28.07.2016

Das Wort zum Freitag - ....und das alles für ein kleines bisschen Sinn


Simon und Jan
Sommer, Sonne, Wasser und ein richtig schönes kleines Liederfestival in Thomsdorf. Da liess es sich gut aushalten. Die Stimmung war prima, sowohl unter den Musikern als auch zwischen denen und dem Publikum. Am ersten Abend als Abschluss Hasenscheisse, die einzigen, die ich schon vorher kannte. Die brachten die Stimmung richtig hoch und trotz immer noch ziemlich hoher Temperaturen hüpften die Massen vor der Bühne.

Der Sonntag war genau so heiß und brachte zwei Überraschungen. Suzanna kam absolut authentisch als Zigeunermusikerin rüber, obwohl sie gar keine Roma ist. Auch keine Sinti oder so, sondern nur einfach voll und ganz dabei. Gute Stimme, gute Musiker, das passte.

Das Festival beendeten dann Simon und Jan. Wieso kannte ich die nicht schon vorher? Simon erinnerte mich zwar nicht an Wenzel, aber Jan schon ein kleines bisschen an Mensching. Nein, beiden sind ganz anders und eigen, aber zumindest genau so erfolgreich könnten auch sie werden.

Dann kam das (vorerst) letzte Lied des Abends. Selten hat mich etwas so erwischt. Nicht mal das Lied an sich, obwohl das genau das Potential hat. Aber eine Zeile war es ganz besonders: "....und das alles für ein kleines bisschen Sinn, warum nimmst du´s nicht einfach mal so hin......"

Das kam bei mir so klar und deutlich an, das konnte nur die Wahrheit, und nichts als die reine Wahrheit sein. Aber warum? Was war das Besondere?

Es ist ja nichts Neues, dass manche versuchen, ihrem Leben über ihre Gruppe Sinn zu geben. Der im Lied angesprochene Christ über die angebliche Krone der Schöpfung, der Nationalist über sein Land, der Fußballfan über seinen Verein, alles das Gleiche. Wohl deshalb gibt es da auch immer reichlich Schnittmengen. Auch die Verlustängste sind recht ähnlich.  Ohne seine angeblich göttliche Vorzugsbehandlung ist der Sinn des Christseins weg, bei Wegfall der Grenzen hat der Nationalist Probleme und beim Abstieg seiner Mannschaft der Fußballfan. Plötzlich hat das Leben keinen Sinn mehr.

Dass es diesen Sinn nur im Einzelnen und nicht für die ganze Menschheit gibt, ist für uns eigentlich ein alter Hut. Den Sinn seines Lebens muss also jeder für sich selbst finden.

Aber muss er das überhaupt? Warum nicht einfach nur leben, möglichst  frei und glücklich wenn es geht und ohne andere mehr als zumutbar zu belästigen. Wie man dahin kommen kann, hat Epikur schon sehr gut beschrieben, ehe das Christentum eine Hinwendung zu Leid und Untertänigkeit gebracht hat.

Nein, das Leben muss keinen Sinn haben. Man kann es auch einfach nur leben. Man kann im Reinen mit sich und der Welt genießen und das als völlig OK empfinden, so lange das nicht auf Kosten anderer erfolgt.  Man braucht keinen Sinn. Das aber so klar und deutlich zu sagen, ist nicht unbedingt üblich. Wer zu den Guten gehören möchte, hat schließlich etwas Sinngebendes zu verfolgen.

Denkste.

Das mal so klar zu hören war es wohl, was mich so erwischt hat.

Eigentlich erstaunlich, stimmts? Denn unsere 8ALWMs sind ja auf der gleichen Schiene. Aber die stehen gedruckt im Buch. Gespielt und gesungen, und dann noch so Klasse, legt schon noch mal einen drauf.

Und jetzt hört euch die beiden endlich an und genießt.





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