29.12.2016

Das Wort zum Freitag - Gunnars Glaube



Gunnar lebte bei seinen Großeltern im schönen Bayern. Er war sieben Jahre alt und ging das erste Jahr zur Schule. Seine Großeltern liebten ihn sehr und versuchten alles erdenkliche, um ihn über den Verlust seiner Eltern, die bei einem Verkehrsunfall ums Leben kamen, hinweg zu helfen. Damals war Gunnar gerade einmal fünf Jahre alt. Er musste seine gewohnte Umgebung von einem Tag auf den anderen verlassen. Von nun an lebte er nicht mehr am Meer sondern in den Bergen. Aber auch wenn er seine Eltern manchmal vermisste, fühlte Gunnar sich doch wohl auf dem Bauernhof seiner Großeltern. Er liebte die Tiere, die es dort gab und konnte sich in dem kleinen Dorf frei bewegen. Die Leute im Dorf waren nett zu ihm, schon weil sein Schicksal sie berührte. Gunnar lebte sich gut ein und fand auf seinen Streifzügen durch das Dorf bald Spielkameraden in seinem Alter. Sein erstes Jahr im Hause seiner Großeltern verlief für ihn gut, er hatte viele neue Eindrücke zu verarbeiten und das verdrängte immer mehr den Kummer. Schon bald entpuppte er sich als wahre Frohnatur.

Als Gunnar seinen sechsten Geburtstag gefeiert hatte, fragten ihn die Großeltern eines Sonntags, ob es ihm etwas ausmachen würde, wenn sie ihn mal für zwei Stunden allein lassen müssten. Dagegen hatte er nichts, denn er war kein besonders ängstliches Kind und ja nun schon sechs Jahre alt, also fast erwachsen, wie er meinte. Neugierig war Gunnar allerdings schon, warum er die Großeltern nicht begleiten sollte, wie sonst auch, wenn sie das Haus verließen. Die wichen seiner Frage allerdings aus und meinten, dass sie mit ihm darüber erst sprechen möchten wenn er etwas älter geworden ist. An den kommenden Sonntagen blieben die Großeltern wie gewohnt zu Hause und Gunnar vergaß die Geschichte, bis wieder mal ein Sonntag kam und sie ohne ihn los wollten.

Gunnar wartete ab, bis sie das Haus verließen und ging ihnen nach. Sie steuerten auf ein Haus zu, was etwas abseits vom Dorf auf einem Hügel stand. Es hatte einen hohen Turm und von dem Turm aus hörte er das Geläut einer Glocke. Nicht nur die Großeltern, sondern fast alle Leute aus dem kleinen Dorf strömten dort hin, alle herausgeputzt in ihrer besten Kleidung. Bis ganz auf den Hügel wagte Gunnar sich nicht, aber er wartete ab, was dort geschah und hörte bald, dass Gesang aus dem geheimnisvollen Hause kam. Als der Gesang verstummte, wurde es ihm bald langweilig und er beschloss, lieber wieder in das Haus der Großeltern zurück zu kehren. Als die beiden dann endlich heim kamen, hielt er es nicht mehr aus und löcherte sie so lange, bis sie nachgaben und das Geheimnis lüfteten.

So erfuhr Gunnar erstmals vom Glauben an Götter im Allgemeinen, von Kirchen und all dem, was man da so tut, vom Glauben seiner Großeltern und letztlich vom Pastafaritum. Seine Eltern waren Pastafari, glaubten also nicht an den Gott, den die Großeltern damals verehrten. Anfangs verstimmte die das sehr.
Als Gunnar dann geboren wurde und auf Wunsch der Eltern keine Taufe erhalten sollte, waren sie fassungslos. Die Eltern meinten, dass Gunnar, sobald er das vierzehnte Jahr erreicht hat, selbst entscheiden kann, ob er getauft werden möchte. Dann ist er alt genug, zu entscheiden, ob er sich einem Glauben zuwenden möchte, oder nicht. Das fanden die Großeltern bei näherer Betrachtung ganz einleuchtend. Sie versprachen den Eltern, Gunnar nicht mit ihren religiösen Ansichten zu beeinflussen.

Als dann der schreckliche Unfall geschah und die Eltern von einem Tag zum anderen nicht mehr da waren, begannen die Großeltern sehr stark an ihrem Glauben zu zweifeln. Ihr lieber Gott hatte sie im Sich gelassen, obwohl sie sich immer bemühten, so zu leben, wie es ihnen der Pfarrer in der Kirche predigte. Das war auch die Zeit, in der sie das Evangelium der Pastafari zu lesen begannen. Anfangs taten sie das mehr aus Verpflichtung gegenüber ihrem Enkel. So beim Lesen des Evangeliums freundeten sie sich jedoch ganz langsam mit dem Glauben an das Fliegende Spaghettimonster an. Sie waren sich einig, ihrem Enkel zu gegebener Zeit darüber zu erzählen. Vorerst hielten sie sich allerdings erst einmal ganz allgemein, um einen Sechsjährigen nicht mit all dem zu überfordern oder zu beeinflussen.

Als Gunnar an diesem Abend im Bett lag, konnte er lange nicht einschlafen und dachte über das Gehörte nach. Aber irgend wann klappten ihm doch die Augen zu und am anderen Morgen dachte er darüber nicht mehr weiter nach.

Seine Großeltern besuchten von Zeit zu Zeit die Kirche, aber Gunnar wusste ja nun Bescheid. Die Großeltern gingen nur deshalb noch zur Messe, weil sie ahnten, was ihnen blühte, wenn sie nicht lebten, wie alle anderen im Dorf.

Bald aber fingen die Dorfbewohner an, nach Gunnar zu fragen. Sie wollten wissen, warum er nicht mit zum Gottesdienst kam. Die Großeltern eierten herum, die Dorfbewohner wurden hartnäckiger und bohrten so lange, bis die Großeltern nicht mehr verheimlichen konnten, dass Gunnar nicht getauft ist und weil das Thema nun auf dem Tisch war, stellten sie sich hinter Gunnar und kehrten von einem zum anderen Moment ihrer Kirche den Rücken, erleichtet, endlich reinen Tisch gemacht zu haben. Das war das Ende der unbeschwerten Tage für Gunnar und gleichzeitig der Beginn seiner Schulzeit.

Von den vielen Spielkameraden blieb ihm nur einer übrig, Hans. Die Eltern von Hans hielten es ähnlich mit der Religion, wie Gunnars Großeltern. Sie sprachen mit Hans, als er die Geschichte über Gunnars Fliegendes Spaghettimonster mit nach Hause brachte und fanden es ziemlich schuftig, einen Freund zu verstoßen, bloß weil er nicht mit ihnen sonntags die Kirchbank drückt. So blieben Hans und Gunnar auch weiterhin Freunde.

Gunnar blieb es nicht erspart, den Religionsunterricht zu besuchen. Erst freute er sich, endlich mehr darüber zu erfahren, was da in dem Kirchlein auf dem Hügel so geschah, denn die Großeltern wollten von diesem Thema erst mal gar nichts mehr wissen. Dann wunderte er sich, dass nicht auch über andere Religionen Wissen vermittelt wurde. Also fragte er den Lehrer danach. Leider ging das so richtig in die Hose. Der Lehrer machte ihm deutlich, dass das hier nicht zur Debatte steht und schmiss noch ein paar unschöne Bemerkungen hinterher. Für den Rest der Klasse war das Feuer aufs Stroh. Ihre gelegentlichen Hänseleien wurden von nun an häufiger und schärfer. Die Klasse fühlte sich im Recht, hatte sie ja alle Erwachsenen auf ihrer Seite.

Seine Mitschüler begannen jetzt bei jeder passenden Gelegenheit mit dem Finger auf Gunnar zu zeigen, auf der Stelle zu hopsen und „Monster, Monster, Monster“ zu rufen. Dabei wurden sie immer lauter und traten immer kräftiger auf. Ohrenbetäubender Lärm entstand.

Gunnar war darüber sehr traurig, verließ die Schule auf schnellstem Wege, sobald sie zu Ende war. Nachmittags verabredete er sich zum Spielen mit Hans. Bald aber tauchte der Rest der Klasse auf, egal wo die beiden spielen wollten, um Gunnar zu ärgern. So verging der Herbst und der Winter kam, brachte Schnee und Eis mit.

Hans und Gunnar verabredeten sich zum Schlittschuhlaufen auf dem Dorfweiher. Der hatte schon ein paar Tage eine schöne Eisdecke. Sie setzten sich auf die Steinbank am Ufer und zogen die Schlittschuhe an. Die Bank erinnerte Gunnar an sein Zuhause am Meer. Auf genau so einer Bank saß er oft mit dem Vater und sah ihm dabei zu, wie er Netze reparierte. Dann zeigte er Gunnar auch immer einige Seemannsknoten. Das erzählte Gunnar jetzt seinem Freund. Dann prüften beide vorsichtig die Eisdecke, bevor sie sich aufs Eis wagten.

Es dauerte nicht lange, und der Rest der Klasse folgte. Gunnar und Hans verging die Lust aufs Schlittschuhlaufen. Langsam machten sie sich aus dem Staub und steuerten das Ufer an. Die Schulkameraden hingegen eroberten schnell den See. Wieder zeigten sie auf Gunnar, wieder riefen sie „Monster, Monster“ und sprangen dabei im Gleichtakt, sprangen und sprangen und dann knackte es. Durch die zu heftige Vibration brach das Eis und alle fanden sich im kalten Wasser wieder. „Hilfe“ brüllten sie aus vollen Kehlen, „Gott, rette uns.“ Doch der ließ sich weit und breit nicht blicken.

Die Hilfe kam einzig von Hans und Gunnar. Hans holte sein neues Taschenmesser, das sogar eine kleine Säge hatte, aus der Hosentasche. Schnell schnitt er damit den langen Strick durch, der an einer Trauerweide nahe des Weihers angebracht war. Unten am Strick baumelte noch der große Reifen, von dem aus sie im Sommer ins Wasser sprangen. Was war das für ein Spaß! Jetzt aber wurde der Reifen schnell über das Eis geschoben und gewissermaßen als Rettungsring eingesetzt. Das andere Ende des Stricks band Gunnar an der Bank fest. Alles ging blitzschnell, fast wie im Traum. Die Jungen kletterten einer nach dem anderen aus dem Wasser und rannten, so schnell sie konnten, nach Hause.

Am folgenden Tag war die Klassenstärke um die Hälfte geschrumpft, so viele hatten sich erkältet. Aber die, die zum Unterricht kamen, plagte das schlechte Gewissen. In der Pause gingen sie dann auf Gunnar und Hans zu, um sich bei beiden zu bedanken. Natürlich entschuldigten sie sich auch für ihr dummes Lästern. Einige waren sich nicht sicher, ob sie ebenso mutig und beherzt zur Rettung bereit gewesen wären und gestanden das auch Gunnar und Hans ein.

Jetzt zögerte Gunnar nicht mehr länger und erzählte der Klasse vom Fliegenden Spaghettimonster und was er alles schon von Ihm lernen konnte. Gespannt hörten die anderen Kinder zu und fragten sich am Ende, warum sie sich Gunnar gegenüber so idiotisch verhalten hatten. Ihnen wurde klar, dass sie sich ohne zu überlegen und nachzudenken von den Erwachsenen beeinflussen ließen, die es einfach nicht fertig brachten, tolerant gegenüber Mitmenschen zu sein, die nicht haargenau so ticken, wie sie selbst. Von nun an gelobten sie, erst einmal ihren Verstand einzuschalten, bevor sie sich auf Dinge einließen, die ihnen am Ende peinlich sein mussten.

Gunnar hatte es mit seinen Erzählungen geschafft, bei ihnen die Neugier auf das Fliegende Spaghettimonster zu wecken, denn das Gesagte fanden sie gar nicht so verkehrt. Sie wollten mehr über das Fliegende Spaghettimonster wissen. Das Gehörte verfehlte seine Wirkung bei Gunnars Klassenkameraden nicht und Gunnar ging von diesem Tage an wieder sehr gern in die Schule.

Den Tag am Weiher vergaß keiner der Gruppe. Gunnar entschied sich mit vierzehn Jahren, Pastafari zu werden, so wie der eine oder andere der Klasse auch.


So zog ein neuer Glaube in ein kleines Dorf Bayerns ein. Ein guter Anfang!

23.12.2016

Viertes Pastat



Zum vierten Pastat 
klopft der Lichterpirat 
schon fast an das Tor.
Hält Geschenke parat

wie sie jeder gern hat
holt auch Glühwein hervor.

Lasst den starken Kerl ein

Trinkt mit ihm ein Glas Wein
Damit der Lichterpirat 
auch was vom Lichterfest hat.

22.12.2016

Das Wort zum Freitag - Mein Gott: Spaghetti


Das Jahr neigt sich und ich fange langsam an, schon mal Berichte über uns für den Jahresabschluss zu sammeln.
Dabei bin ich auf eine Sendung von Radio Dreyecksland gestoßen. Die ist zwar schon ein bisschen älter, aber ich hatte sie bisher noch nicht veröffentlicht. So habe ich jetzt gleich ein schönes Wort zum Freitag für euch.

16.12.2016

3. Pastat



Die Christen staunen
die Moslems sind platt
die Juden raunen
heut ist drittes Pastat.


15.12.2016

Das Wort zum Freitag - Alle Jahre wieder....


... kommt unsere WeinAchtsMarktAktion zur Aufklärung, wie Weinachten wirklich war.

In diesem Jahr zum ersten Mal nicht Sonnabendnachmittag, sondern Freitagabend. Sie begann mit einer Enttäuschung. Bei der letzten Nudelmesse, als wir den Termin abgestimmt hatten, gab es haufenweise Begeisterung und ziemlich alle wollten dabei sein. 

Am Ende waren es doch wieder nur die üblichen Verdächtigen.

Na ja, nicht ganz. Mike Weeks, amerikanischer Dokumentarfilmer, war mit von der Partie. Der dreht gerade einen Film über die Church of the Flying Spaghetti Monster und war deshalb schon Donnerstag angereist, um unserere wöchentliche Freitagsmesse mit aufzunehmen. Ein lockerer Typ, mit dem man sofort klar kam und der das alles sichtlich genossen hat. Hoffen wir, dass dieser Film ähnlich erfolgreich läuft, wie sein letzter vergleichbarer. Wenn alles klar geht, soll im September Premiere sein.

Zunächst sah es so aus, als ob die Entscheidung für Freitagabend falsch war. Die Leute waren mächtig in Eile, kaum jemand nahm uns was ab. Der Weihnachtsmarkt selbst war so überfüllt, dass wir keine große Lust hatten, uns selbst dort mal an irgend einer Bude zu platzieren.

Aber dann ging es doch noch los. Eine Pastafarina wollte sich unbedingt mit uns fotografieren lassen, eine andere machte uns klar, dass es diese Kirche auch in Italien gibt. Sie war Italienerin und erfreut als sie hörte, wir stehen mit unserer Bruderkirche in sehr gutem Kontakt. Die Bemerkung, Chiesa Pastafariana Italiana höre sich aber viel besser an, als Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland, musste sie aber doch noch los werden.

Irgendwie schien nun das Eis gebrochen. Die Kontakte nahmen zu, woran wohl sowohl unser neues Banner als auch die mitgebrachten Fleischbällchen ihren Anteil hatten.


Drei Päckchen hatten wir gekauft und mit Zahnstocherfähnchen versehen. Sie waren deutlich vor den Flyern alle.
Auch schöne Diskussionen gab es wieder und nicht den geringsten Ärger. Das war auch schon mal anders


Ganz zum Schluss kam noch eine Gruppe auf uns zu. Die Jungs hatten schon von uns gehört und wollten uns mal den Mädels zeigen. Eins war besonders interessiert und wollte ganz genau wissen, was wir warum und wie machen. Das hatte ihr wohl so gut gefallen, dass es dann noch für jeden von uns eine Umarmung gab.

Mike hatte also einiges zu filmen. Mal sehen, was davon in seinem Film zu sehen sein wird.


Nachtrag:
Als ich am Sonnabend erfahren habe, dass die Chiesa gerade einen neuen Papst bzw. in dem Fall eine neue Papessa gewählt hat, habe ich ihn auch noch dorthin vermittelt. Wir werden also auch noch was von den Italienern sehen. 

09.12.2016

2. Pastat




Heut zum 2. Pastat

gehen wir an den Start
um die WeinAcht zu künden
Ihr müsst uns nur noch finden. 


18:00 Uhr, Kulturbrauerei Berlin, Eingang Knaackstraße :)

08.12.2016

Das Wort zum Freitag - Rahbaumkugeln




Jedes Jahr bringen wir die wahre Geschichte unter die Leute, wie WeinAchten entstand. In diesem Jahr treffen wir uns am Freitag, d. 09.12.16 um 18:00 Uhr am Eingang Knaackstraße der Kulturbrauerei in Berlin. Dort verteilen wir unsere Flyer, Button und Aufkleber und kommen dabei ganz sicher auch wieder schön ins Schwatzen mit den Leuten. Wer mitmachen will, ist herzlich eingeladen.

Die meisten von euch werden die Geschichte schon kennen, aber wir haben etwas neues in unseren Archiven ausgegraben. Nichts Wesentliches, aber ein schönes, kleines Detail.

Ihr erinnert euch sicher an den Knaben, der den Weinbecher des Piraten umstieß, worauf ihn dieser ermahnte: "Du musst den Wein achten."

Dieser Knabe wurde, wie wir nun herausgefunden haben, von allen nur Blasen-Jan genannt. Nein, nicht weil er immer so schnell durch den Sand wetzte, dass er Blasen an den Füßen hatte. Es hatte viel mehr mit seiner Scheu vor Seife zu tun. Er hasste es, sich zu waschen und strampelte auf Teufel komm raus und schrie, wenn seine Mutter das mit Gewalt versucht. Dabei bekam er einmal etwas Wasser in den Mund und zu seinem Erstaunen kam dann aus diesem eine Blase, als er weiter schreien wollte. Verdammt, sah die toll aus als die ins Moos fiel und dort in der Sonne glitzerte.



Aber es schmeckte fürchterlich. Also musste er sich was einfallen lassen, wie er anders Blasen machen konnte. Schon der erste Versuch mit einem Strohhalm klappte prima und so sah man Jan immer öfter mit dem und einem Napf Seifenwasser. 

Bald war er nicht mehr der Einzige, der seine Freude am Seifenblasen hatte. Auch andere Kinder fanden das prima und machten mit. Nur eins bedauerten sie immer, die Blasen platzten zu schnell. 





Ihr erinnert euch noch an den Rahbaum, den die Kinder immer zur Begrüßung der Piraten am Strand aufgebaut hatten, wenn die von der letzten Kaperfahrt des Jahres zurück kamen? In einem Jahr war es da schon richtig kalt. Na ja, noch nicht der ganz tiefe Frost, aber doch schon unter Null Grad. Das Seifenblasen machte gerade noch so Spaß.

Da passierte es. Eine der Blasen fiel nicht in den Sand am Strand, sondern auf den Rahbaum. Dort platze sie aber nicht, sondern fing an zu gefrieren. Das sah so toll aus.



Nach und nach waren kleine Sterne zu sehen, die sich auf der Blase ausbreiteten bis die zum Schluss völlig bedeckt war.

Das wollten natürlich alle sehen uns so bliesen die Kinder ihren Seifenschaum direkt auf den Rahbaum. Nach und nach war der übersäht mit gefrorenen Kugeln, die wunderbar im Abendlicht, es war schon spät geworden, schimmerten.



Gleich am nächsten Morgen wollten sie weiter machen, doch da war der Wind wieder viel zu steif geworden. Keine Blase blieb mehr liegen.

Ein Pirat, der einst als Gefangener in einer Glasmanufaktur arbeiten musste, versuchte die Kinder zu trösten. Er blies kleine Blasen aus Glas um einen Draht und hängte die an den Rahbaum.



So entstand die Tradition der Rahbaumkugeln.

02.12.2016

Ein nudliges 1. Pastat allen Pastafari...


....und auch sonst allen, die es feiern möchten.
Zum 1. Pastat
trinkt der Lichterpirat in feiner Manier ein sehr kühles Bier. Der Lichterpirat greift zum 2. Pastat nach zwei kühlen Bieren, muss sich nicht lang zieren. Drei Bierchen geh´n auch, so will es der Brauch zum 3. Pastat. Prost, Lichterpirat. Und in diesem Jahr trinkt vier Flaschen gar zum 4. Pastat unser Lichterpirat. Eure Elli Spirelli

01.12.2016

Das Wort zum Freitag - Sieg für den Bund für Geistesfreiheit


Herzlichen Glückwunsch unseren Freunden vom BfG nach Bayern. Nach vier Niederlagen in den Vorinstanzen hat nun das Bundesverfassungsgericht für sie entschieden. Eine kleine Ursache, aber ein großer Schritt bei der Fortführung der Säkularisierung in Deutschland.

Aber lassen wir Assunta Tameleo, die das Ganze maßgeblich eingefädelt hat, selbst reden:


"Der Bund für Geistesfreiheit München hat vor dem Bundesverfassungsgericht mit seiner Beschwerde endlich Erfolg gehabt. Am heutigen 30.November gegen neun Uhr Ortszeit erreichte uns die frohe Botschaft aus Karlsruhe. Es hat neuneinhalb Jahre gedauert, genau genommen seit Karfreitag im April 2007 bis zum heutigen Tag, bis wir in vierter Instanz endlich recht bekommen haben.

Die Entscheidung lag in Karlsruhe seit 2012 als demnächst zu entscheidendes Verfahren an. Und wir vom bfg München waren schon gar nicht mehr sehr zuversichtlich, wann bzw. was dann denn nach doch relativ langer Zeit in unserer Sache entschieden werden würde.

Zur Erinnerung: im Jahre 2007 beschloss der damalige Vorstand des bfg München unter der damaligen ersten (heute stellvertretenden) Vorsitzenden Assunta Tammelleo auf deren Antrag hin, sich mit dem Bayerischen Feiertagsgesetz zu beschäftigen. Dieses Gesetz zwingt zum Beispiel auch Agnostiker, Atheisten, Konfessionslose, Andersgläubige, am sog. „Stillen Tag“, dem Karfreitag, an Stätten mit Schankanlagen nicht zu Musik zu tanzen. Dies werteten wir damals als einen Zwang, der sich mit  unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung im 21. Jahrhundert nicht vereinbaren lässt.

In diesem Land herrscht Religionsfreiheit, und das schließt die negative Religionsfreiheit mit ein. Warum sollen wir an einem für alle Menschen freien Tag nicht zu einem Fest oder zu einer Party einladen dürfen in eine Gaststätte oder ein Theater, um dort zu feiern, zur Musik zu tanzen? Schließlich würden alle gesetzlichen Auflagen beachtet (Emissionsschutz, Jugendschutz etc.), und zum Betreten dieser Stätte würde ja niemand gezwungen? Es würde den gläubigen Christen ja damit nicht verboten, am Tag des Todes ihres Herrn zu trauern…

An Karfreitag 2007 entdeckten wir ohne große Mühe ca. 400 Party-, Musik/Tanzveranstaltungen in München und unmittelbarer Umgebung. Das Bedürfnis, an einem solchen, freien Tag nicht zu traurig und still zu sein, war auch damals – und ist heute noch – sehr groß. Allein, wenn man bedenkt, dass in München selbst mehr als die Hälfte der Bürger/Bürgerinnen aktuell keiner christlichen Konfession angehören. Somit haben wir gezielt in Aufmachung und Werbung dafür gesorgt, dass gerade unsere geplante Party unter dem Motto „Heidenspaß statt Höllenqualen“ vom Erzbischöflichen Ordinariat München Freising entdeckt und beim Kreisverwaltungsreferat München angezeigt wurde. Nur als vom Verbot betroffene Instanz stand uns der Klageweg frei. Und den wollten wir bestreiten. Alleine der Bescheid des KVR München, dass die ganze Veranstaltung verboten wird, hat 300,00 € gekostet. Den Bußgeldrahmen, den der Gesetzgeber vorsieht, hat das KVR München in unserem Fall gleich ganz ausgeschöpft. Zwischen 150,00 bis max. 15.000,00 € sind hier angesetzt. Unsere Party wurde – bei Zuwiderhandlung gegen das ausgesprochene Verbot – mit dem höchstzulässigen Bußgeldsatz von 15.000,00 € belegt.

Alles Weitere ist Geschichte. Anstatt richtig Party zu machen schauten wir den geplanten Film „Wer früher stirbt ist länger tot“ von Marcus H.Rosenmüller im Oberangertheater München an und sangen dazu im Anschluss mit dem ganzen Saal mehrere Lieder acapella, darunter „Amazing Grace“ und „We shall overcome“. Dann klagten wir, verloren am Bayerischen Verwaltungsgericht, am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof und am Bundesverwaltungsgerichtshof in Leipzig (2009). Von dort wanderte das Verfahren nach Karlsruhe und ruhte dort zunächst. Nun, das Warten hat sich gelohnt. Dort haben wir heute gewonnen."

Wir, Elli Spirelli und Bruder Spaghettus, können sogar ein kleines bisschen mit Stolz auf diesen Erfolg sein, denn wir sind beide Betreuungsmitglied im BfG. Dazu muss man nämlich nicht zwingend aus Bayern sein.

Zeigt, dass ihr die gute Sache unterstützt!
Werdet auch ihr dort Betreuungsmitglied, es gibt schon einig Doppelmitgliedschaften KdFSMD e.V/BfG.

Es kostet euch nicht mal was, die Mitgliedschaft ist beitragsfrei. 


Aber weil der BfG, genau wie die Kirchen, eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, bekommt er für jedes Mitglied jährlich einen Grundbetrag. Auch wenn der minimal ist, so können wir mit dazu beitragen, dass das Ungleichgewicht in der Förderung von Weltanschauungen ein kleines bisschen verringert wird.

Wer möchte kann natürlich auch bei moderatem Jahresbeitrag ordentliches und stimmberechtigtes Mitglied werden.

Also ob so oder so, macht mit.