06.12.2014

Offener Brief an die Christen Templins

Folgenden offenen Brief an die Christen Templins, habe ich heute an  die drei Pastoren der drei christlichen Kirchen, die ev. Freikirche (Baptisten), die katholische und die  evangelische Kirche so wie an einige Redaktionen, vor allem die der Templiner Zeitung, geschickt.

Euch bitte ich sehr, nicht, wie teilweise schon auf fb angekündigt, einen Shitstorm loszutreten. 

Zeigen wir, wie konsequent, aber auch fair und locker, wir Pastafari mit solchen Sachen umgehen. 

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Sehr geehrter Herr Chrzon, sehr geehrter Herr Höhle, sehr geehrter Herr Schein, liebe Christen,

seit der rbb gestern in Brandenburg Aktuell berichtete, dass unsere Nudelmessenhinweisschilder beschmiert wurden, leben wir Templiner Pastafari in Angst. Wird die religiös motivierte Gewalt gegen uns zunehmen? Werden bald Steine in unsere Fenster fliegen oder wir gar persönlich angegriffen werden?

Uns ist durchaus bewusst, die übergroße Mehrzahl der Templiner Christen lebt hier absolut gewaltfrei und fühlt sich den Werten des Humanismus, wie sie in unserem Grundgesetz zum Ausdruck kommen, tief verpflichtet.
Diese Christen werden Gewalt gegen uns nicht christlich finden. Es wird nur eine kleine Gruppe oder gar ein Einzelner sein, vielleicht nur ein verwirrter Jugendlicher, der hier gehandelt hat.

Wir bitten Sie, sich dafür einzusetzen, dass wir Pastafari wieder ohne Angst in Templin leben können und nicht verfolgt werden.

Bitte distanzieren Sie sich öffentlich von dieser Gewalt gegen unsere Nudelmessenhinweisschilder.
Bitte wirken Sie in Ihren Predigten darauf hin, dass diese Gewalt nicht noch zunimmt und sich vielleicht auch gegen Personen richtet. Fordern Sie den oder die Täter auf, sich bei uns zu melden und den Schaden wieder zu beheben. Gern werden wir dann auf eine Anzeige wegen Sachbeschädigung verzichten bzw. die, falls die Meldung zu spät kommt, zurückziehen.

Zeigen Sie Deutschland und der Welt, Templin ist eine weltoffene Stadt, in der auch unterschiedliche Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften friedlich miteinander leben können und ihre eventuellen Streitigkeiten ohne Gewalt im fairen Disput klären.

Wir möchten Ihnen an dieser Stelle versichern, es war nie unsere Absicht, Sie oder ihre Bräuche zu verspotten. Die sind zweifellos eben so schützenswert wie unsere. Es ging uns mit unseren Schildern nur darum, auf unsere Messen aufmerksam zu machen und so auch in diesem Punkt die Gleichberechtigung zwischen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften umzusetzen. Als solche verstehen wir uns gemäß unserer Satzung.

Mit freundlichen Grüßen

Rüdiger Weida
Vors. d. Kirche des FSM Deutschland e.V. 

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