26.11.2015

Das Wort zum Freitag - Verschwörungstheorien

http://www.helpedia.de/spenden-aktionen/kappe
Nein, liebe Schwestern und Brüder, ich werde nicht mit Aluhut herum rennen, nicht mal, wenn der sich geschickt als Nudelsieb tarnt. ;)

Ein bisschen ins Grübeln gekommen bin ich aber schon.

Da haben wir zwei Auseinandersetzungen vor Gericht. Eine ältere wegen der Kopfbedeckung beim Verwaltungsgericht (VG) Potsdam, eine jüngere beim Landgericht(LG) Frankfurt/Oder wegen der Nudelmessenhinweisschilder. Letztere halten wir für aussichtsreicher, u.a. weil wir dort durch einen Anwalt vertreten sind, während beim VG ich aus Kostengründen alles alleine gemacht habe. Deshalb waren wir froh, dass die sicher zuletzt verhandelt wird. Beim Landgericht beträgt die Zeit bis zur Klage 3-6 Monate, beim Verwaltungsgericht so rund 3 Jahre.

Nun gehts los. Es sind noch nicht mal ganz zwei Jahre um, als unsere Klage beim VG  verhandelt wird, also genau umgekehrt als gedacht. Auch sonst war das Gericht schnell. Obwohl es sich darauf vorbereitet hatte, darüber zu entscheiden, ob wir Religionsgemeinschaft sind (nicht Weltanschauungsgemeinschaft) dauerte die Urteilsfindung nur knapp 40 min und das schriftliche Urteil war schon nach einer Woche bei mir im Briefkasten.

Nach der Urteilsverkündung dort spricht mich ein Freidenker aus Berlin, der zur Verfolgung seiner Vereinigung forscht, an. Er erzählt mir, dass die Evangelische Kirche aktiv beteiligt war, komplette Listen hatte und empfiehlt mir, doch mal im Rahmen des Datenschutzgesetzes dort anzufragen, ob die Daten über mich gespeichert haben. Einen Moment später will eine Journalistin von mir wissen, ob dieses Urteil Einfluss auf die Verhandlung beim Landgericht am 06.04.2016 haben wird. Ich bin erstaunt, denn weder unser Anwalt noch ich wussten bis dahin, ob überhaupt am LG Frankfurt verhandelt wird. Das war nämlich der Meinung, das VG Potsdam sei zuständig.

Inzwischen kam der Brief, in dem das LG den Termin in Frankfurt mitteilte.

Außerdem kam eine Mitteilung von betterplaceorg. Dort hatten wir schon die Prozesskosten für die Nudelmessenhinweisschilder gesammelt und gemerkt, da ist es für uns günstiger als z.B. bei Helpedia. Betterplace nimmt, anders als die, keine Gebühr sondern leitet die ganze Spende weiter. Außerdem übernehmen sie sogar das Verschicken der Spendenquittungen, was sehr bequem ist. Also habe ich da auch die neue Spendensammlung angelegt.
Von dort kam aber plötzlich die Mitteilung, die neue Sammlung könne nicht frei geschaltet werden, da Sammlungen für Prozesskosten nicht gestattet sind, Ausnahme gemeinnützige Vereine. Ich habe mitgeteilt, dass wir das wären und im Übrigen als solcher schon mal Prozesskosten gesammelt hätten.
Die Prüfung dauerte eine paar Tage, dann kam der Bescheid:

Hallo Rüdiger,
zunächst einmal danke ich Dir für Deine Geduld.
Nach ausgiebiger interner Prüfung sind wir nun leider zu keinem positiven Ergebnis gekommen.
Der Rechtsstreit liegt aus unserer Sicht nicht im allgemeinen Interesse.

Mich hat es von den Socken gehauen. Ein Verein, der selbst gemeinnützig ist weil er anderen hilft, Spenden zu sammeln, maßt sich an zu urteilen, welche Projekte im allgemeinen Interesse liegen? Hat sich das allgemeine Interesse inzwischen geändert? Beim ersten Mal, siehe oben, durften wir noch Prozesskosten sammeln. Aber am meisten hat mich geschockt, wie auf diese Art und Weise gesellschaftliche Entwicklung indirekt beeinflusst und gesteuert wird.

Ich hatte schon die Alurolle in der Hand, da kam die Mitteilung von Helpedia, unsere Sammlung kann los gehen. Wenigstens was, wenn nun auch mit leichten Gebühren und mehr Arbeit.

Also nichts wie einstellen bei Facebook, damit die Kriegskasse gefüllt wird.
Gesagt, getan, alles ging gut, sogar die erste Spende war ruck - zuck da. Dann kam erst mal eine Weile nichts und dann folgende Mitteilung eines Freundes:
"...die FSM-Kappe in jedweder Art zu teilen wurde glatt durch fb blockiert. Jetzt laufe ich langsam warm ... Was geht denn hier jetzt los???"

Das entsprechende Bild gabs gleich dazu:


ALU war nicht der Einzige, dem es so ging. Inzwischen klappt es wieder.
Aber was war hier los? Ist das Monster mal wieder am Biervulkan versackt und es fehlen einfach seine schützenden nudligen Anhängsel? Oder steckt doch mehr dahinter, wenigstens teilweise?

Ich weiß es nicht, aber wer vielleicht seinen Aluhut nicht mehr braucht, könnte ihn ja sicherheitshalber mir schicken.

Nachsatz:

Falls sich jemand wundert, warum auf der Helpediaseite nicht mehr Spenden erscheinen, das ist erklärbar. Nicht alle spenden darüber, manche überweisen direkt auf unser Konto. Zwei Spenden kamen dort schon vor Spendenaufruf nur auf unsere Ankündigung hin, wir machen weiter, an. Das macht zwar weniger Eindruck bei Helpedia, spart uns aber etwas Gebühren.

Insgesamt sind bisher, also in noch nicht einmal 24 Stunden, 360,- Euro angekommen. Ich bin sicher, das sind wegen der Banklaufzeit noch längst nicht alle des ersten Tages da und deshalb ebenfalls sicher, wir schaffen das.

Kirche des FSM 
IBAN: DE06 1509 1704 0120 6889 79 
BIC: GENODEF1PZ1  


Das Finanzamt erkennt bei Spenden bis 200,- Euro den normalen Bankbeleg in Verbindung mit unserem Freistellungsbescheid an. Wer trotzdem eine Spendenquittung von uns möchte schreibt einfach seine Adresse in die Überweisung, dann wissen wir Bescheid. (Anmerkung: Ich sehe gerade, dass bei Helpedia die Adresse mit veröffentlicht wird. Wer das nicht möchte, aber trotzdem eine Spendenquittung, kann die uns auch per mail an info(et)pastafari(punkt)eu schicken)  
 



25.11.2015

Keine Piratenkappe auf dem Ausweisfoto? Wir kämpfen weiter!







Die Verhandlung im Falle Weida./.Bürgermeister der Stadt Templin begann für uns gleich mit drei großen Überraschungen. 

Die erste war die wirklich große Zahl von Journalisten, bei mir angemeldet hatten sich nur drei, die mich vor und nach der Verhandlung interviewen wollten. 

Die zweite die Kammer. Die war in voller Besetzung mit drei Richtern und zwei Schöffen angetreten.

Die dritte die Prozeßvertretung der Stadt. Die hatte nicht, wie mir gegenüber angekündigt, einen Anwalt geschickt, sondern die zuständige Fachgebietsleiterin und den Mitarbeiter von der Meldestelle. Das war eigentlich der erste Grund zur Freude, denn das spart uns nun sicher etwas an Prozesskosten. 

Auch sonst gab es ziemlich viel Grund zur Freude. Die Schöffen trauten sich zwar nicht zu grinsen, aber die drei Richter konnten es sich nicht immer verkneifen. Die Atmosphäre war also recht locker. 
Niemand verlangte z.B. von mir, meine Piratenkappe abzunehmen, wie es der eine oder die andere vorausgesagt hatten. Es war auch zu merken, die Kammer hatte sich mit der Materie beschäftigt. 

Die Verhandlung dauerte knapp eine Stunde und verlief in den meisten Punkten recht gut für uns. 
Eine der für uns wichtigsten Fragen, nämlich ob die Gleichberechtigung zwischen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften auch auf dieser Ebene gilt, wurde vom vorsitzenden Richter bedingungslos bejaht: 

"Man muss sicher automatisch immer Weltanschauungsgemeinschaft mitlesen, wenn irgendwo im  Gesetz Religionsgemeinschaft steht." 

Auch sonst ist der Richter in wesentlichen Punkten meiner Argumentation gefolgt:

- es kommt nicht darauf an, ob und wie eine Religion die Pflicht zum Tragen begründet, sondern ausschließlich darauf, in wie weit der einzelne Gläubige sich verpflichtet fühlt.

- auch wenn das viel Arbeit für kleine Meldestellen ist, haben die doch in jedem Einzelfall zu prüfen, ob eine Ausnahme von der Passbildordnung aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen gemacht werden muss. Die von der Stadt angeführte Liste von Religionsgemeinschaften des Bundes kann nicht als alleiniger Schlüssel genutzt werden, weil es auch noch andere Welt- und Religionsgemeinschaften gibt und die nicht von einer Anerkennung des Bundes oder Landes abhängig sind.

In so weit haben wir viel erreicht. 

Dann hat er geprüft ob wir eine Weltanschauungsgemeinschaft sind und dazu eine Definition vorgelesen. Die stimmt ziemlich mit meiner überein, die ich aus Wiki hatte: Als Weltanschauungsgemeinschaft gilt „ein Zusammenschluss von Personen, der ein Minimum an organisatorischer Binnenstruktur aufweist, im Sinne der Gewähr der Ernsthaftigkeit auf Dauer angelegt ist und von einem sich nach außen manifestierenden gemeinsamen und umfassenden weltanschaulichen Konsens der Mitglieder getragen und dieser Konsens – soweit es um die Gemeinschaft als solche geht – nach außen bezeugt wird“

Darauf lies sich gut erwidern, dass wir ein geschlossenes ethisches Gerüst für unser Handeln haben, und uns  auch laut Satzung uns zu den 8 Am liebsten Wäre mirs und den 10 Angeboten des evulutionären Humanismus bekennen. Damit haben wir eine notwendige gemeinsame Sicht auf die Welt, wir haben gemeinsame Riten und wir zeigen unser Bekenntnis nach außen. Jedenfalls, wenn man uns lässt. 

Dann war 13:11 Uhr die Verhandlung vorbei und die Kammer zog sich zur Beratung zurück. Natürlich haben wir, Tini Tortelini war mit in Potsdam, bis zur Urteilsverkündung gewartet. 

Schon gegen 13:45 Uhr rief uns der Justizwachtmeister wieder in den Saal und kurz darauf verkündete der vors. Richter:

Die Klage ist abgelehnt. 

Ich war überrascht, und das mehrfach. Zuerst von der Schnelligkeit, mit der diese Entscheidung gefällt wurde. Hatte die Kammer sich doch nach eigener Angabe auf die Prüfung vorbereitet, ob wir Religionsgemeinschaft waren. Das war die zweite Überraschung, denn ich hatte schon in der Klage klar auf Weltanschauungsgemeinschaft abgestellt. Tja, die dritte war dann die Ablehnung der Klage selbst. 

Die Kammer hat anerkannt, wir uns in unserer Satzung klar zu den gemeinsamen Werten bekennen, meinte aber, die 10 Angebote des evolutionären Humanismus wären halt nicht unsere eigene Weltsicht, sondern wir hätten die nur von der gbs übernommen. Leider sagte er das erst in der Urteilsbegründung, sonst hätte ich ihn darauf hingewiesen, dass wir die in einem für uns wichtigen Punkt schon geändert haben. 

Vor allem aber halte ich die Begründung, es wäre nur eine übernommene Weltsicht, für unwichtig. Sämtliche christlichen Kirchen und Sekten haben auch nur von anderen christlichen Sekten bzw. von den Juden übernommen, z.T. mit ganz geringen Änderungen. Trotzdem werden alle christlichen Religionsgemeinschaften anerkannt.

Richtig geschockt war ich, und wie sich später zeigte, auch einige Journalisten, dass die Berufung beim Oberverwaltungsgericht ausdrücklich nicht zugelassen wurde. Das ist in der ersten Instanz nicht so üblich.

Wir werden uns einen Anwalt nehmen und beim Oberlandesgericht Nichtzulassungsbeschwerde einlegen.
Nach erster Rücksprache mit einem stehen die Chancen recht gut. Es wäre klar, dass es im Interesse des Vereins aber auch im gesellschaftlichen wäre, auch in höherer Instanz zu überprüfen, ob wir Weltanschauungsgemeinschaft sind. Oder so ähnlich jedenfalls, die genauen Worte habe ich mir nicht gemerkt.

Nun kommt der Moment, wo ich euch wieder um eure Hilfe bitten muss. Der Streit wird etwas kosten, mehr als in der ersten Instanz. Wir hoffen, ihr unterstützt uns genau so stark wie in der. Da die Stadt keinen Anwalt hatte, werden wir sogar etwas von dem Geld, was ihr damals gespendet habt, übrig haben. Wir haben deshalb das neue Spendenziel etwas niedriger angesetzt, auf 1.800 Euro.   

Spenden könnt ihr direkt auf unser Konto:  
Kirche des FSM 
IBAN: DE06 1509 1704 0120 6889 79 
BIC: GENODEF1PZ1  
Dort kommt der volle Betrag bei uns an. Aber weil es bequemer ist, haben wir auch eine Sammlung bei Helpedia und die Möglichkeit, über Paypal zu spenden, eingerichtet.



Das Finanzamt erkennt bei Spenden bis 200,- Euro den normalen Bankbeleg in Verbindung mit unserem Freistellungsbescheid an. Wer trotzdem eine Spendenquittung von uns möchte schreibt einfach seine Adresse in die Überweisung, dann wissen wir Bescheid. (Anmerkung: Ich sehe gerade, dass bei Helpedia die Adresse mit veröffentlicht wird. Wer das nicht möchte, aber trotzdem eine Spendenquittung, kann die uns auch per mail an info(et)pastafari(punkt)eu schicken)  

Lasst uns kämpfen, Piraten. Gemeinsam sind wir stark.

19.11.2015

Das Wort zum Freitag - Du bist Nudel

 Leider kann ich den angekündigten Bericht von der Verhandlung in Potsdam noch nicht bringen. Der sollte gleich mit einer Spendensammlung verbunden werden, aber betterplace.org hat die noch nicht freigeschaltet. Sobald das der Fall ist, gibt es den Bericht.



Jetzt ziehe ich erst mal die Arbeit von Mick, dem Spätzlebeter vor, die eigentlich nächste Woche kommen sollte. Der scheint in die Zukunft blicken zu können, denn bisher habe ich das angekündigte Spätzlebrett noch nicht in meinem Schuppen gefunden. Irgendwie, finde ich, passt das auch nicht so recht zum Monster. Plötzlich soll es Gebote geben, wo das doch eigentlich nur Bitten geäußert hat?

Aber lest selbst.




86-jährige blamiert Nobelpreisträger. Kirche in Erklärungsnot.

Berlin. spae. Abergläubische Menschen wie Christen, die sich nach der Bibel richten, hören spätestens bei ihrer Beerdigung den Satz: „Von der Erde bist du genommen, und zur Erde kehrst du zurück.“ Dieser Satz ist eine Anlehnung an das erste Buch Mose, Kapitel 3, wo es zu den Folgen des Sündenfalls heißt: „Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen, bis dass du wieder zur Erde kehrst, von der du genommen bist; denn du bist Staub und kehrst wieder zum Staub zurück! (Prediger 12.7) (2. Thessalonicher 3.10).“



Wissenschaft verneint Staubtheorie

Abgesehen von Unstimmigkeiten in den Definitionen von Erde und Staub haben amerikanische Wissenschaftler jetzt fest gestellt: Der Mensch besteht nicht aus Erde. Es konnte auch kein Staub in Menschen nachgewiesen werden. Kein bisschen.

Der Mensch ist hingegen voll mit DNS, Desoxyribonukleinsäure (engl. DNA). DNS ist ein in allen Lebewesen vorkommendes Biomolekül und Träger der Erbinformation, also der Gene. Im Normalzustand ist DNS in Form einer Doppelhelix aufgebaut. Chemisch gesehen handelt es sich um Nukleinsäuren - lange Kettenmoleküle, die aus vier verschiedenen Bausteinen, den Nukleotiden bestehen.



Entdeckung der DNS und Neuinterpretation

Für ihre Entdeckungen über „die Molekularstruktur der Nuklein säuren und ihre Bedeutung für die Informations übertragung in lebender Substanz“ erhielten James Watson und Francis Crick zusammen mit Maurice Wilkins 1962 den Nobelpreis für Medizin. Aber jahrzehntelang wurde das Offensichtliche übersehen: DNS ist nicht nur Bauplan des Lebens sondern auch der Spiralnudel!



Antireligion sieht sich bestätigt

Diese Erkenntnis verdankt die Welt aber nicht bedeutenden Wissenschaftlern wie Watson, Crick oder Wilkins sondern der 84-jährigen Großmutter des heute bekennende Pastafari Andreas Arabiata. Als Arabiata für seinen Biologieunterricht lernte und die Grafik einer Doppelhelix auf dem Esstisch liegen ließ, rief ihm seine Großmutter nach: „Andilein, Du hast deine Nudel liegen lassen!“

Dieser Satz war „meine ganz persönliche Begegnung mit Gott!“, sagt Arabiata heute. „Da trat wie eine Lichtgestalt das Spaghettimonster in mein Leben. Ich kann bezeugen: auf der Grafik befand sich plötzlich Nudelsoße und keiner wusste, wie die dahin gekommen ist!“ Das war der Moment, als aus dem jungen Mann ein glühender Anhänger des Spaghettiglaubens wurde.

Niemand glaubt mehr an einen Zufall, als Bruder Spaghettus, Sprachrohr des deutschen Pastafaritums, öffentlich erklärt, dass er letzten April in seinem Schuppen eine neue Gesetzestafel des Spaghettimonsters gefunden haben will – auf einem Spätzlebrett. Geschrieben waren die Worte in sehr altem Klingonisch und wurden erst kürzlich vollständig übersetzt: „Eine Nudel hat dich gezeugt. Mit Soße im Angesicht sollst du deine Pasta essen. Denn du bist Nudel und kehrst wieder zur Nudel zurück!“

Wie das antike Spätzlebrett in das Gebäude in der tiefsten Uckermark kam, bleibt rätselhaft. Spätzle sind auch heute dort noch nicht bekannt, die wenigen schwäbischen Zuwanderer meiden das Gebiet um Templin.



Von den drei Nobelpreisträgern lebt heute nur noch Watson, der bei einem Telefoninterview der Zeitschrift NATURE kürzlich zugab: „Irgendwann sieht man die Nudel vor lauter Pasta nicht. Da haben wir vor unseren Elektronenmikroskopen wohl gepennt! Peinlich…“

Die christlichen Großkirchen sowie Scientology und die Zeugen Jehovas waren nicht bereit, zu den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen Stellung zu nehmen. Aus vatikannahen Kreisen war zu hören, dass man möglicherweise mit der Entdeckung von Marias Jungfernhäutchen in den Uffizien neue Beweise für die Bibel auf den Tisch legen würde. Offiziell ist das aber noch nicht.



12.11.2015

Das Wort zum Freitag - Himmlische Teigware




Ein neues Buch steht in meiner Bücherwand: 


Ein tolles Buch, und ich brauchte nicht mal was dafür bezahlen.
Es ist noch nicht lange her als ich euch berichtet habe, wie selbstverständlich das Pastafaritum schon in das alltägliche Leben einzieht. Dieses Buch, das ich als Belegexemplar erhalten habe, ist ein weiteres Zeichen dafür.

Auf die Idee zu dem Buch ist der Autor, der als Coach arbeitet, bei seinen "Knigge-Seminaren mit Lehrmenü" gekommen. Dort gab es immer wieder lustige und herausfordernde Situationen wenn versucht wurde, Spaghetti vom Teller in den Mund zu bringen.
Trotzdem ist der Nudel-Knigge kein Benimmbuch, auch wenn natürlich beschrieben wird, wie im Sinne der Umgangsformen die Nudel, speziell die Spaghetti, formvollendet im Restaurant verzehrt werden sollte. Es ist eine gelungene Zusammenstellung von Fakten und Geschichten um das, was schon für Kinder die Welt bedeutet: Pasta.

Da werden die verschiedenen Nudelformen gezeigt, da geht es darum, wer die Nudel erfunden hat, es geht um die Nudelherstellung per Hand, es gibt Anekdoten, die Lieblingsrezepte des Autors und am Ende ein witziges Nudel-Quiz. Es gibt Interviews und der Leser erfährt, was ein Nudel-Monster ist.

Ihr ahnt es schon. Es geht um ES, den Schöpfer der Welt, die Ursache des Urknalls, den Genießer am Biervulkan und in der Stripperfabrik: Das Fliegende Spaghettimonster. Erst gibt es eine Einleitung in die Materie, bei der auch die Nudelmessenhinweisschilder vorkommen und erklärt wird, warum es zum Pastafaritum kam. Weitere Erklärungen gibt es in einem Interview von mir.
Insgesamt immerhin über vier Seiten.

Möge es mit der gesellschaftlichen Anerkennung des saftigen Glaubens weiter vorwärts gehen. Wie es mit dem rechtlichen vorwärts geht, werden wir morgen am Verwaltungsgericht Potsdam sehen.

Ich wünsche dem Nudel-Knigge gut unter die Leute zu kommen. Vielleicht ein passendes WeinAchtsgeschenk? ;)

11.11.2015

Martini? Nein, Marziani!




Vielen von euch ist schon bekannt, dass Ostern, Pfingsten und Weihnachten eigentlich alte Pastafarifeste waren, die vom Christentum übernommen und verfälscht wurden.
Langsam kapern wir uns die zurück.

Weniger bekannt ist immer noch, auch Martini, der Martinstag, geht auf das alte pastafarianische Fest Marziani zurück. Seinen Namen hat es von einer Teigware, die an die Mittelgräte unseres Piratenfisches erinnert.

Deshalb wollen wir, wie in jedem Jahr, euch am Marzianifest diese alte Geschichte erzählen:

Vor so langer Zeit, dass die Geschichte fast in Vergessenheit geriet, zog ein sehr alter und sehr hungriger Mann durch die Straßen seiner Stadt. Es war November, ein besonders nasskalter. Seine Beine trugen ihn kaum noch, als er gegen den Sturm ankämpfte. So klopfte er an die Türen der Häuser, um nach Essbarem zu fragen. Aber er hatte wenig Glück. Einen einzigen Fisch bekam er geschenkt. Den verschlang er heißhungrig und steckte dann die Gräten in seine Manteltasche. Er wollte sich ein Feuer machen und die Gräte auskochen, um so noch ein heißes Getränk zu bekommen, das ihn wärmen sollte.

Als er so am Feuer saß, kamen Kinder vorbei. Sie hatten sich beim Spielen verspätet, es war ihnen kalt und so setzten sie sich kurz mit ans Feuer, um sich zu wärmen. Als sie sahen, was für eine karge Mahlzeit da am Entstehen war, fassten sie den Entschluss, den Alten einfach mit nach Hause zu nehmen.

Im November, dem Monat, in dem die Piratenweiber Nudelvorräte für das ganze Jahr bereiten, ist es warm in jeder Kate. Außerdem fällt immer mal was ab für einen, dem die Knochen schon fast klappern, weil kein Gramm Fett mehr auf seinen Rippen ist.

So wurde der Fremde freundlich aufgenommen und bekam einen ordentlichen Teller Nudeln vorgesetzt. Mit dem noch unverarbeiteten Teig formten die Kinder die Nudeln in neuer Form, um ihrer Mutter Marzia zu zeigen, woraus der Alte sich Suppe kochte. 

Das rührte die Mutter so sehr, dass sofort weitere Nudeln formte, die dann bald überall Marziani genannt wurden. Als sie getrocknet waren, stopfte sie so viele in die Taschen des Alten, dass die Taschen fast die Form von zwei Fleischbällchen hatten. Er sollte so schnell nicht wieder Hunger verspüren.

Als sie ihm jedoch ein Nachtlager anbieten wollte, denn es war inzwischen stockfinster, verabschiedete sich der Alte. Er musste weiter, hatte ein paar Orte weiter eine kranke Frau zu versorgen. Das gutherzige Piratenweib schickte die Kinder auf den Boden, um die Laternen zu holen. Sie sollten den Alten noch ein Stück Wegs aus der dunklen Siedlung der Piraten begleiten, damit er heil zu seiner Kate fand.

All das geschah am 11. November und wurde von Generation zu Generation weiter erzählt. Seither feiern alle Pastafari den 11. November, indem sie sich abends ums Feuer versammeln. Ein großer Kessel mit Marziani köchelt und auch andere Leckereien werden gereicht. Jeder darf sich bedienen, ob arm oder reich. Alle Menschen der Umgebung sollen teil haben an der Freude der Piraten.

Geht das Fest seinem Ende entgegen, bekommt jeder, der es verlässt, eine Marziani in die Jackentasche gesteckt, damit ihm niemals die Pasta ausgeht. Dieser Brauch hat sich bis heute erhalten, wie auch Lampionumzüge der Kinder.


05.11.2015

Das Wort zum Freitag - Weida ./. Stadt Templin IX



Es wird ernst, liebe Brüder und Schwestern. Vom Verwaltungsgericht Potsdam kam die förmliche Zustellung des Gerichtstermins.
Ich wurde zur mündlichen Verhandlung vor der 8. Kammer am

Freitag, den 13. November 2015,
12:15 Uhr in den
Sitzungssaal 009, Erdgeschoss in der Friedrich-Ebert-Straße 32 geladen.

Es geht um das Recht, als Pastafari seine weltanschauliche Kopfbedeckung auf Ausweisen tragen zu dürfen. Das hatte mir die Stadt Templin verweigert. Ziel ist, so die im Grundgesetz verankerte Gleichberechtigung zwischen Weltanschauungsgemeinschaften und Religionsgemeinschaften auch in der Praxis feststellen zu lassen.


Die Verhandlung ist öffentlich. Vielleicht hat je der Eine oder die Andere Lust mir im Saal den Rücken zu stärken? Am besten natürlich mit piratiger Kopfbedeckung. :)

Wie die Chancen stehen, lässt sich schwer sagen. Auf jeden Fall war es eine gute Nachricht, dass nun nach knapp zwei Jahren die Verhandlung kommt. Ich hatte mit drei bis vier Jahren gerechnet.

Was bisher geschah: 
Weida ./. Stadt Templin I
Weida ./. Stadt Templin II
Weida ./. Stadt Templin III
Weida ./. Stadt Templin IV
Weida ./. Stadt Templin V
Weida ./. Stadt Tempin VI
Weida ./. Stadt Templin VII


Eine schlechte Nachricht gibt´s leider auch. Irgendwer ist mal wieder ausgerastet und hat eins unserer Nudelmessenhinweisschilder demoliert. Dieses Mal wirkungsvoller als sonst. Das Schild wurde so verbogen, dass es sich nicht mehr ohne Schaden geradebiegen und weiter verwenden lässt. Wir haben bereits ein neues angebracht.

Das Schild wurde entgegen der Fahrtrichtung gebogen. Es kann sich also nicht um ein "unglückliches Treffen mit einem LKW" handeln. Für uns Grund genug, wieder Anzeige zu erstatten. Auch wenn es wohl kaum was bringen wird, einfach hinnehmen wollen wir es auch nicht.