29.10.2015

Das Wort zum Freitag - Halloween und Piraten



Nein, Halloween ist nicht der Tag, an dem das FSM den großen bösen Kürbis besiegt hat. Halloween ist der Tag, an dem Piraten und Freibeuterinnen, völlig frei vor Angst von Verfolgung, in vollem Ornat unter die Menschen gehen können. Der ideale Tag also, um kräftig zu missionieren.

Dabei dürft ihr nicht vergessen, euch Zuckerwerk in die Taschen zu stecken. Dafür waren früher Piraten bekannt. Erst als ihre Widersacher anfingen, sie als Räuber zu verleumden und deshalb die Piraten verfolgt wurden, nahmen sie von dieser Tradition Abstand. Es war, wie dieses alte Piratenlied zeigt, einfach zu gefährlich geworden.

DIE GESCHICHTE

Das Monster war ein guter Hüter
für jeglichen Pirat.
Gar achtsam stets und immer wieder
dass man ihnen nichts tat.
Da kamen tief aus Indien
viel Krishnas bunt daher.
Die sangen und sprangen in eiserne Kajaks
Und fuhren übers Meer.
Sie waren falscher Mär erlegen
und planten böse Tat
Sie wähnten sich auf rechten Wegen
zu jagen den Pirat.

So geht die Geschichte
jedenfalls bei mir
Was ich euch berichte
passt gut zu Grog und Bier

Nicht kundig jener Wahrheit
dass die nur Gutes tun
beschlossen sie, sie auszurotten.
Oh Gott, was sagst du nun?
Das Monster hielt den lauten Haufen
für eine Bettlerschar.
Welch Irrtum, welches Haare raufen,
welche Not, die das gebar.
Den feiernden Piraten
lag Friede nur im Sinn.
Sie hielten die Sänger für Süßwarensammler.
Es war grad Halloween.

So geht die Geschichte
jedenfalls bei mir
Was ich euch berichte
passt gut zu Grog und Bier

In ihren Händen Schokoecken
standen alle an Bord
sie den Krishnas zuzustecken.
Der Dank war feiger Mord
Mit ihren Kajakpaddeln
und spitz geschärftem Zahn
und lautem Hare Krishna brabbeln
griffen diese sie an.
Und die Moral von der Geschichte,
Traue lautem Singen nicht.
Glaube niemals dem Gerüchte,

Wer singt, tut Böses nicht.
Na, da kann man unsere Vorpiraten doch verstehen, oder? Aber wir dürfen uns nicht abbringen lassen, diesen Tag würdig zu begehen. Auf zur Mission, mit Zucker, dem Evangelium und im Idealfall auch noch mit unserer CD, auf der dieses und viele andere Pastafarifestagslieder sind, in der Tasche.

Auf sie mit Gebrüll!


22.10.2015

Das Wort zum Freitag - Weltnundeltag


Am 25. Oktober feiert die ganze Welt die Nudel. Ist das nicht toll? Nach und nach erwischen wir sie alle und unser geliebtes Monster und seine Jünger werden immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Das zeigt auch unsere Facebookseite. Im Mai diesen Jahres waren wir stolz, dass wir die Marke von 5000 Followern erreicht hatten. Ein halbes Jahr später sind es schon 6000.

Noch deutlicher wird die neue Selbstverständlichkeit beim MDR. Der hat doch tatsächlich in einer Quizsendung nach unserer Nudelmessenhinweisschildaktion in Templin gefragt.


Es wird also langsam Normaltät, vom Pastafaritum zu sprechen und zu berichten.

Sogar die Kirchenredaktion des rbb hat eine Reporterin zu uns geschickt. Wir waren etwas skeptisch, wie deren Bericht wohl ausfallen wird. Der kam dann allerdings nicht in einer Kirchensendung, sondern in "Begegnungen" auf Antenne Brandenburg.

Für mich das Überraschendste war, dass Pfarrer Schein meinte, es wäre nur darum gegangen, dass unsere Schilder an Kirchenmasten gehangen hätten. Ansonsten sollen auch wir die aber haben dürfen.
Schön, wenn er jetzt so denkt, ich habe das anders in Erinnerung.

Aber hört euch das mal selbst an:










21.10.2015

Bericht von Antenne Brandenburg



Vor einiger Zeit war Frau Baradoy von der Kirchenabteilung des rbb bei uns. Sie wollte von einer Messe berichten aber auch uns selbst befragen.

Der Start ins Interview war entsprechend heftig. Unter Bezug darauf, dass mich die Stasi einst mächtig im Visier hatte, kam die Behauptung: "Sie waren also schon immer ein Querulant".
Na ja, als Religionskritiker kann man wohl in den Augen der Kirchenredaktion nichts anderes sein.

Jedenfalls bin ich sehr gespannt, was aus dem ganzen Sache geworden ist. Heute wird der Bericht auf Antenne Brandenburg in der Sendung "Begegnungen" kommen. Die läuft  von 21:00 bis 22:00 Uhr.
Wir sollen gegen 21:40 Uhr dran sein.

Zu hören auch im Livestream.

15.10.2015

Das Wort zum Freitag - Du siehst mich



Manchmal, tapfere Piraten, ist man einfach nicht schnell genug. Dann schnappt einem ein anderer die Prise vor der Nase weg und  man geht leer aus. Aber nicht immer, nämlich dann nicht, wenn ein Freibeuter, mit dem man im Bund ist, der schnellere war.

So ähnlich ging es mir heute, als ich bei Facebook das Thema des evangelischen Kirchentages in Berlin las, das gerade verkündet wurde. Das 11. Gebot hatte es eingestellt und gleich um Anregungen gebeten, wie man da kräftig mitfeiern kann. Eine Feier an der auch wir teilnehmen werden, haben wir doch dort Heimvorteil. Klar, es ist noch ne ganze Weile hin bis 2017. Aber anzufangen Ideen zu entwickeln ist es nie zu früh.

Weil die Mosestruppe schneller war, weil schon lange gute Kontakte zu ihr bestehen und weil wir bestimmt in Berlin zusammen auf Kirchentagskaperfahrt gehen werden, veröffentliche ich ihre Bitte um Mithilfe heute mal im Wort zum Freitag.

Lasst euch was einfallen und meldet euch dort oder bei uns.


Liebe Fans,
die Kirchentage stehen stets unter einer Losung und ihr habt uns schon des Öfteren kritische Anmerkungen und kreative Bearbeitungen hierzu geschickt. Hierum möchten wir Euch auch dieses Mal bitten:
Das Motto des Kirchentags 2017 in Berlin wurde gestern bekannt gegeben: „Du siehst mich“. Die Kirchentagslosung nimmt Bezug auf 1. Mose 16,13. Darin heißt es über Hagar, die Nebenfrau Abrahams: „Und sie nannte den Namen des HERRN, der mit ihr redete: Du bist ein Gott, der mich sieht. Denn sie sprach: Gewiss hab ich hier hinter dem hergesehen, der mich angesehen hat.“
Die Generalsekretärin des Kirchentages, Ellen Ueberschär (Fulda), sagte, die Erzählungen über die Familien der Erzeltern Israels erhöben „nicht den Anspruch, historische Erzählungen zu sein“. Vielmehr handle es sich um „Ursprungslegenden des Volkes Israel“. Die Geschichte Hagars werde sowohl im Koran als auch im Neuen Testament aufgegriffen und biete so Anknüpfungspunkte für den interreligiösen Dialog. Der Satz „Du siehst mich“ drücke über den biblischen Zusammenhang hinaus Anerkennung, Wertschätzung und Zuwendung aus.
Laut dem Bischof der gastgebenden Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, hilft die Kirchentagslosung zu verstehen, wie befreiend es ist, Wertschätzung bei Gott zu genießen. Auch der Reformator Martin Luther (1483–1546) habe entdeckt, dass „ein gnädiger Gott ihn anschaut“. Er wünsche sich einen Kirchentag, der voller AUFMERKSAMKEIT für Menschen ohne Ansehen ist sowie „FÜR DIEJENIGEN DIE NICHT oder anders AN GOTT GLAUBEN“.
[MS: Also geht es doch um Missionieung?!]
Kirchentagspräsidentin Aus der Au erklärte, der Kirchentag im Mai 2017 wolle wenige Monate vor der Bundestagswahl eine Plattform sein, auf der verhandelt wird, wie sich Menschen verbinden können „gegen das Aushöhlen der Demokratie von rechts, für Integration und neues Miteinander, für Solidarität im eigenen Land und weltweit“.
[MS: Na da kommt die Diskussion ja genau zum richtigen Zeitpunkt – in 2 Jahren...]
 
http://www.domradio.de/…/evangelischer-kirchentag-2017-berl…
 

Wenn Ihr Ideen / Anregungen habt: immer her damit :)

10.10.2015

Neues aus Bayern


Wir dachten bisher, wir haben die meisten Mitglieder in Bayern, weil da der Leidensdruck durch die Kirche am größten ist. Weit gefehlt.

Die sind dort noch weiter, als wir in Templin. Dort kündigt die Autobahnmeisterei die Nudelmesse sogar auf der Autobahn an. :)


08.10.2015

Das Wort zum Freitag - Wie war es wirklich?


Die Schöpfungsgeschichte ist im Evangelium beschrieben, ihr wisst schon, Berg, Zwerg und Baum und so. Nun hat mir Jake Smoke, der vor kurzem vom Pastafaritum erfasst wurde, seine Version geschickt.

Grundtugend des Pastafari ist, an allem zu zweifeln, deshalb gibt es die hier im Wort zum Freitag. Ich bin gespannt, an welcher Schöpfungsgeschichte zweifelt ihr mehr? An der des Evangeliums oder an Jakes? Könnten sich vielleicht beide in Einklang bringen lassen? Sind Wahrnehmungen, die man nach dem Genuss von Pasta oder Bier hat, Offenbarungen? Fragen über Fragen.
 


So könnte es gewesen sein
Andere Schöpfungsgeschichten sind schlicht schlechte Kopien und deswegen unglaubwürdig. Deswegen sei hier beschrieben wie es wirklich war. Es war vor vielen Millionen Jahren, also lange bevor jemand an einen irdischen Schöpfer gedacht hat, da entstand aus dem Nichts das Fliegende Spaghettimonster. Es langweilte sich zu Beginn sehr, denn es war allein und hatte keine Zeit. Deswegen schuf es als ersten Schritt die Zeit. Diese verging und so dachte sich das Fliegende Spaghettimonster, dass man auch Platz zum Bewegen bräuchte und erfand die anderen Dimensionen Länge, Breite, Höhe. Das Monster gab diesen drei Dimensionen den Namen „Raum“.

Die Existenz von Zeit und Raum machte die Fortbewegung möglich, was dem Schöpfer durch seine Nudelarme leicht möglich war. Aber es gab noch ein großes Problem, denn das Fliegende Spaghettimonster wusste, dass es noch nicht vollkommen war Spaghetti ohne Fleischbällchen sind unvollkommen, außerdem fehlte eine ansprechende Nudelsauce. Also war der nächste Schritt, übrigens nicht am nächsten Tag, sondern viele Jahre später, dass sich der Schöpfer die Welt so schuf, dass er seine Hackfleischbällchen und eine gute Nudelsauce bekommen konnte. Es hat eine gewisse Zeit gedauert, da das Fliegende Spaghettimonster nicht unbedingt zu den intelligentesten Monstern in den verschiedenen Universen gehört. Der Hauptantrieb seines Tuns und Wesens war der Hunger und der Wunsch möglichst appetitlich zu riechen.

Die Zeit und die Dimensionen waren entstanden, aber das Fliegende Spaghettimonster war immer noch allein und dachte nach. Nach einigen Hunderttausend Jahren dachte es immer noch nach und erinnerte sich an einen Satz, den Albert Einstein viele Millionen Jahre später erst entdecken sollte: E =  m · c². Mit dieser Formel konnte er aus der Energie Materie formen, was ihm auch gelang. Es entstanden Galaxien, Sterne und anderes Kleinzeug im Weltraum. Der Schöpfer hat viel erreicht, aber musste feststelle, dass er mit den Sternen nicht viel anfangen konnte, denn sie sind viel zu heiß für die Hackfleischbällchen. Sterne waren also nicht die Lösung, die er gesucht hatte. Das Fliegende Spaghettimonster verlor langsam das Selbstvertrauen.

Da kam die Erleuchtung mit den Planeten, Körper, die um Sterne kreisten, aber selbst nicht so warm waren. Er schuf tausende von ihnen und untersuchte sie dann genau. Die meisten von ihnen waren zu heiß oder zu kalt, so dass man dort keine Nudeln kochen konnte. Da stieß das Fliegende Spaghettimonster auf die Erde und sie wurde sein Lieblingsplanet Dort würde er eine Kultur erschaffen, wo es Fleischbällchen und eine Nudelsoße gibt. Nebenbei hatte der Schöpfer der Zeit einen Rhythmus gegeben, denn durch die Planeten sind Tage, Monate und Jahre entstanden. Die Woche sollte erst später kommen.

Es folgte eine lange Zeit des Herumprobierens, die Tiere wurde erschaffen, zuerst jene im Meer. Aber bald musste er entdecken, dass ihm Hackfleischbällchen aus Fischen nicht schmeckte. Auch spätere Versuche mit Amphibien und Reptilien scheiterten. Dabei hatte er gerade gedacht, dass die Dinosaurier seine Lösung wären. Aber er von ihnen so enttäuscht, dass er vor 65 Millionen Jahren einen Riesenmeteor auf die Erde schleuderte und das Zeitalter der Saurier somit beendete. Schon ein wenig vorher hatte er die Pflanzen und die Vögel erschaffen, so dass es wenigstens möglich war, Nudeln herzustellen. Aber was sollen Nudeln ohne Hackfleischbällchen und ohne eine gescheite Soße? Wobei, einige Soßen waren mit den Tomaten schon möglich geworden.

Das Fliegende Spaghettimonster musste sich etwas einfallen lassen und es erschuf die Säugtiere. Das war endlich der ersehnte Fortschritt. Es gab Testversuche mit Mammuts und Mäusen, aber die Mammuts waren ein wenig zu zäh und die Mäuse viel zu klein, man hätte zu viele für ein gescheites Hackfleischbällchen gebraucht. Außerdem fand es, dass es sehr unpraktisch wäre, immer die herumspringenden Wildtiere einzufangen und dann zu bearbeiten. 

So kam das Fliegende Spaghettimonster dann darauf, den Menschen zu erschaffen. Es waren die Piraten. Sie hatten am Anfang ihre Probleme, denn als sie noch allein waren, konnten sie keine anderen Schiffe kapern und niemanden mit den Nudelhölzern bearbeiten. Deswegen gingen sie fremd und züchteten Schweine und Rinder, genau das, was das Fliegende Spaghettimonster geplant hatte. Jetzt endlich konnten die Hackfleischbällchen in genügender Menge hergestellt werden. Durch diese gute Ernährung vermehrten sich die Piraten, einige fuhren auf See, und andere blieben an Land, es waren die normalen Menschen, die für die Piraten und das Fliegende Spaghettimonster Spaghetti mit Soße, Hackfleischbällchen und andere Pastagerichte herstellten. 

Alle Menschen, die noch im Bewusstsein hatten, dass sie von den Piraten abstammten und an das Fliegende Spaghettimonster als Schöpfer glaubten, nannten sich ab dieser Zeit Pastafaris und trugen Kopfbedeckungen, die an die Piraten erinnern sollten. Das Nudelholz, das von den Piraten als Kampfmittel benutzt worden war, bekam den Status einer religiösen Reliquie. 

Das Fliegende Spaghettimonster überlegte sich noch, dass man nicht andauernd arbeiten könne, weil sonst die Kraft fehlt, die notwendigen Pastaspeisen zuzubereiten. Also unterteilte er die Monate in Wochen und legte fest, dass der Freitag sein Feiertag sein soll. An einem Tag in der Woche sollen Menschen und Piraten an ihn denken, feiern, Nudeln essen und Bier trinken. Die Feiertage der anderen Religionen (Juden am Samstag, Christen am Sonntag) sollen natürlich mitgenommen werden, denn die Pastafaris sind tolerant.

Woher wissen wir Menschen diese Entwicklung so genau? Ich, Jerry Smoke hatte eine Erleuchtung. Nachdem ich am Abend eine ganze große Dose mit kalten Ravioli verzehrt hatte, bin ich in der Nacht aufgewacht und hatte eine Vision. Das Fliegende Spaghettimonster sprach zu mir: „Mein Sohn, Du sollst erfahren, wie alles entstanden ist. Ich beauftrage Dich, dies den Pastafaris so genau mitzuteilen, wie ich Dir das erzählen werde.“ Dann erzählte es mir alles, was ich oben Wort für Wort wiedergegeben habe. Ich fragte, ob ich eine Belohnung bekäme, wenn ich den Auftrag gut erfülle und das Fliegende Spaghettimonster erzählte mir vom Himmel, wo es ein Stripperlokal und einen Biervulkan für die Pastafaris gibt. Danach löste sich die Vision auf und ich merkte, das ich immer noch Bauchschmerzen hatte.

01.10.2015

Das Wort zum Freitag - Zu Gast bei der Chiesa




Nun müsst ihr aber auch nach Italien kommen“ hatte Erpi, der Bischof von Brixen, zu uns gesagt, als er letztes Jahr nach der Einweihung unserer Kirche nach Hause fuhr.

Keine Frage, das musste sein. Als dann auch noch die Einladung nach Florenz kam, wir wollten immer schon mal in die Toscana, haben wir, Elli Spirelli und ich, sofort zugesagt. Es wurden unvergessliche Tage in Italien.

Natürlich wollte uns Erpi erst mal seine Stadt zeigen und wir blieben zwei Nächte in Brixen. Wunderbare Landschaft, wenn auch ein bisschen anstrengend. Aber es gab genug leckere Sachen, um die Kräfte wieder aufzubauen. 



Besonders cool, Erpi hatte ein paar Freunde eingeladen und gemeinsam mit ihm konnten wir die überzeugen, eine lokale Pastafarigruppe zu gründen.

Am Freitag ging es dann gemeinsam mit unserem Auto nach Florenz. Nach ein paar Irrfahrten fanden wir das Hostel, in dem wir untergebracht waren. Die ersten Pastafari waren schon da und abends trafen wir uns in einer Gaststätte, in der wir alle Fiorentina Steak essen wollten. Erpi hatte uns das schon lange vorher angekündigt. Daraus wurde nichts, der Wirt hatte nur zwei und wir aßen alle was anderes. Die Stimmung war prima, nach und nach trafen immer mehr Pastafari ein und das Geschnatter war groß. Viele trafen sich das erste Mal im realen Leben und es gab viel zu erzählen und zu besprechen. In der Stimmung konnte es weiter gehen.

Tat es aber nicht. Was sich am nächsten Tag abspielte, war noch viel, viel toller. Das Pastafaritum ist in Italien zur echten Bewegung geworden, täglich kommen neue Gläubige dazu. Obwohl sowohl Kirche als Verein, der wurde erst Ende 2014 gegründet und hat jetzt schon über 1600 Mitglieder, noch relativ jung sind, gab es eine derartige Begeisterung und Aufbruchsstimmung, wie wir sie uns nicht hatten vorstellen können. 




Vormittags erst mal lockeres Sammeln auf der Dachterrasse. Schon dort bekamen wir große Augen. Viele Städte hatten ein eigenes Banner und schienen irgendwie im Schönheitswettbewerb zu stehen, so toll waren die meist gestaltet.

Natürlich waren auch Papst, Präsident und Prophet anwesend, das Dreigestirn der Italiener. Marco, der Papst, bekam eine Tiara verpasst, die ziemlich schwer war aber dafür fein den Weg erhellte. 


Besonders wichtig war Enrico, der Prophet. Die Italiener hatten 200 Flaschen Bier mit eigenem Monsterlogo an das Hotel schicken lassen, die hatten es allerdings mit „Empfänger unbekannt“ zurück geschickt. Die Alkoholversorgung lief nun über die Pistole des Propheten. Der hatte unter seinem Mantel eine immer wieder aufgefüllte Flasche mit Sangria und schoss den Leuten den in ihre Gläser. 


Irgendwann gingen wir Mittag essen und langsam wurde es Zeit, zur Vereinsversammlung zu gehen. 


Das war schon ein Stück Weg, aber bei der Stimmung kein Problem. Es wurden organisatorische Sachen geklärt, ein Pastafarizauberer zeigte was aus seinem Programm und ich wurde gebeten, kurz etwas zur deutschen Kirche zu sagen. Schon da wurde klar, wir haben einen ziemlich guten Ruf und gelten irgendwie als Schrittmacher in Europa. Das wird anerkannt, auch wenn die Italiener inzwischen klar vorbei gelaufen sind. 



Danach ging es wieder per Fußmarsch zum Abendessen. Inzwischen waren immer mehr Gruppen angekommen und es machte tüchtigen Eindruck, was für einen Saal wir füllten.



Die wichtigsten Pastafari sammelten sich mal kurz zu einer Art Abendmahl und als alle gegessen hatten, kam ein weiterer Programmpunkt: Die Pastasse Rom-Berlin, die wir noch mit Papst Al Zarkawi I. geschlossen hatten, musste noch richtig besiegelt werden. Weil Piraten nun mal Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben haben, hatten wir uns etwas Besonderes ausgedacht. Wir haben zwei Biergläser gravieren lassen auf denen sich unser und das italienische Monster die Anhängsel reichen und zur Bekundung unseres Paktes haben Papst Marco und ich die auf ex ausgetrunken.


 



Der Saal tobte, die Stimmung war grandios.


 



Dann haben wir noch eine Reliquie übergeben. Bei der Einweihung unserer Kirche hatte Al Zarkawi eindeutig ein Zeichen gesetzt und unsere Kirchenlampe mit Wucht zu Boden geschmettert. Ein Glasstück dieser Lampe hatten wir in einer kleinen Holztruhe auf ein rotes Tuch gebettet.

Es war fantastisch zu sehen, wie der Papst diese Scherbe vorsichtig mit dem Tuch in die Hand nahm, sie den Gläubigen präsentierte und der ganze Saal vor ihr in die Knie ging. 
 
Langsam versammelten sich alle wieder vor dem Saal, der Höhepunkt des Abends stand an, der Lichtermarsch der Pastafari durch das nächtliche Florenz. Am nächsten Tag waren einige Italiener etwas sauer, weil die Polizei uns nur durch Nebenstraßen geleitet hat. Mir war das nicht aufgefallen, wie auch, in dieser beeindruckenden Atmosphäre. Mit so vielen Gleichgesinnten einen solchen Marsch zu machen, ist einfach ergreifend.  








Der Marsch endete kurz neben unserem Hostel auf einem großen Platz (siehe Bild ganz oben). Bei toller Stimmung, die letzten sollen 5:00 Uhr ins Bett gekommen sein, ging ein ereignisreicher Tag zu Ende, aber noch nicht das Treffen. 

Am nächsten Morgen war wieder Dachterrasse angesagt. Wir haben nicht alles verstanden, was dort lief, aber schon, dass zwei Paare verheiratet wurden und neue Bischöfe geweiht. So kam die Stimmung vom Abend zuvor gleich wieder auf, auch wenn manche noch recht müde guckten.










Auch wir hatten noch mal einen kleinen Auftritt. Über Nacht war ein Wunder geschehen, das wir noch verkünden mussten. Aus der doch eher unscheinbaren deutschen Standarte war plötzlich ein kleines Schmuckstück geworden. Das Monster musste sich erbarmt haben. Aber irgendwas stimmte nicht. Die deutsche Standarte war plötzlich eine italienische. War das Monster mal wieder am Biervulkan versackt? Begeistertes Nicken ringsherum, als ich diese Vermutung äußerte. Aber es war wohl anders. Wir sollen ja die Erderwärmung stoppen. So wird ES sich gedacht haben, wenn ich die Flagge italienisch mache, nehmen sie die Deutschen nicht wieder mit nach Hause und verbrauchen so weniger Benzin. Ein logischer Schluss, und so haben wir sie halt übergeben. Auch Elli wurde nach vorn geholt, hatte die doch maßgebend an dem Wunder mitgewirkt. 





Dann war der offizielle Teil vorbei, langsam löste sich das Treffen auf.

Erpi, der bis dahin unser Betreuer war, übergab an Elio. Mit dem ging es nach Colle di Val d´Elsa, eine schmucke kleine Stadt mit einer Atmosphäre wie aus dem Reiseführer. 


Auch dort zeigte sich, wie das Pastafaritum in Italien fortschreitet. In einer Bar wurde Mauro nach der deutschen Zeremonie (Taufe mit Bier und von innen) getauft und Neupastafari. Wir blieben ein paar Tage bei Elio, bevor der uns in Giacomos Hütte in die Berge der Südtoscana brachte wo wir ein paar Tage mitten im Wald hausten.

Und wieder gab es ein pastafarianisches Hocherlebnis. Wir wollten in einem kleinen Dorf einkaufen, der Laden war zu und wir setzten uns nebenan in ein Straßenlokal um bei einem Kaffee zu warten. Am Nebentisch saßen zwei Pärchen und betrachteten uns. Beide Männer mit Dreadlocks, einer kam zu uns und fragte, ob wir Piraten wären. Er hatte an Ellis Mütze das Abzeichen der Chiesa Pastafariana erkannt. Klar waren wir das. Das Hallo war groß und wurde noch größer, als sich herausstellte, die Vier waren nicht weit von unserer Hütte auf einem Campingplatz. Wir wurden eingeladen zum Grillen, brachten Bier und Whisky mit und feierten den "Sprich wie ein Pirat Tag". Es war ein sehr schöner  Abend. Der nächste sollte aber noch besser werden. 





Stefano, ein Urpastafari aus Rom, der mit Al Zarkawi und ein paar anderen die italienische Kirche mitbegründet hatte, wollte am nächsten Tag Fiorentina grillen. Die wären in dieser Gegend am besten und er macht das jedesmal, wenn er auf den Zeltplatz kommt. Hier ist es auch preiswerter, ein Steak um die 25,- Euro. Na, da waren wir doch sofort dabei. Nun wurde die Ankündigung „Wir essen Fiorentina“ doch noch erfüllt. Das musste ES so gefügt haben. 

Die Zeit in Italien ging zu Ende. Auf dem Rückweg gab´s noch ne Kaffeepause bei Erpi in Brixen, aber gestoppt und übernachtet haben wir in Österreich. Schon lange wollten wir mal Nadja und Gerold kennen lernen, nun ist es passiert. Wir wurden wie alte Bekannte und in vollem Piratenornat empfangen. Es war ein wunderschöner Abend und sicher nicht der letzte gemeinsame.


Wir waren ausgezogen, um Pastafari zu treffen. Gefunden haben wir Freunde.

Wie schön, Pastafari zu sein.