24.11.2016

Das Wort zum Freitag - Der Faule Freibeuter



Auf gar keinen Fall meine ich damit einen unserer tapferen Piraten. Nein, das zielt eher auf die Pastafari unter uns ab, die die Pastatszeit aus dem einen oder anderen Grunde nicht ganz so entspannt genießen können, da sie viele andere Dinge auch noch erledigen müssen.

Da in diesem Jahr endlich wieder vier mal Pastat gefeiert werden kann, gehören vier Lichter auf dem Pastatskranz. 1. Pastat ist schon am 2. Dezember, dann folgen 2. bis 4. Pastat am 9., 16. und 23. Dezember bis endlich das Nudelige Lichterfest uns alle erfreut.

Mehr Zeit für all die Vorbereitungen, die so in der Pastatszeit anstehen. Vielleicht habe ich mir gerade deshalb den „Faulen Freibeuter“ einfallen lassen. Inspiriert haben mich dabei wieder einmal unsere italienischen Brüder und Schwestern. Als wir in Salerno am Jahrestreffen der Pastafari Italiens teilnahmen, erbeutete ich einen Ohrring, auf dem ein Piratenfisch abgebildet ist. Dieser Piratenfisch ist ganz besonders, denn er ist nur aus einem einzelnen Spaghetti gestaltet und wie ich finde, leicht nachzuzeichnen.

Also kaufte ich mir Kekse und probierte mich aus. Das Ergebnis seht ihr auf dem Foto und erkennt sicher auch, welches der Scherzkeks unter den Keksen ist.

Na gut, alle Piratenfische sind nicht perfekt geworden. Nachdem ich die Kekse auf ihrer glatten Seite bemalte, ging das schon besser. Aber egal, die werden ja sowieso alsbald verputzt werden. Also traut euch und probiert es ebenfalls aus. Mir hat es viel Spaß gemacht und wenig Zeit gekostet.

Habt alle eine schöne Pastatszeit und zeigt mir auch mal eure Ergebnisse.

Eure Elli Spirelli




17.11.2016

Das Wort zum Freitag - Der Handel im Wandel



Es ist schon lange wieder soweit. Alle Discounter schmeißen sogenannte Weihnachtsleckereien in die Regale. So mancher Pirat stopft schon fleißig Pfefferkuchen in sich hinein und greift heißhungrig zu Marzipan und ähnlichen Hüftgoldzaubermitteln. Die christlichen Würdenträger stört es, dass ihre heilige Weihnachtszeit, die Besinnung bringen soll, so ignoriert wird und schon weit vor der Adventszeit angebliche Weihnachtsleckereien angeboten werden. Sie vergessen dabei, dass erst sie diese Leckereien zu Gebäck, das erst ab ihrem 1. Advent gegessen werden darf, gemacht haben. Nüchtern betrachtet, ist es seit Alters her einfach nur Gebäck der Saison.



Wir Pastafari hingegen freuen uns über den tüchtigen Handel, der mit der Zeit geht. Er hat den großen Aufschwung des Pastafaritums erkannt und sich längst auch darauf eingestellt. Anfangs mussten wir noch sehr lange suchen, um Piratenutensilien kaufen zu können. Lediglich in der Faschingszeit konnten wir uns eindecken oder kurz vor Helloween. Also standen handwerkliche Fähigkeiten hoch im Kurs. Aber das ist schon lange nicht mehr so. Es werden nicht nur die Utensilien angeboten, wir Pastafari können schon seit einigen Jahren die verschiedensten Kleidungsstücke, verziehrt mit dem Jolly Roger, erwerben. Die Blusenmode dieses Jahres schmeichelt jeder Freibeuterin. Modern ist nicht erst seit diesem Jahr das Tragen eines Piratenkopftuchs. Für die Kleinen gibt es Mal- und Bastelbücher mit Piraten. Piratengeschichten sind in Kinderbüchern beliebt. Ein bekannte Drogeriehandelskette bietet vom Waschlappen bis zum Spritzspielzeug für die Badewanne genau das Richtige für unsere (Jung)pastafari - ihr wisst ja, dass es für eine glückliche Kindheit nie zu spät ist. ;)


Immer mehr Kinderveranstaltungen laufen unter dem Motto „Piratenfest“ oder „Piratenschatzsuche“. Auch Erwachsene schätzen dieses Motto immer mehr. Es kann auf Piratenschiffen gefeiert werden oder Gasthäuser sind zu Piratenparadiesen umgestaltet. Sogar im erzkatholischen Münster finden wir ein solches. Wenn ihr eure Denkmurmeln mal etwas in Schwung bringt bzw. die Augenklappe ab und an lüftet, um wachen Auges durch eure Ortschaften zu streifen, werdet ihr mir zustimmen und vielleicht sogar noch einige neue Beispiele auftischen können.

Es ist sooo schön, Pirat zu sein.


PS. Den Schokopiraten von oben gibt´s hier. 

13.11.2016

Wir haben genudelt....



...und schön war´s.Zwar kamen im letzten Moment noch ein paar Absagen, aber unser Stammtisch war doch ziemlich voll. Erstmalig waren sogar die Neunudeln in der Überzahl. Trotzdem lief alles wie immer, locker, lustig und mit Gesangseinlage. "Ein bissfest Burg" von unserer CD ist inzwischen fester Bestandteil der Messe geworden. Ebenso wie das Einläuten selbiger per Nudelsieb. Dass das nicht auf den Kopf gehört, sollte sich ja inzwischen rum gesprochen haben. 

Wie gut die Messe ankam kann man daran sehen, dass wirklich fast alle zugesagt haben, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein. Da geht es dann nicht um eine Messe, sondern um unsere alljährliche Weihnachtsmarktaktion. 

Am Freitag, d. 09.12.2016 treffen wir uns am Eingang Knaackstraße der Kulturbrauerei in Berlin um wieder die wahre Weinachtsgeschichte unter das Volk zu bringen. Nö, da fehlt jetzt kein h, das muss so. Wer´s nicht glaubt, kann es hier nachlesen. Natürlich könnt ihr auch gerne mit beim Verteilen helfen. Macht echt Spaß, oft ergeben sich schöne Gespräche und Diskussionen dabei. 

Aber hier nun erst mal noch ein paar Bilder von der Messe. 











10.11.2016

Das Wort zum Freitag - Vom Ursprung des Whisky




Guiseppe hatte die Nase voll, und das gleich im doppelten Sinn. Es stank bis in sein Städtchen Visciano herüber vom Vesuv und dieser Gestank vertrieb ihm die Gäste. Wenn das noch ein, zwei Wochen so weiter ging, müsste er wieder schließen.

Dabei hatte das Jahr 1434 für ihn toll angefangen. Obwohl, ganz so toll doch nicht. Die Maurer hatten gepfuscht und von seiner neu eröffneten Pasteria, die er stolz nach seiner Familie Scotti de Visciano genannt hatte, waren Putzteile abgefallen. Nun stand nur noch Scotti Visci über der Tür.
Aber irgendwie hörte sich das gut an und so hat er bei der Reparatur des Putzes diesen Namen gleich übernommen.

Den sollte bald jeder kennen. Bis aus Neapal reisten die Leute an, um bei Guiseppe zu essen. Es gehörte zum guten Ton, seine Malzpasta zumindest einmal im Leben probiert zu haben. Malz unter das Pastamehl gemischt, das war sein ganz großer Trick und, obwohl manche versuchten, das nachzuahmen, an seine Rezeptur kam niemand heran. Bei ihm war halt nicht nur die Pasta gut, sondern auch die Soßen und was es sonst so auf den Teller gab.

Er hatte schnell ein schönes Sümmchen zusammen gespart und sich davon eine kleine Experimentalküche eingerichtet. Vielleicht hätte er das lieber nicht tun sollen, denn das Geld hätte er jetzt gut gebrauchen können. Zumindest hatte er erst mal mit dem Experimentieren aufgehört. Es lag ja nicht an seinem Essen, wenn die Gäste nicht kamen, sondern am Vesuv. Daran würden auch neue und noch bessere Gerichte nichts ändern.

Guiseppe fühlte sich traurig und ausgebrannt. Was sollte er nur tun? Das Restaurant ganz abschließen und erst mal auf Wanderschaft gehen? Weit weg vom Vesuv noch mal neu anfangen? Vielleicht war das wirklich keine schlechte Idee und so machte er sich auf den Weg.

Weit sollte er nicht kommen. Schon kurz hinter den letzten Häusern in der Nähe von Elios Weinberg stürzte er so schwer, dass er hilflos liegen blieb. Nicht mal aufrichten konnte er sich noch selbst und wenn er das kleine Stückchen Knochen aus seiner Wade spießen sah, wurde ihm zu allem Schmerz auch noch schlecht. Ein fahrende Weinhändler fand ihn und lud ihn auf seinen Karren. Geld für einen Doktor war nicht mehr da, so musste Guiseppe sich von seinem alten Vater verbinden und pflegen lassen. Der gab sich viel Mühe, holte dieses und jenes Kraut um die Entzündung in den Wunden zu stoppen und hatte letztlich auch Erfolg. Aber diese Behandlung hatte extrem lange gedauert. Guiseppe war so abgemagert, dass ihn keiner mehr erkannte, als er das erste Mal wieder auf die Straße humpelte. Seine Pastaküche hatte er verkaufen müssen, nun wollte er nachsehen, was jetzt dort los war.

Welche Überraschung, es sah alles aus, wie er es kannte. Der neue Eigentümer hatte sehr schnell gemerkt, er würde hier auf keinen grünen Zweig kommen. So hatte er noch nicht einmal den Namen der Pastaria geändert. Guiseppe, oder einfach Scotti, wie ihn die nannten, die ihn noch aus der Schule kannten, wurde neugierig. Er sah durch die Fenster und dabei fiel ihm die Experimentierküche ein. Klar, zu der hatte er doch noch den Schlüssel.
Sobald er aufgeschlossen hatte, schlug ihm ein Geruch entgegen, wie er ihn aus dem Haus seines Onkels kannte. Immer, wenn der Maische für seinen Familienbrand angesetzt hatte, roch es ähnlich wie jetzt die Reste seines letzten Experiments.
Na, da war doch klar, was Scotti nun machte, alles rein in die Destille. Der Schnaps brannte im Hals, aber er machte munter. Da musste sich doch was draus machen lassen.

Mit immer neuen Versuchen, angefangen von der Zusammensetzung der Maische bis zum Lagern in verschiedenen Fässern, meist alte Weinfässer aus der Umgebung, tastete sich Guiseppe weiter an das heran, was er sich vorstellte. Doch es wollte und wollte nicht gelingen.

Da hatte er eines Nachts einen Traum. Ein seltsames Wesen, das aussah wie eine Portion Spaghetti sprach zu ihm. Was hat Scotti nie verraten. Er wäre ja auch schön dumm, solch ein Rezept weiter zu verbreiten. Ihm war klar, damit würde er viel Geld verdienen. Nur ein zugkräftiger Name fehlte noch, einer, der ihn genau so bekannt machen würde wie sein Getränk. Viel überlegen musste der nunmehrige Brenner aber nicht. Scotti Visci war doch damals schon richtig gut eingeführt, damit konnte man also weiter machen.

Wie richtig das spekuliert war merkte man daran, dass ihn schon bald in der ganzen Kampanien und später in ganz Italien jeder kannte. Genau so, wie es früher zum guten Ton gehörte, einmal Guiseppes Malzpasta gegessen zu haben, gehörte es jetzt dazu, Scotts Visci zu trinken.

In Neapel und vor allem in Salerno gab es bald sogar Schänken, die sich ganz darauf spezialisiert hatten. Auch Seeleute kauften dort ein und nahmen es mit nach Hause und vor allem nach Schottland wurde viel exportiert. Bis Scotti starb. Sein Rezept hatte er nie verraten, keiner konnte so brennen wie er und so wurde in Italien Scotts Visci bald wieder vergessen.

Er wäre weltweit vergessen, hätte nicht John Cor in Schottland ab 1494 versucht, dieses Getränk nachzubrennen. Letztlich gelang es ihm, den Geschmack sogar noch zu verfeinern und Scotch Whisky ist heute weltweit als die Nummer eins bekannt.

Nach einer Idee von Andreas Meenke.

Ganz besonders nudliger Dank geht an Mario Sammler, den Inhaber des mehrfachen Whiskyshop des Jahres "The Quaich" in Neubrandenburg für den ersten pastafarianischen Whisky der Welt!
Wir sind mehrmals im Jahr in seiner Lounge und fühlen uns immer pudelwohl.
Vielleicht treffen wir uns mal dort? 




03.11.2016

Das Wort zum Freitag - Pinguine



Wer unser Evangelium bis zum Ende gelesen hat, weiß, dass Pinguine mit Vorsicht zu genießen sind. Für noch junge Pastafari, die noch mitten im Studium des Evangeliums stecken, nehme ich es mal vorweg.

Als unser geliebtes Monster in nur fünf Tagen die Welt erschuf, fügte Es zu Berg und Bäumen auch einen Gnom, da Es sich gerade etwas einsam fühlte. Der Gnom aber entpuppte sich als Nervensäge und nörgelte herum, wann immer er konnte. Dem sonst so geduldigen und nachsichtigen Monster ging das gewaltig auf die nudligen Anhängsel bis Ihm der Geduldsfaden riss.

Es verwandelte den Gnom kurzerhand in einen Pinguin, ausgestattet mit Füßen, die sich schlecht zum Laufen eignen und Flügeln, die nicht zum Fliegen taugen. Zudem verbannte Es ihn an den Südpol, an dem es sich bekanntlich nicht ganz so gemütlich leben lässt.

Folgerichtig warnt uns unser Prophet vor kleinwüchsigen Menschen. Ich möchte sogar etwas weiter gehen, denn es ist erwiesen, warum die Menschen heute im Durchschnitt größer sind, als in den Anfängen. Das Monster hält uns seit Alters her mit Seinen nudeligen Anhängseln am Boden. Würde Es das nicht tun, flögen wir alle ins All. Da aber seit Anbeginn unserer Zeitrechnung, also seit Pasta, die Zahl der Piraten jährlich zugenommen hat, fällt es dem Monster nicht mehr so leicht, alle auf der Erde zu halten. Es hat den Druck daher etwas nachlassen müssen und schwupp, die Menschen nahmen über die Jahrzehnte an Körpergröße zu. So müssen wir davon ausgehen, dass auch Vorsicht im Umgang mit mittelgroßen Piraten angebracht ist.

Denkt mal darüber nach, wenn ihr morgen bei Pasta und Bier sitzt. Das eine oder andere Vorkommnis lässt sich damit wohl schlüssig erklären.

Einen stressfreien Freitag wünscht


Elli Spirelli