16.06.2016

Das Wort zum Freitag - Nudeln auf dem Corso Leopold in München




700 km Autobahnfahrt haben sich gelohnt. Auf dem Corso Leopold war eine prima Atmosphäre, nicht nur auf dem "Platz für Humanisten".  Kurz neben dem hatte sich übrigens die Kirche einen "Kircheneintrittsstand" gebaut. Ich habe nie gesehen, dass den jemand genutzt hat.

Anders bei uns. Mit unserem Aufruf zu konvertieren, hatten wir in wenigen Minuten mit Sicherheit mehr Erfolg, als Kirchens in zwei Tagen. Vor allem auch deshalb, weil sich nach der Messe ein paar Pastafari zusammen fanden, um eine Gemeinde München zu gründen.

Nur in einer Sache hatten wir Pech. Von der Weißwurst vom Metzger, auf die wir uns sehr gefreut hatten, war nach der Messe nichts mehr da. 



Vom Weißwurstfrühstück blieben für uns nur noch zwei Brezen.
Vielleicht lag´s daran, dass die Predigt zu lang war? Das könnt ihr unten selbst einschätzen.
Am Nachmittag gabs noch ein Podiumsgespräch mit Michael Wladarsch und mir. Sogar da haben wir es geschafft, Zuschauer, die zufällig vorbei kamen, vor der Bühne zu halten. Natürlich waren, wie bei der Messe, auch reichlich welche da, die bewusst zu uns gekommen waren.


Mr. MIR hat ein Stück des Gespräches aufgenommen und uns zur Verfügung gestellt.



Wer noch nicht genug hat, kann sich hier nun die Predigt durchlesen:


Habt ihr einen Wunsch, worüber ich predigen soll? Hatte ich den BfG gefragt. Aber die waren großzügig oder einfach wunschlos glücklich.

Also musste ich mir selbst ein Thema suchen, ein möglichst aktuelles. Ran also an Google News. Was wurde in den Zeitungen so angesprochen?

Der Fokus stellte fest „Islamkritik ist kein Rassismus“ und forderte: Weg mit den Sprechverboten.
Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, was gibt’s da groß zu sagen? Außerdem ist das ja kein speziell bayrisches oder gar münchner Thema. Also habe ich an meine Suchformel noch AND Bayern angehängt. Klar, das waren dann deutlich weniger Nachrichten. In einem großen Teil ging es außerdem um Fußball, das Wort Gott kommt da wohl ziemlich häufig vor. Aber es gab auch einige wirklich religiöse.

Die Süddeutsche berichtet, wie evangelikale Christen, aber auch Zeugen Jehovas, besonders in Bayern Flüchlinge bekehren. Recht erfolgreich sogar, wobei offen bleibt, ob die wirklich anders glauben oder nur ihre Chancen auf Asyl erhöhen wollen. Dann machen sie aber einen Denkfehler. Sie sollten ihren Aberglauben ganz ablegen, denn Atheisten werden in ihren Ländern noch mehr verfolgt.

Auch ein Urteil des Oberlandesgerichts Bamberg, dass die in Syrien geschlossene Ehe eines damals 14jährigen Mädchens mit ihrem Cousin als rechtskräftig erklärt, wird diskutiert. Das möchte die Politik ändern. Allerdings wird in Teilen die Scharia, besonders im Familienrecht, schon seit vielen Jahre von deutschen Gerichten anerkannt.

Ein Thema wird aber am häufigsten erwähnt. Den Anfang macht am 02.06. die Mittelbayrische mit „Neutraubling verbietet den Burkini“ und ergänzt am 07. Juni: „Burkini-Verbot schlägt hohe Wellen“ Viele Zeitungen ziehen nach und berichten ebenfalls.

Was war geschehen? Eine Anhängerin Allahs ist im Hallenbad im Burkini baden gegangen. Andere Badbesucher haben sich beschwert und die Sache ist in der Stadtverwaltung gelandet. Die hat ein Schild im Eingangsbereich des Hallenbades anbringen lassen, dass die Badbenutzung nur in üblicher Badebekleidung gestattet sei, also Badeanzug bzw. Bikini oder Badehose.

Darüber beschweren sich nun andere. Ja, es stimme, das wäre am Frauenbadetag passiert. Aber der Bademeister wäre männlich. Einfach unzumutbar für ein gläubige Muslima, das ertragen zu müssen. Da wäre doch Toleranz angebracht und der Burkini sollte erlaubt werden. Andere fordern, zumindest eine Art Kompromiss zu schließen, und zwar nicht den weiten Burkini, aber wenigstens den enganliegenden Ganzkörperschwimmanzug zuzulassen.

Ob das dieser Muslima genügen würde? Immerhin wären da ihre Körperformen deutlich sichtbar.
Wenn es genügt, wäre aber zumindest glaubhaft, dass es ihr wirklich nur darum geht, einem vermeintlichen Gebot des Korans zu folgen und nicht darum, ein politisches Zeichen zu setzen, Sonderrechte für den Islam zu etablieren und dessen Werte in die Gesellschaft zu tragen.

Ich kann mich jedenfalls von dieser Vermutung nicht trennen.
Aber es gibt für mich noch einen ganz anderen Grund, warum ich für das Burkiniverbot, übrigens auch für das Burkaverbot, bin.
Unsere Gesellschaft braucht nicht mehr religiöse Sonderrechte, sondern gar keine. Es ist einfach falsch, den Muslimen solche zu gewähren, weil die Christen auch welche haben. Es muss eine Lösung gefunden werden, die genau den anderen Weg geht. Keine Sonderregelungen und Privilegien für alle Religionen. Nehmt den Kirchen den Status der Körperschaft des öffentlichen Rechts und unterstellt sie dem Vereinsrecht. Dann sind sie gleichberechtigt mit den Muslimen.
Nur so ist wahre Gleichberechtigung überhaupt möglich, und zwar zwischen allen Weltanschauungen.

Denen, die Toleranz einfordern, antworte ich mit Sir Karl Popper:

Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen..... Wir sollten daher im Namen der Toleranz das Recht für uns in Anspruch nehmen, die Unduldsamen nicht zu dulden. Wir sollten geltend machen, dass sich jede Bewegung, die Intoleranz predigt, außerhalb des Gesetzes stellt, und wir sollten eine Aufforderung zur Intoleranz und Verfolgung als ebenso verbrecherisch behandeln wie eine Aufforderung zum Mord, zum Raub oder zur Wiedereinführung des Sklavenhandels.“


Worte, liebe Brüder und Schwestern, die nicht nur für den Islam gelten.

Ramen
Danach haben wir, wie schon in Leipzig, allen Zuhörern Seifenblasen schwenkend unseren neuen Schlachtruf mit auf den Weg gegeben:

Religion, Illussion, Seifenblasen platzen schon.  

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