02.06.2016

Das Wort zum Freitag - Katholikentag 2016 Leipzig

Das Heilige Abendmahl 
Nu isser vorbei. 

Kläglich, wie keiner je zuvor. Statt der versprochenen 80.000 Besucher, die Umsatz nach Leipzig bringen und so die 1 Million Euro, die die Stadt für den Kirchentag bezahlt hat, wieder einspülen sollten, sind nur gut 30.000 gekommen. Leere Plätze, halbleere Veranstaltungen, die geplante Evangelisierung des Ostens ist kläglich gescheitert. Der von den Kirchen angekündigte Dialog mit den Ungläubigen wurde ziemlich merkwürdig geführt. Die Mosestruppe, die wieder forderte "Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen!" erhielt Platzverweis. Nachdem ein Eilantrag beim Oberverwaltungsgericht Moses doch zu großen Teilen recht gegeben hatte und die Figur wieder durch die Stadt zog, wurde sie auf Forderung der Kirchen von der Polizei gestoppt und des Platzes verwiesen. Begründung, und das war ernsthaft so: Da könnte eine Bombe drin versteckt sein.

Tja, die haben wohl einfach schlechte Erfahrungen mit säkularer Gewalt gemacht. In Münster z.B., wo auch durchs Moses´Wirken die Stadt kein Geld für den nächsten Katholikentag ins Kirchensäckel gelegt hat. Wer so was macht, der versteckt auch Bomben. Logisch.


Lily von "(K)eine Million" eröffnet mit Pflichthinweisen des Ordnungsamtes
Anders lief´s bei uns. Die Bürgerinitiative "(K)eine Million" hatte uns eingeladen. Die Bühne war zwar ziemlich klein, aber wir konnten trotzdem den Dresdner Rekord knacken. Damals waren bei unserer Messe etwas über 40 Ungläubige zum Pastafaritum konvertiert. In Leipzig nahmen 51 am Abendmahl teil. 17 von ihnen haben sich anschließend sogar zur Gründung der Gemeinde Leipzig zusammen gefunden. Möge sie wachsen und aktiv werden.


Auch Presse und Fernsehen waren vor Ort

So geht das, Katholiken. Ausschließlich mit eigenem Geld und viel persönlichem Engagement glaubhaft rüber kommen, dann klappts auch mit der Messe. Aber die haben nicht auf sich selbst geguckt, sondern lieber rumgemault, wir würden nur provozieren wollen. 

Tatsächlich? In meiner Predigt bin ich mal darauf eingegangen. Weil ich faul bin, lasse ich den Anfang bei den Stichpunkten, die ich mir gemacht hatte: 



Nicht alles richtig in Presse

- wir gründen keine Gemeinde Sachsen sondern Gemeinde Leipzig

- Anliegen nicht, die Finanzierung des Kirchentages zu kritisieren sondern eine lebenswerte Ethik zu bieten und die Welt umfassend zu erklären.
Aber es ist ja nichts besonderes, wenn eine fast bankrotte Stadt und ein finanziell darbendes Bundesland die unersättlichen Wünsche der steinreichen Kirchen finanzieren. Der Staat macht das ja seit Jahrzehnten vor und obwohl immer weniger Gläubige, bekommen die Kirchen immer mehr Geld. 
- nicht aus dem Reichsdeputationshauptschluss gerechtfertigt
  der sieht im § 50 lediglich die Alimentierung der damaligen Kirchenfürsten bis an ihr Lebensende vor, nicht ewige Alimentierung der Kirche.

- Anliegen auch nicht, die Ungläubigen und Fehlgeleiteten zu provozieren. Auch wenn deren Glaubensprinzipien längst nicht so logisch und schlüssig sind wie unsere, jeder darf jeden Unsinn ernst nehmen, solange er damit andere nicht belästigt.

Wer sich davon provoziert fühlt, muss einen schwachen Glauben haben.

Provoziert fühlen müssten sich eher die Atheisten. Aber das gottlose Pack verdient ja nichts anderes.
Nein, nicht von uns müssen die sich provoziert fühlen, sondern von Vertretern der allmächtigen Amtskirchen. Die lassen da schon mal heftig was gucken.

Bischof Mixa, Ostersonntag 2009
Die Unmenschlichkeit des praktizierten Atheismus haben im vergangenen Jahrhundert die gottlosen Regime des Nationalsozialismus und des Kommunismus mit ihren Straflagern, ihrer Geheimpolizei und ihren Massenmorden in grausamer Weise bewiesen. ... Wo Gott geleugnet oder bekämpft wird, da wird bald auch der Mensch und seine Würde geleugnet und missachtet. ... Eine Gesellschaft ohne Gott ist die Hölle auf Erden.“

MSS Philosoph, Autor, Vorstandssprecher der gbs dazu:
Im Unterschied zu Mixa muss man festhalten, dass unter Hitler 'Gottgläubigkeit' gewissermaßen zur Staatsdoktrin avancierte“, erklärte Schmidt-Salomon. „Die Mehrheit der Nazigefolgschaft bekannte sich zum christlichen Glauben, eine Minderheit verstand sich als 'gottgläubig' etwa im Sinne des Himmlerschen Esoterik-Kultes. Atheisten hingegen waren sowohl in der NSDAP als auch in der SS unerwünscht, da 'Gottlosigkeit' als Ausdruck des 'zersetzenden jüdischen Geistes' galt. Während die Freidenkerverbände nach der nationalsozialistischen 'Machtergreifung' verboten wurden, schloss Nazideutschland mit dem Vatikan das verhängnisvolle 'Reichskonkordat' ab, von dem die Kirchen übrigens bis heute noch profitieren! Hitler seinerseits wurde von führenden Katholiken und Protestanten entschieden gefördert, zum einen weil es große ideologische Übereinstimmungen gab, zum anderen weil er ihnen als 'letztes Bollwerk gegen den gottlosen Kommunismus' erschien. Dies führte dazu, dass ausgerechnet die katholische Zentrumspartei Hitler die nötigen Stimmen zur Durchsetzung des sogenannten Ermächtigungsgesetzes verschaffte, das die Nazi-Tyrannei erst möglich machte.“

Militärbischof Dr. Overbeck am 12.05.2012
Menschen zeigen: ohne Religion und ohne gelebte Praxis von Religion gibt es kein Menschsein.“

Bischof Dr. Zollitsch hat am 14.1.2014 beim Neujahrsempfang der Erzdiözese Freiburg: Die Frauen und Männer, die bei der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Parlamentarischen Rat saßen, waren sich – so unterschiedlich sie auch in vielerlei Hinsicht waren – ausnahmslos darüber einig, dass es nie wieder so kommen darf, wie es war. Sie haben deutlich gemacht: Einem Volk ohne Gott fehlt die Mitte; ein Volk ohne Gott gleicht einer hohlen Fassade ohne wohnlichen Kern. Der Schritt ist nicht weit: Von einer geistig entkernten Gesellschaft zum gewissenlosen Menschen, der keine innere Verpflichtung mehr spürt; zum rastlosen Menschen, der um Stille und Besinnung nicht mehr weiß; zum apathischen Menschen, dem das geistliche Rückgrat gebrochen wurde; oder gar zum aggressiven Menschen, der – wie Herr Bundesanwalt Griesbaum hervorhob – für Ideologien anfällig wird, und seine innere Spannung und geistliche Not an Anderen abreagiert. ... Wenn uns etwas in heilige Sorge versetzen und unser Gewissen beunruhigen soll, dann ist es die Tatsache, dass so viele unserer Brüder und Schwestern ohne die Kraft und das Licht und den Trost der Freundschaft mit Jesus Christus leben, ohne eine Glaubensgemeinschaft, die sie aufnimmt, ohne einen Horizont von Sinn und Leben ...

Bischof Algermissen hat in seiner Osterpredigt vom 27.03.2016 Atheisten als Gefahr für die Allgemeinheit bezeichnet.


Der Mensch ohne Auferstehungsglauben werde zu einem „großen Sicherheitsrisiko“ für die Mitwelt, denn seine Hektik und Daseinsangst ließen ihn „zuschlagen und zerstören“. Er gehe buchstäblich über Leichen, ehe er selbst zur Leiche werde.

Wer so zuschlägt, fühlt sich von unserer Messe provoziert? Lächerlich, oder?

Unser Gott ist kein eifernder, zorniger Gott der seine Feinde vernichten will.
Kumpel von nebenan.
Wer sich vor dem fürchtet, muss ein verdammt schlechtes Gewissen haben Keine Hölle – 2. Klasse Himmel.

Damit ihr in die erste kommt, bleibt piratig kuschlig und beherzigt den Rat, den euch jetzt Elli und Tini noch mit auf den Weg geben.
( Die haben Seifenblasen gemacht und dazu immer wieder gerufen: "Religion - Illusion. Seifenblasen platzen schon.")


Noch mehr Bilder gibts hier und hier.

1 Kommentar:

  1. In DIE erste Himmel? Ich will in DEN ersten großen Spaghettitopf!

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