25.12.2014

Das Wort zum Freitag - Wunder auf dem Lucia - Weihnachtsmarkt



Eigentlich, liebe Gemeinde, habe ich euch schon in der Überschrift belogen.
Eigentlich gab es das Wunder nicht auf dem Lucia - Weihnachtsmarkt, sondern am Museum in der Kulturbrauerei. Aber wir, Elli Spirelli, Cpt. Nodus und ich, haben es bewirkt.

Das kam so.
Wie jedes Jahr wollten wir wieder auf dem Lucia Weihnachtsmarkt, konkret im und vor dem vor schlechtem Wetter schützenden Durchgang von der Knaackstraße, unsere wahre Weihnachtsgeschichte unter das Volk tragen.

Wir hatten dort immer gute Erfahrungen gemacht, unsere Flyer schnell verteilt und immer nette Gespräche gehabt. Darauf freuten wir uns auch dieses Mal.

Es regnete, also stellten wir uns in den Durchgang und begannen mit unserer Aktion. Alles lief wie immer, da, plötzlich, geschah das Wunder.

Ein Objekt des Museums, so jedenfalls stelle ich mir es vor, wurde plötzlich lebendig. Nein, die stattliche Erscheinung die da mit aufrechtem Gang im vollen Bewusstsein seiner Überlegenheit auf mich zu kam, war kein Nußknacker. Spätestens nachdem die mich, ohne sich vorzustellen, anherrschte: "Darf ich mal ihre Genehmigung sehen?" war mir klar, hier ist eine sicherlich in einer Ecke ausgestellte Figur eines Stasioffiziers lebendig geworden. Alles stimmte, Gestalt,  Haltung, Tonfall.

Man braucht eigentlich überhaupt nicht reagieren, wenn jemand, der sich nicht vorstellt, etwas von einem wissen möchte. Aber ich war schon in WeinAchtsstimmung und so erklärte ich ihm, die bräuchte man in Berlin für das Flyerverteilen nicht. Worauf er mich darauf hin wies, nur im öffentlichen Raum und das hier sei Privatgelände und er der Hausherr. Ich bezweifelte das. Wie kann ein lebendig gewordenes Scheusal aus DDR - Zeiten Hausherr sein? Selbst wenn, hatte das Museum tatsächlich auch den Durchgang zur Kulturbrauerei gepachtet? Wohl kaum.

Aber das Monster hatte es gefügt, dass es eben in dem Moment aufhörte zu regnen, so stellten wir uns halt auf den Fußweg vor dem Durchgang. Das Wetter blieb trocken, wir hatten den größten Teil unserer Flyer bereits verteilt, als der Stasioffizier wieder erschien und klar unter Beweis stellte, er war wirklich einer.
Es genügte ihm nämlich nicht, dass wir auf dem Fußweg standen, wir hätten auch einen Abstand von 1,50 zu seinem Weg einzuhalten.

Stasioffizier getarnt als Pastfari, Pastafari und Geist des Weihnachtsmarktes


Ich weiß, Wundern muss man Respekt zollen. Aber ich konnte nicht anders, ich musste einfach lachen. Worauf die übliche Drohung kam, die Polizei zu holen. Na, das war doch Spitze, das bringt Aufmerksamkeit und für den MfSler sicher eine böse Überraschung. Wer sich nicht vorstellt, hat einfach nichts zu sagen. Wir machten unseren Fotoapparat klar und warteten auf das, was da kommen sollte. Das kam dann auch deutlich schneller als gedacht. War aber nicht die Polizei, sondern ein Mensch mit Pudelmütze und Funkgerät. Der Geist des Weihnachtsmarktes? Ich weiß es nicht, denn vorgestellt hat auch der sich nicht. Immerhin wollte der nur einen Abstand von 1m zum Gebäude, war also wohl versöhnlicher eingestellt. Als ich ihn bat, mir doch bitte ganz genau zu zeigen, wo diese Linie zu ziehen wäre, drehte er ab und verkündete, wenn wir auf dem Markt Flyer verteilen würden, bekämen wir Hausverbot.

Inzwischen war ich echt sauer. Der Stasityp hatte uns Polizei versprochen und speist uns dann so ab? Das gehört sich nun wirklich nicht, weshalb ich mich bei ihm beschwert habe. Typisch Stasi hat er natürlich erst mal abgestritten, er hätte uns versprochen, die Polizei zu holen. Aber wir hatten das alle drei gehört. Er war inzwischen fast wütend, meinte, das wäre eine ernste Angelegenheit und als ich die eher albern fand, behauptete er sogar, das wäre eine Straftat.




Das fanden wir so was von erheiternd, dass wir erst mal zum Glühweinstand gingen. Dort trafen wir dann andere Piraten, amüsierten uns noch prächtig und zogen dann um ins Knofel. Da warteten schon weitere Pastafari, der Wirt hatte breits einen zusätzlichen Tisch an unsere Tafel geschoben, weil wir weit mehr waren, als angenommen. Aus Potsdam hatten wir Gäste und ein neues Mitglied, Schupf-Nudel, war sogar aus Karlsruhe angereist. Dazu noch zwei neue Berliner Mitglieder, es war eine passende Mischung aus altgedienten Piraten und neuen Fahrensleuten.

Der Wirt war dufte wie immer drauf, das Essen lecker und die Gäste folgten zum Teil sehr aufmerksam unserer Messe. Nur das Team vom SpiegelMagazin, dass sich angekündigt hatte, war dann doch nicht erschienen. Wir hatten auch ohne das eine schöne Messe und einen ebenso schönen Abend. Nur Bilder haben wir keine gemacht. Vielleicht schickt uns ja einer von denen, die welche gemacht haben, noch eins zu. Nur ein Problem hatten wir. Wir hatten noch kein Gebet, dass wir vor dem Essen plappern konnten.

Inzwischen ist Elli Spirelli erleuchtet worden. Ihres geht so:

Nudliges kommt auf den Tisch
und/oder Piratenfisch.
Getränke gibts vom Biervulkan
Nun fangt endlich zu mampfen an.

Ich finds super. Noch besser würde ich finden, wenn ihr uns auch eure Tischgebete zukommen lassen würdet. Wir stellen die dann allen Pastafari auf unserer Seite zu Verfügung.

Ihr habt doch welche, oder?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen