30.05.2013

Das Wort zum Freitag - Bruder Spaghettus auf Radio LORA

Da könnte ich mich doch glatt dran gewöhnen. Schon wieder ein Gastbeitrag als Wort zum Freitag.

Hier ein Interview das am 04.05.2013 im Anschluss an unsere Nudelmesse in den Fliegenden Bauten aufgenommen und auf Radio LORA gesendet wurde.



23.05.2013

Das Wort zum Freitag - PastAchse Berlin - Rom


Wir, liebe Brüder und Schwestern, sind nicht allein. 

Ich weiß, das ist nichts Neues für euch. Man geht weltweit von ca. 30 Millionen Pastafari aus. Die Masse davon sind aber wohl eher Einzelkämpfer. Organisierte sind mir noch kaum begegnet. Deshalb gibt es bisher auch kaum Kontakte zwischen Kirchen. Natürlich haben wir die zu den Österreichern, die gerade um ihre Anerkennung kämpfen. Auch zu den Franzosen und, schon länger, zu den Italienern haben wir gute Kontakte. Mit letzteren wollen wir nun die PastAchse Berlin - Rom schmieden. Der Vorschlag kam von den Brüdern und Schwestern aus Italien. Interessant wird sein, wo Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu finden sind. Um das herauszufinden, wollen wir uns zunächst einmal gegenseitig vorstellen. Danach wollen wir den Pakt zwischen uns mit einem echten Schriftstück besiegeln. 


Capitana Barilla aus unserer Hamburger Gemeinde hat ihre Italienischkenntnisse reaktiviert und unsere Vorstellung übersetzt:

Arrr, Fratelli e Sorelle d'Italia,

Penso che sia una buona idea formare l' "Asse" Roma-Berlino, un pontre fra la Chiesa Pastafariana Italiana e quella Tedesca.

Per conoscerci:

la Chiesa del Moostro di Spaghetti Volante in Germania è stata fondata nel 2006, da allora è una associazione registrata. Fa parte della Fondazione Giordano Bruno dal 2008. La Fondazione Giordano Bruno è un'organizzazione umanistica molto importante.
Nel 2011 abbiamo fatto ricorso alla giustizie e un giudice ha riconosciuto che la Chiesa Pastafariana Tedesca è una "organizzazione di pubblica utilità".

Noi ci incontriamo ogni 6-8 settimane, al masso in una dozzina di persone, in un ristorante italiano e celebriamo la "Messa della Pasta".

Che facciamo durante la Messa della Pasta?

- professiamo la fede pastafariana
- lodiamo le reliquie
- recitiamo il "Mostro Nostro"
- celebriamo l'Ultima Cena, mangiamo pasta dalla Sua Spaghettosa Appendice e beviamo dal Vulcano di birra.
- e leggiamo un Sermone su argomenti di attualità.

Una esempio di Messa della Pasta

Partecipiamo anche a manifestazioni e conferenze su argomenti umanistici.
Nel 2012 abbaimo organizzatu un incontro in un Mercato Medievale per tutti i Pastafariani Tedeschi.

Quindi noi (Elli Spirelli ed io) abbiamo fatto una "Gita di Pasta", un tour in Germania. Abbiamo visitato cinque città in una settimana e abbiamo celebrato una Messa della Pasta in ognuna di queste.

Quando in Germania i protestanti celebrano il giorno della chiesa protestante, le organizzazione umanitarie e i pastafari organizzano altri eventi.

Quest'anno non è stato da meno, il 4.5.2013 abbiamo celebrato il giorno umanitario ad Amburgo e abbiamo fatto una grande messa con un coro di pirati, che cantavano le canzoni pastafariane. Un pubblico di 250 persone, guidato da un noto presentatore televisivo. Oltre 20 atei si sono convertiti al pastafarianesimo. Abbiamo anche presentato il nostro CD. Poi abbiamo fondato una nuova comunità pastafariana ad Amburgo.

Il video della messa: 


La fondazione della nuova comunità pastafariana

Resto in attesa di ricevere una vostra risposta. Fate anche voi simili cose, e che fate diverso? Possiamo conoscere qualcosa e apprendere da voi? Volete apprendere e conoscere qualcosa di noi?
Per esempio, una domanda: Che significa quella grande forchetta che ho visto in una vostra illustrazione? E ho trovato un'altra differenza: nella chiesa pastafariana tedesca non riconosciamo la scolapasta come copricapo, perché non trasmette alcun contenuto e non aiuta il nostro lavoro per fermare il riscaldamento globale. Ma tutte le strade portano a Roma.

Damit ihr nun nicht pastalos im Salzwasser steht, gibts den Text hier nun noch mal auf deutsch:

Arrrgh, Brüder und Schwestern aus Italien,

es ist ein gute Idee, die Achse Rom - Berlin unter uns Pastafari  zu bilden. Damit wir uns näher kennen lernen, hier etwas über uns. 

Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland gibt es seit 2006 als eingetragenen Verein. 
Seit 2008 sind wir Mitglied der "Girodano Bruno Stiftung", einer sehr wichtigen humanistischen Organisation. 
2011 sind wir nach langem Kampf, auch vor Gericht, als wegen Förderung kirchlicher Zwecke gemeinnützige Körperschaft anerkannt. 

Wir treffen uns im Abstand von ca. 6-8 Wochen zu Nudelmessen in einem italienischen Restaurant  Das meist im kleinen Kreis von maximal 12 Personen. Eine Messe besteht bei uns aus der 
dem gemeinsamen Glaubensbekenntnis,
der Lobpreisung der Reliquien,
dem Monsterunser,
dem Abendmahl, bei dem es Nudel von Seinen nudligen Anhängseln und Bier von seinem Biervulkan gibt und 
einer Predigt zu aktuellen Themen. 

Hier eine Beschreibung einer Nudelmesse. 

Wir starten aber auch immer wieder zu aktuellen Anlässen Aktionen bis hin zu Demonstrationen und veranstalten Vorträge mit Humanisten.

2012 hatten wir erstmals ein Pastafaritreffen für Deutschland. Dabei waren wir auf einem Mittelaltermark. Anschließend waren Elli Spirelli und ich auf einer Nudeltour und haben in einer Wochen in 5 Städten Messen gehalten. Organisiert hatten das Pastafari und Humanisten jeweils vor Ort in ihren Städten. 

Bei Kirchentagen halten humanistische Organisationen bei uns oft alternative Veranstaltungen. Wir sind dann auch dabei. So wie in diesem Jahr am 04.05.zum Humanistentag in Hamburg. Vor etwa 250 Leuten haben wir dort auf einer großen Bühne, angekündigt von einer bekannten Fernsehmoderatorin, eine besonders schöne Messe gehalten. Hamburger Pastafari hatten einen Chor gegründet und waren mit dem dabei. Außerdem haben wir auch unsere neue CD vorgestellt. Anschließend haben wir in Hamburg einen neue Gemeinde gegründet.

Hier gibts das Video von der Messe: (das binde ich hier nicht noch mal ein)
Hier den Bericht von der Gründung der neuen Gemeinde

Nun bin ich gespannt, etwas von euch zu hören. Was macht ihr ähnlich, was anders und wo können wir gegenseitig etwas lernen und übernehmen. Was zum Beispiel bedeutet bei euch die große Gabel, die ich oft auf Bildern sehe?  Einen anderen Unterschied habe ich auch gefunden. Wir lehnen das Nudelsieb als Kopfbedeckung ab, weil es keinen Inhalt hat. Aber viele Wege führen nach Rom. 


...und nun warte ich mit euch gespannt auf die Antwort der Italiener und ihres Papstes Al Zarkawi. Was haben die für Riten, wie sind sie organisiert und was hat die große Gabel zu bedeuten, die hier Rev. Camerlengo Roberto trägt?


16.05.2013

Das Wort zum Freitag - Im Teig liegt Wahrheit


Heute, liebe Gemeinde, hält das Wort zum Freitag wieder einmal ein Gastredner. Nehmt euch an ihm ein Beispiel und schickt auch ihr, wenn das Monster euch geküsst und Seine Anhängsel in euer Hirn gesenkt hat, eure Werke an uns.
Liebe Freunde, liebe Mitbrüder, liebe Mitbrüderinnen, Mitpiraten und Mitmenschen, liebe Gemeinde, liebe Leut,

ich frage euch ernsthaft: Ist Nudel alles? Diese Frage hat sich gewiss mancher Pastafari auch schon gestellt und sicher definiert der eine oder andere Mann - sogar ein ehrenwerter Pirat – nicht nur sein Pastafaritum über seine Nudel. Und übt er, von wollüstigen Schauern gepackt, über seine Nudel Nächstenliebe an seiner nächsten Liebe hat auch der nudellose Teil der Menschheit etwas von der ungekürzten Piratennudel – der Makkaroni pirata originale.

Die Nudel ist also wichtig, kann aber nicht alles sein.

Liegt aber wenigstens Wahrheit in der Nudel?

Die Nudel wurde dereinst erschaffen aus Teig, aus geheiligter Nudelrohmasse, unmittelbar entstiegen dem endlosen Energiekäse. So unklar dies ist: Unwiderlegbar verbindet der Teig alle Elemente des Seins: Das ewig Runde des Eis, das Feste und doch Pulverige des Mehls und das Flüssige des Wassers. Gemeinsam bilden sie das Cremige des Teigs. Zusammen mit dem vierten Element, der energiekäsigen Hitze, entstand der Leib unseres geliebten Spaghettimonsters, Tomatensauce und Käse auf Es.

Aber verkündet Es auch die Wahrheit? Nicht irgendeine vorläufige Wahrheit, die Wissenschaftler mit ihren Apparaten suchen. Nein, mir geht es um die nudelige Wahrheit, um die nudeligste aller Wahrheiten. Nudellose Wahrheiten toleriere ich natürlich trotzdem und sie genießen meinen allerhöchsten Respekt – aber nur, wenn sie wahr sind. Trotzdem ist der Teig eine Metapher von Anfang und Ende, von der Vernudelung der Rohnudelmasse nach den ewigen Gesetzen der Freude und des Frohsinns.

Nichts Falsches liegt im Teig, da er alle Gegensätze in sich vereint. Kann etwas wahrer sein, als die Wahrhaftigkeit der innigen Wonne mit allem Sein, geknetet zur höchsten Erbauung aller Pastafari und aller Piraten, die die Welt vor der Klimaerwärmung retten, die einst ein Pizzaboden (Hier geht die Exegese zur traditionellen Lesart des Pastafaritums ein wenig auseinander, die von Berg, Baum und Zwerg berichtet, die zuerst da waren. Aufgelöst werden kann dieser Streit der pastafarischen Theologie vermutlich dadurch, dass der Pizzaboden einen feinstofflichen Zustand der Welt beschreibt, bevor sie sich in Berg, Baum und Zwerg manifestierte) war? Sie hatte sich dank der Transmutation aus der Feinstofflichkeit durch unser geliebtes Spaghettimonster, Tomatensauce und Käse auf Es, zur ewigen Kugel verwandelt, dem Heim der Glückseligkeit, die nur noch übertroffen wird durch Sein dogmenfreies Paradies voller sprudelnder Biervulkane, Stripperfabriken, Flüssen aus Rum, der keinen dicken Kopf macht, Bergen aus leckerster Pasta, Tomatenfeldern und Käseozeanen, die alle keinen dicken Körper machen – kurz: dem Piradies.

Neulich habe ich den Einwand gehört, es gäbe neben vielen anderen Göttern einen weiteren Gott, der größer sei als unser geliebtes Spaghettimonster, Tomatensauce und Käse auf Es. Der hätte eine viel bessere Wahrheit. Doch das sind infame Lügen der in schwarzen Kutten auftretenden Piratenjäger, die die nudelige Wahrheit vernichten wollen.

Dabei sind sie sehr ungeschickt. Anstatt sich, wenn sie schon nicht eine unserer nudeligen Wahrheiten anerkennen wollen, eine eigene glaubwürdige Wahrheit auszudenken, haben sie ein bronzezeitliches Comedy-Programm des Wints‘ar Eburtar, dem Hofnarren am Hofe des assyrischen Herrschers Tiglat-Pilsener III., übersetzt, in dem dieser sich alle Mühe gab, sein erlauchtes Publikum nach Kräften zu veralbern. So übertraf er alle Comedians mit seiner „Entstehung der Erde“ – in der Saison 612 – 611 v. Chr. der absolute Lachschlager in ganz Mesopotamien. Allerdings endete die Karriere Wints’ar Eburtars abrupt in einer üblen Steinigung, als er aus dem Stehgreif noch die Geschichte einer sprechenden Schlange dazu dichtete, die eine Frau zum Obstverzehr animierte, worüber ein alter Gott, der im Schlafrock durch seinen Garten lustwandelte, so erzürnt war, dass er die Menschheit bis ans Ende aller Tage büßen lassen wollte – und erst wenn sein Sohn qualvoll hingerichtet wäre, wolle er bedingt ablassen von seinem Starrsinn. Das war denn zu viel für die Assyrer, die an seriösere Götter gewöhnt waren.

Das Programm überlebte jedoch in 31 Keilschrifttafeln, wurde durch einen Produzenten medizinischer Feuersteinmesser übersetzt und wird seitdem mit allerlei Ausschmückungen - unter anderen durch einen Zimmermannsgesellen und einen Fischer - noch immer erfolgreich verkauft. Allerdings erhalten die iranischen Nachfahren (und auch ein nach Deutschland ausgewanderter Teil, der noch heute im gleichen Geschäft tätig ist) von Wints’ar Eburtar keinen Cent aus den Tantiemen, weil es im Zuge einer an Piraterie erinnernden Nacht- und Mittelalteraktion einfach als „Gottes Wort“ ausgegeben wurde.

Liebe Freunde, wie viel dreister kann man noch sein? Das Schlimmste allerdings ist, das heute bei vielen das Wissen verloren ging, dass es sich um Comedy handelt, ja - schlimmer noch – dass es heute von einigen sogar geglaubt wird.

Doch davon sollten wir uns nicht abschrecken lassen. Selbst das Fernsehen hat mittlerweile in uns das Original erkannt, das so seriös erscheint, dass uns niemand mit den albernen Comedian-Imitationen verwechselt.

Also, liebe Pastafari, liebe Mitbrüder und Mitbrüderinnen, Mitpiraten und Mitmenschen komme ich zu dem einzig möglichen Schluss: Im Teig liegt mindestens eine Wahrheit! Jedes Pasta-Kochbuch enthält mehr davon, als dieses abgekupferte „Wort Gottes!“. Selbst das Wasser, in dem die geheiligte Nudel gekocht wurde, ist wahrhaftiger, als Gottes Schweigen. Doch haben wir Mitleid mit den Irregeleiteten. Leuchten wir ihnen mit unseren Rumfahnen ins Piradies, räumen wir ihnen unsere Gott-zurück-Garantie ein und reservieren wir ihnen einen Platz in der Stripperfabrik oder am Biervulkan. Denn unser geliebtes Spaghettimonster, Tomatensauce und Käse auf Es, wacht mit seinen nudeligen Anhängseln über alle Menschen, die Es alle gleich lieb hat – egal, ob sie sich assyrische Comedy in einer schlechten Übersetzung anhören oder endlich das Licht unserer Wahrheit erblickt haben.

In al dente Ramen!

Euer Bruder Pasta Basta

NDR erkennt Pastafaritum als glaubwürdig an



Der Humanistentag in Hamburg brachte viele Erkenntnisse.  Der NDR wusste das wohl im Voraus, denn ein Journalist von diesem Sender hatte sich schon drei Wochen vor dem Termin bei mir zum Interview und zur Aufnahme unserer Nudelmesse angemeldet. Er wollte auch mal einen Kontrast zum gleichzeitig stattfindenden Kirchentag bieten.

Die Absprachen klappten prima, wir trafen uns wie verabredet und auch die Messe wurde komplett mitgeschnitten. Daraus sollte ein Beitrag werden, der dann auf jeden Fall auf die Kirchentagsseite des NDR kommen und vielleicht sogar über den Sender laufen sollte.

Da kam aber nichts. Nicht am gleichen Tag und auch nicht später. Ich hatte da so aus früheren Erfahrungen heraus einen Verdacht und fragte mal bei dem Journalisten an, ob die Redaktion dann doch nicht wollte. Und ich lag richtig.

Die Redakeurin wollte nicht. Mit einer umwerfenden Begründung:  "Es könnte Zuschauer geben, die das mit dem Fliegenden Spaghettimonster ernst nehmen könnten. Das Risiko will sie nicht eingehen..."

Allerdings hat sie nicht nur die Messe, sondern auch das Interview mit mir abgelehnt, in dem es klar um den Hintergrund des Pastafaritums ging.

Das lässt sich wohl mit zwei Ursachen erklären:

1. Unsere Lehrsätze und unser Glauben ist bereits so weit in die Gesellschaft gedrungen und wird bereits so ernst genommen, dass selbst eine Erklärung über die Ursachen den Glauben nicht ins Wanken bringen könnte.

2. Der NDR hat erkannt, dass es grundfalsch ist, christliche Lehren aller Art ernst zu nehmen.

Er berichtet ja nicht über Religionen, wenn die Gefahr besteht, jemand könnte diese ernst nehmen. 

 

09.05.2013

Das Wort zum Freitag - Pastafari, Nudelmesse und atheistische Spiritualität

Heute, liebe Gemeinde, habe ich es ganz einfach. Heute brauche ich nur ein Video einstellen, für das ich mich bei Frank, der es aufgenommen und erstellt hat, herzlich bedanke. Es ist ein Mitschnitt einer Nudelmesse, die wir gerade am 04.05.2013 auf dem Humanistentag in den Fliegenden Bauten Hamburg vor über 200 Zuschauern gehalten haben. Über 20 von ihnen kamen zu uns auf die Bühne um das Glaubensbekenntnis abzulegen und so Pastafari zu werden. Natürlich gabs auch wieder ein Abendmahl und erstmalig einen Pastafarichor, die Anonymen Arabiata. Zum Schluss wie immer eine Predigt ans Volk.

Mein Manuskript der Predigt gibt`s für alle, die vielleicht  nachlesen möchten, hier noch mal schriftlich. Wobei schon das eine oder andere Wort auf der Bühne anders kam.




Predigt

Wir sind, hochverehrtes Publikum, reingelegt wurden. Wir dachten, wir halten hier zum Kirchentag einen Feierliche Messe vor Gläubigen, und nun haben wir erfahren, wir haben es hier nur mit verstockten Atheisten zu tun. Mit solchen, die sich unter dem Motto „Gut ohne Gott“ hier versammelt haben, mit solchen, die behaupten, eine Gesellschaft bräuchte keine Religion.
Wir sehen das natürlich anders. Die Vorzüge unseres Pastafaritums habe ich bereits ausführlich geschildert. Aber wir erkennen auch die Bedeutung anderer Religionen und ihrer Institutionen für die Gesellschaft an und würdigen diese ausdrücklich.

So sehen wir auch eine große Zukunft für den Zentralrat der Juden: als Trägerverein für ein Museum für vormittelalterliche Operationsmethoden.
Eine ebenso glanzvolle Zukunft winkt der katholischen Kirche: als Trachtenverein bei der Durchführung von Karnevalsumzügen.
Niemand könnte besser als der Zentralrat der Muslime als Kulturverein die Kultur des Beleidigtseins pflegen und
die evangelischen Kirchen könnten, wie kein anderer, mit Bezug auf ihren Gründungsvater als Historienvereine Ursachenforschung für die unsäglichen weltweiten Judenverfolgungen und Hexenverbrennungen leisten, auch wenn andere das schon vor Luthers wegweisenden Worten gut beherrschten.
Ihr dort im Saal aber habt euch das Motto gewählt „Gut ohne Gott, auf den Menschen kommt es an.“ 

Deshalb habe ich gestern nicht schlecht gestaunt, als es in einem Vortrag um Spiritualität ging. Zwar um religionsfreie, aber immerhin um Spiritualität.

Nun möchte ich euch Ungläubigen ja nicht absprechen, in ganz besonderen Momenten auch ganz besondere Gefühle zu haben. Aber wenn ihr die beschreiben wollt, warum dann dazu der Rückgriff auf Spiritualität, auf eieinen Begriff also, den jeder mit uns Religiösen verbindet?

Ist Unglaube doch auch nur ein Glaube? 
Manchmal könnte man das glatt denken.

Wenn zum Bespiel mal wieder einer von euch mit einer Überzeugung und ohne jeden Zweifel zu erlauben, seine Meinung zur allein seeligmachenden erhebt,
wenn er ganz eindeutig klar stellt, nur sein Weg ist der einzig wahre, kein anderer zulässig und wer trotzdem versucht, einen zu gehen, wird bestraft.
So wie Dr. Horst Groschopp, der Expräsident des HVD, es neulich tat als er verkündete:

Erneut „verloren“ hat eine strategische Stoßrichtung, die, von einem „säkularen Humanismus“ ausgehend, sich gegen Religion schlechthin wendet. Wenn in allen wichtigen Fragen gesellschaftlicher Entwicklung nirgends die „Gottesfrage“ eine größere Bedeutung besitzt, kann keinen so üppigen Erfolg haben, wer den „falschen Eindruck“ erweckt, die alten Kirchenkämpfe zu führen, und damit Vorurteile bedient, wenn auch nicht beabsichtigt, wenn ein „Humanistentag“ parallel zu einem Kirchentag inszeniert wird. Da hilft nicht viel zu dementieren, man hätte irgendetwas mit „religionsfreien Zonen“ zu tun."

Vielleicht tue ich ihm ja auch Unrecht, und es geht ihm gar nicht darum, religiöser Führer zu sein.
Vielleicht will er nur jemand ins Abseits drängen, der, anders als der HVD, nicht die Kirchenprivilegien für sich nutzen, sondern sie abschaffen will.
Ich frage mich da, warum diese Grabenkämpfe? Warum nicht einfach beide Wege als richtige Wege akzeptieren?
Naja, uns Religiösen kanns nur recht sein. 
Vielleicht habe ich aber auch ganz einfach den feinen Humor von Dr. Horst Groschopp nicht erkannt, und er wollte nur in satirischer Art das Verhalten von religiösen Führern aufs Korn nehmen. Dann entschuldige ich mich hiermit bei ihm und rufe ihm zu:

Komm zu uns Horst, du bist ein würdiger Pastafari. (Biereluja)
Vielleicht tut er das ja wirklich. Vielleicht auch noch der Eine oder die Andere von euch. Denn als Gläubiger hat man es einfach einfacher.

Schon allein an den Erklärungsaufwand, den man spart. Man braucht nichts begründen, es genügt zu sagen: So steht es geschrieben.
Von euch erwartet jeder, dass ihr erklärt, warum man auch ohne Gott gut sein kann. Wir haben es einfacher. Niemand bezweifelt, dass man mit Gott gut sein kann.
Na ja, manmal vielleicht ein kleines Bisschen, so, wie euer Steven Weinberg, der erklärt:
„Religion ist eine Beleidigung der Menschenwürde. Mit oder ohne sie würden gute Menschen Gutes tun und böse Menschen Böses. Aber damit gute Menschen Böses tun, bedarf es der Religion.“

Ich muss zugeben, da ist was dran. Aber ganz so sehe ich es doch nicht.

Es ist nicht die Religion an sich. Es sind die Dogmen und, ganz besonders, der Anspruch der alleinigen Wahrheit und Rechtmäßigkeit, der dazu führt, andere nicht mehr als Mitmenschen, sondern als Feinde zu sehen.
Egal ob in einer Religion oder sonst einer Ideologie, so wird der natürliche Altruismus ausgeschaltet und auch gute Menschen werden fähig, Böses zu tun.
Deshalb sind wir Pastafari so stolz darauf, weder Dogmen zu kennen noch unseren Weg als den einzig wahren und rechtmäßigen zu sehen.

Wie flauschig unsere Ethik ist, könnt ihr gleich in dem Schlusstitel unserer CD, einem wundervollen Chilout hören, während wir jetzt von der Bühne gehen.
Ich bin sicher, die 8 Am Liebsten Wäre Mirs unseres geliebten Monsters werden auch euch überzeugen. 
Deshalb rufe ich euch noch mal zu:

Kommt zu uns, und wenn doch nicht, dann kauft wenigsten unsere CD. Für nur 5,- Euro kann sich das wirklich jeder leisten. (Biereluja)

Ich bedanke mich bei euch für eure Geduld und wünsche euch noch viel Spaß und Erkenntnis bei den folgenden Veranstaltungen.
Auch im Namen von 


Schwester Elli Spirelli
Schwester Farfallina Carbonara
Bruder Gorgonzola
und den Anonymen Arabiata.


Ich war und bleibe 

Euer Bruder Spaghettus.




05.05.2013

Pastafari gründen in Hamburg neue Gemeinde




Der 05.Mai war für Elli S. und mich ein wunderschöner Tag. Zuerst hatten wir eine tolle Messe vor gut 200 Leuten in den Fliegenden Bauten Hamburg. So etwa 15 - 20 der Besucher kamen zu uns auf die Bühne um mit uns das Glaubensbekenntnis abzulegen und das Abendmahl einzunehmen. Die genaue Zahl wissen wir, wenn wir die Bilder bekommen, die uns ein netter Fotograf versprochen hat. Dann gibt es dazu auch einen ausführlichen Bericht und auch ein Video wird es geben. 

Erstmals mit bei der Messe ein Pastafarigospelchor, die 
Anonymen Arabiate. Mit denen und anderen Hamburger Pastafari ging es nach der Messe und dem recht erfolgreichen Verkaufsstart unserer CD, die sich ja für 5,- Euro wirklich jeder leisten kann, zum Grillen in den Stadtpark. 


Während die einen den Grill in Gang brachten und die  anderen Salat schnippelten, kümmerten sich noch andere schon um den Biervulkan. Die Stimmung war fantastisch, das erste Grillgut wurde schnell fertig und nach Piratenart gerecht verteilt. 


Ganz zufällig hatten wir auch ein geweihtes Nudelholz dabei. Das bekommt von uns immer eine neue Gemeinde zur Gründung. Genau die stand jetzt an. Mit acht Pastafari als Gründungsmitgliedern legte die einen famosen Start hin. Alle wurden auch Kirchenmitglieder, weshalb eine Monstergericht nötig wurde. Nur Es soll schließlich entscheiden, wer in Seine Kirche aufgenommen wird. Meist muss dazu auf lange Spaghetti Penne aufgefädelt werden, wenn die anschließend beim Gruß an das Monster nicht brechen, gilt das Gericht als bestanden. 
Hamburg hat nun eine erste eigene Tradition. Lange Spaghetti waren keine da. Also musste eine Spaghettiröhre mit Penne gefüllt, dann mit einem Finger gehalten und damit um einen anderen Piraten gehüpft werden. Das war gar nicht so leicht, und nicht jeder bestand das Monstergericht gleich beim ersten Anlauf. :)



Letztlich hatte aber jeder die Piratenfischbandana, die jedes Neumitglied erhält, stolz auf dem Kopf. 

Wie gut die Truppe bereits jetzt arbeitet, wurde klar, als eine zum Junggesellenabschied als Messdiener und Papst dem als Nonne verkleideten Bräutigam die Aufgabe stellten, uns mit "Kleinem Feigling" willig zu machen und Spenden einzutreiben. Die bekamen sie natürlich, aber erst, als sie mit uns sowohl das Glaubensbekenntnis der Pastafari abgelegt als auch das Monsterunser gesprochen hatten. Es schien sogar, sie hatten viel Spaß dabei. 



Wir Pastafari hatten den jedenfalls ganz mächtig. Die Gitarre wurde rausgeholt und eigene wie auch alte Hamburglieder gesungen. Als wir dann lost mussten, gab es noch ein kräftige Biereluja mit auf den Weg. Ein herrlicher Nachmittag, für den sich Elli S und ich noch mal bei euch Hamburgern  bedanken möchten. 

Arrrgh und immer eine Handbreit Wasser im Nudeltopf.

02.05.2013

Das Wort zum Freitag - Piraten auf dem Humanistentag



Seit dem 30.04. steppt in den Fliegenden Bauten Hamburgs der Klabautermann und zwar bis zum 04.05. Auch für Pastafari ist der Humanistentag ganz sicher eine Reise wert. Schließlich winken viele interessante Veranstaltungen. Die Organisatoren waren nicht faul.

Selbstredend werden wir dort auch eine zünftige Nudelmesse abhalten.  


Endlich kommt dann auch unsere CD mit pastafarianischer sakraler Musik auf den „Ladentisch“ und an den Piraten. Dafür habe ich gern einige Wochen meinen geliebten Bruder Spaghettus kaum zu Gesicht bekommen, befürchtete schon fast, er wäre mit seinem Computerplatz verwachsen, gewissermaßen zum Borg gewandelt worden. Aber irgendwann hielt er dann stolz die CD in den Händen. Ich durfte sie mir schon einmal anhören. Gerade läuft sie wieder im Hintergrund, denn sie gefällt mir wirklich gut. Allen, die hier ihre Ideen, ihr Talent und ihre Freizeit unentgeltlich reinsteckten, möchte ich meinen piratigen Dank aussprechen. IHR WARD SPITZE! Ein ganz besonderer Platz am Biervulkan ist euch gewiss. Das kann ich versprechen.

Wer nicht nach Hamburg kommt, kann sich den Trailer zur Scheibe hier schon mal anhören...


....und dann hier bestellen. In dem kleinen Untermenü gibts auch die Texte und Noten, alles über die Pastafarifeiertage und eine kleine Erklärung zur CD. 

Was ich denen, die sich jetzt aufmachen, um am Deutschen Humanistentag teilnehmen zu können, nicht versprechen kann, ist ein Zimmer in Hotels oder Pensionen. Leider zog die evangelische Kirche sofort nach und legte ihren 34. Kirchentag in die Zeit vom 01. bis 05.05.

Was zu befürchten war, ist eingetreten. Unterkünfte sind ausgebucht, die Nachfrage ist größer als das Angebot. Das Geschäft mit den Nachtlagern boomt. Der Hotelier reibt sich die Hände. Endlich schepperts in seinem Geldsäckel. Flugs werden die Preise mal etwas angehoben. Das nennt man wohl Angebot und Nachfrage.

Der echte Pastafari lässt sich aber bekanntlich nicht schrecken. Falls ihr nicht schon selbst darauf gekommen seid, hier der Spezial-Elli-Spirelli-Insider-Tip:

Sind die Zimmerpreise zu hoch, auf normalem Wege kein teures Zimmer mehr zu ergattern, dann bucht doch einfach die Standartübernachtung für Pastafari – eine Aktivnacht auf der Reeperbahn.

Für alle, die aus den verschiedensten Gründen zu Hause bleiben müssen, bleibt der kleine Trost, dass die Medien ausführlich berichten werden und die CD natürlich auch von uns unter den bereits ausgeführten Bedingungen versandt wird.

Habt alle einen schönen Freitag, wo immer ihr seid. Denen, die sich nach Hamburg aufmachen, rufe ich zu: Wir sehn uns.

Eure schon ganz kribbelig und hibbelig gewordene

Elli Spirelli