24.09.2015

Das Wort zum Freitag - Nudelfotos



Immer wieder tauchen Fotos im Netz auf, Menschen abbildend, die in Nudeln baden oder sie anderweitig in Unmengen einsetzen, um ein witziges Bild zu erzeugen. Das trifft nicht immer den Geschmack aller Leute, regte schon zu hitzigen Diskussionen an. Einige sehen das als Missbrauch von Lebensmitteln an und haben daher kein Verständnis für diese mehr oder weniger künstlerische Ausdrucksform.

Auch ich habe schon mehrfach mit Nudeln gebastelt und mit Buchstabennudeln geschrieben, sie also nicht dafür verwendet, wofür sie gemacht sind. Gut, weggeworfen habe ich sie anschließend nicht. Aber sicher könnte den einen oder die andere auch das in Missstimmung versetzen.

Das nehme ich in Kauf, denn der Hersteller von Nudeln tut das nicht, um darüber zu wachen, was der Käufer damit tut. Er bietet ein Produkt an, um Geld zu erhalten, nicht mehr und nicht weniger. Ihm ist es schnuppe, ob der Käufer seinen Einkauf so vornimmt, dass keine Waren verderben können oder beim Kauf falsch kalkuliert und dann verdorbene Lebensmittel ungenutzt in den Müll wirft. Das sind kleine Fische. Um Profit zu machen, geht er viel weiter, vernichtet viel größere Lebensmittelmengen, wenn es aus seiner Sicht erforderlich ist.

Plagt uns aber das Gewissen, weil diese Lebensmittel Leben retten könnten, indem sie Menschen helfen, die nicht genug zu essen bekommen und sogar verhungern müssen, dann weiß ich Rat.

Sucht euch eine Organisation, von der ihr überzeugt seid, dass Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird und lasst ab und an mal ein paar Münzen dorthin fließen. Seht kleinen Vergehen nach aber zeigt Mut, wenn es darum geht, größere Übel zu bekämpfen.

Ich wünsche mir, dass wir Pastafari überlegen, bevor wir lustige Bilder vorbereiten, wie die Lebensmittel anschließend noch genutzt werden können. Meinen Spirelli-Ohrring werde ich aber auf keinen Fall verspeisen, Monster möge mir verzeihen. Er ist mir inzwischen heilig.

Eure Elli




17.09.2015

Das Wort zum Freitag - Seemannsgarn?



Neulich kam mir eine gar merkwürdige Geschichte zu Ohren, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Zwei Piraten sollen in einer lauschigen Sommernacht am Meer gesessen haben. Es war den ganzen Tag über unerträglich heiß und die Piraten daher sehr durstig. Also leerten sie so manche Flasche Bier, leider mehr, als sie vertragen konnten. Vernebelten Blicks sahen sie auf das Meer hinaus und erzählten sich mit schweren Zungen alte Kamellen, statt sich schlafen zu legen. Irgendwann brach darüber der neue Tag an. Die Sonne ging feuerrot über dem Meer auf.

Lass uns unseren Rausch ausschlafen gehen“, lallte der eine Pirat. „Geht nicht“, entgegnete der andere. „Die große Ampel über dem Meer zeigt rot.“ „Stimmt“, war die Antwort. „Warten wir noch etwas. Muss ja gleich gelb werden.“

Die Sonne stieg höher und wechselte die Farbe, ging von rot in gelb über.

Ah“, sagten beide Piraten gleichzeitig. „Gelb!“ Dann warteten Sie auf das Umschalten auf grünes Licht, um sich endlich zur Ruhe begeben zu können. Doch das grüne Licht kam und kam nicht. Statt dessen wurde es langsam unerträglich heiß und sie begannen erneut zu trinken.

Und wenn ihnen nicht irgendwann der Alkohol ausgegangen ist, warten sie wohl noch heute auf „grün“.


Zum Glück gibt es keinen Trink-wie-ein-Pirat-Tag. Sonst ginge es wohl so manchem Pastafari ähnlich. ;) 

10.09.2015

Pastafaritreffen in Dreetz



Ihr wisst es alle, wir hielten am vergangenen Wochenende unser jährliches Pastafaritreffen ab. Ihr wisst auch, Pastafari lassen keine Gelegenheit aus, um zünftig zu feiern. Da störte weder Kälte noch Regen, zumal die Location, das Arboretum in Dreetz, nichts zu wünschen übrig ließ und für jedes Wetter gemacht war.




Unser Decksmann Sprottenköder schmiss gleich mal den Riemen auf die „Orgel“ und entlockte dieser so herrliche Melodeien, dass spontan eine Horde tanzwütiger Pastafari hinzu sprang und sich mit jedem neuen Song mehr erwärmte. So entledigte sich das tanzwütige Volk nach und nach einiger hinderlicher Kleidungsstücke. Es kam schon ein leiser Verdacht auf, dass man sich vor seiner Zeit in der Stripperfarbrik befand.



 Zum Glück erinnerten sich einige weniger agile Pastafari, dass ja noch eine Messe abzuhalten war.

 So unterbrachen wir denn das frohe Treiben um im Autokorso in die Stadt, die sich Neustadt an der Dosse nennt, zu fahren. Manche werden gedacht haben, der IS setzt zur Eroberung an, als sie die Schwarze Flagge in einem offenen PKW flattern gesehen haben. Nö, war unser Monster drauf und das schon seit Anbeginn, lange, bevor es den IS gab. 


Eigentlich wollten wir ja zum Pferdemarkt nach Havelberg und dort eine Prozession abhalten. Aber die Stauwarnungen im Autoradio haben uns dann abgehalten, dorthin zu fahren. Deshalb endete unser religiöser Umzug vor der Kreuzkirche in Neustadt 
(Dosse). 


 

 Alle Beteiligten waren mit ganzem Herzen dabei und gut geölte Stimmen schmetterten „Ein bissfest Burg ist unser Gott“.





Selbst Radwanderer hielten extra an, um ein Foto zu machen und kurz mit uns zu reden.













Auch sonst wurden wir, wo wir nur auftauchten, wohlwollend beäugt, angesprochen, fotografiert. Ob das am türkischen Imbiss war, beim Besuch eines sehr schönen Gestüts oder einfach dort, wo wir gingen und standen. Wir hatten uns wohl eine pastafarifreundliche Gegend ausgesucht.


Das schmeichelte uns zwar, aber wir wollten dann doch dort weiter feiern, wo es so schön war und fuhren wieder ins Arboretum. Es wurden die Vorbereitungen fürs Feuer und Kochen im Kessel vorgenommen, gegessen, gesungen, getanzt. Seht selbst, die Fotos sprechen für sich.














Was aber nicht auf den Fotos zu sehen ist, muss ich euch einfach erzählen. Es war ein bisschen verkehrte Welt. Ihr kennt es ja sicher noch von früher, die Jüngeren vom Hörensagen. Bei Tanzveranstaltungen saßen die Alten herum und beäugten das Treiben der Jungen. Sie achteten darauf, dass alles fein gesittet abgeht und hatten sicher auch ihren Spaß, die jungen Leute beim Tanz zu beobachten, Ersatz dafür, dass ihre alten Knochen solch Treiben nicht mehr zuließen.

Bei uns Pastafari ist das anders!!! Wir älteren Piraten müssen uns fit halten, um im täglichen Kampf zu bestehen. Also bewegen wir uns tapfer sehr ausdauernd zur Musik. Nichts macht mehr Spaß, als sich auf diese Weise in Schuss zu halten. Aber was machen unsere Jungpiraten??? Sie holen sich ein bequemes Sitzmöbel, einem Deckchair gleichend, kuscheln sich gemütlich in Decken ein und schauen schmunzelnd zu. Immerhin übertrafen sie uns an Durchhaltevermögen um einige Längen. Mit Genugtuung konnten wir dann am anderen Morgen allerdings feststellen, dass sie genau so grau aussahen, wie wir.



Allen Anwesenden hat das Wochenende sehr gefallen, obwohl das Wetter vielleicht den Einen oder die Andere doch davon abgehalten hat, zu kommen. Selbst für die, die für das Treffen einige hundert Kilometer gefahren sind, war klar: Beim nächsten Treffen sind wir wieder dabei. Kein Wunder, hat doch sogar das Aufräumen nach dem Frühstück am nächsten Morgen noch Spaß gemacht.