30.09.2013

Michael Blume hat Recht



Michael Blume ist Religions- und Politikwissenschaftler, Doktor sogar, und der Meinung, Religiosität ist ein Erfolgsrezept und man erkenne Feinde der Freiheit an ihrer Wut auf Religionen.


Vor einiger Zeit ist er unserer Facebookgruppe beigetreten und vor ein paar Tagen dort ausgeschlossen worden. Nicht, weil solche Ansichten dort nicht willkommen wären, sondern weil er zwei Mal ein anderes Mitglied diffamiert hat, nach einem dritten persönlichen Angriff unter Androhung des Gruppenverweises verwarnt und dieser Verweis nach der vierten Verleumdung konsequent vollzogen wurde.


Aber er hat Recht, wenn er meint, jeder könne dort alles selbst nachlesen, denn die Gruppe und alle Beiträge sind öffentlich. Deshalb wären mehr  als diese paar Zeilen als Antwort auf seine Darstellung des Vorgangs nicht nötig und reine Zeitverschwendung.


Da aber wohl nicht alle Lust haben werden, sich dort wirklich durch alle Kommentare zu lesen, nehme ich mir doch noch etwas Zeit für euch und versuche, auf Blumes "Argumente" in seinem Verleumdungspost einzugehen.


Zunächst wird er persönlich, wenn er staunt, dass sich mit mir bereits ein Oberkleriker gefunden hat, "...der der „Gemeinde“ die Richtung vorgibt, den "Glauben" erläutert und Abweichler korrigieren, ermahnen und bei Verstößen auch – aus eigener, allein von Seiner Nudeligkeit abhängiger Autorität – ohne Widerspruchsmöglichkeit verstoßen kann."


Tja, so ist das nun mal in allen fb-Gruppen, der Gründer hat administrative Rechte. Bei einer Gruppe, die auf Beschluss der Mitgliederversammlung einer gemeinnützigen Körperschaft gegründet wurde, ist das naturgemäß deren Vorsitzender. Den hat nicht etwa ES eingesetzt, der wurde von der Mitgliederversammlung gewählt.


Später stelle Blume meine Äußerung:" Auch ich bin islamfeindlich. Ich bin auch christentumsfeindlich und finde das völlig normal."  so dar, als würde ich damit das Posten von rechtsextremen Seiten unbedenklich finden. Das ist eine klare Verzerrung der Wirklichkeit.
In unserer Gruppe ist auch jemand, der, wohl wegen seiner sexuellen Orientierung, heftig gegen jede Religion, besonders aber gegen den Islam auftritt. 

Er hat eine Reihe von Karikaturen und Nachrichten gepostet, unter anderem auch eine von Politically Incorrect, einer klar rechtslastigen Hetzerseite.

Sofort wurde er von anderen Gruppenmitgliedern darauf angesprochen, mit seinem Einverständnis der Eintrag gelöscht und, vor allem, von ihm erkannt, warum das so sein muss. Das ist leider - wegen dieser Löschung - nicht mehr nachlesbar. Damit auch nicht, wie Blume diesen User dort zweimal persönlich angriff, ihn als Nazi beschimpfte und ihm unterstellte, nur in der Gruppe zu sein, um braune Propaganda zu streuen.


Noch nachzulesen ist aber mein Kommentar zur Löschung: 
"Zu PI:

Das ist eine Seite, auf der auch ich gelegentlich war, weil es dort Mitteilungen gab, die man sonst nicht oder schwer fand. Dabei habe ich festgestellt, dass die wirklich weitab von jeder Objektivität berichten und, vor allem in den Kommentaren, oft reine Hetze verbreitet wird. Deshalb sollten Artikel von PI nicht verbreitet werden."


Um meine Intoleranz zu beweisen, verzichtet Blume auch auf die Fortführung meines obigen Zitats zur Religionsfeindlichkeit.


In der hatte ich klar gemacht, dass es dabei wichtig ist, zu unterscheiden zwischen dem Glauben und den Gläubigen, dass ich jedem seinem Glauben genau so zugestehe wie mir die Kritik an diesem, und dass ich damit nur den Kampf der Weltanschauungen meine, in dem ich mich so gegen die Atheismusfeindlichkeit von Islam und Christentum wehre. Keine Toleranz gegen Intolerante.


Ansonsten sieht Blume unsere noch junge lose Gruppe, in der sich Individuen aller Art treffen und entsprechende gruppendynamische Prozesse laufen, als geschlossene Einheit. Das muss er wohl, um die ganz großen Keulen zu schwingen, mit denen er um sich schlägt.


Zuerst die des Antisemitismus. Mit einem Argument, das wir schon lange kennen: Wer gegen nicht medizinisch notwendige Beschneidung bei Jungen ist, ist antisemitisch.


Dann wird die Nazikeule geschwungen, indem Blume den sarkastischen Kommentar eines Users "...Wenn die ihren Kindern ohne Grund die Vorhaut absäbeln wäre es, z.B. auch logisch das Nazis ihren Kindern Hakenkreuze auf die Stirn tätowieren dürfen..." als Gleichsetzung von Nationalsozialismus und Judentum bemüht.


Auch vor klaren Unwahrheiten schreckt Blume nicht zurück, wenn er dieses Bild postet



und dann schreibt: "Und - schon war es geschehen."

Nein, das war´s nicht, was auch leicht prüfbar ist, denn danach gab es noch einen weiteren Kommentar von Michael Blume. Einen, in dem er wieder Mitgliedern unterstellte, nazistische Ansichten zu unterstützen. Erst dann, nachdem er trotz Verweises nochmals Personen angegriffen hat, wurde er ausgeschlossen.


Vielleicht hat Michael auch einfach eine realitätsferne Wahrnehmung. Darauf könnte hindeuten, dass er sich nach seinem Rauswurf aus der Gruppe noch als "Aussteiger" beschreibt.


In der nachfolgenden "Offenbarung des Michael" wird zwar nicht so drastisch, aber genau so wirklichkeitsfremd wie in der biblischen des Johannes, die Zukunft, konkret die Entwicklung unserer Gruppe, vorhergesagt.


Das z.B.: "Wenn ich es dann auch noch – wie hier gerade – wage, mit den einschlägigen Erfahrungen an die Öffentlichkeit zu gehen, dürfte online eine Welle von Wut und Beschimpfungen einsetzen."


Nö, die Welle wird´s nicht geben, auch wenn diese Vorhersagen ganz sicher auf streng religionswissenschaftlicher Basis erfolgten. 


Michael Blume hat ja Recht wenn er zu seinen Behauptungen anmerkt: "Alle im Folgenden geschilderten Beobachtungen können Sie übrigens selbst überprüfen..."

Und das ist auch gut so. :)

26.09.2013

Das Wort zum Freitag - Rudolf Steiner

Heute gibt es das Wort zum Freitag mal wieder gesprochen. Käptn Chaos hat dabei ein euch vielleicht nicht unbekanntes Format aufgehübscht. ;)




Für alle, die lieber lesen als hören:


„Rudolf Steiner, der Jesus Christus des kleinen Mannes, ist in Paris gewesen und hat einen Vortrag gehalten. […] Ich habe so etwas von einem unüberzeugten Menschen überhaupt noch nicht gesehen. Die ganze Dauer des Vortrages hindurch ging mir das nicht aus dem Kopf: Aber der glaubt sich ja kein Wort von dem, was er da spricht! (Und da tut er auch recht daran.) […] Wenns mulmig wurde, rettete sich Steiner in diese unendlichen Kopula, über die schon Schopenhauer so wettern konnte: das Fühlen, das Denken, das Wollen – das ‚Seelisch-Geistige‘, das Sein. Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt – und er hantierte mit Riesenbegriffen. Man sagt, Herr Steiner sei Autodidakt. Als man dem sehr witzigen Professor Bonhoeffer in Berlin das einmal von einem Kollegen berichtete, sagte er: ‚Dann hat er einen sehr schlechten Lehrer gehabt -!‘ Und der Dreigegliederte redete und redete. Und [der bekannte Journalist Jules] Sauerwein übersetzte und übersetzte. Aber es half ihnen nichts. Dieses wolkige Zeug ist nun gar nichts für die raisonablen Franzosen. […]
Was für eine Zeit -! Ein Kerl etwa wie ein armer Schauspieler […], Alles aus zweiter Hand, ärmlich, schlecht stilisiert … Und das hat Anhänger -! […] Der Redner eilte zum Schluss und schwoll mächtig an. Wenns auf der Operettenbühne laut wird, weiß man: Das Finale naht. Auch hier nahte es mit gar mächtigem Getön und einer falsch psalmodierenden Predigerstimme, die keinen Komödianten lehren konnte. Man war versucht zu rufen: Danke – ich kaufe nichts.“
– Kurt Tucholsky
Liebe Freunde,
die Welt, in der wir leben, ist voll von Menschen, die uns besser zu kennen scheinen als wir selbst uns kennen:
Religiöse Vereine, Sekten und Esoterikclubs besorgen sich Tapeziertische und tapezieren damit die Fußgängerzonen unserer Innenstädte zu. Auf den Straßenstand mit der „Frohen Botschaft“, der von der Erlösung durch Jesus Christus zu frohlocken versucht, folgt ein weiterer Stand, vor dem ein mannshohes Plakat mit der Aufforderung „Lies!“ – also „Lies!“ im Sinne von „Lies das Buch!“, nicht etwa vom englischen Wort „Lies!“ für „alles Lüge!“ -  dazu ermuntern soll, sich dem Koran zuzuwenden, den es dort praktischerweise gleich kostenlos dazu gibt.
Wiederum einige Schritte weiter finden wir den Stand der Zeugen Jehovas, der Bücher und andere Produkte aus dem Wachtturm-Verlag feil bietet; noch einen Stand weiter bekommen wir – dort allerdings nur gegen eine erhebliche finanzielle Offerte – das Buch „Dianetik“ von L. Ron Hubbard zu lesen und finden Anschluss an ein E-Meter, dass uns labile Psyche und Selbstmordtendenzen attestiert.
All diesen Heilsversprechern ist jedoch zu eigen, dass sie allesamt für sich beanspruchen, alleinig im Recht zu sein. Nun – nehmen wir es ihnen nicht allzu übel. Jeder kann sich mal versprechen.
Aber sind nicht dennoch Zweifel geboten an der Richtigkeit derartiger allein gestellter seligmachender Gedanken?
Seligmachende Gedanken, wie auch Rudolf Steiner sie von sich zu geben wusste. Rudolf Steiner, ein Esoteriker und selbsternanntes Universalgenie. Doch wer war dieser Mann, der der Esoterik, der Kunst, die uns von Wünschelrutengang und Elektrosensibilität, von aryuvedischer Medizin und Bachblüten sowie von einer Hohlen Erde, von gefährlichen Chemtrails und von Hitlers Reichsflugscheiben bei Tee und Kerzenschein zu berichten wusste, so zugeneigt war, dass er eine ganze Weltanschauung daraus strickte?
Rudolf Steiner studierte an der Technischen Hochschule in Wien Mathematik und Naturwissenschaften – wen nähme es Wunder – auf Lehramt. Daneben besuchte er als Gasthörer aber auch verschiedentliche Veranstaltungen zu Philosophie, Literatur und Geschichte. Großes Interesse zeigte Steiner insbesondere für die Schriften Johann Wolfgang von Goethes sowie – man höre und staune – Friedrich Nietzsches, der damals, kurz vor der vorletzten Jahrhundertwende, auf dem Höhepunkt seiner Unbeliebtheit, ja Unbekanntheit stand.
Und so wundert es kaum, dass Rudolf Steiner in den Jahren als Herausgeber für Goethes naturwissenschaftliche Schriften fungierte. Denn Goethe war zu seiner Zeit ein recht fortschrittlicher Naturforscher gewesen, was Rudolf Steiner allerdings – mehr als 50 Jahre nach dessen Ableben – keinesfalls dazu bewegte, dessen naturwissenschaftliche Ansichten unter auch seinerzeit moderneren Ansätzen zu sehen. Böse Zungen behaupten gar, dass Steiner in seinen Einleitungen zu Goethes Werken gar nicht dessen Ansichten vertreten habe, sondern seine eigenen.
Einer der tragenden Pfeiler allen wissenschaftlichen Arbeitens ist das Prinzip der Falsifizierbarkeit. „Falsifizierbarkeit“ bedeutet: Ein Wissenschaftler stellt eine wie auch immer geartete Hypothese oder Behauptung auf. Damit die Wissenschaft nun sicher stellen kann, dass diese neue Hypothese auch richtig hergeleitet wurde, versuchen die Kollegen dieses Wissenschaftlers in der Folge, die neue Hypothese „kaputtzutesten“. Sie werden jedes erdenkliche Verfahren, jede erdenkliche Rechnung und jede Möglichkeit suchen, um die neue Hypothese zu widerlegen. Wenn die Hypothese diesem Test standhält, erlangt sie Gültigkeit – erst dann.
Dieses Prinzip mag für den wissenschaftlichen Laien seltsam zerstörerisch und weltfremd wirken. Aber es ist genau dieses Prinzip, dass unsere wissenschaftlich-technische Entwicklung in den letzten zwei- bis dreihundert Jahren so entscheidend nach vorn gebracht hat. Ja -  die meistgetestete Hypothese in der gesamten Wissenschaft ist gleichzeitig eine der ungewöhnlichsten: die einsteinsche Relativitätstheorie.  Jene Theorie, die unser gesamtes Weltbild für immer verändert und den Mensch aus dem Mittelpunkt wissenschaftlicher Forschung eliminiert hat; jene Theorie, die uns deutlich vor Augen führt, dass wir denen eben nicht trauen können; dass nichts so ist, wie es (uns Menschen) scheint. Jene Theorie auch, der wir einen gut Teil unserer modernen Errungenschaften verdanken, unter anderem Computer, Smartphones und – ja – auch die Entwicklung von Kernfission und Kernfusion.
Die Relativitätstheorie erklärt uns die Verknüpfung und Untrennbarkeit von Raum und Zeit; sie zeigt uns auf, dass wir Menschen die Welt niemals so sehen können, wie sie wirklich ist. Sie zeigt uns, dass auch wir nur Objekte einer neutralen, forschenden Wissenschaft sind und sein können; dass Goethe sich geirrt hat, wenn er noch – im besten Sinne freilich – der Meinung war, dass nur wissenschaftlich zu erforschen sinnvoll sei, was des Menschen Auge selbst erfassen könnte. Dies sei ihm freilich verziehen, jenem großen Dichter und Denker aus Weimar, denn er kannte Einstein noch nicht.
Rudolf Steiner schon.
Steiner und seine Anhänger, die sich selbst als „Anthroposophen“ bezeichnen, wollen eben dieses wissenschaftliche Prinzip des Zweifels konterkarieren. Ihrer Meinung nach steht der Mensch im Zentrum aller menschlichen Betrachtung – eine Sichtweise, die zu Zeiten Goethes in der Tat noch sehr modern war in der naturwissenschaftlichen Forschung, die von Rudolf Steiner lange nach Goethe noch immer unverändert vertreten wurde und von Steiners Anhängern weitere einhundert Jahre später noch immer quasi-unverändert vertreten wird, in geradezu dogmatischer Auslegung.
Anthroposophen wollen Steiners Anhänger als „Geisteswissenschaft“ verstanden wissen. Dahinter versteckt sich vermutlich das Bestreben, der wissenschaftlich-technischen Entwicklung einen Riegel vorzuschieben. Eine halbwegs fundierte Begründung vermisst man dabei ebenso wie einen weiter führenden Sinn; Inhalt und Ziel der Anthroposophie ist, stark vereinfacht, das harmonische Eins-Sein des Menschen mit dem Kosmos. Das ist es, was Tucholski eingangs mit „das Fühlen, das Denken, das Wollen – das ‚Seelisch-Geistige‘, das Sein“ umschrieben haben wollte, und was ihn – zu Recht! – so anekelte.
Die eigene Selbstbeweihräucherung der Anthroposophen findet man bei denselben mehr als hinreichend vertreten. Wie man es halt kennt von religiösen Splittergruppen, und da nehme ich nicht einmal uns Pastafari aus, liebe Freunde.
Wer mir nicht glauben mag, der besuche die Seite waldorfwilhelmsburg.de, auf der Christiane Leiste schon heute weiß, dass in einem Schulversuch an einer staatlichen Schule Waldorfpädagogik ein prägendes Element an einer staatlich getragenen Schule sein wird, in einem Schulversuch ab August 2014.
Offiziell ist davon freilich noch gar nichts, aber das hindert die Waldorfinitiative nicht daran, auf eigene Faust bereits Stellen für zwei Waldorflehrerinnen mit 2. Staatsexamen ausgeschrieben zu haben.
Es ist Zeit,  gegen dieses Aufweichen der wissenschaftlichen Kultur die Fahne der Piraten zu hissen. Denn vergleichen wir die Errungenschaften der modernen Wissenschaft mit denen der Anthroposophie, so kommen wir bei Letzteren zu Wollsocken und Filz, zum Musizieren mit fünf statt zwölf Tönen und finden eine völlig arhythmische Bewegungskultur, die der anthroposophische Laie als „Namen tanzen“ und der Fachmann als „Eurythmie“ kennt. Die moderne Wissenschaft kontert im gleichen Zeitraum mit der Entwicklung von Raketen, dem Internet und gewaltigen Fortschritten in der Medizin – von den Forschungsergebnissen über Beschaffenheit und Ursprung des Kosmos‘ einmal ganz zu schweigen.
Bildung ist ein Staatsauftrag und der Staat ist säkular. Was die Waldorfinitiative hier plant ist ein Unterhöhlen dieser staatlichen Bildungsautorität. In der Folge können (und werden) ähnliche religiöse und / oder esoterische Gruppierungen versuchen, dem Staat mehr und mehr vom Bildungsmonopol abzutrotzen, sodass Bildung zum beliebigen Kassenschlager werden könnte. Angesichts der fast schon alljährlichen Aufregung um die PISA-Ergebnisse eine skurrile Entwicklung.
Der Prophet Bobby Henderson wandte sich einst mit einem Brief an die entsprechenden Behörden in Kansas, um gegen  eine Unterwanderung des amerikanischen Bildungssystems durch kreationistische Christen zu protestieren. Tun wir es ihm gleich! Schreiben wir an den Schulsenator! Schlagen wir Alarm, rütteln wir die Bevölkerung wach! Eine Unterwanderung des staatlichen Bildungsmonopols durch eine esoterische Sekte kann und darf es nicht geben!
Schließen möchte ich mit den Worten eines weiteren großen deutschen Dichters und Denkers, dem interessanterweise oft vorgehalten wurde, dass er sich in seinen Schriften mit Steiner solidarisiert habe. Aber unter wahren Dichtern und Denkern scheint die Meinung über Rudolf Steiner recht massiv in eine Richtung gegangen zu sein, wie man nach der Lektüre folgenden Zitats zu denken geneigt ist:
 „Anthroposophische, Steinersche Quellen habe ich nie benützt, sie sind für mich ungenießbar, die Welt und Literatur ist reich an echten, sauberen, guten und authentischen Quellen, es bedarf für den, der Mut und Geduld hat, selber zu suchen, der ‚okkulten‘ und dabei meist elend getrübten Quellen nicht. Ich kenne sehr liebe Leute, die Steinerverehrer sind, aber für mich hat dieser krampfhafte Magier und überanstrengte Willensmensch nie einen Moment etwas vom Begnadeten gehabt, im Gegenteil.“
Hermann Hesse


Quellenangaben:

http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Steiner
http://www.waldorfwilhelmsburg.de
beide zuletzt abgerufen am 17. 09. 2013

19.09.2013

Talk Like a Pirate Day!

Arrrrgh spricht der Pirat
....immer, wenn er mag.

Heute natürlich ganz besonders. Es ist




Talk Like a Pirate Day!




Auch für diesen Feiertag findet ihr den richtigen Song auf unserer CD :)

Wer englisch kann und sich mal testen möchte, ist beim Talk like a pirate day quiz genau richtig.

Ansonsten immer heute immer schön laut fluchen, möglichst viele Sätze mit Arrrrgh beenden und grimmig gucken. Wer lieber freundlich sein möchte, darf aber auch Süßigkeiten an Kinder verteilen und so daran erinnern, was die eigentliche Aufgabe der Piraten war. ;)


Und nicht vergessen, Google auf Piratensprache umzustellen. Auch auf Facebook könnt ihr unter Kontoeinstellungen/Hauptsprache "English (Pirate)" einstellen.

Das Wort zum Freitag - Weida ./. Stadt Templin II



Vorige Woche gab es den Einstieg in meine Auseinandersetzung mit der Stadt Templin, heute kommt der nächste Teil.


Kurz nach meiner Dienst- und Fachaufsichtsbeschwerde, auf die es bis heute noch keine Reaktion gibt, bekam ich folgenden Zwischenbescheid:



zum Vergrößern anklicken


Erst mal habe ich überlegt, was das für ein Schreiben ist. Nach der Überschrift und Teilen des Inhalts eigentlich der Zwischenbescheid auf den mir von Herrn Unbekannt nach seiner bereits erfolgten Ablehnung meines mündlichen Antrags abgenötigten handschriftlichen Antrag.

Nach anderen Teilen, wie dem Bezug zu meinem Schreiben vom 20.08.2013, der Zwischenbescheid zu meiner Dienst- und Fachaufsichtsbeschwerde. Egal. Auf jeden Fall war klar ersichtlich, dass hier ein Sachverhalt geschaffen werden sollte, der ganz und gar nicht dem tatsächlichen entsprach. Damit der sich nicht als gegeben etabliert, musste widersprochen werden. 

Aus Kosten- und Zeitgründen, wir standen kurz vor der Abreise zur Nudeltour, legte ich den per Mail ein. Mit Lesebestätigung und zusätzlich noch mit einem Versand der gleichen Mail unter Bcc an mich selbst. Um ganz sicher zu gehen habe ich den Text nicht nur als Mail geschickt, sondern unterschrieben auch noch als doc angehängt.

Alles ging gut, diese Mail an mich kam und später auch die Lesebestätigung. Hier meine Mail

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Ihr Zwischenbescheid v. 27.08.2013
Sehr geehrte Frau Seifert,
danke für Ihren Zwischenbescheid in dem Sie mir mitteilen, dass mein Antrag auf Ausstellung eines neuen Personalausweises nun doch nicht als abgelehnt gilt.

Der von Ihnen geschilderte Sachverhalt entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Mein Antrag wurde von einem mir unbekannten Herrn klar abgelehnt und dabei nur seine Erinnerung an ein Schreiben einer „Auskunftsstelle“ als Begründung genannt.

Wäre der Antrag nicht sofort abgelehnt worden, hätte weder der Beamte am Schreibtisch mir die Passbilder für den Antrag zurückgegeben, noch hätte ich eine gerichtsverwertbare Begründung der Ablehnung verlangt. Ganz besonders auch dann nicht, wenn, wie Sie schreiben, ich darauf hingewiesen worden wäre, dass ich nach Abschluss einer Prüfung einen schriftlichen Bescheid erhalten würde. Einen solchen Hinweis hat es nicht gegeben, eben weil Unbekannt bereits abgelehnt hatte und ohne meine Intervention der Fall abgeschlossen gewesen wäre.

Anderenfalls hätte ich ganz sicher auch nachgefragt, wo in den Bestimmungen zur Ausstellung des BPA auf anerkannte Religionsgemeinschaften abgestellt wird. Ich habe dort nur von religiösen Gründen gelesen, die u.a. Ausnahmen vom Verbot der Kopfbedeckung zulassen, nicht von religiösen Gründen von Mitgliedern anerkannter religiöser Gemeinschaften.
Deshalb hoffe ich, wenn eine Ablehnung wegen einer fehlenden Anerkennung unserer Religionsgemeinschaft erfolgen sollte, auf die konkrete Benennung der entsprechenden veröffentlichten Verordnung.

Durch meine immer stärker werdende Hinwendung zum Pastafaritum und durch meine besondere Rolle in unserer Gemeinschaft fühle ich mich seit langem verpflichtet, in der Öffentlichkeit unsere religiösen Kopfbedeckungen zu tragen. Es würde für mich zu einem enormen Gewissenskonflikt führen und mich in meiner Menschenwürde verletzen, wenn ich dieses öffentliche Bekenntnis nicht auch auf meinem Ausweis bekunden könnte oder gar unsere Religion als minderwertig dargestellt würde.

Deshalb möchte ich Sie bitten, Ihren Ermessensspielraum auszuschöpfen und eine Ausnahme vom Verbot von Kopfbedeckungen zu gestatten.

Mit freundlichen Grüßen

Rüdiger Weida


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Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass die Behörde also (oberes Schreiben) ein Passbild beurteilen möchte, dass sie gar nicht mehr hat (unteres Schreiben). :)


Inzwischen ist auch der Bescheid da: abgelehnt.


Weil die Begründung ziemlich lang ist und ich nicht zu lange Posts einstellen möchte, gibts denn dann nächste Woche.






16.09.2013

Religionsfreiheit in Russland




Unter diesem Titel haben wir vor der Russischen Botschaft Berlin protestiert. 
Der Termin war kurzfristig angesetzt und so waren wir nur ein kleines Dreiergrüppchen. Ein Vierter hatte leider schon aufgegeben zu warten, weil wir durch die Parkplatzsuche 10 min zu spät angekommen sind. 


Немецкие Пастафарианцы протестовали перед посольством России в Берлине против жестокого обращения с Московским Пастафарианцами

Die Polizei hingegen, die mit einem Mannschaftswagen extra wegen uns da war, hatte da mehr Geduld und war absolut freundlich und korrekt.  Nachdem der genaue Standpunkt klar war und ich die Belehrung für Demos unterschrieben hatte, hat einer der Polizisten sogar noch mit dem Wachmann geklärt, dass wir am Ende der Demo auch ein paar Bilder direkt vor der Botschaft machen dürfen. Ansonsten ist der Raum unmittelbar vor Botschaften für Demos gesperrt und man muss auf den Mittelstreifen oder gar auf die andere Straßenseite.



Gestört hat es nicht, dass wir nur wenige waren. Die Aufmerksamkeit war trotzdem da. Unsere Flyer wurden genommen und viele sprachen uns sogar direkt an, warum wir protestieren. So konnten wir gut unters Volk bringen, wie in Moskau mit unseren russischen Brüdern und Schwestern umgegangen wurde.


Selbst auf dem Rückweg zum Auto wurden wir noch fotografiert und angesprochen, immer wohlwollend. 

Tja, es lohnt sich eben, in full pirate regalia unters Volk zu gehen und das Nudelsieb ans Kreuz zu nageln. :)

12.09.2013

Das Wort zum Freitag - Weida ./. Stadt Templin



So heißt eine Akte,die ich jetzt angelegt habe. Mancher wird auf Facebook schon gesehen haben, dass ich von meinem Recht, auch auf dem Ausweis mit religiöser Kopfbedeckung abgebildet zu sein, Gebrauch machen wollte. 

Vor Ort gab es auf der Meldestelle erst die sofortige Ablehnung meines Antrags, später, nach meiner Dienst- und Fachaufsichtsbeschwerde, hieß es plötzlich, der wäre gar nicht abgelehnt sondern würde geprüft. Inzwischen ist auch die Prüfung abgeschlossen und der Antrag endgültig abgelehnt. Natürlich werde ich in Widerspruch gehen.

Hier werde ich nach und nach alle in der Akte befindlichen Schriftstücke veröffentlichen. Den Anfang mache ich mit meiner Dienst- und Fachaufsichtsbeschwerde, aus der ihr auch entnehmen könnt, was bei meiner Antragstellung auf dem Amt gelaufen ist. 




Zum Vergrößern anklicken



Selbstverständlich  war das Original unterschrieben. Der mir nachträglich abgenötigte schriftliche Antrag lautete etwa so:



Hiermit bitte ich um Ausstellung eines Personalausweises mit religiöser Kopfbedeckung. Ich fühle mich verpflichtet, die nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch auf meinen Ausweisdokumenten zu tragen.


10.09.2013

Konfessionslos in der Schule - Ein Ratgeber



Vor fast genau einem Jahr war es ein Buch über die Erlebnisse eines Grundschullehrers, das mich echt beeindruckt hat. In unterhaltsamem Ton hatte Philipp Möller in „Isch geh Schulhof“ ganz beiläufig noch eklatante Schwächen des deutschen Bildungssystems aufgedeckt.

Als vor einem halben Jahr R. D. Precht sein „Anna, die Schule und der liebe Gott“ nachschob, ließ ich es beim Lesen der Inhaltsangabe.


Nun legt Rainer Ponitka als Herausgeber den Ratgeber „Konfessionslos in der Schule“ vor.


Enthalten sind drei Aufsätze, die die Kompetenz von Schülern, Eltern aber auch Lehrern in Sachen Religion in der Schule steigern soll:


Gerhard Czermak (Verwaltungsrichter a.D.)

Rechtliches ABC: Was ich als Konfessionsloser in der Schule wissen sollte

Gerhard Rampp (Ethiklehrer, 1. Vorsitzender des bfg Augsburg )
Ratgeber für konfessionslose Eltern, Schüler und Lehrer

Rainer Ponitka (Sprecher der AG Schule)
Die Staatliche Bekenntnisschule in Nordrhein-Westfalen

Alles Männer vom Fach und jeder mit besonderen Kenntnissen auf besonderen Gebieten,
die Möglichkeiten erläutern, sich erfolgreich gegen weltanschauliche Diskriminierung und unerwünschte Missionierung zu schützen. Das alles in einem Ton, der zwar nicht so unterhaltsam wie bei Möllers persönlichen Erlebnissen, aber doch immer, auch wenn es um rein juristische Fragen geht, gut lesbar und verständlich ist .

Zweifellos eine Stärke des 117 Seiten starken Buches ist es, aber gerade nicht nur auf eine juristische Lösung zu setzen, sondern auf die, die am günstigsten für die betroffenen Schüler ist. Die muss nicht in harten Forderungen liegen, sondern kann vielleicht auch schon in einem mit fundiertem Wissen geführtem sachlichen Gespräch gefunden werden.

Genau dieses Wissen vermittelt dieses Buch verständlich.
Im geschichtlichen Zusammenhang wird Grundwissen geboten und allgemeine Probleme zum Religionsunterricht und Ersatzunterricht besprochen.


Im konkreten Fall, von der Abmeldung vom Religionsunterricht über die Teilnahme am Schulgottesdienst, von Schulgebeten bis hin zur Dienstaufsichtsbeschwerde, werden klare Handlungshinweise gegeben. Sollte es doch einmal nötig sein, sich Beistand zu verschaffen, gibt es reichlich Hinweise zu Ansprechpartnern, die weiter helfen könnten.

Vorher kann man sich aber in den im Anhang zusammengefassten Grundsatzurteilen und den Gesetzen der einzelnen Bundesländer schon selbst einen guten Überblick verschaffen, was der aktuelle Rechtsstand ist.

Alles in allem ein gelungener Ratgeber, dem eine große Anwederschar zu wünschen ist, auch über den Kreis der unmittelbar Betroffenen hinaus.

Rainer Ponitka (Hrsg.)
Alibri, 2013
117 Seiten, kartoniert, Euro 10.-
Best.Nr. 691 107

Demo zur Religionsfreiheit vor der russischen Botschaft Berlin

Es ist in Russland, wie überall: Staatsreligion und Entdemokratisierung gehen Hand in Hand. 

So ist es möglich, dass Orthodoxe, die einen friedlichen Aufzug von Pastafari störten, indem sie die mit Ketchup bespritzten, sogar noch Polizieunterstützung bekamen. Die ging nämlich nicht gegen die Störer, sondern gegen die friedlichen Demonstranten vor. 



Auch wenn die zum großen Teil der Sekte der Almisten angehören, es sind doch unsere Schwestern und Brüder und die verdienen unsere Unterstützung.

Deshalb bitte wir euch, seit dabei, wenn wir am  


Sonnabend, d. 14.09.2013 von 

14:00 bis 15:00 Uhr vor der 

Botschaft der Russischen Föderation 
Unter den Linden 63-65 - 10117 Berlin 


Religionsfreiheit in Russland fordern werden. Angemeldet ist die Demo, nun brauchen wir nur noch euch. Gebt unserer Forderung Nachdruck. Bastelt euch etwas, dass eure Meinung zeigt. Ich werden ein an ein Kreuz genageltes Nudelsieb als hoffentlich richtig verstandenes Zeichen bei mir tragen. Neben meinen Waffen, natürlich. Die aber diesmal nur in der Ausführung als Plastekinderspielzeug. Damit ja niemand etwas findet, um uns des Platzes zu verweisen, denn auch Scheinwaffen, also auch Dekoschwerter, sind da verboten.

08.09.2013

Ein Brief aus Italien.....



Die Pastachse Rom - Berlin lebt. Sie ist nicht nur ein Stück Papier. Das haben wir gemerkt, als wir von unserer Nudeltour zurück kamen und diesen Brief unserer Schwestern und Brüder von der Chiesa Pastafariana Italiana fanden.

Die Idee, einen Mitgliederausweis im Kartenformat zu machen (an der grünen Bandana) werden wir wohl übernehmen.


So wirkt sich praktisch gelebte Freundschaft aus.


Herzlichen Dank an die Truppe um Al Zarkawi.



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Il passato Asse Roma - Berlino vive. Non è solo un pezzo di carta. Abbiamo notato che quando siamo tornati dal nostro tour noodle e ho trovato questa lettera ai nostri fratelli e sorelle della Chiesa di Pastafariana Italiana.


L'idea di fare una tessera in formato carta (sulla bandana verde), ci sarà probabilmente prendere il sopravvento.


Così fa praticamente vissuto amicizia.


Grazie alle truppe di Al Zarqawi.


)* Übersetzung per Maschine. Eine Korrektur von euch, die ihr beide Sprachen sprecht, ist herzlich willkommen.

06.09.2013

Das Wort zum Freitag - Gleiches Recht für alle Religionen



Wenn wir, liebe Brüder und Schwestern, gleiches Recht für alle Religionen fordern, müssen wir uns erst einmal fragen: Gibt es überhaupt ungleiches Recht zwischen den Religionen?

Schauen wir uns doch einfach mal an, welche Vorteile christliche Kirchen gegenüber unserer haben.

Es fängt ganz klein an, mit der Taufe.
Eine kirchliche Zeremonie führt zu einer rechtlich anerkannten Mitgliedschaft in einer Kirche und in Folge zu kräftigen Finanzschüben in die Kirchenkassen, denn daraus begründet sich die Pflicht zur Zahlung von Kirchensteuer.

Es geht weiter mit dem Religionsunterrichtvom Staat, und damit von uns, finanzierte Mission. Nur deshalb, um missionieren zu können, findet der in nach Religionen und Konfessionen geteilten Gruppen statt.

In der Armee gibt es die  Militärseelsorge.
Natürlich auch wieder fast völlig vom Staat und damit auch von uns Pastafari bezahlt.

In Krankenhäusern, im Gefängnis und bei der Polizei gibt es die
Sonderseelsorge. Natürlich auch wieder finanziert von....

Geborene Sitze in öffentlichen Gremien, vom Rundfunkbeirat über die Jugendhilfeausschüsse bis hin zum Fernsehbeirat garantieren, dass ein Christ auch in seiner Freizeit optimal betreut wird und nebenher noch vermieden werden kann, dass durch all zu kritische Beiträge seine Gefühle verletzt werden. Zusätzlich gibt´s noch kostenlose Sendezeit für die Kirchen in Funk- und Fernsehen. Natürlich wieder finanziert von uns.

Sucht ein Christ Arbeit, wird er, dank des kirchlichen Sonderarbeitsrechtes, vor uns bevorzugt. Kirchliche Betriebe und Einrichtungen dürfen sich, sonst strikt verboten, ihre Mitarbeiter nach der Weltanschauung aussuchen. Natürlich dürfen die dann auch keine Betriebsräte wählen oder gar streiken.

Bei so vielen Vorteilen kann man als Christ sicher  verschmerzen, dass der Staat ihm gleich die Kirchensteuer über das Finanzamt abzieht.  Es bekommt ja seine Kirche und immerhin darf er, wieder auf Kosten der Allgemeinheit, die sogar noch von der Steuer absetzen.

Die Kirchen sparen durch Steuereinzug vom Staat viel  Geld, auch wenn der nicht ganz umsonst ist. Ein Vergleich mit Österreich, wo die Kirchen eigene Ämter zum Einzug betreiben müssen, hat ganz klar gezeigt, die deutschen Kirchen müssten unter diesen Bedingungen ein Mehrfaches von dem ausgeben, was sie jetzt als Entschädigung an den Staat zahlen.

Für uns alle ist hier eine Verletzung des Rechts, seine Weltanschauung nicht offenbaren zu müssen, gegeben. Denn um den Steuereinzug durch den Staat gewährleisten zu können, muss man die  zwangsweise gegenüber Ämtern und seinem Arbeitgeber angeben.

Besonders die Großkirchen, aber auch andere Religionsgemeinschaften, haben also nicht nur Vorteile gegenüber uns, nein, wir finanzieren ihnen diese Vorteile sogar mit unserem Geld.

Das heißt, wir werden nicht nur diskriminiert, sondern auch ausgebeutet!

Natürlich muss sich das ändern. In Österreich versuchen die Almisten, eine Sekte von Nudelsiebträgern, gerade, als Religion anerkannt zu werden. Sollten wir diesen Weg auch gehen? Sollten wir auch versuchen, all diese Privilegien für uns zu bekommen.

Ich sage euch: Nein, das ist nicht unser Weg. Aus zwei Gründen:
Er ist sehr mühevoll und hat wenig Aussicht auf Erfolg, vor allem aber beendet er die Ungerechtigkeit nicht, die dann weiterhin zwischen Gruppen mit unterschiedlicher Weltanschauung bestehen würden.
Wir sind keine Christen, wir gehören zu den Guten. Wir wollen keine Vorteile für uns, sondern eben diese Gleichbehandlung für alle.

Nun sagen Befürworter der Kirchenprivilegien, es wäre auch Gleichbehandlung möglich, wenn alle nach einem gleichen Maßstab gefördert würden. Dabei denken sie zuerst an die Mitgliederzahl. Aber wie ließen sich Mitgliederzahlen vergleichen, wenn die Mitgliedschaft bei den einen durch einen bei der Taufe automatisch abgeschlossenen Zwangsvertrag begründet wird, bei anderen aber vom mündigen Bürger selbst beantragt werden muss?

Nein, ein solches System der Gleichbehandlung auf gleicher Förderung kann nicht funktionieren. Es gibt es auch nicht. Die Evangelische Kirche bekommt trotz geringerer Mitgliederzahl mehr Geld vom Staat, als die Katholische. Die Höhe der Förderung wird nur durch Lobbyarbeit festgelegt.

Unser Staat soll weltanschaulich neutral sein. Neutral bedeutet, sich nicht einzumischen, weder fördernd, noch benachteiligend. Ein Staat verhält sich im Krieg neutral, indem er keine Kriegspartei unterstützt, nicht, in dem das bei allen tut. Genau so hat es bei den Weltanschauungen zu sein.

Weg mit all den Kirchenprivilegien, weg auch mit dem Sonderstatus der Körperschaft des öffentlichen Rechts, und Einbeziehung aller Vereinigungen die den haben in das Vereinsrecht.

Nicht wir müssen den Status der Kirchen bekommen, sondern die Kirchen unseren.

Macht die Kirchen zu Vereinen und fördert diese nur noch genau so, wie jeden anderen Verein....
....und, vor allem, lasst sie so, wie jeden anderen Verein auch, Rechenschaft für die Verwendung der Mittel ablegen.

Nur so ist wahre Gleichberechtigung aller Weltanschauungen möglich.