23.02.2017

Das Wort zum Freitag - Gesunder Glaube?


Keimschleuder Weihwasserbecken

In der Apotheken Umschau habe ich ganz gern mal geblättert. Mein Vertrauen hat das Blatt verspielt, als ich dort einen Artikel fand, der Homöopahthie als ganz normale Heilungsmethode sah.

Jetzt hat mir Elli Spirelli mal wieder ein paar Seiten aus der Zeitung mitgebracht, Thema: Gesunder Glaube?

Immerhin, da war ein Fragezeichen, vielleicht also doch lesenswert.

Am Anfang kam die steile These: "Glauben Sie an einen Gott?..Dann leben Sie wahrscheinlich länger". Jedenfalls behauptete das ein Professor einer auf Spiritualität,  Theologie und Gesundheit spezialisierten amerikanischen Universität. Der hatte über Jahre Daten gesammelt und war zu diesem Ergebnis gekommen. Auch andere Studien schienen das zu bestätigen.

So leben bayrische Mönche und Nonnen deutlich länger als normale Männer und Frauen. Nein, ihr Spötter, am fehlenden Sex kann es nicht liegen. Wer so denkt, sollte die Gespräche des göttlichen Pietro Aretino lesen.

Noch besser kommen die Mönche der frauenlosen Kleinrepublik Athos weg. Lungen und Darmkrebs gab es dort überhaupt nicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Alzheimer nur selten.
Haben die noch besser gebetet als ihre bayrischen Mönchskollegen?
Waren sie noch gläubiger?

Die Autoren der jeweiligen Studien sehen eher weltliche Gründe. Einen anderen Lebensstil, andere Ernährung, mehr Ruhe und geregelten Tagesablauf sind darunter.

Selbst Koenig, der amerikanische Professor, sieht das so. Es spiele keine Rolle, an welchen Gott, welche Religion und welche Mächte man glaubt. Deshalb macht er in seinen Studien auch keinen Unterschied zwischen Religion (konkret ausgearbeitete Jenseitsvorstellungen) und Spiritualität (ein diffuser Begriff für einen Sinn für das Jenseitige). Besonders die letzte Klammerdefinition finde ich sehr gelungen.


Aber Koenig sieht neben dem anderen Lebenstil noch ein anderen Aspekt, warum Religiöse länger leben: "Das Vertrauen in höhere Mächte verringert psychischen Stress"
Nun ja, wenn man so sehr vertraut, dass man zu denken aufhört, ist das vielleicht möglich. Wer aber noch etwas denkt, also auch zweifelt, für den sieht es anders aus. Das wusste Koenig eigentlich auch, denn an einer entsprechenden Studie mit dem Ergebnis "Religiöse Zweifel nehmen Kranken Kraft" war auch er beteiligt.

Auf die Frage, ob denn Religion neben Vorteilen auch Nachteile 
für die Gesundheit haben kann, antwortet er sogar: "Nein, das bezweifele ich".
Na, das können wir auf Anhieb ändern, lieber Professor. Offensichtlich sind die Weihwasserbecken echte  Keimschleudern. Was in Deutschland und Österreich untersucht wurde, dürfte weltweit nicht viel anders sein. Die Praxis ist ja die gleiche.

Insgesamt hat mich der Artikel wieder etwas mit der Apotheken Umschau versöhnt. Besonders auch wegen des Schlussatzes, der auf die Sicherheit Königs abstellt, dass Religion keine gesundheitlichen Nachteile hat:

"Dabei muss man wissen, dass Koenig im "Bibelgürtel" im Süden der USA lebt, wo christliche Religionsgemeinschaften das öffentliche Leben wesentlich stärker prägen, als es überwiegend in Europa der Fall ist."

Das gilt sicher auch bei der Besetzung von Professorenstühlen.


16.02.2017

Das Wort zum Freitag - Helden und Heilige



Arrrgh, Valentinstag schadlos überstanden!
Bettwäsche kann wieder gewechselt werden, wie oben bei Nachbars.
Der Handel freute sich, dass einiger Kitsch den Besitzer wechselte. Die Süßigkeitenbestände schrumpften in den Regalen. Es lebe die Hoffnung, dass die Beschenkten so viel Süßigkeiten vertilgten, dass die nächstgrößere Konfektionsgröße ansteht und der Handel wiederum profitiert.

Die Templiner Zeitung fragte sich in einem Artikel, ob der Valentinstag eine Erfindung der Supermärkte und Blumenhändler sei oder ein alter kirchlicher Feiertag. Aufklärung erhoffte sie sich beim katholischen Gemeindereferent.

Der
meint, St. Valentin läuft in der Kirche unter ferner liefen. In der DDR wäre der Valentinstag nie gefeiert worden und wenn das jetzt ab und an in einer Kirche passiere, dann eher, weil der Zeitgeist das will. Außerdem gäbe es eine Menger wichtigerer Heiliger als St. Valentin.

Tatsächlich geht der Brauch, sich am Valentinstag Blumen zu schenken, auf die römische Göttin Juno zurück, weil Mitte Februar die Paarungszeit der Vögel beginnt. Juno, der Schützerin von Ehe und Familie, wurden an diesem Tag Blumen geopfert; den Frauen schenkte man an diesem Tag Blumen.

Schon interessant. Aber noch interessanter finde ich die Frage, warum Leute heilig gesprochen werden, die irgend wann einmal eine gute Tat vollbrachten. Es gab und gibt so viele Menschen, die das auch taten oder tun. Auch sie handelten selbstlos, riskierten mitunter Leib und Leben oder schrieben z.B. ein Evangelium als Antwort auf zu depperte Bestimmungen.

Tun sie das für hohe Ehren? Ich kann mir das nicht vorstellen. Jeder, der Gutes tut, tut das wohl in erster Linie für sich selbst, bleibt so mit sich im Reinen. Bekommt man dafür Dank und Anerkennung, freut man sich. Aber wegen einer Seelig- und/oder Heiligsprechung verbringt wohl kein Mensch gute Taten.

Hat es am Ende gar nichts mit guten Taten zu tun, wenn jemand heilig gesprochen wird? Geht es vielmehr darum, ob er der Kirche genutzt hat oder nicht?

Wenn man an Mutter Theresa denkt, könnte man zu diesem Ergebnis kommen. Der Todesengel von Kalkutta hat es doch tatsächlich fertig gebracht, den Kranken Schmerzmittel zu verweigern, damit sie so Christus näher sein konnten. Der musste ja auch leiden. Nun könnte man meinen, Christen würden das tatsächlich als gute Tat sehen. Sicher gibt es auch solche.
Ich vermute eher, es werden die vielen Millionen gewesen sein, die sie aus den Spendengeldern für die Kranken auf das Konto des Vatikan geschaufelt hat.


Ja, natürlich weiß auch ich, heilig wird man, nachdem man seelig gesprochen wurde. Notwendig sind nicht gute Taten, sondern Wunder. Ob die Leute dann gute Menschen waren oder z.B. extreme Antisemiten, war egal.

Glaubt ihr nicht? Gut, hier zwei Beispiele:

Der Heilige Chrysostomos, Erzbischof von Konstantinopel, hielt regelmäßig Predigten gegen Juden. Da hieß es dann:
"Die Synagoge ist nicht nur ein Theater, sondern auch ein Bordell. Sie ist eine Räuberhöhle und ein Versteck für unreine Bestien. In ihrer Schamlosigkeit übertreffen die Juden sogar Schweine und Ziegen."

Der heilige Ambrosius von Mailand erklärte gar, als ein Bischof vom Kaiser zur Rechenschaft gezogen werden sollte, weil er eine Synagoge abgebrannt hatte:
"Ich erkläre, dass ich die Synagoge in Brand gesteckt habe, ja, dass ich ihnen dazu den Auftrag gegeben habe, damit kein Ort mehr sei, wo Christus geleugnet wird."

Auch die bedeutenden Heiligen Hieronymus, Augustinus und Kyrill waren echte Judenhasser. Da war nichts, aber auch gar nichts von der angeblichen Feindesliebe der Christen.

Über die Jahrhunderte haben sie, von den alten Kirchenvätern über Luther bis ins 19. Jahrhundert konsequenten Judenhass betrieben und tragen somit Mitverantwortung am Holocaust. Das heute übliche Gerede vom christlich-jüdischen Abendland ist nichts als eine weitere Mär der Kirchen.
Das belegt das kleine Büchlein "Von Golgatha nach Auschwitz", aus dem auch obige Zitate stammen, absolut schlüssig und nachvollziehbar.

Nö, das ist nichts für uns.
Machen wir es also wie immer, liebe Brüder und Schwestern. Bleiben wir mutige Freibeuter, mitfühlende Korsaren, aufmerksame Piraten und zeigen uns auf den Kaperfahrten als Helden. Und brauchen wir mal eine Auszeit vom Heldenmut, kein Problem. Dann legen wir uns mal in die Hängematte und halten die Füße still. Auf uns Pastafari warten dereinst auf alle Fälle Biervulkan und Stripperfabrik. Mehr Gutes braucht es nicht.

09.02.2017

Das Wort zum Freitag - Jesus lebt? Die Jesuslüge

Aus der Reihe "Oldies, but Goldies"



Jesus ist SEIN Sohn, sagen wir Pastafarianer und haben für den, der das Gegenteil empirisch nachweisen kann, 1 Million ausgelobt. Natürlich würde unser geliebtes FSM niemals auf die verrückte Idee kommen, den eigenen Nachwuchs qualvoll zu opfern um dann noch von sich zu behaupten, besonders gütig zu sein. Deshalb ist es angebracht, an dieser Geschichte aus dem vom Luther übersetzten Fabelbuch zu zweifeln.
Die Muslime tun das schon seit eh und je. Richtig erkannt haben aber auch sie Jesus nicht, gilt er ihnen doch als Prophet des einen Gottes. Aber immerhin sind sie, in dieser Hinsicht, schon etwa in der richtigen Richtung unterwegs.
Den höllegeilen Christen gilt er, ob seiner Geschichte von Kreuzigung, Wiederauferstehung und Himmelfahrt, gar als Drittelgott. Oder so ähnlich jedenfalls.

Dabei ist alles so einfach zu widerlegen. Sie tun es selbst immer wieder. Besonders eifernde jugendliche Christen sieht man mit T-Shirts rum rennen, auf denen ganz deutlich steht: „Jesus lebt“. Also nichts mit „am Kreuz für unsere Sünden gestorben“. Irgendwie muss der Kerl so clever gewesen sein, da jemand anderen hin zu schicken. Vielleicht wusste er nicht, dass er anschließend in den Himmel fahren sollte? Oder war es ihm dort gar zu langweilig, gab es einen Vater-Sohn Konflikt und er als Softy hatte die Nase voll von dem kriegerischen alten Herrn mit seinen unmenschlichen Forderungen und Drohungen? Wie es auch sei, jetzt sitzt jedenfalls jemand Anderer an seiner Statt an des Christengottes Seite.

Aber kann man diese T-Shirts wirklich als Beweis akzeptieren? Die Frage scheint berechtigt. Auch, wenn die Losung nicht nur dort, sondern auch auf Autos, an Wänden, Flyern und Büchern zu sehen ist. Deshalb haben wir weder Kosten noch Mühen gescheut und unsere investigative Abteilung mit der Lösung beauftragt.

Wir wussten, auf die kann man sich verlassen. So können wir hier als endgültigen Beweis ein Foto vorlegen, wie Jesus unter uns weilt. Desillusioniert, abgehärmt, verbittert über das, was wurde, aber unter dem Zeichen seines Vaters und ganz zweifelsfrei noch lebendig.

Es macht uns stolz aufzeigen zu können, dass ganze Generationen einer falschen Behauptung aufgesessen sind.

So gehet, ihr Christen, in euch. Wendet euch dem rechten Glauben zu. Ehret IHN, seine Nudligkeit. Werdet Pastafarianer und alle Höllenangst wird euch auf der Stelle verlassen.

(Jesus empfiehlt: Franz Buggle - Denn sie wissen nicht, was sie glauben / Karlheinz Deschner - Oben ohne)

02.02.2017

Das Wort zum Freitag - Gysis Moral

St. Gysi

"Ich glaube zwar nicht an den da oben, aber ich fürchte eine gottlose Gesellschaft"

Nein, es soll jetzt nicht darum gehen zu fragen, ob sich dann Gysi die ganze Zeit in der DDR gefürchtet hat. Die scheint er ja schadlos überstanden zu haben.

Es geht vielmehr um die Begründung: "Ich habe - obwohl ich selbst nicht an Gott glaube - versucht, der Gemeinde zu erklären, dass ich eine gottlose Gesellschaft ganz furchtbar fände. Und zwar schon aus folgenden Gründen: Erstens sind die Religions- und Kirchengemeinschaft Bestandteil unserer Kultur, und zweitens sind zurzeit nur die Kirchen- und Religionsgemeinschaften in der Lage, allgemeinverbindliche Moralnormen aufzustellen."

Wenn er dann meint, die Linke konnte das mal, aber jetzt gerade nicht mehr, vergisst er wohl, dass die Linke nicht die einzige gesellschaftliche Kraft in Deutschland ist. Oder liegt es eher an der teilweisen Übereinstimmung die er zwischen demokratischen Linken und dem Christentum sieht? (ab 8:00).
Manche halten das einfach für Wahlkampf und sehen es damit als erledigt an. Ich weiß nicht, ob diese Vermutung wirklich besser für ich wäre. Was sollte man von einem Politiker halten, der grundlegende Aussagen nur aus wahltaktischen Gründen trifft und welche seiner übrigen Aussagen wären dann ebenfalls nur wahltaktisch?

Gysi hat die positive Bedeutung der Kirchen nicht zum ersten Mal hervorgehoben. Demnach sei es den Kirchen zu verdanken, dass es verbindliche ethische und moralische Werte in Deutschland gebe.

Welche Werte wären das denn, Herr Gysi?

Um das zu beantworten stellt sich wieder ein Mal die Frage, was sind christliche Werte?
Das zu beantworten ist nicht leicht. Jedenfalls nicht, wenn man nicht selbst Christ ist. Für die ist klar, alle heute als gut anerkannten Werte sind christlich, alle anderen unchristlich.

Auch ich kann das nicht abschließend beantworten. Eins scheint mir aber klar, um diese Werte festzulegen, kann man sich nur an die Bibel halten, und das in der wörtlichen Aussage. Zu differtent sind die Werte, die die Unmassen an christlichen Kirchen und Sekten heute leben, um von der aktuellen Situation auszugehen. Da könnte man wohl nur feststellen, es gibt keine christlichen Werte.

Für manche ist die Bergpredigt aus Matthäus 5, im Wesentlichen eine Interpretation der 10 Gebote, da die erste Quelle. Besonders die Aufforderung zur Feindesliebe wird da hervorgehoben. Für mich ein absolutes Unding, und ich vermute, für alle anderen auch. Maximal Toleranz wäre da für mich möglich. Den zu lieben, der dich vielleicht töten will, halte ich eher für psychopathisch.
Jesus selbst bezieht sich später, in Matthäus 19 dann auch noch einmal ausdrücklich auf die Gebote:

Und siehe, einer trat zu ihm und sprach: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, daß ich das ewige Leben möge haben? 17 Er aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote.

Da gehen wir doch mal mit Jesus und sehen uns an, was die so wert sind, indem wir sie mit heutigem Recht vergleichen.

Dazu nehmen wir aus praktischen Gründen die Kurzform. Die lange dürfte selbst für Christen nicht so bekannt sein. Schon 1997 wurde in der Augsburger Kirchenzeitung festgestellt, nicht einmal ein Drittel der Priester der anglikanischen Kirche konnte die 10 Gebote hersagen. In der Kurzform, wohlgemerkt.


1. Gebot
Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.


Klarer Verstoß gegen GG Art. 4
Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

2. Gebot
Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen.


Da gehts um Fluchen und so. Ist laut Grundgesetz nicht verboten. Das kümmert sich gar nicht drum. Also verstößt diese Forderung selbst gegen das Grundgesetz.
Zeitweilig hieß auch: Du sollst dir kein Bild machen. Ein Verstoß gegen GG Art. 5. Demnach kann jeder seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei äußern.

3. Gebot
Du sollst den Feiertag heiligen.


Verstoß gegen GG Art 12 zur freien Arbeitsplatzwahl. Also auch zu solcher, die an Sonn- und Feiertagen Arbeit erfordert.
Auch sonst wird wohl niemand ernsthaft fordern können, dass ich an Feiertagen nichts arbeite, privat im Garten oder im Haushalt.

4. Gebot
Du sollst Vater und Mutter ehren

Davon steht nichts im GG und es gilt zunächst, was dort nicht verboten ist, ist zunächst erlaubt. Wer also verbieten will, seine Eltern nicht zu mögen, verstößt damit gegen das GG.

Auch sonst wird wohl niemand verlangen können, das Kinder die von ihren Eltern vernachlässigt, geprügelt, vergewaltigt, auf den Strich geschickt oder sonst mißbraucht wurden trotzdem Vater und Mutter ehren sollen.
Es ist übrigens interessant, dass es in der ganzen Bibel nicht einmal die Aufforderung an die Eltern gibt, ihre Kinder zu ehren. Da wird im Gegenteil dazu aufgefordert, wenn es Kinder von Feinden sind diese an Steinen zu zerschmettern oder wenn es eigene, aber ungehorsame sind, diese zu steinigen.

5. Gebot
Du sollst nicht töten.

Mag erst mal als grundsätzliche Einstellung gelten können. Aber eben nicht als absolutes Gebot.
Im deutschen Recht ist ausdrücklich geregelt, dass in Fällen von Selbstschutz oder Schutz von anderen (Notwehr und Nothilfe) auch getötet werden darf, wenn anders dieser Schutz nicht erreichbar ist.
Auch sonst lohnt es sich darüber nachzudenken, für wen das eigentlich gelten soll. Auch für Tiere? Auch für Feinde? Nee, da spricht die Bibel eine andere Sprache. Alle diese Regeln galten immer nur innerhalb der eigenen Gruppe, also der Juden, später Christen selbst. Nie nach außen.

6. Gebot
Du sollst nicht ehebrechen.


Ist schon ewig nicht mehr strafbar, nicht mehr noch als Scheidungsgrund möglich, da die ja inzwischen ohne Schuldfrage geregelt wird.
Auch sonst ist es wohl reine Theorie zu fordern, dass dort, wo Eheleute sich gegenseitig tolerieren, Seitensprünge zu unterlassen. Oder dort wo Ehen zu ende gehen, wo sie gescheitert sind aber aus gesellschaftlichem Druck oder anderen Gründen nicht gelöst werden können, trotzdem noch sexuelle Treue zu fordern.

7. Gebot
Du sollst nicht stehlen


Wieder wie beim 5. erst mal nicht falsch. Was aber, wenn z.B. ein Attentat vorbereitet wird und ich im letzten Moment den Zünder aus der Bombe klaue? Mag jetzt etwas konstruiert klingen, aber auch hier sind Ausnahmen denkbar die Stehlen rechtfertigen. Mundraub gehört dazu. Der wird sogar in der Bibel selbst gestattet. (Dtn 23,25 EU)

8. Gebot
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden ...


Hurra, hier haben wir endlich mal eins, das wirklich gilt.

9. Gebot
Du sollst nicht begehren deines nächsten Haus


Na, warum denn nicht. Vielleicht will der ja gerade verkaufen und wäre echt froh, einen Interessenten zu finden. Eine völlig sinnlose Regel.

10. Gebot
Du sollst nicht begehren deines nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh und alles, was dein nächster hat.


Da finde ich es schon mal ne ganz unverschämte Frechheit, in welches Umfeld hier die Frau gestellt wird. Alles übrige sind doch ganz klar Sachen, die in jeder modernen Wirtschaft ebenso wie bei 9. alles über Geld und Absprachen geregelt wird. Aber so wurde die Frau halt damals gesehen, als eine Art Eigentum.
Knecht und Magd haben das Recht auf freie Arbeitsplatzwahl.
Aber auch die Frau das Recht sich nach einem anderen Mann umzusehen, wenn ihr der eigene nicht mehr der Rechte ist.

Was also bleibt übrig von den so gelobten 10 Geboten?
Ich finde, nichts. Nicht theoretisch und erst Recht nicht praktisch.
Was im Übrigen auch die Statistik belegt. Eine Untersuchung zur Entwicklung der Kriminalität in den führenden Industriestaaten hat klar erwiesen, dort wo Religion die Moral am stärksten prägt, ist die Kriminalität signifikant höher als dort, wo sie weniger gesellschaftliche Bedeutung hat. In den USA z.B. klar höher als in Schweden. Selbst innerhalb der USA lässt sich dieser Trend nachweisen. Auch im Bibelbelt ist die Kriminalität wesentlich höher als in den weniger religiösen Gebieten.

Die 10 Gebote mögen mal Sinn gemacht haben, als sie entstanden sind und für die, die sie gemacht haben, für Gruppen mit schwacher eigener Kultur in Nachbarschaft von Kulturvölkern. Die hatten schon lange vorher bessere oder ähnliche Regelungen. Da sei mal nur auf den Kodex Hammurapi verwiesen.

Danach waren sie nur noch rückschrittlich und z.B. im Vergleich mit den Lehren der griechischen Philosophen völlig unterlegen. Wenn sich trotz dieser unbrauchbaren Moral dann doch in weiten Teilen das Christentum durchgesetzt hat, dann nicht wegen seiner Lehre, sondern nur durch die Macht, die die Kirche dank Theodosius erworben hatte.