18.02.2016

Das Wort zum Freitag - Identitätsprobleme?


Was gehen und Atheisten und ihre Probleme an, wird sich mancher von euch jetzt fragen. 
Hier zwei Argumente dafür.

Zum Einen müssen wir an allem zweifeln, Monster hat es so gewollt, sogar an Seiner Existenz. 
Eins ist dabei aber völlig klar. Sollte es so einen logischen und wissenschaftlichen Gott wie unseren nicht geben, dann alle anderen erst Recht nicht. Ja, man könnte sogar sagen, eine gelungene Widerlegung des Monsters wäre eine Widerlegung aller Götter. 

Wir müssen also davon ausgehen, eventuell auch Atheisten zu sein.

Zum Anderen werden nicht nur Atheisten so angefeindet und unterdrückt, sondern auch wir. Gerade, als ich heute überlegte, was ich zum Thema des Wortes machen könnte, kam eine Mail von gutefragenet. Dort wollte jemand wissen:

Warum belächeln viele Christen die Pastafaris und ihre Lehre vom fliegenden Spaghetti-Monster ?
Weil sie ihren Gott für den besseren halten? Weil sie Spaghetti nicht mögen?
Vielen Dank für eure Antworten und allen, die daran glauben, Ramen. ...

Natürlich wollte ich gleich meine Vermutung äußern, aber da war die Frage bereits gelöscht. War wohl zu aggressiv.

So werden nun aus einer Frage gleich zwei. Warum belächeln Christen oft die Pastafari und haben Christen ein Identitätsproblem?

Nun, mir ist es eigentlich selten, fast nie, passiert, dass ich belächelt wurde. Da gab´s eher mal ein erstauntes Kopfschütteln oder auch auch mal heftige verbale Angriffe. Manchmal gab es zu manchen unserer Ziele sogar Zustimmung. Allerdings nie von Würdenträgern. Von denen kam gelegentlich Neugier, öfter strikte Ablehnung bis hin zur Wut.

Das alles nicht, weil wir einen eigenen Gott haben, nicht, weil wir nicht ihren verehren, sondern weil wir etwas tun, was sie absolut nicht gewohnt sind.

Selbst hier im atheistischen Osten, wo es nur etwa 20% Christen gibt, haben doch viele noch Respekt vor der Kirche und ihren Dienern. Während mich schon das Wort "Würdenträger" für Leute stört, die anderen Schund als Gold verkaufen, meinen viele noch "Die tun doch so viel Gutes". Dass sie das mit unserem Geld tun und dass das Gute, was sie tun, immer auch von Schlechtem begleitet wird, wie z.B. dem kirchlichen Sonderarbeitsrecht, negativem Einfluss auf gesellschaftliche Vorgänge, Lobbyismus in der Politik und anderem, wissen die meisten gar nicht. Deshalb bringen sie sowohl der Kirche als auch ihren Vertretern noch Respekt entgegen. Ein Pfarrer ist noch wer, auch wenn man seinen Glauben nicht teilt.

Wir nehmen sie einfach nicht ernst. Da gibt es keine Spur von Respekt, weder vor ihrem Glauben noch vor ihnen selbst, jedenfalls nicht auf Grund ihrer Funktion.
Das ist es, was sie trifft und wütend werden lässt. Wir untergraben mit unserem Lachen, mit unseren Aktionen und mit unserer Aufklärungsarbeit ihr Ansehen in der Gesellschaft. Lachen steckt an, das wissen auch die Kirchendiener. Natürlich auch die Gläubigen, die ebenfalls meist nicht verstehen, wieso Rücksicht auf ihre religiösen Gefühle Unsinn sein soll. Religiöse Gefühle sind weltanschauliche Gefühle. Man sollte sie nicht mutwillig verletzen, nur um jemand zu ärgern. Aber man darf auch keine Rücksicht darauf nehmen, wenn es etwas zu kritisieren gilt. Wer sich persönlich angegriffen fühlt, weil seine Weltanschauung angegriffen wird, ist selbst schuld und hat wohl ein Identitätsproblem. Egal, welche Weltanschauung es betrifft.

Manche, gemessen an ihren Aussagen, sogar ein recht großes.

Kardinal Meisner z.B. der allen Ernstes meint:"Nur ein gläubiger Mensch wird auf Dauer ein friedfertiger Zeitgenosse bleiben" oder „Dort, wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kult im Ritualismus und die Kultur entartet.“

Bischof Müller aus Regensburg kann das nicht schlechter:„Der Gottesglaube führt zusammen und baut auf, der Atheismus dagegen trennt die Menschen und führt in den Abgrund..." oder „Wo Gott geleugnet wird, dort gibt es kein Recht für den Menschen, kein Recht auf Leben, kein Recht auf Selbstbestimmung.“
Selbst ist er aber sehr empfindlich:"Gezielte Diskreditierungs-Kampagnen gegen die katholische Kirche in Nordamerika und auch bei uns in Europa haben erreicht, dass Geistliche in manchen Bereichen schon jetzt ganz öffentlich angepöbelt werden. Hier wächst eine künstlich erzeugte Wut, die gelegentlich schon heute an eine Pogromstimmung erinnert."

Bischof Overbeck meint: „Ohne Religion und ohne gelebte Praxis von Religion gibt es kein Menschsein.“

Aber auch die ganz, ganz Großen haben was zu sagen.
„Der Humanismus, der Gott ausschließt, ist ein unmenschlicher Humanismus.“ meinte Papst Benedikt XVL und Kanzlerin Merkel: „Ein frommer Muslim in der Moschee ist mir lieber als ein besoffener Atheist im Freudenhaus.“

Tja, vor denen soll man Respekt haben? Da hilft nur lachen und aufklären.
Wer dazu noch mehr Motivation braucht, die findet ihr bei der Reimbibel.

Danke an Rolf, der seine Zeichnung zur Verfügung gestellt und an Wolfgang, der die Zitate gesammelt hat.


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