Schule zusammen mit religiösen Gemeinschaften deren religiöse Zeremonien praktiziert und ihr religiöses Symbol aufgestellt haben.
Da öffentliche Schulen der religiösen Neutralität des Staates verpflichtet sind, sind wir sicher, hier geht es nicht um Mission. Auch in Anbetracht der Tatsache, dass das aufgestellte Kreuz nur eine Woche stehen soll, gehen wir vielmehr davon aus, Sie möchten ihren Schülern nach und nach wertneutral die in Deutschland praktizierten Religionen vorstellen.

Selbstverständlich werden auch wir, die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland, eine wegen Förderung religiöser Zwecke gemeinnützige Körperschaft, an diesem Projekt teilnehmen.
Bitte teilen Sie uns die Woche mit, in der unsere noch recht neue Religion, der aber weltweit bereits über 30 Millionen Menschen angehören, an Ihrer Schule vorgestellt werden soll.

Wir gehen davon aus, dass Sie Art und Weise der Vorstellung wie üblich den Religionsgemeinschaften in Eigenverantwortung überlassen. In unserem Fall würden wir im Rahmen einer Heiligen Nudelmesse mit den Kindern zusammen ein Spaghettimonster fertigen, und es anschließend mit unserem zweiten wichtigen Symbol, dem Piratenfisch, eine Woche in der Schule sichtbar anbringen.

Selbstverständlich werden wir auch das Schulamt und die örtlichen Medien informieren, um das öffentliche Interesse für Ihr tolles Projekt und unsere Beteiligung daran zu wecken.


Mit freundlichen Grüßen
Rüdiger Weida
Vorsitzender KdFSM Deutschland 


Möge das Monster mit uns sein.





19.02.2013

1500+

Die Veröffentlichungen in der MIZ und der Berliner Zeitung scheinen auch noch mal Zuwachs in unserer Facebookgruppe gebracht zu haben. In den letzten Tagen gab es dort täglich mehrere neue Mitglieder.

Ich wollte ganz genau aufpassen, damit ich einen Screenshot mit der 1500
nicht verpasse, nun ist es doch passiert. Aber wenn es dann letztlich schneller ging, als ich dachte, ist das ja eher ein Grund sich zu freuen.

Den Tausender habe ich ganz verschlafen, da kann ich nicht mal mehr sagen, wann der ungefähr war. Aber bei den ersten 500 Mitgliedern hatte ich schon mal was geschrieben und zwar im Sommer 2011.


Interessant ist, dass damals wie heute auch ein arabisches Land unter Publikum hatten...und das, obwohl es dort besonders schwer ist, unseren Glauben zu praktizieren. :)


18.02.2013

Wir haben genudelt

na ja, jedenfalls fast. Weil zwischenzeitlich der Besitzer gewechselt hatte, sind wir statt in eine Pizzeria beim Vietnamesen gelandet. Schön war`s trotzdem. Hier nun die Einzelkritiken














1. Die Teilnehmer


kamen aufgrund des Artikels in der Berliner Zeitung reichlich. Von der Schülerin bis zum Rentner war alles vertreten. Wie bei Pastafari nicht anders zu denken, war die Stimmung sofort locker und entspannt. Fast alle wollen wieder kommen und andere mitbringen. Drei möchten sogar Vereinsmitglieder werden. 













2. Der Nudler und seine Helfer


Nudler war diesmal Bruder Verplant. Der ließ sich auch nicht groß durcheinanderbringen, als Bruder Spaghettus, der die Reliquien zu übergeben hatte, den falschen Anfang der Messe erwischte. Elli Spirelli hatte gut aufgepasst und alles wieder ins Lot gebracht. Danach lief es geschmiert bis zum Ende. Auch die gekochten und geweihten Spaghetti waren gut abgezählt. Ein einziges blieb übrig. 



3. Die Gaststätte


war eine Lounge und hatte reichlich Platz für unsere Messe. Das Essen war gut und überraschend preiswert. Die Bedienung war freundlich und erfüllte auch die Wünsche der anwesenden Journalisten, die für die Mitschnitte für den kommenden Beitrag bei DRadio Kultur gern die Hintergrundmusik weg haben wollte. Bei der Messe selbst kam dann allerdings der Chef selbst um sie, Gesichtsausdruck und Haltung nach recht kritisch, zu beobachten. 

Bemerkungen gab es aber keine.













4. Die nächste Messe

wurde, entgegen unserer üblichen Praxis, den Termin per doodle zu ermitteln, auf den 06.04.2013 festgelegt. Dann ist unser Schweizer Bruder SimoneLimone, der gerade drei Jahre in Spanien arbeitet, auf Dienstreise in Berlin. Weil allen, die auch zur nächsten Messe kommen wollten, dieser Termin ebenfalls passte, steht der nun schon fest. 

Noch nicht fest steht der Ort. Wir sind immer noch auf Suche nach einem neuen Stammlokal. Das Mikanto war zwar vom Platz her gut geeignet, aber unsere Spaghetti oder andere Pasta hat uns, obwohl das Essen gut war, doch irgendwie gefehlt. 

Also haltet euch erst mal den Termin frei. Losgehen wir es, wie immer, ab 18:00 Uhr. Die Gaststätte unserer Wahl wird dann das Ristorante Al Mondo sein. Wir müssen nur noch klären, ob wir dort auch unsere Messe halten können. 

PS. Josefine Janert, die Journalistin, haben wir übrigens selbst auf uns aufmerksam gemacht. Sie hat uns erzählt, wir hätten bei unserer letzten jährlichen Weinachtsmarktaktion auch ihr unsere Flyer in die Hand gedrückt. :)

14.02.2013

Das Wort zum Freitag - Spaßreligion, Religonsparodie oder was?

kopimi - copy me

Immer, wenn jemand uns als Spaßreligion bezeichnet, reagiere ich eindeutig ablehnend. Klar, Spaß ist uns wichtig, aber nicht unser Ziel. Nicht das des Pastafaritums allgemein und erst recht nicht das unserer KdFSM Deutschland. Dort ist es konkret die Förderung wissenschaftlich orientierter Weltanschauungen mit sachlichen und satirischen Mitteln. 

Wenn aber keine Spaßreligion, was sind wir dann? Eine Frage, die sich zwangsläufig stellt und eine weitere, die sich zwangsläufig anschließt: Die nach einer Systematik. 

Aufmerksam geworden war ich auf das Thema wieder in dem bereits erwähnten Artikel von Daniela Wakonigg "Der Sinn im Unsinn" in der MIZ.

Dort empfiehlt sie, Religonsparodien als Atheismus mit anderen Mitteln zu verstehen und  unterstreicht ihre Bedeutung für die säkulare Szene. Abschließend weist sie darauf hin, "...dass nicht jede moderne Spaßreligion tatsächlich als Religionsparodie entstanden ist" und empfiehlt, doch bei jeder genau hinzusehen.  Als Beispiel dienen die Kopimisten, bei denen einer der "Religionsgründer" gleichzeitig Schatzmeister der christlichen Studentenbewegung Schwedens ist. 


Das war auch mir neu und genau hinzusehen, ist nie ein Fehler. Wir selbst sind zu ständigem Zweifel, auch an uns selbst, verpflichtet. Aber irgendwie fand ich trotzdem diesen Part nicht ganz stimmig. 

Schnell merkte ich, woran es lag. Für mich sind die Kopimisten weder Spaßreligion noch Religionsparodie. Für mich sind das Leute, die, unter dem Mantel religiöser Sonderrechte politischen Druck ausüben wollen, um etwas zu legalisieren, was ansonsten illegal ist. Das mag man sympathisch finden oder nicht, aber damit machen sie genau das, was die Abrahamiten um uns herum ebenfalls tun. Erinnert sei da nur an die Beschneidung von Säuglingen und Kindern.

Für mich sind die Kopimisten deshalb eine Vorteilsreligion. Damit hätten wir neben Religionsparodie und Spaßreligion schon den dritten Begriff in der Runde. Wiki bezeichnete uns eine Zeit lang als satirisch-kritische Religion, womit wir einen vierten Begriff hätten. Noch dazu einen, den ich überaus passend finde. 

Nicht einverstanden bin ich mit der Gleichsetzung von Spaßreligion und Religionsparodien bei Wiki. Deshalb versuche ich jetzt, die Begriffe neu zu definieren und sie in Beziehung zu setzen. 

1. Kunstreligion
Religionen,  die keine tatsächliche Glaubensabsicht beinhalten. 

2. Spaßreligionen
Kunstreligionen, die keine weiteren Zweck verfolgen, als Spaß zu haben.

3. Religionsparodien
Kunstreligionen, die bewusst religiöse Lehren oder Verhaltensweisen parodieren aber keine eigene Wertebildung bieten. Beispiel: Russels Teekanne

4. satirisch-kritische Religionen

Religionsparodien, die über die Kritik hinaus auch eigene Wertmaßstäbe bieten. Beispiel: FSM mit Seinen "8 Am Liebsten Wäre Mirs"

5. Vorteilsreligionen
Kunstreligionen die sich nicht gegen Religon richten, sondern deren Vorteile wahrnehmen wollen. Beispiel: Kopimisten.


Das ist ein erster Versuch. 
Reichen diese Begriffe aus? Könnt ihr alles, was ihr auf diesem Gebiet kennt, irgendwo zuordnen?

Ist vielleicht sogar einer unnötig? Zu Spaßreligion habe ich selbst kein Beispiel gefunden. 

Ich bitte euch um eure Meinungen und Hinweise. 

12.02.2013

Medienecho




Seit Monaten ist die Kirche in den Medien.

Na gut, ich gebe zu, das war sie immer schon. Nun aber nicht mehr ausschließlich positiv, nein, überwiegend negativ in der Darstellung. Mißbrauchsskandal, staatliche Subventionen, Arbeitsrecht, Diskriminierung von Homosexuellen und Frauen, Skandale in Krankenhäusern bestimmen jetzt das Bild.

Mit dieser kritischen Sicht auf Kirche und Religon scheint auch die Wahrnehmung der Religionskritiker gestiegen zu sein und damit auch die von uns.

Jedenfalls habe ich den Eindruck, wenn ich unser Medienecho in diesen Tagen betrachte.

Angefangen hat es mit einem Anruf einer Reporterin, die für DRadio Wissen eine Reportage über uns machen möchte. Nicht so sehr die satirischen Aspekte, über die dort schon einmal berichtet wurde, sondern mehr in Richtung ernsthafte Religionskritik. Deshalb hat sie sich zu unserer Nudelmesse am 16.02. um 18:00 Uhr beim Vietnamesen in Berlin - Kreuzberg, Skalitzer Str. 73, angemeldet.

Der nächste Anruf kam von der MOZ, der Märkischen Oderzeitung. Über das Internet hatte dort eine Journalistin herausgefunden, dass das Zentrum des deutschen Pastafaritums in der Uckermark liegt. Ihr halbseitiger Bericht erschien am 28.01.2012.

Der nächste Anruf kam von der Berliner Zeitung. Gestern waren ein Reporter und ein Fotograf hier in Templin. Der Bericht soll noch rechtzeitig vor der Nudelmesse am 15. oder 16.02.2013 erscheinen. Also Augen auf, für Berliner am Kiosk, für alle anderen online.

(Nachtrag: Habemus Pasta)

Schon im vorigen Jahr geplant, aber doch erst jetzt erschienen ist ein Bericht über Religionsparodien in der MIZ. Der Schwerpunkt liegt hier beim Pastafaritum, Elli Spirelli und Niko Alm kommen selbst zu Wort, mit mir gibt es ein Interview und von einer Teilnehmerin einer Nudelmesse einen sehr schönen und erhellender Erlebnisbericht.

Es lohnt sich immer, die MIZ zu kaufen, für Pastafari diesmal aber ganz besonders.

11.02.2013

Wir waren Papst - Eilmeldung - Papst zurückgetreten

 SajoR



Wie wir soeben aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen erfahren haben, ist Papst Benedikt XVI zurückgetreten. Behauptungen, er hätte zurückgetreten, entbehren jeglicher Grundlage. 


Nicht ausgeschlossen werden kann hingegen, dass er zurückgetreten wurde. Wie uns unser Informant mitteilt, hatte der Papst ein unlösbares Nudelproblem: er konnte keine mehr genießen. 

Es gilt als sicher, dass sein ehemaliger Sekretär diesen Rücktritt gab. Jetzt wird er als Nachfolger hoch gehandelt, da er sich bereits bestens mit den Unterlagen Benedikts auskennt. 

Angenommen wird, dass Paolo Gabriele als zukünftiger Papst Nudelicus I das Nudelproblem radikal angeht und ab sofort im Vatikan täglich Spaghetti serviert werden.

Auch das Abendmahl soll auf den pastafarianischen Ritus umgestellt und zukünftig statt Fleisch und Wein zu diesem "Nudeln von Seinen nudligen Anhängseln" und "Bier von Seinem Biervulkan" gereicht werden.

Nudeln machen glücklich!

Das hatten Pastafari schon lange erkannt, weshalb es bei ihnen noch nie zu depressiven Rücktritten kam. Der Vatikan hofft, mit der Übernahme pastafarianischer Riten das nun auch für den Vatikan zu erreichen. 


07.02.2013

Das Wort zum Freitag - Selbstmordattentäter

"Was soll denn dieses Thema bei uns Pastafari?" werdet ihr, liebe Brüder und Schwestern, euch jetzt fragen. Sind doch unsere flauschigen moralischen Standards, unsere sprichwörtliche Toleranz und unsere von Dogmen freie, dem Zweifel verpflichtete wissenschaftliche Religon ein Garant, die wird es bei uns nie geben. 
Neulich , als das Gespräch darauf kam, was eine echte Religion auszeichnet, wurden unter anderem auch Selbstmordattentäter genannt. Da auch wir eine echte, vollwertige Religion sind, lohnt es sich doch, diesen Gedanken näher zu betrachten.

Fragen wir uns zunächst, ob solche Attentate denn tatsächlich Zeichen einer jeder Religion oder doch zumindest der abrahamistischen sind, an denen wir uns hauptsächlich orientieren. 



Im Islam sind Selbstmordattentate zu allgegenwärtig um darauf näher eingehen zu müssen. Aber wie steht es mit Juden und Christen und sind Selbstmordattentate überhaupt auf religiöse Ursachen zurück zu führen?


Als erstes in der Literatur überliefertes Selbstmordattentat können wir eins sehen, dass sowohl in der jüdischen Tora als auch im christlichen Alten Testament mit zur religiösen Leitschnur beider Religionen gehört:


Simson aber sprach zu dem Knabe, der ihn bei der Hand leitete: Laß mich, das ich die Säulen taste, auf welchen das Haus steht, daß ich mich dranlehne. 27. Da Haus aber war voll Männer und Weiber. Es waren der Philister Fürsten alle da und auf dem Dach bei dreitausend, Mann und Weib, die zusahen, wie Simson spielte. 28. Simson aber rief den HERRN an und sprach: HERR HERR, gedenke mein und stärke mich doch, Gott, diesmal, daß ich für meine beiden Augen mich einmal räche an den Philistern! 29. Und er faßte die zwei Mittelsäulen, auf welche das Haus gesetzt war und darauf es sich hielt, eine in seine rechte und die andere in seine linke Hand, 30. und sprach: Meine Seele sterbe mit den Philistern! und neigte sich kräftig. Da fiel das Haus auf die Fürsten und auf alles Volk, das darin war, daß der Toten mehr waren, die in seinem Tod starben, denn die bei seinem Leben starben. Richter 16 26. 
Christen könnte sich bei entsprechender Auslegung auch auf Jesus berufen : 

"Niemand hat größere Liebe denn die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde." Johannes 15.13

Natürlich ist das keine direkte Aufforderung zu Selbstmordanschlägen, aber eine Möglichkeit, sie zu entschuldigen und zu begründen. Falls es denn überhaupt von Christen begangene Selbstmordanschläge nicht nur in biblischen Sagen, sondern auch in der Realität gibt. 

Ich habe dazu gefunden, erste christlich motivierte gab es in der Antike durch die "Soldaten Christi" in Nordafrika. 

Doch auch in der Neuzeit gibt es christlichen Terror und Christen waren an Selbstmordanschlägen beteiligt bzw. haben welche geplant.
Beim Projekt "Selbstopfer" der Nazis handelt es sich nicht um ein christliche motiviertes Projekt, aber es dürften dort viele Christen dabei gewesen sein, und zwar freiwillig. (Atheisten waren allgemein unerwünscht, in Spezialeinheiten und in der SS wurden sie nicht aufgenommen, wenn es bekannt war. Die NSDAP erwartete nach 1936, dass ihre Mitglieder sich zu Gott bekennen und nicht Agnostiker oder Atheisten wurden.
Völlig eindeutig ist die christliche Motivation aber bei diversen USamerikanischen Sekten: 
"Etliche religiöse Extremisten bereiten sich darauf vor, im prophezeiten Waffengang zwischen Gott und Satan als Märtyrer zu enden", heißt es in dem Millenniums-Report zu den rund tausend religiösen und rassistischen US-Kulten. sagt der Spiegel dazu.

1999 wurde wegen Vorbereitung eines großen Terroraktes, bei dem auch ein kollektiver Selbstmordanschlag vermutet wurde, eine Gruppe Concerned Christians aus Israel ausgewiesen. Zu deren Motivation wieder der Spiegel:
In sechs Wochen bricht das neue Jahrtausend an, ein Datum, das viele fundamentalistische Christen mit der Rückkehr des Messias verbinden.
Dann beginnt, so steht es in der Johannes-Offenbarung des Neuen Testaments, die letzte große Schlacht zwischen den Mächten Gottes und der Saat des Bösen, und die Endzeitjünger haben keinen Zweifel daran, dass jeder Buchstabe davon wahr wird.
Heute wird die übergroße Mehrheit der Selbstmordattentate, jedoch nicht alle, von Muslimen begangen. Der oft gebrachte Satz "Nicht alle Muslime sind Terroristen, aber alle Terroristen sind Muslime" ist eindeutig falsch.

Auch bei Muslimen liegt es wohl nicht zuerst am Glauben. Der bietet, wie auch in obigen Fällen, nur Motivation und Entschuldigung, und das wahrscheinlich besonders gekonnt. Ich vermute, es liegt zuerst an ihrer Situation. Die islamische Welt steht auf vielen Gebieten als klarer Verlierer da, sowohl kulturell als auch wirtschaftlich und militärisch. Sie sind so deutlich unterlegen, dass wohl zutrifft, was Wiki schreibt: 



Selbstmordattentate sind heute eine wachsende militärische Taktik terroristischer Gruppen. Ihre Zunahme wird durch den von wirtschaftlicher und informationeller Globalisierung ermöglichten Widerstreit konkurrierender Ideologien begründet. Dazu kommt die heute größere Offenlegung wirtschaftlicher Disparitäten..... Militärstrategisch sind Selbstmordattentate und andere vergleichbare Aktionen wie asymmetrische Kriegführung ausrüstungsmäßig Unterlegener gegenüber waffentechnisch höhergerüsteten, dafür aber andere schwache Seiten aufweisenden Feinden, von Wichtigkeit..
Natürlich gibt es auch noch andere Faktoren, warum heute in allererster Linie Muslime Selbstmordanschläge begehen. Meine Ausführungen sollen die keinesfalls, auch nicht ansatzweise, entschuldigen, sondern nur erklären und zeigen, das religiöse Fundamentalisten, egal welchen Glaubens, zu allem fähig sind.

Sie sollen aber auch zeigen, warum wir nicht nur wegen unserer flauschigen moralischen Standards und unserer sprichwörtlichen Toleranz keine Selbstmordattentäter haben, sondern sie auch nicht brauchen. Wir sind im  Kampf der Relgionen keinesfalls die, denen der Untergang droht. Wir werden immer mehr und immer mehr anerkannt. 

Sieger brauchen keine Selbstmordanschläge, sie schunkeln lieber bei schöner Volksmusik. :)