27.07.2018

Das Wort zum Freitag - Wenn einer eine Doku dreht

Bruder Spaghettus, wie er womöglich bald auf der Leinwand zu sehen ist

Seit zwei Jahren zieht ein einzelner Pirat durch die Lande, er hat sich selbst vor langer Zeit eine Mission gegeben, diese nähert sich nun dem Ende.

Mike wohnt in den Niederlanden, er ist Amerikaner, aber schon länger zieht er durch Europa und trifft verschiedene Pastafari.


Immer dabei hat er seine Kamera, mit der er Aufnahmen macht, von vier niederländischen Pastafari, von Niko Alm, anderen, die die Ideale der Pastafari verfolgen und eben auch von unserem Bruder Spaghettus.


Er hat viel Zeit und Geld in dieses Projekt gesteckt, einen Film über Pastafari zu drehen. Zwei Jahre schon ist der mit „I, Pastafari“ beschäftigt und langsam nähert sich die Arbeit einem Ende. Eine grobe Version der Dokumentation steht und doch braucht es immer mehr für einen Film, als einen Mann mit einer Idee.


Mike ist sehr engagiert und als ich ihn persönlich kennen lernen durfte, habe ich einen netten Mann mit einem Plan für sein Projekt kennen gelernt, den ich aber mehr hinter der Kamera, als sonst irgendwo gesehen habe und doch braucht er jetzt die Hilfe der pastafarianischen Gemeinschaft.


Ein solcher Film braucht Lizenzen für Musik und viel wichtiger, einen guten Schnitt und Animationen und Spezialeffekte und diese eine Szene wo der Held (natürlich Pirat) von einer Explosion davon geht ohne zurück zu schauen.* Auch ist ein solcher Film ein kleines Wagnis, das juristisch abgesichert sein sollte, deshalb muss ein Anwalt her.



Mike sucht auf https://igg.me/at/pastafund Unterstützer. Der Finanzierungsplan ist wie immer eng und deshalb hat die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland Mike 50 Bandanas gespendet, die hier ausnahmsweise auch für Personen erhältlich sind, die nicht Mitglieder sind.


Es wäre natürlich ein starkes Zeichen für die piratischen Traditionen, wenn unsere Bandanas einen großen Beitrag leisten.


Es tut mir ein wenig leid, dass ich euch schon wieder an die Schatztruhe gehe und doch ist es ein tolles Projekt, das jede Unterstützung verdient hat. Also liebe Leute, schnappt euch euer Bandana und lasst Mike ein paar Dublonen da, damit der Film richtig cool wird und wir ihn nächstes Jahr alle zusammen sehen können! Helfen wir Mike seine Mission zu einem erfolgreichen Ende zu bringen!(EE)

19.07.2018

Das Wort zum Freitag
Feiern wie die Italiener



Ihr könnt mir glauben, die können das richtig gut. Wir waren schon zwei mal mit dabei, und jedesmal ging es voll ab. Vor allem sind es eine Menge Pastafari, die sich da immer treffen. Jede Stadt hat eigene Gruppen mit eigenen Bannern. Es war einfach ein erhebendes Gefühl, mit so vielen Gleichgesinnten nachts eine Demo durch Florenz zu machen, wie auf dem Bild oben. Anschließend gab es noch ein großes Abschlusstreffen in einem Park, gleich neben einem Hostel, das fest in unserer Hand war. Hier das Abschlussfoto.


Aber zwei Tage sind zu wenig für italienische Feiern. In Salerno waren es schon drei. Sogar das Freibier an allen Tagen im Landhotel war in den Teilnehmerkosten eingeschlossen. Außerdem reichlich Programm, von Band bis Kabarett und sogar mit einer deutschen Nudelmesse.


Klarer Höhepunkt war für mich aber, nach der Demo in Salerno, ...






...die Fahrt mit einem Piratenschiff, incl. Bad, im offenen Meer. Das hatte einfach was. 



Nun endlich zum Wichtigsten. Auch dieses Jahr feiern sie wieder, und sie haben für Gäste aus dem Ausland noch Plätze frei gehalten. Das heißt, ihr könnt diesmal noch dabei sein, wenn sie in Anzio, dem Badeort Roms, vom 30. August bist 02. September feiern. Aber lasst euch nicht zu lange Zeit.

Nähere Infos gibt es hier, neben Italienisch auch in Englisch. Falls ihr Schwierigkeiten mit der Anmeldung habt, helfen wir gern weiter.











12.07.2018

Wort zum Freitag - Die Seeschlacht um das Kreuz

Seit nun bald 1,5 Monaten gilt in Bayern der Kreuzerlass. Wie zu erwarten formiert sich Widerstand, doch dieser braucht noch (d)ein Gesicht.


Turner, The Battle of Trafalgar (1806)
Klassisches Bild einer Seeschlacht

Der Bund für Geistesfreiheit München sucht mit seinen Unterstützern Privatpersonen aus Bayern, die sich an der Klage gegen den Kreuzerlass beteiligen (Link zum entsprechenden hpd-Artikel). Da die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland seit jeher eine große Anhängerschaft im Freistaat hat, sehen wir hier natürlich Potential.


Bereits im März hat Bruder Spaghettus, genau hier, ein paar Möglichkeiten genannt, euch gegen diese Vereinnahmung mit Kreuzen zu wehren, gezeigt, wie einfach es ist, ein Amt pastafarianisch zu weihen. Ein klarer, einfacher, piratischer Akt des Widerstandes.

Doch nun ist der Tag gekommen, an dem ihr mit wenigen Worten die Möglichkeit habt, in die Seeschlacht für die Freiheit zu ziehen. Statt dieser kleinen Scharmützel könnt ihr an Deck des BfG München euren Teil beitragen die Ämter Bayerns von Nachbildungen altertümlicher Folterinstrumente zu befreien.


Ob ihr nun klar als Pastafari vor Gericht zieht oder ohne Bandana und Dreispitz, das ist euch überlassen, doch wie schon Bobby Henderson sagte: „Heutzutage ist es so einfach, sich zurückzulehnen und Ausreden zu suchen. Wenn Sie wissen wollen was in der Welt passiert, ziehen Sie los und machen Sie sich schlau!“


Wir als Verein wissen, dass solche Verfahren ihre Zeit brauchen, sowohl selbst, da sie sich ziehen können, als auch von den Beteiligten, die dafür freinehmen müssen und sich vorbereiten, die Liste ist lang, doch es lohnt sich. Ihr könnt mit Fug und Recht später vor euren Enkeln prahlen und dann in Ewigkeit am Biervulkan sitzen und jedem immer wieder erzählen wie ihr dereinst in die Schlacht segeltet und die Flotte der Kreuzritter plündertet.


Das beste aber kommt erst noch, die Kosten werden zu 100% übernommen! Keiner geht an eure Schatztruhe. Meldet euch zahlreich beim BfG München (info@bfg-muenchen.de).

Für alle die nicht aus Bayern kommen gilt es natürlich weiterhin wachsam zu sein, nicht dass plötzlich Markus Söder euer Schiff kapert und dann plötzlich euer Kreuz in Bayern an der Wand hängt.

05.07.2018

Das Wort zum Freitag - Aberglaube im Fußball


Eine Art Fußball wurde schon im 17. Jhdt. in Florenz gespielt

Nun spielen sie wieder.

Aber sie rennen nicht nur hin und her, hauen sich die Beine weg und nehmen den Kopf als drittes Bein zum Toreschießen, nein, sie treiben auch sonst ganz seltsame Sachen.

Vielleicht kommt es von den Kopfbällen, vielleicht liegt es daran, dass Fußball älter ist, als gedacht, es haben sich eine ganze Reihe merkwürdiger Rituale entwickelt, die den Sieg beim Bälleschubsen bringen sollen. Erstmals hatte ich davon gehört, als berichtet wurde, wie ein Trainer heimlich eine Münze auf dem Platz des Gegners in den Rasen drückt, um dort zu gewinnen. Bestechung kann`s nicht sein, es reicht auch ein Cent. Es kann sich nur um Aberglauben handeln

Aber das ist nicht der einzige Fall. Manche wechseln das Trikot nicht, wenn sie mal gewonnen haben, andere essen kein Hühnerfleisch, tragen zu kleine oder zu große Fußballschuhe, rasieren sich nicht mehr oder wechseln das Trikot nicht, tauschen ihre Zahnpasta, tragen ein Kondom an den Füßen oder verspritzen Nonnenwasser.

Da scheint jeder sein eigenes Ding zu machen. Fast jeder.
Mir ist aufgefallen, dass viele Fußballer ein Geste machen, die immer ziemlich gleich aussieht: Finger werden zusammen gelegt, dann zeigen sie erst nach oben, dann nach unten, dann nach rechts und dann nach links. Oder war es erst nach links und dann nach rechts?

Was hat das zu bedeuten? Hatte für diese Spieler die Fitnessabteilung so einen Art Akupunktur mit den Fingern erfunden? Aber müsste das dann nicht, ähnlich wie Doping, verboten werden?

Also musste es wohl etwas anderes sein, und es musste eine Erklärung geben, warum so viele Spieler die gleiche Geste machen.

Sollten die Finger an der Stirn darauf hinweisen, dass dort die beste Stelle für den Kopfball ist? Gut möglich. Eindeutiger schien mir die Richtung nach unten. Da konnte es sich nur um eine Aufforderung an den Darm handeln, doch unbedingt durch zu halten. Verständlich. Wer will schon gern über´s ganze Spielfeld schreien: "Schiedsrichter, ich muss mal kacken". So wird es allen Fußballern gehen, nicht nur manchen. Das könnte die Gleichartigkeit der Beschwörungsformel erklären, denn auch das Tippen auf die Schultern könnte etwas sein, was für alle Spieler gilt. Sie wollen sich so daran erinnern, eine gerade Körperhaltung anzunehmen.

Aber etwas stimmt noch nicht. Wenn es so wäre, dann würden das doch alle Spieler machen und nicht nur manche. Um sicher zu gehen habe ich mal im Lexikon des Aberglaubens nachgeschlagen und dort gefunden:

"Beim Geisterbeschwören berühren wir zuerst die Stirn. Wir denken an den Luftgeist, Herrscher des Himmels, der über allem steht.
Dann geht die Hand nach unten. Wir denken an den Erdgeist, der sich ganz nach unten begeben hat und dort für uns zu Gras geworden ist. Er kam in einem Stall zur Welt, als Kind armer Eltern und er stieg tief hinab in das Erdreich, um mit starken Wurzeln am dritten Tage als Rasen aufzuerstehen.
Zum Schluss geht die Hand ganz nach links und nach rechts. Der Geist des Sieges erfasst uns ganz, er hüllt uns wie in einen Mantel und schützt uns mit seiner Macht und seiner Wut vor dem Verlieren."

Ein gute, ein vernünftige Erklärung. Was aber, wenn Spieler zweier Manschaften den gleichen Geist beschwören? Wie soll sich der Geist entscheiden? Muss er sich zerreißen?
Ist es gar vermessen von den Spielern überhaupt noch zu spielen, wenn sie die Geister angerufen haben? Müssten sie dann nicht über Sieg und Niederlage ein Geistergericht entscheiden lassen?

Müsste dann die FIFA, UEFA oder wer auch immer nicht erst recht solche Geisterbeschwörungen verbieten? Die würden ja das ganze schöne Geschäft mit dem großen Geld völlig versauen. Wer kauft sich schon teure Eintrittskarten für eine Verhandlung von unsichtbaren Geistern? Wer weiß auch, ob die überhaupt bereit wären, dazu ins Stadion zu kommen?

Jetzt, mitten beim Schreiben, fällt es mir endlich wie Schuppen von den Augen. Ich habe die Lösung. Meine ganze Recherche, meine ganzen Gedanken waren völlig umsonst. Alles war reine Zeitverschwendung. Es liegt doch ganz klar auf der Hand. Diese Zeichen sind völlig bedeutungslos, sie haben nicht die geringste Wirkung.

So erklärt sich alles. Warum Sieg und Niederlage bei Fußballspielen nicht einfach von der Anzahl der Beschwörungszeichen abhängt und warum die Schnelligkeit der Geste, die genaue Fingerhaltung, die Weite der Ausholbewegung usw. keine Vorhersage über den Ausgang eines Spieles zulassen.
Die wirken einfach nicht. Nicht im Stadion oder sonst irgendwo. Deshalb sind sie auch nicht verboten. Soll doch jeder zur Belustigung der anderen beitragen, wie er möchte.


Am 07.07.16 erstveröffentlicht und aus gegebenem Anlass wieder hochgeholt.