20.04.2018

Das Wort zum Freitag - Gleiches Recht für alle Religionen



Wenn wir, liebe Brüder und Schwestern, gleiches Recht für alle Religionen fordern, müssen wir uns erst einmal fragen: Gibt es überhaupt ungleiches Recht zwischen den Religionen?

Schauen wir uns doch einfach mal an, welche Vorteile christliche Kirchen gegenüber unserer haben.

Es fängt ganz klein an, mit der Taufe.
Eine kirchliche Zeremonie führt zu einer rechtlich anerkannten Mitgliedschaft in einer Kirche und in Folge zu kräftigen Finanzschüben in die Kirchenkassen, denn daraus begründet sich die Pflicht zur Zahlung von Kirchensteuer.

Es geht weiter mit dem Religionsunterrichtvom Staat, und damit von uns, finanzierte Mission. Nur deshalb, um missionieren zu können, findet der in nach Religionen und Konfessionen geteilten Gruppen statt.

In der Armee gibt es die  Militärseelsorge.
Natürlich auch wieder fast völlig vom Staat und damit auch von uns Pastafari bezahlt.

In Krankenhäusern, im Gefängnis und bei der Polizei gibt es die
Sonderseelsorge. Natürlich auch wieder finanziert von....

Geborene Sitze in öffentlichen Gremien, vom Rundfunkbeirat über die Jugendhilfeausschüsse bis hin zum Fernsehbeirat garantieren, dass ein Christ auch in seiner Freizeit optimal betreut wird und nebenher noch vermieden werden kann, dass durch all zu kritische Beiträge seine Gefühle verletzt werden. Zusätzlich gibt´s noch kostenlose Sendezeit für die Kirchen in Funk- und Fernsehen. Natürlich wieder finanziert von uns.

Sucht ein Christ Arbeit, wird er, dank des kirchlichen Sonderarbeitsrechtes, vor uns bevorzugt. Kirchliche Betriebe und Einrichtungen dürfen sich, sonst strikt verboten, ihre Mitarbeiter nach der Weltanschauung aussuchen. Natürlich dürfen die dann auch keine Betriebsräte wählen oder gar streiken.

Bei so vielen Vorteilen kann man als Christ sicher  verschmerzen, dass der Staat ihm gleich die Kirchensteuer über das Finanzamt abzieht. Es bekommt ja seine Kirche und immerhin darf er, wieder auf Kosten der Allgemeinheit, die sogar noch von der Steuer absetzen.

Die Kirchen sparen durch Steuereinzug vom Staat viel  Geld, auch wenn der nicht ganz umsonst ist. Ein Vergleich mit Österreich, wo die Kirchen eigene Ämter zum Einzug betreiben müssen, hat ganz klar gezeigt, die deutschen Kirchen müssten unter diesen Bedingungen ein Mehrfaches von dem ausgeben, was sie jetzt als Entschädigung an den Staat zahlen.

Für uns alle ist hier eine Verletzung des Rechts, seine Weltanschauung nicht offenbaren zu müssen, gegeben. Denn um den Steuereinzug durch den Staat gewährleisten zu können, muss man die  zwangsweise gegenüber Ämtern und seinem Arbeitgeber angeben.

Besonders die Großkirchen, aber auch andere Religionsgemeinschaften, haben also nicht nur Vorteile gegenüber uns, nein, wir finanzieren ihnen diese Vorteile sogar mit unserem Geld.

Das heißt, wir werden nicht nur diskriminiert, sondern auch ausgebeutet!

Natürlich muss sich das ändern. In Österreich versuchen die Almisten, eine Sekte von Nudelsiebträgern, gerade, als Religion anerkannt zu werden. Sollten wir diesen Weg auch gehen? Sollten wir auch versuchen, all diese Privilegien für uns zu bekommen.

Ich sage euch: Nein, das ist nicht unser Weg. Aus zwei Gründen:
Er ist sehr mühevoll und hat wenig Aussicht auf Erfolg, vor allem aber beendet er die Ungerechtigkeit nicht, die dann weiterhin zwischen Gruppen mit unterschiedlicher Weltanschauung bestehen würden.
Wir sind keine Christen, wir gehören zu den Guten. Wir wollen keine Vorteile für uns, sondern eben diese Gleichbehandlung für alle.

Nun sagen Befürworter der Kirchenprivilegien, es wäre auch Gleichbehandlung möglich, wenn alle nach einem gleichen Maßstab gefördert würden. Dabei denken sie zuerst an die Mitgliederzahl. Aber wie ließen sich Mitgliederzahlen vergleichen, wenn die Mitgliedschaft bei den einen durch einen bei der Taufe automatisch abgeschlossenen Zwangsvertrag begründet wird, bei anderen aber vom mündigen Bürger selbst beantragt werden muss?

Nein, ein solches System der Gleichbehandlung auf gleicher Förderung kann nicht funktionieren. Es gibt es auch nicht. Die Evangelische Kirche bekommt trotz geringerer Mitgliederzahl mehr Geld vom Staat, als die Katholische. Die Höhe der Förderung wird nur durch Lobbyarbeit festgelegt.

Unser Staat soll weltanschaulich neutral sein. Neutral bedeutet, sich nicht einzumischen, weder fördernd, noch benachteiligend. Ein Staat verhält sich im Krieg neutral, indem er keine Kriegspartei unterstützt, nicht, in dem das bei allen tut. Genau so hat es bei den Weltanschauungen zu sein.

Weg mit all den Kirchenprivilegien, weg auch mit dem Sonderstatus der Körperschaft des öffentlichen Rechts, und Einbeziehung aller Vereinigungen die den haben in das Vereinsrecht.

Nicht wir müssen den Status der Kirchen bekommen, sondern die Kirchen unseren.

Macht die Kirchen zu Vereinen und fördert diese nur noch genau so, wie jeden anderen Verein....
....und, vor allem, lasst sie so, wie jeden anderen Verein auch, Rechenschaft für die Verwendung der Mittel ablegen.

Nur so ist wahre Gleichberechtigung aller Weltanschauungen möglich.


Erstveröffentlichung 06.09.2013

12.04.2018

Das Wort zum Freitag - Weltanschauung Atheismus?

Gehört der Atheismus zu Deutschland?

Diese Frage hat in unserer Facebookgruppe rege Diskussion ausgelöst. Für die meisten war das selbstverständlich.
Für mich nicht. Ich sage ganz klar, der Atheismus gehört nicht zu Deutschland.

Vor zwei Wochen hatte ich hier bereits herausgestellt, ohne zunächst zu klären, was "gehört zu Deutschland" überhaupt bedeutet, ist eine vernünftige Antwort nicht möglich.
Einfach alles, was es hier gibt, auch als dazugehörig zu erklären, hat sich als untauglich erwiesen.
Genau so untauglich ist das Verständnis, alles was wünschenswert wäre, gehörte zu Deutschland. Da dürften die Meinungen der Deutschen wohl sehr weit auseinander gehen und so eine treffende Antwort unmöglich werden.

Nur eins ist zielführend, als zugehörig zu Deutschland zu sehen, was uns zu dem gemacht hat, das wir heute sind. Dann geht es nicht um politische Verhältnisse, sondern um den Aufbau der Gesellschaft. Wir haben eine offene Gesellschaft, die auf die Stärke des Individuums und nicht auf die Unterordnung unter die Gruppe setzt. Es geht also um die Werte, die die geschaffen haben und erhalten sollen.
Die kommen ganz sicher nicht nur aus einer Quelle, aber aus einer ganz sicher nicht, aus dem Atheismus.

Gibt es, außer Gottlosigkeit, auch nur einen anderen Wert, den alle Atheisten der Welt teilen? Sicher nicht, denn Atheismus bietet keine Werte. Genau so wenig wie sein Gegenstück, der Theismus. Beide sind keine Weltanschauung, sondern lediglich Kategorien für für Weltanschauungen.

Und genau, wie sich unter Theismus die unterschiedlichsten auf Götterbasis einordnen lassen, so lassen sich unter Atheismus die unterschiedlichsten Weltanschauungen ohne Götter einordnen. Die gab es schon immer, angefangen von frühen östlichen Formen wie dem Janismus, dem Buddhismus und Daoismus über westliche, wie den Sophismus, den Epikurismus und die Stoa bis zum heutigen evolutionären Humanismus, wie wir ihn vertreten.

Diese Lehren bieten dann Werte, nicht die Kategorien, unter denen sie einzuordnen sind.

Unsere Gesellschaft heute ist geprägt von Aufklärung und Humanismus. Die haben die religiöse Prägung der Gesellschaft immer mehr zurück gedrängt und so ihre Entwicklung beschleunigt.

Nicht der Atheismus in seiner Vielfältigkeit gehört also zu Deutschland, sondern der Humanismus, auch, wenn mancher das ändern möchte.

Setzen wir uns dafür ein, dass es ihnen nicht gelingt.

05.04.2018

Das Wort zum Freitag - Von der Bedeutung des Unterschieds




Das heutige Wort zum Freitag gilt dem feinen Unterschied.




Um möglichst nah an der Praxis zu bleiben, begeben wir uns dazu auf das für Pastafari so wichtige Gebiet der Seefahrt.

Die wird, wie wir alle wissen, seit Ewigkeiten von den Schiffen des Schwarzen Benedikt dominiert.
  • Niemand konnte seinen Kurs frei selbstbestimmen, es durfte einfach nicht vorkommen, den Kurs seiner Schiffe zu kreuzen.
  • Niemand durfte seine Schiffe nach eigenen Vorstellungen bauen, sie durften einfach nicht größer und heller als seine sein.
  • Niemand durfte seine Crew nach seinen eigenen Erfahrungen das Segeln lehren, es musste so gesegelt werden, wie der Schwarze Benedikt das wollte.

Das hat sich sanft, aber unaufhaltsam geändert. Der Rote Giordano widersetzte sich mehr und mehr dem Diktat Benedikts, baute eigene Schiffe, suchte seine eigene Crew und schulte die nach seinen Erfahrungen. Die Schiffe waren schneller, hatten größere Kanonen und konnten mehr Beute laden.

Das wollte Benedikt nicht dulden. Er war klug und erkannte, das Alte war nicht mehr gut genug. Wollte er nicht jeden Einfluss auf dem Weltmeer verlieren, musste auch er neue Wege gehen. So entwarf er ein neues Schiff, besetze es mit einer neuen Generation von Seefahrern und nannte es deshalb „Generation Benedikt“. Er rüstete es modern aus, stellte neue Regeln für seine Fahrensleute auf und schickte es auf die 7 Meere.

Das Schiff war nicht groß, es hatte keine Kanonen und doch, es entfaltete seine Wirkung.
In den Seemannskneipen zeigte sich die Mannschaft großzügig, teilte Rum aus, trank besonders gern mit den Kapitänen und überzeugte die dabei, wenn der Einfluss Benedikts zu Ende ginge, würde auf den Weltmeeren das Chaos ausbrechen, blanke Anarchie herrschen und nur wir Piraten hätten den Nutzen davon. Auch das Verteilen von Rum hätte dann natürlich ein Ende.

Ein Argument, das auch viele Kapitäne überzeugte, die bisher dem Roten Giordano folgten. Sehr zum Ärger ihrer Mannschaften, die mit dessen Regeln viel besser gefahren waren, versagten sie diesem nun die Gefolgschaft.

Das führte zur Unruhe unter den Mannschaften und sie beschlossen, ihre Beute zusammenzulegen und davon ein eigenes Schiff auszurüsten, die Generation Giordano. So sollte die Generation Benedikt neutralisiert und dem Roten Giordano wieder zu mehr Einfluss verholfen werden. Eine Idee, die sich sofort unter den Seefahrern herumsprach.

In Massen opferten sie ihre Goldstücke, in Rekordzeit war das neue Schiff gebaut und bekam eine riesengroße Crew. Schnell wurden die Anker gelichtet doch schon beim Auslaufen aus dem Hafen zeigte sich, sie hatten in der Eile einiges vergessen. Kein Kapitän stand auf der Brücke, kein Steuermann am Ruder, nicht einmal Seekarten hatten sie an Bord.
So wussten sie nicht recht, wohin eigentlich steuern. Keine guten Zeichen.

Doch das Schlimmste war, sie begannen sich zu streiten. Einer von ihnen hatte ein Buch mitgebracht und fing an, in der Mannschaftskajüte daraus vorzulesen. Ein Buch, das behauptete, manche Seeleute würden manches besser können als andere. Hein, so hieß der Mann des Buches, durfte nicht mehr weiter vorlesen.

Ein großer Teil seiner Kollegen fand es einfach unverschämt, mit solchen Behauptungen die alte Lehre, alle Seefahrer können alles gleich gut, anzugreifen.

Dieses Verbot wiederum fand ein anderer Teil der Crew seinerseits unverschämt. Als mit Glück die erste Prise erobert war, schnappten sie sich dieses kleine Segelboot und suchten fortan ihren eigenen Weg.
Die Generation Benedikt schoss Salut, als sie diese Nachricht hörte und feierte drei Tage lang.


Was, so fragt ihr euch nun sicher, tapfere Piraten und edle Freibeuterinnen, will uns Bruder Spaghettus damit sagen?

Vielleicht ahnt ihr es schon. Ja, es geht um unsere oberste Piratenregel: Keine Dogmen. Deshalb könnte es uns nie passieren, dass das Lesen eines Buches verboten wird. Es könnte uns nie passieren, dass statt über den Inhalt des Buches über seine Farbe diskutiert wird. Vor allem aber könnte es uns nie passieren, dass wir nicht auf unsere eigenen Erfahrungen vertrauen.

Wir wissen, niemand ist besser für den Ausguck geeignet, als die großäugigen Bewohner von Lightningrock. Ihre Felseninsel liegt hoch über dem Meer und ihre Augen haben es gelernt, weit zu schauen.

Wir wissen, die Fahrensleute der Mammutbauminsel können längst nicht so gut sehen, aber niemand kann so schnell klettern wie sie und bessere Seeleute für das Setzen der Segel gibt es nicht.

Wir wissen, die karge und in stürmischem Gebiet gelegenen Salzinseln, in denen die Einwohner seit Generationen ums Überleben kämpfen müssen, bringt die erfindungsreichsten Seebären hervor. Niemand kann so gut wie sie Schätze verstecken und finden.

Wir wissen, niemand kann so gut Karten zeichnen und lesen und den Kurs halten, wie die Vielsegler der Tausend Inseln unter dem Wind. Kein Schiff mit einem Steuermann von dort hat je seinen Weg verloren.  


Um es kurz zu machen, ihr tapferen Pastafari:
Wir wissen, es kommt nicht darauf an, Unterschiede zu verwischen, sondern sie zu nutzen.

Wir wissen, nicht diese Unterschiede sind von Übel. Von Übel ist es nur, wenn eine Mannschaft versucht diese Unterschiede zu nutzen, um die Beute nicht gleichmäßig unter allen Piraten aufzuteilen.

Deshalb rufe ich euch auf. Suchen wir den Unterschied, freuen wir uns über möglichst viele Fahrensleute mit möglichst vielen unterschiedlichen Fähigkeiten auf unseren Schiffen. Setzen wir alle entsprechend dieser Fähigkeiten ein. Versuchen wir nicht, alle alles gleich gut zu können aber achten wir immer darauf, allen die gleiche Achtung und den gleichen Respekt zukommen zu lassen. Wir brauchen nicht die Gleichheit an Eigenschaften, sondern die Gleichheit an Rechten.

Vor allem aber erinnern wir uns immer und überall an unsere erste Piratenregel: Keine Dogmen!

(Erstveröffentlichung 27.10.2011)

29.03.2018

Garfreitag auf dem Vormarsch



Pst, ist euch schon aufgefallen, dass immer mehr Christen dem Garfreitag, dem wichtigsten Tag unseres Passtahfestes, huldigen? Sie bevorzugen an unserem Feiertag auffallend viele Pastagerichte, ob mit Tomatensoße oder Käsesoße. Selbst vegane Fleischbällchen sind am Garfreitag sehr beliebt bei den Christen.

Ganz besonders hoch im Kurs scheint der Garfreitag im Südosten Deutschlands zu stehen. Jedermann redet davon. Vom christlichen Karfreitag mit seinem harten „K“ hört man da nichts. Statt dessen spricht man fast ausschließlich vom Garfreitag, also mit weichem “K“. Hört mal genau hin, wenn ihr euch zufällig dort aufhaltet, und ihr werdet merken, manchmal macht einen schon der Dialekt zum Pastafari.Noch kämpfen wir zwar darum, an unserem wichtigsten Feiertag, dem Tag an dem erstmals eine Nudel bissfest gegart wurde, fröhlich singend und tanzend zu zelebrieren, aber mein Gefühl sagt mir, wir ziehen immer mehr Mitbürger auf unsere Seite. Unser Glaube ist ja auch unvergleichlich glaubenswert.Da entschlüpft mir doch ein fröhliches „Arrrgh“.
Eure Elli S.

Wer zum Garfreitag nicht, wie wie hier, allein zu Hause rumhüpfen möchte, kann das auch mit uns gemeinsam tun. Wir werden beim Oster-Kloster-Fest in Chorin am Garfreitag, am Passtahsonntag und am Passtahmontag jeweils nachmittags zwischen 15:00 und 18:00 Uhr eine Nudelmesse halten. Die genau Zeitabsprache erfolgt erst vor Ort, deshalb können wir da nicht konkreter werden. Aber dort ist mehr als genug los, es wird ganz sicher nicht langweilig. 




23.03.2018

Das Wort zum Freitag - Das Pastafaritum gehört zu Deutschland


Streit in den Medien. Polonkel (Kofferwort aus Politik und Onkel) Wulf hatte seinerzeit erklärt, der Islam gehört zu Deutschland, Polonkel Seehofer behauptet nun das Gegenteil. Die Muslime gehören zu Deutschland, aber nicht der Islam.
Groß(e)Mutter Merkel fand das schrecklich böse und hat ihre Version verkündet: "Diese Muslime gehören auch zu Deutschland, und genauso gehört ihre Religion damit zu Deutschland, also auch der Islam."

So einfach mal aus dem Bauch heraus war für mich klar, Polonkel Seehofer hat Recht. Wenn da nur nicht seine Begründung gewesen wäre: Deutschland wäre durch das Christentum geprägt, was man schon an den Feiertage sehen könnte.

Sofort fällt auf, Merkel und Seehofer verstehen unter "gehört zu" jeweils etwas anderes.
Hier bewundere ich Angela für ihren ungeheuren Mut. Hätte ich ihr so nicht zugetraut. Der gehört schon dazu, um, wenn auch nur durch die Blume, zu sagen: 

"Der Nationalsozialismus gehört zu Deutschland". 

Recht hat sie, jedenfalls nach ihrer Definition von "gehört zu" die alles umfasst, was es in Deutschland gibt. Dann natürlich auch diese Nazis und genau so ihre Ideologie, der Nationalsozialismus.

Letztlich war Horst aber genau so mutig. Er sagt das Gleiche. Auch wieder durch die Blume, in dem Fall wahrscheinlich aus Weißbier. Vielleicht war es sogar ein ganzer Blumenstrauß. Dann hätte er auch eine Entschuldigung, denn ab einem gewissen Pegel setzt das Gehirn halt aus und man macht sich zum Horst.

Mutter Merkel hat diese Entschuldigung nicht. Hat sie einfach die Tragweite ihrer Behauptung nicht gesehen? Wie peinlich wäre das denn? Wer so offenkundige Wahrheiten nicht erkennt, kann doch unmöglich so ein großes Land lenken? Oder wäre das gar nicht so schlimm, weil das eh von Lobbyisten regiert wird?

Oops, ich wollte gar nicht politisch werden. Also schnell zurück zum Thema.

Beide Positionen, "gehört zu" als "gibt es in diesem Land" oder als "haben dieses Land geprägt" zu verstehen, scheinen nicht geeignet zu sein.

Wie wäre es mit "haben unsere Gesellschaft zu dem gemacht, was sie ist"?

Dann bräuchte man nur noch Klarheit, was das denn war. Was gar nicht so schwer ist.

Unsere Gesellschaft ist eine offene, eine, in der das Individuum zählt und nicht der Wille der Gruppe. Ein Ansatz, der so weit weg von Judentum, Christentum und Islam ist, dass sofort klar wird, keine Religion gehört zu Deutschland.

Diese Werte, die heute gelten und die auch unsere Gesetze prägen, sind die, die seit Aufklärung und Humanismus die damalig christliche Prägung immer mehr zurück gedrängt haben bis sie unwichtig geworden ist. Wir alle können mehr als froh darüber sein, sonst würde wohl noch heute wie zur Zeit Karls des Schlächters ausgepeitscht, wer das Vaterunser nicht kann.

Wie diese Werte des Humanismus, besonders in der modernen Form des evolutionären Humanismus, gehören alle zu Deutschland, die sie vertreten.

Womit dann der Kreis geschlossen ist:

Das Pastafaritum gehört zu Deutschland!

16.03.2018

Das Wort zum Freitag - War Stephen Hawking Pastafari?



Nun hat er es also geschafft. So lange wie möglich wollte er noch lernen und erfahren, aber Angst vor dem Tod hatte er nie. Warum auch?
Angst hätte er höchstens haben können, wie mit seinem Tod umgegangen wird. Aber letztlich, wer tot ist, den stört auch das nicht mehr.

Hawking war einer von den ganz Großen und kam ohne Götter zurecht.
Damit ist er bei Darwin und Einstein, von dem er übrigens sehr angetan war. Einstein sollte bald als Gottgläubiger von den Religiösen eingemeindet werden, bei Darwin wurde gar behauptet, er hätte sich auf dem Totenbett noch zum ollen Jahwezausel bekannt.

Da scheint mir nur logisch, mit Hawking wird ähnliches passieren.
Ich muss zugeben, es gibt sogar einige Zitate, die solche Spekulationen fördern würden:

Was ich getan habe, ist zu zeigen, dass es möglich ist, wie das Universum von den Gesetzen der Wissenschaft bestimmt wurde. In diesem Fall wäre es nicht notwendig, Gott zu bitten, zu entscheiden, wie das Universum begann. Das beweist nicht, dass es keinen Gott gibt, nur dass Gott nicht notwendig ist.

Wenn wir eine komplette Theorie haben, können wir die Gedanken Gottes verstehen.

Wenn das Universum einen Anfang hatte, können wir von der Annahme ausgehen, dass es durch einen Schöpfer geschaffen worden sei. Doch wenn das Universum wirklich völlig in sich selbst abgeschlossen ist, wenn es wirklich keine Grenze und keinen Rand hat, dann hätte es auch weder einen Anfang noch ein Ende; es würde einfach sein. Wo wäre dann noch Raum für einen Schöpfer?

Ich bin im normalen Sinne nicht religiös. Ich glaube, dass das Universum von den Gesetzen der Wissenschaft regiert wird. Die Gesetze mögen von Gott erlassen worden sein, aber Gott greift nicht ein, um die Gesetze zu brechen.

Man kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert. Aber die Wissenschaft macht ihn überflüssig.

Wir sollten uns nicht wundern, dass die Bedingungen im Universum für das Leben geeignet sind, aber dies ist kein Beweis dafür, dass das Universum so entworfen wurde, dass es Leben zulässt. Wir könnten Ordnung mit dem Namen Gottes nennen, aber es wäre ein unpersönlicher Gott. Die Gesetze der Physik sind nicht sehr persönlich.

Gott kam jedenfalls ziemlich oft in seinen Büchern vor. Ganz im Gegensatz zu physikalischen Formeln. Da hatte er die These, jede Formel in einem Buch halbiert dessen Umsatz. Sollte umgekehrt Gott den Umsatz steigern?
Seine Ex-Frau Jane war jedenfalls fest dieser Meinung.

Ich glaube ihr und vermute, als er nicht mehr so auf Umsatz angewiesen war, hat er auch Gott aus den Büchern geworfen und klare Kante gezeigt.

Kein Wunder also, wenn auch Atheisten behaupten werden, er wäre einer der ihren gewesen. Vielleicht stimmt es sogar, wie diese Zitate vermuten lassen.

Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen Religion, die auf Autorität und Wissenschaft, die auf Beobachtung und Vernunft basiert. Die Wissenschaft wird gewinnen, weil sie funktioniert.

Das Leben auf der Erde muss sich spontan selbst generiert haben. Es muss daher möglich sein, dass sich das Leben spontan anderswo im Universum entwickelt.

Weil es ein Gesetz wie das der Schwerkraft gibt, kann und wird sich ein Universum selber aus dem Nichts erschaffen. Spontane Schöpfung ist der Grund, warum es statt dem Nichts doch etwas gibt, warum das Universum existiert, warum wir existieren. 

Die menschliche Rasse ist nur ein chemischer Abschaum auf einem mittelgroßen Planeten und umkreist einen sehr durchschnittlichen Stern in der äußeren Vorstadt von einer von hundert Milliarden Galaxien. Wir sind so unbedeutend, dass ich nicht glauben kann, dass das ganze Universum zu unserem Vorteil existiert. Das wäre so, als würde man sagen, dass du verschwinden würdest, wenn ich meine Augen schließe.

Zu fragen, was war vor dem Beginn des Universums, ist so sinnlos wie die Frage: Was ist nördlich vom Nordpol?

Ich aber bin überzeugt, er war Pastafari. Da gibt es unsere ganz feine Ironie:

Ich habe beobachtet, dass sogar Leute, die behaupten, alles ist vorherbestimmt und wir können es nicht verändern, schauen, bevor sie die Straße überqueren.

Da gibt es den Ansatz, keine Dogmen zu akzeptieren und alles zu hinterfragen:

Versucht, den Dingen, die ihr seht, einen Sinn zu geben, und hinterfragt, aus was sich das Universum zusammensetzt.

Der größte Feind des Wissens ist nicht Unwissenheit, sondern die Illusion, wissend zu sein.

Und da gibt es vor allem die absolut passende Grundeinstellung zum Leben:

Das Leben wäre tragisch, wenn es nicht lustig wäre.

Kein Zweifel, Steven sitzt jetzt am Biervulkan. Hau kräftig rein, Pirat Hawking. Vielleicht schaffst du es dort noch, deinen großen Traum zu verwirklichen.

Mein Ziel ist einfach. Es ist ein vollständiges Verständnis des Universums, warum es so ist und warum es überhaupt existiert.


08.03.2018

Das Wort zum Freitag - Ein bissfest Burg ist unser Gott



Nudelmessen, wie die hier vor zwei Wochen, gab es in Berlin regelmäßig. Das könnte vorbei sein, denn mit der kommenden Wahl im Mai wird sich einiges im Vorstand ändern und in der Folge wohl auch der Ort, wo die Messen des Vereins stattfinden. Der dürfte dann wohl eher im süddeutschen Raum liegen.

Damit unser toller Wirt nicht traurig ist, dass er gern gesehene Gäste verliert, haben wir uns abgesprochen, die zukünftig als Gemeinde Berlin zu halten.  Es wäre schön, wenn das klappt.

Eine Gemeindegründung könnte es bald in Paderborn geben. Jedenfalls gab es eine Anfrage ob die fünf Piraten, die da aktiv sind, mit unserer Unterstützung rechnen könnten.
Klar können sie das, wie auch alle anderen von euch mit ähnlichen Plänen.
Dazu gab es sogar mal ein eigenes Wort zum Freitag, Die Rolle der Gemeinden im Pastafaritum.

Also traut euch.

Welchen Spaß Gemeindeleben und Nudelmesse machen kann, könnt ihr auf den folgenden Bildern sehen. Sogar gesungen haben wir....aus vollem Herzen.








01.03.2018

Das Wort zum Freitag - Nudeltaufe



Wir bieten eigentlich alles an Zeremonien. Die Hochzeit ist auch ziemlich gefragt, kein Jahr, in dem wir nicht ein Paar trauen sollen.
Bei der Taufe, die bei uns übrigens mit dem 14 Lebensjahr automatisch erlischt und auch bis dahin keine Rechtsfolgen hat, herrscht allerdings Zurückhaltung.

Nun ja, selbst mit unserer Beschränkung mag die wohl nicht jeder. Vielleicht kennen sie aber auch einfach zu wenig? Holen wir also einen alten Post noch mal hoch. 









Die Eltern bringen ihr Kind in das Zimmer. Gefolgt vom Piratenpaten und den übrigen Piraten. Der Nudler (Priester) begrüßt sie bereits in der Tür. Er bitte alle einzutreten und gemeinsam den pastigen Akt zu feiern.

Gespräch mit Eltern und Paten
Nudler: Liebe Eltern, ihr bringt euer Kind zum Nudeltopf, damit es in die Gemeinschaft der Pastafari und ihres Monsters aufgenommen wird. Welchen Namen habt ihr eurem Kind gegeben?

Eltern.: Mininudel

N.: Was erbittet ihr von der Kirche des Fliegenden Spaghetti Monsters für ihr Kind?

E.: Die Taufe durch Nudelwasser.

N.: Liebe Eltern, ihr erbitten für euer Kind die Nudeltaufe. Damit erklärt ihr euch bereit, euer Kind nach besten Kräften im einzig wissenschaftlichen Glauben zu erziehen. Es soll das Monster und die Piraten lieben lernen, so wie Bobby es gelehrt hat. Seid ihr euch dieser Aufgabe bewußt?
  
E.: Ja.

N.: Mächtiger Piratenpate, die Eltern haben dich gebeten, dieses Kind sowohl in der edlen Kunst des Fechtens als auch in der rohen des Beleidigens zu unterrichten, damit aus ihm ein erfolgreicher Pirat werde. Bist du bereit, ihm dazu immer und alle Zeit einen Säbel zu reichen ?

P.: Ja.


Bezeichnung mit der Anhängselwelle
N.: Mininudel, mit einem freudigen Arrgghh nehmen wir dich in die Gemeinschaft der Piraten auf. In ihrem Namen bezeichne ich Dich mit dem Zeichen des nudligen Anhängsels.. Deine Eltern und dein Piratenpate werden nach mir dieses Zeichen des Monsters auf Deine Stirn zeichnen. (oder nur Nudler?)
Der Nudler zeichnet dem Kind mit dem Daumen eine Welle auf die Stirn. Danach die Eltern und der Piratenpate.

Schriftlesung und Fürbitten
Es folgt eine Lesung aus dem Evangelium des FSM. .
Es folgen die Fürbitten. Jeder Pirat wünscht Mininudel was. (So in Art der Feen bei Dornröschen. Lasst euch schon mal was einfallen)
Jeder Wunsch wird mit Arrgghh beendet. Darauf antworten alle anderen: „Oh Monster, lass Nudeln regnen“ worauf der Nudler ein paar in die Luft wirft.

Absage an das Böse
Das Nudelwasser wird nun geweiht.
N.: Liebe Eltern und Piraten. Durch die Macht des Monsters empfängt Mininudel nun im Akt der Taufe neues Leben aus dem Nudelwasser und seinem Salz. Ihr aber sollt das Kind unter SEINEN Anhängseln wachsen lassen, damit es die Pasta voll in sich aufnehme, stark, selbstbewusst und selbstständig werde und so ewigen Schutz gegen falsche Götzen und ihre pastalosen Propheten erhalte..
Wenn ihr bereit seit, dieses zu tun, ihm Schutz zu gewähren vor den Anhängern des völkermordenden Wüstengötzen, vor den Eiferern des Latschenträgers, und den Fanatikern des Kameltreibers, wenn ihr also bereit seid, dem Bösen zu widersagen, um in der Freiheit der Piraten euch täglich neu zu beweisen und an allem zu zweifeln, so antwortet mir jetzt: Ich widersage.

A.: Ich widersage.


Glaubensbekenntnis
Lasst uns nun gemeinsam Bekenntnis ablegen.


Taufe
Der Nudler bittet nun Eltern und Paten mit dem Kind zum Nudeltopf.
N.: Wollen Sie, dass Mininudel im Zweifel der Kirche des Fliegenden Spaghetti Monsters, den wir eben hier bekannt haben, die Taufe empfängt?
E.: Ja (wir wollen es).
Mininudel wird drei mal mit einer kleinen Kelle Nudelwasser begossen. Dabei sagt der Nudler: Im Namen der Pasta /Im Namen der Soße, Im Namen der Fleischbällchen


Salbung mit Olivenöl
Der Nudler salbt das Kind mit Olivenöl.
N.: Unser Fliegendes Spaghetti Monster hat dich von der Unwissenheit befreit, hat dir Erkenntnis und Zweifel an absoluten Wahrheiten verliehen und dich so auf den Weg zum starken, selbstbestimmten Leben geführt.
ES salbt dich mit Olivenöl, damit die Dogmen an dir abgleiten wie Wasser, damit du mit uns Piraten zu denen gehörst, die ständig das Neue suchen und sich jeder Herausforderung stellen. Jetzt und hier und immer.
A.: rAmen.


Der Sabberlatz (bestickt mit Namenszug Mininudel)
wird umgebunden.
N.: Mininudel, du bist nun Pastafari und Pirat geworden, Der Sabberlatz ist Zeichen dessen, dass du alles Unverdauliche, alles Unglaubwürdige, alles Unbelegte ausspeien mögest und dir immer selbst suchen sollst, was dir bekommt.
A.: rAmen.


Der Piratensäbel
N.: Empfange nun als vollwertiges und gleichberechtigtes Mitglied unserer Mannschaft den Säbel des Piraten. Willkommen an Bord.
A: rAmen
Lasset uns nun gemeinsam unser göttliches Monster anrufen.

Monster Unser,,,,,,

Pr. Nun lasset uns speisen.


Wie immer gilt: keine Dogmen.
Dies ist nur ein  grober Leitfaden wie eine Taufe aussehen könnte.
Feiert Eure Taufe ganz so wie Ihr sie wollt.

22.02.2018

Das Wort zum Freitag - Für einen weltlichen Feiertag!










In Deutschland geht es ungerecht zu. Diese Ungerechtigkeit verteilt sich oft nach einem Nord-Süd-Gefälle, nicht nur beim Wohlstand.

So hat Augsburg im Jahr glatte 5 Feiertage mehr als Hamburg.

Es ist also völlig verständlich, wenn Hamburg und andere Nordländer das ändern möchten. Ja, es sollten sogar noch mehr Länder werden, die das tun.

Völlig unverständlich ist allerdings, wenn in Zeiten stetig wachsenden Bedeutungsverlustes der Religion das Feiertagsungleichgewicht ausgerechnet mit einem Reformationstag etwas ausgeglichen werden soll.

Wer das schon jetzt auch so sieht, egal ob aus Hamburg oder nicht, sollte gleich diese


 Onlinepetition unterzeichnen!


Die Zeit eilt, bereits am 28. Februar will die Hamburger Bürgerschaft abstimmen.


Um die unsinnige Lutherlobhudelei noch zu verhindern und einen Feiertag zu finden, der allen Bevölkerungsschichten gerecht wird, hat sich ein Hamburger Bündnis formiert. Zu den Mitgründern gehört auch unsere Kirche, die in die Liste der Gegenvorschläge für einen weltlichen Feiertag den Internationalen Darwintag mit eingebracht hat.


Hier unser gemeinsamer offener Brief.


Sehr geehrte Frau Präsidentin der Bürgerschaft, 

sehr geehrter Herr Erster Bürgermeister, 
sehr geehrte Senatorinnen und Senatoren, sehr geehrte Abgeordnete, 

die Bürgerschaft möchte am 28. Februar über einen neuen gesetzlichen Feiertag abstimmen. Mit  Besorgnis  mussten  wir  zur  Kenntnis  nehmen,  dass  sich  die  Ministerpräsidenten  und Bürgermeister der Länder Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Hamburg in einer Sondersitzung der Konferenz Norddeutschland am Donnerstag, den 31. Januar 2018 in Berlin für den Reformationstag am 31. Oktober aussprachen. 


Sechs christliche Feiertage sind bereits im Kalender verankert. Unser Bündnis lehnt einen weiteren christlichen Feiertag ab und fordert stattdessen die Einführung eines weiteren weltlichen Feiertages für alle Bürgerinnen und Bürger. 


Zunächst begrüßen wir die Entscheidung, das Gesetz über Sonntage, Feiertage, Gedenktage und Trauertage (Feiertagsgesetz) vom 16. Oktober 1953 dahingehend zu ändern, dass ein weiterer Feiertag aufgenommen wird, um das Ungleichgewicht in der Arbeitszeit-gerechtigkeit zwischen Süddeutschland und Norddeutschland zu kompensieren. Eine länderübergreifende Lösung für alle nördlichen Bundesländer ist schon wegen der zahlreichen Pendler und grenz-

überschreitenden Schüler anzustreben. 

Wir  meinen,  eine  konfessionsgebundene  Entscheidung  muss  mindestens  ohne  Fraktionszwang erfolgen und weisen darauf hin, dass die Abgeordneten gemäß Artikel 7 der Verfassung der Freien und Hansestadt Hamburg „Vertreterinnen und Vertreter des ganzen Volkes“ sind.  


Ein neuer Feiertag sollte eine möglichst große Akzeptanz bei den Menschen erfahren. Es bietet sich  jetzt  eine  einmalige  Chance,  die  Hamburgerinnen  und  Hamburger  im  Rahmen  eines öffentlichen  Beteiligungsprozesses  in  die  Entscheidung  einzubeziehen.  Die  Beteiligung könnte, aber muss nicht zwingend über einen „Volksentscheid“ stattfinden. Gerade bei der Entscheidung  über  einen  neuen  Feiertag  kämen  auch  andere  spannende  Beteiligungsver-

fahren, wie etwa die Stadtwerkstadt Hamburg, in Frage. 
        

Es  mag  sein, dass die  Reformation  für  die Gemeinde der evangelischen  Christen  von herausragender  Bedeutung  ist.  Im  Hinblick  auf  die  seit  Jahren  kontinuierlich  sinkenden  Mitgliederzahlen  ist  die  Etablierung  eines  evangelischen  Feiertages  im  pluralistischen  und freiheitlich-demokratischen Hamburg  von  2018,  in dem über  100  verschiedene Glaubensrichtungen mit Konfessionsfreien friedlich zusammenleben, geradezu anachronistisch. 

  
Der Reformationstag ist ein rein evangelischer Feiertag und keineswegs für das ganze Volk. Die beiden  evangelisch-lutherischen  Kirchenkreise  zählten  2016  nach  eigenen  Angaben zusammen  ca.  650.000  Mitglieder.  Ende  2016  waren  in  Hamburg  1.860.759  Einwohner gemeldet.  Somit  repräsentieren  Evangelisch-Lutheraner  lediglich  ein  knappes  Drittel  der Hamburger. Für die Mehrheit, alle anderen Glaubensgemeinschaften und Konfessionsfreien der  Freien  und  Hansestadt  Hamburg,  ist  der  bei  Historikern  ohnehin  umstrittene  Thesenanschlag Luthers nur von geringer Bedeutung. 

Die  Berufung  auf  einen  enormen  positiven  gesellschaftlichen  Impuls  der  Reformation  ist historisch nicht haltbar. Die Reformation wäre etwa ohne den Humanismus, die Erfindung des Buchdruckes,  den  Aufstieg  des  finanzstarken  Bürgertums  und  die  Auflehnung  der  Fürsten gegen Papst und Kaiser nicht möglich gewesen. Luther war unbestritten eine bedeutende Persönlichkeit, doch seine Rolle wird von der Kirche überhöht. Die auch in seiner Verantwortung 

stehende Spaltung der Kirche hatte zudem verheerende Folgen, die sich bis heute auswirken. 
Vor allem angesichts der 400. Jährung des Prager Fenstersturzes am 23. Mai, der unter der Dynamik des Konfessionsstreits zum grausamen Dreißigjährigen Krieg führte und geschätzten 6-7 Millionen von 18 Millionen Deutschen das Leben kostete, ist die Huldigung der Kirchen-
spaltung nach unserem Ermessen durchaus zynisch. 

Selbst wenn Luthers Schriften im historischen Kontext betrachtet werden müssen, sind seine antisemitischen und antimuslimischen Entgleisungen – allen voran seine Schriften „Von den 

Juden und ihren Lügen“ (1543) und „Vom Kriege wider die Türken“ (1528) – nicht hinnehmbar, da sie Gefühle der heute lebenden Juden und Muslimen verletzen.  

In der Plenarsitzung vom 11. Oktober 2017 wird Hamburg als „Hauptstadt des interreligiösen Dialogs“ hervorgehoben. Damit sei der Reformationstag, obwohl wie beschrieben ein klarer Trennungsakt,  „Brückenschlag  zwischen  den  Religionen”.  Mindestens  die  Hälfte  der  Hamburger Bürger ist konfessionsfrei und wird mit einem „interreligiösen Dialog“ vollkommen außen vor gelassen. Dass ausgerechnet Luther den Grundstein eines säkularen Staates gelegt 

haben soll, entspricht nicht den Tatsachen. Humanismus und Aufklärung werden kurzerhand aus der Geschichte getilgt. Für viele Konfessionsfreie lässt sich Ethik nicht aus der Religion oder 
gar der Reformation herleiten. Der Reformationstag ist für den inter-weltanschaulichen Dialog nicht geeignet. 

Ohne die Bedeutung der ev.-luth. Kirche schmälern zu wollen, deren Engagement für die Stadt wir  durchaus  anerkennen,  lehnen  wir  den  Reformationstag  als  weiteren  konfessionellen

Feiertag aus oben genannten Gründen entschieden ab.  

Erfreulicherweise werden in der Bürgerschaft bereits Alternativ-vorschläge diskutiert. Im Prinzip akzeptieren wir jeden weiteren säkularen Feiertag. Wir möchten die Diskussion um eigene 

Vorschläge bereichern (in chronologischer Reihenfolge):  

12. Februar  „Internationaler Darwin-Tag“ (Geburtstag v. Charles Darwin 1809) 

8. März:    „Tag der Frauenrechte und des Weltfriedens“ (UN)  
8. Mai:    „Tag der Befreiung“ (Kapitulation Nazideutschlands 1945) 
9. Mai:    „Europatag“ (Schuman-Erklärung 1950) 
23. Mai:   „Tag der Grundrechte“ (Dreißigjähriger Krieg 1618 / Grundgesetz 1949) 
1. Juni    „Kindertag“ (UN) 
1. November:  „Europatag“ (1993 Maastricht-Verträge) 
4. November:  „Tag der Menschenrechte“ (Europäische Menschenrechtskonvention 1950);  
9. November:  „Tag der Erinnerung“ (Republik 1918, Pogromnacht 1938, Mauerfall 1989);  
20. September:  „Weltkindertag“ (BRD Resolution 1954) 
10. Dezember:   „Tag der Menschenrechte“ (AEMR der UN 1948) 

Kommt es zu einem Entscheid für den Reformationstag mit Privilegierung der ev.-luth. Kirche, würden die Mitglieder der anderen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften einseitig und ungerecht übergangen. Wir protestieren gegen diese einseitige und gegen den Geist unserer demokratischen Verfassung verstoßende Bevorzugung einer einzelnen Religion. Statt eines Feiertags, der nur zur weiteren Spaltung der Gesellschaft führen kann, fordert dieses 

Hamburger Bündnis die Einführung eines offiziellen Gedenktages, der eher geeignet ist die Menschen zusammenzuführen und zu vereinen. 

Die  kulturell  vielschichtige  Stadt  Hamburg  sollte  sich  nicht  allein  auf  ihre  christliche Vergangenheit berufen, sondern selbstbewusst auf ihre wachsende Bedeutung als weltoffene europäische Metropole verweisen. Ein weiterer säkularer Feiertag für alle Hamburgerinnen 

und Hamburger, der die Grundwerte des friedlichen Zusammenlebens hochhält, könnte zur Versöhnung  der  Kulturen  beisteuern  und  die  Bürgerinnen  und  Bürger  für  die gesellschaftsrelevanten  Themen  Inklusion,  Europa  und  Globalisierung  sensibilisieren.  Wir bitten Sie daher, unsere Gedanken und Empfehlungen gewissenhaft in Ihre parlamentarischen Überlegungen einzubeziehen. 
  
Gezeichnet 
Hamburger Bündnis für einen weltlichen Feiertag:















Und wer es bisher noch nicht getan hat, sollte spätestens jetzt unsere

Petition zeichen.


Auch, wenn ihr nicht aus Hamburg kommt!



15.02.2018

Das Wort zum Freitag - Glaubenssache



Jesus prügelt die Händler aus Tempel



Olle Jesus wird also 2012 Jahre alt.
In welchem Sternbild? - Na, Steinbock, wie ich.
Das sind immer so dominante Durchreißertypen. Sie mögen einigen Rummel um sich, bis zum Personenkult...
Stalin war mit seinem 21. Dezember mal gerade ein Grenzfall – Schütze -.
Der hat andere schießen lassen – Nicht zu knapp.
Ich halte nichts von dem Horroskopquatsch, gar nichts.
Und wie alt wäre „Gott Vater“?
Altert der überhaupt?
Wenn er uns nach seinem Bilde schuf, muss das drin sein.
gibt’s da Rentner, Ost – West etwa?
Gut, der Vater war´s ja nicht. Er hatte den heiligen Geist beauftragt, Maria die unbefugte Empfängnis beizubringen.
Gar nicht so ungeschickt für den Fall der Alimentenfrage.
Die arme Frau!
Was hat die denn beim Empfangen empfunden?
Vorspiel – Nachspiel – Windspiel
Was hat sie überhaupt mit bekommen?
Glücksschauer?
Oder: Beim ersten Mal....
Ging nicht. Fand ja nicht statt. So jedenfalls nicht.
Und da fängt für mich die Diskriminierung der Frau an. Das hält sich im Katholischen, und nicht nur da, bis heute offiziell.
„Unbegrenzte Empfängnis“ geht auch, wenn´s sein muss, im Internet etwa oder bei der Haushälterin – je nach Vernetzung.
Josef sieht auch nicht gerade gut aus bei der ganzen Geschichte.
Konnte, wollte er oder durfte er nicht?
Wie war das überhaupt mit der Verhütung damals?
Schafdärme – wie man hört. Na, ich weiß ja nicht...so rubbelig stelle ich es mir vor..
Spezialistinnen mögen das ja mögen. Besser als gar nicht, oder Interruptus.
Maria jedenfalls war irgendwie angeschmiert, find ich.
Aber das kam nicht von ungefähr.
Wenn ich Bilder von ihr sehe: war sie sexy?
Hätte die mich angemacht? Immer so glatt mit einem Schuss Demut. Kein bisschen selbstbestimmt.
So was lässt sich dann von einem Windhauch schwängern...
Oder wie kam der heilige Geist an sie ran, über sie her?
Wie tun das Bischöfe?
Maria, die Reine.
Zeichnet das unbedingt jemand aus?
Es heißt ja, dass Jesus noch Geschwister hatte.
Na bitte! Plötzlich ging´s!
Das ist wie mit dem Ofen: Mal richtig fegen, damit er Zug bekommt.
Maria, die Reingefegte.
Zeichnet „Reinheit“ - jedenfalls in dieser Beziehung, überhaupt noch jemand aus?
Je befleckter – um im Jargon zu bleiben – desto interessanter – wenn ich mir den bunt befleckten Blätterwald ansehe – gelegentlich in Wartezimmern.
So richtig lebendig sichtbar ist Jesus ja nur um die 34 geworden, kinderlos.
Wenn man dauernd Keuschheit predigt vergeht „Es“ einem vielleicht.
Außerdem fehlte die Zeit.
Es gibt auch Gegenbeispiele, wie jüngst bewiesen.
Der „Herr“ war nur kurz begraben. Er kam nochmal auf einen kräftigen Schluck Meßwein vorbei und fuhr auf, auf nimmer wiedersehen.
Ich bin verschiedentlich eingefahren, in Bergwerke z.B. - oder mit dem Alter, um einige Zentimeter...
Nun sitzt Jesus dem Vater zur Seite, assistiert gewissermaßen.
Wobei eigentlich?
Die Guten zu uns, die Schlechten … Na?
Ist doch auf die Dauer langweilig.
Man kann beten wie man will, sie hören es nicht. Es passiert nichts, nur Unfug..
Frieden? Beseitigung des Hungers?
Am besten scheint es der heilige Geist zu haben.
unsichtbar, lautlos
gelegentlich mal eine Jungfernzeugung organisieren
aber immer geliebt und beschworen.
Ich sympathisiere ja bekanntermaßen etwas mit der Wiedergeburt beim Buddhismus.
Wiedergeburt als Ausgeburt. Das lässt der Phantasie viel Raum.
Aber ich bin viel zu gerne Atheist.
Man darf doch trotzdem mal ein bisschen spinnen.
Wiedergeboren als Stellvertreter des heiligen Geistes...
Den für Gott gibt’s ja schon – Oktopus XVI. Welche Anmaßung!
Ich würde dann als Wunder ausgelegt.
Endlich unsterblich – auch wenn es kaum jemand glaubt.
Ein paar Denkfaule gibt es immer.
Ansonsten den lieben Gott einen guten Mann sein lassen,
solange er mich unbehelligt lässt.
Wenn das nichts ist!



Ein Gastbeitrag von Manfred Wagner, Templin
Erstveröffentlichung 12.07.2012




08.02.2018

Das Wort zum Freitag - Wir helfen euch!



Keine Woche vergeht, in der wir nicht von euch Post bekommen. Nicht immer ist dann so eine schöne Karte dabei, wie die oben. Über die habe ich mich sehr gefreut, zeigt sie doch, wir haben in allen Altersgruppen unser Anhänger.

Meist ist es die Bitte, ein paar Aufkleber zuzusenden. Drei Stück haben wir davon inzwischen, und jeder, der uns einen frankierten Rückumschlag sendet, bekommt die kostenlos.
Immer legen wir dann auch ein paar Flyer mit rein und, wenn es ein besonderer Brief ist, auch einen Button mit unserem Monster im Gabelkranz oder mit Piratenfisch.

Manchmal sind es auch Mails, die ihr uns schickt, oder Nachrichten  über unsere Facebookseite. Dann geht es meist um Hilfe für einen Vortrag in der Schule und es werden Fragen gestellt, die da noch offen sind. Oft sind die ähnlich, aber es gibt immer wieder auch echt neue.
Auch nach ein bisschen Material für den Vortrag wird gelegentlich gefragt.

Manchmal geht es auch darum, ob wir eine Veranstaltung unterstützen können. Über solche Mails freuen wir uns besonders. Das pastafarianische Leben ist bunt und vielfältig und macht einfach Spaß. Keine Frage, wenn das irgendwo gefeiert werden soll, am Garfreitag zum Beispiel, wir unterstützen euch dabei. Auch wenn es, wie bei einer aktuellen Anfrage, einfach mal um ein Pastafest geht.

Seltener möchte jemand von uns getraut werden. Bisher haben wir es immer geschafft, auch diese Wünsche zu erfüllen. Es musste noch keine Hochzeit ausfallen. Allerdings müsst ihr die Kosten für die Anfahrt übernehmen und eine Übernachtung organisieren.

Ganz selten kommen solche Anfragen wie jetzt von der Uni Regensburg, genauer vom ASTA. "...in der letzten Zeit gab es einige Vorfälle auf dem Regensburger Campus der Universität, die sich in Verbindung mit Ihnen proklamieren...." Man wollte wissen, ob es sich dabei um eine rechtliche Ortsgruppe handelt.
Auf Nachfrage zeigte sich, das mit den "Vorfällen" war etwas unglücklich ausgedrückt. Es ging um Raumnutzung, Buchung von Plakatwänden und Veranstaltungen innerhalb der Universität im Namen der Pastafari, für die die der studentische Sprecherrat verantwortlich ist.

Rechtliche Ortsgruppen haben wir gar nicht. Das habe ich mitgeteilt, darauf hingewiesen, dass die meisten Pastafari in Deutschland nicht Mitglied unserer Kirche sind und sich auch getrennt von uns in Gruppen zusammenschließen können. Das ist ja bei anderen Religionen nicht anders. Gleichzeitig bat ich um Gleichbehandlung mit anderen religiösen und weltanschaulichen Gruppen.
Die wurde dann auch zugesichert und erklärt, der ASTA sieht den Zuwachs einer möglichen Pastafari-Gruppe als einen Gewinn für die Diversität der Uni.

Es ist ein tolle Idee, Unigruppen zu gründen. Macht es nach, keine Uni ohne eine Campus Gruppe, das sollte das Ziel sein.
Wir unterstützen euch dabei, wo wir nur können.

Der pastafarianischen Campus Gruppe Regensburg herzlichen Glückwunsch. Wenn ihr noch irgend etwas braucht, Material z.B., meldet euch bei uns.

Möge eure Idee überall Fuß fassen.

02.02.2018

Das Wort zum Freitag - Wie ein Gericht zur Waffe wird



Unsere österreichische Bruderkirche hat es schwer. Ich hatte schon im vorletzten Wort zum Freitag darüber berichtet.

Der Richter schien seine Arbeit überaus ernst zu nehmen. Er hatte angekündigt, mindestens 300 Mitglieder persönlich vorzulanden und zu befragen, wie sie ihren Glauben leben.

Auch der hpd sah darin ein Zeichen besonders tiefen Eingehens des Gerichts auf den Sachverhalt: "Die angekündigte Gründlichkeit, mit der das österreichische Bundesverwaltungsgericht vorgehen will, überrascht positiv...."
Ein Urteil, dem ich mich angeschlossen hatte.

Nun lässt eine neue Mitteilung das Ganze in einem anderen Licht erscheinen.

Natürlich macht es Mühe und kostet, wenn man vor Gericht geladen wird. Man kann auch nicht einfach absagen, Erscheinen ist Pflicht.

Sowohl mit der Vorladung als auch im telefonischen Gespräch bietet das Gericht nun die Lösung für die, die solche Mühen und Kosten scheuen. Wer einfach aus dem Verein austritt, wird nicht mehr vorgeladen.

Wie ich finde, ein ungeheuerlicher Vorgang. Der Verdacht liegt nahe, hier soll einfach eine Austrittswelle in Gang gesetzt werden, die die Mitgliederzahl unter die benötigte Größe von mindestens 300 drückt.
Das ist, wenn die Welle nur groß genug wird, durchaus im Bereich des Möglichen.

War die angekündigte Anhörung einer solch großen Zahl von Mitgliedern also gar nicht ein Zeichen besonders gründlichen Vorgehens sondern Schikane? Diese Vermutung ist nicht von der Hand zu weisen.
Sowohl um die allgemeinen Kosten des Verfahrens zu senken, als auch um die Mitglieder nicht mehr als unbedingt nötig zu belasten, wäre sicher auch eine kleinere Zahl von Mitgliedern mit anschließender Hochrechnung statistisch belastbar. Wäre der Ausgang nicht klar genug für ein Urteil, hätte man immer noch aufstocken können.

Für mich ist das ein schändliches Vorgehen der österreichischen Justiz.
Möge das Monster unseren Brüdern und Schwestern Kraft und Gut geben, um dieses unlautere Angebot nicht anzunehmen.

RAmen

26.01.2018

Das Wort zum Freitag - Privilegien, abschaffen oder nutzen?



Der HVD hat gerade gefeiert, dass der Berliner Verband die Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR) verliehen bekommen hat.
Die wesentlichen Vorteile dieser Verleihung nennt Wikipedia:

"Der Staat „begünstigt Religionsgemeinschaften, denen er unter bestimmten Voraussetzungen Körperschaftsrechte verleiht, und kooperiert mit ihnen. Sie unterstützen ihrerseits den Staat im Sinne der Bildung und Erhaltung eines Wertekanons, indem sie friedens-, rechts- und wertefördernd auftreten und ihrerseits das staatliche Gewalt- und Strafmonopol anerkennen. Diese Kooperation zwischen Staat und Religionsgemeinschaften äußert sich etwa in der Steuerbefreiung von Spenden, dem Erteilen von Religionsunterricht oder speziellen Regelungen im Arbeits- und Sozialrecht“

Damit ist der HVD nun auch in Berlin faktisch den Kirchen gleichgestellt. In anderen Bundesländern war er das schon, weitere sollen folgen.

Katholisch.de beschwert sich heftig, lustiger Weise genau über die Sachen, die für evangelische und katholische Kirche schon lange selbstverständlich sind:
"
Da kommt es gelegen, dass er künftig von der Körperschaftssteuer, der Umsatzsteuer und der Erbschaftssteuer befreit ist. Zudem unterliegt er als Körperschaft des öffentlichen Rechts nicht der "zeitnahen Mittelverwendung". "Wir müssen Gelder dann nicht mehr innerhalb einer festen Frist ausgeben, sondern können das machen, wenn es sinnvoll ist", erläutert Raczynski. Außerdem gelte eine Körperschaft im Insolvenzrecht als insolvenzunfähig - was im Fall einer Zahlungsunfähigkeit zulasten der Mitarbeiter gehen könnte...
...Dabei kommt ihm seine gute Vernetzung mit den Regierungsparteien zugute...

Wenn dein Gegner dich tadelt, alles richtig gemacht?

Das sehen nicht alle so. Manche sehen nun den HVD als verlorenen Partner in der säkularen Szene, wenn es um Abschaffung der Kirchenprivilegien geht.

Nur, muss man die überhaupt abschaffen? Wir sehen das doch unter dem Aspekt der Gleichbehandlung von Weltanschauungsgemeinschaften. Die könnte man auch erreichen, wenn alle die gleichen Privilegien hätten.

Doch das ist bereits theoretisch schwer möglich. Immer wird ein Punkt bleiben, wo sich eine Weltanschauung noch benachteiligt sieht.
Praktisch ist sie überhaupt nicht machbar und, vor allem, auch gar nicht sinnvoll. Wollen wir z.B. wirklich, dass an Schulen nach den evangelischen und katholischen Kirchen, nach Islam- und nun auch Humanistenverbänden irgendwann auch noch Buddhisten, Zeugen Jehovas, Evangelikale, Hindus, Juden und andere Unterricht erteilen?

Für mich wäre das ein Albtraum. Religiös-weltanschauliche (Privat-)Lehren habe im Unterricht gar nichts zu suchen. Es braucht ein Fach Ethik, das von den Schulen selbst verbindlich für alle Schüler unterrichtet wird und es braucht das um so mehr, je vielfältiger unsere Gesellschaft wird.

Gleichberechtigung ist also nur möglich, wenn alle Privilegien fallen.

Das muss nicht zwingend bedeuten, die nicht nutzen zu wollen, so lange es sie gibt. Wir wollen das ja auch, wenn es um piratige Kopfbedeckungen auf Ausweisen oder Nudelmessenhinweisschilder an Straßenrändern geht.

Aber uns würde es überhaupt nicht schwer fallen, darauf zu verzichten, wenn das grundsätzlich nicht mehr möglich wäre. Das dürfte für fast alle säkularen Vereinigungen zutreffen, selbst für solche wie den BfG, der schon lange KdöR ist.

Wenn man sich jedoch finanziell und am Ende sogar existenziell von diesen Privilegien abhängig macht, ist das nicht mehr zu erwarten. Wenn Lehrer entlassen werden müssen, weil plötzlich kein Lebenskundeunterricht mehr möglich wäre oder wenn sich die Vorteile der KdöR gegenüber dem Verein als erheblich erwiesen haben, wird der Verzicht auf Privilegien schwer fallen bis unmöglich sein. Deshalb sehe auch ich den HVD eher auf Seiten der Kirchen. Allerdings nicht erst jetzt, sondern schon lange. Bereits 2013 stellte der langjährige Vorsitzende seines Bundesverbandes, Horst Groschopp fest:

"...Auch wenn immer wieder verdienstvoll und aufwändig versucht wird, beide humanistischen Konzepte unter ein organisatorisches Dach zu bringen, bei allen Überschneidungen, bei aller gegenseitigen Zuneigung – sie passen politisch nicht zusammen. Ich spitze es in meinen Worten einmal so zu: Das „konfessionelle“ Konzept der Gleichbehandlung mit den Religionsgesellschaften und das „laizistische“ der Trennung von Staat und Kirche haben viele Konflikte miteinander..."

Inanspruchnahme von Kirchenprivilegien durch andere ist nur so lange sinnvoll, wie sie nicht zu Abhängigkeiten führt.  

Unsere Forderung ist und bleibt weiter, alle Kirchenprivilegien aufzuheben. Das bedeutet auch, die Kirchen dem Vereinsrecht zu unterstellen und die KdöR für religiös-weltanschauliche Vereinigungen abzuschaffen.