14.06.2018

Wort zum Freitag - Burkini-Debatte die n-te


Nach dem kleinen Vereinsinternen Exkurs wieder zurück zum eigentlichen Thema.



In den letzten Tagen haben sich viele Medien mit dem Thema Burkini beschäftigt, weil ein Gymnasium eben solche für die Schülerinnen des muslimischen Glaubens gekauft hatte, damit diese am Schwimmunterricht teilnehmen können.

Erstmal ein hehres Ziel, denn immer noch ertrinken in Deutschland jedes Jahr weit mehr Menschen als vermeidbar wäre. Um dies zu verhindern ist es essentiell, dass jedes Kind schwimmen lernt.

Soviel zur reinen Sinnhaftigkeit des Schwimmunterrichts als solchem, dass da weiterhin noch Gleichberechtigung und das Verständnis von Freiheit gelehrt werden sollen lassen wir doch erstmal mal außen vor.



Wie bereits im Wort zum Freitag nach dem Corso Leopold im Jahre 2016 geschrieben erscheint es zwar tolerant das Schwimmen im Burkini zuzulassen. Wo hier die Grenze zwischen vernünftiger Toleranz und übermäßigem Nachgeben ist, das ist eine Frage, die die Gesellschaft als ganze zu beantworten hat. Unsere Meinung als Akteur in eben dieser Gesellschaft ist, dass Religionen in diesem Land gleichberechtigt sein sollten.



Dies bedeutet folgerichtig auch, dass jede (dem Einzelnen) noch so komisch anmutende Religion („Last Thursdayism“, Katholizismus, um nur zwei zu nennen) das Recht hat als solche zu existieren. Ein Werturteil über ihren Inhalt oder gar ihre gesamte Existenzgrundlage steht meiner persönlichen Meinung nach anderen nicht zu.

Trotzdem geht mit diesem Gebot sich aus den Inhalten anderer Religionen fernzuhalten auch einher, dass die Religion sich aus dem Leben derer raus hält die ihr nicht folgen. Ich gehe noch weiter, selbst jene die ihr folgen müssen im Zweifel geschützt werden, denken wir an Beschneidungen (die einfach erlaubt sind), an Missbrauch (der zumindest mit der Beichte moralisch und scheinbar auch in einigen Fällen rechtlich folgenlos bleibt), aber denken wir auch an den Burkini. Ja, viele mögen die Entscheidung die Ihre nennen diesen zu tragen, ich für mich spreche niemandem ab, dass er das auch so meint und selbst wenn alle diese Entscheidung als eigene bezeichnen, so bleibt doch stets das Bild, dass die Entwicklung dieser jungen Menschen eine andere sein könnte, wäre, wenn sie auch aus ihrer Komfortzone gerissen werden, auch erleben wie es ist außerhalb der eigenen Dogmen zu leben.

Schule ist nicht immer ein Wunschkonzert, Sexualkunde, die Evolutionstheorie, welche hinreichend bewiesen ist (was uns nicht daran hindert sie immer wieder zu hinterfragen), das alles gehört in die Schule, so eben auch der Schwimmunterricht.

Auch wenn wir ja durchaus zufrieden sein könnten, man hat ja in den meisten Schwimmbädern wenigstens Planken installiert, so müssen doch andere scheinbar noch warten (der Jediismus auf die Verteilung von Roben an die Padawan, die Protestanten auf die Verwandlung des Wassers in Wein…). Um dieses Chaos zu ersparen bleibt doch einzig auf das alles zu verzichten (wobei der Aufschrei bei der Entfernung der Planken wohl groß sein dürfte).

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