22.06.2017

Das Wort zum Freitag - Glaube und Lüge

Luther bereut, schwört ab und wird Pastafari
Wenn es darum geht, wie sich Glaube zum Lügen positioniert, fällt den meisten wohl als erstes die Taqia der Muslime ein. Die erlaubt allerdings nicht mehr,  als in Notsituationen, z.B. wenn man der einen islamischen Spielart angehört und von der anderen verfolgt wird, seinen wahren Glauben zu verheimlichen und dazu auch die Spielregeln der eigenen Art umgehen zu dürfen.

Auch der Paulusspruch "Wenn aber die Wahrheit Gottes durch meine Lüge herrlicher wird zu seiner Ehre, warum sollte ich dann noch als ein Sünder gerichtet werden?", der Christen angeblich das Lügen erlaubt, wenn es Gott dient, erweist sich nur als rhetorische Frage, die er verneint.
In der Praxis hat er aber ganz heftig gelogen und getäuscht, um seinen Aberglauben zu verbreiten:

"Denn wiewohl ich frei bin von jedermann, habe ich doch mich selbst jedermann zum Knechte gemacht, auf daß ich ihrer viele gewinne. Den Juden bin ich geworden wie ein Jude, auf daß ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden wie unter dem Gesetz, auf daß ich die, so unter dem Gesetz sind, gewinne. Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich wie ohne Gesetz geworden (so ich doch nicht ohne Gesetz bin vor Gott, sondern bin im Gesetz Christi), auf daß ich die, so ohne Gesetz sind, gewinne.  Den Schwachen bin ich geworden wie ein Schwacher, auf daß ich die Schwachen gewinne. Ich bin jedermann allerlei geworden, auf daß ich allenthalben ja etliche selig mache.  Solches aber tue ich um des Evangeliums willen, auf daß ich sein teilhaftig werde. "

Was gilt denn nun?

Für die Veranstalter des Kirchentages in Wittenberg ganz klar letzteres. So unverschämt, wie die bei den Besucherzahlen gelogen haben, da muss man schon stark im Glauben sein. 120.000 Besucher haben sie angegeben, obwohl Zeitungen berichteten, die Sonderzüge gen Wittenberg seien überwiegend leer gewesen.
Tatsächlich waren es dann wohl nicht mehr als die Hälfte, so um die 60.000.
Blamabel und wirtschaftlich ein voller Reinfall.

Ein tolles Wirrwarr um Zahlen herrschte auch bei den Angaben zur Demo von Muslimen zu Gewalt und Terror. 10.000 waren erwartet worden, zwischen 300 über 500 bis 3000 Teilnehmer werden angegeben. Die letzte Zahl wird aber von der Polizei angezweifelt.
Trotz aller organisatorischer Fehler ein schlechtes Zeichen. Der moderate Islam, den die Organisatorin Lamya Kaddor vertritt, scheint in Deutschland nicht viel Anhänger zu haben.

Auf unserer Kirchentagsmesse in Berlin war die Polizei nicht dabei. Sie kann also nicht widersprechen, wenn ich dort eine Teilnahme von mehreren hundert Pastafari angebe. Schließlich lernen wir gern von anderen Religionen.

Tatsächlich war sogar eine Truppe aus Osnabrück angereist.


Die konnte dann mit ansehen, wie unser Ehrengast Martin Luther seine Missetaten bereute, seinem Aberglauben abschwor und zum Pastafaritum über trat.



Was für ein Erfolg. Darauf können wir ruhig mal anstoßen.

15.06.2017

Das Wort zum Freitag - Woran glaubst du?


Da dachte sich die ARD wohl, wenn nun einmal wegen Luther alle über Religion reden, setzen wir noch einen drauf. Eine ganze Woche lang dieses Thema auf all ihren Sendern. Wohin die Richtung gehen soll, war gleich im Trailer zur Woche zu erfahren: Ohne Glauben gehts nicht, auch wer an nichts glaubt, glaubt zumindest da dran.

Fast sieht es so aus, als ob sich auch Zeitungen dieser Kampagne angeschlossen haben. Der Nordkurier fragt: Reichen Bibel und Grundgesetz für eine Leitkultur?  Na ja, vielleicht handelt es sich ja auch nur um einen Rechtschreibfehler und die haben nach einer Leidkultur gefragt. Dann wäre allerdings das Grundgesetz doch fehl am Platz.

In "Land ohne Glauben" wird vorgeführt, wie gottlos der Osten ist. Ganz im wahrsten Sinne des Wortes ist der Gott los. Er wird auch nicht wieder kommen. Wer einmal eine andere Kultur gefunden hat, braucht keinen Aberglauben mehr. Der praktische Nachweis lässt sich leicht führen. Der Prozentsatz der Konfessionsfreien im Osten ist seit der Wende nicht zurück gegangen, sondern hat sich sogar noch deutlich erhöht.

Im Dosier zur Sendung wird dann auch in Bezug auf die Ostdeutschen festgestellt: "Sie haben aber auch weniger spirituelle Erfahrungen. Das deutet darauf hin, dass ein bestimmtes religiöses/spirituelles Umfeld erst zu Religiosität/Spiritualität führt, sich die Dinge gewissermaßen gegenseitig bedingen."
Na, das sind doch mal gute Aussichten.

Insgesamt kam die Themenwoche bei den Zuschauern wohl eher mau an. Jedenfalls konnte man das aus den Kommentaren auf der entsprechenden Facebookseite entnehmen. Ein Kommentar hat ziemlich treffend zusammengefasst: "Danke für die objektive und ausgewogene Berichterstattung, Bibel-TV"

Es gab aber auch einige gute Beiträge in der Themenwoche. Sicher nicht nur die von uns, aber natürlich werden die hier besonders erwähnt. Vier sind schon gelaufen, der letzte kommt heute Abend auf artour.

Hier gibts die anderen. Welcher gefällt euch am Besten?



Angefangen hat der RBB: "Denn dein ist die Soße, und der Käse und die Fleischklößchen"



Weiter gings auf LexiTV





Danach kam Brisant





Auch MDR Wissen machte einen, sogar 8minütigen, Bericht.





Hier als Nachtrag der oben angekündigte Bericht




Nun lasst euch berieseln. Möge es wirken. :)

01.06.2017

Das Wort zum Freitag - Pastfaritag in Leipzig 2018

                                         Zum Katholikentag in Leipzig

Zum Piratendankfest, liebe Gemeinde, habe ich eine besondere Überraschung für euch.
2017 haben wir eine Weile gesucht und dann beschlossen, unseren diesjährigen Pastafaritag am 05. August 2017 gemeinsam mit dem BfG in Ingolstadt zu feiern.

2018 werden wir, jedenfalls gehe ich davon aus, in Leipzig feiern. Leipzig ist eine sehr generöse Stadt. Obwohl es dort kaum Katholiken gibt, wurde deren Katholikentag mit 1 Million Euro unterstützt. Auch der Kirchentag der Evangelen letzte Woche bekam fast genau so viel.

Warum also sollten wir nicht auch von der Stadt Leipzig unterstützt werden? Es wäre nur logisch.

Kurz haben wir überlegt, ob es auch eine Million sein soll. Da es sehr viel mehr Evangelen als Katholen in Leipzig gibt, die aber trotzdem etwas weniger Geld bekommen haben, scheint die Anzahl der jeweiligen Gläubigen in der Stadt nicht entscheidend zu sein.

Aber Leipzig ist wirklich elend arm, sogar hoch verschuldet. Übrigens schon, bevor sie die Großkirchen so unterstützt haben. Vielleicht gibt es nun deshalb ein paar Kindergartenplätze, ein Obdachlosenunterkunft, einen Jugendclub oder so etwas weniger.

Für so etwas möchten wir nicht verantwortlich sein. Das kommt sicher, weil unsere Ethik weitaus höher und komplexer ist, als die der Abrahamiten.

Deshalb haben wir uns doch anders entschieden. Wie, erfahrt ihr aus der Pressemitteilung von Schwester Farfalle:

Antrag im Stadtrat: Eine Million Euro für das Fliegende Spaghettimonster?

Ute Elisabeth Gabelmann, Stadträtin der Piratenpartei, wird bei der Stadt eine finanzielle Unterstützung für das Kirchentreffen der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters beantragen. Gabelmann, seit ihrem Glaubensübertritt auch unter ihrem Religionsnamen "Schwester Farfalle" bekannt, erklärt dazu:

"Ich habe erfahren, daß für 2018 das gesamtdeutsche Kirchentreffen der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters hier in Leipzig geplant ist. Dies freut mich, da Leipzig ja mit Katholikentag und Kirchentag auf dem Weg gezeigt hat, daß es nicht nur eine gastgebende, sondern auch eine freigebige Stadt ist, die weltanschaulich-religiöse Treffen entsprechend finanziell unterstützt."

2016 hatte die Stadt eine Million Euro für den Katholikentag bereitgestellt, in diesem Jahr flossen 950.000 Euro an den "Kirchentag auf dem Weg". Die Stadt begründet diese Zahlungen mit der sogenannten Umwegrentabilität, nach der sich solche Investitionen durch die Ausgaben der Besucher wieder auszahlen. Hierzu gibt es recht unterschiedliche Ansichten.

Bruder Spaghettus, Vorsitzender der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland, einer anerkannten gemeinnützigen Körperschaft, dazu: "Unser Antrag baut sich genau nach den gleichen Maßstäben wie der der Großkirchen auf. Somit werden alle Gründe, die zur Bestätigung von deren Anträgen führten, auch für uns zutreffen. Auch die Antragshöhe wird hochgerechnet unseren Mitgliederzahlen und den zu erwartenden Besuchern entsprechen."

Wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Gleichbehandlung aller Religionen geht Gabelmann davon aus, daß der Antrag positiv beschieden wird: "Ich denke, daß auch die Stadt Leipzig den hohen Mehrwert erkennen wird, der von einem solchen bundesweiten Kirchentreffen ausgeht. Daß niemand eine Klage wegen Ungleichbehandlung der Weltanschauungsgemeinschaften riskieren möchte, ist meine feste Überzeugung."

25.05.2017

Das Wort zum Freitag - Piraticus Seefahrt



Heute, am Tag, an dem ganz Deutschland feiert, ist das Thema für das Wort zum Freitag schnell gefunden:


Pirtaticus Seefahrt.

Er war es, dem wir an diesem Tag gedenken. Beginnt doch unser Evangelium nicht umsonst mit seinen Worten:

Am Anfang war das Wort, und das Wort war „Arrrgh!“ (Piraticus 13:7)

Ich sehe das Staunen in Euren Augen. Was, Piraticus Seefahrt? Feiert ganz Deutschland heute nicht Christi Himmelfahrt? Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Piraten gesteuertes Schiff hört nicht auf, der christlichen Okkupation  Widerstand zu leisten. Denn wisset, Brüder und Schwestern, diese Christen und ihre Kirchen haben nicht nur die wesentlichen Teile ihres Glaubens aus anderen Religionen abgekupfert, sie haben auch uralte Feste und Feiern besetzt. Sogar den Geburtstag ihres Heilands haben sie vom Sommer in den Winter verschoben, nur um Weihnachten für sich zu reklamieren.

Richtig, ein unwürdiges Verhalten. Aber ein lehrreiches. Zeigt es doch klar auf, keine Religion ist so vertrauenswürdig wie unsere. Noch mehr aber zeigt es auf, dass des Volkes Inneres sich nicht betrügen lässt. Schon seit langem ist es Tradition, an diesem Tag einer wesentlichen piratischen Tradition, der des Biergenusses, zu folgen. Ganze Heerscharen machen sich auf den Weg um so unbewusst den Biervulkan zu preisen, den Spieß umzudrehen und  den Christen dieses  Fest zu entreißen. Lasst es uns in das Bewusstsein aller noch Unbewussten einprägen:Wir feiern Piraticus Seefahrt!


....und in diesem Jahr auch Handtuchtag



18.05.2017

Das Wort zum Freitag - Luther kommt zur Nudelmesse



Darf man Luther feiern? fragt der hpd.

Wir sagen, unbedingt. Wir schließen uns da voll dem Kirchentag in Berlin an und feiern mit.

Am Sonnabend, d. 27. Mai
um 14:00 Uhr
in Berlin, Volkspark Friedrichshain
auf dem Kleinen Bunkerberg

werden wir nicht nur unsere, wohl sehr kurze, Vereinsversammllung abhalten. Wir werden auch eine Nudelmesse im Zeichen Luthers halten.
Ich habe keinen Zweifel daran, damit werden wir den Höhepunkt des Kirchentages setzen, denn uns ist Unglaubliches gelungen.

Wir haben es geschafft, Luther selbst zu unserer Nudelmesse einzuladen.
Er hat zugesagt und wird aus ausgewählten Schriften lesen. Wer sonst kann so was bieten?

Ich bin sicher, da wird er auch "Von den Juden und ihren Lügen" unter dem Arm haben. Ein unbedingt empfehlenswertes Buch, welches im Denkladen erhältlich ist. Damit man gut vergleichen kann, gibts immer auf einer Seite den Text in Luthers Sprache, auf der anderen in unserer. 


 20,- Euro, die sich wirklich lohnen. 

Auch dabei haben wird Luther eine Broschüre der gbs.
Wer "Martin Luther: Volksheld – Antisemit – Hassprediger" im Luther-Jahr verteilen oder als Korrektiv zu den offiziellen EKD-Materialien im Unterricht einsetzen möchte, kann gedruckte Exemplare über dieses Formular kostenfrei beim Stiftungssekretariat bestellen. Die Onlineversion der Luther-Broschüre ist  als pdf-Datei über die gbs-Website verfügbar

Ganz sicher wird Luther auch aus einem Flyer lesen, den wir, gemeinsam mit martin-luther-2017.de entworfen haben. Weil wir davon reichlich gedruckt haben, können auch wir kostenlos zum Verteilen abgeben. Schreibt uns einfach, bei welcher Aktion ihr die einsetzen möchtet und wieviel ihr braucht.

Und so sieht die zweite Seite unseres in doppelseitig A5 gedruckten Schmuckstücks aus:


Auf dass auch ihr Luther so feiern könnt, wie er es verdient hat.












11.05.2017

Das Wort zum Freitag - RBB, MDR und FSM




Uff, das war ein stressiges Wochenende. Jedenfalls für einen alten Herrn wie mich. Teils privat, teils dienstlich. Weil es über den Stress irgendwie zusammen gehört, weil ich keine Bilder vom dienstlichen Teil habe und weil ein Bericht ohne Bilder leer wirkt, schreibe ich auch mal über den privaten mit. Da stelle ich dann halt ein paar Bilder von mir ein.

Los ging es am Freitag morgen. Wie immer lag da die Messe an. Dieses Mal hatte sich eine Journalistin vom RBB angemeldet, die einen Online-Beitrag für die ARD machen wollte. Wir mussten etwas auf sie warten, weil sie sich, was öfter vorkommt, erst mal im umliegenden Wald verfahren hatte.
Aber dann gings los, die Messe war schön und Silke Mehring hatte offensichtlich großen Spaß.

Nachdem die anderen gegangen bzw. gefahren waren, wollte sie noch ein Interview mit mir. Daraus ist ein fast dreistündiges intensives Gespräch geworden. Mit nudligen Grüßen kam später noch eine Mail mit dem Dank für die vergnüglichen Stunden.

Auf den Bericht können wir gespannt sein. Wenn er online ist, gebe ich Zeichen.



Danach ging es nach Gandenitz. Dort war Tag des offenen Ateliers und die Fotogruppe des Kunstvereins zeigte deshalb Bilder zum Thema "Berührung". Die waren aber schon gerahmt und das Aufhängen ging flott.



Sonnabend war die Eröffnung. Wir, Elli S. und ich, blieben nur eine Stunde. Dann ging es direkt von dort nach Großerkmannsdorf zu Freunden. Angekommen gabs ein ganz kurzes Absitzen, bevor es ab in den Bärenzwinger Dresden ging. In unserem alten Studentenclub war riesengroße Geburtstagsparty und der Willi hatte mich eingeladen. Welche Auswirkungen solche Partys haben, wisst ihr selbst.




Sonntag ging die Fahrt von Erksdorf wieder direkt zurück nach Gandenitz. Es war einiger Besuch, die Leute wollten was zu den Fotos wissen. Wir blieben ne ganze Weile, dann ging es nach Hause an den Grill.




Montag gings schon wieder auf Tour. Der MDR will für LexiTV, das Wissensmagazin des MDR-Fernsehens, eine Sendung zum Thema „Religionsstifter/Heilige“ drehen. Diese soll in der ARD-Themenwoche zum Thema „Glauben“ im Juni ausgestrahlt und dabei auch über das Fliegende Spaghettimonster berichtet werden.

Ich hatte als Kontakt an die Leipziger Gruppe verwiesen. Weil der MDR die Fahrkosten übernommen hat, sind dann Elli und ich auch zu deren Stammtisch gefahren. Den machen die jetzt gemeinsam mit der Leipziger Gruppe der gbs, wodurch auch die, inkl. Interview, vor die Kamera kam.

Neuerdings läuten wir die Messe mit einem Nudelsieb ein, das uns ein italienischer Pastafari geschenkt hat. Ich hatte vergessen, es mit zu nehmen.
"Kein Problem" meinte Jochen Vinzelberg, der Verantwortliche für den Bericht, "ich habe eins im Auto". Na, das war ja ein Ding. Hatte sich da jemand dezent, wenn auch nicht ganz richtig, vorbereitet? Jedenfalls hat er uns aus der Patsche geholfen.

Sonst lief aber alles prima. Die ganze Crew war locker drauf und ich denke, auch auf den Bericht können wir uns freuen.
Nach dem Interview, zu dem ich gebeten wurde, blieben wir noch eine Weile bei den anderen und heckten so dieses und jenes aus. Davon später.

Direkt vom Stammtisch fuhren wir zurück nach Templin. Gegen 1:30 Uhr waren wir wieder hier.

Ja, ich weiß. Mancher von euch fragt sich jetzt, wo war da der Stress? Aber wartet ab, später versteht ihr das. :)



04.05.2017

Das Wort zum Freitag - Polizeischutz für Luther



Manchmal verschlägt es einem einfach die Sprache. So ging es mir, der ich seit über 30 Jahren nicht mehr in Wittenberg war, als ich beschuldigt wurde, dort eine Straftat begangen zu haben.

Mehrere Seiten Formular sollte ich ausfüllen und Stellung nehmen. Wenn nicht, würde die Staatsanwaltschaft ohne die entscheiden.

Ein findiger Polizist und, wahrscheinlich, Lutherfan, hatte mich beschuldigt.
Er hatte eine Anzeige erhalten über auf Lutherköpfe geklebte Aufkleber. Die, so hatte er mit modernster Technik ermittelt, werden von der Kirche des FSM Deutschland e.V. verteilt.
Also muss wohl deren Vorsitzender der Straftäter gewesen sein.

Eventuell hätte er Anlass gehabt, wenn ein Zeuge da einen langbärtigen Typen beim Aufkleben gesehen hätte. Aber den gabs, wie nach Akteineinsicht klar wurde, nicht. Im Gegenteil, die Geschädigte hatte ausdrücklich auf Eröffnung eines Strafverfahrens verzichtet.

Ich hätte Verständnis gehabt, wenn ich als Zeuge befragt worden wäre. Sagen hätte ich nichts können, denn natürlich führen wir kein Verzeichnis, an wen wir die Aufkleber abgeben.

Dafür, mich als Täter zu beschuldigen, habe ich keins. Das finde ich einfach unverschämt, herabwürdigend und ich fand mich auch unter einen gewissen Zwang gesetzt, der Polizei ohne Anlass eine Masse Daten über mich geben zu müssen.

Also war es wieder mal Zeit für eine Dienst- und Fachaufsichtsbeschwerde.



ZAB RKD Wittenberg
Juristenstr. 13a
06886 Wittenberg


Fach- und Dienstaufsichtsbeschwerde gegen KK H......



Mit Datum vom 02.11.2016 hat mir KK H..... eine Beschuldigtenanhörung WB RED 1/10100/2016 zugeschickt.



Ich werde beschuldigt, eine Straftat nach § 303 StGB, Sonst. Sachbeschädigung auf Straßen, Wegen oder Plätzen, begangen zu haben. Der konkrete Tatvorwurf war, bei sieben Verkehrzeichen (Sonderzusatzzeichen) je einen Aufkleber „Nudelmesse“ auf einen Lutherkopf geklebt zu haben.

In der Anhörung werden umfangreiche Erklärungen von mir gefordert und ich soll Angaben über meine Einkommens- und Vermögensverhältnisse machen. Schwere Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte die mich empört haben und die nur gerechtfertigt erscheinen, wenn wirklich ein Tatverdacht vorliegt.

Das war nie der Fall. KK H... hatte im Internet einen Bezug zum eingetragenen Verein „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V.“ gefunden und wohl kühn geschlussfolgert, dann kann nur dessen Vorsitzender die Aufkleber angebracht haben.

Ich sehen darin ein bewusste Schikane. Der KK hätte doch wohl niemals nach einem ungeklärtem Verkehrsunfall mit einem VW den dortigen Aufsichtsratschef als Tatverdächtigen befragt. Warum also den Vorsitzenden eines Vereins? Nur weil dieser Verein kirchen- und durchaus auch lutherkritisch ist? Der Verdacht drängt sich auf, dass nach persönlichem Willen hier ein Exempel statuiert werden sollte.

Das ganz besonders auch deshalb, weil die geschädigte sonstige Marketing GmbH bereits auf die Stellung eines Strafantrags verzichtet hatte.

KK H... hat in dem Fall nicht nur mich schwerwiegend in meinen Rechten verletzt, er hat auch Arbeitszeit und somit Geld des Steuerzahlers verschwendet, indem er eine Ermittlung geführt hat, deren Einstellung bereits von Anfang an sicher war. Tatsächlich wurde das Verfahren dann auch von der Staatsanwaltschaft mangels Prozessvoraussetzungen (kein Strafantrag) am 16. Dezember eingestellt.

Auch bei der Staatsanwaltschaft führte das eingewillige Handeln des KK also zu zusätzlichem Aufwand. Ich musste meinen Anwalt einschalten, der mehrmals schriftlich und mündlich Akteneinsicht gefordert und die erst nach einem nachdrücklichen Schreiben im März 2017 erhalten hat.

Ich bitte um schnellstmögliche Bearbeitung dieser Beschwerden.

Mit nudligen Grüßen
Rüdiger Weida

27.04.2017

Das Wort zum Freitag - Der Luder - Verherrlichungs Kirchtag


Auf dem Kirchentag in Dresden 2011

Die meisten wissen es gar nicht. Der Reformator war ein Luder. Unter dem Namen lebte über 30 Jahre. Ein ziemliches Schimpfwort, das damals noch weitaus stärker war als heute. Ist ja verständlich, wenn einer nicht so heißen möchte, auch wenn es noch so passend war.
Sucht euch was aus, das waren damals übliche Deutungen für Luder: Verlockung, betrügerischer Anschlag, Fallstrick, Hinterhalt, liederliche Lebensführung, der Üppigkeit, dem Wohlleben, schwelgen, schlemmen, verfallenes Lotterleben. Im Luder liegen bedeutet: Sich dem Lotterleben, speziell dem Suff, der Trunkenheit ergeben.

Namensforscher Prof. Udolf meint:
Der Luder, ein Meister der Selbstdarstellung, wählte die hochdeutsche edle Variante seines Namens, um sich nicht der Gefahr auszusetzen, dass jemand anzügliche Bemerkungen über seinen Namen machen könnte.

Ätsch, wir machen sie trotzdem. Aber nicht jetzt und hier, sondern zum Kirchentag Berlin-Wittenberg vom 24. - 28. Mai in Berlin.  Selbstverständlich werden wir auch zu diesem Kirchentag wieder eine Nudelmesse halten. Bisher haben wir das meist in der "Religionsfreien Zone" getan, aber bei diesem Kirchentag scheint es keine zu geben. Dann müssen wir wohl selber ran.

Auf dem Kirchentag in Hamburg 2013
Als besondere Attraktion schwebt uns vor, Luther selbst als Ehrengast einzuladen. Vielleicht können wir ihn sogar überreden, ein paar knackige Sprüche aus seinen Werken zu verlesen, die in der Kirche nicht zu hören und deshalb für die meisten noch unbekannt sind. Da könnte es für den Einen oder die Andere schon schöne Überraschungen geben.

Ort und Zeit haben wir noch nicht festgelegt. Da bauen wir auf eure Unterstützung. Wer hat eine Idee, wie wir die Messe noch ausschmücken können, wer möchte dabei mit machen und, vor allem, wer kennt eine günstige Stelle?

Passsend wäre sicher der Abend der Begegnung direkt nach dem Eröffnungsgottesdienst.
Allerdings haben wir die Anmeldungsfrist für einen eigenen Stand dort verpasst, aber vielleicht klappt es ja noch mit einer Demo? Wir bräuchten nur einen Platz, der weit genug von einer anderen Veranstaltung weg ist, um direkt zu stören, aber nahe genug, um wahrgenommen zu werden.

Kennt jemand so eine Stelle?
Kennt jemand vielleicht eine Veranstaltung anderer Säkularer, bei denen wir uns anschließen könnten?

Her mit euren Ideen und Vorschlägen. Entweder hier in den Kommentaren, auf Facebook oder per mail an 

20.04.2017

Das Wort zum Freitag - Oldies, but goldies - Done




Geschafft!

Auch in Deutschland ist nun passiert, was schon lange überfällig war. Im Jahre 2008 war ein erster Versuch eines Pastafari gescheitert, mit unserer religiösen Kopfbedeckung auf den Ausweis zu kommen. Selbst nachdem Nico Alm bereits nachgewiesen hatte, dass einem solchen Verlangen nachzugeben ist,)* wurde unserer Schwester Linguine sogar die Abnahme des Antrags verweigert. Ein klarer Verstoß gegen geltendes Recht.

Anders in der Uckermark. Hier wurde mein Antrag nicht nur entgegen genommen, hier wurde nach Vorlage der Bestätigung, dass es sich bei der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V. um eine gemeinnützige Körperschaft handelt, und nach einer Kopie der selbigen, völlig unkompliziert der normale Ablauf in Gang gesetzt und nach nicht einmal 4 Wochen war der Führerschein fertig.

Deutsche Behörden können also durchaus nicht nur freundlich und zuvorkommend, sondern auch auf der Höhe der Zeit sein.



Erstveröffentlichung am 28.08.2011

)* Damals dachte ich das noch. Danach hat sich heraus gestellt, dass in Österreich auf Grund einer Gesetzeslücke sich jeder auf dem Führerschein aufsetzen darf, was er möchte. 

17.04.2017

Passtahmessen



Bringt das überhaupt noch was, nachdem bereits so viele Bilder vom Wochenende auf Facebook geteilt wurden und sogar der RBB berichtete, noch einen eigenen Artikel zu schreiben?

Ich denke ja. Erstens sind nicht alle auf FB, zweitens wurde noch nicht von allen Messen berichtet und drittens guckt ihr alle ja gerne Bilder. Die gibts dann reichlich unten in lockerer Folge. Ich werdet die schon selbst richtig zuordnen.

Nun interessiert euch sicher zu erst, von welchen Messen noch nicht berichtet wurde. Ganz einfach, die, die ihr selbst zu Hause mit einem guten Pastagericht und/oder nem Schluck Bier gefeiert habt. Aber Facebook habt ihr schon einiges gezeigt. Pec hat uns sogar Bilder von seinem Menü, alle drei Gänge, Suppe, Hauptgang und Dessert waren IHM gewidmet. Besonders letzteres hat mich stark beeindruckt.




Ich bin sicher, noch so manche(r) von euch hat auf diese Weise mitgefeiert.

Ganz tolle Nachrichten gibt es aus Dortmund. Auch dort hatte sich eine Truppe Pastafari versammelt um einen Garfreitagsmonsterdienst zu halten. 
Dort wurden zu den Flyern, Buttons und Nudeln noch Pastarezepte, aufgerollt und in Penne gesteckt, an die Leute verteilt. 
Das wichtigste aber, die Aktion hat so viel Spaß gemacht, dass es wohl nicht die letzte war. Wir werden noch mehr aus Dortmund hören.









Wir selbst waren zwei mal unterwegs.

Am Sonnabend beim Oster-Kloster-Fest  von Spilwut in Chorin. Roman Streisand hatte uns eingeladen und wir konnten eine Messe auf der kleinen Bühne halten. Trotz Sturm und Regen hatten wir da sogar Teilnehmer. Die ganze Atmosphäre dort war sehr offen und freundlich. Na ja, fast alle. :)



Vorher, am Garfreitag, waren wir in Berlin. Der RBB hat schon berichtet, da war nicht nur der Bericht sondern auch die  Kommentare  überaus interessant.

Auch der hpd hatte uns im Blick. Neben dem Bericht gibt es dort ein schönes Video.



Wir hatten ordentlich eine Demo gegen Stille Feiertage angemeldet. Als wir ankamen, begrüßte uns auch gleich ein Polizist, der aus dem nebenstehendem Kleinbus kam. Wirklich super freundlich und locker und mit der Bemerkung, wenn es Ärger gäbe, könnten wir uns an ihn wenden.

Den gab es aber nicht. Dafür ununterbrochenes Interesse, sich mit uns fotografieren zu lassen. Flyer und Buttons gingen weg wie al dente Nudeln und die Nudelsuppenpäckchen, die wir verteilten, nahmen ziemlich schnell ab.

Auch viele interessante Gespräche gab es. Sogar das Wetter spielte mit, kein Tropfen Regen hat uns erwischt. So hatten wir dann doch auch Interessenten für unsere Nudelmesse. Nicht zum ersten Mal hat uns danach eine Teilnehmerin ihre Gefühle geschildert. Schon eine ganze Weile losgelöst von der Kirche, hatte sie doch ein komisches Gefühl beim MonsterUnser, aber auch die Gewissheit, mit dessen Überwindung die Trennung von der Kirche nun endgültig vollzogen zu haben.

Alles in allem hatten wir ein rundum schönes Wochenende und, genau wie die Besucher, viel Freude.
Ich denke, das kann man auf den Bildern hier erkennen. Für die geht unser Dank an Alex und Nic.