29.06.2017

Das Wort zum Freitag - Gedanken zur Zeit


nach einem Bild von Jürgen Matern
Es ist schon viele Jahre her, dass ich die obskure Religion des Physikers Bobby Henderson und seine Publikationen mit Sympathie verfolge. Es ist die wichtigste Frage in unserer Zeit geworden. Keine politische Partei greift das Thema in ernst zu nehmender Weise auf. Und dies wäre jetzt dringend nötig.

Die vielen Anschläge des sogenannten "Islamischen Staates" werden zunehmen und niemand weiß ein Mittel gegen diese Gefahr. Unsere Politiker reden dann immer von "feigen Anschlägen" und ihre Gedanken seien in diesem Moment bei den Opfern und den Angehörigen. Sie haben keine Idee und veranstalten zuerst mal einen "Gedenkgottesdienst" - der hilft immer. Zu diesen, meist ökumenischen Gottesdiensten, lädt man natürlich inzwischen auch Juden und Moslems ein. Pastafari würden hier - wenn man das Grundgesetz ernst nähme - ebenfalls hingehören.

À propos Grundgesetz: Der Artikel 7, Abs. 2 u. 3 sollte gestrichen werden.

Die Anschläge werden von Menschen verübt, die oft als Selbstmordattentäter dabei ihr Leben verlieren und glauben Heilige zu sein. Es ist sehr einfältig und ignorant, sie als feige Terroristen zu bezeichnen. Das Problem ist der kindliche Glaube, den unser Staat explizit fördert.

Wer als erwachsener Mensch sich zu einer bestimmten Glaubensrichtung bekennen will, darf das - nach reiflicher Überlegung - so entscheiden. Er muss das aber unbefangen tun können. Wer aber schon mit der Muttermilch dieses Gift aufsaugt, kommt nur sehr schwer von diesen unvernünftigen Märchengeschichten los. Und es ist unvernünftig - im positiven Sinne. Glauben heißt, nicht wissen. So sagte schon mein Religionslehrer in der Schule. Es hat also wirklich keinen substantiellen Hintergrund, was mit "Vernunft" doch einhergehen muss. Auch ist uns allen doch klar, dass nicht alle Religionen gleichzeitig die wahre Heilsgeschichte verbreiten können, wenn sie unterschiedlich sind. Also erzählen wir unseren Kindern in der Schule schon ganz bewusst die Unwahrheit und leiten sie in die Irre. Wer weiß, vielleicht liegen ja die sogenannten Terroristen richtig?

Wir brauchen hier und heute einen neuen Bobby Henderson, der dieses gravierende Problem - wie ich meine, das wichtigste unserer Zeit - anspricht. Wenn viele Menschen (z.B. in Sachsen und bei Pegida, oder auch in der AfD) vor der Islamisierung Angst haben, dann ist meine Angst vor der Christianisierung aber genau so groß. Hier sind viele Rattenfänger unterwegs, die am rechten Rand des Parteienspektrums fischen gehen. Man sollte ihnen nicht auf den Leim kriechen, sondern mit einer neuen Partei "Flagge zeigen". Denn keine der etablierten Parteien ergreift hierzu die Initiative. Sich gegen eine - egal welche - Religion auszusprechen, kann einer existierenden Partei nur schaden. Einen Zulauf bei dieser Position haben sie nicht zu erwarten, so spart man es lieber aus.

Die klare Trennung von Kirche und Staat, wie es in den meisten westlichen Demokratien das Ziel ist, hat bei uns noch nicht wirklich stattgefunden. Solange wir Regierungsparteien haben, die sich christlich nennen, ist dies auch sehr schwierig.

Ein Gastkommentar von Joachim König


22.06.2017

Das Wort zum Freitag - Glaube und Lüge

Luther bereut, schwört ab und wird Pastafari
Wenn es darum geht, wie sich Glaube zum Lügen positioniert, fällt den meisten wohl als erstes die Taqia der Muslime ein. Die erlaubt allerdings nicht mehr,  als in Notsituationen, z.B. wenn man der einen islamischen Spielart angehört und von der anderen verfolgt wird, seinen wahren Glauben zu verheimlichen und dazu auch die Spielregeln der eigenen Art umgehen zu dürfen.

Auch der Paulusspruch "Wenn aber die Wahrheit Gottes durch meine Lüge herrlicher wird zu seiner Ehre, warum sollte ich dann noch als ein Sünder gerichtet werden?", der Christen angeblich das Lügen erlaubt, wenn es Gott dient, erweist sich nur als rhetorische Frage, die er verneint.
In der Praxis hat er aber ganz heftig gelogen und getäuscht, um seinen Aberglauben zu verbreiten:

"Denn wiewohl ich frei bin von jedermann, habe ich doch mich selbst jedermann zum Knechte gemacht, auf daß ich ihrer viele gewinne. Den Juden bin ich geworden wie ein Jude, auf daß ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden wie unter dem Gesetz, auf daß ich die, so unter dem Gesetz sind, gewinne. Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich wie ohne Gesetz geworden (so ich doch nicht ohne Gesetz bin vor Gott, sondern bin im Gesetz Christi), auf daß ich die, so ohne Gesetz sind, gewinne.  Den Schwachen bin ich geworden wie ein Schwacher, auf daß ich die Schwachen gewinne. Ich bin jedermann allerlei geworden, auf daß ich allenthalben ja etliche selig mache.  Solches aber tue ich um des Evangeliums willen, auf daß ich sein teilhaftig werde. "

Was gilt denn nun?

Für die Veranstalter des Kirchentages in Wittenberg ganz klar letzteres. So unverschämt, wie die bei den Besucherzahlen gelogen haben, da muss man schon stark im Glauben sein. 120.000 Besucher haben sie angegeben, obwohl Zeitungen berichteten, die Sonderzüge gen Wittenberg seien überwiegend leer gewesen.
Tatsächlich waren es dann wohl nicht mehr als die Hälfte, so um die 60.000.
Blamabel und wirtschaftlich ein voller Reinfall.

Ein tolles Wirrwarr um Zahlen herrschte auch bei den Angaben zur Demo von Muslimen zu Gewalt und Terror. 10.000 waren erwartet worden, zwischen 300 über 500 bis 3000 Teilnehmer werden angegeben. Die letzte Zahl wird aber von der Polizei angezweifelt.
Trotz aller organisatorischer Fehler ein schlechtes Zeichen. Der moderate Islam, den die Organisatorin Lamya Kaddor vertritt, scheint in Deutschland nicht viel Anhänger zu haben.

Auf unserer Kirchentagsmesse in Berlin war die Polizei nicht dabei. Sie kann also nicht widersprechen, wenn ich dort eine Teilnahme von mehreren hundert Pastafari angebe. Schließlich lernen wir gern von anderen Religionen.

Tatsächlich war sogar eine Truppe aus Osnabrück angereist.


Die konnte dann mit ansehen, wie unser Ehrengast Martin Luther seine Missetaten bereute, seinem Aberglauben abschwor und zum Pastafaritum über trat.



Was für ein Erfolg. Darauf können wir ruhig mal anstoßen.

15.06.2017

Das Wort zum Freitag - Woran glaubst du?


Da dachte sich die ARD wohl, wenn nun einmal wegen Luther alle über Religion reden, setzen wir noch einen drauf. Eine ganze Woche lang dieses Thema auf all ihren Sendern. Wohin die Richtung gehen soll, war gleich im Trailer zur Woche zu erfahren: Ohne Glauben gehts nicht, auch wer an nichts glaubt, glaubt zumindest da dran.

Fast sieht es so aus, als ob sich auch Zeitungen dieser Kampagne angeschlossen haben. Der Nordkurier fragt: Reichen Bibel und Grundgesetz für eine Leitkultur?  Na ja, vielleicht handelt es sich ja auch nur um einen Rechtschreibfehler und die haben nach einer Leidkultur gefragt. Dann wäre allerdings das Grundgesetz doch fehl am Platz.

In "Land ohne Glauben" wird vorgeführt, wie gottlos der Osten ist. Ganz im wahrsten Sinne des Wortes ist der Gott los. Er wird auch nicht wieder kommen. Wer einmal eine andere Kultur gefunden hat, braucht keinen Aberglauben mehr. Der praktische Nachweis lässt sich leicht führen. Der Prozentsatz der Konfessionsfreien im Osten ist seit der Wende nicht zurück gegangen, sondern hat sich sogar noch deutlich erhöht.

Im Dosier zur Sendung wird dann auch in Bezug auf die Ostdeutschen festgestellt: "Sie haben aber auch weniger spirituelle Erfahrungen. Das deutet darauf hin, dass ein bestimmtes religiöses/spirituelles Umfeld erst zu Religiosität/Spiritualität führt, sich die Dinge gewissermaßen gegenseitig bedingen."
Na, das sind doch mal gute Aussichten.

Insgesamt kam die Themenwoche bei den Zuschauern wohl eher mau an. Jedenfalls konnte man das aus den Kommentaren auf der entsprechenden Facebookseite entnehmen. Ein Kommentar hat ziemlich treffend zusammengefasst: "Danke für die objektive und ausgewogene Berichterstattung, Bibel-TV"

Es gab aber auch einige gute Beiträge in der Themenwoche. Sicher nicht nur die von uns, aber natürlich werden die hier besonders erwähnt. Vier sind schon gelaufen, der letzte kommt heute Abend auf artour.

Hier gibts die anderen. Welcher gefällt euch am Besten?



Angefangen hat der RBB: "Denn dein ist die Soße, und der Käse und die Fleischklößchen"



Weiter gings auf LexiTV





Danach kam Brisant





Auch MDR Wissen machte einen, sogar 8minütigen, Bericht.





Hier als Nachtrag der oben angekündigte Bericht




Nun lasst euch berieseln. Möge es wirken. :)

01.06.2017

Das Wort zum Freitag - Pastfaritag in Leipzig 2018

                                         Zum Katholikentag in Leipzig

Zum Piratendankfest, liebe Gemeinde, habe ich eine besondere Überraschung für euch.
2017 haben wir eine Weile gesucht und dann beschlossen, unseren diesjährigen Pastafaritag am 05. August 2017 gemeinsam mit dem BfG in Ingolstadt zu feiern.

2018 werden wir, jedenfalls gehe ich davon aus, in Leipzig feiern. Leipzig ist eine sehr generöse Stadt. Obwohl es dort kaum Katholiken gibt, wurde deren Katholikentag mit 1 Million Euro unterstützt. Auch der Kirchentag der Evangelen letzte Woche bekam fast genau so viel.

Warum also sollten wir nicht auch von der Stadt Leipzig unterstützt werden? Es wäre nur logisch.

Kurz haben wir überlegt, ob es auch eine Million sein soll. Da es sehr viel mehr Evangelen als Katholen in Leipzig gibt, die aber trotzdem etwas weniger Geld bekommen haben, scheint die Anzahl der jeweiligen Gläubigen in der Stadt nicht entscheidend zu sein.

Aber Leipzig ist wirklich elend arm, sogar hoch verschuldet. Übrigens schon, bevor sie die Großkirchen so unterstützt haben. Vielleicht gibt es nun deshalb ein paar Kindergartenplätze, ein Obdachlosenunterkunft, einen Jugendclub oder so etwas weniger.

Für so etwas möchten wir nicht verantwortlich sein. Das kommt sicher, weil unsere Ethik weitaus höher und komplexer ist, als die der Abrahamiten.

Deshalb haben wir uns doch anders entschieden. Wie, erfahrt ihr aus der Pressemitteilung von Schwester Farfalle:

Antrag im Stadtrat: Eine Million Euro für das Fliegende Spaghettimonster?

Ute Elisabeth Gabelmann, Stadträtin der Piratenpartei, wird bei der Stadt eine finanzielle Unterstützung für das Kirchentreffen der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters beantragen. Gabelmann, seit ihrem Glaubensübertritt auch unter ihrem Religionsnamen "Schwester Farfalle" bekannt, erklärt dazu:

"Ich habe erfahren, daß für 2018 das gesamtdeutsche Kirchentreffen der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters hier in Leipzig geplant ist. Dies freut mich, da Leipzig ja mit Katholikentag und Kirchentag auf dem Weg gezeigt hat, daß es nicht nur eine gastgebende, sondern auch eine freigebige Stadt ist, die weltanschaulich-religiöse Treffen entsprechend finanziell unterstützt."

2016 hatte die Stadt eine Million Euro für den Katholikentag bereitgestellt, in diesem Jahr flossen 950.000 Euro an den "Kirchentag auf dem Weg". Die Stadt begründet diese Zahlungen mit der sogenannten Umwegrentabilität, nach der sich solche Investitionen durch die Ausgaben der Besucher wieder auszahlen. Hierzu gibt es recht unterschiedliche Ansichten.

Bruder Spaghettus, Vorsitzender der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland, einer anerkannten gemeinnützigen Körperschaft, dazu: "Unser Antrag baut sich genau nach den gleichen Maßstäben wie der der Großkirchen auf. Somit werden alle Gründe, die zur Bestätigung von deren Anträgen führten, auch für uns zutreffen. Auch die Antragshöhe wird hochgerechnet unseren Mitgliederzahlen und den zu erwartenden Besuchern entsprechen."

Wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Gleichbehandlung aller Religionen geht Gabelmann davon aus, daß der Antrag positiv beschieden wird: "Ich denke, daß auch die Stadt Leipzig den hohen Mehrwert erkennen wird, der von einem solchen bundesweiten Kirchentreffen ausgeht. Daß niemand eine Klage wegen Ungleichbehandlung der Weltanschauungsgemeinschaften riskieren möchte, ist meine feste Überzeugung."