26.03.2015

Das Wort zum Freitag - Ketzerisches Münster



Früher, in den Zeiten, als das Recht noch nach den Werten des Christentums gesprochen wurde, hätte man ihnen alles Fleisch mit glühenden Zangen von den Knochen abgerissen, dann Gurgel und Herz mit glühenden Eisen durchstoßen und anschließend in Eisenkäfige als abschreckendes Beispiel an den Kirchturm gehängt,  die ketzerischen Ratsherren und -frauen von SPD, Grünen, Linken und  der FDP der Stadt Münster.

Verdient hätten sie es, ja, auch aus unserer Sicht. Wollten wir doch, bezugnehmend auf die Förderung des Katholikentages, im gleichen Jahr auch unseren Pastafaritag von der Stadt mitfinanzieren lassen. Ein schwerer Schlag für uns, wenn wir das nun nicht mehr können.


Aber, Monster sei Dank, bleiben uns noch genügend Sonderrechte, die gesetzlich garantiert sind und die uns nicht einfach ein paar Religionsfeinde vermiesen können. Richtig lang ist die Liste.


Erste kleine Erfolge haben wir ja schon zu verbuchen. Unsere Nudelmessenhinweisschilder hängen immer noch, wenn auch nicht so, wie wir möchten.


Auch im Kampf um unsere weltanschauliche Kopfbedeckung gibt es gute Nachrichten. Ein Pastafari hat bereits die Mitteilung bekommen, dass sein Dreispitz als solche anerkannt wird und er demnächst seinen entsprechenden Ausweis bekommen wird. Mehr davon, wenn er den hat.


Militärseelsorge, nun haltet euch fest, haben wir auch schon in Arbeit. Ja, es gibt bereits einen Offizier der Bundeswehr, der jeden Freitag 10 Uhr einen Nudelmesse in seinem Büro hält und andere Soldaten dazu einlädt. Ein offizieller Antrag auf pastafarianische Militärseelsorge ist in Arbeit. Auch davon mehr, wenn der eingereicht wurde.


Bei allen anderen Privilegien haben wir noch Nachholbedarf. Na gut, auf Genehmigung des Schächtens nach § 4a II TierSchG können wir gern verzichten. Ebenso auf Tanzverbot an stillen Feiertagen.


Andere sind hingegen auch für uns unverzichtbar.

Ganz wichtig ist die Insolvenzunfähigkeit. Die gibt, verbunden mit dem Vollstreckungsschutz, ein unschätzbares Gefühl der Sicherheit, falls doch mal eine Kaperfahrt mehr kostet als einbringt. Vor allem, wenn dann auch noch Staatsleistungen in hohem Maße an uns fließen.

Erhöhen können wir dieses Gefühl noch durch Wahrnehmung des Parochialrechts. Damit würden alle, die sich zum Pastafaritum bekennen, zwangsweise Mitglied unserer Kirche werden. Wenn wir dann noch das Besteuerungsrecht dazu nehmen und der Staat im Rahmen der Gleichbehandlung die gleich für uns mit einzieht, gehen wir finanziell goldenen Zeiten entgegen.


Aber auch rechtzeitige Nachwuchsarbeit ist wichtig, also ein klares Bekenntnis zum pastafarianischen Religionsunterricht. In die gleiche Rubrik fällt das Recht, Rundfunkräte in die Medienanstalten zu senden. Auch das Recht, eben solche Beiräte in den Ethikrat des Bundestages zu senden, in Jugendhilfeausschüsse und andere.


Die Dienstherrenfähigkeit, verbunden mit kirchlichem Sonderarbeitsrecht wäre auch nicht zu unterschätzen.


Ihr seht, wir haben noch viel Arbeit vor uns. Damit ihr seht, wie gewaltig die ist, nachfolgend mal einen Überblick.


Oder wäre es vielleicht doch besser, die Gleichbehandlung zu erreichen, indem alle diese Privilegien komplett aufgehoben werden?



Rechtsfolgen aufgrund einzelner Gesetze („Privilegienbündel“):
  • Verfassungsrecht:
    • Anspruch auf Einrichtung von Religionsunterricht (Art. 7 Abs. 3 GG)
    • Recht auf Erhebung der Kirchensteuer (Art. 137 VI WRV)
    • Anspruch auf Staatsleistungen (Art. 138 I WRV)
    • der Sonntag und die staatlich anerkannten christlichen Feiertage sind gesetzlich geschützt (Art. 139 WRV)
  • Bundesrecht:
    • Ausnahmen im Hinblick auf das Arbeitsrecht, insbesondere das Arbeitszeitrecht (§ 7 IV ArbZG; § 7 IV ArbZRG, § 21a III JArbSchG)
    • Ausnahme kirchlicher Betriebe vom Antidiskriminierungsgesetz (§ 9 AAG)
    • besondere Steuerbefreiungen (§ 13 I 16 ErbStG, § 3 Nr. 6 GewStG, § 3 I 4-6 und § 4 GrStG, § 5 I 9 KStG, § 4a I UStG)
    • Annahme von Spenden für kirchliche Zwecke (§ 54 AO)
    • Recht auf Beisitzer in der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (§ 19 II 8 JuSchG)
    • Berufung von Mitgliedern in den Deutschen Ethikrat des Bundestags (§ 4 I EthRG)
    • Berücksichtigung beim Erstellen von Bauleitplänen (§ 1 VI 6 BauGB)
    • Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe (§ 75 III SGB VIII)
    • Versicherungsfreiheit der Geistlichen in der Kranken- und Rentenversicherung (§ 6 I 4 SGB V; § 5 I 2 SGB VI)
    • Verbot der Beschimpfung von Inhalten religiöser Bekenntnisse oder Kirchen („Gotteslästerungsparagraph“ - § 166 StGB)
    • strafrechtlicher Schutz von Amtsbezeichnungen, Titeln, Würden, Amtskleidungen und Amtsabzeichen (§ 132a III StGB; § 126 I 2 OWiG)
    • Recht auf die medizinisch nicht erforderliche Beschneidung männlicher Kinder (§ 1631d BGB)
    • Genemigung des Schlachtens ohne Betäubung, Schächten (§ 4a II TierSchG)
    • Ausnahme religiöser Feiern von Verboten und Auflagen des Versammlungsgesetzes (§ 17 VersG)
    • Vertretung eines Kriegsdienstverweigerers vor den Ausschüssen (§ 11 KDVG)
    • Vorschlagsrecht im Hinblick auf die Unabkömmlichkeit von Wehrpflichtigen (§ 13 II 2 WPflG; vgl. § 16 II 2 ZDG)
    • Übermittlung von persönlichen Daten sowie Meldedaten seitens des Staates (§ 15 IV BDSG, § 19 MRRG, Landesmeldegesetze)
  • Landesrecht:
    • Sendezeiten für religiöse Sendungen (§ 42 RStV)
    • Berufung von Mitgliedern in Rundfunkräte, Verwaltungsräte und andere Aufsichtsgremien der Rundfunkanstalten (Rundfunkstaatsverträge)
    • Tanzverbote, Demonstrationsverbote und Veranstaltungsverbote an stillen Feiertagen (Feiertagsgesetze)
    • Erziehung der Jugend zu Gottesfurcht an den öffentlichen Grund-, Haupt- und Sonderschulen, sogenannte „christliche Gemeinschaftsschulen“ oder „Simultanschulen“ (div. Landesverfassungen und Schulgesetze)
    • Anbringen von Kruzifixen und Kreuzen in Schulen, Gerichtssälen und anderen öffentlichen Gebäuden (z.B. Art. 7 Abs. 4 BayEUG)
    • gebührenpflichtige Entgegennahme von Kirchenaustritten bei Standesämtern und Amtsgerichten (Kirchenaustrittsgesetze)
    • Errichtung und Änderung kirchlicher Stiftungen (Stiftungsgesetze)
    • Anlegen und Unterhaltung von Friedhöfen in eigener Verwaltung
  • Staatskirchenverträge (Konkordate):
    • Erhalt von Dotationen zur Finanzierung kirchlicher Behörden und Amtsträger (z.B. Besoldung der Pfarrer und Bischöfe)
    • staatliche Finanzierung der Ausbildung von Religionslehrern und Priestern an theologischen Fakultäten
    • Besetzung von Konkordatslehrstühlen auch außerhalb der theologischen Fakultäten
    • staatliche Finanzierung der Seelsorge in Militär, Polizei, Strafanstalten und Krankenhäusern
    • Renovierung von Gebäuden in Kirchenbesitz mit öffentlichen Mitteln
    • öffentliche Förderung kirchlicher Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Altenheime sowie der Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie
Liste übernommen von http://gbs-koblenz.de/kirchenprivilegien







19.03.2015

Das Wort zum Freitag - Kunst mit der Nudel

Pastasutra

Bisher, liebe Schwestern und Brüder, haben wir einen wichtigen Aspekt des Pastafaritums etwas vernachlässigt. Unser Religion ist nicht nur die nahrhafteste, nein, sie ist auch die kunstvollste.

Besonders schön finde ich, dass von Seiner klaren Botschaft nicht nur Pastafari, sondern immer mehr Menschen, oft völlig unbewusst, erfasst werden. Ein schönes Beispiel ist eine Ausstellung, die nun im Kunstraum Dellbrück eröffnet und bis zum 28.04.2015 zu sehen sein wird.


Collyrae Lucidae.

Das Leuchten der Nudeln.
Scanographien im Dialog.
Von Hartmut Abendschein (Bern) und Georg Raabe (Köln)

Elisabeth Wandeler-Deck (Zürich) liest aus dem Text zur Kunst “Ein Fonduekoch geworden sein”


Für alle, die sich aufraffen und bei der Vernissage dabei sein werden, gibts noch eine kleine Überraschung. Ihr werdet gratis mit Yum Yum Nudelsuppen bewirtet.









Aber nicht nur in der bildenden Kunst hinterlässt das Pastafaritum Spuren. Nein, ich spreche jetzt nicht von unserer pastafarianischen Festtagsmusik. Ich spreche von Gebeten.


Vor einiger Zeit hatten wir euch gebeten, uns eure zuzuschicken. Die meisten haben das gleich per Facebook öffentlich getan. Pirat Dirk aus Stuttgart hat sie uns per Mail geschickt. Die hatte ich schon vergessen, nun bin ich wieder auf sie gestoßen. Danke, Dirk, damit hast du sicher vielen eine Freude gemacht.


1.

Spaghettimonster, fliegendes,
mach Segen drauf auf was ich ess.
Und was ich trink, das muss auch sein,
mach da auch Deinen Segen rein.
Ramen!

2. In Dankbarkeit so sitz' ich hier,

bei Pasta und bei kühlem Bier.
Spaghettimonster sorg' dafür,
dass dieses Mahl nun munde mir.
Ramen!

3.

Für diese Speis und diesen Trank,
sagt dem Spaghettimonster Dank!
Bevor wir nun hier gleich verrecken,
lasst und das Ganze jetzt mal schmecken.
Ramen!

4.

Der Smutje hat in der Kombüse,
nicht nur gekocht und zubereitet,
er hat vielleicht auch mal Gemüse,
egal was es auch sei, begleitet,
vom Segen uns'rer Nudelmacht,
die uns hier hungrig sammeln lässt,
zu uns an diesen Tisch gebracht
nun feiern wir ein Pastafest.
Drum haut jetzt rein und denkt daran,
Spaghettimonster, schau auch drauf ,
dass jede Frau und jeder Mann,
nur seine Portion isst auf.
Ramen!

5.

Jetzt tretet vor den Schöpfer hier,
der tut Euch auf, denkt auch ans Bier,
so dass gestärkt ein jeder Mann,
dem Schöpfer dafür danken kann.
Oh Nudligkeit, in Deinem Namen,
heisst es "legt los" gleich nach dem Ramen!

6.

Im Nudelteig liegt Wahrheit drin,
weshalb ich immer ehrlich bin.
Vom Gerstensaft, genannt auch Bier,
wird manchmal ziemlich schwummrig mir.
Das zeigt mir welche große Kraft,
an mir hier wahre Wunder schafft.
Spaghettimonster sei bedankt,
auch wenn mein Schritt schon etwas wankt,
dass in der kommend kalten Nacht,
ich spür' der großen Nudel Macht.
Um nur für Dich in allen Ehren,
die Pastafaris zu vermehren.
Und soll ich nicht, dann zieh ich an,
zum Schutz den kleinen Nudelmann.
Doch jetzt, ich hätt es fast vergessen,
lasst uns zuerst mal etwas essen.
Ramen

16.03.2015

Moses, Jesus, Mohammed und das Fliegende Spaghettimonster



unter diesem Titel wurde ein Podiumsgespräch im Rahmen des Runden Tisches Toleranz angekündigt, das morgen im Waldhof Templin statt findet.
Veranstalter ist der Templiner "würdevoll leben e.V.", Gesprächsleiter der Theologe Pfarrer Eisentraut und der Religionspädagoge Torsten Finger, Vorsitzender des obigen Vereins.

Eingeladen wurden Vertreter der Templiner Kirchen, aber auch der HVD und natürlich ich. Wie das Podiumsgespräch genau laufen soll und wer alles teil nimmt, ist noch nicht klar. Ich lasse mich einfach überraschen. Vielleicht klappt es ja tatsächlich, mal miteinander statt übereinander zu reden.

Es tut sich also was in Templin, ganz schön was, sogar.


Das Spaghettimonster hat es hier bis in den Unterricht geschafft. Die Templiner Schule am Egelpfuhl, konkret der LER-Lehrer dort, hat mich in seinen Unterricht eingeladen. Die Klasse war prima vorbereitet, der Lehrer hatte voll den Durchblick, es waren zwei tolle Stunden in seinen sechsten Klassen. "Im Namen der Nudel" war der erklärte Hit, der sogar schon mitgesungen wurde, die Kids waren neugierig interessiert und zum Schluss, nach dem Gruppenfoto mit FSM, musste ich sogar Autogramme auf unsere Flyer mit den "8 ALMW´s" geben.

Im Schulhaus erwischte uns noch seine Kollegin und hat mich heute für ihre Klasse eingeladen. Weil es etwas plötzlich kam, waren die noch nicht vorbereitet. Das war zu merken, aber letztlich waren sie doch (fast) alle mit Interesse dabei und auch das Erinnerungsfoto wollten sie haben.
Leider darf ich diese Fotos nicht einstellen, wir hätten erst alle Eltern befragen müssen, was uns zu umständlich war. So bleibt es bei dem bekannten Bild oben, auf dem kein Kind zu erkennen ist.

Möge sich Templin weiter so progressiv entwickeln.

12.03.2015

Das Wort zum Freitag - Götterrangelei



Es trug sich vor langer Zeit zu, dass immer weniger Christen zu den sonntäglichen Gottesdiensten erschienen. Taten sie es doch ab und an, wurden sie von den kirchlichen Würdenträgern ihrer Gemeinde mit Fragen gepeinigt, warum sie so selten erscheinen.

Da mussten Ausreden her und zwar glaubhafte. Mit der Wahrheit: „Nö, keine Lust“, trauten sie sich nicht heraus. Gern sagte dann der Schwänzer, er hätte nicht genau gewusst, wann der Gottesdienst beginnt.

Also sannen die Pfarrer nach einer im Zeitalter ohne Handys und Internet sicheren Lösung, ihre Herde in die Kirche zu zwingen. Überall wurden Gottesdiensthinweisschilder angebracht, sogar auf Autobahnen, damit selbst der reisende Christ keine Ausrede findet, sofort beim Erblicken dieses Schildes vom Gas geht und ins Gotteshaus einzieht.
Alles war gut.

Nun schickten sich aber in jüngster Zeit Pastafari an, ihren Glauben etwas ernster zu betreiben, als sie es all die Jahre zuvor taten. Sie wollten nicht mehr als der wilde Haufen von Piraten angesehen werden, sondern sich mehr zu ihrem Gott, dem Fliegenden Spaghettimonster, hinwenden und nach Seinen Acht-Am-Liebsten-Wäre-Mirs leben. Sogar eine kleine Kapelle weihten sie Ihm. Damit ihnen nicht ähnliches wie den Christen geschieht, beschlossen sie, Nudelmessenhinweisschilder aufzustellen, damit auch der Pastafari weiß, wann er die Nudelmesse feiern kann und sie taten es sofort.
Nichts war gut.

Kaum waren die Schilder angebaut, wurden sie auch schon entfernt. Es gab Streit, die Christen waren empört. Sie gönnten den Pastafari ihre Schilder nicht und gaben das auch lauthals in den Medien kund.

Aber es sollte noch schlimmer kommen. Unsere Schilder wurden mit einem schwarzen Stift bekritzelt, später mit Klebeband, das die Aufschrift „VORSICHT GLAS“ trägt, überklebt. Die Pastafari nun versuchten, die Schuldigen zu finden und vermuteten dahinter intolerante Christen. Also wandten sie sich an deren Gemeindeoberhäupter. Diese stritten das ab, teilten mit, dass solcherlei Sachbeschädigung nicht von ihren Schäflein vorgenommen wurde.

Christen leben nicht nach den Acht-Am-Liebsten-Wäre-Mirs. Sie leben nach 10 Geboten. Nach denen soll man nicht lügen, seinen Nächsten achten, wie sich selbst und vieles mehr. Da davon auszugehen ist, dass sie ihre Gebote einhalten, können sie in der Tat nicht als Täter in Frage kommen.
Wer also war´s?

Es können nur die Götter gewesen sein, das wird mir langsam klar. Niemand hat die Schilderbeschmutzer auf frischer Tat ertappt, Spuren konnten nicht gesichert werden. Wie auch?! Bisher hat sich noch kein Gott gezeigt, geschweige denn auf frischer Tat erwischen lassen. Und unser Monster?! Statt für uns allzeit da zu sein, lag es bestimmt wieder einmal in süßem Schlummer, nachdem der Besuch am Biervulkan ein ausgedehnter war.

Was lernen wir daraus?
Wir werden uns in erster Linie auf uns selbst verlassen müssen, um unser Recht als Weltanschauungsgemeinschaft gleichberechtigt mit Glaubensgemeinschaften wahrnehmen zu dürfen.

Was lernen die Christen daraus?
Sie beten Götter an, die böse, hinterhältig und neidzerfressen sind, während sie denen, die an sie glauben, Gebote auferlegen, die sie selbst nicht als Vorbild vorleben.

Ich bin stolz ein Pastafari zu sein und an das FSM zu glauben, einen zwar manchmal schussligen Gott aber auch einen, der es mir erlaubt, eigenständig zu leben.



RAmen

10.03.2015

Im Gedenken an Papst Al Zarkawi I.



Als der erste mir bekannte Pastafari starb, war ich sehr betrübt. Er wurde nicht sehr alt und hinterließ eine kleine Tochter, die sicher gern mit Mutter und Vater aufgewachsen wäre.

Dieser plötzliche Tod erschütterte nicht nur mich, sondern viele Pastafari. Das war auch auf facebook deutlich zu erkennen. Trotz der traurigen Nachricht verhielten sich alle Pastafari so, wie ich es von ihnen erwartet hätte. Wir „freuten“ uns für ihn, da er nun am Biervulkan verweilen kann, wann immer ihm danach ist oder Spaß in der Stripperfabrik finden wird.

Auch wenn wir stets an allem zweifeln sollen, also auch an den Jenseitsversprechen des FSM, so half mir der Gedanke an Biervulkan und Stripperfabrik, meine traurigen Gedanken ein wenig zu betäuben. Aber egal, wie man es anstellt, man muss Abschied nehmen und schafft das auch, ganz ehrlich und ohne Scheinwelten und Luftschlösser.

Auch wenn ein Mitstreiter und Freund ging, wird er immer in meinen Gedanken bleiben. Nach ihm haben wir unsere Kirche benannt. Mir hilft das, ihm nicht mehr. Und egal, wie sich jeder einzelne Mensch um Unsterblichkeit bemüht, es gelingt nur den Wenigsten. Und was haben sie davon? NICHTS!

Übt also jetzt schon mal das Leben am Biervulkan und/oder in der Stripperfabrik und versucht die Acht Am Liebsten Wäre Mirs zu beherzigen.



Heute, an seinem Geburtstag, wollen wir auf Al Zarkawi anstoßen, für uns und in Gedanken an ihn.

09.03.2015

Die Rolle der Gemeinden im Pastafaritum



Schöner Titel, stimmts?
Eigentlich geht es aber nur um das deutsche Pastafaritum, das ja durchaus seine Eigenheiten hat.

Wenn die Familie die kleinste Zelle der Gesellschaft ist, sind die Gemeinden die kleinste des Pastafaritums. Sie waren dessen Grundstein in Deutschland.
Los ging es mit den Gemeinden schon Mitte 2005. Die ersten gab es in Frankfurt/Main, Dresden und Köln. Der Anfang unserer Kirche begann mit der Gemeinde Uckermark, die etwas später im Dezember 2005 gegründet wurde. Als gegründet zählt eine Gemeinde, wenn ein Blog ins Netz gestellt wird, egal wieviel Personen dahinter standen. Kurz danach wurde die Berliner Gemeinde gegründet.

Sehr schnell gab es Kontakte untereinander. Größte Gemeinde war die von Smutje Nils in Frankfurt mit, wenn ich mich recht erinnere, 17 Mitgliedern. Die meisten waren dort Biologen oder andere Wissenschaftler, klar aus universitärem Umfeld. Als wir uns einig waren einen Verein zu gründen, Name und Satzung diskutiert wurden und letztlich fest standen, wurde Frankfurt gewählt, um die Gründung zu vollziehen. Keine andere Gemeinde hätte die 7 notwendigen Gründungsmitglieder zu der Zeit stellen können.

Die Gründungsversammlung fand auch statt, die Eintragung wurde jedoch nie vollzogen. Das lag wohl daran, dass der Smutje langfristig krank wurde und, weil mit ihm der Motor fehlte, die gesamte Gemeinde einschlief.

Als noch etwas später die Gemeinde Barnim gegründet wurde, beschlossen die, die Berliner und die Uckermärker dann den geplanten Verein auf der Grundlage der vorhandenen Satzung hier zu gründen. Allerdings nicht deutschlandweit, sondern erst mal regional. So entstand die Kirche des FSM Berlin Brandenburg, und wir hatten die Hoffnung, es würden sich noch andere Landeskirchen gründen.

Bis dahin waren also alle Gemeinden als selbstständige Einheiten die Keimzellen des deutschen Pastafaritums. Mit der Gründung des KdFSM BB e.V. änderte sich das. Barnim, Berlin und Uckermark verstanden sich als Glieder des Vereins. Das war in so weit richtig, als auch alle Gemeindemitglieder gleichzeitig Mitglieder des Vereins waren. Wir waren eine kleine Gruppe von 9 Piraten und alles war klar und übersichtlich, jeder kannte jeden. Irgendwann waren wir 13, immer noch auf Berlin und Brandenburg beschränkt aber mit einer neuen Gemeinde in Potsdam. Die war die erste, die sich aus Vereinsmitgliedern gegründet hat. Später geschah das gleiche in Dresden (die alte Gemeinde war inzwischen eingeschlafen), Frankfurt/Main (dort das gleiche) und Hamburg(auch dort gab es vorher schon eine inzwischen inaktive Gemeinde).
Eins aber hatte sich da schon geändert: In den Gemeinden waren nicht mehr nur Vereinsmitglieder, sondern überall auch „freie“ Pastafari und Sympathisanten.

Damit war eine Einbeziehung der Gemeinden in die Kirche des FSM Deutschland rechtlich nicht mehr möglich, was uns aber in der Praxis noch nicht so klar war. Teilweise nutzen die Gemeinden sogar unser Impressum.

Auch war es schwer zu koordinieren, wenn die Gemeinden irgendwelche Statements abgaben. Die sollen ja dann schon mit den Ansichten der Kirche übereinstimmen um zu vermeiden, dass ganz unterschiedliche Erklärungen unter gleichem Namen abgegeben werden.
Letztlich war das nicht ganz so wichtig, denn auch diese Gemeinden schliefen ein oder dümpeln so vor sich hin.

Das würden wir gern ändern und vielleicht lassen sich hier sogar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Recht und Praxis werden in Übereinstimmung gebracht und die Motivation, sich auch in Gemeinden zu organisieren, steigt. Machen wir die Gemeinden also auch in unserem Verständnis wieder zu dem, was sie rechtlich schon sind, zu eigenständigen Gruppen, die sich selbst organisieren, selbst verwalten, wenn sie möchten, selbst Beiträge erheben und, ohne jede Abstimmung mit der KdFSM Deutschland eigene Statements abgeben können. 

Das dann natürlich auch nicht mehr im Namen unserer Kirche, sondern in dem ihrer eigenen Ortskirche. Dann gibt es also nicht mehr die Kirche des FSM Deutschland – Gemeinde Dresden, Gemeinde Frankfurt, Gemeinde Hamburg und, neuerdings, Gemeinde Rhein-Ruhr, sondern eigene Namen. Vielleicht einfach Pastafari Frankfurt, Pastafarianische Gemeinde Hamburg oder Kirche des FSM Rhein-Ruhr. Jeder, wie er möchte, nur so, dass klar ist, hier geht es nicht um die KdFSM Deutschland. So, wie es bei der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Nordhessen - Gemeinde Reinhardshagen, schon immer ist.

Auch die Gemeinde Bayern wurde als selbstständige Gemeinde gegründet, erklärte aber ihre Verbundenheit mit dem Verein. Die Zusammenarbeit funktioniert prima, nicht zufällig ist dort unsere Online-Formular zur Mitgliedschaft zu finden. Vielleicht ist das der goldene Weg?

Aber keine Angst, wenn wir jetzt die rechtliche Situation auch in die Praxis umsetzen bedeutet das nicht, dass wir euch nicht mehr helfen werden. Wir beraten euch, wie immer schon, gern zu den verschiedensten Fragen und wir schicken euch weiter auch gern Infomaterial wie die 8 ALMW´s, Flyer des Vereins oder Aufkleber. In besonderen Fällen ist es sogar möglich, dass wir uns finanziell an den Kosten von Aktionen, die ihr starten möchtet, beteiligen oder die ganz übernehmen. Voraussetzung ist in dem Fall, dass es auch Vereinsmitglieder in der Gemeinde gibt, die Aktion mit unseren Zielen überein stimmt, in unserem Namen bzw. als Gemeinschaftsveranstaltung stattfindet und ihr uns vorher einen formlosen Antrag mit Art und Umfang der Aktion schickt.

Das gilt nicht nur für die Gemeinden, die es schon gibt, sondern auch für alle, die sich noch gründen möchten. Wir hoffen, dass möge recht reichlich geschehen. :)

Neuer Angriff auf Nudelmessenhinweisschild



Zum vierten Mal seit dem Anbringen im November, gab es einen Angriff auf unsere Nudelmessenhinweisschilder. Dieses Mal wurde nur eins überklebt, das auf der Vietmannsdorfer Straße. Mit dem gleichen Klebeband wie beim letzten Mal, also war es vermutlich der gleiche Täter.

Genau wie beim letzten Mal haben wir die Polizei informiert. Die kam mit einem Streifenwagen und hat das Schild fotografiert. Anders als zuletzt ging das Band fast rückstandsfrei ab als sie es entfernten, weshalb es sich in dem Fall nur um versuchte Sachbeschädigung handelt.

Dafür gibt es aber auch eine gute Nachricht. Das ein paar Meter weiter stehende Schild der Kirchen war lange Zeit nur noch schwer lesbar. Einmal, weil es nicht mehr rechtwinklig zur Straße stand, sondern nach einem Sturm nach hinten verdreht war, zum anderen war es völlig verschmutzt.

Das ist nun wieder gerade und blankgeputzt.

05.03.2015

Das Wort zum Freitag - Neues von Dr. Rath



Unser Anwalt, Dr. Rath, hatte nicht nur Anzeige gegen die Schilderstürmer erstattet, er hatte auch einen letzten Versuch unternommen ohne Klage dem Landesbetrieb Straßenwesen klar zu machen, dass er schlechte Karten hat.

In seinem Schreiben hieß es u.a.:
"....

Bemerkenswerter Weise hat sich dann das Kultusministerium in das Verfahren (um einen rechtswirksamen zivilrechtlichen Vertrag!) eingemischt und ohne Hinterfragung der eigenen (offensichtlichen) Unzuständigkeit den Anwendungsbereich der von Ihnen zitierten Richtlinie auf Kirchen und Religionsgemeinschaften beschränken wollen. Diese Aussage haben Sie unüberprüft übernommen und die zugesagte Erlaubnis verweigert bzw. es dabei belassen, an der mit Schreiben vom 5.12.2014 Aufhebung der zivilrechtlichen Vereinbarung festzuhalten.



Das ist – zurückhaltend formuliert – reines Willkürhandeln, das einen bewussten Verfassungsbruch beinhaltet.



Natürlich kann meine Mandantin das als Weltanschauungsgemeinschaft so nicht hinnehmen. Die Einschränkung von Art. 4 GG hat in Templin bereits zu Sachbeschädigungen an den Hinweisschildern geführt. Darüber und über Ihre bizarre Rechtsauffassung berichtet sogar die internationale Presse (neben deutschlandweit erscheinenden Medien).



Namens und in Vollmacht der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V. habe ich Sie aufzufordern, bis spätestens zum



24. Februar 2015



verbindlich zu meinen Händen zu erklären, dass die Vereinbarung vom 18.11.2014 weiter Bestand hat und mein Mandant weiterhin die Erlaubnis besitzt, Gottesdiensthinweisschilder nebst Zusatzschild „PAZ - Gedächtniskirche“ (an durch einen Fachbetrieb zu errichtenden eigenen Masten mit 20 Metern Abstand zu weiteren Gottesdiensthinweisschildern) aufzuhängen. Sollte ich innerhalb der gesetzten Frist keine zufriedenstellende Antwort erhalten, bin ich beauftragt, umgehend Feststellungsklage beim zuständigen Gericht zu erheben.



Vorsorglich beantrage ich abschließend,



Akteneinsicht



in Ihre Verwaltungsakte durch Übersendung an mein Büro zu gewähren. Die kurzfristige Aktenrücksendung sichere ich zu.







Mit freundlichen Grüßen



Rechtsanwalt Dr. Rath"


Es kam tatsächlich eine Antwort, eine, wie ich finde, ziemlich unverschämte. Der Landesbetrieb teilte mit, dass die Angelegenheit einer nochmaligen Prüfung unterzogen wird, das aber nicht bis zum gesetzten Termin abgeschlossen werden kann und führte fort: "Wir kommen unaufgefordert auf Sie zu". Ja, wie denn, bilden die sich ein wir warten bis zum Sankt Nimmerleinstag?

Wieso überhaupt nochmalige Prüfung? Haben die, als sie die Einhaltung unserer Abmachung verworfen haben, gar nicht geprüft? Hört sich ja wirklich so an, als ob sie nur wie die Schlange auf´s Kaninchen auf das Kultusministerium geguckt haben oder, noch schlimmer, direkt von dort beeinflusst wurden.
Nicht einmal die Entscheidung über die Akteneinsicht konnte sofort gefällt werden. Immerhin gabs einen festen Termin, wann die fallen sollte. Der wurde aber nicht gehalten. Muss erst noch einiges in den Akten bereinigt werden, bevor es Einblick gibt?

So konnte es nicht weiter gehen und wir haben nochmals einen, nun aber endgültig letzten, Termin für die Erklärung, dass unser Beischeid weiter gültig ist, gesetzt. Die Klage ist schon fertig. Kommt die Erklärung nicht, geht sie am nächsten Tag ans Gericht.

Hier noch das entsprechende Schreiben an den Landesbetrieb:
Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrte Frau Juskewitz,



ich nehme Bezug auf Ihr Schreiben vom 20.2.2015.



Sie hatten angekündigt, in der 9. KW über die beantragte Akteneinsicht zu entscheiden. Diese selbst gesetzte Frist ist abgelaufen; eine Entscheidung liegt mir nicht vor. Auch Ihre Verwaltungsakte habe ich bislang nicht erhalten.



Ohnehin ist meine Mandantin nicht bereit, sich in der Sache selbst zeitlich unbegrenzt vertrösten zu lassen. Ihre Aussage, „unaufgefordert“ auf mich zuzukommen, klingt danach, als wolle Ihre Behörde die Entscheidung „aussitzen“.



Sie hatten keine Schwierigkeiten, binnen kürzester Zeit den Widerruf der erteilten Erlaubnis zu erklären. Nun brauchen Sie offensichtlich viel Zeit, um die Rechtslage zu überprüfen? Welchen Schluss kann man daraus ziehen?



Meine Mandantin als Weltanschauungsgemeinschaft nach Art. 4 GG hat ein ebenso berechtigtes wie dringendes Interesse an einer schnellen rechtlichen Klärung. Sie ist Anfeindungen ausgesetzt, die in u.a. Sachbeschädigungen an den Gottesdiensthinweistafeln gipfelten. Das kann nicht länger hingenommen werden.



Ich setze daher eine letzte Nachfrist zur Abgabe der mit Schreiben vom 9.2.2015 geforderten Erklärung bis zum



25. März 2015.



Nach Ablauf dieser Frist bin ich beauftragt, den Klageweg zu beschreiten.





Mit freundlichen Grüßen



Rechtsanwalt Dr. Rath


01.03.2015

Wieder Nudeln im Knofi

Ja, wir haben es wieder getan. Wieder, wie in letzter Zeit immer, mit Mitgliedern aus anderen Bundesländern, dieses mal aus Sachsen, wieder, wie in letzter Zeit immer, mit Gästen und wieder, wie in letzter Zeit oft, wurden wir dabei beobachtet. Dieses Mal aber nicht von Journalisten, sondern von einer Filmemacherin, die einen Kurzfilm über uns gedreht hat. Nur bei der Vorstandssitzung, die wir mal kurz öffentlich am Tisch hatten, durfte sie nicht filmen.

Obwohl die Junge Gemeinde Blankenfelde, auf die wir uns sehr gefreut hatten, nicht erschienen ist, haben die bestellten 15 Plätze nicht gereicht. Der Wirt hat, unkompliziert wie immer, einfach noch einen Tisch an die Tafel gestellt. Das Filmteam hatte seinen Spaß und wir auch. Na ja, fast alle. Bei zweien war der Spaß etwas eingeschränkt. Das Knofi ist echt nur was für welche, die Knoblauch wirklich mögen. Bisher war das immer der Fall. Nun gab es erstmals, und dann gleich zwei, Piraten, die unter dem enormen Geruch echt gelitten haben. Das war ihnen auch deutlich anzumerken und tat uns mächtig leid.

Hoffentlich geht es nicht noch mehr von euch so. Aber auch für die gibt es eine gute Nachricht. In der Freiluftsaison sind wir immer auf dem Bunkerberg im Volkspark Friedrichshain. Da weht der Wind alles weg, was stören könnte.

Allen anderen sollen diese Bilder Lust machen, ruhig auch mal vorbei zu kommen, wenn wir wieder nudeln. Gern auch mit Verstärkung für unsere Jugendgruppe, die ihren Extratisch hatte, sich aber auch zwischen uns wohl fühlte.