09.04.2015

Das Wort zum Freitag - Änderungen



Nein, Piraten, es geht nicht um die Satzung unserer Kirche, die wir auch gerade diskutieren. Es geht um Bewegung in der Gesellschaft, um Bewegung,  in der auch wir ein Teil sind und die, nach und nach, aber spürbar, Änderung bringt.

Gerade gab es überall Aktionen gegen die religiös begründeten stillen Feiertage, auch bei uns. 

Drei Jahre ist es her, als GERDIA startete, sich gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz wandte und eine öffentliche Diskussion begann. Es muss nicht sein, aber eine Wahrscheinlichkeit hat es schon, wenn jetzt in der Stadtverordnetenversammlung von Nord bis Süd darüber nachgedacht wird, ob kirchliche Einrichtungen, die nicht bereit sind arbeitsrechtliche Standards zu erfüllen, noch bezuschusst werden.

Der Großen Knall von Münster hatte andere Ursachen. Aber auch hier haben viele mitgewirkt, wenn es nun dazu gekommen ist, dass sich erstmals in der Geschichte eine Stadt dem Automatismus, Katholikentage mit enormen öffentlichen Barmitteln zu unterstützen, verweigert. Besonders das 11. Gebot dürfte Eindruck hinterlassen haben.

Die Katholiken reagieren, wie erwartet. Man verdreht Tatsachen und lamentiert, dass viel zu kurz gedacht werde: "Wenn ich immer wieder höre, dass der Katholikentag nicht finanziert werden soll, weil er ein "internes Glaubensfest" sei, dann frage ich mich, ob die Menschen unsere Argumente eigentlich hören. Auch Katholiken sind Staatsbürger."

Maximillian Steinhaus, einer der Aktivisten des 11. Gebotes, hat eine passende und emotionale Erwiderung geschrieben:
◆ Niemand hat Katholiken das Staatsbürgertum abgesprochen – wohingegen es regelmäßig die Kirche ist, die den Menschen ihre Rechte abspricht, z.B. frei über ihr Lebensende oder eine Abtreibung bestimmen zu können oder z.B. ungeachtet ihrer Weltanschauung gleich behandelt zu werden bei Bewerbungen für Posten in Betrieben, die zu min. 88 (meistens sogar 95) Prozent vom Staat finanziert werden.
Weiter geht's:
"Und der Katholikentag ist eine Basisbewegung der engagierten, ehrenamtlichen Laien. Sie engagieren sich in Verbänden und Räten. Sie tun das basisorientiert, für unsere Demokratie und für unser Gemeinwohl."
◆ Das ist ja auch wunderbar, wenn sie das tun – aber weshalb berechtigt sie das zu einer solchen Millionenforderung? Erhebt die AWO, der Arbeiter-Samariter-Bund, Greenpeace, der BUND oder sonst irgend eine gemeinnützige Organisation solche Ansprüche?
"Wenn eine Stadt aber "Kongressstadt" sein will, muss sie sich auch entsprechend verhalten." 
◆ Dann soll das ZdK bitte einen einzigen Veranstalter benennen, der das Kongresszentrum KOSTENLOS erhält! Diese Beschimpfung ist der Gipfel der Dreistigkeit!




Das ZdK pocht stets auf die "gesamtgesellschaftliche Bedeutung" von Katholikentagen: "[Die katholischen Laien] fragen nach Lösungen für das Flüchtlingsproblem und für andere soziale Fragen in unserem Staat. Sie beschäftigen sich mit Zukunftsfragen wie der Demografie und dem Klimawandel und setzen sich für den Frieden in der Welt ein. Wer ein Katholikentagsprogramm in die Hand nimmt, sieht das doch." (Quelle:http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/kirche_2/150327_interview_katholikentag_vesper.php
) 
◆ Nun dann nehmen wir einmal das Programm in die Hand: In der vom Münsteraner Oberbürgermeister Markus Lewe dem Stadtrat vorgelegten Beschlussvorlage (die zum Glück abgelehnt wurde) sind bereits die Themenbereiche des Katholikentags aufgeschlüsselt. Der Punkt "globale Verantwortung" ist der EINZIGE, der wirklich für alle Konfessionen interessant sein könnte – leider ist dies nur ein Punkt von 10! Es ist damit eine schlichte TÄUSCHUNG, wenn Themen wie Flüchtlinge und Klimawandel stets so betont werden, während von den übrigen 9 Themen mindestens 6 REIN INNERKIRCHLICH sind. Und auch die übrigen Themen (Familie und Generationen, Frauen und Männer, Jugend) werden aufgrund der Natur der Sache stets aus katholischer Sicht heraus geführt. Genau deshalb sind auch nur 1,4 % der Teilnehmer keine Christen – WEIL SIE AUFGRUND DER AUSRICHTUNG DER VERANSTALTUNG KEIN INTERESSE DARAN HABEN!!!



Vielleicht sollten auch die Berliner Lokalpolitiker das mal zur Kenntnis nehmen. Wir können ihnen ja beim Nachdenken helfen.

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