29.05.2014

Das Wort zum Freitag - Monsters Himmelfall




Wieder einmal, liebe Brüder und Schwestern, ist uns der Nachweis gelungen, dass unsere Feiertage von einer Religion, die die falschen Götzen Vater, Sohn und Heiliger Geist anbetet, okkupiert wurden.

Wir verdanken diese Erkenntnis der nudelogischen Fraktion des Exzellenzcluster „Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und der Moderne“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Unseren dort leider noch im Geheimen arbeitenden Brüdern und Schwestern ist es gelungen, in intensiver Arbeit ein uraltes Pergament zu entziffern. Nachdem diese Arbeit lange Zeit nicht zum Erfolg führte, brachte endlich der gemeinsame Genuss einer größeren Menge Biers den großen Durchbruch. Ich halte das für keinen Zufall. Lest, was sie schließlich übersetzen konnten, es handelt sich offensichtlich um eine der ersten Predigten im Pastafaritum, kurz, aber wegweisend.


„Arrrgh, ihr Piraten,

wahrlich, ich sage euch, lasst euch nicht beeinflussen von den Landratten. Sie verstehen es nicht, monstergefällig zu leben. Verbissen versuchen sie Reichtum anzuhäufen und vergessen, wozu Es uns geschaffen hat. Es möchte von uns nicht, dass wir leben um zu arbeiten, sondern arbeiten um zu leben. Wir freut sich wenn wir genießen und uns an Seinem Werk erfreuen. Steht doch schon in der Schrift:
                                                                                                            
Am fünften Tag stand das FSM früh auf. Dann sprach Es: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, und Vögel sollen fliegen am Himmel und auch die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jegliches nach seiner Art. Dann lasset sie schmusen und fruchtbar sein. Und es sah, dass es gut war. Und also war es schrecklich stolz auf sich und machte sich an diesem Nachmittag schwer am Biervulkan zu schaffen.                                                          
                                                                                                          
Am Abend fiel das FSM aus dem Bett und landete hart auf dem Firmament. Und es sprach: Diesen Rumms aber nenne ich den Urknall.                     
Es ist klar, was Es und damit sagen möchte. Gute Werke soll man feiern. Gute Werke, denn wer wollte zweifeln, dass der Urknall eins wäre, gelingen oft nur mit der nötigen Freude und einem bestimmten Hopfenspiegel im Blut.       
                                                                                                          
So rufe ich euch denn auf, Freibeuterinnen und Korsaren, ehren wir diesen Tag heute, den 5. Tag der Woche vor dem Piratendankfest, als den Tag, an dem sein Fall auf das Firmament den Urknall brachte, als Monsters Himmelfall. 
                                                                                                        
Lassen wir dort alle Arbeit ruhen. Schmücken wir uns mit dem frischen Grün, das Es uns in dieser Zeit wachsen lässt und fahren wir mit Mann und Maus, mit Weib und Kind und vor allem mit Bier und Tomatensaft oder was immer ihr wollt, über das Land. Geben wir von unserer Freude den Landratten und zeigen wir ihnen so, wie man monstergefällig lebt.“ 
                                                                                   
           
Wieder ist klar, was Es und damit sagen möchte. Gute Werke soll man feiern. Gute Werke, denn wer wollte zweifeln, dass der Urknall eins wäre, gelingen oft nur mit der nötigen Freude und einem bestimmten Hopfenspiegel im Blut.                                                                                                           
Versteht ihr nun, meine Schwestern und Brüder, warum ich der Meinung bin, es war kein Zufall, dass der gemeinsame Genuss von Bier den Durchbruch in dieser Forschung brachte? 
Habt ihr erkannt, wie gemein diese Ungläubigen den Namen dieses Tages verfälscht haben? 

Nicht sicher bin ich mir, ob auch sie daran Schuld sind, dass er heutzutage donnerstags gefeiert wird. Das könnte auch an einer Kalenderkorrektur liegen oder auch einfach daran, dass unser Evangelium dazu sagt:
„Und da Es nicht mehr genau wusste, welcher Tag es war, beschloss Es, eine schöpferische Pause einzulegen.“

Lassen wir diesen Tag also ruhig weiter auf dem Donnerstag in der Woche vor Piratendankfest, aber geben wir ihm den richtigen Namen zurück:

Monsters Himmelfall



16.05.2014

Das Wort zum Freitag - Jahresmitgliederversammlungsnudelmesse

Was für ein Wort. Ja, Pastafari sind kleine Schöpfer, genau so, wie ihr Monster ein großer war.

Schöne war´s. Nicht nur, weil viele Mitglieder, die nicht kommen konnten, ihre Stimme delegiert hatten und wir so mit 32 die größte Stimmzahl aller Zeiten hatten, auch die Stimmung im Knofel selbst war wieder prima.

Schön war auch, dass zwei Mitglieder extra zur Versammlung gekommen waren, obwohl sie anschließend, noch vor der Nudelmesse, gleich wieder wegen Nachtschicht los mussten. Die Versammlung war gut geplant und vorbereitet, so ging da alles schnell und mit kurzen, sachlichen Diskussionen über die Bühne. Da hat es nicht mal groß gestört, dass der geplante Generationswechsel im Vorstand mangels Kandidat noch nicht geklappt hat. So macht erst mal der alte Vorstand weiter und nächstes Jahr versuchen wir es noch mal. Eine neue Revisionskommission haben wir auch, und durchaus eine sehr sachkundige.
Am wichtigsten war aber die Satzungsänderung, die uns nun ermöglicht, in Zukunft auch virtuelle Versammlungen zu machen und so auch alle mit einzubinden, die nicht extra nach Berlin reisen möchten.

Dann kam die Messe. Da brauche ich wohl nicht mehr viel dazu schreiben. Nur auf eins möchte ich noch aufmerksam machen, wenn ihr jetzt die Bilder anseht: Es gab wieder ein Gottesgericht, wieder mussten Penna auf ein Spaghetti gefädelt und damit das Monster gegrüßt werden. Weil das gut geklappt hat, wurde Käpt´n Flunkenfug als neues Mitglied in den Verein aufgenommen. :)

Wer auch mal so eine Messe erleben, aber nicht nach Berlin kommen möchte, hat dazu Gelegenheit am 31.Mai in Regensburg. Dort halten wir 12:00 Uhr eine zum Humanistentag in der Gaststätte Arberhütte, Arberstr. 15, www.arberhuette-regensburg.de







15.05.2014

Das Wort zum Freitag - Spaghetti nach Compostela tragen



Wir Pastafari haben unseren eigenen Spaghettiweg. Sicher nicht nur den einen.
Manchmal aber kann es sinnvoll sein, nicht nur im eigenen Saft zu schmoren sondern auch anderen zu helfen, den Weg zum Monster zu finden. Am besten, in dem man geweihte Spaghetti an einen heidnischen Walfahrtsort trägt und über den unvergleichlichen Geschmack der Pasta den Weg zu Ihm ebnet.

Genau das hat jetzt einer unserer Brüder vor. Heute erreichte mich, nach ein bisschen Vorgespräch im Netz, sein obiges Schreiben. Natürlich bin ich dem Wunsch sofort nachgekommen und der Pilgerausweis befindet sich in Begleitung von ein paar Aufklebern schon auf dem Rückweg zu ihm.
Möge seine Pilgerfahrt friedvoll zum Erfolg führen.



Wir warten gespannt auf deinen Bericht, Bruder. :)

08.05.2014

Das Wort zum Freitag - He boild for your sins?




Die "Rolle des Nudelsiebs im Pastafaritum" ist einer der meistgelesenen Artikel auf unserem Blog.
Kein Wunder also, wenn selbst jetzt, fast drei Jahre nach seiner Veröffentlichung, dort noch ein neuer Kommentar erscheint, den ich hier beantworten möchte.
Hoch geehrte Pastafaris, erlauchter Ehrendoktor Spaghettus, geschätzter Bruder Niko!
Ungeachtet des hohen theoretischen Wertes und der sagenhaften Beweiskraft jenes wissenschaftlich bis in die kleinste Nudel fundierten Werkes möchte ich ein ökumenisches Miteinander der Pastafaris aus den Nachbarländern anregen und das Nudelsieb als Kopfbedeckung offiziell zugelassen wissen. Sticht doch das friedvolle Zulassen von Neuerungen durch konservative Wertebewahrer in einer jungen und ausgesprochen leckeren Religion wie der der KDFSM angenehm heraus aus den dogmatischen Mühen klassischer Weltreligionen, den ewigen Status Quo bewahren zu müssen.
Wenn sogar der derzeitige Papst der katholischen Kirche, die nun wahrlich nicht für ihre Toleranz bekannt ist, sich für Priesterinnen ausspricht, dann dürfte auch die hochoffizielle Zulassung des Nudelsiebes eine angemessene moderne Interpretation der Religion im 21. Jahrhundert darstellen!
Hochachtungsvoll
Diogenes von der Töss,
oberster Gnocciist (con Pesto y Balsamico)
des bald befreundeten Ordens der pan-europäischen Lasagnisten


Kartoffligster Bruder Diogenes von der Töss,
wie könnte ich deinen Aufruf zum ökumenischen Miteinander, in dem du mich schmeichelnd zum Ehrendoktor ernennst, unbeantwortet lassen. Das wäre mehr als ungehörig und unserer gemeinsamen Aufgabe abträglich.
Ja, gemeinsame Aufgabe. Tatsächlich ist diese Ökumene, die du empfiehlst, schon gängige Praxis. Sofort nach Nikos Aktion haben wir die gefeiert:

Ihr, meine Brüder und Schwestern in Deutschland, der Schweiz und natürlich auch in Österreich, eifern wir ihm nach. Nutzen wir Nikos Vorarbeit, um unserer Religion mehr und mehr zur ihr zweifellos zustehenden Anerkennung zu verhelfen. Lassen auch wir uns unsere Fahrerlaubnis oder unseren Personalausweis nur noch mit religiöser Kopfbedeckung ausfertigen. Ich werde das jedenfalls beantragen.
Ob mein Bild dann so aussehen wird ist allerdings fraglich. Ich finde, der Piratenhut hat klare Vorteile. Er ist besser zu tragen, er ist, vor den sicher kritischeren deutschen Behörden, aus dem Evangelium des FSM heraus besser zu begründen und kleidsamer scheint er mir auch zu sein. :)“

Wie du siehst, war aber auch da schon klar zu erkennen, der Weg des Nudelsiebes wird nicht unserer sein.

Auch in „Viele Wege führen zum Biervulkan“ loben wir eure Aktionen – ich gehe davon aus, du bist Österreicher- und weisen darauf hin, dass ihr noch Mitglieder braucht.

Als wir merken, das läuft nicht ganz so schnell, wie gedacht, widmen wir mit „Missionswerk“ ein komplettes Wort zum Freitag euch und fordern dazu auf, Mitglied eurer Bekenntnisgemeinschaft zu werden. 

Wir stellen sofort das herrliche Video von Pasta Pirate Nadja, zu der wir hervorragenden Kontakt haben, auf unsere Seite, als das erscheint und laden es auf unseren youtubechanal. Auch als noch einer eurer Brüder sich mit Nudelsieb auf dem Führerschein zeigt, berichten wir

Nicht zuletzt haben wir auch auf unserer Homepage eure Kirche verlinkt.

Ihr unsere Seite übrigens noch nicht, aber das wird nun sicher bald kommen. ;)

Du siehst also, es bestehen Kontakte und wir unterstützen euch gern.

Nicht ganz klar ist mir, was du meinst, wenn du forderst, du möchtest das Nudelsieb gern offiziell als Kopfbedeckung zugelassen wissen. Wer könnte das verbieten?

Oder erwartest du, dass auch wir uns Nudelsiebe auf den Kopf setzen, also etwas machen, was wir als falsch erkannt haben?
An den Gründen, kein Nudelsieb zu tragen, hat sich doch nichts geändert. Im Gegenteil, es ist noch etwas hinzu gekommen. Das Nudelsieb hat das Pastafaritum in der Wahrnehmung verändert und zur Lifestylereligion gemacht. Es hat zu sehr auf Aktion und zu wenig auf Inhalt gesetzt. Wie sollte es auch, es hat keinen Inhalt, es kommt in der runden Geschichte, die Bobby um das Pastafaritum gestrickt hat, schlicht nicht vor. Das es nicht klappt, diese Geschichte rund zu halten, wenn beliebig Symbolik hinzugefügt oder einfach willkürlich aus anderen Religionen übernommen wird, zeigt sich an dem Bild oben ganz deutlich.

He boiled for your sins? Welch schreiender Unsinn, welch Blasphemie. ES wurde nie gekocht, ES war immer schon, und Sünden? Sünden im Pastafaritum? Das kann, genau wie das Nudelsieb, nur jemand erfunden haben, der nichts von dessen Grundanliegen, nichts von dessen Glaubenssätzen wusste.

Wir Pastafari sind bekannt durch die flauschigsten moralischen Grundsätze. Unser Gott verbietet uns nichts, er hat nur ein paar Bitten geäußert. Sehr sinnvolle Bitten, aber eben keine Gebote. Sünden sind aber Verstöße gegen göttliche Gebote. Vor allem jedoch ist unser Gott nicht der Herr, sondern eher der Kumpel von nebenan. Genau so wie wir, nur mit Schöpferkräften. Wir sind nicht nur nicht mit einer angeblichen Erbsünde belastet geboren, wir können sie nicht einmal erwerben. Wieso sollte da jemand für unsere Sünden gekocht werden?

Für uns ist Pastafari, wer dem Monster folgt und seinen Auftrag erfüllt, als Pirat gegen die Erderwärmung zu kämpfen. Nudelsiebträger folgen dem Vorbild von Niko Alm, einem, trotz aller auch von uns gewürdigten Verdienste, falschem Vorbild. Deshalb nennen wir Nudelsiebträger Almisten. ;)

Aber he, wir sind Satiriker. Das wird euch nicht stören. Vielleicht schmunzelt ihr sogar und letztlich seid ihr damit was Besonderes. Sicher schmunzelt ihr auch dann,  wenn wir in Hinblick auf das Nudelsieb darauf verweisen, dass es sich für Deutsche noch nie gelohnt hat, einem falschen Führer aus Österreich zu folgen. ;) Das hat doch Witz, oder?

Eins aber ist sicher: Auch wenn wir eure Kopfbedeckung nicht teilen und nicht aufhören werden, sie als falsch zu bezeichnen, ihr seid für uns immer unsere Schwestern und Brüder und wenn wir euch helfen können, werden wir das weiter so tun, wie wir es bisher getan haben.



01.05.2014

Das Wort zum Freitag - Die EU und der Unglaube

Foto: © European Union 2013 - EP

Das Wort zum Freitag kommt in dieser Woche einmal nicht von mir. Weil es so schön ist, reiche ich es einfach weiter: 

"Mit einer bemerkenswerten Mehrheit hat sich das Europäische Parlament in einer Resolution für die Trennung von Religion und Staat und für die Aufhebung aller „Blasphemie“-Verbote ausgesprochen. Gegen die Annahme des Forderungskatalogs zur Verwirklichung von Grundrechten stimmten vor allem Christdemokraten, Nationalkonservative und EU-Skeptiker."

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