25.06.2015

Das Wort zum Freitag - Schach matt, Antipasta!


Averroes *

Auf GuteFrageNet bin ich nicht mehr viel unterwegs, liebe Schwestern und Brüder. Ab und an bekomme ich aber doch noch einen Hinweis von dort. Dann hat jemand eine Frage zum Pastafaritum gestellt. So, wie letzte Woche GuruMir:

Kann das Fliegende Spaghettimonster eine Nudel machen, die Es nicht al dente kochen kann?

Als ich sie beantworten wollte, war sie bereits gelöscht. Warum wissen nur die Admins dort, denn es ist eine sehr interessante Frage. Eine Frage, die dem einen oder der anderen von euch wohl schon in der Form über den Weg gelaufen ist:

Kann Gott einen Stein erschaffen, den er selbst nicht heben kann?


Diese einfache Frage ist für mich der Nachweis, dass es den Gott der abrahamitischen Religionen nicht geben kann.

Der Gott Abrahams soll ja allmächtig sein, und zwar uneingeschränkt, nicht zeitlich oder räumlich begrenzt. Dieser Gott muss an dieser Frage scheitern, entweder schon am ersten Teil der Frage, spätestens am zweiten. Jedenfalls, wenn auch sein Handeln der Logik unterworfen ist, unserer Logik.

Ist er das nicht, wäre er für uns nicht erfassbar, könnte also weder Jahwe noch Allah sein. Über einen solchen Gott lohnt es sich aber nicht zu reden, nicht mal nachzudenken und erst recht nicht zu versuchen, eigenes Handeln nach dessen Wünschen auszurichten. Die wären einfach nicht erfassbar.

Nun wäre es möglich, Jahwallah als nicht allmächtig zu sehen. Dafür spricht auch, dass er allwissend ist, ja sein muss. Allwissen ist Teil der Allmacht. Er kennt also jedes Detail der Entwicklung auf der Erde von dem Moment, als er sie schuf bis an ihr Ende. Damit ist er an dieses Wissen gebunden und nicht mehr frei in seinem Handeln. Er hätte sich also im Moment der Schöpfung selbst seiner Allmacht beraubt.

Für mich ergibt sich der klare Schluss, Allmacht ist nicht möglich und damit auch keine allmächtigen Götter.

Was aber nun mit unserem geliebten Monster? Ja, wir müssen an ihm zweifeln, aber müssen wir es nun nach Guru Mirs Frage gleich ganz abschreiben?

Solche Ängste, liebe Gemeinde, haben nur die, die immer noch nicht verstanden haben, dass das Pastafaritum nicht einfach eine Übertragung des Christentums ist, dass wir nicht nur eigene Werte, sondern auch einen eigenen, völlig anderen Gott haben und weder christliche noch muslimische Phrasen (He boild for your sins) auf uns übertragbar sind.

Von IHM ist bekannt, dass ES nicht die hellste Birne im Universum ist. Das heißt ganz klar, ES ist alles andere als allwissend. Weil, siehe oben, Allwissen aber zwingender Bestandteil von Allmacht ist, haben wir auch keinen allmächtigen Gott.

Für uns, Guru Mir, ergibt deine Frage keinen Sinn, sie berührt uns einfach nicht. Wir können weiter Pasta mit Soße und Fleischbällchen genießen und dabei ES preisen, das Fliegende Spaghettimonster.

Schach matt, Antipasti und RAmen.

* Averroes, einer der großen Philosophen, hatte bereits lange vor der Frage nach dem Stein eine noch treffendere gefunden:

Kann Gott eine Dreieck schaffen, bei dem die Summe der Innenwinkel nicht 180% ergibt?

Wobei er natürlich von einem ebenen Dreieck ausging.






18.06.2015

Das Wort zum Freitag - Mittsommer





Am 21.06. ist es wieder so weit, der längste Tag des Jahres, die Sommersonnenwende, darf gefeiert werden. Danach werden die Tage bis zum 21.12 wieder kürzer, weshalb die Menschen früher dann die Wiederkehr der Sonne feierten. Den Tag der Wintersonnenwende machten die Christen zu ihrem Weihnachtsfest, verschoben deshalb sogar den Geburtstag ihres Heilands vom Herbst in den Winter und setzten alles daran, das heidnische Fest zu übertrumpfen.

Auch das Fest der Sommersonnenwende machten die Christen zu ihrem Fest. Sie feierten am 24.06. die Geburt von Johannes, dem Täufer und verbanden Teile des vorchristlichen Brauchtums der Sonnenwendfeier damit. Dieses Fest gänzlich auszumerzen, gelang ihnen jedoch nicht. Die Sonnenwende wird bis heute in vielen nordischen Ländern gefeiert, hat nach dem Weihnachtsfest den zweitgrößten Stellenwert. Da hatte Johannes wohl schlechte Karten.

Da der 21.06. bekanntlich nicht immer auf einen Sonnabend fällt, feiert man den Mittsommertag an dem Sonnabend, der dem 21.06. am nächsten liegt, den Mittsommerabend am Freitag zuvor.

Zu den Mittsommerfeiern gibt es die verschiedensten Bräuche, Spiele, Arten, sich zu schmücken und zu kleiden, um diesen Tag zu einem wahren Fest werden zu lassen. Die an diesem Tage zu verzehrenden Speisen werden nach alter Tradition zubereitet.

Auch wir Pastafari pflegen das Brauchtum um die Mittsommernacht seit Jahrtausenden. Leider konnte ich nur wenige Bräuche in den alten Schiffstagebüchern finden. Natürlich spielen Nudelgerichte eine wesentliche Rolle, Trinklieder und Piratenlieder werden gesungen. Feuer wird im Freien gemacht, das erst im Morgengrauen erlöschen darf. Die Kinder ziehen mit Laternen umher. Manche Pastafari stellen einen Rahbaum auf, um an ihm Zettel mit Wünschen festzumachen. Andere werfen die Wunschzettel einfach ins Feuer, damit sie zum Monster aufsteigen können. Kinder basteln aus Blumen und div. Nudelsorten Kränze oder Haarschmuck. Spiele, traditionelle Tänze oder Lieder fand ich jedoch in den alten Aufzeichnungen nicht.

Deshalb bitte ich euch, mal eure kleinen grauen Zellen zu aktivieren oder eure altvorderen Piraten zu befragen, welche Bräuche in euren Familien die Jahrhunderte überstanden haben. Mal sehen, was sich auf diese Weise zusammentragen lässt, damit die alte Tradition nicht ausstirbt und durch neue Anregungen sogar wieder frischen Wind eingehaucht bekommt. So kann auch in diesem Jahr für alle Pastafari das Mittsommerfest ein voller Erfolg werden.

Ich zähle auf eure Beiträge und wünsche uns allen ein ausgelassenes Fest.

11.06.2015

Das Wort zum Freitag - Missionierung oder Aufklärung?



Etwas Wunderbares ist geschehen. Einem Vater, rechtgläubiger Pastafari, ist es gelungen, seinen Sohn vom falschen Götzen weg zu führen. Der verlässt nun seine Kirche, ja, noch besser, er will sogar Pastafari werden.

Stolz berichtet der Vater darüber auf Facebook und fragt nach einer Erfolgsprämie. Doch nicht die wird ihm zu Teil, sondern Kritik:


"Unser Monster liebt freie Entscheidungen UND es aktzeptiert ein Piratentum auf Probe ("Gott zurück Garantie"). Niemand soll gedrängt oder gar genötigt sein ... - eine eigene, freie Überzeugung sich vom Aberglaube abzuwenden und auf freien Stücken SEINE Nudligkeit inkl. den 8 "Ich wünscht mir ..."´s anzunehmen ist der beste Weg zum Biervulkan"


"apropos eines der amliebstenwäremirs war doch keine missionierung, oda?"


Als der Vater erwidert, ich habe ja auch nicht missioniert, sondern überzeugt, kommt:


"Überzeugen ist Missionierung. Und genau das will das FSM nicht. Aber besser da raus als alles andere..."


Das zeigt, von welch edler Gesinnung wir Pastafari sind, halt richtig piratig. Aber ist es auch richtig?


Es gibt kein "Am Liebsten Wäre Mir`s" das Mission verbietet, allerdings könnte man das erste so auslegen, als ob die zumindest nicht nötig wäre.


Im Evangelium selbst gibt es jedoch ein ganzes Kapitel, in dem ausführlich beschrieben wird, wie man am besten missioniert. Elli Spirelli hatte schon mal darüber geschrieben.


Für mich zeigt das ganz klar, ES zwingt uns nicht zur Mission, aber ES mag sie......so man das, was wir machen, wenn wir von unseren Grundsätzen überzeugen, überhaupt als Mission bezeichnen kann.


Hier finde ich ganz klar, das kann man nicht. Nicht nur, weil uns dieser klare und eindeutige Auftrag (Mission) unseres Gottes fehlt. Wir sind auch sonst keine Religion wie alle anderen, denn wir haben deren Grundfehler nicht: Dogmen. Bei uns gibt es keine unhinterfragbaren Wahrheiten, ganz im Gegenteil. Wir haben die Pflicht, an allem zu zweifeln.


Unser Weg ist es also nicht, ein starres Gedankengebäude durch ein anderes zu ersetzen, den menschlichen Geist von einem Gefängnis in ein anderes zu sperren. Unser Weg ist es, den menschlichen Geist ganz zu befreien und die Menschen zu befähigen, ganz nach eigenem Plan ihre eigenen Gebäude zu bauen. Dabei dienen uns die 8 ALWM´s und die 10 Angebote des evolutionären Humanismus als Hilfsmittel, die Gebäude bequem, stabil, umweltfreundlich und offen zu gestalten.


Was wir machen, ist nicht Missionierung, sondern Aufklärung in ihrem besten Sinne.


04.06.2015

Das Wort zum Freitag - Pastafari Austria




Ein kurzes, aber gewichtiges Wort zum Freitag habe ich heute für euch.

In der letzten Woche hatte ich noch über den europäischen Rat der pastafarianischen Kirchen gesprochen. Da dort Englisch als Hauptsprache gilt, steht auf der Liste der Mitglieder Österreich/Austria an erster Stelle.


Bisher waren die Österreicher bemüht, als Religionsgemeinschaft anerkannt zu werden. Das wurde in erster Instanz abgelehnt, die Entscheidung der zweiten steht aus. Dadurch hatte die KdFSMÖ bisher keinen rechtlichen Status.

Das hat sich in der letzten Woche geändert. Seit der sind nun auch die Österreicher ein Verein. Spannend bleibt abzuwarten, ob sie auch den Status der Gemeinnützigkeit beantragen und bekommen. Uns ist da ja erst nach einem Rechtsstreit gelungen.

Ganz gekonnt wurde der Mitgliedsbeitrag festgelegt: 6,66 Euro. Ob die Zahl des Tieres die Christen davon abhalten soll, in den Verein einzutreten?


Hier gehts zur Website.