08.05.2014

Das Wort zum Freitag - He boild for your sins?




Die "Rolle des Nudelsiebs im Pastafaritum" ist einer der meistgelesenen Artikel auf unserem Blog.
Kein Wunder also, wenn selbst jetzt, fast drei Jahre nach seiner Veröffentlichung, dort noch ein neuer Kommentar erscheint, den ich hier beantworten möchte.
Hoch geehrte Pastafaris, erlauchter Ehrendoktor Spaghettus, geschätzter Bruder Niko!
Ungeachtet des hohen theoretischen Wertes und der sagenhaften Beweiskraft jenes wissenschaftlich bis in die kleinste Nudel fundierten Werkes möchte ich ein ökumenisches Miteinander der Pastafaris aus den Nachbarländern anregen und das Nudelsieb als Kopfbedeckung offiziell zugelassen wissen. Sticht doch das friedvolle Zulassen von Neuerungen durch konservative Wertebewahrer in einer jungen und ausgesprochen leckeren Religion wie der der KDFSM angenehm heraus aus den dogmatischen Mühen klassischer Weltreligionen, den ewigen Status Quo bewahren zu müssen.
Wenn sogar der derzeitige Papst der katholischen Kirche, die nun wahrlich nicht für ihre Toleranz bekannt ist, sich für Priesterinnen ausspricht, dann dürfte auch die hochoffizielle Zulassung des Nudelsiebes eine angemessene moderne Interpretation der Religion im 21. Jahrhundert darstellen!
Hochachtungsvoll
Diogenes von der Töss,
oberster Gnocciist (con Pesto y Balsamico)
des bald befreundeten Ordens der pan-europäischen Lasagnisten


Kartoffligster Bruder Diogenes von der Töss,
wie könnte ich deinen Aufruf zum ökumenischen Miteinander, in dem du mich schmeichelnd zum Ehrendoktor ernennst, unbeantwortet lassen. Das wäre mehr als ungehörig und unserer gemeinsamen Aufgabe abträglich.
Ja, gemeinsame Aufgabe. Tatsächlich ist diese Ökumene, die du empfiehlst, schon gängige Praxis. Sofort nach Nikos Aktion haben wir die gefeiert:

Ihr, meine Brüder und Schwestern in Deutschland, der Schweiz und natürlich auch in Österreich, eifern wir ihm nach. Nutzen wir Nikos Vorarbeit, um unserer Religion mehr und mehr zur ihr zweifellos zustehenden Anerkennung zu verhelfen. Lassen auch wir uns unsere Fahrerlaubnis oder unseren Personalausweis nur noch mit religiöser Kopfbedeckung ausfertigen. Ich werde das jedenfalls beantragen.
Ob mein Bild dann so aussehen wird ist allerdings fraglich. Ich finde, der Piratenhut hat klare Vorteile. Er ist besser zu tragen, er ist, vor den sicher kritischeren deutschen Behörden, aus dem Evangelium des FSM heraus besser zu begründen und kleidsamer scheint er mir auch zu sein. :)“

Wie du siehst, war aber auch da schon klar zu erkennen, der Weg des Nudelsiebes wird nicht unserer sein.

Auch in „Viele Wege führen zum Biervulkan“ loben wir eure Aktionen – ich gehe davon aus, du bist Österreicher- und weisen darauf hin, dass ihr noch Mitglieder braucht.

Als wir merken, das läuft nicht ganz so schnell, wie gedacht, widmen wir mit „Missionswerk“ ein komplettes Wort zum Freitag euch und fordern dazu auf, Mitglied eurer Bekenntnisgemeinschaft zu werden. 

Wir stellen sofort das herrliche Video von Pasta Pirate Nadja, zu der wir hervorragenden Kontakt haben, auf unsere Seite, als das erscheint und laden es auf unseren youtubechanal. Auch als noch einer eurer Brüder sich mit Nudelsieb auf dem Führerschein zeigt, berichten wir

Nicht zuletzt haben wir auch auf unserer Homepage eure Kirche verlinkt.

Ihr unsere Seite übrigens noch nicht, aber das wird nun sicher bald kommen. ;)

Du siehst also, es bestehen Kontakte und wir unterstützen euch gern.

Nicht ganz klar ist mir, was du meinst, wenn du forderst, du möchtest das Nudelsieb gern offiziell als Kopfbedeckung zugelassen wissen. Wer könnte das verbieten?

Oder erwartest du, dass auch wir uns Nudelsiebe auf den Kopf setzen, also etwas machen, was wir als falsch erkannt haben?
An den Gründen, kein Nudelsieb zu tragen, hat sich doch nichts geändert. Im Gegenteil, es ist noch etwas hinzu gekommen. Das Nudelsieb hat das Pastafaritum in der Wahrnehmung verändert und zur Lifestylereligion gemacht. Es hat zu sehr auf Aktion und zu wenig auf Inhalt gesetzt. Wie sollte es auch, es hat keinen Inhalt, es kommt in der runden Geschichte, die Bobby um das Pastafaritum gestrickt hat, schlicht nicht vor. Das es nicht klappt, diese Geschichte rund zu halten, wenn beliebig Symbolik hinzugefügt oder einfach willkürlich aus anderen Religionen übernommen wird, zeigt sich an dem Bild oben ganz deutlich.

He boiled for your sins? Welch schreiender Unsinn, welch Blasphemie. ES wurde nie gekocht, ES war immer schon, und Sünden? Sünden im Pastafaritum? Das kann, genau wie das Nudelsieb, nur jemand erfunden haben, der nichts von dessen Grundanliegen, nichts von dessen Glaubenssätzen wusste.

Wir Pastafari sind bekannt durch die flauschigsten moralischen Grundsätze. Unser Gott verbietet uns nichts, er hat nur ein paar Bitten geäußert. Sehr sinnvolle Bitten, aber eben keine Gebote. Sünden sind aber Verstöße gegen göttliche Gebote. Vor allem jedoch ist unser Gott nicht der Herr, sondern eher der Kumpel von nebenan. Genau so wie wir, nur mit Schöpferkräften. Wir sind nicht nur nicht mit einer angeblichen Erbsünde belastet geboren, wir können sie nicht einmal erwerben. Wieso sollte da jemand für unsere Sünden gekocht werden?

Für uns ist Pastafari, wer dem Monster folgt und seinen Auftrag erfüllt, als Pirat gegen die Erderwärmung zu kämpfen. Nudelsiebträger folgen dem Vorbild von Niko Alm, einem, trotz aller auch von uns gewürdigten Verdienste, falschem Vorbild. Deshalb nennen wir Nudelsiebträger Almisten. ;)

Aber he, wir sind Satiriker. Das wird euch nicht stören. Vielleicht schmunzelt ihr sogar und letztlich seid ihr damit was Besonderes. Sicher schmunzelt ihr auch dann,  wenn wir in Hinblick auf das Nudelsieb darauf verweisen, dass es sich für Deutsche noch nie gelohnt hat, einem falschen Führer aus Österreich zu folgen. ;) Das hat doch Witz, oder?

Eins aber ist sicher: Auch wenn wir eure Kopfbedeckung nicht teilen und nicht aufhören werden, sie als falsch zu bezeichnen, ihr seid für uns immer unsere Schwestern und Brüder und wenn wir euch helfen können, werden wir das weiter so tun, wie wir es bisher getan haben.



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