29.08.2013

Auf geht´s...



So, liebe Freibeuter und Freibeuterinnen,
  
unsere Kiste ist gepackt und alles, was ein Pastafari benötigt, zusammengetragen und in den Seesack gestopft. Die Piratenhüte habe ich sicherheitshalber noch einmal abgestaubt, die Waffen auf ihre Funktionstüchtigkeit geprüft.
  
Das Wort zum Freitag ist diesmal eher eine Tat zum Freitag. Morgen geht es endlich auf große Fahrt. Wir freuen uns auf euch in HamburgDortmundDüsseldorf, Münster und Bochum.
  
Für alle, die nicht dabei sein können, gibt es nach unserer Tour dann zumindest Fotos oder gar Mitschnitte der Messen per Video. Bruder Spaghettus hat eigens dafür eine erhebliche Menge Dublonen abgezwackt und eine neue Kamera geordert. Der alte Apparat gab kürzlich den Geist auf. MONSTER, wo warst Du???
  
Genug gejammert, staubt lieber schon mal die Piratenhüte, Kopftücher, Bandanas ab, putzt die Säbel blitzeblank und scheucht die Motten aus der Piratenkleidung.

Bald sehen wir uns.



23.08.2013

Das Wort zum Freitag - Sven Speer und der säkulare Staat




               oder







Meine Diskussion mit Sven Speer  war schon einmal Thema im Wort zum Freitag. Die Antwort auf diesen Beitrag im Forum offene Religionspolitik ist, finde ich, auch ein gutes Wort zum Freitag.

Hallo Herr Speer,

nachdem wir in der Vergangenheit fast immer gegensätzlicher Meinung waren, freue ich mich heute ganz besonders, dass ich Ihnen in einem wesentlichen Punkt Ihrer Ausführungen zustimmen kann, nämlich in Ihrer Definition von staatlicher Neutralität: „Ein Neutrum ist weder männlich noch weiblich. In einem Krieg ist ein neutraler Staat unbeteiligt. Eine neutrale Lösung ist weder sauer noch basisch. Während der Begriff der Neutralität vom Ursprung her immer ein „weder noch“ kennzeichnet...“

Genau so muss es sein. Sich neutral zu verhalten, bedeutet nicht alle in einem Krieg beteiligten Staaten gleich stark zu unterstützen, auch nicht, nach welchen Kriterien auch immer, unterschiedlich stark, sondern überhaupt nicht. Das ist, abgesehen vom Sinn der Neutralität an sich, gleichzeitig die einzige Möglichkeit, sich auch praktisch wirklich neutral zu verhalten. 

Ich finde es toll, dass Sie hier nun auch die Position vertreten, die ich schon immer hatte und die Sie früher noch ausgeschlossen hatten. Die Position, das staatliche Neutralität also bedeutet, keinerlei Unterstützung für irgend eine Weltanschauung zu leisten.

Weg also mit den kirchlichen bzw. religiösen Sonderrechten, weg mit der Finanzierung von Religionsgemeinschaften aus dem Staatshaushalt, weg mit dem Sonderstatus der Körperschaften des öffentlichen Rechts und Eingliederung aller Religionsgemeinschaften unter das Vereinsrecht. 
Das ergibt sich nahezu logisch aus der beschriebenen Neutralität, weshalb ich über den Punkt 22 Ihres Folgeartikels sehr erstaunt bin. Zum einen, weil Sie da die Fortführung der Leistungen des Staates an die Kirchen bejahen und sogar deren Ausweitung fordern, zum anderen, weil Sie da von Regeln sprechen, nach denen die angeblich geleistet werden. Diese Regeln gibt es nicht. Die Höhe der Zahlungen hängt einzig vom Erfolg der Lobbyarbeit der jeweiligen Kirche ab.

Sehr gefreut habe ich mich über Punkt 24. Allerdings nur, weil Sie uns Pastafari in Ihre Überlegungen einbezogen haben. (Die tragen übrigens keine Nudelsiebe. Das tun nur die Almisten. Pastafari sind Piraten, keine Geschirrständer.)
Natürlich ist das Anliegen von Gläubigen berechtigt, auch auf ihren Ausweisen so dargestellt zu werden, wie sie sich ständig in der Öffentlichkeit bewegen. Aber das darf nicht über religiöse Sonderrechte gewährleistet werden, sondern über völlige Freigabe von Kopfbedeckungen, die ständig getragen werden. Egal ob es sich da um religiöse handelt oder nicht.

Aber zurück zu den ersten Themen. Ihre Gleichsetzung von Religion und Nichtreligion, auf der Ihre weitere Argumentation aufbaut, halte ich für eine fehlerhafte Grundlage. Der Staat verhält sich nicht grundsätzlich zu Religion, sondern zu ganz bestimmten Religionen. Er führt, was ich ebenfalls für fragwürdig halte, der er ja den Inhalt von Religionen gar nicht beurteilen darf, sogar Listen dieser „anerkannten“ Religionen.

Ebenso wie der Staat sich nicht grundsätzlich zu Religion verhält, hat er sich auch nicht grundsätzlich zu „Nichtreligion“ zu verhalten, sondern zu Weltanschauungen. Es geht nicht um den religiös neutralen Staat, sondern um den weltanschaulich neutralen Staat. Jedenfalls bei Weltanschauungen, die sich im Rahmen des Grundgesetzes bewegen, egal ob es sich um religiöse oder nichtreligiöse  handelt. 

Deshalb geht nicht die mindeste Gefahr einer Ungleichbehandlung von einem säkularen Staat aus. Im Gegenteil, er ist erst die Gewähr für Gleichbehandlung. Wenn Unterricht weltanschaulich neutral zu erfolgen hat, dürfen dort weder religiöse noch areligiöse Weltanschauungen im Sinne von „Erziehung zu“ vermittelt werden, nicht christliche, muslimische und pastafarianische, aber auch nicht humanistische, existenzielle, kommunistische und alle anderen. 

Vertretern der strikten Trennung von Staat und Religion geht es also durchaus um Neutralität. Genau um die Neutralität, die Andersartigkeit erst wirklich ermöglicht. Nur wenn der Staat  jeder Weltanschauung die absolut gleiche materielle Unterstützung gibt, nämlich keine, nur wenn keine Weltanschauung Sonderrechte bekommt und für alle Bürger gleiches Recht gilt, ist ein faires Miteinander vielseitiger Anschauungen möglich.

Nachtrag: Lesenswerte Entgegnung von Skydaddy auf Sven Speer

21.08.2013

Nudelmesse on Tour 2013



Die meisten werden es schon hier und da erfahren haben, die Tour steht.
Eintritt ist überall frei, zwei mal gibt es sogar im Anschluss an die Messe ein gemeinsames Nudelmahl.
Es wäre schön, wenn ihr die Termine teilt und evtl. Pressekontakte nutzt.

Hier alles kompakt auf einen Blick.




31.08. Hamburg
14:00 Uhr Öffentliche Versammlung(Demo)
Ort: Steintorwall, Ausgang Wandelhalle, Freifläche vor der Bahnhofsmission
Thema: "Gleiches Recht für alle Religionen" mit Nudelmesse und je einer Predigt von Bruder Spaghettus und Käpt'n Chaos.

nach 18:00 Uhr
Gemeinsames Grillen im Stadtpark

01.09. Hamburg
11:00 Alsterrundfahrt im Piratenornat

01.09. Bochum
18:00 - 19:00 Flyeraktion im Bermudadreieck

02.09. Dortmund
19:30 Uhr  Nudelmesse
- Herr Walter, Speicherstr. 90
*Bitte RiR-Wetter beobachten; notfalls retten wir uns auf Dortmunder Festland!

03.09. Düsseldorf - Pempelfort
20:00 Nudelmesse in der Galerie "the box" in der Duisburgerstr. 97 Anschließend gemeinsame Nudelspeisung https://www.facebook.com/events/396528500468881/

4.9. Münster
19:30 Uhr Nudelmesse - Freibeuter, Hollenbeckerstr. 31 

5.9. Bochum


19:00 Uhr Nudelmesse - SZ Bochum, Josephstraße 2 Anschließend gemeinsame Nudelspeisung 

15.08.2013

Das Wort zum Freitag - SEINE 8 Am Liebsten Wäre Mirs


Heute, liebe Gemeinde, bitte ich euch um eure Hilfe. 

Mir ist, vielleicht hat es der eine oder die andere sogar schon im  Video gesehen, etwas Peinliches passiert. Ich konnte auf eine Frage nach Seinem 1. Am Liebsten Wäre Mir keine wirklich erschöpfende Antwort geben. 

Elli und ich haben Ursachenforschung betrieben und sind darauf gekommen, es fehlt uns einfach an einer einprägsamen Kurzform. So, wie es die Ungläubigen mit ihren 10 Geboten gemacht haben. Natürlich nicht mit "Du sollst...". Das ist nur was für diktatorische, in ihrer Allmacht gefangenen Götter. Nichts für unser offenes, tolerantes Monster. Es befiehlt uns ja nicht, es schlägt vor oder bittet uns. 

Der Anfang jedes Satzes war deshalb schnell klar: Bitte. 

Aber dann? Es war gar nicht so leicht, das jeweilige Gebot gut zusammen zu fassen. Manches, was sofort ins Auge fiel, hat sich auch wiederholt. Deshalb sind wir mit unserem Werk der Kurzfassung noch nicht so recht zufrieden und hoffen, ihr habt Ideen, wo wir was besser machen können. 

Immer raus damit. Hier im Kommentar, auf Facebook in unserer neuen Gruppe (wer noch nicht dort ist, sollte schnell beitreten) oder per Mail an spaghettus[et]freenet(punkt)de.

Hier jeweils die Lang- und unsere Kurzfassung in Gegenüberstellung:



I.


Am liebsten wäre mir, wenn ihr euch nicht wie frömmlerische, selbstgerechte Esel benehmen könntet, sobald ihr Meine Nudelige Göttlichkeit beschreibt. Falls meine Leute nicht an mich glauben, ist das okay. Ehrlich. So eitel bin Ich nicht. Ausserdem: Um die geht es gar nicht, also bleibt beim Thema.



= Bitte sei tolerant.



II.
Am liebsten wäre mir, wenn ihr Meine Existenz nicht benutzt zur Unterdrückung, Unterwerfung, Bestrafung, Entleibung und/oder um zu anderen gemein zu sein. Ich brauche keine Opfer, und Reinheit ist etwas für Bier und Trinkwasser, nicht für Menschen.

= Bitte benutze mich nicht als Vorwand


III.


Am liebsten wäre mir, wenn ihr die Leute nicht danach beurteilen würdet, wie sie aussehen oder wie sie sich anziehen oder wie sie reden. Seid einfach nett zueinander, okay? Ach, und kriegt es endlich in eure Dickschädel: Frau = Mensch. Mann = Mensch. Gehüpft wie gehoppelt. Das eine ist nicht besser als das andere. Es sei denn, es geht um Mode, denn die habe Ich exclusiv den Frauen sowie ein paar Männern überlassen, die den Unterschied zwischen Veilchenblau und Violett kennen.



= Bitte akzeptiert alle Menschen als gleichberechtigt



IV.
Am liebsten wäre mir, wenn ihr alles unterlassen würdet, das euch selbst oder eurem bereitwilligen, volljährigen und geistig gesunden Partner peinlich sein müsste. Wem das nicht passt, der kann mich mal – Ich glaube, die Formulierung lautet: am Arsch lecken. Wem das auch nicht passt, der sollte am besten die Glotze ausmachen und zur Abwechslung ein Stück spazieren gehen.

= Bitte seid fair zueinander


V.


Am liebsten wäre mir, wenn ihr euch die verklemmten, frauenfeindlichen Vorstellungen anderer nicht auf nüchternen Magen anhören würdet. Esst etwas, dann macht euch über die Idioten her.



= Bitte duldet keine Diskriminierung



VI.
Am liebsten wäre mir, wenn ihr keine Multimillionen-Dollar-Kirchen/Tempel/Moscheen/Schreine für Meine Nudelige Göttlichkeit erbauen würdet. Das Geld kann man nun wirklich sinnvoller anlegen. Sucht euch etwas aus:
A.    Armut beenden
B.     Krankheiten heilen
C.     In Frieden leben, mit Leidenschaft lieben und die Kabelkosten senken.
Ich mag ja ein komplexes, allwissendes Wesen aus Kohlehydraten sein, aber Ich freue Mich an den einfachen Dingen des Lebens. Ich muss es wissen. Ich bin der Schöpfer.

= Bitte setzt euer Geld sinnvoll ein


VII.
Am liebsten wäre mir, wenn ihr nicht überall herumerzählen würdet, dass Ich zu euch spreche. So interessant seid ihr nicht. Bleibt auf dem Teppich. Habe Ich doch schon gesagt: Liebet euren Nächsten – muss Ich denn alles zweimal sagen?

= Bitte erhebt euch nicht über andere

VIII.


Am liebsten wäre mir, wenn ihr anderen nicht antätet, was sie auch euch nicht antun sollen, sofern ihr auf, äh, Sachen steht, für die reichlich Leder/Gleitmittel/Las Vegas nötig sind. Sollte euer Partner darauf stehen (entsprechend ALWM 4), lasst es krachen, macht Fotos, und um Himmels willen benutzt ein Kondom! Echt jetzt, es ist nur ein Stück Gummi. Wenn Ich nicht gewollt hätte, dass es sich gut anfühlt, wenn ihr es miteinander treibt, hätte ich Dornen oder so etwas eingebaut.



= Bitte genießt das Leben im fairer Abwägung mit Anderen. 


08.08.2013

Das Wort zum Freitag - Wieso, weshalb, warum?


Kürzlich wurde ich gefragt, wozu wir eigentlich Nudelmessen abhalten und was sie uns geben.

Die Kirchen beklagen doch nicht erst seit heute den Rückgang an Teilnehmern ihrer Gottesdienste, die all sonntäglich abgehalten werden. Das muss doch langweilig sein. Wieso tut ihr euch das an?

Ja, was tun die Kirchgemeinden da eingentlich sonntags in ewig kühlen Gemäuern? Singen? Segen empfangen? Predigten über sich ergehen lassen? Das Abendmahl einnehmen?

Ich weiß es nicht so genau, aber ein Abendmahl gibt es bei uns Pastafari auch. Allerdings sind wir keine Kannibalen, lassen uns kein Plätzchen in den Mund schieben, dass sich dort wundersam in altes totes Menschenfleisch verwandelt. Blut trinken wir auch nicht, maximal eine Bloody Mary. Wir bekommen Nudeln von Seinen Nudligen Anhängseln und Bier von Seinem Biervulkan. Wenn einer von uns Pastafari etwas zu sagen hat, so hält er zu einer unserer Nudelmessen eben darüber eine Predigt.



Seit unsere CD auf dem Markt ist, singen wir auch gern gemeinsam ein bis zwei Strophen des Liedes „Ein bissfest Burg ist unser Gott“. Ansonsten essen und trinken wir gemeinsam, unterhalten uns, diskutieren über Probleme, die uns gerade wichtig sind, geben nicht selten unserem Spieltrieb nach, indem wir so zum Spaß mit unseren Plastesäbeln fechten und pflegen Kurzweil.
Je nach Tagesform kann eine Nudelmesse kurz oder lang sein. Meist genießen wir mehrere Stunden miteinander. Helle, wie wir Pastafari sind, treffen wir uns nicht jede Woche. Sieht man sich nicht unentwegt, ist die Wiedersehensfreude um so größer. So haben wir immer wieder Spaß daran, unsere Freizeit miteinander zu teilen. Auf einen Prediger, der mit erhobenem Zeigefinger auf erwachsene Menschen einhämmert, was seiner Meinung nach zu tun oder zu lassen ist, wird gern verzichtet. Spricht er aber darüber, was ihm am liebsten wäre, so hören wir zu und denken darüber nach.

Wir verabreden uns wann wir wollen und wo wir wollen. Nudelmessen bei schönem Wetter in freier Natur sind immer besonders beliebt. Wer mag schließlich nicht gegrillte Fleischbällchen oder leckere Nudelsalate?! Ist uns jedoch nach einem Dach über dem Kopf, so suchen wir uns ein passendes aus, wo es sich gemütlich sitzen und miteinander plauschen lässt.


Das Prozedere der Messen läuft meist ähnlich ab, was aber nicht zwingend ist. Ihr habt das sicher schon bei youtube verfolgt. Hat die Gruppe jedoch mal Lust auf etwas Neues oder ein Pastafari eine verrückte Idee, probieren wir es einfach aus.

Auch wenn es bei uns immer vergnüglich zugeht, verfolgen wir doch ein ernstes Ziel. Wir wollen allen, die nur glauben aber nicht denken, einen Spiegel vorhalten, Denkanstöße geben. Die Botschaft unseres Monsters ist ja, alles zu hinterfragen, an allem zu zweifeln, letztlich sogar an Ihm selbst.



Wer jetzt neugierig auf eine Nudelmesse geworden ist, kann sich gern mit unseren Gemeinden in Verbindung setzen. Wer das jährliche Angebot von Bruder Spaghettus und mir nutzen möchte, melde sich bitte schnellstens bei uns. Bald werden alle Termine für die diesjährige Nudeltour, beginnend mit einem Pastafaritreffen in Hamburg am 31.08. 2013, fest sein. Mit Dortmund am 02.09., Düsseldorf am 03.09. und Münster am 04.09. sind schon drei Termine weg. Bochum hat auch schon Interesse angemeldet, es könnte also um den letzten freien Termin gehen. 

01.08.2013

Das Wort zum Freitag - Selig im Monster ruhen

Beatification of John Paul II

Ihr wisst ja, dass ich erst zu glauben begann, als ich von der Existenz des FSM erfuhr, also mit fast 50 Jahren. All das viele Wissen um und über Religionen mit ihren Ritualen interessierte mich bis dahin gar nicht. So bin ich all den im frühesten Kindesalter indoktrinierten Mitmenschen benachteiligt und verschaffe mir nach und nach einen Überblick. Das geschieht immer dann, wenn etwas Unverständliches mir im täglichen Leben begegnet, so in diesem Falle die Selig- und im Folgenden Heiligsprechung des ehemaligen Führers der weltgrößten religiösen Sekte, Papst Johannes Paul II.
  
Ich las kürzlich, dass besagter Papst nun bald heilig gesprochen werden soll. Voraussetzung ist ein Märtyrertod oder das Vollbringen zweier Wunder. Da er bekanntlich den Märtyrertod nicht starb, müssen ihm irgendwie zwei vollbrachte Wunder zugesprochen werden. Das ist einfach, wir kennen ja schon aus der Vergangenheit den Einfallsreichtum der Katholiken, obwohl Einfallsreichtum hier wohl nicht ganz ausgereicht hat. Es erfolgt nämlich eine Prüfung durch Mediziner. Im Folgenden werde ich euch mal die zwei "Wunder" nennen. Da kann sich dann jeder seinen Reim darauf machen.

1. Dem Papst soll die Spontanheilung an der französischen Oberschwester Marie Simon-Pierre, die an Parkinson litt, gelungen sein.

2. Der Papst soll eine Frau aus Costa Rica, die an einer Gehirnverletzung litt, genau am Tage seiner Seligsprechung, dem 01.05.2011, geheilt haben.

Für die Katholiken ist die Heiligsprechung eines der wichtigsten Bestanteile ihres Glaubens. So schaffen sie sich Götzen, die sonst eigentlich für sie verboten sind. Warum sollen sie dann also diese "Wunder" nicht schlucken. Der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge. Obendrein wird versichert, dass alles sehr ausgiebig nach strengen Regeln, Prüfungen, Forschungen und was immer erforderlich ist, über viele Jahre ein etwa 70-köpfiges Gremium mit sinnlosen Arbeiten zu betrauen, vonstatten geht.

Am 13.05.2005 starb Johannes Paul II. Mit seiner Heiligsprechung wird im November 2013 spekuliert. Man spricht von einer Blitz-Heiligsprechung, denn eigentlich halten sich die Würdenträger länger an dieser Geschichte fest. Daseinsberechtigungsnachweise brauchen eben.

In der letzten Stufe des Prozederes kommt der Advocatus Diaboli ins Spiel. Er hat sich gegen die Beweisführung zu stellen und muss am Ende sicher verlieren, denn sonst könnte ja die Heiligsprechung nicht stattfinden.
  
Selig- und Heiliggesprochene folgen den Spuren des Herrn. Ihr Lebensziel erreichen sie in der Herrlichkeit des ewigen Lebens. Sie sind den Katholiken Vorbild, quasi ein Gottesbeweis. Hierbei werden Selige nur örtlich begrenzt verehrt, Heilige hingegen verehrt die Kirche weltumfassend.

Definition des Dudens zur Gottseligkeit:

vom Glauben an Gott erfüllt,
jemanden durch päpstlichen Akt in den Stand begrenzt lokaler Verehrungswürdigkeit erheben.
  
Definition des Dudens zur Seligkeit:

Drückt aus, dass die beschriebene Person in etwas schwelgt, sich dem verbunden fühlt oder dem dadurch ausgelösten Gefühl bereitwillig hingibt.

Diese Definition beschreibt doch unser Verhältnis zum Monster ganz genau, oder?! Danach kann sich jeder Pastafari gern richten, ob er Ihm nun nahe sein möchte oder auch mal nicht. Es bedarf keiner zeitraubenden Erforschungen oder Bestimmungen, wir leben den Moment im Einklang mit unserem geliebten Monster, feiern unseren Piratenkult und trinken dereinst mit ruhigem Gewissen einen am Biervulkan.

Dass Johannes Paul II nicht auf seiner erträumten Wolke landen wird, ist für uns Pastafari sicher. Die gibts einfach nicht.
Aber auch manche gläubige Katholiken fragen sich, ob er seine Heiligsprechung himmlisch genießen kann, wenn sie zurückblicken auf seine Amtszeit und seinen Umgang mit der Thematik der vielen Missbrauchsopfer. Hätte er in dieser Angelegenheit mehr Rückgrat gezeigt, wäre das in meinen Augen ein wirkliches, echtes Wunder gewesen. 
  
RAmen